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Bundesverwaltungsgericht 31.01.2012 D-5723/2010

31 gennaio 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,041 parole·~5 min·3

Riassunto

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung | Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 18. Juni 2010

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­5723/2010 Urteil   v om   3 1 .   J a nua r   2012 Besetzung Einzelrichter Robert Galliker, mit Zustimmung von Richterin Muriel Beck Kadima; Gerichtsschreiber Matthias Jaggi. Parteien A._______,  geboren (…), Sri Lanka,  c/o Schweizer Botschaft in Colombo, Sri Lanka, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  Verfügung des BFM vom 18. Juni 2010 / N (…).

D­5723/2010 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer,  ein  sri­lankischer  Staatsangehöriger  tamilischer  Ethnie,  die  schweizerische  Vertretung  in  Colombo  mit  englischsprachiger  Eingabe  vom  16.  Juli  2007  (Eingang:  23.  Juli  2007)  um Gewährung von Asyl respektive Migration in die Schweiz ersuchte,  dass  er  dabei  im  Wesentlichen  vortrug,  er  sei  von  den  sri­lankischen  Sicherheitskräften  beschuldigt  worden,  die  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam (LTTE) unterstützt zu haben, weswegen er verhaftet und inhaftiert,  später jedoch wieder freigelassen worden sei, dass  im Jahre 2006 eine bewaffnete Gang auf  ihn geschossen habe, er  jedoch unverletzt habe entkommen können,  dass  er  im  Jahre  2007  verhaftet  worden  sei,  wobei  es  dem  Internationalen Roten Kreuz gelungen sei, ihn freizubekommen,  dass er im Jahre 2007 von der Special Trained Force (STF) verhaftet und  später wieder freigelassen worden sei,  dass  er  seither  vor  bewaffneten  Gangs  und  den  sri­lankischen  Sicherheitskräften versteckt lebe, dass die Botschaft in Colombo den Beschwerdeführer mit Schreiben vom  6. August 2007 aufforderte, detaillierte Informationen und gegebenenfalls  Beweismittel  zu  seinem  Asylgesuch  einzureichen,  ansonsten  sein  Asylverfahren nicht weitergeführt werde, dass der Beschwerdeführer gestützt auf dieses Schreiben der Botschaft  mit undatierter Eingabe mehrere englischsprachige Dokumente  in Kopie  zu  den  Akten  reichte,  so  unter  anderem  eine  Identitätskarte,  ein  Schreiben  des  Internationalen  Roten  Kreuzes  vom  18.  Juni  2002,  ein  Polizeischreiben  sowie  einen ärztlichen Kurzbericht  vom 16. September  2003, dass  die  Botschaft  in  Colombo  die  beiden  Eingaben  des  Beschwerdeführers (inklusive Beilagen) zusammen mit einem Kurzbericht  vom 12. November 2007 dem BFM überwies und dabei im Wesentlichen  festhielt,  auf  die  Durchführung  eines  Interviews  sei  verzichtet  worden,  weil  der  Beschwerdeführer  die  Anforderungen  für  den  Erhalt  von  Asyl  nicht erfülle, 

