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Bundesverwaltungsgericht 25.10.2011 D-5777/2011

25 ottobre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,061 parole·~5 min·3

Riassunto

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 10. Oktober 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­5777/2011 Urteil   v om   2 5 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Einzelrichter Hans Schürch, mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;  Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold. Parteien A._______ alias B._______, geboren am (…), dessen Lebenspartnerin C._______ alias D._______,  geboren am (…), und deren Kind E._______, geboren (…), Russland,  (…),   Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuche und Wegweisungen (Dublin­Verfahren); Verfügung des BFM vom 10. Juli 2011.

D­5777/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführenden am 20. August 2011  in der Schweiz um  Asyl nachsuchten, dass  sie  anlässlich  der  Kurzbefragungen  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  F._______  vom  16.  September  2011  im  Wesentlichen vorbrachten, sie stammten aus Tschetschenien (Russland),  gehörten  der  tschetschenischen  Ethnie  an  und  seien  muslimischen  Glaubens,  dass  der  Beschwerdeführer  –  welcher  von  der  Staatsanwaltschaft  F._______ mit Strafbefehl vom 8. September 2011 wegen Diebstahls und  Sachbeschädigung  zu  einer  Geld­  und  Freiheitsstrafe  verurteilt  worden  war ­ weiter ausführte, er sei  im Jahre 2009 von Belgien nach Russland  ausgeschafft worden und werde nun verdächtigt, an der Ermordung eines  Mannes namens G._______ in Tschetschenien beteiligt gewesen zu sein, dass er daher wiederholt von Angehörigen G._______ zu Hause gesucht  worden  sei, weshalb  er  sich  entschlossen  habe,  Tschetschenien  erneut  zu verlassen und nach Polen zu reisen, dass die Leute G._______ auch seinen Aufenthaltsort  in Polen ausfindig  gemacht hätten, dass er Hepatitis C habe und ausserdem seit dem Jahre 2006 auf dem  rechten Auge  nichts mehr  sehe,  die  erforderliche  ärztliche Hilfe  aber  in  Polen nicht erhalten könne, dass  die  Beschwerdeführerin  sodann  vorbrachte,  sie  habe  Tschetschenien  im  September  2010  zusammen  mit  ihrer  Tochter  E._______sowie  weiteren  Familienangehörigen  wegen  wiederholter  Probleme mit  ihrem alkohol­ und vermutlich auch drogenabhängigen Ex­ Mann  und  Vater  ihres  Kindes  verlassen  und  sei  unter  Umgehung  der  Grenzkontrollen  nach  Polen  gereist,  wo  sie  ihren  Lebenspartner  kennengelernt habe, dass sie später gemeinsam nach Belgien gereist seien, dass die Beschwerdeführerin gehört habe, ihr Ex­Mann sei ihr gefolgt und  wohne jetzt bei seinem Bruder in Polen,

D­5777/2011 dass  die  Beschwerdeführenden  nach  dem  Erhalt  negativer  Asylentscheide in Belgien nicht in ihre Heimat zurückgekehrt, sondern am  20. August 2010 in einem Bus in die Schweiz gefahren seien,  dass bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der Einzelheiten  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  auf  die  Protokolle  bei  den  Akten  verwiesen wird (vgl. Akten Vorinstanz A15/10 und A16/10),  dass  das  BFM  aufgrund  der  Angaben  der  Beschwerdeführenden  und  dem mit  der mehrfachen Stellung von Asylgesuchen  in Zusammenhang  stehenden  Abgleich  der  Fingerabdrücke  mit  der  Zentraleinheit  Eurodac  (Erfassung des Beschwerdeführers am 5. August 2006, am 19. Oktober  2006  und  am  5.  August  2010  in  Polen  sowie  am  21.  August  2006,  am  8. Mai  2007,  am  13.  August  2008  und  am  23.  Mai  2011  in  Belgien;  Erfassung der Beschwerdeführerin am 12. September 2010 in Polen und  am  23.  Mai  2011  in  Belgien)  am  29.  September  2011  ein  Übernahmeersuchen  an  die  polnischen Behörden  (Erstasylstaat)  stellte,  welchem  am  4. Oktober  2011  (betreffend  Beschwerdeführer)  beziehungsweise  am  7. Oktober  2011  (betreffend  Beschwerdeführerin  und ihr Kind) zugestimmt wurde,  dass das BFM in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  mit  Verfügung  vom  10.  Oktober  2011  –  eröffnet  am  13.  Oktober  2011  –  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  nach  Polen  und  den  Wegweisungsvollzug  anordnete  und  gleichzeitig  feststellte,  dass  einer  allfälligen  Beschwerde  keine aufschiebende Wirkung zukomme,  dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  Polen  sei  gestützt  auf  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen  [DAA],  SR 0.142.392.689)  und  das Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung  und Entwicklung des Schengen­Besitzstands und über die Kriterien und  Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags 

