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Bundesverwaltungsgericht 09.08.2011 D-4166/2011

9 agosto 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,408 parole·~7 min·2

Riassunto

Nichteintreten auf Asylgesuch (Papierlosigkeit) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 22. Juli 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­4166/2011 Urteil   v om   9 .   Augus t   2011 Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richterin Contessina Theis, Gerichtsschreiberin Regula Frey. Parteien A._______, geboren B._______, alias C._______, geboren B._______, D._______, geboren E._______, F._______, geboren G._______, H._______, geboren I._______, alle Mongolei,  J._______,   Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung  des BFM vom 22. Juli 2011 / N _______.

D­4166/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  die  aus  der  Mongolei  stammenden  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  ihr  Heimatland  am  9.  Juni  2011  auf  dem  Landweg  Richtung  K._______  verliessen  und  am  13.  Juni  2011  nach  L._______  gelangten, von wo aus sie  ihre Reise fortsetzten und via  ihnen unbekannte  Länder  am  16. Juni  2011  illegal  in  die  Schweiz  gelangten,  wo  sie  gleichentags um Asyl nachsuchten, dass  die  Beschwerdeführer  keine  gültigen  Identitätspapiere  zu  den  Akten  reichten, dass die Beschwerdeführer am 30. Juni und 1. Juli 2011 im Empfangs­ und  Verfahrenszentrum M._______ befragt und am 15. Juli 2011 in Anwendung  von Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31])  durch das Bundesamt zu den Asylgründen angehört wurden, dass  der  Beschwerdeführer  zu  seinen  asylbegründenden  Vorbringen  im  Wesentlichen geltend machte, in der Nacht auf den 29. Juni 2008 – d.h. am  Tag  vor  den  Parlamentswahlen  –  sei  er  im  Rahmen  seiner  Tätigkeit  als  Wahlhelfer  Zeuge  geworden,  wie  das  Parteimitglied  S.  einem Dritten  eine  Schachtel mit Wahlzetteln übergeben habe, dass  es  am  Wahltag  zu  einem  öffentlichen  Streit  unter  den  Parlamentskandidaten gekommen sei, wobei E. des Wahlbetrugs bezichtigt  worden sei,  dass er gemeinsam mit weiteren Wahlhelfern von der Polizei einvernommen  worden sei, dass er  im Anschluss an die Einvernahme von K., einem engen Mitarbeiter  von E., telefonisch kontaktiert und zu einem Treffen aufgefordert worden sei,  was er allerdings ausgeschlagen habe,  dass  ihn  am  17.  September  2008  zwei  Unbekannte  zu  Hause  im  Treppenhaus zusammengeschlagen hätten, weshalb er bis November 2008  im Spital habe bleiben müssen, dass seine Frau während seines Spitalaufenthalts Anzeige gegen S. sowie  dessen Mitarbeiter K. erstattet habe,

D­4166/2011 dass er nach seiner Spitalentlassung wiederholt von K. behelligt worden sei  und dieser von  ihm verlangt habe, die Polizei nicht mehr aufzusuchen und  den  Politiker  B.  im  Rahmen  eines  Zeitungsinterviews  öffentlich  zu  diskreditieren, was er abgelehnt habe, dass er im Sommer 2009 von K. entführt und während eines Tages gefoltert  worden sei, dass  am  17.  August  2010  seine  Wohnung  in  Brand  gesetzt  worden  sei,  worauf er und seine Familie bis zu  ihrer Ausreise am 9. Juni 2011 bei der  Mutter  der  Beschwerdeführerin  und  anschliessend  bei  einer  Freundin  gewohnt hätten, dass  sich  die Asylvorbringen  der Beschwerdeführerin  im Wesentlichen  auf  die Angaben ihres Ehemannes stützen, dass  Nachforschungen  des  BFM  ergaben,  dass  die  Beschwerdeführerin  bereits am 15. Dezember 2010 mit einem von der Schweizer Vertretung  in  N._______  ausgestellten  Schengen­Visum  in  die  Schweiz  gereist  war,  um  ihre in der Schweiz lebende O._______ zu besuchen, dass die Beschwerdeführer  sowohl  die Einreise der Beschwerdeführerin  in  die Schweiz als auch die Existenz der  in der Schweiz  lebenden P._______  des  Beschwerdeführers  verschwiegen,  weshalb  ihnen  diesbezüglich  im  Rahmen der Anhörungen das rechtliche Gehör gewährt wurde, dass das BFM mit Verfügung vom 22. Juli 2011 – eröffnet am gleichen Tag –  gestützt  auf  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführer nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie  den Vollzug anordnete, dass  die  Vorinstanz  zur  Begründung  ihres  Entscheids  im  Wesentlichen  ausführte,  die  Beschwerdeführer  hätten  den  Asylbehörden  zum  Nachweis  ihrer  Identität  die  Faxkopien  der  Identitätskarten  sowie  des  Ehescheins  eingereicht, dass es sich dabei nicht um gültige Reise­ oder  Identitätspapiere  im Sinne  von  Art.  1  Bst.  b  und  c  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) handle, dass  die  Erklärung  der  Beschwerdeführer,  die  Mutter  der  Beschwerdeführerin  könne  die  originalen  Identitätskarten  nicht  per  Post 

