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Bundesverwaltungsgericht 13.09.2011 E-729/2007

13 settembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,030 parole·~15 min·1

Riassunto

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 12. Januar 2007 / N

Testo integrale

rBundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­729/2007 beu/pep/ris Urteil   v om     1 3 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), Richterin Nina Spälti Giannakitsas,  Richterin Christa Luterbacher,    Gerichtsschreiberin Patrica Petermann Loewe. Parteien A._______, geboren am (…), Angola,  (…),   Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 12. Januar  2007 / N (…).

E­729/2007 Sachverhalt: A.  Der  Beschwerdeführer,  ein  ethnischer  Mukongo,  verliess  seinen  Heimatstaat  gemäss  eigenen  Angaben  im  Jahre  1992  und  reiste  nach  B._______,  von  wo  aus  er  im  Jahr  1999  versucht  habe,  über  Griechenland nach C._______ zu gelangen. Die griechischen Behörden  hätten  ihn  jedoch  nach  Angola  ausschaffen  wollen,  weshalb  er  in  Griechenland ein Asylgesuch habe stellen müssen. In der Folge habe er  sich  bis  November  2002  in  Athen  aufgehalten,  sei  dann  jedoch  krank  geworden. Da er  in Griechenland nicht die benötigten Medikamente und  Behandlungen  erhalten  habe,  sei  er  nach  D._______  gereist,  habe  ein  Asylgesuch gestellt und sei medizinisch behandelt worden, bis er im Juni  2003 aufgefordert worden sei,  das Land zu verlassen. Er  sei  sodann  in  die  E._______  geflüchtet  und  habe  dort  wiederum  ein  Asylgesuch  gestellt. Am 16. November 2004 sei er von der dortigen Polizei abgeholt,  mit  dem  Auto  über  die  (…)  Grenze  gefahren  und  den  (…)  Behörden  übergeben worden. Diese hätten ihm mitgeteilt, er habe das (…) bzw. das  gesamte Territorium der Europäischen Union zu verlassen. Daraufhin sei  er mit dem Zug nach Strassburg und per Auto in die Schweiz gereist, wo  er  am  18.  November  2004  in  der  damaligen  Empfangsstelle  (heute:  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  [EVZ])  F._______  um  Asyl  nachsuchte. Der Beschwerdeführer wurde am 8. Dezember 2004 summarisch befragt  und am 18.  Januar 2005 sowie am 3. und 14. Februar 2005 durch das  Migrationsamt des Kantons G._______ eingehend zu seinen Asylgründen  angehört.  Dabei  brachte  er  im  Wesentlichen  vor,  er  sei  in  H._______/Provinz Zaïre (Angola) geboren, im Alter von acht Jahren mit  seinen  Eltern  von  dort  nach  I._______  (Kongo  Kinshasa)  gezogen  und  später  dort  zum  Militärleutnant  ausgebildet  worden.  1989  sei  er  nach  Angola  zurückgekehrt  und  habe  ab  Januar  1990  als  (…)  im  Sicherheitsdienst des angolanischen Präsidenten  (und Vorsitzenden der  Regierungspartei MPLA [Movimento Popular de Libertação de Angola]) –  José Eduardo dos Santos – gearbeitet. Seine Aufgabe sei es gewesen,  Agenten  der  UNITA  (União  Nacional  para  a  Independência  Total  de  Angola;  ehemalige  Rebellenorganisation,  heutige  Oppositionspartei)  zu  enttarnen bzw.  Informationen über  solche an die Polizei weiterzugeben.  Er selbst sei Mitglied der Partei FNLA (Frente Nacional da Libertação de  Angola)  gewesen.  Im  September  1990  sei  er  zu  Hause  festgenommen  worden,  da  man  ihn  verdächtigt  habe,  einen  Anschlag  auf  den 

E­729/2007 Präsidenten  geplant  zu  haben.  Man  habe  ihm  vorgeworfen,  dass  während  einer  seiner  Nachtschichten  Minen  um  das  Gelände  des  Präsidentensitzes gelegt worden seien, was jedoch erfunden und nur ein  Vorwand  gewesen  sei,  um  ihn  aus  seinem  Dienst  zu  entfernen.  Der  Beschwerdeführer sei  in der Folge während insgesamt neun Monaten  in  zwei  verschiedenen  Gefängnissen  inhaftiert  gewesen.  1991  sei  er  aufgrund  des  Erlasses  einer  Amnestie  als  politischer  Gefangener  freigelassen worden, ohne je einem Gericht zugeführt worden zu sein. In  der  Folge  habe  der  Beschwerdeführer  als  Pionier  die  "Bewegung  der  Jugend  der  Bakongo" mitbegründet  und  diese Gruppe  habe  begonnen,  sich  mittels  Kundgebungen,  Versammlungen  und  Flugblättern  einzusetzen  für  die  Autonomie  des  Territoriums  der  Bakongo,  die  Anerkennung  der  Bakongo  als  Angolaner  und  die  Nutzung  der  natürlichen Ressourcen des Landes  für die Einheimischen  (anstelle des  Exports  derselben).  Der  Beschwerdeführer  habe  in  diesem  Zusammenhang  von  einem  Chef  des  präsidialen  Sicherheitsdienstes –  J._______ – kurzfristig die Information bekommen, dass in der Nacht vom  22.  auf  den  23.  Januar  1992  ein Massaker  an  den  Bakongos  Luandas  geplant  sei;  angeordnet  habe  dies  der  Kommandant  der  Polizei  und  Innenminister "Nandó" (Fernando da Piedade Dias dos Santos). Er habe  einige  Bakongos warnen  können  und  jene Nacht  im Gebiet  (Municipio)  K._______  verbracht.  Danach  habe  er  versucht,  zu  seinem  Haus  zurückzukehren,  was  jedoch  aufgrund  der  anhaltenden  Militärpräsenz  nicht  möglich  gewesen  sei.  Deshalb  sei  er  zwei  Tage  später  nach  B._______  geflüchtet,  wo  er  ein  Asylgesuch  gestellt  habe.  Nach  der  Flucht  habe  er  sich  1994 mit  anderen  Bakongos  zu  einer  Konferenz  in  L._______  getroffen,  anlässlich  welcher  diese  die  "Commission  représentative  du  Royaume  Bakongo"  gegründet  hätten.  Er  habe  in  dieser Organisation  die  Funktion  des  (…)  inne  gehabt. Das Ziel  sei  die  Erreichung  der  Autonomie  der  Bakongo mit  friedlichen Mitteln  bzw.  die  Wiederbelebung des Königreichs Bakongo, um gegen die Regierung der  MPLA etwas  in der Hand zu haben. Ab 1995 sei er  in B._______ durch  die MPLA und José Eduardo dos Santos verfolgt bzw. beschattet worden.  Er könne somit weder nach Angola noch nach B._______ zurückkehren,  da  er  riskiere,  sofort  verhaftet  bzw.  umgebracht  zu  werden.  Der  Beschwerdeführer reichte schliesslich diverse Beweismittel ein, um seine  – auch  später  in  E._______  –   fortdauernden  Aktivitäten  für  die  Commission représentative du Royaume Bakongo zu belegen. B.  Mit  Verfügung  vom  12.  Januar  2007  –  eröffnet  am  15.  Januar  2007 – 

