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Bundesverwaltungsgericht 13.09.2011 D-4889/2011

13 settembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,314 parole·~7 min·2

Riassunto

Nichteintreten auf Asylgesuch (Papierlosigkeit) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 29. August 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­4889/2011 law/joc/sed Urteil   v om   1 3 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Walter Lang, mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;   Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg. Parteien A._______, geboren am (…), Staatsangehörigkeit unbekannt, angeblich Côte d’Ivoire,  (…),   Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 29. August 2011 / N (…).

D­4889/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge am 20. Februar  2011  illegal  in  die  Schweiz  einreiste,  wo  er  am  gleichen  Tag  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  Kreuzlingen  um  Asyl  nachsuchte, dass das BFM am 2. März 2011  im EVZ Kreuzlingen die Personalien  des Beschwerdeführers erhob und ihn summarisch zum Reiseweg und  zu den Gründen für das Verlassen des Heimatlandes befragte, dass das BFM den Beschwerdeführer am 26. August 2011 einlässlich  zu den Asylgründen anhörte, dass das BFM mit Verfügung vom 29. August 2011 in Anwendung von  Art. 32  Abs. 2  Bst. a  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat,  die Wegweisung aus der Schweiz  verfügte,  deren Vollzug anordnete,  feststellte, der Beschwerdeführer habe die Schweiz – unter Androhung  von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – bis am 28. September 2011  zu  verlassen,  den  Kanton  B._______  verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung zu vollziehen, und dem Beschwerdeführer die  editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte,  dass  der Beschwerdeführer  gegen diese Verfügung mit Eingabe  vom  6. September  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  in  materieller  Hinsicht  beantragte,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  das  Verfahren  zwecks  materieller  Prüfung an die Vorinstanz zurückzuweisen, eventualiter sei ihm wegen  Unzumutbarkeit  des  Vollzuges  der  Wegweisung  die  vorläufige  Aufnahme zu gewähren,  dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragte,  es  sei  der  Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und es sei ihm die  Bezahlung  eines  Kostenvorschusses  sowie  der  Verfahrenskosten  zu  erlassen, und zieht in Erwägung, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der  Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen 

D­4889/2011 Verfügungen  (Art. 5  des Bundesgesetzes  vom 20. Dezember 1968 über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung  der Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und  Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  –  mit  nachfolgender  Einschränkung  –  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2  AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass die Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung hat  (Art. 55 Abs. 1 VwVG) und eine solche vom BFM nicht entzogen wurde  (Art. 55  Abs. 2  VwVG),  weshalb mangels  Rechtsschutzinteresses  auf  den  Antrag,  der  Beschwerde  sei  die  aufschiebende  Wirkung  zu  erteilen, nicht einzutreten ist, dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  in  einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wird, dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide  (Art. 32­35  AsylG)  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht  auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 

D­4889/2011 Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr. 34  E. 2.1  S. 240 f.), dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft, weshalb  dem Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass mit  Beschwerde  die Verletzung  von Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1  AsylG), dass  auf  ein  Asylgesuch  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb  von  48  Stunden  nach  Einreichung  des  Gesuchs Reise­ oder  Identitätspapiere abgeben  (Art. 32 Abs. 2 Bst. a  AsylG), dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuldbaren  Gründen  nicht  in  der  Lage  (Art. 32  Abs. 3  Bst. a  AsylG), auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und  7 AsylG  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder  sich  auf  Grund  der  Anhörung  erweist,  dass  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind  (Art. 32  Abs. 3  Bst. c  AsylG), dass der Beschwerdeführer es unterliess,  im Moment der Einreichung  des Asylgesuches  im EVZ  beziehungsweise  in  den  48 Stunden  nach  der  diesbezüglichen  Aufklärung  durch  Abgabe  eines  Informationsblattes ein Dokument zu seiner Identifizierung abzugeben, dass  damit  die  in  Art. 32  Abs. 2  Bst. a  AsylG  statuierte  Grundvoraussetzung  für  ein  Nichteintreten  wegen  fehlender  Papiere  vorliegend erfüllt ist, dass  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  der  vorinstanzlichen  Anhörungen  insbesondere  angab,  wie  sein  verstorbener  Vater  Staatsangehöriger der Côte d’Ivoire und dort geboren worden zu sein,  nie  einen  Reisepass,  eine  Identitätskarte  oder  eine  Geburtsurkunde  besessen  zu  haben,  ohne  Papiere  von  Ghana,  woher  seine  Mutter  stamme und wo er unter anderem aufgewachsen sei, mehrmals nach 