D­4166/2011 nachschicken,  da  diese  die  lateinischen  Buchstaben  der  verfassten  Adressangaben des BFM nicht niederschreiben könne, als behelfsmässige  Schutzbehauptung zu taxieren sei, zumal sich z.B. mit Hilfe einer Drittperson  leicht  eine  entsprechende  Lösung  hätte  finden  lassen,  umso  mehr  die  Beschwerdeführerin  gemäss  ihren  eigenen  Angaben  in  den  Visumsgesuchunterlagen  über  eine  E­Mail­Adresse  verfüge  und  mit  der  Unterstützung  der  in  der  Schweiz  lebenden  P._______  des  Beschwerdeführers habe rechnen können, dass  die  Vorinstanz  zudem  Unstimmigkeiten  in  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers feststellte, so habe dieser anlässlich der Kurzbefragung  angegeben, die Reisepässe dem Schlepper  in L._______ ausgehändigt zu  haben, weil dieser ihm gesagt habe, er benötige sie nicht mehr, hingegen in  der  Anhörung  erklärt,  ihm  sei  vor  der  Weiterreise  in  die  Schweiz  gesagt  worden, es sei gefährlich, Papiere auf der Fahrt auf sich zu haben,  dass  realitätsfremd  sei,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  der  Ausreise  angeblich  nicht  gewusst  haben  wolle,  dass  er  später  im  Ausland  ein  Asylgesuch stellen würde,  dass er sich gleichzeitig widersprochen habe,  indem er erklärt habe, seine  Frau  habe  während  ihres  ersten  Aufenthaltes  in  der  Schweiz  kein  Asylgesuch eingereicht, weil sie zu einem späteren Zeitpunkt alle zusammen  um Asyl hätten ersuchen wollen, dass  zudem  die  Aussagen  zur  Reisefinanzierung  und  zum  Reiseweg  insgesamt widersprüchlich und unsubstanziiert ausgefallen seien, dass das Aussageverhalten der Beschwerdeführer darauf schliessen  lasse,  dass sie dem BFM ihre Reisepässe absichtlich vorenthielten und die wahren  Umstände ihrer Reise verheimlichen wollten, dass  zudem  nicht  auszuschliessen  sei,  dass  die  Beschwerdeführerin  seit  ihrer Einreise am 15. Dezember 2010 die Schweiz gar nicht mehr verlassen  habe, dass die Vorinstanz festhielt, es lägen keine entschuldbaren Gründe vor, die  es  den  Beschwerdeführern  verunmöglichten,  Reise­  oder  Identitätspapiere  einzureichen, dass die Beschwerdeführer zudem die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3  und  Art.  7  AsylG  nicht  erfüllten  und  aufgrund  der  Aktenlage  keine 

