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Bundesverwaltungsgericht 02.12.2011 D-6488/2011

2 dicembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·540 parole·~3 min·1

Riassunto

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 22. November 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­6488/2011/sps Urteil   v om   2 .   D e z embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Bendicht Tellenbach, mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer; Gerichtsschreiber Daniel Merkli. Parteien A._______ geboren am (…)  alias B._______ geboren am (…)  alias C.________ geboren am (…)  Marokko, (…) Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 22. November 2011 / N_______

D­6488/2011 Das Bundesverwaltungsgericht, in Anwendung des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32), des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht  (BGG,  SR 173.110), des Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über  die Ausländerinnen  und Ausländern (AuG, SR 142.20), des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR173.320.2), stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  am  11.  Mai  2011  unter  der  Identität  A._______,  ohne Einreichung  von  Identitätsdokumenten  in  der Schweiz  ein Asylgesuch stellte,  dass  im  D._______  am  19. Mai  2011  die  Erstbefragung  und  am  26.  Oktober 2011 die Anhörung gemäss Art. 29 Abs. 1 AsylG stattfand, dass  die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer  aufgrund  dessen  Angabe,  am  25.  Dezember  1993  geboren  zu  sein,  unter  Berücksichtigung  von  Art. 17 Abs. 2 AsylG eine Vertrauensperson beiordnete, dass Abklärungen ergaben, dass der Beschwerdeführer in Spanien unter  den Identitäten B._______ und C.________ erkennungsdienstlich erfasst  worden war, 

D­6488/2011 dass  er  im Rahmen  des  rechtlichen Gehörs  angab,  die  in  der  Schweiz  angegebene Identität sei seine wahre Identität (vgl. BFM­Protokoll A26 S.  3), dass der Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuches angab,  er  habe Marokko  verlassen, weil  es  dort  keine Arbeit  gebe  und man  in  Armut leben müsse,  dass das BFM mit – am 23. November 2011 eröffnetem – Entscheid vom  22.  November  2011  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  abwies,  dessen Wegweisung anordnete und den Vollzug als  zulässig,  zumutbar  und möglich erachtete, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 30. November 2011 gegen  diesen  Entscheid  Beschwerde  erhob,  wobei  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  unter  anderem  –  unter  Verzicht  auf  das  Erheben  eines  Kostenvorschusses  –  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG ersuchte, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art.  5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art.  105 AsylG i.V.m. Art. 31­33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  dass  der  Beschwerdeführer  im  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art.  108 Abs.  1 AsylG  sowie Art.  6 AsylG  i.V.m. Art.  52  VwVG),  dass  die  Voraussetzungen  für  ein  während  noch  laufender  Beschwerdefrist  ergehendes  Urteil  vorliegen,  da  die  Beschwerdeschrift  als  abschliessend  zu  verstehen  und  der  Sachverhalt  vollständig 

D­6488/2011 festgestellt  ist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 13), dass mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten  Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), dass  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist,  wobei  auf  die  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung verwiesen werden kann, dass jede Äusserung, mit der eine Person zu erkennen gibt, dass sie um  Schutz vor Verfolgung nachsucht, als Asylgesuch gilt (Art. 18 AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  sein  Asylgesuch  lediglich  mit  den  wirtschaftlichen  Schwierigkeiten  in  seinem  Heimatstaat  begründete,  weshalb  die  Voraussetzungen  für  einen  Nichteintretensentscheid  in  Anwendung  von  Art.  32  Abs.  1  VwVG  grundsätzlich  gegeben  gewesen  wären, dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  indessen  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  eintrat  und  dieses  zutreffend  mit  Hinweis auf die fehlende Asylrelevanz der Vorbringen abwies, dass  an  dieser  Einschätzung  die  erstmals  in  der  Beschwerde  geltend  gemachten familiären Schwierigkeiten nichts zu ändern vermögen,  dass  das  Bundesamt  somit  zu  Recht  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers abgelehnt hat, dass,  befindet  sich  der  Asylsuchende  nicht  im  Besitz  einer  fremdenpolizeilichen  Aufenthaltsbewilligung,  die  Anordnung  einer  Wegweisung  die  gesetzliche  Regelfolge  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG), dass der Beschwerdeführer über keine derartige Bewilligung verfügt und  auch keinen Anspruch auf eine solche geltend machen kann, weshalb die 

D­6488/2011 von  der  Vorinstanz  ausgesprochene  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  zu  bestätigen  ist  (vgl.  EMARK  2001 Nr. 21), dass  das  Bundesamt,  ist  der  Vollzug  nicht möglich,  nicht  zulässig  oder  nicht  zumutbar,  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt (Art.  44 Abs. 2 AsylG), dass  der  Wegweisungsvollzug  des  –  ausgehend  von  dessen  Altersangaben  –  nach  Ablauf  der  Ausreisefrist  volljährigen  und  im  Weiteren  gesunden  Beschwerdeführers  mit  Beziehungsnetz  im  Heimatstaat  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich  im  Sinne  von  Art.  83  AuG zu erachten  ist, weshalb die Anordnung der  vorläufigen Aufnahme  ausser Betracht fällt, dass die angefochtene Verfügung, da diese weder Bundesrecht  verletzt  noch  unangemessen  ist  und  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  von  der  Vorinstanz richtig und vollständig festgestellt wurde (vgl. Art. 106 AsylG),  zu bestätigen und die Beschwerde daher abzuweisen ist,  dass sich das Gesuch um Erlass vorsorglicher und anderer Massnahmen  als gegenstandslos erweist, da der Beschwerdeentscheid sofort getroffen  wird, dass mit Ergehen des vorliegenden Urteils  im Weiteren das Gesuch um  Verzicht auf das Erheben eines Kostenvorschusses gegenstandslos wird, dass die eingereichte Beschwerde als aussichtslos erschien, weshalb das  weitere Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss  Art. 65 VwVG abzuweisen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 16  Abs.  1  Bst.  a  VGG  i.V.m.  Art.  2  und  3  VGKE)  dem  Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­6488/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Daniel Merkli Versand:

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