E­729/2007 stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft nicht, wies dessen Asylgesuch ab und verfügte die  Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug.  Zur Begründung führte es insbesondere aus, zwischen der vorgebrachten  neunmonatigen Haft in den Jahren 1990/1991 in Angola und der Ausreise  aus  diesem  Staat  bestehe  weder  ein  zeitlicher  noch  ein  sachlicher  Zusammenhang, weshalb der Gefängnisaufenthalt nicht asylrelevant sei.  Die  geltend  gemachten  drohenden  Verfolgungsmassnahmen  durch  die  angolanische  Regierung  aufgrund  des  Engagements  des  Beschwerdeführers für die Bakongo würden sodann einer konkreten und  objektiven Grundlage entbehren; eine begründete Furcht vor Verfolgung  bestehe  damit  nicht.  Des  Weiteren  habe  der  Beschwerdeführer  hinsichtlich  der  vorgebrachten  Beschattung  durch  die  angolanischen  Behörden in B._______ etliche widersprüchliche Angaben gemacht. Auch  seien  seine  Vorbringen  bezüglich  seines  behaupteten  politischen  Engagements überwiegend als vage und unsubstantiiert  zu bezeichnen.  Es  dürfe  deshalb  berechtigterweise  geschlossen werden,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  bei  seinen  Ausreisegründen  auf  einen  konstruierten  Sachverhalt abstütze; das Asylgesuch sei somit abzulehnen. Der Vollzug  der Wegweisung sei schliesslich zulässig, zumutbar und möglich.  C.  Hiergegen  wandte  sich  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  30.  Januar  2007  (Poststempel:  29.  Januar  2007)  an  das  Bundesverwaltungsgericht und ersuchte mittels Formularbeschwerde um  Aufhebung  des  vorinstanzlichen Entscheides  und  um Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung.  Zudem  sei  festzustellen,  dass  die  vorsorgliche Wegweisung in einen Drittstaat unzulässig, unzumutbar und  unmöglich  sei  und  dass  der  Beschwerdeführer  den  Ausgang  des  Verfahrens deshalb  in der Schweiz abwarten könne. Schliesslich sei die  Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers festzustellen und ihm Asyl  zu  gewähren  bzw.  sei  (eventualiter)  der  Wegweisungsvollzug  als  unzulässig,  unzumutbar  und  unmöglich  zu  qualifizieren  und  er  sei  vorläufig  aufzunehmen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  wurde  um  Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie um Verzicht  auf die  Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht.  Auf  die  Begründung  der  Beschwerde  sowie  die  eingereichten  Beweismittel  wird  –  soweit  entscheidrelevant  –  in  den  Erwägungen  eingegangen.

E­729/2007 D.  Mit Zwischenverfügung vom 12. Februar bzw. vom 22. März 2007 erwog  das  Bundesverwaltungsgericht,  der  Beschwerdeführer  könne  den  Ausgang des Beschwerdeverfahrens  in der Schweiz abwarten. Zugleich  wurde  auf  die  Erhebung  eines  Kostenverschusses  verzichtet;  der  Entscheid über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wurde in den  Endentscheid  verschoben.  Der  Beschwerdeführer  wurde  schliesslich  aufgefordert,  bis  zum  5.  April  2007  einen  aktuellen  und  ausführlichen  Arztbericht einzureichen.  E.  Am  4.  April  2007  zeigte  der  neu  beauftragte  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers sein Mandat an und reichte einen Arztbericht vom 2.  April  2007  ein.  Zudem  führte  er  aus,  der  Beschwerdeführer  (…)  mittlerweile  (…)  die  Commission  représentative  du  Royaume  Bakongo,  die  weltweit  aus  etwa  250  Mitgliedern  bestehe.  Seit  mehreren  Jahren  habe  er  unter  voller  Namensnennung  auch  Artikel  für  die  monatlich  erscheinende  Zeitschrift  "Mani  Kongo"  (recte:  "Le  Manikongo"/"The  Manikongo")  verfasst.  Er  erfülle  damit  zumindest  wegen  der  hinzugekommenen  subjektiven  Nachfluchtgründe  die  Flüchtlingseigenschaft.  Auch  der  seinerzeitige  positive  Entscheid  der  Behörden Griechenlands  (Anerkennung als Flüchtling) deute darauf hin,  dass  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllt  sei.  In  diesem  Zusammenhang  wurde  beantragt,  es  seien  die  Asyl­Akten  der  griechischen  Behörden  beizuziehen.  F.   Mit Schreiben vom 11. April 2007 und vom 17. November 2008 liess der  Beschwerdeführer  zum  Beleg  seiner  exilpolitischen  Tätigkeiten  diverse  Unterlagen  zu  den  Akten  reichen,  die  seine  inhaltlich  klar  gegen  die  angolanische  Regierung  gerichtete  Haltung  zum  Ausdruck  bringen  würden.  Auf  diese  wird  in  den  nachstehenden  Erwägungen  –  soweit  entscheidrelevant – eingegangen. G.  Mit  Schreiben  vom  1.  Dezember  2008  gab  der  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  bekannt,  dass  dieser  ihm  das  Mandat  zur  weiteren  Vertretung entzogen habe. H.  Am 18. Juli 2009 heiratete der Beschwerdeführer in M._______ eine (…) 

