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Bundesverwaltungsgericht 13.12.2011 E-6595/2011

13 dicembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,133 parole·~6 min·6

Riassunto

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 29. November 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­6595/2011 Urteil   v om   1 3 .   D e z embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi, mit Zustimmung von Richter Walter Lang,     Gerichtsschreiber Nicholas Swain. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…), Serbien,   alle vertreten durch Dr. iur. René Bussien, Rechtsanwalt,  (…) Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­ Verfahren);  Verfügung des BFM vom 29. November 2011 / N (…).

E­6595/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,  dass die Beschwerdeführenden am 14. September 2011  in der Schweiz  um Asyl nachsuchten, dass  Fingerabdruckvergleiche  mit  der  Eurodac­Zentraleinheit  ergaben,  dass  sie  am  19.  Oktober  2010  in  Frankreich  Asylgesuche  eingereicht  hatten  und  in  diesem  Zusammenhang  erkennungsdienstlich  erfasst  worden waren, dass  am  20.  September  2011  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  Altstätten  summarische  Befragungen  der  Beschwerdeführenden  (Vater  und Mutter)  stattfanden  und  ihnen  dabei  das  rechtliche Gehör  zu  einer  möglichen Zuständigkeit Frankreichs für das vorliegende Verfahren sowie  zu einer allfälligen Wegweisung dorthin gewährt wurde, dass die Beschwerdeführenden dabei  im Wesentlichen vorbrachten,  ihre  in Frankreich gestellten Asylgesuche  seien abgewiesen worden und  sie  befürchteten,  von  den  französischen  Behörden  in  ihr  Herkunftsland  weggewiesen zu werden, dass  das BFM  am  11. November  2011  an  die  französischen Behörden  ein  Ersuchen  um  Übernahme  der  Beschwerdeführenden  im  Sinne  von  Art. 16 Abs. 1 Bst. e der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  Asylantrags  zuständig  ist,  den  ein  Staatsangehöriger  eines  Drittlandes  in  einem  Mitgliedstaat gestellt hat  (Dublin­II­VO)  richteten und Frankreich sich mit  Schreiben  vom  21.  November  2011  für  das  vorliegende  Verfahren  ausdrücklich zuständig erklärte, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  29.  November  2011  –  eröffnet  am  1. Dezember  2011  –  in  Anwendung  von  Art. Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  auf das Asylgesuch  der  Beschwerdeführenden  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  nach  Frankreich sowie den Vollzug anordnete, dass das Bundesamt die Beschwerdeführenden aufforderte, die Schweiz  spätestens  am Tag  nach Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den  Kanton  Zürich  verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  feststellte, eine allfällige Beschwerde gegen diese Verfügung habe keine 

E­6595/2011 aufschiebende  Wirkung,  und  den  Beschwerdeführenden  die  editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte, dass  es  zur  Begründung  ausführte,  die  Beschwerdeführenden  hätten  nachweislich  am  19.  Oktober  2010  in  Frankreich  um  Asyl  nachgesucht  und die französischen Behörden hätten dem Gesuch um Übernahme der  Beschwerdeführenden  gestützt  auf  Art. 16  Abs.  1  Bst. e  (Dublin­II­VO)  zugestimmt, dass somit Frankreich gestützt auf das Abkommen vom 26. Oktober 2004  zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen  [DAA,  SR  0.142.392.68]),  auf  das  Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung  und Entwicklung des Schengen­Besitzstands und über die Kriterien und  Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags  (Übereinkommen  vom  17.  Dezember  2004,  SR 0.362.32)  und  in  Berücksichtigung  der  Dublin­II­VO  sowie  der  Verordnung  (EG)  Nr.  1560/2003  der  Kommission  vom  2.  September  2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur  Dublin­II­VO  (Dublin­DVO)  für  die  Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei, dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder  Verlängerung  der  Frist  –  bis  spätestens  am  21.  Mai  2012  zu  erfolgen  habe, dass  den  Einwänden  der  Beschwerdeführenden  entgegenzuhalten  sei,  der  Umstand,  dass  ihr  Asylverfahren  in  Frankreich  abgeschlossen  sei,  vermöge an der Zuständigkeit  Frankreich  gemäss Art.  16 Abs.  1 Bst.  e  Dublin­Ii­VO nichts zu ändern, dass keine Hinweise auf eine mögliche Verletzung des Non­Refoulement­ Gebots  oder  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101)  im  Falle  einer  Rückführung  der  Beschwerdeführenden  nach  Frankreich  bestehen und weder die dort herrschende Situation noch andere Gründe 