D­4166/2011 zusätzlichen  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines Wegweisungsvollzugshindernisses erforderlich seien, dass  nämlich  die  tatsachenwidrigen  Angaben  über  den  Reiseweg  bereits  erste  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  der  geltend  gemachten  Verfolgung  eröffnet hätten, dass  sodann  die  Beschwerdeführerin  den  Vorhalt,  wonach  sie  bereits  am  15. Dezember 2010  legal  in die Schweiz eingereist  sei  und die P._______  ihres Ehemannes  in der Schweiz  lebe, verneint und diesen Umstand sogar  dann noch abgestritten habe, als  ihr die Kopie  ihres Reisepasses mit dem  darin  enthaltenen  Visum  und  ihren  Flugbestätigungen  vorgelegt  worden  seien, dass  das  Aussageverhalten  der  Beschwerdeführerin  sodann  darauf  hinweise, dass sie seit dem 15. Dezember 2010 nicht mehr in die Mongolei  zurückgekehrt sei, dass  der  Beschwerdeführer  erst  nach  entsprechenden  Vorhalten  bestätigt  habe, dass seine P._______  in der Schweiz  lebe und seine Ehefrau zuvor  zu ihr gereist sei, dass  er  dabei  erklärt  habe,  seine  Frau  sei  wieder  in  die  Mongolei  zurückgekehrt, dass er die Existenz seiner P._______ sowie den früheren Aufenthalt seiner  Frau in der Schweiz verschwiegen habe, weil er der Meinung gewesen sei,  die  Schweizer  Behörden  hätten  seine  Asylvorbringen  sonst  nicht  ernst  genommen  und  er  sei  nur  wegen  seiner  hier  lebenden  P._______  in  die  Schweiz gekommen, dass  er  auch  der  Meinung  gewesen  sei,  es  würde  sich  positiv  auf  das  Asylgesuch  auswirken,  falls  der  frühere  Aufenthalt  seiner  Ehefrau  in  der  Schweiz unerwähnt bleiben würde, dass  diese  Erklärungsversuche  nicht  plausibel  und  als  behelfsmässige  Schutzbehauptungen zu werten seien, dass er ebenso wenig glaubhaft darzulegen vermocht habe, weshalb seine  Ehefrau  nicht  bereits  nach  ihrer  ersten  Einreise  ein  Asylgesuch  in  der  Schweiz eingereicht habe,

D­4166/2011 dass  aufgrund  der  vorangegangenen  Erwägungen  auszuschliessen  sei,  dass zum Zeitpunkt der erwiesenen Einreise der Beschwerdeführerin  in die  Schweiz  am  15.  Dezember  2010  die  von  ihnen  geschilderten  Ausreise­  beziehungsweise Asylgründe bereits bestanden hätten, was zusätzlich durch  die  Aussage  des  Beschwerdeführers  untermauert  werde,  wonach  seine  Ehefrau  nach  Ablauf  der  Visumsfrist  wieder  in  die  Mongolei  zurückgereist  sei, dass  deshalb  die  Ausführungen  der  Beschwerdeführer  zu  ihren  Ausreisegründen  als  grundsätzlich  unglaubhaft  einzustufen  seien,  da  sich  die wesentlichen Vorbringen  zeitlich doch allesamt  vor  dem 15. Dezember  2010 verorten liessen, dass sodann die geltend gemachten Asylgründe  insgesamt als unplausibel  zu werten seien und die Beschwerdeführer bezeichnenderweise auch keine  Beweismittel  zur  Stützung  ihrer  Vorbringen  eingereicht  hätten,  was  in  Anbetracht der Gesamtumstände im vorliegenden Fall hätte erwartet werden  können, dass  aus  den  Akten  keine  Hinweise  auf  eine  Verfolgung  zu  entnehmen  seien, die sich nicht als offensichtlich haltlos erweisen würden, dass deshalb auf das Asylgesuch gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht  einzutreten sei, dass der Wegweisungsvollzug zulässig, zumutbar und möglich sei, dass die Beschwerdeführer mit einer fremdsprachigen Eingabe vom 25. Juli  2011 (Poststempel) an das Bundesverwaltungsgericht gelangten, dass die Eingabe den Anforderungen an Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021) nicht genügte, da aus ihr in Ermangelung einer Übersetzung keine  Begehren  zu  entnehmen  waren  und  auch  nicht  hervorging,  inwiefern  die  Beschwerdeführer  mit  der  vorinstanzlichen  Verfügung  nicht  einverstanden  waren, dass  den  Beschwerdeführern  mit  Zwischenverfügung  vom  27.  Juli  2011 –  eröffnet  am  folgenden  Tag  –  eine  Frist  von  drei  Tagen  ab  Erhalt  der  Verfügung  zur  Beschwerdeverbesserung  angesetzt  wurde,  verbunden  mit  der  Androhung,  im  Unterlassungsfall  auf  die  Eingabe  nicht  einzutreten  (Art. 110 Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 52 Abs. 2 und 3 VwVG),

