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Bundesverwaltungsgericht 28.07.2011 D-6469/2008

28 luglio 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,053 parole·~10 min·1

Riassunto

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 5. September 2008

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­6469/2008 Urteil   v om   2 8 .   Juli   2011 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Walter Stöckli, Richter Bendicht Tellenbach,    Gerichtsschreiber Daniel Stadelmann. Parteien A._______, geboren (…), Serbien,    vertreten durch lic. iur. Stefan Galligani, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   Vorinstanz.  Gegenstand Anerkennung als Flüchtling und Vollzug der Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 5. September 2008 / N _______.

D­6469/2008 Sachverhalt: A.  Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer – ein serbischer  Staatsangehöriger  albanischer  Ethnie  aus  B._______,  Gemeinde  C._______  (albanisch: D._______) – seine Heimat am 1.  Juli  2008 und  reiste via E._______ und ihm unbekannte Länder am 3. Juli 2008 illegal  in  die  Schweiz  ein,  wo  er  gleichentags  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum (EVZ) (…) um Asyl nachsuchte. B.  Zur  Begründung  seines  Gesuches  brachte  der  Beschwerdeführer  anlässlich der Befragung vom 8. Juli 2008 und der Anhörung vom 31. Juli  2008  –  jeweils  durch  die  Vorinstanz  –  im  Wesentlichen  vor,  er  habe  zusammen mit  seiner Ehefrau und seinen drei Kindern  (Jahrgänge  […])  bei  seinen Eltern  in B._______ gelebt. Vom 6.  Januar 2001 bis 21. Mai  2001  habe  er  bei  der  Ushtria  Çlirimtare  e  Preshevës,  Medvegjës  dhe  Bujanocit  (UÇPMB)  als  Soldat  gedient.  Dabei  sei  er  Begleiter  und  Leibwächter  des  Kommandanten  X._______  gewesen.  Da  er  (der  Beschwerdeführer)  von  den  serbischen  Behörden  deswegen  gesucht  beziehungsweise  observiert  worden  sei,  habe  er  sich  in  der  Folge  vorwiegend  bei  seinen  Kriegskameraden  in  E._______  aufgehalten.  Heimlich sei er hin und wieder seine Familienangehörigen  in B._______  besuchen gegangen oder sei  vorwiegend bei  ihnen gewesen. Letztmals  habe  er  sich  im  März,  April  2008  in  seinem  Heimatdorf  aufgehalten.  Danach sei er bei seinem Freund, dem Ex­Kommandanten X._______, in  F._______  (E._______)  gewesen.  Nach  der  Unabhängigkeitserklärung  Kosovos  vom  17.  Februar  2008  hätten  die  serbischen  Behörden  den  Druck erhöht, indem sie ehemalige Soldaten der UÇPMB festgenommen  hätten.  Auch  er  sei  von  diesen  Massnahmen  betroffen  gewesen.  Die  Sicherheitskräfte hätten  in den Monaten Februar bis April 2008 während  seiner  Abwesenheit  zwei  Mal  in  seinem  Elternhaus  nach  ihm  gesucht.  Einmal  seien es Polizisten  aus B._______ gewesen,  beim anderen Mal  solche aus G._______. Zum  Beleg  seiner  ehemaligen  Mitgliedschaft  bei  der  UÇPMB  und  des  dort  geleisteten  Militärdienstes  reichte  der  Beschwerdeführer  je  eine  Bestätigung  vom  22.  Mai  2001  und  vom  10.  Februar  2008,  je  unterzeichnet von X._______, und vier Fotos, in denen er als Kombattant  im Kampfanzug abgebildet sei, ein.

