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Bundesverwaltungsgericht 07.09.2011 D-920/2011

7 settembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,155 parole·~16 min·1

Riassunto

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 5. Januar 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­920/2011 Urteil   v om   7 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Fulvio Haefeli, Richter Hans Schürch, Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren X._______, Irak, vertreten durch René Hurni, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 5. Januar  2011 / N_______.

D­920/2011 Sachverhalt: A.  A.a.  Der  gemäss  eigenen  Angaben  aus  B._______  stammende  Beschwerdeführer,  ein  irakischer  Staatsangehöriger  kurdischer  Volkszugehörigkeit,  der  zusammen  mit  seinen  Familienangehörigen  bis  im  Jahre  Y._______  in  C._______  in  der  Provinz  Dohuk  im  Nordirak  lebte,  verliess  seinen  Heimatstaat  am  15. Mai  2010  auf  dem  Landweg  und  gelangte  über  D._______,  E._______  und  F._______  am  30.  Juni  2010  illegal  in  die  Schweiz,  wo  er  am  8. Juli  2010  im  G._______  ein  Asylgesuch einreichte. A.b. Nach der Kurzbefragung  im G._______ vom 14. Juli 2010 und der  direkten  Anhörung  beim  BFM  vom  2.  August  2010  wurde  der  Beschwerdeführer  mit  Entscheid  vom  3.  August  2010  für  den  weiteren  Aufenthalt  während  des  Asylverfahrens  dem  Kanton  H._______  zugewiesen. A.c. Zu seinen Fluchtgründen führte der Beschwerdeführer anlässlich der  Befragungen  im  Wesentlichen  an,  sie  hätten  zunächst  in  C._______  gelebt,  seien  dann  aber  wegen  Problemen,  die  sie  dort  bekommen  hätten,  im Jahre Y._______ nach B._______ übersiedelt.  In den Jahren  (...) bis (...) habe er die Schule besucht, so ein Jahr in C._______ und ein  weiteres Jahr  in  ihrem Wohnquartier  in B._______. Danach habe er die  Schule abgebrochen und sei zu Hause geblieben. Als Jugendlicher sei er  als fliegender Händler tätig gewesen und habe Lebensmittel verkauft. Die  letzten  zweieinhalb  Jahre  vor  der  Ausreise  habe  er  auf  dem  Bau  gearbeitet. In B._______ sei die Lage sehr unangenehm gewesen und er  sei  dort  bedroht  worden.  Sein  im  Jahre  (...)  in  die  Schweiz  geflohener  Bruder  habe  bei  den  J._______  als  K._______  gearbeitet  und  sei  deswegen  bedroht  worden.  Jetzt  sei  auch  er  wegen  dieser  Tätigkeit  bedroht worden. Im Sommer des Jahres (...) seien sie ein erstes Mal von  Unbekannten  respektive  terroristischen  Arabern  bedroht  worden,  indem  diese  ein  Drohpapier  in  den Hof  des Hauses  geworfen  hätten.  Danach  habe  sein  Bruder  die  Flucht  ergriffen.  Ihm  persönlich  sei  in  der  Folge  nichts geschehen,  jedoch sei sein Vater durch Schüsse verletzt worden.  Am  (...)  sei  erneut  ein  Drohpapier  in  den  Hof  ihres  Hauses  geworfen  worden,  gemäss  welchem  sie  den  Aufenthaltsort  seines  Bruders  L._______  hätten  mitteilen  sollen.  Ferner  habe  man  darin  mit  der  Entführung  seiner  Person  gedroht,  falls  den  Forderungen  nicht  nachgekommen  werde.  In  der  Folge  habe  er  sich  nach  M._______ 

D­920/2011 (Provinz Dohuk) begeben, wo er sich während zehn bis  fünfzehn Tagen  bei Verwandten aufgehalten habe. Anschliessend sei er nach C._______  weitergereist, wo er während eines Monats bei einem Freund geblieben  und  danach  ausgereist  sei.  Auf  die weiteren Ausführungen wird,  soweit  wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. B.  Mit Verfügung vom 5. Januar 2011 – eröffnet am 6. Januar 2011 – stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht, wies sein Asylgesuch ab und ordnete seine Wegweisung aus der  Schweiz sowie den Vollzug an. Die Vorinstanz führte zur Begründung an,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  hielten  den  Anforderungen  von  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht  stand,  so  dass  ihre  Asylrelevanz  nicht  geprüft  werden müsse,  und erachtete einen Wegweisungsvollzug als  zumutbar,  zulässig und technisch möglich sowie praktisch durchführbar. C.  Mit  Eingabe  vom  7. Februar  2011  erhob  der  Beschwerdeführer  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  und  beantragte, es sei die angefochtene Verfügung des BFM aufzuheben und  die Sache sei – unter Beizug der Akten im Asylverfahren N_______ – zur  Feststellung  des  vollständigen  und  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  zur  Neubeurteilung  an  das  BFM  zurückzuweisen,  eventualiter  sei  die  angefochtene  Verfügung  des  BFM  aufzuheben  und  es  sei  die  Flüchtlingseigenschaft festzustellen sowie Asyl zu gewähren, eventualiter  sei  die  angefochtene  Verfügung  des  BFM  aufzuheben  und  die  Unzulässigkeit  sowie  die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen,  und  ersuchte  in  formeller Hinsicht  um die Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  sowie  um  unentgeltliche  Verbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG. Auf die Begründung  und  die  eingereichten  Beweismittel  wird,  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. D.  Mit  Zwischenverfügung  des  Instruktionsrichters  vom  21. Februar  2011  wurde  dem  Beschwerdeführer  mitgeteilt,  dass  er  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten  könne  und  über  die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne  von  Art.  65 

