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Bundesverwaltungsgericht 07.02.2012 D-618/2012

7 febbraio 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,184 parole·~6 min·1

Riassunto

Nichteintreten auf Asylgesuch (Papierlosigkeit) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. Januar 2012

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­618/2012 law/rep Urteil   v om   7 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichter Walter Lang, mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher; Gerichtsschreiber Philipp Reimann. Parteien A._______, geboren am (…), Nigeria, vertreten durch lic. iur. Yassin Abu­Ied, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. Januar 2012 / N (…).

D­618/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  die  Beschwerdeführerin,  eine  nigerianische  Staatsangehörige  mit  angeblich  letztem  Wohnsitz  in  B._______,  C._______,  ihr  Heimatland  eigenen  Angaben  zufolge  am  18. September  2011  auf  dem  Luftweg  verliess  und  am  folgenden  Tag  nach  einer  Zwischenlandung  in  Amsterdam illegal in die Schweiz einreiste, dass sie am folgenden Tag im Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ)  D._______ um Asyl nachsuchte, dass sie dort am 30. September 2011 zum Reiseweg,  ihren Personalien  sowie summarisch zu den Gründen ihres Asylgesuchs befragt wurde, dass das BFM die Beschwerdeführerin am 19. Januar 2012 gestützt auf  Art. 29  Abs. 1  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  ausführlich zu ihren Asylgründen anhörte, dass  die  Beschwerdeführerin  zur  Begründung  ihres  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  vorbrachte,  Angehörige  der  terroristischen  Boko  Haram  Gruppe  hätten  ihren  Lebenspartner  am  26. August  2011  in  ihrer  Anwesenheit  auf  offener  Strasse  ermordet,  weil  er  es  abgelehnt  habe,  sich ihnen anzuschliessen, dass  sie  selbst  am  26. August  2011  von  den  Mördern  ihres  Lebenspartners  betäubt  und  in  den  Busch  verschleppt  worden  sei,  wo  man sie drei Tage lang festgehalten habe, dass  sie  schliesslich  von  ihrem  Bewacher  aus  Mitleid  und  mit  dem  Hinweis, sie möge sich nie mehr blicken lassen, freigelassen worden sei, dass sie sich in der Folge zu ihrem in E._______ wohnhaften F._______  begeben habe, dass  indessen  wenige  Tage  später  die  vormaligen  Entführer  bei  ihrem  F._______ angerufen und sich nach ihrem Verbleib erkundigt hätten, dass sie sich daraufhin entschlossen habe, ihre Heimat zu verlassen, dass  sie  zwischenzeitlich  in  der  Schweiz  vernommen  habe,  dass  ihr  F._______ am 18. Dezember 2011 gestorben sei,

D­618/2012 dass sie befürchte, bei einer Rückkehr  ins Heimatland von Angehörigen  der Boko Haram Gruppierung umgebracht zu werden, dass  für  den  weiteren  Inhalt  der  Aussagen  auf  die  Protokolle  bei  den  Akten zu verweisen ist, dass  die  Beschwerdeführerin  im  Verlaufe  des  vorinstanzlichen  Verfahrens  weder  Identitäts­  oder  Reisepapiere  noch  anderweitige  Beweismittel zu den Akten reichte, dass  sie  zur  Begründung  ausführte,  nie  eine  Identitätskarte  oder  einen  Reisepass  besessen  zu  haben  (vgl.  act.  A6/11  S. 5)  und  mit  einem  fremden Pass ausgereist zu sein (vgl. act. A14/15 S. 10 F98), dass  das  BFM  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  mit  Verfügung  vom  25. Januar  2012  –  eröffnet  am  26. Januar  2012  ­  in  Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht eintrat, die Wegweisung  aus der Schweiz verfügte und sie – unter Androhung von Zwangsmitteln  im Unterlassungsfall – aufforderte, die Schweiz am Tag nach Eintritt der  Rechtskraft zu verlassen, dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  ihres  Rechtsvertreters  vom  2. Februar 2012 beim Bundesverwaltungsgericht gegen diesen Entscheid  Beschwerde  erheben  und  dabei  sinngemäss  beantragen  liess,  die  angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen,  auf ihr Gesuch einzutreten, dass  sie  zudem  in  prozessualer Hinsicht  beantragen  liess,  es  sei  ihr  in  der Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu  bestellen und es sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren,  dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  6. Februar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 