D­4166/2011 dass die Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2. August 2011 (Poststempel)  eine  Beschwerdeverbesserung  einreichten,  wobei  sie  sinngemäss  beantragten, die Verfügung des BFM sei aufzuheben und ihnen sei Asyl zu  gewähren, und zieht in Erwägung, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  eine  solche  Ausnahme  nicht  vorliegt,  weshalb  das  Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass die Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen  haben, durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt sind und ein  schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung beziehungswiese Änderung  haben und daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert sind (Art. 105  AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die  frist­  und  formgerecht eingereichte Beschwerde – unter  Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2  AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die Unangemessenheit  gerügt  werden  können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  die  Beurteilung  von  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide  grundsätzlich  auf  die  Überprüfung  der  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  dementsprechend  im  Fall  der  Begründetheit  des  Rechtsmittels  die  angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung  an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (Entscheidungen und Mitteilungen der 

D­4166/2011 Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240  f.), dass  beim Nichteintretenstatbestand  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a  und  Abs. 3  AsylG,  auf  welchen  sich  die  hier  angefochtene  Verfügung  stützt,  die  Besonderheit  besteht,  dass  das  BFM  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung das offenkundige Nichterfüllen der Flüchtlingseigenschaft  im Sinne  von  Art.  3  AsylG  und  das  offenkundige  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  zu  beurteilen  hat  (vgl.  Art.  32  Abs. 3  Bstn.  b  und  c  AsylG),  weshalb  insoweit  bei  dagegen  erhobenen  Beschwerden  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand  bildet  (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73), dass  in  der  Frage  der  Wegweisung  und  deren  Vollzugs  die  Beurteilungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  beschränkt  ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in Verbindung mit  Art. 83  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) auch materiell zur Sache  zu äussern hatte, dass  die  Frage  der  Gewährung  von  Asyl  nicht  Gegenstand  des  angefochtenen  Nichteintretensentscheides  bildet,  weshalb  auf  den  entsprechenden Beschwerdeantrag nicht einzutreten ist, dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  in  einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  oder  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art. 111  Abs. 1  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a  Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  in  der  Rechtsmitteleingabe  vorgebracht  wird,  vielleicht  habe  er  (der  Beschwerdeführer)  seine  Meinung  bei  der  Anhörung  falsch  dargestellt,  beziehungsweise seien seine Aussagen falsch verstanden worden,  dass  diesbezüglich  festzuhalten  ist,  dass  die  Beschwerdeführer  die  Vollständigkeit  und  Korrektheit  ihrer  Vorbringen  nach  Rückübersetzung  unterschriftlich bestätigten und erklärten, das jeweilige Protokoll sei ihnen in 