D­5777/2011 (Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004,  SR 0.362.32)  für  die  Durchführung des Asylverfahrens zuständig,  dass  die  polnischen  Behörden  der  Rückübernahme  der  Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. e der Verordnung  [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten Asylantrags zuständig ist (Dublin­II­VO), zugestimmt hätten,  dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder  Verlängerung gemäss Art. 19 f. Dublin­II­VO – bis spätestens am 4. April  2012  (Beschwerdeführer)  beziehungsweise  am  7.  April  2012  (Beschwerdeführerin und ihr Kind) zu erfolgen habe, dass  daher  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht  einzutreten und deren Wegweisung aus der Schweiz anzuordnen sei,  dass die Beschwerdeführenden in einen Drittstaat reisen könnten, in dem  sie Schutz vor Rückschiebung  im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG fänden,  weshalb  das  Non­Refoulement­Gebot  bezüglich  des  Heimat­  oder  Herkunftsstaats  nicht  zu  prüfen  sei,  und  ferner  für  den  Fall  einer  Rückkehr nach Ungarn keine Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) bestehen würden, dass weder die  in Polen herrschende allgemeine Situation noch andere  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  diesen  Staat sprechen würden,  dass  hinsichtlich  der  Einwände  der  Beschwerdeführenden,  sie  könnten  nicht  nach  Polen  zurückkehren,  da  sie  dort  in  Gefahr  seien,  überdies  bekomme  der  Beschwerdeführer  in  Polen  nicht  die  nötige medizinische  Hilfe,  darauf  hinzuweisen  sei,  dass  die  Beschwerdeführenden  bei  allfälligen  Problemen  mit  Drittpersonen  die  polnischen  Behörden  um  Schutz  ersuchen  könnten  und  im  Übrigen  grundsätzlich  davon  ausgegangen  werden  könne,  Polen  vermöge  die  allenfalls  benötigten  medizinischen Versorgungsleistungen zu erbringen, dass  der  Wegweisungsvollzug  zudem  technisch  möglich  und  praktisch  durchführbar sei,

D­5777/2011 dass  die  Beschwerdeführenden  dagegen mit  Eingabe  vom  19. Oktober  2011  (Datum Poststempel) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde  erhoben,  worin  um  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung,  um  Eintreten  auf  das  Asylgesuch  und  sinngemäss  um  Durchführung  des  Asylverfahrens in der Schweiz ersucht wurde, dass  in  prozessualer  Hinsicht  beantragt  wurde,  der  Beschwerde  sei  im  Sinne  vorsorglicher  Massnahmen  die  aufschiebende  Wirkung  zuzuerkennen und es sei von einer Überstellung nach Polen abzusehen,  bis  das  Bundesverwaltungsgericht  über  den  Suspensiveffekt  der  eingereichten Beschwerde entschieden habe,  dass  zudem um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) und um Verzicht auf die  Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht wurde,  dass die Beschwerdeführenden zur Untermauerung  ihrer Vorbringen ein  am 4. Oktober 2011 von H._______ erstelltes Schreiben in Kopie zu den  Akten reichten,  dass  auf  die  Begründung  der  Beschwerde  –  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist,  dass die vollständigen vorinstanzlichen Akten am 21. Oktober 2011 beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),  und zieht in Erwägung,  dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 AsylG i. V. m. Art. 31­33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  die  Beschwerdeführenden  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  sind,  weshalb  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2  AsylG  sowie 