D­618/2012 beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht  vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  die  Beschwerdeführerin  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),  dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG  und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  die  Unangemessenheit  gerügt  werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide  nach Art. 32 – 35 AsylG, mit denen es das BFM ablehnt, ein Asylgesuch  auf  seine materielle  Begründetheit  hin  zu  überprüfen,  grundsätzlich  auf  die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf  das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  demnach  –  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist,

D­618/2012 dass  indessen  im Falle  des Nichteintretens  auf  ein Asylgesuch gestützt  auf  Art. 32  Abs. 2  Bst. a  und  Abs. 3  AsylG  über  das Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit  dies  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  möglich  ist  (vgl.  BVGE  2007/8 E. 5.6.5 S. 90 f.), dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerdeverfahren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen  Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73), dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass  gemäss  Art. 32  Abs. 2  Bst. a  AsylG  auf  ein  Asylgesuch  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innert  48  Stunden  nach  Einreichung  des  Gesuchs  Reise­  oder  Identitätspapiere  abgeben, dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG),  oder wenn aufgrund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  wird  (Bst. b),  oder  wenn  sich  aufgrund  der  Anhörung  die  Notwendigkeit  zusätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses ergibt (Bst. c), dass die Beschwerdeführerin im Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens  kein  Reise­  oder  Identitätspapier  eingereicht  hat,  womit  die  Grundvoraussetzung  für  die  Anwendbarkeit  des  Nichteintretenstatbestandes von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG erfüllt ist (vgl.  BVGE 2007/7 E. 6 S. 69  f.), dass  die  Erklärungen  der  Beschwerdeführerin,  sie  habe  keinen  Reisepass oder ein Identitätspapier besessen und sei mit einem fremden  Pass  von  Lagos  nach  Amsterdam  beziehungsweise  in  die  Schweiz  gereist  (vgl. act. A6/11 S. 5 und 6  i.V.m. A14/15 S. 10 F98), angesichts  der  strengen  Kontrollen  an  EU­  und  Schengen­Aussengrenzen  sehr  unwahrscheinlich  anmuten,  zumal  die  Beschwerdeführerin  zusätzlich  behauptet  hat,  den  fremden Reisepass  nie  persönlich  vorgewiesen  und 

D­618/2012 nicht  einmal  gewusst  zu  haben,  auf  welche  Personalien  er  ausgestellt  worden sei (vgl. act. A6/11 S. 6), dass  die  von  der  Beschwerdeführerin  anlässlich  ihrer  Anhörung  vom  19. Januar  2012  aufgestellte  und  in  der  Beschwerde  wiederholte  Behauptung,  ihre  Papiere  hätten  sich  bei  ihrem  zwischenzeitlich  verstorbenen  F._______  befunden  (vgl.  act.  A14/15  S. 2  F4 ff.  i.V.m.  A14/15  S. 4  F23),  ebenfalls  nicht  zu  überzeugen  vermag,  da  ihr  F._______ ihr ja bei ihrem letzten persönlichen Treffen zur Flucht geraten  haben soll und vor diesem Hintergrund nicht ersichtlich wäre, weshalb er  ihr damals nicht auch ihre Identitätspapiere ausgehändigt haben sollte, dass  es  der  Beschwerdeführerin  nach  dem  Gesagten  nicht  gelingt,  entschuldbare  Gründe  für  das  nicht  fristgerechte  Einreichen  von  Identitäts­ oder Reisepapieren glaubhaft zu machen, dass  demnach  zu  prüfen  bleibt,  ob  das  BFM  zu  Recht  davon  ausgegangen  ist,  die  Flüchtlingseigenschaft  sei  nicht  gegeben  und  es  bestehe aufgrund der Anhörung keine Notwendigkeit  zur Vornahme von  weiteren  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines Wegweisungsvollzugshindernisses, dass die Beschwerdeführerin geltend macht, sie sei aus dem Heimatland  geflüchtet, weil Angehörige der Boko Haram sie verfolgt hätten, dass  das  BFM  jedoch  zur  Recht  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  dieser  Vorbringen geäussert hat, dass die Beschwerdeführerin nur  rudimentäre Angaben zur Gruppierung  der  Boko Haram  und  überdies  nicht  plausibel machen  konnte,  weshalb  ihre Entführer ein derart starkes Interesse hätten daran haben sollen, sie  zu töten, dass  es  abgesehen  davon  reichlich  widersinnig  anmutet,  dass  ihre  Entführer sie drei Tage lang in Tötungsabsicht im Busch festgehalten und  schliesslich  freigelassen  haben  sollen,  um  sie  wenig  später  erneut  zu  suchen, dass  die  Beschwerdeführerin  des Weiteren  die  Frage,  ob  sie  nach  der  Flucht zu ihrem F._______ jemanden in B._______ kontaktiert habe, um  herauszufinden, was weiter passiert sei, verneinte  (vgl. act. A14/15 S. 8  F77),  ein  solches Desinteresse  an  der  eigenen Bedrohungslage  jedoch  realitätsfremd erscheint,