D­6469/2008 Botschaftsabklärungen  seitens  des  BFM  ergaben,  dass  der  Beschwerdeführer  in  den  Jahren  2003  und  2007  bei  der  Schweizer  Vertretung  in  H._______  Visumsanträge  eingereicht  hatte,  die  am  24.  Oktober 2003 und am 12. April 2007 abgelehnt wurden. Dazu wurde ihm  anlässlich  der  Befragung  zur  Person  am  8.  Juli  2008  seitens  der  Vorinstanz das rechtliche Gehör gewährt. Dem  Bundesamt  wurde  im  Rahmen  eines  Daktyloabgleiches  von  der  zuständigen Behörde in I._______ schriftlich mitgeteilt, dass wegen einer  vom  Beschwerdeführer  begangenen  Tat  vom  25.  Oktober  2001  gegen  diesen eine Aufenthaltsermittlung zuhanden des J._______ vorliege. C.  Mit Verfügung vom 5. September 2008 – eröffnet am 13. September 2008  – lehnte  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  ab  und  ordnete  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  an.  Zur  Begründung  führte die Vorinstanz  im Wesentlichen aus,  im Rahmen der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  zu  Abklärungsergebnissen  der  Vorinstanz sei der Beschwerdeführer am 8. Juli 2008 gefragt worden, ob  er  je ein Visum bei einer zuständigen Landesvertretung beantragt habe.  Diese  Frage  habe  er  verneint.  Selbst  auf  Vorhalt  hin,  dass  das  Bundesamt  über  gesicherte  Kenntnisse  verfüge,  gemäss  welchen  er  in  den  Jahren  2003  und  2007  für  die  Reise  in  die  Schweiz  bei  der  Schweizer Botschaft  in H._______ Visa beantragt habe, habe er darauf  beharrt,  dies  nicht  getan  zu  haben  (vgl.  A1,  S.  5  f.).  Durch  sein  die  Wahrheitspflicht  verletzendes  Verhalten  gegenüber  den  mit  der  Asylgesuchsabklärung  betrauten  Schweizer  Behörden  habe  er  seine  Glaubhaftigkeit  generell  schwer  erschüttert.  Bei  der  Anhörung  vom  31.  Juli  2008  habe  er  schliesslich  erklärt,  im  April  2007  tatsächlich  nach  H._______  gereist  zu  sein,  um  dort  bei  der  Schweizer  Botschaft  einen  Visumsantrag  einzureichen  (vgl.  A14,  S.  4).  Dieses  Verhalten  –  eine  Reise  innerhalb  des  geltend  gemachten  Verfolgerstaates  –  entspreche  nicht  jenem  einer  Person,  die  effektiv  Anlass  gehabt  hätte,  davon  auszugehen, von den serbischen Behörden gesucht zu sein. Auf Vorhalt  hin habe der Beschwerdeführer ausgeführt, er sei  von einem Taxifahrer  nach  H._______  gebracht  worden,  der  ihm  versichert  habe,  dass  sie  nirgends kontrolliert würden, da der Taxifahrer alle Polizisten kenne (vgl.  A14,  S.  4).  Dies  sei  jedoch  realitätsfremd  und  hätte  auch  dem  Beschwerdeführer  auffallen  müssen.  Bezeichnenderweise  seien  denn  auch  seine  Angaben  über  die  zwei  geltend  gemachten  polizeilichen  Nachforschungen  nach  ihm  widersprüchlich.  Gemäss  seinen  Angaben 

