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Bundesverwaltungsgericht 19.10.2011 E-5644/2011

19 ottobre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,421 parole·~7 min·2

Riassunto

Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung) | Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung); Verfügung des BFM vom 4. Oktober 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­5644/2011 Urteil   v om   1 9 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Einzelrichter Bruno Huber, mit Zustimmung von Richter Robert Galliker; Gerichtsschreiber Peter Jaggi. Parteien A._______, geboren (…), Iran,  alias B._______, geboren (…), Niederlande, vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, zba Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung); Verfügung des BFM vom 4. Oktober 2011 / N (…).

E­5644/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der Beschwerdeführer  den  Iran  eigenen Angaben  zufolge  am  (…)  verliess  und  über  den  Flughafen  von  (…)  am  20. September  oder  am  21. September 2011 mit einem  ihm nicht  zustehenden Reisepass  in die  Schweiz gelangte, dass  er  am  22.  September  2011  bei  der  Grenzpolizei  am  Flughafen  Zürich  um  Asyl  nachsuchte,  nachdem  er  am  21.  September  2011  anlässlich  seiner  versuchten  Ausreise  nach  (…)  wegen  des  Verdachts  der missbräuchlichen Verwendung von Identitätsdokumenten angehalten  worden war, dass  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  mit  gleichentags  eröffneter  Zwischenverfügung vom 22. September 2011 die Einreise in die Schweiz  vorläufig verweigerte und  ihm  für die Dauer von maximal 60 Tagen den  Transitbereich des Flughafens Zürich als Aufenthaltsort zuwies, dass  der  Beschwerdeführer  bei  der  summarischen  Befragung  vom  24. September  2011  und  der  Anhörung  vom  30.  September  2011  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  vorbrachte,  er  sei  iranischer  Staatsangehöriger  und  er  habe  zusammen  mit  seinen  Eltern  in  (…)  gelebt, dass  er  als  erfolgreicher  Sportreiter  regelmässig  an  (…)  teilgenommen  und sich in Sportvereinen engagiert habe, dass  ihm die  staatliche Stiftung  (…)  respektive  (…)  im Jahre  (…) einen  (...) verpachtet habe, dass ab Anfang 2011 auf Vermittlung eines Freundes Amtsdirektoren des  regimekritischen  Stadtpräsidenten  von  (…)  in  seinen  (...)  gekommen  seien,  woraufhin  der  Sicherheitsverantwortliche  des  (...)  ihn  im  (…)  vorgeladen  und  über  seine  Beziehungen  zu  den  besagten  Personen  befragt habe, dass  der  Direktor  der  Stiftung  ihn  am  Folgetag  aufgefordert  habe,  den  Pachtvertrag für den (...) aufzulösen, dass er danach in seiner Arbeit behindert worden sei und deshalb Anfang  (…) 2011 eine andere Halle für seinen (...) gemietet habe,

E­5644/2011 dass  die  Amtsdirektoren  nach  der  (…)  2011  erfolgten  Entlassung  des  Stadtpräsidenten  von  (…)  im  Gefolge  von  Demonstrationen  einer  paramilitärischen Miliz nicht mehr im (...) erschienen seien, dass  ihn  der  Sicherheitsdienst  im  (…)  2011  erneut  telefonisch  vorgeladen,  über  seine  Beziehungen  zu  den  Amtsdirektoren  einvernommen und zur Zusammenarbeit aufgefordert habe, dass  ihm  anlässlich  des  rund  (…)  Stunden  dauernden  Verhörs  vorgeworfen  worden  sei,  von  den  Amtsdirektoren  Geld  für  eine  Werbekampagne  im (...) erhalten und dafür eine Gegenleistung erbracht  zu haben, dass er mit der Auflage entlassen worden sei, Stillschweigen über diese  Treffen zu bewahren und sich zur Verfügung zu halten, dass  er  am  Abend  des  (…)  2011  seine  Heimatstadt  nach  dem  Erhalt  einer  dritten  Vorladung  aus  Angst  vor  behördlichen  Nachstellungen  verlassen  und  sich  vorerst  bei  einem  Freund  in  (…)  versteckt  gehalten  habe, bevor er schliesslich auf dem Landweg in die Türkei ausgereist sei, dass er später erfahren habe, die Sicherheitsbeamten hätten ihn am (…)  2011  im  (...)  sowie  bei  seinen Eltern  gesucht  und  seinen Vater  für  (…)  inhaftiert, dass für den Inhalt der weiteren Aussagen auf die Akten und, soweit  für  den Entscheid wesentlich, auf die nachfolgenden Erwägungen verwiesen  wird, dass sich aus den Akten ergibt, dass es sich beim vom Beschwerdeführer  für  die  beabsichtigte  Weiterreise  nach  (…)  verwendeten  Dokument  (eingezogene  niederländischen  Identitätskarte)  um  eine  Totalfälschung  handelt, dass der Beschwerdeführer  im erstinstanzlichen Verfahren Kopien einer  Identitätskarte  und  einer  Geburtsurkunde  sowie  zur  Stützung  seiner  gesuchsbegründenden Vorbringen verschiedene Papiere  (…) und Fotos  einer Demonstration der  (…) vor dem Stadthaus  von  (…) zu den Akten  reichte, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  4.  Oktober  2011  –  eröffnet  am  6.  Oktober  2011  –  feststellte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 

