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Bundesverwaltungsgericht 09.01.2012 E-6975/2011

9 gennaio 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,449 parole·~7 min·1

Riassunto

Vollzug der Wegweisung | Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom 18. November 2011 / N

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­6975/2011 Urteil   v om   9 .   J a nua r   2012 Besetzung Einzelrichterin Regula Schenker Senn, mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;   Gerichtsschreiber Urs David. Parteien A._______, Algerien, mit diversen Alias­Identitäten, (…),   Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Wegweisung; Verfügung des BFM vom 18. November 2011 / N (…).

E­6975/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer am 31. August 2005 ein erstes Asylgesuch in  der Schweiz stellte und sich dabei als ein  in Libyen  (…) geborener und  aufgewachsener, papierloser algerischer Staatsangehöriger präsentierte,  der von 1996 bis 2000 in Algerien und sonst in Libyen wohnhaft gewesen  sei, dass  das  mit  Verfolgungen  sowohl  in  Algerien  als  auch  in  Libyen  begründete  Asylgesuch  mit  Verfügung  des  BFM  vom  7.  Oktober  2005  unter Anordnung der Wegweisung sowie des Vollzuges abgelehnt wurde, dass  das  BFM  in  der  Begründung  erwog,  die  Verfolgungsvorbringen  würden den Anforderungen gemäss Art. 3 und 7 des Asylgesetzes vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  an  das  Glaubhaftmachen  eines  flüchtlingsrechtlich  beachtlichen  Sachverhalts  nicht  genügen,  die  Wegweisung  stelle  die  Regelfolge  eines  ablehnenden  Asylentscheides  dar  und  es  seien  keine  Gründe  ersichtlich,  die  auf  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  oder  Unmöglichkeit  eines  Wegweisungsvollzuges  nach  Algerien schliessen lassen könnten, dass  eine  gegen  diese  Verfügung  erhobene  Beschwerde  vom  28.  Oktober  2005  mit  Urteil  der  damaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  vom 14. November 2005  im vereinfachten  Verfahren  als  offensichtlich  unbegründet  abgewiesen wurde,  wobei  das  Richtergremium  insbesondere  erkannte,  die  Identität  des  Beschwerdeführers  stehe  nicht  fest  und  es  sei  davon  auszugehen,  er  wolle den Behörden seine Identitätspapiere vorenthalten, dass  der  Beschwerdeführer  am  (…)  2007  nach  Algerien  zurückgeführt  wurde,  zu  welchem  Zweck  das  BFM  vorgängig  auf  dem  Algerischen  Konsulat  in  Genf  ein  auf  den  Beschwerdeführer  lautendes  "Laissez­ Passer" hatte ausstellen lassen, dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge am 20. Mai 2011  erneut  in  die  Schweiz  einreiste  und  am  21.  Mai  2011  ein  zweites  Asylgesuch stellte,  dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  vom  31. Mai  2011  im Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  Vallorbe,  der  gleichentags  durchgeführten  Anhörung  zu  den  Asylgründen  und  der  Ergänzungsanhörung  vom  17.  November 2011 im Wesentlichen Folgendes geltend machte,