E­729/2007 Staatsangehörige,  die  in  der  Schweiz  über  eine  Niederlassungsbewilligung C verfügt.  Mit  Verfügung  vom  3.  bzw.  vom  10.  Mai  2010  stellte  das  Bundesverwaltungsgericht  fest,  dass  dem  Beschwerdeführer  gemäss  Eintrag  im  zentralen  Migrationssystem  (ZEMIS)  durch  den  Kanton  G._______  eine  Aufenthaltsbewilligung  B  erteilt  worden  sei,  weshalb  dessen Beschwerde vom 29. Januar 2007 gegenstandslos geworden sei,  soweit  sie  die  Anordnung  der Wegweisung  und  des  Vollzuges  betreffe.  Es wurde ihm deshalb Gelegenheit gegeben, bis zum 26. Mai 2010 dazu  Stellung  zu  nehmen,  ob  er  die  Beschwerde  zurückziehen  möchte,  und  angekündigt,  bei  ungenutzter  Frist  werde  davon  ausgegangen,  dass  er  vollumfänglich an seinen Rechtsbegehren festhalte.  Der Beschwerdeführer liess sich hierzu nicht vernehmen. I.  Am  15.  Februar  2011  reichte  der  Beschwerdeführer  ein  von  ihm  verfasstes und mit eingeschriebener Post versandtes Schreiben vom 12.  Juli  2010  an  die  angolanische  Botschaft  in  der  Schweiz  (bzgl.  der  Erlangung  eines  Reisepasses)  ein  und  ersuchte  sinngemäss  um  beschleunigte Behandlung seiner Beschwerde.  J.  Das BFM nahm mit Schreiben vom 19. Juli 2011 zu den Vorbringen des  Beschwerdeführers  Stellung  und  beantragte  die  Abweisung  der  Beschwerde. Es führte im Wesentlichen aus, diese enthalte keine neuen,  erheblichen  Tatsachen,  welche  eine  Änderung  seines  Standpunktes  rechtfertigen könnten.  Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 21. Juli 2011 zur  Kenntnis gebracht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

E­729/2007 gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung;  er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und Art. 52  VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Aufgrund  der  infolge  Heirat  erteilten  Aufenthaltsbewilligung  B  ist  die  Beschwerde  bezüglich  der  Dispositivziffern  3  bis  5  gegenstandslos  geworden. Auf Beschwerdeebene ist lediglich über die Dispositivziffern 1  und  2  der  angefochtenen Verfügung  zu  befinden  und  zu  prüfen,  ob  die  Vorinstanz  zu  Recht  das  Asylgesuch  abgelehnt  und  den  Beschwerdeführer nicht als Flüchtling anerkannt hat.

E­729/2007 4.  4.1.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person  anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck  bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art.  7  AsylG). 5.  Im Folgenden ist zunächst zu prüfen, ob die durch den Beschwerdeführer  geltend gemachten Vorfluchtgründe – die Verhaftung im September 1990  sowie  das  anschliessende  Engagement  in  Angola  für  die  Jugend  der  Bakongo – als glaubhaft und asylrelevant im Sinne der Art. 3 und 7 AsylG  zu beurteilen sind. 5.1. Das BFM führte  in seiner Verfügung aus, die mehrmonatige Haft  in  Angola  im  Jahre  1990  stelle  zweifellos  einen  schweren  Eingriff  in  die  physische  und  psychische  Integrität  des  Beschwerdeführers  dar.  Indessen  habe  dieser  gemäss  eigenen  Angaben  von  einer  Amnestie  profitiert  und  sei  ohne weitere Auflagen  freigelassen worden;  anlässlich  der Anhörung habe er  zudem explizit  zu Protokoll  gegeben,  dass diese  Angelegenheit  nach  seiner  Entlassung  aus  der  Haft  abgeschlossen  gewesen sei. Zwischen diesem Ereignis und seiner Ausreise aus Angola  habe weder  in zeitlicher noch  in sachlicher Hinsicht ein Zusammenhang  bestanden,  weshalb  die  geltend  gemachte  Gefängnishaft  nicht  asylrelevant sei. Zudem mache der Beschwerdeführer nicht geltend, dass 

E­729/2007 er vor seiner Ausreise nach B._______ jemals Probleme aufgrund seines  politischen Engagements gehabt habe. 5.2. Auf Beschwerdeebene hielt der Beschwerdeführer den Ausführungen  der  Vorinstanz  hinsichtlich  seiner  Vorfluchtgründe  nichts  entgegen.  Bei  der  kantonalen  Anhörung  brachte  er  vor,  man  habe  ihm  mit  seiner  Verhaftung  ein Hindernis  in  den Weg  legen wollen,  um  ihn  von  seinem  Posten  –  damals  arbeitete  er  im  Sicherheitsdienst  des  angolanischen  Präsidenten (ein Angehöriger der MPLA) – wegzuhaben, weil er Mukongo  sei  (vgl. A19/72 S. 35  f.). Er sei nach der Entlassung aus der Haft bzw.  während der Zeit  seiner Aktivitäten  für die Bakongo zwar nicht gesucht,  verfolgt  oder  durch die Regierung  kontaktiert worden.  Jedoch  sei Victor  Mfulumpinga Lando mehrmals  verhaftet worden. Dieser  sei  (Anfang der  1990er Jahre) an der Universität von Luanda als Professor tätig gewesen  und  habe  sich  (im  Hintergrund)  an  den  Aktivitäten  des  Beschwerdeführers und einiger Bakongo­Studenten beteiligt (vgl. A19/72  S.  38).  Allerdings  habe  die  Regierung  ihre  Spione  und  man  habe  die  Person  gesucht,  die  die  Aktivitäten  auch  mitfinanziere.  Dies  habe  Mfulumpinga  durch  seine  Professorenarbeit  getan  (vgl.  A19/72  S.  42).  Der Beschwerdeführer selbst sei nicht namentlich gesucht worden, aber  die Sicherheitsbehörden hätten gewusst, wo er sich aufhalte (vgl. A19/72  S.  43).  Nach  B._______  geflüchtet  sei  er  nach  dem Massaker  an  den  Bakongo  in  Luanda  im  Januar  1992,  jedoch  insbesondere,  um  die  Forderungen  der  Bakongo  weiterzuverfolgen  und  deren Weg  weiter  zu  gehen  (vgl.  A19/72 S.  43).  Die  Ausreise  habe  er  bereits  in  den  Jahren  1985 bis 1989 – als er sich  in  I._______  (Kongo Kinshasa) aufgehalten  habe – geplant (vgl. A19/72 S. 17 und 23).  5.3.  Wie  das  BFM  zutreffend  ausführte,  ist  die  Verhaftung  des  Beschwerdeführers  nicht  asylrelevant  im Sinne  von  Art.  3  AsylG,  da  er  zum Einen angab, ohne Auflagen aus dem Gefängnis entlassen worden  zu sein (A19/72 S. 37). Zum andern erfolgte die Flucht nach B._______  erst einige Zeit nach der Entlassung aus der Haft, weshalb es an einem  zeitlichen  Kausalzusammenhang  zwischen  den  beiden  Ereignissen  mangelt.  Anlässlich  der  Anhörung  brachte  der  Beschwerdeführer  ausserdem vor, dass er nach B._______ geflüchtet sei – und dies auch  schon Ende der 1980er Jahre geplant habe –, um sich dort stärker für die  Rechte  der  Bakongo  einzusetzen.  Es  ist  deshalb  nicht  davon  auszugehen,  dass  er  aufgrund  politischer  Verfolgung  Angola  verlassen  hat.  Zusätzlich  ergeben  sich  bezüglich  seines  Ausreisezeitpunktes  Widersprüche.  Das  durch  den  Beschwerdeführer  angeführte  Massaker, 

