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Bundesverwaltungsgericht 01.12.2011 D-6266/2011

1 dicembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,449 parole·~7 min·3

Riassunto

Asyl und Wegweisung (Beschwerden gegen Wiedererwägungsentscheid) | Asyl und Wegweisung (Beschwerden gegen Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 17. Oktober 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­6266/2011 Urteil   v om   1 .   D e z embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;   Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren X._______, Nigeria, vertreten durch Christoph von Blarer, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung (Beschwerde gegen  Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 17. Oktober 2011 / N_______.

D­6266/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass der Beschwerdeführer am 19. Oktober 2009 in der Schweiz um Asyl  nachsuchte, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  30.  Dezember  2009  erwog,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  hielten  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG, SR 142.31) nicht  stand,  so dass  ihre Asylrelevanz nicht  geprüft  werden müsse, dass  es  demzufolge  feststellte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  das  Asylgesuch  ablehnte  und  die  Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete, dass  der  Beschwerdeführer  gegen  diese  Verfügung  mit  an  das  Bundesverwaltungsgericht  gerichteter  Eingabe  vom  3.  Februar  2010  Beschwerde  erhob  und  dabei  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  unter  anderem  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne  von Art.  65 Abs.  1  des Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) und um Verzicht auf die  Erhebung eines Kostenvorschusses nach Art. 63 Abs. 4 VwVG ersuchte, dass  mit  Zwischenverfügung  des  Instruktionsrichters  vom  17.  Februar  2010  die  Beschwerde  als  aussichtslos  erachtet,  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne  von  Art.  65  Abs. 1 VwVG abgewiesen und der Beschwerdeführer aufgefordert wurde,  bis zum 4. März 2010 einen Kostenvorschuss  in der Höhe von Fr. 600.­  einzuzahlen,  unter  Androhung  des Nichteintretens  im Unterlassungsfall,  zumal  gestützt  auf  die  aktuelle  Aktenlage  keine  besonderen Gründe  zu  erkennen  seien,  die  einen  ganzen  oder  teilweisen  Verzicht  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses rechtfertigen würden, dass  der  Rechtsvertreter  mit  Eingabe  vom  17.  Februar  2010  (Poststempel)  die  Übernahme  des  Mandats  anzeigte  und  weitere  Beweismittel (Auflistung Beweismittel) ins Recht legte, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 10. März 2010 die mit dem  Schreiben vom 17. Februar 2010 eingereichten Beweismittel  im Original  nachreichte,

D­6266/2011 dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 15. März 2010 auf die  Beschwerde  vom  3.  Februar  2010  wegen  Nichtbezahlung  des  Kostenvorschusses nicht eintrat, dass dem Beschwerdeführer mit Schreiben des BFM vom 17. März 2010  eine neue Frist bis 15. April 2010 zum Verlassen der Schweiz eingeräumt  wurde, dass der Beschwerdeführer am 20. September 2011 (Poststempel) durch  seinen  Rechtsvertreter  mit  einer  als  "Wiedererwägungsgesuch"  bezeichneten Eingabe an das BFM gelangte, dass  er  in  dieser  Eingabe  beantragte,  es  sei  festzustellen,  dass  seit  Erlass  der  ursprünglichen  Verfügung  vom  30.  Dezember  2009  neue  Tatsachen  beziehungsweise  Beweismittel  vorlägen,  die  das  abgeschlossene Verfahren  betreffen würden,  die  aber  im  Zeitpunkt  des  ordentlichen Verfahrens entweder nicht bekannt gewesen seien oder auf  die man sich in jenem Zeitpunkt nicht habe berufen können, und im Sinne  einer  vorsorglichen Massnahme seien die  kantonalen Vollzugsbehörden  umgehend anzuweisen, von Vollzugshandlungen bis zum Vorliegen eines  Entscheides über die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung zu  verzichten, dass  dem  Wiedererwägungsgesuch  die  aufschiebende  Wirkung  zu  gewähren und er aus der Ausschaffungshaft zu entlassen sei, dass  die  Verfügung  vom  30.  Dezember  2009  aufzuheben,  die  Flüchtlingseigenschaft  festzustellen,  Asyl  in  der  Schweiz  zu  gewähren  und eventuell die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs  festzustellen  sei,  und  er  in  prozessualer Hinsicht  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie um Verzicht auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte, dass  der  Beschwerdeführer  zusammen  mit  dem  Wiedererwägungsgesuch  diverse  Beweismittel  (Auflistung  Beweismittel)  zu den Akten reichte, dass  die  Vorinstanz  mit  Schreiben  vom  23.  September  2011  das  B._______  ersuchte,  den  Vollzug  der  Wegweisung  im  Sinne  einer  vorsorglichen Massnahme einstweilen auszusetzen,