E­6975/2011 dass er bei seiner Rückführung nach Algerien im (…) 2007 am Flughafen  in  Algier  festgenommen,  der  Inhaberschaft  der  libyschen  Staatsangehörigkeit  beschuldigt  und nach  zwei Tagen beziehungsweise  einer Woche nach Libyen ausgeschafft worden sei, dass die libyschen Behörden ihn sogleich in Haft genommen und ihn der  Kontaktpflege  mit  der  Muslimbruderschaft  im  Exil  beschuldigt,  nach  seinem  Aufenthalt  in  der  Schweiz  und  seiner  Verwandtschaft  befragt  sowie bedroht und misshandelt hätten, dass  sein  algerischer  Reisepass  und  seine  algerische  Identitätskarte  seither  beziehungsweise  schon  seit  dem  Jahre  1997  im  Besitze  der  libyschen Behörden seien, dass  er  nach  über  zwanzig  Tagen  Haft  und  Unterzeichnung  verschiedener Papiere unbekannten Inhalts entlassen, jedoch fortan vom  Sicherheitsdienst  beschattet  und  in  seiner  Erwerbstätigkeit  beschränkt  worden sei, dass  er  dennoch  im  Jahre  2009  beziehungsweise  2010  in  Libyen  eingebürgert  worden  sei,  wie  er  von  seinen  dort  ansässigen  Familienangehörigen erfahren habe, dass er  im Jahre 2009 mehrere Monate  in  Italien erwerbstätig gewesen  und  in der Folge nach Libyen zurückgekehrt sei, dieses Land aber Mitte  beziehungsweise  Ende  2009  beziehungsweise  im  März  2011  wieder  verlassen habe, um abermals nach Italien zu gelangen beziehungsweise  er  im  Jahre  2009  nach  Tunesien  ausgereist  und  nie mehr  nach  Libyen  zurückgekehrt sei, dass er zwischenzeitlich in Milano gelebt habe und in der Folge illegal in  die Schweiz gelangt sei, dass  er  nicht  nach  Algerien  zurückkehren  wolle,  weil  dieses  Land  ihn  nicht  wolle,  und  eine  Rückkehr  nach  Libyen  solange  nicht  in  Frage  komme, wie das Gaddafi­Regime an der Macht sei,  dass  der  Beschwerdeführer  weder  Beweismittel  noch  Identitätsdokumente beibrachte und einer am 21. Mai 2011 ergangenen  schriftlichen Aufforderung zur Papierbeschaffung innert 48 Stunden – mit  Nachdruck  erneuert  anlässlich  der  Kurzbefragung  und  der  Anhörungen  zu den Asylgründen – nicht nachgekommen ist,

E­6975/2011 dass er  zur Erklärung geltend machte,  keine Dokumente  beschaffen  zu  können, da er keinen  libyschen Reisepass habe, sich seine algerischen  Ausweise  bei  den  libyschen  Behörden  befänden  beziehungsweise  sein  algerischer  Reisepass  zu  Hause  in  Libyen  sei,  er  sich  aber  um  die  Beschaffung  seiner  libyschen  Geburtsurkunde,  seiner  libyschen  Niederlassungsbewilligung  und  seiner  Einbürgerungsdokumente  bemühen werde, dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung  vom 18. November  2011  –  eröffnet  am 28. November  2011  –  ablehnte  und dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete, dass  das  Bundesamt  seinen  ablehnenden  Asylentscheid  damit  begründete,  dass  die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  den  Anforderungen  von  Art.  7  AsylG  an  die  Glaubhaftmachung  eines  asylbegründenden Sachverhalts nicht genügen würden und er mithin die  Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, dass die angeblichen Benachteiligungen durch die algerischen Behörden,  die behauptete Ausschaffung nach Libyen und der  seitherige Aufenthalt  dort  offenkundig  ungereimt  und  insbesondere  mit  zahlreichen  Widersprüchen  versehen  seien,  weshalb  von  einem  Sachverhaltskonstrukt  ausgegangen  werden  müsse  und  sich  eine  Prüfung der Asylrelevanz erübrige, dass die Wegweisung die Regelfolge eines ablehnenden Asylentscheides  darstelle  und  keine  zureichenden  Gründe  ersichtlich  seien,  die  auf  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  oder  Unmöglichkeit  eines  Wegweisungsvollzugs schliessen lassen würden, dass  mangels  Erfüllung  der  Flüchtlingseigenschaft  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG keine Anwendung finde  und keine Anhaltspunkte  für eine dem Beschwerdeführer  in Algerien mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  drohende,  durch  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verbotene  Bestrafung  oder  Behandlung ersichtlich seien, dass ferner weder die politische Situation in Algerien noch andere Gründe  gegen die Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs sprächen, zumal der  Beschwerdeführer  gesund  sei,  in  Algerien  seinen  Militärdienst  geleistet  habe und dort über eine Schwester verfüge,