D­6469/2008 anlässlich der Befragung seien diese ca. in der zweiten Hälfte April 2008  bis Mai 2008 in einem zeitlichen Abstand von 15 bis 20 Tagen erfolgt (vgl.  A1,  S.  1  und  7).  Demgegenüber  habe  er  während  der  Anhörung  ausgesagt,  die  erste  polizeiliche  Suche  sei  allenfalls  im  Februar  2008  durchgeführt worden. Er vermöge sich jedoch nicht daran zu erinnern, in  welchem  zeitlichen  Abstand  die  Polizisten  in  seinem  Elternhaus  in  B._______  vorstellig  geworden  seien  (vgl.  A14,  S.  4  f.).  Ferner  sei  festzustellen,  dass  die  serbische  Polizei  –  unter  den  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Umständen  –  bei  seiner  Familie  erwartungsgemäss  eine  an  ihn  gerichtete  schriftliche  Vorladung  hinterlassen und eine Durchsuchung seines Hauses vorgenommen hätte,  um allenfalls belastendes Material sicherstellen zu können (vgl. A14, S. 5  f.). Im Lichte dieser Erwägungen sei somit festzustellen, dass es sich bei  den  Verfolgungsvorbringen  des  Beschwerdeführers  offenkundig  um  ein  Konstrukt handle. Somit hielten die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen  an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998  (AsylG, SR 142.31) nicht  stand,  so dass  ihre Asylrelevanz nicht  geprüft  werden müsse. Demzufolge erfülle er die Flüchtlingseigenschaft nicht, so  dass das Asylgesuch abzulehnen sei. D.  Mit  Eingabe  vom  13.  Oktober  2008  liess  der  Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  beantragen,  es  sei  die  Verfügung  des  BFM  vom  5.  September  2008  aufzuheben,  es  sei  seine  Flüchtlingseigenschaft  festzustellen  und  es  sei  von  einer  Wegweisung  abzusehen.  In  prozessualer Hinsicht sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu  verzichten.  Auf  die  Begründung  der  Beschwerde  und  das  in  Kopie  eingereichte Beweismittel – ein Schreiben der Gemeinde C._______ (auf  dem  Schriftstück  als  K._______  wiedergegeben)  –  wird,  soweit  entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. E.  Der  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgericht  wies  mit  Zwischenverfügung vom 22. Oktober 2008 das Gesuch um Verzicht auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusse  ab  und  forderte  den  Beschwerdeführer – unter Hinweis auf die Säumnisfolgen – auf, bis zum  6. November 2008 einen Kostenvorschuss  in der Höhe von Fr. 600.­ zu  überweisen. Überdies wurde  der Beschwerdeführer  aufgefordert,  das  in 

D­6469/2008 einer  Fremdsprache  eingereichte  Schreiben  der  Gemeinde  C._______  innert  gleicher  Frist  in  eine  Amtssprache  übersetzen  zu  lassen  und  im  Original einzureichen. F.  Am 5. November 2008 bezahlte der Beschwerdeführer den einverlangten  Kostenvorschuss. G.  Mit  Schreiben  vom  7.  November  2008  (vorerst  per  Telefax  übermittelt)  ersuchte  der  Beschwerdeführer  um  Fristverlängerung  bis  zum  21.  November 2008 zur Einreichung der Übersetzung und des Originals des  in Kopie eingereichten fremdsprachigen Beweismittels. H.  Mit  Zwischenverfügung  vom  12.  November  2008  trat  das  Bundesverwaltungsgericht auf das Gesuch um Verlängerung der Frist zur  Einreichung  der  Übersetzung  und  des  Originals  des  fremdsprachigen  Dokuments  nicht  ein,  da  um die Fristverlängerung  erst  nach Ablauf  der  behördlich angesetzten Frist ersucht worden war. I.  Der Beschwerdeführer  liess mit Schreiben  vom 13. November 2008 die  Übersetzung  des  erwähnten  Beweismittels  –  jedoch  ohne  das  entsprechende Original – nachreichen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 

D­6469/2008 (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  Ein  solches  Auslieferungsersuchen  liegt  nicht  vor,  weshalb  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  entscheidet. 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).  Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Einleitend  ist  festzuhalten,  dass  der  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers zwar das Rechtsbegehren betreffend Feststellung der  Flüchtlingseigenschaft  stellte  (Rechtsbegehren  3),  nicht  aber  die  Gewährung  von  Asyl  beantragte.  Deshalb  ist  mit  Ablauf  der  Beschwerdefrist die Dispositivziffer 2 der vorinstanzlichen Verfügung vom  5. September  2008  in  Rechtskraft  erwachsen.  Da  die  Folge  eines  negativen  Asylentscheides  in  der  Regel  die  Wegweisung  ist  und  der  Beschwerdeführer  weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen verfügt (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, BVGE 2008/34 E. 9.2 S.  510,  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2001  Nr.  21),  ist  Dispositivziffer  3  der  angefochtenen  Verfügung  ebenfalls  in  Rechtskraft  erwachsen.  Beschwerdegegenstand ist somit die Frage, ob der Beschwerdeführer als  Flüchtling  anzuerkennen  ist  und  ob  die  Voraussetzungen  des  Wegweisungsvollzuges erfüllt sind. 4. 