D­6266/2011 dass das BFM den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 28. September  2011  aufforderte,  bis  zum  7.  Oktober  2011  seinen  C._______  einzureichen, und ihm gleichzeitig das rechtliche Gehör zu den Gründen  einräumte, weshalb er die Erklärungen der Kontaktperson der D._______  vom  (...)  –  welche  seine  Identität,  seine  Funktion  innerhalb  der  D._______  und  die  Glaubhaftigkeit  seiner  Aussagen  im  Asylverfahren  belegen könnten – nicht bereits im Rahmen des ordentlichen Verfahrens  eingereicht habe, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom  7.  Oktober  2011  um  Erstreckung der Frist zur Einreichung einer Stellungnahme ersuchte, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  17.  Oktober  2011  das  Wiedererwägungsgesuch  abwies,  soweit  es  darauf  eintrat,  die  Rechtskraft und Vollstreckbarkeit der Verfügung vom 30. Dezember 2009  bestätigte, das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  ablehnte und als Folge davon eine Gebühr von Fr. 600.­ erhob, festhielt,  einer  allfälligen  Beschwerde  komme  keine  aufschiebende  Wirkung  zu,  und das Gesuch um Fristerstreckung vom 7. Oktober 2011 ablehnte, dass  der  Beschwerdeführer  gegen  diesen  Entscheid  am  17.  November  2011  (Poststempel)  durch  seinen  Rechtsvertreter  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  erheben  liess  und  beantragte,  es  sei  die  Verfügung vom 17. Oktober 2011 aufzuheben, es sei festzustellen, dass  er  die  Flüchtlingseigenschaft  erfülle,  es  sei  ihm  Asyl  zu  gewähren,  eventuell  sei die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs  festzustellen,  subeventuell  sei  die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen,  es  sei  die  aufschiebende  Wirkung  der  Beschwerde  wiederherzustellen und es sei  im Sinne einer vorsorglichen Massnahme  die  zuständige  kantonale Behörde anzuweisen,  auf Vollzugshandlungen  bis  zum  Entscheid  über  den  Antrag  zur  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  beziehungsweise  bis  zum  Vorliegen eines Urteils zu verzichten, dass  er  gleichzeitig  ein  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie um Erlass des  Kostenvorschusses stellte, dass  er  zusammen  mit  der  Beschwerdeschrift  eine  (Auflistung  der  eingereichten Unterlagen) einreichte,

D­6266/2011 dass  gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (VGG, SR 173.32)  das Bundesverwaltungsgericht  unter  Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG  genannten  Ausnahmen  Beschwerden  gegen  Verfügungen nach Art. 5 VwVG beurteilt, welche von einer in Art. 33 VGG  aufgeführten Behörde erlassen wurden, dass darunter auch Verfügungen fallen, mit denen das BFM (vgl. Art. 33  Bst.  d  VGG)  ein  Gesuch  um  Wiedererwägung  eines  rechtskräftigen  Entscheides auf dem Gebiet des Asyls abgewiesen hat oder darauf nicht  eingetreten ist, dass dagegen erhobene Beschwerden vom Bundesverwaltungsgericht –  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  –  endgültig  beurteilt werden  (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme  im Sinne von Art.  83 Bst.  d Ziff.  1 BGG  in  casu  nicht  vorliegt,  weshalb  das  Bundesverwaltungsgericht  demnach  endgültig entscheidet, dass  der  Beschwerdeführer  am Verfahren  vor  dem BFM  teilgenommen  hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und sich auf  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung berufen kann  (Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48  Abs. 1  VwVG),  womit  er  zur  Einreichung  der  dagegen  gerichteten  Beschwerde legitimiert ist, dass  die  Beschwerde  innert  der  gesetzlichen  Frist  von  30  Tagen  in  gültiger Form eingereicht wurde, weshalb auf sie einzutreten ist (Art. 108  Abs. 1 AsylG und Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1  VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten  Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der 