E­729/2007 nach dem er sein Heimatland verlassen habe, fand in der Nacht vom 21.  auf den 22. Januar 1993 statt, und nicht wie von ihm mehrfach behauptet  im Jahre 1992 (vgl. Jean­Michel Mabeko Tali, La "chasse aux Zaïrois" à  Luanda,  in:  Politique  Africaine,  no.  57/1995,  S.  71­84).  Dass  die  Sicherheitsbehörden  gewusst  haben  sollen,  wo  sich  der  Beschwerdeführer aufhielt, erstaunt nicht angesichts der Tatsache, dass  er angibt, seit seiner Rückkehr aus I._______ und bis zu seiner Ausreise  an derselben Adresse in Luanda wohnhaft gewesen zu sein (A19/72 S. 1  und 43). Jedoch wurde er gemäss eigenen Angaben im Zusammenhang  mit seinem Engagement für die Bakongo in Luanda nie behelligt (A19/72  S.  43).  Es  ist  somit  auch  nicht  ersichtlich,  dass  der  Beschwerdeführer  aufgrund  seiner  damaligen  Aktivitäten  für  die  Jugend  der  Bakongo  in  Luanda  im  heutigen  Zeitpunkt  begründete  Furcht  haben  könnte,  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  verfolgt  zu  werden.  Dem  BFM  ist  deshalb  darin  zuzustimmen,  dass  keine  asylrelevanten Vorfluchtgründe bestehen. 6.  Nachfolgend  ist  zu  beurteilen,  ob  der  Beschwerdeführer  durch  sein  Verhalten  nach  der  Ausreise  aus  dem  Heimatland,  namentlich  durch  seine  Aktivitäten  in  B._______  und  dem  geltend  gemachten  exilpolitischen  Engagement  in  E._______  und  der  Schweiz,  Grund  für  eine  zukünftige  Verfolgung  durch  die  angolanischen  Behörden  gesetzt  hat  und  aus  diesem  Grund  –  infolge  Vorliegens  subjektiver  Nachfluchtgründe – die Flüchtlingseigenschaft erfüllt (vgl. Art. 54 AsylG). 6.1. Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise  aus  dem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  eine  Gefährdungssituation  erst  geschaffen  worden  ist, macht  subjektive  Nachfluchtgründe  geltend  (vgl.  Art.  54  AsylG).  Subjektive  Nachfluchtgründe  begründen  zwar  die  Flüchtlingseigenschaft  im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch gemäss  Art.  54  AsylG  zum  Ausschluss  des  Asyls,  unabhängig  davon,  ob  sie  missbräuchlich  oder  nicht  missbräuchlich  gesetzt  wurden.  Stattdessen  werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder  glaubhaft  machen  können,  als  Flüchtlinge  vorläufig  aufgenommen  (vgl.  BVGE  2009/28  E.  7.1  und  EMARK  1995  Nr.  7  E.  7b  und  8  S.  67  ff;  EMARK  2000  Nr.  16  E.  5a).  Eine  Person,  welche  sich  auf  subjektive  Nachfluchtgründe beruft, hat objektiv begründeten Anlass zur Furcht vor  künftiger  Verfolgung,  wenn  beispielsweise  der  Verfolgerstaat  mit  erheblicher Wahrscheinlichkeit  von  den  Aktivitäten  im  Ausland  erfahren  hat und die Person deshalb bei einer Rückkehr in asylrechtlich relevanter 

E­729/2007 Weise  verfolgen würde  (vgl.  zum Ganzen: BVGE 2009/28, mit weiteren  Hinweisen). Wesentlich  ist, ob die heimatlichen Behörden das Verhalten  des  Asylsuchenden  als  staatsfeindlich  einstufen  würden  und  dieser  deswegen  bei  einer  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  eine  Verfolgung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  befürchten  müsste.  Es  bleiben  damit  die  Anforderungen an den Nachweis einer begründeten Furcht massgeblich  (Art. 3 und 7 AsylG).  6.2. Der  Beschwerdeführer  brachte  bei  der  Anhörung  vor,  dass  er  sich  während seines Aufenthalts in L._______ (weiterhin) oft mit Mfulumpinga  getroffen habe, der bisweilen nach B._______ gekommen sei. Nach dem  ersten  Treffen  hätten  sie  sich  gemeinsam  mit  anderen  versammelten  Bakongo  aus  verschiedenen  Ländern  zur  Gründung  der  Commission  représentative du Royaume Bakongo entschlossen und Mfulumpinga als  deren Präsidenten gewählt. Der Beschwerdeführer sei als erster Berater  eingesetzt worden. Unter  den  Instruktionen  von Mfulumpinga  hätten  sie  dann  zu  arbeiten  begonnen  (A19/72  S.  50).  Die  Aktivitäten  des  Beschwerdeführers seien administrativer Natur gewesen; seine Aufgabe  habe  darin  bestanden,  "den Menschen  Bakongo  wieder  zum  Leben  zu  erwecken  und  ihm  einen  Platz  zu  finden".  Er  habe  verschiedene  Strategien  entwickelt,  die  er  der  Opposition  habe  vorlegen  wollen,  um  eine  Zusammenarbeit  zu  erreichen  bzw.  um  zu  verhandeln.  In  der  Verhandlungsrunde sollten alle beteiligten Völker sowie die internationale  Gemeinschaft anwesend sein. Seine Idee sei es gewesen, mit friedlichen  Mitteln ein gesundes Klima  für Politik, Demokratie und Zusammenleben  zu  finden.  Dank  einer  Kooperation mit  N._______,  (…),  hätten  sie  ihre  Arbeit in B._______ weiterführen können, obwohl die (…) Behörden eine  Legalisierung der Kommission abgelehnt hätten (A19/72 S. 51). Probleme  hätten sie mit den (…) Behörden keine gehabt; diese hätten sie aber nicht  unterstützt.  Der  Beschwerdeführer  habe  kein  Vertrauen  in  die  (…)  Regierung,  da  der  (mittlerweile  ehemalige)  Präsident  O._______  ein  Freund der MPLA in Angola sei (A19/72 S. 52). Seit 1995 sei er durch die angolanischen Behörden in L._______ verfolgt  worden  (A1/14  S.  9;  A9/72  S.  43).  Als  dort  die  angolanische  Botschaft  (recte: ein angolanisches Konsulat) eröffnet worden sei, sei er oft durch  Mitarbeiter derselben an seinem Wohnort gesucht worden. Diese hätten  eine  Vorladung  des  Konsulats  überbracht.  Er  habe  sie  jedoch  nicht  ins  Haus gelassen und den Empfang des Schreibens abgelehnt  (A19/72 S.  43  f.).  In  seinem  Coiffeursalon  hätten  gemäss  Auskunft  der  Geschäftsführerin bewaffnete Männer nach ihm gefragt. Es habe sich um 