D­920/2011 Abs. 1 VwVG sowie um Beizug der Akten im Asylverfahren N_______ zu  einem  späteren  Zeitpunkt  befunden  werde.  Das  Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtsverbeiständung  wurde  abgewiesen  und  es  wurde  aufgrund  der  Aktenlage  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  verzichtet. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1  BGG  liegt  in  casu  nicht  vor. Das Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  demnach endgültig. 1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung. Er  ist  daher  zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  (Art.  108 AsylG sowie Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1  und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 1.4. Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden  in der  Regel  in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen  (vgl. Art. 21  Abs. 1 VGG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf  die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

D­920/2011 2.  2.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich  die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den  frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 2.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG). 3.  3.1.  Zur  Begründung  des  ablehnenden  Asylentscheides  führte  die  Vorinstanz  im  Wesentlichen  an,  eine  Analyse  der  Aussagen,  die  der  Beschwerdeführer  zu  seiner  Herkunft  und  zu  seinen  Asylgründen  gemacht  habe,  werfe  zunächst  Fragen  zu  dessen  Herkunftsort  auf.  Er  spreche kaum Arabisch und vermöge zu seinem Wohnort entweder keine  oder  nur  oberflächliche Angaben  zu machen. Auch  seien die Aussagen  zur  Schulbildung  unklar  geblieben;  so  habe  unter  der  Regierung  von  Saddam  Hussein  im  ehemaligen  irakischen  Zentralstaat  die  allgemeine  Schulpflicht geherrscht, weshalb der Beschwerdeführer nicht einfach der  Schule  hätte  fernbleiben  können.  Es  sei  daher  zweifelhaft,  ob  er  tatsächlich mehr als (...) Jahre in B._______ gelebt habe. Ferner habe er  auch die eigentlichen Gründe für seine Ausreise, nämlich die Drohungen  durch unbekannte Araber, nur rudimentär geschildert. Er bringe zwar vor,  wegen  der  Arbeit  seines  Bruders  als  K._______  bei  den  J._______  bedroht worden  zu  sein,  schildere  diese Arbeit  –  obschon  diese  für  die  Verfolgung  durch  die  Araber  zentral  gewesen  wäre  –  aber  nicht.  Die  Briefe  und  die  darin  stehenden  konkreten  Drohungen  beschreibe  der  Beschwerdeführer  nur  ungenügend.  Falls  er  tatsächlich  in  B._______  gelebt  hätte  und  dort  von  Terroristen  bedroht  worden  wäre,  hätten  der 

D­920/2011 Aufenthalt  in  der  Stadt  und  die  Erlebnisse  im  Zusammenhang  mit  den  Drohungen  bei  ihm  bleibende  tiefe  Eindrücke  hinterlassen.  Er  wäre  zwingend  in  der  Lage,  die  Stadt  konkret  und  detailliert  zu  beschreiben.  Auch  die  Drohungen  und  seine  damit  verbundenen  Gefühle  und  Handlungen müsste er persönlicher und konkreter schildern können. Da  er  dazu  nicht  in  der  Lage  sei, müsse  angenommen werden,  dass  er  in  Wirklichkeit gar nie von Terroristen in B._______ bedroht worden sei. 3.2.  3.2.1.  Demgegenüber  rügt  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  zunächst  in  formeller  Hinsicht  die  Verletzung  des  rechtlichen Gehörs,  da  bereits  zu  Beginn  der  Befragung  im G._______  sprachliche Probleme bestanden hätten. Die Fragen seien, nachdem der  Übersetzer vom Arabischen auf Badini gewechselt habe, nicht auf Badini,  sondern entgegen der Anmerkung im Protokoll des G._______ auf Sorani  übersetzt worden. Diese Sprache sei  ihm jedoch nicht geläufig, weshalb  er letztlich diverse ihm gestellte Fragen nicht verstanden habe. Auch bei  der direkten Anhörung hätten sich sprachliche Schwierigkeiten ergeben;  er  habe  zwar  den Worten  des Übersetzers  besser  folgen  können,  aber  noch  immer  Mühe  mit  den  Übersetzungen  bekundet.  Da  er  die  ihm  gestellten  Fragen  anlässlich  der  beiden  Befragungen  nicht  vollständig  und korrekt verstanden habe, sei  ihm das Recht verwehrt worden, seine  Asylgründe  detailliert  darzulegen,  worin  mithin  eine  Verletzung  des  rechtlichen Gehörs zu sehen sei. Der Umstand, dass er jeweils angeführt  habe,  den  Dolmetscher  gut  verstanden  zu  haben,  vermöge  an  dieser  Betrachtungsweise  nichts  zu  ändern.  Denn  er  habe  sich  unter  Druck  gesetzt  gefühlt  und  weder  einen  schlechten  Eindruck  bei  den  Anwesenden  hinterlassen  noch  ein  aufmüpfiges  Verhalten,  das  sich  negativ  auf  seinen  Asylentscheid  hätte  auswirken  können,  an  den  Tag  legen wollen. Auch liege eine unrichtige oder unvollständige Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes,  mithin  eine  Verletzung  des  Untersuchungsgrundsatzes  vor,  da  es  ihm  bis  zur  vorinstanzlichen  Anhörung  nicht  möglich  gewesen  sei,  Beweismittel  zu  beschaffen.  Die  nun  vorliegenden  Dokumente  würden  zeigen,  dass  die  Sachverhaltsabklärungen  des  BFM,  auf  welchen  die  angefochtene  Verfügung  basiere,  unrichtig  und  unvollständig  seien.  Daher  seien  die  rechtlichen Schlussfolgerungen in der genannten Verfügung offensichtlich  fehlerhaft.  Es  seien  deshalb  von  Amtes  wegen  zusätzliche  Sachverhaltsabklärungen  zum  Nachweis  seiner  Identität  und  zu  den  Ausführungen zu seinem Heimatort vorzunehmen.

