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Bundesverwaltungsgericht 17.11.2011 D-6177/2011

17 novembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,256 parole·~6 min·1

Riassunto

Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung) | Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung); Verfügung des BFM vom 11. November 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­6177/2011 Urteil   v om   1 7 .   No v embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Martin Zoller, mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas; Gerichtsschreiber Daniel Widmer. Parteien A.______, Ghana,  (…),   Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung (Flughafenverfahren); Verfügung des BFM vom 11. November 2011 / (…).

D­6177/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer unter Verwendung gefälschter (…) Ausweise  eigenen Angaben zufolge Accra am 27. Oktober 2011 auf dem Luftweg in  Richtung  B.______  verliess,  von  wo  er  über  C.______  nach  Zürich  weiterflog, dass er dort an der Weiterreise nach D.______ gehindert wurde und  am  30. Oktober  2011  im  Transitbereich  des  Flughafens  Zürich  um  Asyl  nachsuchte, dass  das  BFM  ihm  gleichentags  die  Einreise  in  die  Schweiz  vorläufig  verweigerte  und  ihm  für  die  Dauer  des  weiteren  Asylverfahrens  bis  maximal  60  Tage  der  Transitbereich  des  Flughafens  Zürich  als  Aufenthaltsort zugewiesen wurde, dass  der  Beschwerdeführer  am  31. Oktober  2011  summarisch  befragt  und  am  11. November  2011  durch  den  Dienst  Flughafenverfahren  des  BFM einlässlich zu den Asylgründen angehört wurde, dass  er  dabei  im  Wesentlichen  vorbrachte,  er  sei  (…)  im  (…)  von  E.______ entfernten Dorf F.______ wohnhaft gewesen, dass  ihm  G.______  vor  einigen  Jahren  kurz  vor  seinem  Tod  ein  (…)  vermacht habe, was die restlichen Verwandten nicht akzeptiert hätten, dass  er  in  der  Folge  ins  (…)  von  E._______  umgezogen  und  dort  im  Laufe  der  Zeit  von  unbekannten  Personen  bedroht  worden  sei,  wobei  vermutlich Verwandte von ihm für die Drohungen verantwortlich gewesen  seien, dass  er  (…)  zum  Dorfoberhaupt  gegangen  sei,  um  gegen  diese  Verwandten zu klagen, dass  die Verwandten  vom Dorfoberhaupt  vorgeladen worden  seien  und  dabei abgestritten hätten, etwas mit den Drohungen zu tun zu haben, dass  der  Beschwerdeführer  (…)  einen  Drohzettel  vor  seiner  Türe  gefunden  und  sich  aus  Angst  vor  weiteren  Behelligungen  entschlossen  habe,  seinen  Heimatstaat  zu  verlassen,  woraufhin  er  sich  nach  Accra  begeben und dort die Ausreise vorbreitet habe,

D­6177/2011 dass  das  BFM  mit  am  selben  Tag  eröffneter  Verfügung  vom  11. November  2011  feststellte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  dessen  Asylgesuch  ablehnte  und  die  Wegweisung  aus  dem  Transitbereich  des  Flughafens  Zürich  sowie  den  Vollzug anordnete, dass das Bundesamt zur Begründung seines Entscheids im Wesentlichen  ausführte,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  hielten  weder  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art. 3  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) noch denjenigen an  die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG stand, dass er keine staatliche Verfolgung geltend mache, dass  das  Dorfoberhaupt,  welchem  die  Rolle  einer  erstinstanzlichen  staatlichen  Behörde  zukomme,  auf  die  Intervention  seitens  des  Beschwerdeführers  hin  ein  Schlichtungsverfahren  eingeleitet  und  damit  den verlangten Schutz geboten habe, dass es dem Beschwerdeführer in der Folge auch offen gestanden wäre,  sich  an  die  offiziellen  Polizei­  und  Justizbehörden  zu  wenden,  weshalb  der  Staat  vor  diesem  Hintergrund  seiner  Schutzpflicht  nachgekommen  sei, dass er aus  regional beschränkten Verfolgungsmassnahmen abgeleitete  Nachteile  geltend  mache,  weshalb  er  über  eine  innerstaatliche  Fluchtalternative,  beispielsweise  in  Accra,  verfüge,  und mithin  nicht  auf  den Schutz der Schweiz angewiesen sei, dass  im  Übrigen  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  im  Zusammenhang mit der geltend gemachten Verfolgung nicht glaubhaft  seien,  da  sie  äusserst  ungenau,  logisch  nicht  stringent  und  zeitlich  nicht nachvollziehbar seien, dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  14. November  2011  (vorab  per  Telefax)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei unter Kosten  und  Entschädigungsfolge  beantragte,  es  sei  der  angefochtene  Entscheid  aufzuheben,  die  Flüchtlingseigenschaft  anzuerkennen  und  Asyl  zu  gewähren,  die  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und 