D­6266/2011 Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2  AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel  verzichtet wurde, dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  des  Wiedererwägungsgesuchs  im Wesentlichen geltend machte,  im Rahmen  dieses  qualifizierten  Gesuchs  lägen  neue  Tatsachen  und  Beweismittel  vor,  so  das  Original  der  C._______,  die  beim  ursprünglichen  BFM­ Entscheid  noch  nicht  vorhanden  gewesen  sei,  und Bestätigungen  einer  Kontaktperson  der  D._______,  wodurch  seine  Identität,  seine  Mitgliedschaft und Funktion bei dieser Bewegung belegt würden, weshalb  er  bei  einer  Rückkehr  Festnahme  und  Folter  durch  die  nigerianischen  Sicherheitskräfte befürchten müsse, dass seine Aussagen anlässlich der Bundesanhörung vom 15. Dezember  2009 zu Organisationsform und zum Hauptquartier der D._______ durch  die  Kontaktperson  bestätigt  würden,  wodurch  die Glaubhaftigkeit  seiner  diesbezüglichen Aussagen wiederhergestellt werde, dass  gemäss  herrschender  Lehre  und  ständiger  Praxis  des  Bundesgerichts aus Art.  29 der Bundesverfassung der Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101)  unter  bestimmten  Voraussetzungen  ein  verfassungsmässiger  Anspruch  auf  Wiedererwägung  abgeleitet  wird  (vgl.  BGE  127  I  133 E.  6 mit  weiteren  Hinweisen), dass unter anderem Revisionsgründe nach Art. 66 VwVG einen solchen  Anspruch  begründen  können,  sofern  sich  diese  auf  eine  rechtskräftige  Verfügung  beziehen,  die  entweder  unangefochten  geblieben  oder  deswegen niemals einer materiellen Prüfung unterzogen worden ist, weil  das angehobene Beschwerdeverfahren mit einem formellen Prozessurteil  geendet  hat  (qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch  in  der Variante  des  Gesuchs  um  Widerruf  einer  ursprünglich  fehlerhaften  Verfügung,  vgl.  EMARK 2003 Nr. 17 E. 2a S. 103 f.), dass insbesondere die Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften im  ursprünglichen  Verfügungsverfahren  oder  das  Bekanntwerden  neuer,  erheblicher  Tatsachen  und  Beweise  im  revisionsrechtlichen  Sinne,  die  trotz  aller  zumutbaren  Sorgfalt  nicht  früher,  namentlich  nicht  in  einem  ordentlichen  Rechtsmittelverfahren  geltend  gemacht  werden  konnten, 