D­920/2011 3.2.2.  In materieller Hinsicht  führte der Beschwerdeführer an, der  in der  Zwischenzeit beschaffte und eingereichte Identitätsausweis belege, dass  das bereits bei der Erstbefragung angegebene Geburtsdatum mit  jenem  auf dem  Identitätsausweis übereinstimme und auch der  von  ihm  jeweils  genannte Name und Vorname seines Vaters identisch mit demjenigen auf  dem Identitätsausweis seien. Es sei augenfällig, dass das BFM nur für ihn  negative  Aspekte  aus  dem Anhörungsprotokoll  im  Entscheid  verwendet  und  jene  ausgeblendet  habe,  die  zeigten,  dass  er wohl  Auskünfte  über  B._______  zu  geben  imstande  sei.  So  werde  im  angefochtenen  Entscheid  beispielsweise  nicht  erwähnt,  dass  er  bei  der  Erstbefragung  den Namen des Stadtpräsidenten von B._______ habe nennen können.  Weiter  seien die  rudimentären Antworten  teils auf sprachliche Probleme  und teils auf seine geringe Schulbildung zurückzuführen. Die Zweifel der  Vorinstanz  im  Zusammenhang  mit  dem  Schulbesuch  seien  nicht  nachvollziehbar. Gerade im Norden des Landes dürfte die Durchsetzung  einer solchen Schulpflicht keine prioritäre Aufgabe dargestellt haben. Es  sei  angesichts  der  eingereichten  Dokumente  (Nennung  Dokumente)  plausibel,  dass  er  in  den  Jahren  Y._______  bis  (...)  zusammen  mit  seinem  Vater  und  weiteren  Geschwistern  in  B._______  gelebt  habe.  Ferner  treffe  es  zu,  dass  er  über  den  Inhalt  der  Drohbriefe  eher  allgemeine  Angaben  gegeben  habe.  Jedoch  habe  er  deren  Inhalt  nicht  selber gelesen,  sondern habe sich auf  die Schilderungen  seines Vaters  verlassen müssen. Überdies zeigten weitere Beweismittel seinen Bruder  betreffend  (Nennung  Beweismittel),  dass  dieser  vor  seiner  Flucht  aus  dem Irak im Jahre (...) tatsächlich für die J._______ beziehungsweise (...)  Unternehmen  gearbeitet  haben  dürfte.  Da  er  nach  seinem  Bruder  mutmasslich  der  zweitgeborene  Sohn  sei,  erstaune  es  nicht,  dass  sich  die Drohungen nach der Flucht seines Bruders auf  ihn fokussiert hätten.  Die Ernsthaftigkeit dieser Drohungen zeige die Verletzung seines Vaters,  die  möglicherweise  durch  einen  Schuss  entstanden  sein  könnte.  Die  Verletzung  sei  im  Jahre  (...)  ärztlich  untersucht  und  schriftlich  festgehalten worden, wie die diesbezüglich eingereichten Belege zeigten.  Aufgrund  der  Schussabgabe  sei  für  ihn  klar  gewesen,  dass  die  Täter  nicht vor seiner Tötung zurückschrecken würden, weshalb er nach Erhalt  des zweiten Drohbriefs rasch geflüchtet sei. Er sei nach seiner Flucht  in  die  Schweiz  unter  starker  Anspannung  gestanden,  was  sich  entsprechend  auf  sein  Aussageverhalten  ausgewirkt  habe.  Zudem  sei  dieses nicht durch eine Fachperson untersucht worden, weshalb es sich  letztlich  einzig  um  subjektive Wahrnehmungen  der  befragenden Person  des BFM handle, die in die Erwägungen eingeflossen seien.

D­920/2011 3.3.  3.3.1.  Der  Beschwerdeführer  rügt  zunächst  in  formeller  Hinsicht  eine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs,  da  er  die  Fragen  anlässlich  der  beiden  Befragungen  nicht  vollständig  und  korrekt  verstanden  habe.  Dadurch sei ihm das Recht verwehrt worden, seine Asylgründe detailliert  darzulegen.  Dieser  Einwand  ist  jedoch  als  nicht  stichhaltig  zu  qualifizieren. So ist vorweg festzustellen, dass die vom BFM eingesetzten  Übersetzer  hinsichtlich  ihrer  sprachlichen  Fähigkeit  und  charakterlichen  Eignung  von  der  Vorinstanz  sorgfältig  geprüft  werden  und  das  volle  Vertrauen der Behörden geniessen. Dass es in casu zu Ungereimtheiten  in  der  Sachverhaltsaufnahme  beziehungsweise  in  der  Übersetzung  der  Asylvorbringen gekommen sein könnte,  ist  zu verneinen. So konnte der  Beschwerdeführer  zu  Beginn  der  durchgeführten  Befragungen  seine  Asylgründe jeweils  in freier Erzählform vorbringen, welche danach durch  gezielte Nachfragen näher  erläutert  und  vertieft wurden. Angesichts  der  Tatsache,  dass  die  Übersetzer  angehalten  sind,  ihre  Arbeit  objektiv  zu  verrichten,  und  es  ihnen  insbesondere  verwehrt  ist,  Aussagen  zusammenzufassen,  zu  interpretieren  oder  in  eigener  Regie  Fragen  zu  stellen,  und  auch  den  jeweiligen  Protokollen  keine  Hinweise  zu  entnehmen sind, dass Aussagen lediglich umschrieben worden sind oder  dass  sprachliche Schwierigkeiten während der Befragungen aufgetreten  wären,  die  an  der  Verwertbarkeit  der  Protokolle  ernsthafte  Zweifel  aufkommen lassen könnten,  ist der Einwand des Beschwerdeführers als  unbehelflich  zu  erachten.  Zudem  bestätigte  er  auf  mehrfaches  Nachfragen, dass er den Übersetzer gut verstanden habe, und bestätigte  nach  Rückübersetzung  in  einer  ihm  verständlichen  Sprache  die  Korrektheit und Wahrheit seiner Ausführungen. Auch wenn er am Schluss  der Erstbefragung auf Nachfrage zunächst angab, er habe während der  Befragung  nicht  alles,  sondern  nur  einzelne  Wörter  verstanden,  wird  dieser Einwand durch den darauf folgenden Hinweis der Sachbearbeiterin  des  BFM,  wonach  er  fliessend  Antwort  gegeben  und  nie  nachgefragt  habe  (vgl.  act.  A1/16,  S.  12  unten),  relativiert.  Eine  Durchsicht  des  Protokolls  ergibt,  dass  die  Fragen  und  Antworten  chronologisch  und  kohärent  aufgeführt  wurden  und  keinerlei  sprachliche  Schwierigkeiten  oder  diesbezügliche  Einwände  des  Beschwerdeführers  während  dieser  Befragung  angegeben  sind.  Die  Bestätigung  des  Beschwerdeführers  anlässlich  der  direkten  Anhörung,  gemäss  welcher  er  die  Angaben  der  ersten Befragung bestätige (vgl. act. A11/11, S. 2), lässt seinen Einwand  als  unbeachtlich  erscheinen.  Zudem  hatte  der  bei  der  kantonalen  Anhörung  anwesende  Hilfswerkvertreter  keine  Bemerkungen  betreffend  die  Übersetzung  und  die  Protokollierung.  Der  Einwand  des 