E­6975/2011 dass es ihm zudem freistehe, von Algerien nach Libyen weiter zu reisen,  zumal  er  selber  in  der  Anhörung  eine  freiwillige  Rückkehr  dorthin  ausdrücklich  in  Aussicht  gestellt  habe,  sobald  das  Gaddafi­Regime  gefallen sei, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  ausserdem  technisch  möglich  und  praktisch durchführbar sei, dass  es  angesichts  des  Erwogenen  irrelevant  erscheine,  ob  der  Beschwerdeführer tatsächlich die libysche Staatsbürgerschaft besitze, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 27. Dezember 2011 gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhoben  hat  und  dabei  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  im  Wegweisungspunkt,  die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  unter  Feststellung  der  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  sowie  in  prozessualer  Hinsicht  die  unentgeltliche  Prozessführung  für  die  Verfahrenskosten  inklusive  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses beantragt, dass  er  sich  in  der  Begründung  hauptsächlich  auf  zwei  nun  vorlegbare  Beweismittel  (in  Kopie)  beruft,  welche  sein  Bruder  zwischenzeitlich  bei  den  libyschen  Behörden  habe  "nachmachen"  lassen  und  die  er  baldmöglichst im Original und mit Übersetzungen nachreichen werde, dass  es  sich  beim  einen Dokument  um  eine  Bestätigung  der  libyschen  Behörden  betreffend  seine  Geburt  in  diesem  Land  und  betreffend  die  libysche Staatsbürgerschaft seiner Familie mütterlicherseits handle,  dass  es  sich  beim anderen Dokument  um eine unwiderrufliche  libysche  Niederlassungsbewilligung handle, dass ein Wegweisungsvollzug nach Algerien unzumutbar erscheine, weil  er  nur  wenige  Jahre  dort  gelebt  habe,  kein  Französisch  spreche  und  keinen  Bezug  zu  diesem  Land  habe,  zumal  er  bei  der  Einbürgerung  in  Libyen wahrscheinlich die algerische Staatsbürgerschaft ohnehin verloren  habe,  andernfalls  er  nicht  von  den  algerischen  Behörden  nach  Libyen  ausgeschafft worden wäre, dass  sich  sein  Lebensmittelpunkt  eindeutig  in  Libyen  befinde,  wo  auch  der Grossteil  seiner  Familie  lebe,  ein Wegweisungsvollzug  dorthin  aber 

E­6975/2011 aufgrund der  "momentan herrschenden Zustände" ebenfalls unzumutbar  sei, dass die  Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 30. Dezember  2011  den  legalen  Aufenthalt  des  Beschwerdeführers  während  des  Beschwerdeverfahrens feststellte,  und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht  vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und  Art. 6 AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 

E­6975/2011 einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art.  111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  in der Sachverhaltsfeststellung der angefochtenen Verfügung  (dort  Ziff.  1  und  Ziff.  2  [1.  Abschnitt])  bei  der  Wiedergabe  der  Verfahrenschronologie  von  Amtes  wegen  gleich  mehrere  Redaktionsversehen festzustellen sind (Datum Urteil ARK, Datum Eintritt  Rechtskraft und Datum zweites Asylgesuch), diese  jedoch weder  in den  zeitlichen  Ausmassen  gravierend  noch  für  den  Verfahrensausgang  erheblich  sind  und  vom  Beschwerdeführer  im  Übrigen  auch  nicht  beanstandet werden, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass diese Erkenntnis vom Beschwerdeführer substanziell nicht bestritten  wird, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen, wenn  der  strikte  Beweis möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl.,  Basel  2009, Rz. 11.148),