E­6595/2011 gegen  die  Zumutbarkeit  der  Wegweisung  in  diesen  Staat  sprechen  würden, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe  ihres Rechtsvertreters  vom  6.  Dezember  2011  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhoben  und  dabei  unter  anderem  beantragten,  dieser  sei  aufzuheben  und  ihnen  das  Asyl  zu  gewähren,  beziehungsweise  die  Sache  sei  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen,  verbunden  mit  der  Anweisung  auf  ihr  Asylgesuch  sei  einzutreten, dass eventualiter die Dispositiv­Ziffern 2 und 3 aufzuheben seien und von  einem Vollzug der Wegweisung abzusehen sei, dass  sie  In  formeller  Hinsicht  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  Verbeiständung  gemäss  Art.  65  Abs.  1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  sowie  den  Verzicht  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses beantragten, dass für den Inhalt der Beschwerde auf die Akten verwiesen und − soweit  entscheidwesentlich  −  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  darauf  eingegangen wird, dass die Beschwerdeführenden zum Beleg ihrer Vorbringen eine ärztliche  Bestätigung von Dr. med. F._______, vom 5. Dezember 2011 sowie eine  Fürsorgebestätigung  der  G._______  vom  5.  Dezember  2011  zu  den  Akten reichten,   dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  8.  Dezember  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 

E­6595/2011 vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht  vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  die  Verfügung  als  Anfechtungsgegenstand  in  der  Bundesverwaltungsrechtspflege  den  äusseren Rahmen  bildet,  innerhalb  welchem  die  Parteien  der  Rechtsmittelinstanz  ein  Rechtsverhältnis  zur  Beurteilung unterbreiten können, dass der durch die Parteibegehren definierte Streitgegenstand nicht über  den  Anfechtungsgegenstand  hinaus  reichen  darf,  Gegenstand  des  Beschwerdeverfahrens  somit  grundsätzlich  nur  sein  kann,  was  Gegenstand  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  war  oder  nach  richtiger  Gesetzesauslegung  hätte  sein  sollen  (vgl.  ANDRÉ  MOSER,  in: 

E­6595/2011 Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 3 zu Art. 52; CHRISTOPH  AUER,  Streitgegen­  stand  und  Rügeprinzip  im  Spannungsfeld  der  verwaltungsrechtlichen  Prozessmaximen,  Bern  1997,  S.  63;  ALFRED  KÖLZ/ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 149), dass  die  angefochtene  Verfügung  keine  Regelung  betreffend  Flüchtlingseigenschaft und Gewährung von Asyl enthält, dass mit dem in der Rechtsmitteleingabe gestellten Begehren, es sei den  Beschwerdeführenden  Asyl  zu  gewähren,  der  Streitgegenstand  in  unzulässiger Weise über den in der angefochtenen Verfügung geregelten  Anfechtungsgegenstand  hinaus  erweitert  wird  (vgl.  AUER,  a.a.O.,  S.  63;  BGE 110 V 51 E. 3c), weshalb darauf nicht einzutreten ist, dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  der  vorgängige  Aufenthalt  der  Beschwerdeführenden  in  Frankreichfeststeht  und  die  Beschwerdeführenden  diesen  nicht  bestreiten, dass  das  BFM  die  französischen  Behörden  am  11.  November  2011  gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. e Dublin­II­VO um Wiederaufnahme der 

E­6595/2011 Beschwerdeführenden  ersuchte  und  diese  dem  Ersuchen  am  21.  November 2011 zustimmten,  dass  die Vorinstanz  deshalb  zu Recht  feststellte,  gemäss  der Dublin­II­ Verordnung  sei  die  Zuständigkeit  für  das  Asylverfahren  der  Beschwerdeführenden auf dieses Land übergegangen, dass sie somit ohne Weiteres  in einen Drittstaat  (vorliegend Frankreich)  ausreisen  können,  welcher  für  die  Prüfung  des  Asylantrages  staatsvertraglich zuständig ist, dass  die  Ausführungen  in  der  Beschwerdeeingabe  nicht  geeignet  sind,  die Erwägungen der Vorinstanz in Frage zu stellen, dass,  auch  wenn  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  in  Frankreich  rechtskräftig  abgewiesen  worden  sein  sollten,  dieses  Land  gemäss Art. 16 Abs. 2 Bst. e Dublin­II­VO weiterhin für ihr Asylverfahren  bis zu einem allfälligen Wegweisungsvollzug zuständig ist (Art. 16 Abs. 4  Dublin­II­VO  sowie  CHRISTIAN  FILZWIESER/ANDREA  SPRUNG,  Dublin­II­ Verordnung, 3. überarb. Aufl., Wien/Graz 2010, K25 zu Art. 16 Abs. 4), dass  Frankreich  unter  anderem  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30),  der  EMRK  und  des  Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  oder  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist, dass keine konkreten Hinweise dafür bestehen, wonach Frankreich sich  nicht  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen  Normen der EMRK, halten würde,  dass  die  nicht  weiter  substanziierte  Rüge  der  Beschwerdeführenden,  Frankreich  habe  kein  Asylverfahren  nach  "international  verbindlichen  Standards"  durchgeführt,  keine  andere  Einschätzung  zu  rechtfertigen  vermag, dass aufgrund der Aktenlage  insbesondere nicht davon auszugehen  ist,  Frankreich  werde  die  Beschwerdeführenden  in  Verletzung  der  vorgenannten  völkerrechtlichen  Abkommen  in  ihr  Heimatland  zurückschaffen,