D­920/2011 Beschwerdeführers,  wonach  er  sich  bei  den  Befragungen  unter  Druck  gesetzt  gefühlt  habe  und  weder  einen  schlechten  Eindruck  bei  den  Anwesenden habe hinterlassen noch ein aufmüpfiges Verhalten, das sich  negativ  auf  seinen  Asylentscheid  hätte  auswirken  können,  an  den  Tag  legen wollen, weshalb er letztlich jeweils bestätigt habe, den Dolmetscher  respektive  die  Fragen  gut  verstanden  zu  haben,  ist  unter  diesen  Umständen  als  blosse  Schutzbehauptung  zu  werten.  Die  Rüge  der  Verletzung des rechtlichen Gehörs vermag daher nicht zu überzeugen. 3.3.2.  Weiter  rügt  der  Beschwerdeführer  eine  Verletzung  des  Untersuchungsgrundsatzes, da es ihm bis zur vorinstanzlichen Befragung  nicht möglich gewesen sei, Beweismittel zu beschaffen. Die nun mit der  Rechtsmitteleingabe nachgereichten Dokumente würden zeigen, dass die  Sachverhaltsabklärungen  des  BFM,  auf  welchen  die  angefochtene  Verfügung  basiere,  unrichtig  und  unvollständig  seien.  Daher  seien  die  rechtlichen Schlussfolgerungen in der genannten Verfügung offensichtlich  fehlerhaft.  Diesbezüglich  ist  folgendes  zu  bemerken:  Der  Untersuchungsgrundsatz  gehört  zu  den  allgemeinen  Grundsätzen  des  Asylverfahrens (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach hat die  Behörde  von  Amtes  wegen  für  die  richtige  und  vollständige  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  zu  sorgen.  Sie  muss  die  für  das  Verfahren  notwendigen  Sachverhaltsunterlagen  beschaffen  und  die  rechtlich relevanten Umstände abklären sowie ordnungsgemäss darüber  Beweis  führen  (beispielsweise  durch  die  Einholung  eines  Gutachtens).  Dieser  Grundsatz  gilt  indessen  nicht  uneingeschränkt,  er  findet  sein  Korrelat  in der Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden (vgl. Art. 13 VwVG  und  Art.  8  Abs.  1  AsylG).  Vorliegend  ist  die  Vorinstanz  aufgrund  der  Parteiauskünfte  anlässlich  der  Befragungen  im  EVZ  sowie  beim  BFM  (vgl.  Art.  12 Bst.  b  VwVG)  offensichtlich  davon  ausgegangen,  dass  der  rechtserhebliche Sachverhalt als erstellt gelten könne und keine weiteren  Beweismassnahmen zu ergreifen seien. So gilt ein Sachverhalt erst dann  als  unvollständig  festgestellt,  wenn  in  der Begründung  des Entscheides  ein  rechtswesentlicher  Sachumstand  übergangen  beziehungsweise  überhaupt  nicht  beachtet  wird  (vgl.  FRITZ  GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2.  Aufl.,  Bern  1983,  S.  286).  Diese  Voraussetzungen sind  jedoch vorliegend nicht erfüllt, weshalb von einer  Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes  im Rahmen einer unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  nicht ausgegangen werden kann. Jedenfalls stellt eine andere rechtliche  Würdigung  des  Sachverhaltes  noch  keine  Verletzung  des  Untersuchungsgrundsatzes dar.  In diesem Zusammenhang  ist  ferner  zu 