D­4166/2011 eine ihnen verständliche Sprache – Mongolisch – rückübersetzt worden (vgl.  A6/13, S. 11; A7/12, S. 10; A11/15, S. 14; A12/11, S. 10), dass  der  Beschwerdeführer  keine  konkreten  Angaben  macht,  inwiefern  seine  Aussagen  sowie  diejenigen  seiner  Ehefrau  unrichtig  protokolliert  beziehungsweise  interpretiert  worden  und  welche  Sachverhaltselemente  allenfalls unrichtig übersetzt worden sein sollen, dass  zudem  die  bei  der  Direktanhörung  anwesende  Hilfswerkvertretung  weder  Einwände  noch  Anregungen  zu  weiteren  Abklärungen  vermerkte,  weshalb  auch  der  Bestätigung  der  Hilfswerkvertretung  keine  Hinweise  auf  eine nicht  korrekt  verlaufene Anhörung beziehungsweise auf Probleme bei  der Rückübersetzung zu entnehmen sind, dass  sich  die  Beschwerdeführer  deshalb  bei  ihren  protokollierten  Ausführungen zu behaften lassen haben, dass nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch nicht eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb  von  48  Stunden  nach Einreichung des Gesuchs Reise­ oder Identitätspapiere abgeben, dass  diese  Bestimmung  keine  Anwendung  findet,  wenn  Asylgesuchsteller  glaubhaft machen können, dass sie dazu aus entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage sind oder auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und  7  AsylG  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  wird  oder  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses nötig sind (vgl. Art. 32 Abs. 3 AsylG), dass vorliegend die Nichtabgabe von gültigen Reisepapieren  im Sinne von  Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des  Asylgesuches unbestritten ist, dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  ausführlich  und  –  nach  Prüfung  der  Vorakten  auch  aus  Sicht  des  Bundesverwaltungsgerichts –  überzeugend dargelegt hat, weshalb für das Nichteinreichen von Reise­ oder  Identitätspapieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen,  dass  es  die  Beschwerdeführer  in  ihrer  Rechtsmitteleingabe  vollständig  unterlassen,  sich  mit  den  diesbezüglichen  Erwägungen  auseinanderzusetzen  und  folglich  diesen  auch  nichts  entgegenzubringen  vermögen, 

D­4166/2011 dass es den Beschwerdeführern somit nicht gelingt, entschuldbare Gründe  für die Nichteinreichung der erforderlichen Dokumente glaubhaft zu machen, dass mithin zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Anhörung zu Recht  weder  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  noch  zusätzliche Abklärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen als erforderlich erachtete, dass die Prüfung der Akten ergibt, dass die Vorinstanz die Anforderungen an  Art. 3 und 7 AsylG zu Recht als nicht erfüllt beurteilte, dass die Vorbringen in der Beschwerde nicht ansatzweise geeignet sind, zu  einer  anderen  Betrachtungsweise  zu  führen,  insbesondere  da  es  die  Beschwerdeführer  unterlassen,  sich  mit  den  von  der  Vorinstanz  festgestellten mangelnden Plausibilität  ihrer Angaben beziehungsweise den  entsprechenden  Erwägungen  des  Bundesamtes  auseinanderzusetzen,  sondern  lediglich  in pauschaler Art und Weise auf die Möglichkeit allfälliger  Verständnis­ beziehungsweise Interpretationsschwierigkeiten hinweisen, dass unter diesen Umständen von zusätzlichen Abklärungen  im Sinne von  Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG abgesehen werden konnte, dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG  auf die Asylgesuche der Beschwerdeführer nicht eingetreten ist, dass  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die Wegweisung  aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend die Beschwerdeführer weder eine  Aufenthaltsbewilligung  besitzen  noch  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  haben,  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  zu  bestätigen  ist  (Art. 44  Abs. 1  AsylG,  Art. 32  Bst.  a  AsylV 1;  vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  513  ff.,  BVGE  2008/34 E. 9.2 S. 510, EMARK 2001 Nr. 21), dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen über die  vorläufige Aufnahme von Ausländern  regelt, wenn  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 

D­4166/2011 Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass der Vollzug der Wegweisung nicht  zulässig  ist, wenn völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen Drittstaat entgegenstehen  (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen  werden darf,  in dem ihr Leib,  ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da  es den Beschwerdeführern nicht gelungen  ist, eine asylrechtlich erhebliche  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und  keine  Anhaltspunkte  für eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die  den Beschwerdeführern im Heimatland droht, dass  sich  der  Vollzug  für  Ausländerinnen  und  Ausländer  als  unzumutbar  erweist, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemeine Lage  in der Mongolei noch  individuelle Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführer in den Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen  (Art. 83 

D­4166/2011 Abs. 2  AuG),  und  es  den  Beschwerdeführern  obliegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger Reisepapiere mitzuwirken  (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch  BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  den  Beschwerdeführern  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde  abzuweisen  ist, soweit darauf einzutreten ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­  (Art. 1 – 3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführern  aufzuerlegen  sind  (Art. 63  Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­4166/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  den  Beschwerdeführern  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses Urteil  geht  an  die Beschwerdeführer,  das BFM und  die  zuständige  kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Regula Frey Versand:

D-4166/2011 — Bundesverwaltungsgericht 09.08.2011 D-4166/2011 — Swissrulings