D­4889/2011 Côte  d’Ivoire  gereist  zu  sein  und  später  von  dort  via  Burkina  Faso,  Niger und Libyen nach Italien sowie nach einem mehrjährigen illegalen  Aufenthalt  von  Italien  in  die  Schweiz  gereist  zu  sein,  wobei  er  auf  erwähnten Reisen keine Probleme gehabt habe,  jeweils ohne Papiere  gereist  sei  und nicht wisse, wie er Papiere beschaffen solle  (vgl.  act.  A7/13 S. 1, S. 4 f. und S. 8 f.,  act. A 23/17 S. 4 ff.),  dass  er  nie  beabsichtigt  habe,  ins  Ausland  zu  reisen,  und  deshalb  weder  in  der  Côte  d’Ivoire  noch  in  Ghana  Ausweispapiere  beantragt  habe und es auch nicht möglich gewesen wäre, eine Geburtsurkunde  zu erhalten (vgl. act. A23/17 S. 7),   dass  diese  Aussagen  des  Beschwerdeführers  zu  der  von  ihm  angegebenen  Staatsangehörigkeit,  zur  Nichtabgabe  von  Reise­  oder  Identitätspapieren  sowie  zu  seinem Reiseweg –  übereinstimmend mit  den  Ausführungen  des  BFM  –  zufolge  widersprüchlicher,  nicht  nachvollziehbarer und realitätsfremder Angaben als nicht glaubhaft zu  erachten sind,   dass  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  zutreffenden  diesbezüglichen  Erwägungen  des  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung zu verweisen ist (vgl. act. A23/17 S. 3 f.),  dass  dabei  hervorzuheben  ist,  dass  die  vom  Beschwerdeführer  angeblich in seinem Heimatstaat gesprochene Sprache und die Ethnie  Karango  (vgl.  act.  A7/13  S. 3,  act.  A23/17  S. 2  und  7)  dort  nicht  existieren und es sich dabei auch nicht etwa um ein Gebiet in der Côte  d’Ivoire handelt (vgl. act. A23/17 S. 2),  dass  sich  der  Beschwerdeführer  zudem  über  seinen  angeblichen  Aufenthalt  in  dem  von  ihm  angegebenen  Heimatstaat  massiv  wider­ spricht,  indem er  einmal  erklärt,  sich  von  Januar  bis Februar  2005  in  der  Côte  d’Ivoire  aufgehalten  zu  haben,  an  anderer  Stelle  jedoch  behauptet,  bereits  2004  von Ghana  dorthin  gereist  zu  sein,  was  sich  wiederum nicht mit  seiner Aussage,  in Ghana aufgewachsen zu sein,  vereinbaren lässt (vgl. act. A7/13 S. 2 und act. A23/17 S. 3),  dass  er  im Widerspruch  dazu  geltend macht,  sich  bis  zum  Alter  von  15 Jahren,  das  heisst  bis  1984,  in  der  Côte  d’Ivoire  aufgehalten  zu  haben und danach nach Ghana gereist  zu sein  (vgl.  act. A23/17 S. 3  und 8), diese Aussage jedoch nicht mit seiner weiteren Behauptung in  Einklang  steht,  wonach  seine  Mutter  ihn  vor  ihrem  Tod,  als  er  fünf 