D­920/2011 beachten,  dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Erstbefragung  auf  die  Frage  zu  Möglichkeiten  der  Beschaffung  von  gültigen  Identitätspapieren  angab,  weder  etwas  zu  deren  Beschaffung  unternommen zu haben noch  irgendwelche  Identitätspapiere beschaffen  zu können (vgl. act. A1/16, S. 9). Ferner führte er zu Beginn der direkten  Anhörung auf Nachfrage, ob er noch Dokumente oder Beweismittel habe,  die er nachreichen wolle, aus, er habe gar nichts (vgl. act. A11/11, S. 2).  Am  Schluss  der  erwähnten  Anhörung  beim  BFM  bestätigte  der  Beschwerdeführer durch seine Unterschrift, dass er alle seine Asylgründe  habe  vortragen  können  und  er  seinem  Asylgesuch  nichts  mehr  beizufügen habe respektive alles habe sagen können, was für ihn wichtig  sei.  Die  Nachfrage  des  Beamten,  ob  er  dem  bisher  Gesagten  etwas  beizufügen  habe,  verneinte  er,  und  auf  den Hinweis,  dass  nun  aus  der  Sicht  des  BFM  alle  Fakten  gesammelt  seien,  die  für  die  Beurteilung  seines  Asylgesuches  wesentlich  seien,  brachte  er  keine  Einwände  vor  (vgl.  act.  A11/11,  S.  9).  Zudem  hätte  der  Beschwerdeführer  nach  der  direkten  Anhörung  vom  2. August  2010  bis  zum  Erlass  des  negativen  Asylentscheides am 5. Januar 2011 noch über  fünf Monate Zeit gehabt,  allfällige  Beweismittel  –  seine  Identität  oder  die  Gesuchsgründe  betreffend – dem BFM gemäss Art. 8 Abs. 1 Bst. d AsylG unaufgefordert  nachzureichen.  Er  liess  diese  Frist  jedoch  ungenutzt  verstreichen.  Bei  dieser  Sachlage  besteht  kein  Anlass,  die  vorinstanzliche  Verfügung  aufzuheben  und  die  Sache  zur  Feststellung  des  vollständigen  und  rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  zur  Neubeurteilung  an  das  BFM  zurückzuweisen, weshalb die diesbezüglichen Anträge abzuweisen sind. 3.4.  3.4.1.  In materieller Hinsicht kommt das Bundesverwaltungsgericht nach  Würdigung der Akten zum Schluss, dass die Erwägungen der Vorinstanz  zur  fehlenden  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zutreffen  und  die  Ausführungen  in  der  Beschwerdeschrift  sowie  die mit  dieser  eingereichten Beweismittel  nicht  geeignet  sind,  die Einschätzung  des BFM in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. 3.4.2.  Zunächst  bringt  der  Beschwerdeführer  vor,  der  zwischenzeitlich  beigebrachte  und  nachgereichte  Identitätsausweis  belege,  dass  das  bereits  bei  der Erstbefragung angegebene Geburtsdatum mit  jenem auf  dem  Identitätsausweis  übereinstimme  und  auch  der  von  ihm  jeweils  genannte Name und Vorname seines Vaters identisch mit demjenigen auf  dem  Identitätsausweis  seien.  Diesbezüglich  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  der  eingereichte  Identitätsausweis  lediglich  als  Farbkopie  vorliegt 

D­920/2011 und somit grundsätzlich keine verlässlichen Angaben zu dessen Echtheit  möglich  sind.  Alleine  der  Hinweis,  dass  die  vom  Beschwerdeführer  erwähnten  Daten  (Geburtsdatum;  Name  und  Vorname  Vater)  auf  dem  fraglichen  Identitätsausweis  identisch  zu  seinen  in  der  Erstbefragung  erwähnten Angaben aufgeführt seien, vermag dessen Echtheit noch nicht  zu  bestätigen.  In  diesem  Zusammenhang  erstaunt  denn  auch,  dass  gemäss  den  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  in  den  beiden  Befragungen  nie  von  der  Existenz  eines  solchen  Identitätsdokumentes  die  Rede  war.  Vielmehr  hielt  er  im  Rahmen  der  Erstbefragung  vom  14. Juli  2010  auf  explizite  Frage  nach  dem  Vorhandensein  sonstiger  Ausweise – nebst Pass und Identitätskarte – ausdrücklich fest, es würden  keine existieren (vgl. act. A1/16, S. 8 unten), obwohl das nun eingereichte  Dokument am (...) ausgestellt worden sein soll, zu einem Zeitpunkt also,  in  welchem  sich  der  Beschwerdeführer  noch  in  seiner  Heimat  aufhielt.  Weiter rügt der Beschwerdeführer, es sei augenfällig, dass das BFM nur  für  ihn  negative  Aspekte  aus  dem  Anhörungsprotokoll  im  Entscheid  verwendet  und  jene  ausgeblendet  habe,  die  zeigten,  dass  er  wohl  Auskünfte  über  B._______  zu  geben  imstande  sei.  So  werde  im  angefochtenen  Entscheid  beispielsweise  nicht  erwähnt,  dass  er  bei  der  Erstbefragung  den  Namen  des  Stadtpräsidenten  von  B._______  habe  nennen  können.  Dem  ist  jedoch  zu  entgegnen,  dass  der  Beschwerdeführer  zu  B._______  in  der  Tat  nur  rudimentäre  Angaben  anzugeben vermochte, was auch in Berücksichtigung seines angeführten  tiefen  Bildungsstandes  Zweifel  an  einem  über  (...)  Jahre  dauernden  Aufenthalt  in  der  erwähnten  Stadt  aufkommen  lässt,  zumal  er  in  den  letzten  fünf  bis  sechs  Jahren  verschiedene  Tätigkeiten  ausgeführt  und  dabei  unter  anderem als Händler  in  der Stadt  unterwegs  gewesen  sein  will  (vgl.  act.  A1/16,  S.  3).  Ausserdem  ist  der  vom  Beschwerdeführer  angegebene  Name  des  Bürgermeisters  von  B._______  –  des  Jahres  2010  –  gemäss  öffentlich  zugänglichen Quellen  unzutreffend. Soweit  er  seine rudimentären Antworten teils auf sprachliche Probleme und teils auf  seine  geringe  Schulbildung  zurückführt,  ist  betreffend  den  Einwand  der  sprachlichen Probleme auf die Ausführungen in Ziffer 3.3.1 zu verweisen  und  bezüglich  des  Hinweises  auf  die  geringe  Schulbildung  entgegenzuhalten,  dass  ein  Asylbewerber  grundsätzlich  nur  eigene  Erlebnisse  zu  schildern  hat  und  nicht  komplizierte  theoretische  oder  abstrakte Erörterungen anzustellen braucht. Da  lediglich selber Erlebtes  wiederzugeben  ist,  darf  auch  bei  geringer  Schulbildung  und  wenig  ausgeprägten  intellektuellen  Fähigkeiten  erwartet  werden,  dass  der  Sachverhalt  in  den  wesentlichen  Zügen  detailliert  und  mit  Realkennzeichen  versehen  (so  insbesondere  Detailreichtum  der 