D­6469/2008 4.1. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  sind  oder  begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2.  Die  Flüchtlingseigenschaft  muss  nachgewiesen  oder  zumindest  glaubhaft  gemacht  werden.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte  oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5.  In der Beschwerdeeingabe vom 13. Oktober 2008 wird geltend gemacht,  der Beschwerdeführer sei ethnischer Albaner und habe seit seiner Geburt  in  der  Republik  Serbien  in  B._______  gelebt.  B._______  gehöre  zum  Bezirk  C._______,  einer  von  drei  Bezirken  im  Süden  von  Serbien,  in  welchem  die  ethnischen  Albaner  als  Minderheit  leben  würden.  Zusammen  mit  der  benachbarten  Gemeinde  L._______  und  der  etwas  nördlicher  gelegenen  Gemeinde  M._______  sei  C._______  in  einen  bewaffneten Konflikt mit der serbischen Armee geraten. Die bewaffneten  Albaner  (UÇPMB)  hätten  im  Wald  an  der  Grenze  zu  E._______  gekämpft. Der bewaffnete Konflikt sei im Jahr 2001 beigelegt worden. Die  Spannungen zwischen der albanischen und der serbischen Bevölkerung  hingegen  seien  geblieben.  Die  Albaner  als  Minderheit  im  N._______  würden seit  Jahren wirtschaftlich  vernachlässigt. Grundlos sei  es  immer  wieder zu Übergriffen der serbischen Polizei auf die ethnischen Albaner  gekommen.  Nach  dem  bewaffneten  Konflikt  seien  die  ehemaligen  Kämpfer der UÇPMB von der  serbischen Polizei gesucht worden. Noch  heute  würden  die  UÇPMB­Kämpfer  gesucht,  und  ihnen  drohten  bestenfalls Freiheitsstrafen. Auch der Beschwerdeführer sei zwei Mal von  der  serbischen Polizei  gesucht worden. Aus  diesem Grunde  habe  er  in  F._______ bei seinen ehemaligen UÇPMB­Kollegen verweilt. In sein Dorf  könne er nicht mehr zurückkehren.