D­4889/2011 Jahre  alt  gewesen  sei,  nach  Ghana  gebracht  habe  (vgl.  act.  A23/17  S. 11),  dass  er  zudem  erklärt,  er  habe  seinen  Heimatstaat  im  Jahre  2005  verlassen (vgl. act. A7/13 S. 8) und sei  im August 2010 von Ghana in  die Côte d’Ivoire zurückgekehrt  (vgl. act. A7/13 S. 6),  im Widerspruch  dazu  aber  darlegt,  er  habe  sich  im  Jahre  2005  in  Italien  aufgehalten  und dort fünf Jahre verbracht (vgl. act. A7/13 S. 6 und 8),  dass  im  Weiteren  –  wie  vom  BFM  zutreffend  aufgeführt –  insbesondere realitätsfremd erscheint, dass der Beschwerdeführer die  ganze  Reise  von  Burkina  Faso  nach  Europa  ohne  Papiere  unternommen habe und dabei  für den Weg nach Libyen  lediglich den  geringen  Geldbetrag  von  umgerechnet  ungefähr  Fr. 150.–  zur  angeblichen Bestechung sämtlicher Kontrollposten und seinen eigenen  Lebensunterhalt  ausgegeben  haben  soll  und  er  zudem  für  die  Bootsfahrt  von  Libyen  nach  Italien  keinerlei  Vorauszahlung  habe  leisten  müssen  (vgl. act.  A23/17  S. 6  f.),  zumal  es  einer  notorischen  Tatsache  entspricht,  dass Schlepper,  die  den  illegalen  Transport  von  Personen von Libyen nach Italien auf dem See­weg organisieren, sehr  hohe und  im Voraus zu bezahlende Summen  für diese Dienstleistung  verlangen, dass  schliesslich  –  übereinstimmend  mit  dem  BFM  –  aufgrund  der  Schilderungen  des  Beschwerdeführers,  wonach  seine  Mutter  Staatsangehörige von Ghana sei, er dort aufgewachsen sei respektive  dort  lange Zeit  gelebt  habe  sowie  der  Tatsache,  dass  er  ausser  Twi,  einer  hauptsächlich  in  Ghana  weit  verbreiteten  und  gesprochenen  Sprache,  keine  weitere  Sprache  beherrscht  (vgl.  A7/13  S. 2  f.  und  S. 10,  act.  A23/17  S. 16),  davon  auszugehen  ist,  der  Beschwerdeführer  sei  in  Ghana  sozialisiert  worden,  habe  dort  legal  gelebt  und  besitze  deshalb  entweder  die  Staatsangehörigkeit  dieses  Landes oder aber verfüge dort über eine Aufenthaltsberechtigung,  dass  sich  der  Beschwerdeführer,  der  bis  heute  keine  Papiere  nachreichte,  in  der  Beschwerde  darauf  beschränkt,  zu  wiederholen,  dass  er  in  Ghana  über  keine  Aufenthaltsbewilligung  verfüge  und  Staatsangehöriger  der  Côte  d’Ivoire  sei  und  –  wie  viele  andere  afrikanische Auswanderer – über keine Papiere verfüge,  dass  diese  Erklärungen  indes  nicht  geeignet  sind,  die  zuvor  aufgezeigten Ungereimtheiten zu entkräften,

D­4889/2011 dass  es  dem  Beschwerdeführer  demzufolge  nicht  gelingt,  für  das  Nichteinreichen von Reise­ oder  Identitätspapieren  innerhalb der Frist  von 48 Stunden entschuldbare Gründe darzulegen, dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im  Kern vorbrachte, Banden aus den Grossstädten hätten das Heimatdorf  respektive  seinen  Geburtsort  C._______  in  der  Côte  d’Ivoire  immer  wieder  angegriffen  und  dabei  seinen  Vater  getötet,  weshalb  er  nach  Europa  geflohen  sei,  zumal  er  auch  in  Ghana  nicht  hätte  leben  können, da dieselben Leute, die seinen Vater getötet hätten, in Ghana  aufgetaucht wären (vgl. act. A7/13 S. 6, act. A23/17 S. 10 und S. 13), dass  für  die  weiteren  Einzelheiten  des  zur  Begründung  des  Asylgesuchs  geltend  gemachten  Sachverhalts  auf  die  Protokolle  der  Befragungen  vom  2. März  2011  und  vom  26. August  2011  sowie  die  angefochtene Verfügung zu verweisen ist,  dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu  Recht  auf  verschiedene Unglaubhaftigkeitsmerkmale  in der Gesuchsbegründung  des Beschwerdeführers hinweist,  dass  diesbezüglich  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  Erwägungen  des BFM  in  der  angefochtenen Verfügung  zu  verweisen  ist, dass  insbesondere  die  Behauptung  des  Beschwerdeführers,  er  stamme aus der Côte d’Ivoire und habe dort  in C._______ gelebt, wie  bereits  dargelegt,  nicht  glaubhaft  erscheint,  weshalb  dessen  Vorbringen,  in  diesem Dorf  hätten  Angriffe  stattgefunden,  die  ihn  zur  Flucht veranlasst hätten, von vornherein die Grundlage entzogen ist,  dass  in  der  Beschwerde  nichts  Stichhaltiges  geltend  gemacht  wird,  was  allenfalls  zu  einer  anderen  Beurteilung  führen  könnte,  da  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Eingabe  vom  6. September  2011  hauptsächlich auf bereits dargelegte Sachverhaltsvorbringen verweist, dass  gestützt  auf  die  Aktenlage  und  die  vorstehenden  Erwägungen  das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 und 7 AsylG  und – wie  sich  aus den nachfolgenden Erwägungen  zum Vollzug der  Wegweisung  ergibt  –  das  Fehlen  von  Wegweisungshindernissen  offenkundig ist,