D­920/2011 Schilderung,  freies  assoziatives  Erzählen,  Interaktionsschilderung  sowie  inhaltliche Besonderheiten) wiedergegeben werden kann. Oberflächliche  und  wenig  detaillierte  Ausführungen  deuten  darauf  hin,  dass  versucht  wird, einen asylbegründenden Sachverhalt zu konstruieren, der indessen  nicht auf eigenen Erlebnissen beruhen kann. Die fraglichen Ausführungen  des Beschwerdeführers  sind denn auch von einer Einfachheit,  die auch  von  einer  Person,  die  sich  noch  nie  in  B._______  aufhielt,  problemlos  nacherzählt  werden  könnten.  Insofern  der  Beschwerdeführer  auf  den  eingereichten  Wohnausweis  (aus  dem  Jahre  [...])  und  die  Lebensmittelkarte  (aus  dem Jahre  [...])  seines Vaters  hinweist,  die  dem  Beleg  seines  (...)  Wohnsitzes  in  B._______  dienen  sollen,  ist  festzuhalten,  dass  die  Vorinstanz  im  angefochtenen  Entscheid  nicht  bestritt,  dass er  jemals  in B._______ gelebt  habe,  sondern  lediglich die  angeführte  Zeitdauer  seines  Aufenthalts  in  dieser  Stadt  bezweifelte.  Weiter vermag der Einwand des Beschwerdeführers  im Zusammenhang  mit  dem  Schulbesuch  nicht  zu  überzeugen,  zumal  seine  Geschwister  seinen  Angaben  zufolge  alle  die  Primarschule  bis  zur  sechsten  Klasse  besucht  haben  sollen, weshalb  es  umso mehr  erstaunt,  dass  einerseits  nur  er  die  Schule  überhaupt  hätte  abbrechen  wollen  (einen  plausiblen  Grund vermochte der Beschwerdeführer denn auch auf Nachfrage nicht  zu nennen, vgl. act. A1/16, S. 2 f.) und überdies diesen Entscheid als (...)  Knabe gegen seine Eltern hätte durchsetzen können. Ferner bringt er vor,  es treffe zwar zu, dass er über den Inhalt der Drohbriefe eher allgemeine  Angaben  gemacht  habe.  Jedoch  habe  er  deren  Inhalt  nicht  selber  gelesen,  sondern  habe  sich  auf  die  Schilderungen  seines  Vaters  verlassen  müssen.  Dieser  Einwand  ist  jedoch  nicht  geeignet,  seine  diesbezüglich dürftigen Kenntnisse nachvollziehbar erscheinen zu lassen.  So  brachte  er  im Rahmen  der  direkten Anhörung  selber  nicht  vor,  sein  Vater habe ihm nur einen Teil des Inhalts der Drohbriefe vorgelesen (vgl.  act. A11/11, S. 6 oben). Zudem wäre es angesichts der im Brief vom (...)  enthaltenen  Drohung  für  den  Beschwerdeführer  lebenswichtig  gewesen  zu wissen, wann und wo seine Familie der Forderung der Unbekannten  hätte  nachkommen  sollen,  nicht  zuletzt  auch,  um  entsprechende  Vorsichtsmassnahmen  für seine Person  treffen zu können. Da er selber  keine Ahnung über diese Modalitäten gehabt haben will (vgl. act. A11/11,  S.  6),  sind  seine  entsprechenden  Angaben  als  logisch  nicht  nachvollziehbar und demnach als unglaubhaft zu qualifizieren. Jedenfalls  vermögen  die  in  diesem  Zusammenhang  eingereichten  Beweismittel  seinen Bruder betreffend (Nennung Beweismittel), wonach dieser vor der  Flucht aus dem Irak im Jahre (...) für die J._______ beziehungsweise (...)  Unternehmen gearbeitet haben dürfte, an obiger Einschätzung nichts zu 