D­6469/2008 Der  Vorinstanz  könne  nicht  gefolgt  werden,  wenn  sie  behaupte,  der  Beschwerdeführer  habe  sich  bei  den  Befragungen  in  Widersprüche  verwickelt. Er sei vom Krieg traumatisiert und habe psychische Probleme.  Er habe sich demnach nicht genau an den Zeitpunkt der Durchsuchungen  der  serbischen  Polizei  erinnern  können.  Auch  seine  Angaben  zu  den  Visaanträgen  seien  glaubhaft.  Diese  habe  er  bei  der  Schweizerischen  Botschaft  gestellt.  Nach  wie  vor  bestehe  eine  grosse  Gefahr  für  ehemalige  UÇPMB­Kämpfer,  von  der  serbischen  Polizei  verhaftet  zu  werden.  Dass  es  dann  zu  einem  fairen  Verfahren  kommen  würde,  sei  ohnehin  zu  bezweifeln.  Deshalb  hätten  sich  die  ehemaligen  Kämpfer  auch nicht stellen wollen, weil sie unangemessen hohe Strafen erwarten  und  von  einem  unfairen  Strafprozess  ausgehen  würden.  Ihnen  drohten  Strafen wie beispielsweise Landesverrat. Der Beschwerdeführer habe die  Fahrt nach H._______  in Kauf genommen.  Ihm sei es wichtig gewesen,  so  bald  wie  möglich  das  Land  zu  verlassen.  Der  Taxifahrer  habe  die  Polizeibeamten gekannt, so dass sie nicht kontrolliert worden seien. Dies  sei  nicht  realitätsfremd.  Die  Polizei  in  Serbien  sei  viel  anfälliger  auf  Korruption als die Polizei  in der Schweiz. Die Taxifahrer und die Polizei  würden sich untereinander kennen. Werde man zum Beispiel  in Serbien  wegen zu hoher Geschwindigkeit angehalten, so sei es fast üblich, dass  man über den Preis (der Busse) verhandle. Der Beschwerdeführer werde  in  seiner  Heimat  tatsächlich  verfolgt.  Dies  gehe  aus  dem  eingereichten  Schreiben  des  Bezirks  C._______  hervor.  Deshalb  könne  es  sich  bei  seinen  Vorbringen  nicht  um  ein  Konstrukt  handeln.  Da  der  Beschwerdeführer  in  seinem  Heimatland  nach  wie  vor  verfolgt  werde,  erfülle er die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG. Die Situation für die albanische Minderheit (in Serbien) habe sich seit der  Unabhängigkeitserklärung Kosovos verschlechtert. Selbst für die einfache  Bevölkerung,  welche  nicht  im  Krieg  in  den  Jahren  2000  und  2001  gewesen sei, sei das Klima unangenehm geworden. Für die ehemaligen  UÇPMB­Soldaten  bedeute  dies,  dass  sie  von  der  serbischen  Polizei  verhaftet  würden.  Es  sei  nicht  zu  erwarten,  dass  diese  im  Falle  einer  Verurteilung von einem serbischen Gericht fair behandelt würden. Zudem  hätten  diese  während  der  Haft  mit  weiteren  Repressalien  zu  rechnen.  Sodann sei auch das Verfolgungsmotiv gegeben. Der Beschwerdeführer  werde verfolgt, weil sich die damalige UÇPMB im Namen der albanischen  Minderheit  gegen  die  serbische  Unterdrückungspolitik  aufgelehnt  habe.  Zudem würden auch keine gesetzlichen Ausschlussgründe vorliegen, so  dass die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers gegeben sei.

D­6469/2008 6.  6.1. Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum  Schluss, dass das BFM die Vorbringen des Beschwerdeführers zu Recht  und mit zutreffender Begründung als nicht glaubhaft erachtet und deshalb  ihre  Asylrelevanz  nicht  geprüft  werden  muss.  Um  Wiederholungen  zu  vermeiden,  kann  daher  vorab  auf  die  zutreffenden  vorinstanzlichen  Ausführungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen  werden.  Zudem kann dem  lediglich  in Kopie eingereichten Beweismittel  – einem  Schreiben  der  Gemeinde  C._______  –  vorliegend  keine  Beweiskraft  beigemessen  werden.  Laut  dessen  Übersetzung  soll  der  Beschwerdeführer  vom  Amt  für  Innere  Angelegenheiten  der  Gemeinde  C._______  zu  einem  Informationsgespräch  eingeladen  worden  sein.  Nicht  angegeben  wird  indessen,  an  welchem  Termin  der  Beschwerdeführer  zu  diesem  Gespräch  hätte  erscheinen  sollen  und  welches  die  Folgen  eines  allfälligen  Nichterscheinens  sind.  Mangels  näherer  Angaben  ist  auch  nicht  ersichtlich,  inwiefern  diese  Bestätigung  beziehungsweise das Informationsgespräch im Zusammenhang mit einer  Verfolgung aus einem Grund nach Art. 3 AsylG stehen soll. 6.2. Die  Vorbringen  in  der  Rechtsmitteleingabe  vom  13.  Oktober  2008  sind  nicht  geeignet,  eine  Änderung  der  angefochtenen  Verfügung  zu  bewirken.  Der  Argumentation  des  BFM  werden  keine  stichhaltigen  Gründe  entgegengesetzt.  Die  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  anlässlich der Befragung vom 8. Juli 2008 und vom 31. Juli 2008 sind –  wie  bereits  von  der  Vorinstanz  ausgeführt  –  in  zentralen  Punkten  widersprüchlich  und  realitätsfremd,  so  dass  sie  insgesamt  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  standhalten. Bei  seinen Verfolgungsvorbringen dürfte es  sich  insgesamt  um ein Sachverhaltskonstrukt handeln. Dem Beschwerdeführer gelang es  nicht,  eine  Verfolgung  aufgrund  seines  Engagements  für  die  UÇPMB,  insbesondere  die  beiden  in  diesem  Zusammenhang  stehenden  polizeilichen  Nachforschungen  nach  ihm,  substanziiert  und  glaubhaft  darzulegen.  Seine  Vorbringen  wirken  in  ihrer  Gesamtheit  aufgrund  der  stereotypen  und  praktisch  frei  von  persönlichen  Eindrücken  und  subjektiven  Wahrnehmungen  geprägten  Ausführungen  aufgesetzt  und  konstruiert und  lassen somit überwiegende Realkennzeichen vermissen,  weshalb davon auszugehen ist, dass er diesbezüglich einen nicht selber  erlebten  Sachverhalt  vortrug  und  seine  Schilderungen  nicht  geglaubt  werden können. Seine  in der Befragung gemachte Aussage, er habe  in  Serbien keine Visa für die Schweiz beantragt (vgl. A1, S. 5), ist aufgrund  gesicherter  Kenntnisse  der  Asylbehörden  wahrheitswidrig  und  seine 