D­5777/2011 Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und  Art. 48  Abs. 1  sowie  Art. 52  VwVG),  dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend  –  wie  nachfolgend  aufgezeigt – um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  einen  Schriftwechsel  verzichtet wurde,  dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,  dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  der  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  sich  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  aufgrund  der  Akten  als  zutreffend erweisen, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen vorab  auf  die  nicht  zu  beanstandenden  Ausführungen  des  BFM  in  der  angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,  dass der vorgängige Aufenthalt in Polen und Belgien und die Zustimmung  Polens  zur  Rückübernahme  der  Beschwerdeführenden  aufgrund  der  Aktenlage feststehen,  dass die  in der Schweiz geltend gemachten Asylgründe daher  in Polen,  das  staatsvertraglich  für  das  vorliegende  Verfahren  zuständig  ist,  zu  prüfen sein werden,  dass  Polen  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR 0.142.30),  der  EMRK  und  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 

D­5777/2011 grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105)  ist, und keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen,  wonach Polen  sich  nicht  an  die  daraus  resultierenden  völkerrechtlichen  Verpflichtungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot,  halten  würde,  dass  –  entgegen  der  in  der  Rechtsmitteleingabe  (vgl.  S.  4)  gemachten  Behauptung  –  keine  Hinweise  dafür  vorliegen,  Polen  sei  nicht  in  der  Lage,  den  Beschwerdeführenden  den  erforderlichen  Schutz  vor  Nachstellungen durch Drittpersonen zu gewähren,  dass  auch  kein  Grund  zur  Annahme  besteht,  Personen,  die  sich  im  Rahmen  eines  Asylverfahrens  in  Polen  aufhalten,  würden  aufgrund  der  dortigen  Aufenthaltsbedingungen  nicht  die  erforderliche  medizinische  Betreuung erhalten,   dass an dieser Stelle darauf hinzuweisen ist, dass der Beschwerdeführer  gemäss dem in Kopie eingereichten Schreiben der H._______ zwar eine  Sehschwäche hat und daher ein Besuch beim Augenarzt "ratsam wäre",  er  jedoch nicht – wie  in der Beschwerdeschrift  (vgl. S. 3­5) behauptet –  "praktisch blind" ist, dass sodann auch keinerlei Unterlagen eingereicht wurden, welche sich  zu den weiteren geltend gemachten medizinischen Problemen (Hepatitis  C, psychische Probleme) äussern würden, dass somit entgegen der Beschwerdevorbringen nicht davon auszugehen  ist,  das  BFM  hätte  Veranlassung  zu  einem  Selbsteintritt  (Art. 3  Abs. 2  Dublin­II­VO) gehabt,  dass  die  in  der  Beschwerdeschrift  (vgl.  S.  4  oben)  angebrachte,  durch  keine  entsprechende  Unterlagen  bestätigte  Behauptung,  die  Tochter  Chava  habe  in  Polen  nicht  zur  Schule  gehen  dürfen,  an  dieser  Feststellung nichts zu ändern vermag, dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d  AsylG  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht  eingetreten  ist,  dass  die  Anordnung  der  Wegweisung  nach  Polen  der  Systematik  des  Dublin­Verfahrens  –  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zuständigen  Staat  handelt –  entspricht und im Einklang mit der Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG 

D­5777/2011 steht, wobei in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach  der Zulässigkeit  und Möglichkeit  des Wegweisungsvollzugs  regelmässig  bereits  Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des  Nichteintretensentscheids ist, und hier nicht mehr zu prüfen ist,  dass sich auch die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in  einem  Dublin­Verfahren  nicht  unter  dem  Aspekt  der  vorläufigen  Aufnahme  gemäss  Art. 83  Abs. 1  und  4  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  stellt,  sondern  eine  entsprechende  Prüfung,  soweit  notwendig,  bereits  im  Rahmen  der  Entscheidfindung  hinsichtlich  der  Ausübung des Selbsteintrittsrechts stattfinden muss,  dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  zur  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) besteht, weshalb der vom  BFM verfügte Vollzug der Wegweisungen zu bestätigen ist,  dass  es  den  Beschwerdeführenden  demnach  nicht  gelungen  ist,  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde  abzuweisen ist, dass sich sowohl das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen als  auch  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses mit  vorliegendem Urteil  ohne  vorgängige  Instruktion  als gegenstandslos erweisen,  dass  die  Beschwerde  aufgrund  obiger  Erwägungen  als  aussichtslos  zu  qualifizieren  ist  und  daher  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  VwVG –  ungeachtet  der  allfälligen  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführenden –  abzuweisen ist,  dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art. 63  Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­5777/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen. 3.  Die Verfahrenskosten von Fr. 600.— werden den Beschwerdeführenden  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  nach  Versand  des  vorliegenden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.  4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Kathrin Mangold Versand:

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