D­5723/2010 dass  das  BFM mit  Zwischenverfügung  vom  1.  März  2010  festhielt,  der  Sachverhalt  sei  auf  Grund  der  schriftlichen  Eingaben  des  Beschwerdeführers als erstellt zu betrachten, weshalb auf eine Befragung  des Beschwerdeführers verzichtet werden könne, dass das BFM weiter ausführte, das Bundesamt gedenke nach Prüfung  der  Verfahrensakten  das  Asylgesuch  abzuweisen,  und  dem  Beschwerdeführer diesbezüglich eine Frist zur Stellungnahme einräumte, dass  die  Vertretung  in  Colombo  dem  BFM  mit  Schreiben  vom  7. Juni 2010  mitteilte,  dass  die  Zwischenverfügung  vom  1.  März  2010  dem Beschwerdeführer mit eingeschriebener Post zugesandt worden sei,  sich  dieser  innerhalb  der  gewährten Frist  jedoch nicht  habe  vernehmen  lassen, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  18.  Juni  2010  die  Einreise  des  Beschwerdeführers nicht bewilligte und sein Asylgesuch ablehnte, dass  die  Vorinstanz  zur  Begründung  der  Verfügung  im  Wesentlichen  ausführte,  vorliegend  sei  der  Sachverhalt  bereits  aufgrund  der  schriftlichen Eingaben des Beschwerdeführers erstellt gewesen, weshalb  auf die Durchführung einer Anhörung habe verzichtet werden können,  dass  es  sich  bei  den  geltend  gemachten  Inhaftierungen  und  der  Verfolgung  durch  Unbekannte  zwar  um  schwere  Übergriffe  handle,  jedoch die Furcht des Beschwerdeführers vor einer Verfolgung bei einer  objektivierten  Betrachtungsweise  als  nicht  begründet  im  Sinne  des  Asylgesetzes eingestuft werden müsse,  dass  die  Bedenken  des  Beschwerdeführers  vor  erneuten  Übergriffen  seitens  der  Sicherheitskräfte  oder  unbekannten  Personen  gut  nachvollzogen  werden  könnten,  jedoch  das  schweizerische  Asylrecht  nicht dem Ausgleich erlittenen Unrechts diene,  dass zudem die erste vorgebrachte Haft mehr als zehn Jahre zurückliege,  weswegen  zwischen  den  geltend  gemachten  Vorbringen  und  der  vom  Beschwerdeführer  gewünschten  Einreise  in  die  Schweiz  zum  jetzigen  Zeitpunkt kein genügend enger Kausalzusammenhang bestehe,  dass der Beschwerdeführer aus der zweiten Haft im Jahre 2007 ebenfalls  entlassen worden sei, da nichts gegen ihn vorgelegen habe, 

D­5723/2010 dass der Krieg zwischen der sri­lankischen Regierung und den LTTE mit  der Niederlage der LTTE zu Ende gegangen sei,  dass die LTTE in ihrer früheren Form heute nicht mehr existierten, womit  sich  das  gesamte  Land  erstmals  seit  1983  wieder  unter  Regierungskontrolle befinde,  dass die Anzahl  von Gewaltereignissen wie Entführungen und  "Killings"  erheblich zurückgegangen sei,  dass  die  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Übergriffe  die  Zeit  vor Kriegsende betreffe,  dass  angesichts  der  seither  veränderten  Lage  das Risiko,  dass  er  zum  heutigen  Zeitpunkt  weiteren  Übergriffen  ernsthaften  Ausmasses  durch  unbekannte  Gruppierungen  ausgesetzt  sein  könnte,  ausgesprochen  gering erscheine,  dass  der  Beschwerdeführer  überdies  auf  die  Zwischenverfügung  des  BFM vom 1. März  2010  nicht  geantwortet  habe, was  ein weiteres  Indiz  dafür sei, dass er zum heutigen Zeitpunkt nicht gefährdet sei,  dass in Anbetracht dieser Ausführungen sowie aufgrund des Umstandes,  dass  der  Beschwerdeführer  kein  Gefährdungsprofil  aufweise,  das  im  heutigen Zeitpunkt mit erheblicher Wahrscheinlichkeit auf eine Verfolgung  schliessen  liesse,  seien  die  geltend  gemachten  Vorbringen  nicht  einreiserelevant,  dass an diesen Erwägungen auch die von ihm eingereichten Dokumente  nichts  zu  ändern  vermöchten,  stützten  diese  doch  lediglich  seine  Vorbringen, die nicht bestritten seien,  dass die schweizerische Vertretung  in Colombo die Verfügung des BFM  vom  18.  Juni  2010  dem  Beschwerdeführer  mit  Begleitschreiben  vom  29. Juni 2010 per Post zustellen liess,  dass der Beschwerdeführer mit englischsprachiger Eingabe vom 28. Juli  2010  (Eingangsstempel  der  schweizerischen  Botschaft  in  Colombo:  3. August 2010)  sinngemäss  die  Aufhebung  der  BFM­Verfügung,  die  Bewilligung  der  Einreise  in  die  Schweiz  und  die  Asylgewährung  beantragte, 