D­6177/2011 Unmöglichkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung  festzustellen  und  die  vorläufige Aufnahme anzuordnen, dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte, und zudem beantragte,  im Sinne einer vorsorglichen Massnahme seien die Vollzugsbehörden  anzuweisen,  die  Kontaktaufnahme  mit  dem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  sowie  jede  Weitergabe  von  Daten  an  denselben  zu  unterlassen, dass  er  eventualiter  über  eine  bereits  erfolgte  Datenweitergabe  in  einer separaten Verfügung zu informieren sei, dass  er  schliesslich  beantragte,  es  sei  eventuell  die  aufschiebende  Wirkung wiederherzustellen, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  14. November  2011  vollständig  beim Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 50 und  52 VwVG),

D­6177/2011 dass  die  Beschwerde  zwar  nicht  in  einer  Amtssprache  des  Bundes  abgefasst  ist (Art. 70 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101),  indes  auf  die  Ansetzung  einer  Frist  zur  Beschwerdeverbesserung  praxisgemäss  verzichtet  werden  kann,  da  der  in  Englisch  verfassten  Beschwerdeeingabe  genügend  klare  Rechtsbegehren  und  deren  Begründung  zu  entnehmen  sind  und  ohne  Weiteres  darüber  befunden  werden kann, dass somit – unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägungen – auf die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters zu entscheiden  ist  (Art.  111  Bst.  e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend  –  wie  nachfolgend  aufgezeigt – um eine solche handelt, weshalb auf einen Schriftenwechsel  zu  verzichten  und  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG), dass  die  Beschwerde  aufschiebende  Wirkung  hat  (Art.  42  Abs.  1  AsylG)  und  das  BFM  einer  allfälligen  Beschwerde  die  aufschiebende  Wirkung  nicht  entzogen  hat  (Art.  55 Abs.  2 VwVG), weshalb  auf  den  Eventualantrag  auf  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  nicht einzutreten ist, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  anerkannt  wird,  wenn sie  in  ihrem Heimatstaat oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft  gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

D­6177/2011 dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält, dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte  oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass  das BFM  in  der  angefochtenen Verfügung ausführlich  und  –  nach  Überprüfung der Akten auch aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts –  zu  Recht  festgestellt  hat,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  genügten weder  den Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  noch  denjenigen an die Glaubhaftigkeit, dass  diesbezüglich  zwecks  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  nicht  zu  beanstandenden Erwägungen  in  der  angefochtenen Verfügung  verwiesen  werden  kann  und  lediglich  zu  ergänzen  bleibt,  dass –  ungeachtet  der  fehlenden  Glaubhaftigkeit  der  geltend  gemachten  Verfolgungsvorbringen – diese nicht aus einem der in Art. 3 Abs. 1 AsylG  genannten  Gründe  erfolgt  wären  und  auch  aus  diesem  Grund  als  asylrechtlich nicht relevant zu qualifizieren wären, dass  es  dem Beschwerdeführer  nicht  gelingt,  die Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen,  weshalb  das  Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat, dass  auch  die  Ausführungen  in  der  Beschwerdeschrift  an  dieser  Feststellung nichts zu ändern vermögen, zumal sich jene weitgehend auf  eine Wiederholung der bisherigen Vorbringen beschränken, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  732),  weshalb  die  verfügte Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 

D­6177/2011 nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen  völker­  und  landesrechtlichen  Bestimmungen  zulässig  ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb  das  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art. 3  der  Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  ihm  in  Ghana droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die in Ghana herrschende politische Situation noch andere  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  dorthin  sprechen, dass insbesondere keine individuellen Gründe ersichtlich sind, die dem  Vollzug der Wegweisung allenfalls entgegenstehen könnten, zumal es  sich  beim  Beschwerdeführer  um  einen  –  soweit  aktenkundig –  gesunden,  noch  relativ  jungen  Mann  handelt,  der  sein  ganzes 