E­729/2007 Leute  aus  Mosambik  gehandelt,  die  eine  mündliche  Nachricht  für  ihn  zurückgelassen hätten. Diese hätten zur Geschäftsführerin gesagt, dass  der Beschwerdeführer – da er sich nicht beim Konsulat gemeldet habe –  nun  wissen  solle,  dass  das  Konsulat  nicht  weit  weg  von  seinem  Salon  liege. Bei den (…) Behörden habe er keinen Schutz suchen können und  habe  es  auch  nicht  versucht,  da  der  (…)  Präsident  Angola  unterstützt  habe. Ende 1996 bzw. Anfang 1997 sei  sein Geschäft  durch Leute aus  den  Konsulaten  von  Angola  und  Mosambik  zerstört  und  geplündert  worden – von der Täterschaft hätten  ihn die Mieter, die oberhalb seines  Geschäfts gewohnten hätten, unterrichtet. Ende 1997 sei dann sein Haus  durch einen Angolaner beschossen worden. Dieser habe ihn einmal vom  Flughafen  aus  verfolgt.  Am Tag,  als  geschossen worden  sei,  habe  das  Auto  dieses  Mannes  neben  der  Wohnung  des  Beschwerdeführers  gestanden  (A19/72  S.  44f.).  Er  sei  zudem  oft  mit  einem  Auto  verfolgt  worden; weitere konkrete Übergriffe habe es indes keine gegeben, da er  immer  vorsichtig  gewesen  sei.  Verfolgt  worden  sei  er,  weil  er  nach  Mfulumpinga das zweite Ziel gewesen sei (vgl. A19/72 S. 45).  Als der Beschwerdeführer 1999 versucht habe, über Griechenland nach  C._______  zu  gelangen,  um  dort  Sponsoren  für  seine  Bewegung  zu  suchen, sei er  in Athen verhaftet worden. Die  (…) Behörden hätten das  angolanische  Konsulat  in  B._______  über  seine  Reise  informiert,  woraufhin  dieses  –  da  Angola  über  keine  Botschaft  in  Griechenland  verfügt habe – die Botschaft von Kongo Kinshasa in Athen gebeten habe,  den  Beschwerdeführer  in  Griechenland  festzunehmen  (A1/14  S.  2,  A19/72  S.  46).  Dies  habe  er  von  einem Mitarbeiter  der  kongolesischen  Botschaft erfahren (A19/72 S. 47; A19/72 S. 8) bzw. angenommen, da die  (…) Behörden durch  ihren Sicherheitsdienst  im Flughafen  ja  von  seiner  Reise nach Athen gewusst hätten und er beim Aussteigen sofort verhaftet  worden sei; dies heisse für ihn, dass die Sicherheitsleute der (…) diesen  Befehl nach Athen weitergeleitet hätten (A19/72 S. 52). Ihm sei verboten  worden, sein Flugzeug (nach C._______) zu besteigen, und er sei ohne  Haftbefehl  während  eines  Monats  festgehalten  worden  (A19/72  S.  46).  Man habe  ihm gesagt,  er würde nach Angola  zurückgeschickt. Er  habe  sich geweigert und sei schliesslich entlassen worden mit dem Hinweis, er  könne gehen und sich selber in Athen zurechtfinden (A19/72 S. 47). In  E._______  habe  er  schliesslich  diverse  Schreiben  an  internationale  und staatliche Organisationen verfasst.

E­729/2007 6.3. Das BFM führte in seiner Verfügung aus, der Beschwerdeführer habe  in  Bezug  auf  die  behaupteten  Beschattungen  etliche  widersprüchliche  Angaben  gemacht.  So  habe  er  anlässlich  der  Befragung  zur  Person  ausgesagt, er habe die Verfolgung  in L._______ dadurch bemerkt, dass  ihm  diese  durch  seinen  "Informationsdienst"  zugetragen  worden  sei.  Dabei  habe  er  die  später  in  der  kantonalen  Anhörung  vorgebrachten  Anschläge  auf  seine  Wohnung  und  seinen  Coiffeursalon  unerwähnt  gelassen.  Der  Wahrheitsgehalt  wesentlicher  Vorbringen  sei  jedoch  zweifelhaft,  wenn  sie  ohne  zwingenden Grund  erst  im  späteren  Verlauf  des Verfahrens geltend gemacht würden. Auch habe er behauptet, nach  der  Ausreise  nach  B._______  im  Jahr  1992  nie  mehr  in  seine  Heimat  zurückgekehrt  zu  sein.  Jedoch  habe  er  dem  BFM  ein  Impfbüchlein  eingereicht,  in  dem  sich  in  Angola  vorgenommene  Einträge  mit  dem  Datum  2.  April  1996  befinden  würden.  Sein  behauptetes  politisches  Engagement  sei  schliesslich  nicht  nur  als  widersprüchlich,  sondern  überwiegend auch als vage und unsubstantiiert zu bezeichnen.  In Bezug auf die flüchtlingsrechtliche Relevanz der Vorbringen legte das  BFM  dar,  es  erscheine  wenig  wahrscheinlich,  dass  die  angeblichen  Aktivitäten  in  B._______  durch  die  angolanischen  Behörden  registriert  worden  seien  und  man  ihn  deshalb  beschattet  habe.  Zudem  bestehe  aufgrund  der  Aktenlage  kein Grund  zur  Annahme,  dass  seine während  des  Aufenthaltes  in  E._______  an  den  Tag  gelegten  Bemühungen  zu  Gunsten der Wiedereinführung des Königreichs Bakongo (vgl. A19/72 S.  14f.)  den  angolanischen  Behörden  zu  Kenntnis  gekommen  seien.  Demnach  erübrige  sich  die  Prüfung  der  Frage,  ob  diese  Aktivitäten  überhaupt Repressionen von Seiten des angolanischen Staates auslösen  respektive relevante Verfolgungsmassnahmen zur Folge haben könnten.  Die Befürchtung des Beschwerdeführers, von den heimatlichen Behörden  verfolgt  zu werden,  entbehre  einer  konkreten  und  objektiven Grundlage  und könne deshalb nicht als begründet bezeichnet werden. 6.4.  In  seiner  Beschwerdeschrift  äusserte  sich  der  Beschwerdeführer  hinsichtlich  dieser  Ausführungen  nicht  explizit,  sondern  verwies  stattdessen  auf  sein  fortdauerndes  Engagement  für  die  Commission  représentative  du  Royaume  Bakongo.  Dabei  brachte  er  vor,  er  sei  (mittlerweile)  (…)  dieser  Kommission  und  setze  sich  für  den  wahren,  soziopolitischen Frieden (in seiner Heimat) ein. Seine Regierung sehe ihn  als  "Staatsfeind Nr.  1",  weil  er  auf  seiner  Philosophie  beharre  und  sich  seine  traditionellen  Vorstellungen  erhalte.  Er  könne  nicht  nach  Angola  zurückkehren,  da  er  dadurch  sein  Leben  gefährden  würde,  nicht  in 