D­6266/2011 einen  Anspruch  auf  Wiedererwägung  der  fehlerhaften  Verfügung  begründen  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1995 Nr.  21 E.  1a S.  203 mit weiteren  Hinweisen), dass Wiedererwägungsgesuche  nicht  dazu missbraucht  werden  dürfen,  eine  unterlassene  förmliche  Beschwerde  zu  ersetzen  beziehungsweise  Beschwerdefristen zu umgehen (vgl. EMARK 2000 Nr. 24 E. 3b S. 217 f.  mit weiteren Hinweisen), dass  es  sich  bei  der  Eingabe  vom  20.  September  2011  um  ein  qualifiziertes  Wiedererwägungsgesuch  handelt,  da  das  am  3.  Februar  2010  angehobene  Beschwerdeverfahren  am  15.  März  2010  mit  einem  formellen Urteil endete, dass vorweg die formelle Rüge der Verletzung der Begründungpflicht zu  prüfen ist, da sie im Bejahungsfall zufolge Verletzung des Anspruchs auf  Gewährung  der  rechtlichen  Gehörs  eine  Kassation  der  angefochtenen  Verfügung bewirken könnte, dass  im  Rahmen  der  unmittelbar  aus  dem  Gehörsanspruch  folgenden  behördlichen Begründungspflicht  (Art.  35 Abs.  1 VwVG)  die  verfügende  Behörde  die  Überlegungen  substanziiert  zu  nennen  hat,  von  denen  sie  sich  leiten  liess  und  auf  die  sich  ihr  Entscheid  stützt,  zumal  eine  hinreichende  Begründung  die  Grundlage  für  eine  sachgerechte  Anfechtung der Verfügung bildet  und eine unabdingbare Voraussetzung  für  die  Beurteilung  ihrer  Rechtmässigkeit  durch  die  Beschwerdeinstanz  ist, dass sich aus dem verfassungsmässigen Anspruch auf rechtliches Gehör  allerdings  keine  Pflicht  der  Behörden  ergibt,  zu  allen  im  Verfahren  vorgetragenen Elementen  ausführlich Stellung  zu  nehmen,  und  sie  sich  bei  der  Begründung  auf  die  für  den  Entscheid  wesentlichen  Punkte  beschränken können, dass der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang anführt, das BFM  unterlasse  es  zu  begründen,  weshalb  die  eingereichten  Bestätigungsschreiben  nicht  zu  einer  anderen  Beurteilung  des  Sachverhalts geführt hätten, dass  diesbezüglich  festzuhalten  ist,  dass  das  BFM  sich  in  der  angefochtenen  Verfügung  auf  die  wesentlichen  Gründe  des 

D­6266/2011 Wiedererwägungsgesuchs  konzentrierte,  diese  unbestrittenermassen  korrekt  im  Sachverhalt  erfasste  und  aus  Sicht  des  Bundesverwaltungsgerichts  die  für  das  ausserordentliche  Verfahren  wesentlichen Punkte knapp, aber rechtsgenüglich beurteilte, so dass der  Beschwerdeführer diese sachgerecht anfechten konnte, dass  die  Vorinstanz  insbesondere  festhielt,  die  mit  dem  Gesuch  vom  20. September  2011  eingereichten  Bestätigungsschreiben  bildeten  gemäss  Art.  66  Abs.  3  VwVG  keinen Wiedererwägungsgrund,  da  nicht  begründet werde, weshalb diese vom Beschwerdeführer trotz zumutbarer  Sorgfalt nicht bereits im ordentlichen Verfahren eingereicht worden seien,  und  die  bereits  im  Rahmen  des  ordentlichen  Beschwerdeverfahrens  vorliegende C._______ stelle kein neues Beweismittel dar, dass das BFM daraufhin  in einer blossen Anmerkung anfügte,  dass die  erwähnten Beweismittel im ordentlichen Verfahren nicht zu einer anderen  Beurteilung des Sachverhalts geführt hätten, mithin nicht als erheblich zu  qualifizieren gewesen wären, dass  an  der  Qualifikation  oben  erwähnter  Beweismittel  auch  nichts  geändert  hätte,  wenn  die  Anmerkung  von  der  Vorinstanz  in  ihrer  Begründung gänzlich weggelassen worden wäre, es sich somit bei dieser  Anmerkung um einen für das ausserordentliche Verfahren unerheblichen  Punkt handelt, mit dem sich das BFM im Rahmen der Begründungspflicht  nicht  auseinanderzusetzen  brauchte,  weshalb  keine  Gehörsverletzung  vorliegt  und  der  Eventualantrag  auf  Rückweisung  der  Sache  an  die  Vorinstanz zu neuem Entscheid abzuweisen ist, dass im konkreten Fall mit der Vorinstanz einig zu gehen ist, wonach der  Beschwerdeführer  die  im  Wiedererwägungsgesuch  angebrachten  Tatsachenbehauptungen  und  Beweismittel  –  die  C._______  lag  im  Rahmen des Beschwerdeverfahrens bereits vor – schon eineinhalb Jahre  früher  im  Rahmen  des  ordentlichen  Beschwerdeverfahrens  gegen  die  Verfügung des BFM vom 30. Dezember 2009 hätte beschaffen und dem  Bundesverwaltungsgericht  zur Prüfung  hätte  unterbreiten  können,  umso  mehr,  als  ihm  mit  Zwischenverfügung  des  Instruktionsrichters  vom  17.  Februar  2010  mitgeteilt  wurde,  dass  gestützt  auf  eine  summarische  Prüfung  der  Akten  von  der  Aussichtslosigkeit  der  gestellten  Begehren  auszugehen sei,