D­6177/2011 bisheriges  Leben  in  Ghana  verbracht  und  dort  eigenen  Angaben  zufolge (…) absolviert hat, dass  er  in  der  Folge  während mehreren  Jahren  erfolgreich  (…)  tätig  war,  weshalb  es  ihm  zuzumuten  ist,  sich  in  seinem  Heimatstaat  um  eine Erwerbstätigkeit zu bemühen, dass  der  Beschwerdeführer  nebst  seiner  Muttersprache  auch  (…)  spricht  und  in  seinem  Heimatstaat  über  ein  familiäres  und  soziales  Beziehungsnetz verfügt, dass unter den gegebenen Umständen nicht davon auszugehen ist, er  würde  bei  einer  Rückkehr  in  eine  existenzbedrohende  Situation  geraten,  die  als  konkrete  Gefährdung  im  Sinne  der  zu  beachtenden  Bestimmungen zu werten wäre (Art. 83 Abs. 4 AsylG), dass schliesslich der Vollzug der Wegweisung auch als grundsätzlich  möglich  (Art. 83  Abs. 2  AuG)  erscheint,  da  es  Pflicht  des  Beschwerdeführers  ist, sich um die Beschaffung der  für die Rückkehr  notwendigen Reisepapiere zu bemühen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, soweit darauf einzutreten ist, dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  unter  anderem  beantragte,  die  zuständige  Behörde  sei  vorsorglich  anzuweisen,  die  Kontaktaufnahme  mit  dem  Heimatstaat  sowie  jede  Datenweitergabe an denselben zu unterlassen, dass  Personendaten  von  Asylsuchenden,  anerkannten  Flüchtlingen  und Schutzbedürftigen dem Heimat­ oder Herkunftsstaat nicht bekannt  gegeben  werden,  wenn  dadurch  die  betroffene  Person  oder  ihre  Angehörigen  gefährdet  würden,  und  über  ein  Asylgesuch  keine  Angaben gemacht werden dürfen (Art. 97 Abs. 1 AsylG),

D­6177/2011 dass jedoch die für die Organisation der Ausreise zuständige Behörde  zwecks Beschaffung der für den Vollzug der Wegweisung notwendigen  Reisepapiere mit dem Heimat­ oder Herkunftsstaat Kontakt aufnehmen  kann, wenn  in erster  Instanz das Vorliegen der Flüchtlingseigenschaft  verneint wurde (Art. 97 Abs. 2 AsylG), dass gemäss Art. 4 Abs. 1 der Verordnung vom 11. August 1999 über  den  Vollzug  der Weg­  und  Ausweisung  von  ausländischen  Personen  (VVWA,  SR  142.281)  das  Vorliegen  der  Flüchtlingseigenschaft  als  verneint  gilt,  wenn  das  Asylgesuch  abgelehnt  oder  ein  Nichteintretensentscheid verfügt wurde, dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung  vom  11. November  2011  abgelehnt  hat,  weshalb  formal  die  Voraussetzungen gemäss Art. 97 Abs. 2 AsylG erfüllt sind, dass  im Übrigen aufgrund der  dem Bundesverwaltungsgericht  derzeit  vorliegenden  Akten  nichts  auf  eine  konkrete  Gefährdung  des  Beschwerdeführers  durch  eine  allfällige  Bekanntgabe  der  in  Art. 97  Abs. 3  Bstn.  a­c  AsylG  erwähnten  Personendaten  gegenüber  der  zuständigen ausländischen Behörde hindeutet, dass  folglich  der  in  der  Beschwerde  mit  keinem  Wort  begründete  Antrag,  die  zuständige  Behörde  sei  vorsorglich  anzuweisen,  die  Kontaktaufnahme  mit  dem  Heimatstaat  sowie  jegliche  Datenweitergabe an denselben zu unterlassen, abzuweisen ist, dass  aus  den  dem  Gericht  vorliegenden  Akten  nicht  hervorgeht,  die  Vorinstanz  habe  den  Beschwerdeführer  betreffende  Daten  an  den  Heimatstaat  weitergegeben,  weshalb  auf  das  Eventualbegehren,  der  Beschwerdeführer  sei  bei  bereits  erfolgter  Datenweitergabe  in  einer  separaten Verfügung zu  informieren, mangels Rechtsschutzinteresses  im Rahmen dieses Verfahrens nicht einzutreten ist, dass  der  Antrag  auf  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses durch das vorliegende Urteil gegenstandslos wird,  weshalb darüber nicht mehr zu befinden ist, dass  schliesslich  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  gemäss  Art. 65  Abs. 1  VwVG,  ungeachtet  der  vom  Beschwerdeführer  nicht  nachgewiesenen  prozessualen  Bedürftigkeit, 

D­6177/2011 abzuweisen  ist,  da die Beschwerdebegehren nach dem Gesagten als  aussichtslos zu bezeichnen sind, dass  das  Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtsverbeiständung  im  Sinne  von Art. 65 Abs. 2 VwVG mangels Erfüllung der Voraussetzungen von  Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuweisen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­6177/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2.   Die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  und  unentgeltlichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Martin Zoller Daniel Widmer Versand:

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