D­5723/2010 dass der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend machte, auch nach  dem Ende des Krieges habe sich die Situation in rückständigen Gebieten  noch nicht normalisiert,  dass sie in der Nacht von unbekannten Personen bedroht würden,  dass sie manchmal sogar angegriffen würden, weshalb sie um ihr Leben  fürchteten,  dass  der  Beschwerde  drei  bereits  früher  eingereichte  Dokumente  (in  Kopie) beilagen,  dass die Botschaft die Beschwerde vom 28. Juli 2010 (inklusive Beilagen)  mit Begleitschreiben vom 6. August 2010 dem Bundesverwaltungsgericht  überwies,  und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  [AsylG,  SR  142.31]  i.V.m.  Art. 31 ­ 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme nicht vorliegt,  dass  sich  gemäss  ständiger  Praxis  die  Zuständigkeit  der  Beschwerdeinstanz  auf  Grund  des  engen  sachlichen  Zusammenhangs  auch auf die Verweigerung der Einreisebewilligung  im Sinne von Art. 20  Abs. 2 AsylG erstreckt, dass die Beschwerde nicht  in einer Amtssprache des Bundes abgefasst   ist,  dass  auf  die  Ansetzung  einer  Frist  zur  entsprechenden  Beschwerdeverbesserung  im  Sinne  von  Art.  52  VwVG  jedoch  aus  prozessökonomischen  Gründen  verzichtet  werden  kann,  da  –  mit  Ausnahme  der  angefochtenen  Verfügung  –  die  Zwischenverfügungen 

D­5723/2010 und  Eingaben  im  vorinstanzlichen  Verfahren  in  englischer  Sprache  gehalten  und  die  Rechtsmitteleingabe  verständlich  ist,  so  dass  ohne  weiteres darüber befunden werden kann,  dass  der  vorliegende  Entscheid  indessen  in  deutscher  Sprache  ergeht  (Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG),  dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art.  108  Abs.  1  AsylG  sowie  Art.  105  AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG), weshalb  auf die Beschwerde einzutreten ist, dass  über  offensichtlich  begründete  Beschwerden  in  einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es  sich  vorliegend,  wie  nachstehend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  das BFM ein  im Ausland  gestelltes Gesuch  ablehnen  kann, wenn  die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann oder  ihr die Aufnahme in einen Drittstaat zugemutet werden kann (vgl. Art. 3,  Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG),  dass  gemäss Art.  20 Abs.  2 AsylG das BFM einem Asylsuchenden  die  Einreise  zur  Abklärung  des  Sachverhaltes  bewilligt,  wenn  ihm  nicht  zugemutet werden  kann,  im Wohnsitz­  oder Aufenthaltsstaat  zu  bleiben  oder in ein anderes Land zu reisen, dass  bei  diesem  Entscheid  die  Voraussetzungen  zur  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  grundsätzlich  restriktiv  zu  umschreiben  sind,  wobei  den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt, dass  neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz  in  Betracht  zu  ziehen  ist  (vgl. die nach wie vor geltende,  in den Entscheidungen und Mitteilungen  der  [vormaligen]  schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  publizierte Praxis: EMARK 2004 Nr. 20, S. 130, mit weiteren Hinweisen), 

D­5723/2010 wobei für die Erteilung der Einreisebewilligung die Schutzbedürftigkeit der  betroffenen Person ausschlaggebend  ist, mithin die Prüfung der Fragen,  ob  eine Gefährdung  im Sinne  von Art.  3 AsylG  glaubhaft  gemacht wird  und  ob  der  Verbleib  am  Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann (a.a.O., S. 131), dass  bei  einem  im  Ausland  gestellten  Asylgesuch  grundsätzlich  eine  Befragung  der  asylsuchenden  Person  durchgeführt  wird,  es  sei  denn,  dies sei unmöglich (vgl. Art. 10 Abs. 1 und 2 der Asylverordnung 1 vom  11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]),  dass sich das Bundesverwaltungsgericht im publizierten Entscheid BVGE  2007/30  eingehend mit  der  Sachverhaltsermittlung  und Gewährung  des  rechtlichen  Gehörsanspruches  im  Auslandverfahren  auseinandersetzte  und dabei festhielt, die Unmöglichkeit der Durchführung einer Befragung  könne sich aus organisatorischen oder kapazitätsmässigen Gründen bei  der  Schweizer  Vertretung,  aus  faktischen Hindernissen  im  betreffenden  Land  oder  aus  beim  Asylsuchenden  liegenden  persönlichen  Gründen  ergeben (vgl. a.a.O. E. 5.2­5.3), dass beim Befragungsverzicht die gesuchstellende Person unter Hinweis  auf  ihre  Mitwirkungspflicht  in  einem  individualisierten  Schreiben  mittels  konkreter Fragen aufzufordern sei, die Asylgründe schriftlich festzuhalten  (a.a.O. E. 5.4), dass  eine  Befragung  sich  schliesslich  auch  erübrigen  könne,  wenn  der  Sachverhalt  bereits  aufgrund  des  eingereichten  Asylgesuches  als  entscheidreif  erstellt  erscheine,  wobei  diesbezüglich  der  asylsuchenden  Person das rechtliche Gehör zu gewähren sei (vgl. a.a.O. E. 5.7 f.), dass  das  BFM  vorliegend  auf  die  Durchführung  einer  persönlichen  Anhörung verzichtete und dabei darauf verwies, dass es den Sachverhalt  auf  Grund  der  schriftlichen  Eingaben  des  Beschwerdeführers  als  hinreichend erstellt betrachte, dass  im  vorliegenden  Fall  die  Voraussetzungen  für  einen  Befragungsverzicht  nach  der  soeben  dargelegten  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  gegeben  sind,  da  keine Unmöglichkeit  der Befragung des Beschwerdeführers vorlag und der Sachverhalt nicht  wie gefordert bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuches vom 16.  Juli  2007  als  entscheidreif  erschien,  was  schon  aus  der  Tatsache  hervorgeht, dass es die schweizerische Botschaft in Colombo zur Klärung 