D­920/2011 ändern.  Die  erwähnten  und  in  Kopie  eingereichten  Beweismittel  –  die  entsprechenden  Ausfertigungen  befinden  sich  in  den  beigezogenen  Asylakten des Bruders des Beschwerdeführers (N_______) – lassen den  Nachweis einer Tätigkeit  für die J._______ oder  (...) Unternehmen nicht  zu.  So  ist  die  Bestätigung  als  K._______,  datierend  vom  (...)  auf  einen  N._______  ausgestellt,  wobei  der  Vorname  O._______  von  Hand  durchgestrichen  und  durch  den  Namen  P._______  ersetzt  wurde.  Im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  wird  nicht  plausibel  dargelegt,  inwiefern  es  sich  beim  erwähnten  P._______  um  den  Bruder  des  Beschwerdeführers  handeln  soll.  Weiter  kann  auch  dem  Beleg  der  Handelsfirma  keinerlei  Beweiskraft  beigemessen  werden,  zumal  sich  dieses Dokument  im Wesentlichen  als  Visitenkarte  darstellt  und  ausser  dem  Namen  des  Geschäftsführers  keine  weiteren  Namen,  so  insbesondere auch nicht derjenige des Bruders des Beschwerdeführers,  aufgeführt sind. Weiter  führt der Beschwerdeführer  in seiner Rechtsmitteleingabe an, die  Ernsthaftigkeit  der  angeführten  Drohungen  zeige  die  Verletzung  seines  Vaters, die möglicherweise durch einen Schuss entstanden sein könnte.  Die  Verletzung  sei  im  Jahre  (...)  ärztlich  untersucht  und  schriftlich  festgehalten worden, wie die diesbezüglich eingereichten Belege zeigten.  Aufgrund  der  Schussabgabe  sei  für  ihn  klar  gewesen,  dass  die  Täter  nicht vor seiner Tötung zurückschrecken würden, weshalb er nach Erhalt  des zweiten Drohbriefs rasch geflüchtet sei. Diese Einschätzung vermag  jedoch nicht zu überzeugen. Zwar ist den diesbezüglichen Beweismitteln  zu entnehmen, dass der Vater des Beschwerdeführers sowohl im (...) als  auch im (...) ärztlich untersucht worden sei und man dabei oberhalb des  linken Brustteils  eine  (mögliche) Schussverletzung  festgestellt  habe,  die  vollständig geheilt sei. Aus den medizinischen Unterlagen wird ersichtlich,  dass es sich dabei um eine einzelne Schussverletzung gehandelt habe.  Demgegenüber  brachte  der  Beschwerdeführer  aber  anlässlich  der  direkten  Anhörung  vor,  sein  Vater  sei  im  Jahre  (...)  durch  drei  Kugeln  verletzt worden (vgl. act. A11/11, S. 8). Die oben genannten Beweismittel  vermögen  daher  nicht  dem  Nachweis  zu  dienen,  dass  der  Vater  des  Beschwerdeführers  wegen  seines  angeblich  für  die  J._______  tätigen  Sohnes  angegriffen  worden  sei.  Zudem  scheint  der  Beschwerdeführer  seine Bedrohungslage offensichtlich nicht derart dramatisch eingeschätzt  zu haben, wie dies auf Beschwerdeebene geltend gemacht wird. So sah  er sich nach Erhalt des ersten Drohbriefes und dem vorgebrachten Angriff  auf  seinen  Vater  im  Jahre  (...)  offenbar  nicht  veranlasst,  irgendwelche  Vorsichtsmassnahmen für seine Person zu treffen. Auch nach Erhalt der 

D­920/2011 zweiten Drohung am  (...)  sah  sich der Beschwerdeführer  nicht  genötigt,  umgehend  die  Flucht  zu  ergreifen,  sondern  reiste  einige  Zeit  später  zunächst nach M._______, wo er sich rund zwei Wochen bei Verwandten  aufhielt,  und  danach  nach  C._______,  wo  er  einen  Monat  bei  einem  Freund  geblieben  sei.  Danach  habe  er  sich  noch  kurze  Zeit  in  eine  Ortschaft  vor  Dohuk  begeben  und  sei  danach  ausgereist  (vgl.  act.  A11/11,  S. 6  f.).  Insgesamt  lassen  daher  die  Ausführungen  und  das  Verhalten  des  Beschwerdeführers  im  Anschluss  an  die  angeblich  erhaltenen  Drohbriefe  nicht  den  Schluss  zu,  dass  die  angeführte  Bedrohung als glaubhaft erachtet werden müsste und er  tatsächlich der  vorgebrachten Gefährdung ausgesetzt gewesen sein könnte. 3.5. Bei dieser Sachlage und  in Würdigung der gesamten Umstände  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Voraussetzungen  zur  Zu­ erkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllt.  Die  Vorinstanz  hat  daher  das  Asylbegehren  zu Recht  abgelehnt,  weshalb  es  sich  erübrigt,  auf die Vorbringen  in der Beschwerdeschrift und die Beweismittel weiter  einzugehen, da sie an obiger Einschätzung nichts zu ändern vermögen. 4.  4.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 4.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44  Abs.  1  AsylG;  vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  733,  BVGE  2008/34  E.  9.2  S. 510,  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 5.  5.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Auländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR  142.20]). 5.2. 

D­920/2011 5.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  in  einen  Drittstaat  entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art.  5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli  1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des  Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum Schutze  der Menschenrechte  und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 5.2.2. Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf  hin,  dass  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  nur  Personen  schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5  AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt  von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer  Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­ Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft machen,  dass  ihm  im Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. 

D­920/2011 Februar  2008,  Beschwerde Nr.  37201/06,  §§  124  bis  127, mit  weiteren  Hinweisen).  Vorliegend  ist  auch  aufgrund  der  angeführten  Drohungen  durch unbekannte Terroristen eine mögliche Verletzung von Art. 3 EMRK  und damit ein zu beurteilendes Vollzugshindernis auszuschliessen, da die  entsprechenden Vorbringen nicht glaubhaft sind. Es  ist  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen,  eine  konkrete  Gefahr  im  Sinne  der  oben  erwähnten  Bestimmungen  glaubhaft  zu  machen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Nordirak lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig  erscheinen  (vgl.  UK Home Office,  Country  of  Origin  Information  Report  vom 16. September 2009 über die Kurdistan Regional Government Area  of Iraq, Ziffern 11 bis 21; zur Sicherheitslage im Nordirak vgl. auch BVGE  2008/4 E. 6 S. 40 ff.). 5.2.3. Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der Wegweisung  sowohl  im  Sinne der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 5.3.  5.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art.  83 Abs.  7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März  2002, BBl 2002 3818). 5.3.2. Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  sich  in  den  publizierten Urtei­ len BVGE 2008/4 und BVGE 2008/5 ausführlich mit der Sicherheitslage  im  Nordirak  auseinandergesetzt.  Im  zweitgenannten  Urteil  befasste  es  sich  insbesondere  mit  der  Frage  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  die  drei  kurdischen  Provinzen  des  Nordiraks  (Dohuk,  Erbil,  Sulaymaniya).  Es  kam  zum  Schluss,  dass  in  den  kurdischen  Nordprovinzen  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrsche  und die dortige politische Situation nicht dermassen angespannt sei, als  dass  eine  Rückführung  dorthin  als  generell  unzumutbar  betrachtet  werden müsste. Die Anordnung des Wegweisungsvollzugs setze  jedoch  voraus, dass die betreffende Person ursprünglich aus der Region stammt  oder eine längere Zeit dort gelebt hat und über ein soziales Netz (Familie,  Verwandtschaft  oder  Bekanntenkreis)  oder  über  Beziehungen  zu  den 