D­6469/2008 nachgeschobene Erklärung,  er  könne  sich  aufgrund  seiner  psychischen  Probleme nicht mehr daran erinnern  (vgl. A1, S. 6), erscheint als billige  Ausflucht.  Diese  Falschaussage  erschüttert  die  Glaubhaftigkeit  seiner  gesamten  Vorbringen  bereits  in  ihren  Grundfesten,  obwohl  er  bei  der  Anhörung einräumt, er habe 2007 in H._______ ein Visum beantragt (vgl.  A14, S. 4). Zudem ist nicht nachvollziehbar, dass er sich mit einer Reise  durch Serbien bis nach H._______ dem Risiko auslieferte, durch seinen  mutmasslichen  Verfolgerstaat  gefasst  zu  werden.  Seine  diesbezügliche  Begründung, der Taxifahrer habe alle Polizisten gekannt und ihm deshalb  zugesichert,  sie  würden  weder  aufgehalten  noch  kontrolliert,  ist  realitätsfremd.  Es  ist mit  überwiegender Wahrscheinlichkeit  nicht  davon  auszugehen,  dass  sich  die  serbischen  Behörden  bei  der  Suche  nach  ehemaligen  Widerstandskämpfern  nachgiebig  zeigen  würden.  Der  Beschwerdeführer verschwieg den Asylbehörden auch seinen Aufenthalt  in I._______ (vgl. A17), gab er doch während der Befragung zu Protokoll,  er habe sich früher (gemeint ist vor der Asylgesucheinreichung am 3. Juli  2008) weder  in der Schweiz noch  in  irgendeinem anderen Land (ausser  Serbien und E._______) aufgehalten (vgl. A1, S. 3). Zudem verstrickte er  sich in einem seiner zentralen Asylvorbringen in eklatante Widersprüche,  deren  Ausräumung  ihm  auch  auf  Beschwerdeebene  nicht  gelingt.  Er  vermochte  weder  die  beiden  angeblich  gemachten  polizeilichen  Nachforschungen nach  ihm datumsmässig übereinstimmend anzugeben  (vgl.  A1,  S.  7  und  A14,  S.  4)  noch  deren  zeitliche  Abfolge  beziehungsweise Differenz wiederzugeben  (vgl. A1, S.  7  und A14, S.  4  f.). Seine diesbezügliche Begründung  in der Beschwerdeeingabe, er sei  vom Krieg traumatisiert und habe psychische Probleme, weshalb er sich  nicht genau an den Zeitpunkt der Durchsuchungen der serbischen Polizei  habe erinnern können  (vgl. Beschwerdeeingabe vom 13. Oktober 2008,  S.  5),  vermag  nicht  zu  überzeugen.  Einerseits  darf  von  einer  erwachsenen  Person  durchaus  erwartet  werden,  sich  an  solche  einschneidenden  Ereignisse  erinnern  zu  können,  und  andererseits  sind  die  angeblichen  psychischen  Probleme  des  Beschwerdeführers  mit  keinerlei  Beweismitteln  belegt.  Aus  den  Akten  ist  auch  nicht  zu  entnehmen, dass er deshalb jemals in ärztlicher Behandlung war. 6.3. Zusammenfassend  ist  festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer  angesichts  der  fehlenden  Glaubhaftigkeit  und  der  Ungereimtheiten  in  zentralen  Asylvorbringen  nicht  gelungen  ist,  eine  im  Zeitpunkt  seiner  Ausreise aus Serbien bestehende oder drohende asylrechtlich  relevante  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen.  Das  BFM  hat 