E­729/2007 Sicherheit  und  in  seiner  Bewegungsfreiheit  eingeschränkt  wäre.  Die  für  das Massaker von Bakongo  im Jahre 1992 Verantwortlichen seien noch  immer  an  der  Macht  und  mit  den  Opfern  habe  es  bis  heute  keine  Aussöhnung  gegeben.  Der  Beschwerdeführer  habe  zudem  mit  Mfulumpinga –  der unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen  sei – eng zusammengearbeitet. Zwischen den Mitgliedern der politischen  Partei Mfulumpingas, der PDP­ANA (Partido Democrático para Progresso  – Aliança  Nacional  Angolana)  und  Mufulumpinga  habe  es  Schwierigkeiten  gegeben.  Die  PDP­ANA  und  die  Regierung  hätten  den  Mord  an  Mfulumpinga  wegen  dessen  Tätigkeit  für  die  Kommission  angeordnet.  Der  Beschwerdeführer  reichte  schliesslich  mehrere  Beweismittel ein, darunter eine Einladung der angolanischen Botschaft in  der Schweiz vom 3. November 2006. 7.  Nach  eingehender  Prüfung  der  Akten  kommt  das  Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass das BFM zu Recht verfügt  hat, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft aufgrund von  subjektiven Nachfluchtgründen nicht. 7.1.  Die  angebliche  Beschattung  des  Beschwerdeführers  durch  das  angolanische Konsulat  in B._______ erscheint nicht als glaubhaft. Wohl  mag  es  sein,  dass  er  einmal  vorgeladen  wurde,  allerdings  hat  der  Beschwerdeführer  gemäss  eigenen  Angaben  den  Empfang  einer  Vorladung  abgelehnt  und  vermag  somit  nicht  darzulegen,  worum  es  in  dem erwähnten Schreiben ging. Zudem gibt er bezüglich des nachträglich  bei  seiner  Anhörung  vorgebrachten  Anschlags  auf  seinen Coiffeursalon  lediglich  an,  er  habe  durch  Dritte  davon  erfahren,  dass  dieser  durch  Konsulatsangehörige ausgeführt worden sei. Inwiefern der Angolaner, der  seine Wohnung beschossen haben soll, mit dem angolanischen Konsulat  in Verbindung stehen soll, führte der Beschwerdeführer nicht aus. Für die  Unglaubwürdigkeit des Beschwerdeführers und die Unglaubhaftigkeit der  Beschattung sprechen zudem der angolanische Stempel bzw. der Eintrag  vom 2. April  1996  in  seinem  Impfpass, den er nicht erklären konnte. Er  sei seit 1992 nie mehr in Angola gewesen (A19/72 S. 20; zu Unklarheiten  bezüglich  des  Ausreisezeitpunktes  vgl.  E.  5.3).  Gemäss  eigenen  Angaben wollte der Beschwerdeführer nach seiner geplanten Reise nach  C._______ im Jahre 1999 nach B._______ zurückkehren; er sei jedoch in  Athen  aufgehalten  und  verhaftet  worden.  Diese  Haft  konnte  er  weder  durch einen Haftbefehl belegen noch gelang es ihm nachzuweisen, dass  die angolanischen Behörden diese durch die Botschaft eines Drittstaates 

E­729/2007 angeordnet hätten, beziehungsweise ein internationaler Suchbefehl nach  ihm vorgelegen sei. Dass der Beschwerdeführer  in Griechenland wegen  den angolanischen Behörden Probleme gehabt haben soll, vermochte er  somit nicht glaubhaft zu machen. 7.2.  7.2.1.  Hinsichtlich  seiner  exilpolitischen  Tätigkeit  führte  der  Beschwerdeführer  aus,  in  Griechenland  habe  sich  diese  auf  die  Kommunikation  mit  anderen  Kommissionsmitgliedern  (der  Commission  représentative  du  Royaume  Bakongo)  über  das  Internet  beschränkt  (A19/72  S.  54).  In  E._______  verfasste  er  insbesondere  Schreiben  an  verschiedene  Organisationen,  mit  welchen  er  diese  unter  anderem  ersuchte,  seiner Kommission einen Beobachterstatus zu gewähren, und  um  finanzielle  und  logistische  Unterstützung  bat  (vgl.  A19/72  S.  14f.).  Bezüglich seines exilpolitischen Engagements in der Schweiz ergibt sich  sodann  aus  den  vom  Beschwerdeführer  eingereichten  Unterlagen  Folgendes:  Im  Jahresbericht  2005  der  Commission  représentative  du  Royaume  Bakongo  vom  30.  Januar  2006  wird  festgehalten,  der  Beschwerdeführer  sei  am  14. Februar  2005  durch  die  neun  "council  members" als (…) der Kommission gewählt worden. Mitte 2005 habe man  erstmals  den  monatlichen  Newsletter  "Le  Manikongo/The  Manikongo"  herausgebracht.  Mit  Eingabe  vom  11.  April  2007  reichte  der  Beschwerdeführer sieben Ausgaben dieses Newsletters aus den Jahren  2005  und  2006  ein,  auf  denen  als  Korrespondenzadresse  jeweils  der  frühere Wohnsitz  des  Beschwerdeführers  aufgeführt  ist.  2006  gründete  der Beschwerdeführer den Verein "Abgeordnete des Königreichs Kongo"  mit Sitz in P._______ (vgl. Art. 1 der Statuten). Dieser bezweckt gemäss  den  eingereichten  Statuten,  in  Kraft  seit  dem  10.  Oktober  2006,  die  Anerkennung  und  Unterstützung  von  ethnischen  Minderheiten,  insbesondere von Bakongo, in Angola (vgl. Art. 2 der Statuten). In einem  undatierten  Bericht  über  die  Aktivitäten  der  Kommission  wird  beschrieben,  wie  diese  vorzugehen  gedenke.  Zum  Einen  sollte  ein  "Peace Liaison office" eingerichtet werden und Kontakt mit verschiedenen  Friedensförderungsorganisationen  (u.a.  dem  Civil  Society  Team  der  Weltbank  und  dem  Kompetenzzentrum  Friedensförderung  [KOFF])  aufgenommen  werden,  um  sich  in  der  Friedensförderung  fortzubilden.  Diese Kontaktaufnahme belegte der Beschwerdeführer mit Eingabe von  Emails der KOFF vom (…) 2006 bzw. des Civil Society Teams vom (…)  2006  an  ihn.  Der  Beschwerdeführer  ist  zudem  auch  auf  zwei  von  ihm  eingereichten Teilnehmerlisten der (…)konferenz (…) und (…) der DEZA 