E­5644/2011 Flüchtlingseigenschaft  nicht,  sein  Asylgesuch  vom  22.  September  2011  ablehnte  und  die Wegweisung  aus  dem  Transitbereich  des  Flughafens  Zürich sowie den Vollzug anordnete, dass  die  Vorinstanz  zur  Begründung  anführte,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers seien unglaubhaft, weshalb deren Asylrelevanz nicht  geprüft werden müsse und das Asylgesuch abzulehnen sei, dass  insbesondere  seine Schilderungen  zu  den Nachstellungen  seitens  des Sicherheitsdienstes äusserst vage, knapp und wenig nachvollziehbar  ausgefallen seien, dass er nicht gewusst habe, ob die Amtsdirektoren nach dem Weggang  des Stadtpräsidenten ihre Posten auch hätten räumen müssen, ob diese  in der Folge Probleme mit den Behörden gehabt hätten und aus welchem  Grund sie nicht mehr im (…) erschienen seien, dass  vor  dem  Hintergrund  der  geltend  gemachten  eigenen  Probleme  erstaune,  dass  der  Beschwerdeführer  nichts  unternommen  habe,  um  etwas  über  das  Schicksal  des  Stadtpräsidenten  und  dessen  Amtsdirektoren in Erfahrung zu bringen, dass  sich  zudem  aus  den  vom  Beschwerdeführer  beschriebenen  Gesprächen  anlässlich  der  Vorladungen  nicht  ergebe,  weshalb  ihn  die  Sicherheitsbeamten  hätten  verdächtigen  sollen,  mit  den  Amtsdirektoren  zusammenzuarbeiten,  und  dieser  auf  entsprechenden Vorhalt  hin  keine  nachvollziehbare Erklärung gegeben,  sondern  lediglich ausgesagt habe,  die  Behörden  hätten  vielleicht  gedacht,  dass  diese  in  seinem  (...)  Sitzungen abhielten, dass  dieser  Erklärungsversuch  nicht  plausibel  sei,  zumal  es  nicht  ungewöhnlich  sei,  dass  städtische  Beamte  miteinander  reden  und  kooperieren würden, dass  der  Beschwerdeführer  ferner  weder  in  der  Lage  gewesen  sei  anzugeben,  von  welcher  Behörde  die  Sicherheitsbeamten,  die  ihn  vorgeladen  hätten,  stammten,  noch  welche  Art  von  Zusammenarbeit  diese von ihm als Leiter des (...) verlangt hätten, dass  erstaune,  dass  ihn  die  Sicherheitsbeamten  angeblich  drei  Mal  telefonisch  vorgeladen  hätten,  zumal  das  Bundesamt  davon  ausgehe,  dass  Personen,  welche  von  der  Staatssicherheit  als  Staatsrisiko 