D­920/2011 herrschenden  Parteien  verfügt.  Andernfalls  dürfte  eine  soziale  und  wirtschaftliche Integration in die kurdische Gesellschaft nicht gelingen, da  der  Erhalt  einer  Arbeitsstelle  oder  von  Wohnraum  weitgehend  von  gesellschaftlichen  und  politischen  Beziehungen  abhänge.  Zusammenfassend  sei  die  Anordnung  des  Wegweisungsvollzugs  für  alleinstehende,  gesunde  und  junge  kurdische  Männer,  die  ursprünglich  aus der Region  stammen und dort  nach wie  vor über ein  soziales Netz  oder  Parteibeziehungen  verfügen,  in  der  Regel  zumutbar.  Für  alleinstehende Frauen und für Familien mit Kindern, sowie für Kranke und  Betagte  sei  bei  der  Feststellung  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  grosse  Zurückhaltung  angebracht  (vgl.  BVGE  2008/5 E. 7.5.8 S. 72). 5.3.3.  Den  Akten  zufolge  stammt  der  Beschwerdeführer  zwar  aus  B._______ und somit nicht aus einer der oben erwähnten nordirakischen  Provinzen.  Er  lebte  jedoch  zusammen  mit  seinen  Familienangehörigen  eigenen Angaben  zufolge  die  ersten  (...)  Lebensjahre  respektive  bis  im  Jahre  Y._______  in  C._______  in  der  Provinz  Dohuk,  wo  er  auch  die  Schule begann. Zudem lebt die Mutter des Beschwerdeführers nach wie  vor in C._______ und er hielt sich vor seiner Ausreise überdies während  insgesamt zwei Monaten unbehelligt bei (anderen)  in der Provinz Dohuk  wohnhaften Verwandten sowie bei einem Freund  in C._______ auf  (vgl.  act.  A1/16,  S.  6;  A11/11,  S.  6  f.).  Es  kann  daher  vorliegend  davon  ausgegangen werden, dass sich der junge Beschwerdeführer angesichts  der  vorbestehenden  Kontakte  in  der  Provinz  Dohuk,  dort  wohnhafter  Verwandter  und Freunde,  der Kenntnisse der  dortigen Verhältnisse und  Lebensumstände sowie aufgrund seiner Berufserfahrungen aus eigenen  Kräften  eine  (erneute)  Existenzgrundlage  wird  erarbeiten  können,  ohne  die  damit  allenfalls  verbundenen  Schwierigkeiten  verkennen  zu  wollen.  Überdies dürften Hilfeleistungen von lokal tätigen Hilfsorganisationen die  Wiedereingliederung  in  zusätzlicher Weise  unterstützen. Demnach  sind,  entgegen  der  anderslautenden  Ansicht  in  der  Beschwerdeschrift,  auch  keine  Gründe  ersichtlich,  welche  gegen  die  Zumutbarkeit  eines  Wegweisungsvollzugs sprechen könnten. 5.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG),  weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist  (Art. 83 Abs. 2 AuG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.).

D­920/2011 5.5.  Insgesamt  ist  der  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung  zu  bestätigen.  Die  Vorinstanz  hat  diesen  zu  Recht  als  zulässig,  zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung der  vorläufigen Aufnahme ausser Betracht  (Art.  83 Abs.  1­4  AuG). 6.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 7.  7.1. Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf  Antrag  hin  von  der  Bezahlung  der  Verfahrenskosten  befreit,  sofern  ihr  Begehren  nicht  aussichtslos  erscheint  (Art.  65  Abs.  1  VwVG).  Dabei  verfügt  eine  Person  dann  nicht  über  die  erforderlichen Mittel,  wenn  sie  ohne  Beeinträchtigung  des  notwendigen  Lebensunterhaltes  die  Prozesskosten  nicht  zu  bestreiten  vermag.  Eine  Beschwerde  gilt  ferner  dann als aussichtslos, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich geringer  sind als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet  werden können (vgl. BGE 125 II 265 E. 4b S. 275). Aus  der  Tatsache,  dass  sich  ex  post  zeigt,  dass  der Beschwerdeführer  keine  prozessualen  Erfolgschancen  hatte,  ergibt  sich  zwar  noch  nicht  zwingend, dass die Beschwerde aussichtslos war. Dennoch müssen vor­ liegend  die  Gewinnaussichten  des  Beschwerdeführers  als  von  allem  Anfang an beträchtlich geringer eingestuft werden als die Verlustgefahren  und  können  gar  als  kaum  ernsthaft  bezeichnet  werden.  Dies  bedeutet  nach  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung,  dass  der  Streitfall  als  aussichtslos  zu  bezeichnen  ist.  Deshalb  ist  das  gestellte  Gesuch  um  Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  VwVG abzuweisen. 7.2.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG)  und  auf  insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2  und  3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).

D­920/2011 (Dispositiv nächste Seite)

D­920/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand:

D-920/2011 — Bundesverwaltungsgericht 07.09.2011 D-920/2011 — Swissrulings