E­6595/2011 dass  im Weiteren keine  individuellen Erschwernisse ersichtlich  sind, die  einer  Überstellung  der  Beschwerdeführenden  nach  Frankreich  entgegenstehen könnten, dass  bezüglich  der  vorgebrachten  und  mittels  Arztzeugnis  belegten  Schwangerschaft  der  Beschwerdeführerin  festzustellen  ist,  dass  eine  adäquate medizinische Behandlung allfälliger gesundheitlicher Probleme  in Frankreich gewährleistet ist, dass  bei  der  Ansetzung  des  Überstellungstermins  der  voraussichtliche  Geburtstermin und die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin  sowie  allenfalls  ihres  neugeborenen  Kindes  gebührend  zu  berücksichtigen sind, dass  darüber  hinaus  im  Rahmen  der  Rückführungsmodalitäten  die  französischen  Behörden  über  den  aktuellen  Gesundheitszustand  der  Beschwerdeführerin im Voraus zu informieren sind, um einen adäquaten  Empfang  der  Beschwerdeführerin  und  ihrer  Familie  sicherzustellen,  so  dass die notwendige medizinische Betreuung bereits mit dem Übertritt  in  das französische Asylverfahren gewährleistet ist, dass  insgesamt  keine  schwerwiegenden  humanitären Gründe  im  Sinne  von  Art.  29a  Abs.  3  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR  142.311)  zu  erkennen  sind,  die  einer  Überstellung der Beschwerdeführenden nach Frankreich entgegenstehen  und  aus  diesem  Grunde  einen  Selbsteintritt  als  angezeigt  erscheinen  lassen würden, dass  im Übrigen eine allfällige Gefährdung der Beschwerdeführenden  in  ihrem Heimatstaat nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist und  daher auf die diesbezüglichen Ausführungen  in der Beschwerdeeingabe  nicht einzugehen ist, dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. d AsylG  zu Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführenden nicht eingetreten  ist, dass sich die Frage nach der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in  Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht unter dem Aspekt von  Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]) stellt, sondern vor  der  Prüfung  des  Nichteintretens  im  Rahmen  der  Ausübung  des 

E­6595/2011 Selbsteintrittsrechts  (Art.  3  Dublin­II­VO)  oder  gegebenenfalls  –  wenn  sich Familienmitglieder  in verschiedenen Dublin­Mitgliedstaaten befinden  und  zusammengeführt  werden  sollen  –  bei  der  Ausübung  der  sogenannten Humanitären Klausel (Art. 15 Dublin­II­VO), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  die  Beschwerdeführenden  nicht  darzutun  vermögen,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist  (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,  dass mit dem Entscheid  in der Hauptsache ohne vorgängige  Instruktion  die Gesuche um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  hinfällig  werden, dass  die  mit  der  Beschwerde  gestellten  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  der  Verbeiständung  gemäss  Art.  65  Abs.  1  und  2  VwVG  unbesehen  der  vorgebrachten  und  belegten  Bedürftigkeit  abzuweisen  sind,  da  die  Begehren  –  wie  sich  aus  den  vorstehenden  Erwägungen  ergibt  –  als  aussichtslos  zu  bezeichnen  waren,  dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,                      SR  173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art.  63  Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­6595/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Die Gesuche  um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  und  der  Verbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen. 3.   Die Verfahrenskosten von Fr. 600.–   werden den Beschwerdeführenden  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden, das  BFM und die zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Kurt Gysi Nicholas Swain Versand:

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