E­729/2007 verzeichnet.  Des Weiteren  sollten  Informationsbriefe  an  die  Führer  der  Welt  (insbesondere die UNO, den angolanischen UNO­Botschafter,  den  angolanischen  Präsidenten,  den  Botschafter  Angolas  in  der  Schweiz,  Micheline  Calmy­Rey  sowie  verschiedene  internationale  Nichtregierungsorganisationen)  geschrieben  werden,  um  diese  für  die  Situation  der  Bakongo  zu  sensibilisieren.  In  diesem  Zusammenhang  reichte  der  Beschwerdeführer  Schreiben  an  Amnesty  International  Schweiz  vom  (…)  2005,  an  den  UN  Sicherheitsrat  vom  (…)  2004  (verfasst  in E._______) und an den Chefredakteur  von  "Le  temps"  vom  (…) 2005, ein Antwortschreiben von Micheline Calmy­Rey vom (…) 2006  und einen  "offenen Brief an die Führer der Welt"  vom  (…) 2008 zu den  Akten.  Durch  die  Kommission  geplant  waren  im  Weiteren  eine  Sponsorensuche und Gespräche mit verschiedenen Organisationen. Seit  dem  17.  November  2008  hat  der  Beschwerdeführer  keine  weiteren  Unterlagen zum Beleg seiner exilpolitischen Aktivitäten eingereicht. 7.2.2. Die  Aktivitäten  des  Beschwerdeführers  beschränken  sich  folglich  auf (…) der Commission représentative du Royaume Bakongo bzw. des  Vereins  "Abgeordnete  des  Königsreichs  Kongo",  die  Teilnahme  an  Konferenzen,  den  Versuch  der  Sensibilisierung  der  Weltöffentlichkeit  durch das Schreiben  von Briefen  und die Herausgabe des Newsletters.  Dieser  beschäftigt  sich  inhaltlich  mit  der  aktuellen  politischen  und  der  Menschenrechtslage  in  Angola;  es  wird  zum  Frieden  aufgerufen,  über  Menschenrechte informiert und über die Wahlen in Angola 2006 und den  Wunsch nach Demokratie berichtet. 7.2.3.  Zunächst  ist  zu  bemerken,  dass  die  Bakongo  mit  13%  der  Bevölkerung  die  drittgrösste  ethnische  Gruppe  in  Angola  sind  (vgl.  US  Department  of  State,  Background  Note  Angola  vom  11.  April  2011).  Aktuelle  Berichte  internationaler  Organisationen,  welche  die  Menschenrechtslage  in  Angola  thematisieren  (US  Department  of  State,  Human Rights Watch, Amnesty International, Freedom House) erwähnen  keine Übergriffe  auf  die Bakongo;  es  ist  auch nicht  davon auszugehen,  dass  Bakongo  in  Angola  alleine  aufgrund  ihrer  ethnischen  Identität  Repressionen  und  Verfolgungen  ausgesetzt  sind.  Mitglieder  von  Bakongo­Bewegungen wie MACO (Movimento para a autodeterminaçao  do  Congo),  MELACO  (Movimento  para  a  autodeterminaçao  do  Congo  Portugues) und PARECO (Partido Africano para a restauraçao do Reino  do  Congo),  die  sich  in  den  frühen  1990er  Jahren  in  Angola  gebildet  hatten, waren in Bürgerkriegsjahren der Gefahr willkürlicher Festnahmen  und Inhaftierungen ausgesetzt (vgl. UN High Commissioner for Refugees, 