D­618/2012 dass  die  geltend  gemachte  Verfolgung  durch  Angehörige  der  Gruppierung Boko Haram daher offensichtlich unglaubhaft ist, dass darauf  verzichtet werden  kann,  auf  die weiteren Vorbringen  in  der  Beschwerde einzugehen, da sie an dieser Einschätzung nichts zu ändern  vermögen, dass  das  Bestehen  der  Flüchtlingseigenschaft  der  Beschwerdeführerin  nach  dem  Gesagten  ohne  weiteres  ausgeschlossen  werden  kann  und  auch  keine  zusätzlichen  Abklärungen  hinsichtlich  der  Frage  des  Wegweisungsvollzugs  notwendig  erscheinen  (vgl.  dazu  auch  nachfolgend), dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a  AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK 2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht, dass  das  BFM  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

D­618/2012 dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,  dass  ferner  keine  Anhaltspunkte  für  eine  der  Beschwerdeführerin  in  Nigeria  drohende  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  ist  es  ihr  doch  nicht  gelungen,  diesbezüglich  eine  tatsächlich  bestehende  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachzuweisen oder glaubhaft zu machen,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemeine Lage in Nigeria noch  individuelle Gründe auf  eine  konkrete  Gefährdung  der  Beschwerdeführerin  im  Falle  einer  Rückkehr schliessen lassen, dass in Nigeria keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht, weshalb der  Wegweisungsvollzug  dorthin  nicht  als  generell  unzumutbar  zu  bezeichnen ist,

D­618/2012 dass  in  der  Beschwerde  zwar  behauptet  wird,  die  Beschwerdeführerin  leide zufolge ihrer Erlebnisse in Nigeria unter psychischen Störungen und  bedürfe dringend psychiatrischer Betreuung (vgl. Beschwerde S. 1),  dass  dieser  ohnehin  nicht  weiter  substantiierten  Behauptung  jedoch  im  Ergebnis  zufolge  der  vorstehend  skizzierten  Unglaubhaftigkeit  ihrer  Asylvorbringen die Grundlage entzogen ist, dass es sich bei der Beschwerdeführerin den Akten zufolge vielmehr um  eine  junge  Frau  ohne  relevante  gesundheitliche  Probleme  handelt,  welche  über  eine  solide  Ausbildung  verfügt  und  vor  der  Ausreise  als  G._______ gearbeitet hat (vgl. act. A6/11 S. 3 Ziff. 1.17.04 und 1.17.05), dass  es  ihr  bei  dieser  Sachlage  grundsätzlich  zuzumuten  ist,  bei  einer  Rückkehr ins Heimatland dort erneut einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, dass  sie  bei  Bedarf  die  Unterstützung  durch  ihre  in  Nigeria  wohnhafte  H._______ in Anspruch nehmen könnte, dass  nach  dem  Gesagten  nicht  zu  erwarten  ist,  dass  die  Beschwerdeführerin  bei  einer  Rückkehr  nach  Nigeria  in  eine  existenzbedrohende  Situation  gerät,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung nicht als unzumutbar zu erachten ist, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  schliesslich  möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG),  und es ihr obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  dazu  auch  BVGE 2008/34  E. 12  S. 513 ­  515), dass  es  der  Beschwerdeführerin  somit  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  die  Gesuche  um  unentgeltliche  Rechtsverbeiständung  und  unentgeltliche Prozessführung  im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG  abzuweisen sind, da die Beschwerde als aussichtslos zu bezeichnen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.–  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 

D­618/2012 SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­618/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die Gesuche um unentgeltliche Rechtsverbeiständung und unentgeltliche  Prozessführung werden abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Walter Lang Philipp Reimann Versand:

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