D­6266/2011 dass  der  Beschwerdeführer  weder  in  seinem  Wiedererwägungsgesuch  noch in der Rechtsmitteleingabe irgendwelche Hinweise anführt, weshalb  es ihm aus entschuldbaren Gründen nicht möglich gewesen wäre, die in  Frage  stehenden  Tatsachen  und  Beweismittel  bereits  im  ordentlichen  Asylverfahren  beizubringen,  weshalb  er  sich  somit  die  verpasste  Möglichkeit selber anzulasten hat, dass  –  wie  die  Vorinstanz  zu  Recht  festgehalten  hat  –  das  Wiedererwägungsverfahren  nicht  dazu  dienen  darf,  vom  Beschwerdeführer  im  früheren  Verlauf  begangene  vermeidbare  Unterlassungen  nachzuholen  (vgl.  EMARK  2000  Nr.  24),  welches  sich  aus  der  –  für  das  Wiedererwägungsverfahren  analog  anwendbaren –  revisionsrechtlichen  Regel  von  Art.  66  Abs.  3  VwVG  ergibt,  wonach  Gründe,  welche  im  ordentlichen  Verfahren  hätten  vorgebracht  werden  können, nicht als Revisionsgründe gelten, dass  hinlänglich  auszuschliessen  ist,  die  Nichtberücksichtigung  der  verspäteten  Vorbringen  hätte  eine  Verletzung  völkerrechtlicher  Bestimmungen  wie  namentlich  der  Rückschiebungsverbote  von  Art.  33  des  Abkommens  vom  28.  Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (Flüchtlingskonvention,  FK,  SR  0.142.30)  und  Art.  3  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) zur Folge (vgl. EMARK 1995 Nr.  9 E. 7 S. 83 ff., EMARK 1998 Nr. 3 E. 3b S. 21 f.), dass die eingereichten Berichte und Artikel aus dem Internet zur Situation  von Mitgliedern  der D._______  in Nigeria  keinen  konkreten Bezug  zum  Beschwerdeführer  aufweisen,  weshalb  aus  diesen  keine  völkerrechtlich  beachtliche  Gefährdung  für  den  Beschwerdeführer  hergeleitet  werden  kann, dass  der  Beschwerdeführer  aus  den  mit  der  Rechtsmitteleingabe  eingereichten  Beweismitteln  hinsichtlich  seiner  Verlobten  (Auflistung  Beweismittel)  nichts  zu  seinen  Gunsten  ableiten  kann,  zumal  aus  dem  (...)  vom  (...)  hervorgeht,  dass  die  Verlobte  am  gleichen  Datum  (...)  entlassen  wurde  und  sie  gemäss  dem  eingereichten  (...)  am  (...),  also  rund (...) Monate später, an (Nennung Ursache) starb,  dass  mit  den  eingereichten  Dokumenten  die  Behauptung  des  Beschwerdeführers,  seine  Verlobte  sei  infolge  (Nennung  Ursache)  gestorben (vgl. act. A10/17, S. 8), nicht belegt wird,