E­729/2007 Current  Situation  in  Angola,  Eligibility  of  Angolan  Asylum  Seekers  and  Treatment  of  Returnees,  20.  Mai  1998).  Nach  Kriegsende  (2002)  erwähnte  das  UNHCR  diese  Organisationen  nicht  mehr  (UNHCR,  UNHCR  Position  on  Return  of  Rejected  Asylum­seekers  to  Angola,  Januar 2004);  es gibt  keine Hinweise darauf,  dass sie heute noch aktiv  sind.  Gemäss  Erkenntnissen  des  Gerichts  ist  auch  die  Commission  représentative  du  Royaume  Bakongo  als  unbekannt  einzustufen.  Sie  wurde weder durch die staatliche Tageszeitung "Jornal de Angola", noch  durch den staatlichen Nachrichtendienst ANGOP (Agência Angola Press)  je erwähnt. Zudem ist kaum davon auszugehen, dass die Organisation in  der Diaspora öffentlich in Erscheinung getreten ist, da in den verfügbaren  Quellen nirgends ein Hinweis auf sie existiert.  7.2.4.  Es  ist  nach  dem  Gesagten  nicht  anzunehmen,  dass  die  angolanischen  Behörden  Kenntnis  von  der  Tätigkeit  des  Beschwerdeführers  haben,  beziehungsweise  –  falls  sie  Kenntnis  davon  hätten  –  diese  als  bedrohlich  einstufen  würden.  Selbst  wenn  der  Beschwerdeführer  bei  einer  allfälligen Rückkehr  in  sein Heimatland  von  behördlicher  Seite  angesichts  seiner  langjährigen  Landesabwesenheit  befragt  werden  sollte,  ist  im  Lichte  des  soeben  Dargelegten  also  nicht  davon  auszugehen,  dass  ihm  aufgrund  seines  Profils  exilpolitische  Aktivitäten  nachgewiesen  werden  könnten,  die  flüchtlingsrechtlich  relevante Nachteile nach sich ziehen würden. 7.2.5. Auch die Ansicht des Beschwerdeführers, er sei mit Einladung vom  (…)  2006  von  der  angolanischen  Botschaft  in  der  Schweiz  in  seiner  Funktion  als  Exilpolitiker  eingeladen  worden  –  weshalb  er  nicht  hingegangen  sei,  da  er  eine  Falle  vermutet  habe  –  kann  vom  Bundesverwaltungsgericht  nicht  geteilt  werden. Wie  das  BFM  in  seiner  Vernehmlassung vom 19. Juli 2011 zutreffend ausführte, handelt es sich  bei  diesem  Schreiben  der  Botschaft  lediglich  um  die  Einladung  zum  angolanischen  Nationalfeiertag,  welcher  jeweils  am  11.  November  begangen wird. 7.3.  Der  Beschwerdeführer  brachte  schliesslich  bereits  anlässlich  der  Anhörung  und  erneut  auf  Beschwerdeebene  vor,  er  und  Mfulumpinga  hätten eng zusammengearbeitet. Dieser sei aufgrund seiner Tätigkeit für  die Kommission für das Königreich der Bakongo umgebracht worden und  der  Beschwerdeführer  sei  das  nächste  Ziel  (vgl.  A19/72  S.  45).  Auch  diese  Behauptung  entbehrt  jeglicher  Grundlage  und  bleibt  damit  reine  Spekulation. Mfulumpinga wurde gemäss verschiedenen Berichten im Juli 

E­729/2007 2004 in Luanda auf der Strasse erschossen. Ob das Verbrechen politisch  motiviert  war,  blieb  ungeklärt  (vgl.  US  Department  of  State,  County  Report  on  Human  Rights  Practices  für  Angola  2004;  Schweizerische  Flüchtlingshilfe  (SFH),  Angola  im  Übergang,  Update  März  2005,  S.  9).  Zudem war er anders als der Beschwerdeführer Präsident der PDP­ANA  und damit  in  seinem Heimatland aktiv  politisch  tätig. Dass  sein Tod mit  der  Kommission  in  Zusammenhang  stand  und  somit  der  Beschwerdeführer nun auch gefährdet wäre,  ist als unwahrscheinlich zu  beurteilen. 7.4. Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass der Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft auch aufgrund subjektiver Nachfluchtgründe nicht  erfüllt. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 8.  8.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 8.2.  Der  Beschwerdeführer  verfügt  über  eine  Aufenthaltsbewilligung  B  nach  Heirat  mit  einer  (…)  Staatsangehörigen  (die  in  der  Schweiz  über  eine Aufenthaltsbewilligung C verfügt). Die angeordnete Wegweisung  ist  damit  dahingefallen  (vgl. EMARK 2001 Nr. 21 E. 11.c). Deshalb  ist  das  Beschwerdeverfahren betreffend die Wegweisung und deren Vollzug (…)  gegenstandslos geworden. 9.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  bezüglich der Frage der Anerkennung als Flüchtling und der Gewährung  von  Asyl  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  und  unvollständig  feststellt  und  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die  Beschwerde  ist  deshalb  abzuweisen,  soweit  sie  die  Flüchtlingseigenschaft  und  das  Asyl  betrifft.  Im  Übrigen  ist  sie  als  gegenstandslos geworden abzuschreiben. 10.  10.1.  Bei  diesem  Verfahrensausgang  wären  die  Kosten  dem  Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

E­729/2007 10.2.  Die  Behandlung  des  Gesuchs  des  Beschwerdeführers  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wurde  mit  Zwischenverfügung  vom  22.  März  2007  auf  einen  späteren  Zeitpunkt  verschoben  und  hat  deshalb  im  Endentscheid  zu  erfolgen.  Aus  der  Datenbank  des  "Zentralen  Migrationsinformationssystems"  des  BFM  (ZEMIS,  vgl.  ZEMIS­Verordnung  vom  12.  April  2006  [SR  142.513])  ist  ersichtlich,  dass  der  Beschwerdeführer  zur  Zeit  nicht  erwerbstätig  ist.  Mithin dürfte weiterhin von seiner Bedürftigkeit auszugehen sein. Da das  Verfahren  nicht  von  vornherein  aussichtslos  war,  ist  das  Gesuch  um  Befreiung  der  Verfahrenskosten  gutzuheissen  und  von  der  Auflage  von  Verfahrenskosten  abzusehen.  Das  vorliegende  Verfahren  erscheint  indessen  weder  in  tatsächlicher  noch  in  rechtlicher  Hinsicht  besonders  komplex, weshalb das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung  im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG abzuweisen ist. 10.3. Da der Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung und die  damit einhergehende Gegenstandslosigkeit des vorliegenden Verfahrens  in  Bezug  auf  die Dispositivziffern  3  bis  5  der  angefochtenen Verfügung  auf  einem  nachträglich  eingetretenen,  ausserhalb  des  Asylverfahrens  liegenden  fremdenpolizeilichen  Sachverhalt  beruht,  wäre  betreffend  die  allfällige Ausrichtung einer Parteientschädigung eine Chancenabwägung  nach  mutmasslichem  Verfahrensausgang  im  Wegweisungs­  und  Vollzugspunkt vorzunehmen (vgl. 64 Abs. 1 und 5 VwVG; Art. 15 VGKE  i.V.m.  Art.  5  VGKE).  Der  Beschwerdeführer  ist  indessen  nicht  mehr  vertreten  und  den  Akten  ist  nicht  zu  entnehmen,  dass  ihm  besondere  Parteikosten  entstanden  wären.  Unter  diesen  Umständen  ist  ihm  keine  Parteientschädigung auszurichten (Art. 15 VGKE). (Dispositiv nächste Seite)

E­729/2007 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  betreffend  Flüchtlingseigenschaft  und  Asyl  abgewiesen. 2.  Hinsichtlich  der  Wegweisung  und  des  Wegweisungsvollzuges  wird  die  Beschwerde als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 3.  Das Gesuch um Befreiung der Verfahrenskosten wird gutgeheissen 4.  Dem Beschwerdeführer werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  5.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtsverbeiständung  wird abgewiesen. 6.  Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 7.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe Versand:

E-729/2007 — Bundesverwaltungsgericht 13.09.2011 E-729/2007 — Swissrulings