D­6469/2008 demnach  zu  Recht  die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführer  verneint. 7.  7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte  Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen  der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83  Abs. 3 AuG). So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

D­6469/2008 7.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement  nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5  AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach  Serbien  ist  demnach  unter  dem  Aspekt  von  Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer  Ausschaffung nach Serbien dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihm  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008, Beschwerde Nr. 37201/06,  §§ 124 ­ 127, mit weiteren  Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Serbien  lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen  Bestimmungen zulässig. 7.4.   7.4.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.4.2.  In Serbien besteht keine Situation generalisierter Gewalt, die sich  über  das  ganze  Staatsgebiet  oder  weite  Teile  desselben  erstrecken  würde.  Es  bestehen  zudem  auch  keine  individuellen  Gründe  gesundheitlicher,  sozialer  oder  wirtschaftlicher  Natur,  die  darauf  hinweisen,  dass  der  Beschwerdeführer  in  Serbien  in  eine  existenzbedrohende Situation geraten könnte. Der – soweit aktenkundig 

D­6469/2008 – gesunde  Beschwerdeführer  wohnte  vor  seiner  Ausreise  aus  Serbien  zusammen mit seiner Familie und seinen Eltern in B._______ (Gemeinde  C._______), weshalb davon auszugehen ist, dass er bei seiner Rückkehr  in  seine Heimat  ein  soziales Netz  vorfinden wird  (vgl.  A1,  S.  2  und  4).  Erwähnenswert ist überdies, dass gemäss der Volkszählung von 2002 in  der Gemeinde C._______ 89,1% der Bewohner Albaner sind, weshalb er  als  ethnischer  Albaner  der  Mehrheitsethnie  in  seiner  Heimatgemeinde  angehört. Zudem verfügt er über eine solide Schulbildung  (Grundschule  inklusive Berufsmittelschule),  eine  berufliche Ausbildung  als Schweisser  und  über  mehrjährige  Berufserfahrung  in  unterschiedlichen  Funktionen  (Isolierer,  Maler)  auf  dem  Bau  (vgl.  A1,  S.  3).  Es  ist  deshalb  davon  auszugehen, dass der Beschwerdeführer sich bei seiner Rückkehr auch  in wirtschaftlicher Hinsicht wieder integrieren kann. Nach dem Gesagte ist  der Vollzug der Wegweisung somit auch als zumutbar zu erachten. 7.5.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515), weshalb der Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2  AuG). 7.6. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu  Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1 ­ 4 AuG). 8.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG),  auf  insgesamt  Fr. 600.­  festzusetzen (Art. 1 ­ 3 des Reglements vom 21. Februar 2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und  mit  dem  am  5.  November  2008  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss  zu  verrechnen.

D­6469/2008 (Dispositiv nächste Seite)

D­6469/2008 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  wird  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss verrechnet. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Daniel Stadelmann Versand:

D-6469/2008 — Bundesverwaltungsgericht 28.07.2011 D-6469/2008 — Swissrulings