D­5723/2010 des  Sachverhalts  für  notwendig  erachtete,  den  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom  6. August 2007  aufzufordern,  detaillierte  Informationen  und gegebenenfalls Beweismittel zu seinem Asylgesuch einzureichen, dass  die Vorinstanz  folglich  dadurch,  dass  der Beschwerdeführer  durch  die  Schweizer  Vertretung  in  Colombo  nicht  befragt  wurde,  dessen  Anspruch auf rechtliches Gehör verletzte, dass  zudem  festzuhalten  ist,  dass  das  BFM  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  ungenügend  festgestellt  hat,  zumal  es  nicht  abgeklärt  hat,  von  welchen  bewaffneten  Gangs  und  auf  welche  Art  und  Weise  der  Beschwerdeführer bedroht sein will,  dass  zusammenfassend  festzustellen  ist,  dass  die  Vorinstanz  dadurch,  dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  schweizerische  Vertretung  nicht  befragt  wurde,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  offensichtlich  unvollständig  festgestellt  hat  und  dabei  die  behördliche  Untersuchungspflicht  sowie  den  Anspruch  des  Beschwerdeführers  auf  rechtliches Gehör verletzt hat,  dass  eine  Heilung  dieser  Verfahrensmängel  im  Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens  nicht  möglich  erscheint  und  jedenfalls  nicht  angebracht  wäre,  zumal  dem  Beschwerdeführer  dadurch  eine  Instanz  verloren  ginge  (BVGE  2007/30  E.  8.3),  weshalb  der  angefochtene  Entscheid aufzuheben und zur vollständigen Sachverhaltsfeststellung und  zur  Neubeurteilung  im  Sinne  der  Erwägungen  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen ist (Art. 61 Abs. 1 VwVG), dass  aus  den  Akten  keine  konkreten  Hinweise  für  eine  dem  Beschwerdeführer  akut  drohende  Lebensgefahr  hervorgehen,  zumal  er  sich  gemäss  seiner  Beschwerdeeingabe  noch  immer  in  B._______  aufhält,  wo  sich  die  allgemeine  Sicherheitslage  nach  dem  Ende  des  Krieges  nicht  derart  präsentiert,  dass  eine  Einreisebewilligung  sofort  zu  erteilen  wäre  (vgl.  das  zur  Publikation  vorgesehene  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts         BVGE E­6220/2006  vom  27. Oktober  2011 E. 13.1) dass  angesichts  des  Ausgangs  dieses  Verfahrens  keine  Kosten  aufzuerlegen sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), dass  vorliegend  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen  ist,  zumal  davon  auszugehen  ist,  dass  dem  nicht  vertretenen  Beschwerdeführer 

D­5723/2010 durch  die  Beschwerdeführung  keine  verhältnismässig  hohen  Kosten  entstanden sind (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 4 des Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. 2.  Die  Verfügung  des  BFM  vom  18.  Juni  2010  wird  aufgehoben  und  die  Sache  zur  vollständigen  Sachverhaltsermittlung  und  Neubeurteilung  an  die Vorinstanz zurückgewiesen.  3.  Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4.  Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.  5.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  schweizerische Vertretung in Colombo Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Robert Galliker Matthias Jaggi Versand:

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