E­5644/2011 eingestuft  würden,  zu  Hause  aufgesucht  und  nicht  lediglich  mündlich  vorgeladen würden, dass  der  Beschwerdeführer  überdies  nicht  in  der  Lage  gewesen  sei,  genaue Angaben zur Razzia im Elternhaus zu machen beziehungsweise  zu berichten, wie es zur Festnahme seines Vaters gekommen sei, obwohl  zu erwarten gewesen wäre, dass er sich über diese für ihn bedeutenden  Vorkommnisse genauestens informiert hätte, dass zusammenfassend  festzustellen sei, dass sämtliche Aussagen des  Beschwerdeführers zu seinen angeblichen Problemen mit den Behörden  oberflächlich und stereotyp seien, sodass der Eindruck entstehe, er habe  diese Ereignisse nicht wirklich erlebt, dass  die  zu  den Akten  gereichten Beweismittel  an  dieser  Einschätzung  nichts zu ändern vermöchten, zumal es sich um Dokumente handle, die  keinen  ersichtlichen  Zusammenhang  mit  den  geltend  gemachten  behördlichen  Nachstellungen  hätten,  womit  diesen  kein  Beweiswert  zukomme, dass  die  Folge  der  Ablehnung  eines  Asylgesuches  in  der  Regel  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  deren  Vollzug  vorliegend  zulässig,  zumutbar und möglich sei, dass  der  Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  mit  Rechtsmitteleingabe  vom 12. Oktober  2011  in materieller Hinsicht  unter  Aufhebung der angefochtenen Verfügung die Gewährung von Asyl oder  jedenfalls  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft,  eventualiter  unter  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  die  Feststellung  der  Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs beantragt, dass  er  in  prozessualer Hinsicht  unter  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  beantragt, dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit  für den Entscheid  wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird, dass die per Telefax übermittelten vorinstanzlichen Akten am 12. Oktober  2011 beim Bundesverwaltungsgericht eingingen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

E­5644/2011 und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31]  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, SR 173.110]), dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und  Art. 6 AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften­ wechsel verzichtet wurde, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1  AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 

E­5644/2011 Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft  gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält, dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte  oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  nach  Prüfung  der  Akten  in  Übereinstimmung mit dem BFM zur Ansicht gelangt, dass die Vorbringen  des Beschwerdeführers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit  in der  Tat nicht zu genügen vermögen, dass  insbesondere  die  vom  Beschwerdeführer  geschilderte  Vorgehensweise  der  iranischen  Sicherheitsbeamten  (telefonische  Vorladungen)  realitätsfremd  erscheint  und  in  keiner  Weise  nachvollziehbar  ist,  aus welchem Grund  ihn  diese  nach  der  Entlassung  des Stadtpräsidenten überhaupt hätten vorladen sollen, dass es dem Beschwerdeführer weder gelungen ist, auf eine plausible Art  zu  erklären,  weshalb  er  von  den  Sicherheitsbeamten  in  seiner  Eigenschaft  als  (…)  der  Kollaboration  mit  ihm  kaum  bekannten  Amtsdirektoren  verdächtigt  worden  sein  soll,  noch  welche  Art  von  Zusammenarbeit die Sicherheitsbeamten von ihm verlangt haben, dass  sein  Erklärungsversuch  bei  der  Anhörung,  die  Beamten  seien  zu  einem  Zeitpunkt  zu  ihm  in  den  (...)  gekommen,  als  die  (…)  versucht  hätten, den Stadtpräsidenten aus dem Amt zu jagen, vielleicht hätten die  Sicherheitsbeamten  Indizien  gesucht,  um  gegen  dessen  Anhänger  vorzugehen, oder sie hätten vermutet, dass diese bei ihm ihre Sitzungen  abhalten würden (vgl. Akten BFM A11/13 S. 8 Frage 53), in keiner Weise  zu überzeugen  vermag,  zumal  bei  einer  solchen Ausgangslage die  erst 