D­6266/2011 dass die per E­Mail erhaltenen Schreiben, die von einer Person namens  E._______  stammen  sollen  und  wonach  die  Identität  und  die  Mitgliedschaft  des  Beschwerdeführers  in  der  D._______  bestätigt  würden, zum Beweis einer Verfolgung nicht tauglich sind, da die Identität  der ausstellenden Person – diese soll gemäss Wiedererwägungsgesuch  auch den Namen F._______ tragen – nicht erstellt ist und nicht begründet  wird,  inwiefern  eine  Drittperson  die  Identität  des  Beschwerdeführers  bestätigen kann, dass  die  Identität  des  Beschwerdeführers  mangels  rechtsgenüglicher  Dokumente  bisher  nicht  nachgewiesen  wurde  und  das  von  der  nigerianischen  Botschaft  ausgestellte  (...)  lediglich  seine  Nationalität,  nicht indessen seine übrigen Personalien belegt, dass  auf  weitere  Einwendungen  in  der  Beschwerde  sowie  auf  die  weiteren eingereichten Beweismittel (Auflistung Beweismittel) nicht näher  einzugehen  ist,  da  diese  nach  dem  Gesagten  nicht  geeignet  sind,  das  Prüfungsergebnis zu beeinflussen, dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu  Recht  das  Wiedererwägungsgesuch  des  Beschwerdeführers  abwies,  soweit  es  überhaupt darauf eintrat, dass  der  Vollständigkeit  halber  die  Abweisung  des  Gesuchs  um  Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und die Erhebung einer  Verfahrensgebühr von Fr. 600.­ in der angefochtenen Verfügung (Ziffer 3  des Verfügungsdispositivs) ebenfalls zu bestätigen ist, dass das BFM eine Verfahrensgebühr erhebt, sofern es – wie vorliegend  – ein  nach  rechtskräftigem  Abschluss  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  eingereichtes Wiedererwägungsgesuch  ablehnt  oder darauf nicht eintritt (Art. 17b Abs. 1 AsylG), dass  das  BFM  auf  Gesuch  hin  die  gesuchstellende  Person  von  der  Bezahlung von Verfahrenskosten befreit, wenn sie bedürftig  ist und  ihre  Begehren nicht von vornherein aussichtslos erscheinen  (Art. 17b Abs. 2  AsylG), dass der Beschwerdeführer zwar die Aufhebung der Verfügung des BFM  vom  17.  Oktober  2011  ohne  Einschränkung  beantragte  (Beschwerdebegehren  1),  ohne  jedoch  zu  rügen,  das  BFM  habe  unter  Verstoss gegen die genannten Bestimmungen sein Gesuch um Befreiung 

D­6266/2011 von  der  Bezahlung  von  Verfahrenskosten  abgewiesen  und  ihm  eine  Gebühr von Fr. 600.­ auferlegt, dass das Wiedererwägungsgesuch von vornherein aussichtslos erschien,  weshalb  die  Voraussetzungen  für  eine  Kostenbefreiung  nicht  gegeben  waren  und  das  BFM  zu  Lasten  des  Beschwerdeführers  eine  Gebühr  erheben durfte, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder  unangemessen  sei  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde  abzuweisen ist, dass  mit  dem  Entscheid  in  der  Sache  der  Antrag  auf  Anordnung  vorsorglicher Massnahmen bis zum Entscheid über die Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  respektive  über  den  Antrag  auf  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  als  solchen  und  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  gegenstandslos geworden sind, dass  aus  den  soeben  dargelegten  Gründen  den  Beschwerdebegehren  keine  ernsthaften  Erfolgsaussichten  beschieden  waren,  weshalb  das  gleichzeitig  eingereichte  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG unabhängig von der  Frage  der  prozessualen  Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  abzuweisen ist, dass  entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  im  gesamten  Umfang  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  und  auf  Fr. 1200.­ festzulegen sind (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1­3 des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor dem Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2]; Art. 37 VGG  i.V.m. Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­6266/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 1200.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand:

D-6266/2011 — Bundesverwaltungsgericht 01.12.2011 D-6266/2011 — Swissrulings