D­4889/2011 dass  das  BFM  zu  Recht  keine  weiteren  Abklärungen  im  Sinne  von  Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG vornahm, dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG  zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten  ist, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein  Asylgesuch  in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und  zudem  kein  Anspruch  auf  Erteilung einer solchen besteht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9), weshalb die  verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen  steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  dass heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser,  Ausländerrecht,  2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass,  wie  vorstehend  aufgezeigt,  die  Behauptung  des  Beschwerdeführers, Staatsangehöriger der Côte d’Ivoire zu sein, nicht  glaubhaft und vorliegend davon auszugehen ist, der Beschwerdeführer  sei  in  Ghana  sozialisiert  worden  und  verfüge  über  die  ghanaische  Staatsangehörigkeit  oder  aber  in  Ghana  über  einen  Aufenthaltstitel,  was  jedoch  mangels  entsprechender  Belege  vorliegend  nicht  zweifelsfrei festgestellt werden kann,  dass  jedoch  die  Frage  des  tatsächlichen  Heimatstaates  des  Beschwerdeführers,  obwohl  an  sich  von  wesentlicher  Bedeutung  für  die  Beurteilung  des  Wegweisungsvollzuges,  letztlich  offen  bleiben  kann, da es nicht Sache der Asylbehörden  ist, bei wie vorliegend klar  irreführenden  Angaben  der  betroffenen  Person  nach  allfälligen,  sich 

D­4889/2011 aus der allgemeinen politischen und menschenrechtlichen Situation  in  hypothetischen Herkunftsländern ergebenden Vollzugshindernissen zu  forschen, dass in solchen Fällen von der Vermutung auszugehen ist, es würden  einer  Wegweisung  aus  der  Schweiz  keine  Vollzugshindernisse  entgegenstehen (vgl. EMARK 2005 Nr. 1 E. 3.2.2 S. 4 ff.),  dass  sich  im  Übrigen  auch  aufgrund  der  Aktenlage  keine  Anhaltspunkte  für  die  Annahme  ergeben,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  gegen  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  verstiesse  oder  er  bei  einer  Rückkehr  einer konkreten Gefährdung ausgesetzt wäre,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  somit  als  zulässig  und  zumutbar  sowie  auch  als  möglich  zu  erachten  ist,  obliegt  es  doch  dem  Beschwerdeführer,  die  für  eine  Rückkehr  in  seinen  tatsächlichen  Heimat­ oder Herkunftsstaat notwendigen Papiere zu beschaffen  (vgl.  Art. 8 Abs. 4 AsylG), dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  oder  unangemessen  ist  (Art. 106  Abs.  1  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde abzuweisen ist, soweit auf diese einzutreten ist, dass aufgrund des direkten Entscheids in der Hauptsache das Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  gegenstandslos wird, dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG – ungeachtet der vom Beschwerdeführer  nicht  belegten  Bedürftigkeit  –  zufolge  Aussichtslosigkeit  der  Beschwerde abzuweisen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.–  (Art. 1 ­ 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63  Abs. 1 VwVG).

D­4889/2011 (Dispositiv nächste Seite)

D­4889/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen.  3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Lang Claudia Jorns Morgenegg Versand:

D­4889/2011 Zustellung erfolgt an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein) – das BFM, Asyl  und Rückkehr, Zentrale Verfahren und Rückkehr,  zu  den Akten N (…) (per Kurier; in Kopie) – (…)

D-4889/2011 — Bundesverwaltungsgericht 13.09.2011 D-4889/2011 — Swissrulings