E­5644/2011 einige Zeit  nach der Amtsenthebung erfolgten Vorladungen keinen Sinn  mehr machen würden, dass  der  Beschwerdeführer  des  Weiteren  nicht  imstande  gewesen  ist,  detaillierte  Angaben  zur  angeblichen  Razzia  bei  seinen  Eltern  und  zur  anschliessenden Festnahme seines Vaters zu machen, obwohl er bei der  Anhörung auf  entsprechende Frage antwortete,  er  habe  seither Kontakt  mit seiner Mutter gehabt (vgl. A11/13 S. 11 Frage 82), dass  seine  Aussagen  zu  den  fluchtauslösenden  Ereignissen  äusserst  vage  und  unsubstanziiert  ausgefallen  sind  und  nicht  den  Eindruck  entstehen lassen, er habe diese tatsächlich selber erlebt, dass  sich  die  Ausführungen  in  der  Beschwerde  lediglich  in  unvollständiger  und  nicht  stichhaltiger  Weise  mit  der  im  Ergebnis  zutreffenden Argumentation des Bundesamtes auseinandersetzen, dass  sich  keine  Anhaltspunkte  dafür  ergeben,  das  BFM  habe  bei  der  Glaubhaftigkeitsprüfung  keine  Gesamtwürdigung  der  Aussagen  vorgenommen und es unterlassen, diese gegeneinander abzuwägen, dass  die  zu  den  Akten  gereichten  Dokumente  nicht  geeignet  sind,  die  fluchtauslösenden Ereignisse zu belegen, dass  angesichts  der Antwort  des Beschwerdeführers  bei  der Anhörung,  er  habe  sich  nicht  erkundigt,  weshalb  die  Amtsdirektoren  nicht mehr  in  seinen  (...)  gekommen  seien  (vgl.  A11/13  S.  5  Frage  22),  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu  Recht  ausgeführt  wurde,  es  erstaune  angesichts  der  geltend  gemachten  eigenen  Probleme,  dass  der  Beschwerdeführer  nichts  unternommen  habe,  um  etwas  über  das  Schicksal dieser Personen in Erfahrung zu bringen, dass  der  Beschwerdeführer  den  angeblichen  Verdacht  der  Sicherheitsbeamten,  die  Amtsdirektoren  hätten  ihm  eine  Werbekampagne im (...) finanziert und dafür eine Gegenleistung erhalten,  in Berücksichtigung seiner Aussage bei der Anhörung, er habe für diese  Kampagne  nichts  bezahlen müssen, weil  die  zuständige Person  für  die  Ausstrahlung der Werbung ein Freund von ihm gewesen sei (vgl. A11/13  S. 7 Frage 48), ohne weiteres hätte entkräften können,

E­5644/2011 dass  es  sich  aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  erübrigt,  auf  die  weiteren  Vorbringen  in  der  Beschwerde  einzugehen,  zumal  diese  nicht  geeignet sind, an dieser Beurteilung etwas zu ändern, dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt  hat, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung aus dem Transitbereich des Flughafens Zürich im Einklang  mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt  zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der  vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen, wenn  der  strikte  Beweis möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  UEBERSAX/RUDIN/HUGI YAR/GEISER [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel  2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 

E­5644/2011 Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten  (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die im Heimatstaat droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  angesichts  der  heutigen  Lage  im  Iran  nicht  von  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt  oder  von  kriegerischen  oder  bürgerkriegsähnlichen  Verhältnissen  gesprochen  werden  kann,  welche  für  den  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  eine  konkrete  Gefährdung  darstellen würde, dass sich in den Akten auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür finden,  der  Beschwerdeführer  geriete  bei  einer  Rückkehr  aus  individuellen  Gründen in eine existenzbedrohende Situation, zumal er jung und gesund  ist und in seinem Heimatstaat über ein soziales Beziehungsnetz verfügt, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515),

E­5644/2011 dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  mit  vorliegendem  Entscheid  in  der  Hauptsache  ohne  vorgängige  Instruktion  der  Antrag  auf  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses gegenstandslos wird, dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als  aussichtslos  erweist,  weshalb  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  (Art. 65 Abs. 1 VwVG)  abzuweisen  ist  und  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.–  (Art. 16  Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1­3 des Reglements vom 21. Februar 2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­5644/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Der  Antrag  auf  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM,  die  Flughafenpolizei Zürich und (…). Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Bruno Huber Peter Jaggi Versand:

E-5644/2011 — Bundesverwaltungsgericht 19.10.2011 E-5644/2011 — Swissrulings