E­6975/2011 dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  einzig  den  Wegweisungsvollzug  nach  Algerien,  nicht  aber  nach  Libyen  geprüft  hat  und  diese  Einschränkung  insofern  durchaus  zutreffend  ist,  als  der  Beschwerdeführer  zwar  –  in  offensichtlicher  Verletzung  der  ihm  diesbezüglich  obliegenden  Mitwirkungspflicht  nach  Art.  8  Abs.  1  insb.  Bstn.  a  und  b  AsylG  –  keine  rechtsgenüglichen  Identitätspapiere  mit  schlüssigen  Hinweisen  auf  seine  Staatszugehörigkeit(en)  vorgelegt  hat,  aber  klare  Indizien  für  eine nur  algerische und nicht  auch eine  libysche  Staatsbürgerschaft bestehen, dass  der  Beschwerdeführer  nämlich  den  behaupteten  Erwerb  der  libyschen Staatsbürgerschaft, mit welchem er gleichzeitig den Verlust der  algerischen glaubhaft  zu machen versucht,  nicht nur höchst unplausibel  dargelegt hat  (z.B. Widerspruch betreffend Erwerbsjahr; Kenntnisnahme  vom Erwerb  nur  vom Hörensagen  statt  durch  ein  offizielles Dokument),  sondern  die  aktuelle  Inhaberschaft  einer  libyschen  Niederlassungsbewilligung  klar  gegen  eine  libysche Staatsangehörigkeit  spricht, andernfalls der Niederlassungsausweis keinen Sinn ergäbe, dass  auch  die  nunmehr  als  Beweismittel  vorgelegte  Bestätigung  der  libyschen  Behörden  gemäss  Inhaltsangabe  des  Beschwerdeführers  nur  eine  Staatsbürgerschaftsbestätigung  betreffend  seine  Familie  mütterlicherseits  (Mutter  und  Grosseltern)  beinhaltet,  gerade  aber  nicht  betreffend seine eigene Person, dass  daneben  auch  der  Umstand,  dass  die  algerischen  Behörden  im  Jahre  2007  ein  "Laissez­Passer"  auf  seinen  Namen  ausgestellt  haben,  auf  die  algerische  Staatsbürgerschaft  hindeutet,  zumal  er  selber  unbestrittenermassen Inhaber algerischer Reisepässe (gewesen) sei, dass  die mit  dem  "Laissez­Passer"  verbundene Einreisebewilligung  aus  Sicht  der  algerischen  Behörden  keinen  Sinn  machen  würde,  wenn  für  diese  zum  Vornherein  klar  ist,  der  Aufenthalt  der  Person  im  Land  sei  mangels  algerischer  Staatszugehörigkeit  und  infolge  Bestehens  einer  anderen Staatsbürgerschaft unerwünscht, dass  der  Beschwerdeführer  sich  im  Übrigen  bei  der  Angabe  der  Personendaten  in  seiner  Beschwerde  (dort  S.  1)  selber  als  algerischen  Staatsangehörigen bezeichnet, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 

E­6975/2011 Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105)  und der Praxis  zu Art. 3 EMRK ersichtlich  sind,  die  im  Heimat­ oder Herkunftsstaat droht, dass  auch  diese  Erkenntnis  vom  Beschwerdeführer  substanziell  nicht  bestritten wird, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemeine Lage in Algerien noch individuelle Gründe auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  dorthin  schliessen  lassen, dass  diesbezüglich  auf  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  verwiesen  werden  kann  und  die  dagegen  erhobenen  Einwände  des  Beschwerdeführers  (wenige  Aufenthaltsjahre  in  Algerien;  fehlende  Französischkenntnisse,  geringe  Bezugsnähe  zum  Land)  offensichtlich  unbehelflich  und  jedenfalls  nicht  geeignet  sind,  die  Annahme  einer  existenziellen Notlage hervorzurufen,

E­6975/2011 dass deshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass es dem Beschwerdeführer abgesehen davon nicht nur frei steht, von  Algerien aus die Weiterreise nach Libyen, welchem Land er sich deutlich  näher  verbunden  fühle,  anzutreten,  sondern  es  ihm  in  keiner  Weise  verwehrt  ist, von der Schweiz aus  freiwillig direkt nach Libyen zu  reisen  und  im  Bedarfsfall  das  BFM  oder  die  kantonale  Behörde  um  Unterstützung  bei  der  Reisevorbereitung  (Papierbeschaffung  etc.)  zu  ersuchen, dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Algerien  – im  Übrigen  offenbar  auch  nach  Libyen  –  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen  (Art. 83  Abs. 2  AuG),  und  es  dem  Beschwerdeführer  nach  wie  vor  obliegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  dazu  auch  BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist  und  die  in  Aussicht  gestellten  weiteren  Beweismittel  (Originaldokumente und Übersetzungen) mangels Entscheiderheblichkeit  nicht abzuwarten sind, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.­­  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG), dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ungeachtet der (bisher bloss behaupteten)  Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  abzuweisen  ist,  da  die  Beschwerdebegehren  nach  dem  Gesagten  als  aussichtslos  zu  bezeichnen sind,

E­6975/2011 dass  mit  dem  instruktionslosen  Direktentscheid  in  der  Hauptsache  das  Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses hinfällig  geworden ist. (Dispositiv nächste Seite)

E­6975/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  nach  Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Regula Schenker Senn Urs David Versand:

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