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Bundesverwaltungsgericht 13.01.2012 D-2981/2011

13 gennaio 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,023 parole·~15 min·2

Riassunto

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 26. April 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­2981/2011 Urteil   v om   1 3 .   J a nua r   2012 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter Fulvio Haefeli, Richter Bendicht Tellenbach,    Gerichtsschreiber Christoph Basler. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka,   vertreten durch Katerina Baumann, Fürsprecherin, Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not, (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 26. April 2011 / N (…).

D­2981/2011 Sachverhalt: A.  A.a. Der Beschwerdeführer,  ein ethnischer Tamile mit  letztem Wohnsitz  in  B._______  (Distrikt  Jaffna)  verliess  Sri  Lanka  eigenen  Angaben  gemäss  am  30. Januar  2010  und  gelangte  am  2.  Februar  2010  in  die  Schweiz, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte. A.b. Bei der Erstbefragung  im Empfangs­ und Verfahrenszentrum Basel  vom 3. Februar 2010 sagte er aus, er sei Lehrer und habe Privatunterricht  erteilt.  Es  seien  Flüchtlinge  aus  dem  Vanni­Gebiet  in  einem  vom  Sozialamt  B._______  am  1.  Dezember  2009  eröffneten  Camp  untergebracht  worden.  Sie  hätten  am  1.  Januar  2010  einige  dieser  Flüchtlinge bei  sich zu Hause aufgenommen und deshalb Probleme mit  der Armee gehabt. Die Soldaten hätten am 10. Januar 2010 gefragt, wer  die  Leute  seien,  die  sich bei  ihnen aufhielten. Sein Vater  und er  hätten  danach  täglich  eine  Unterschrift  leisten  müssen,  sie  seien  dabei  geschlagen worden. Man habe ihnen gesagt, ein Kind dieser Familie sei  bei  den  LTTE  und  ein  anderes  Kind  sei  verschollen. Man  habe wissen  wollen,  weshalb  sie  diese  Familie  aufgenommen  hätten.  Sein  Vater  sei  seit dem 20. Januar 2010 verschollen, weshalb er seine Heimat verlassen  habe. Auch seine Angehörigen und die Gastfamilie seien weggegangen.  A.c.  Am  15.  Februar  2010  wurde  der  Beschwerdeführer  vom  BFM  zu  seinen  Asylgründen  angehört.  Er  machte  im  Wesentlichen  geltend,  er  habe  telefonisch  erfahren,  dass  seine  Angehörigen  sich  nun  in  einem  Tempel  aufhielten.  Von  seinem  Vater  gebe  es  keine  Nachrichten.  Die  Armee suche nach seiner Familie. Sein Vater und er hätten  täglich zum  Armee­Camp  gehen  müssen,  um  dort  eine  Unterschrift  zu  leisten.  Sie  seien jeweils belästigt worden und sein Vater sei verschwunden. Er wäre  festgenommen worden, falls er zu Hause geblieben wäre. Personen, die  sich  zur  Unterschrift  meldeten,  würden  entführt  oder  erschossen.  Sie  hätten  die  Leute,  die  sie  aufgenommen  hätten,  beim  Dorfvorsteher  registrieren  lassen.  Die  Armee  habe  nichts  dagegen,  dass  das  Volk  soziale  Einrichtungen  organisiere.  Sie  hätten  von  der  Sozialeinrichtung  schriftlich  bestätigt  erhalten,  dass  es  für  die  Familie  dort  keinen  Platz  habe.  Am  10.  Januar  2010  habe  die  Armee  die  Dokumente  der  Gastfamilie  kontrolliert  und  seinen  Vater  und  ihn  aufgefordert,  am  folgenden  Tag  zum  Camp  zu  kommen.  Bevor  die  Soldaten  gegangen  seien, hätten sie das Haus durchsucht. Sie hätten gesagt, die Gastfamilie  solle  bei  ihnen  bleiben  und  dürfe  nicht  weggehen.  Im  Camp  habe  die 

D­2981/2011 Armee ihm vorgeworfen, dass er diese Leute schon früher gekannt habe.  Er sei täglich gefoltert worden. Man habe ihm vorgeworfen, er sei bei den  LTTE  und  unterstütze  diese  Familie.  Die  Armee  habe  die  Familie  nicht  mitgenommen,  da  alle  Leute,  die  aus  diesem  Camp  gekommen  seien,  unter  der  Beobachtung  von  Menschenrechtsorganisationen  stünden.  Seine Mutter und seine Schwester seien zur Menschenrechtsorganisation  gegangen. Sie hätte sich beschwert, da sein Vater vermisst werde. B.  Mit Verfügung vom 26. April 2011 – eröffnet am  folgenden Tag – stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  und  lehnte  das  Asylgesuch  ab.  Zugleich  verfügte  es  seine  Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug derselben an. C.  Der  Beschwerdeführer  liess  mit  Eingabe  seiner  Rechtsvertreterin  vom  24. Mai  2011  die  Aufhebung  der  angefochtenen Verfügung  beantragen.  Es  sei  festzustellen,  dass  er  die  Flüchtlingseigenschaft  erfülle,  und  ihm  Asyl  zu  gewähren.  Eventualiter  sei  festzustellen,  dass  der  Wegweisungsvollzug unzumutbar sei und die Vorinstanz sei anzuweisen,  ihn vorläufig aufzunehmen. Es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu  gewähren  und  von  der  Erhebung  eines Kostenvorschusses  abzusehen.  Der Eingabe lagen mehrere Beweismittel bei. D.  Der  Instruktionsrichter  forderte  den  Beschwerdeführer  mit  Zwischenverfügung  vom  30.  Mai  2011  auf,  bis  zum  14.  Juni  2011  entweder einen Kostenvorschuss zu leisten oder eine Bestätigung seiner  Fürsorgeabhängigkeit  einzureichen.  Sollte  er  fristgerecht  eine  Fürsorgebestätigung einreichen, werde das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021) gutgeheissen. E.  Der  Beschwerdeführer  liess  am  31.  Mai  2011  eine  Bestätigung  seiner  Fürsorgeabhängigkeit vom 25. Mai 2011 einreichen. F.  Der Instruktionsrichter übermittelte die Akten mit Zwischenverfügung vom  8. Juni 2011 zur Vernehmlassung an das BFM. 

D­2981/2011 G.  Das BFM  beantragte  in  seiner  Vernehmlassung  vom  10.  Juni  2011  die  Abweisung der Beschwerde. Das Bundesverwaltungsgericht brachte dem  Beschwerdeführer am 10. Juni 2011 die Vernehmlassung zur Kenntnis. H.  Der Beschwerdeführer  liess am 23.  Juni 2011 einen Auszug aus seiner  Krankheitsgeschichte  und  eine  CD­ROM  mit  Aufnahmen  des  linken  Vorderarms einreichen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). 1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105  und  Art. 108  Abs. 1  AsylG,  Art.  37  VGG  i.Vm.  Art. 48  Abs. 1  sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

D­2981/2011 3.  3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG). 4.  4.1.  Das  BFM  begründete  seine  Verfügung  damit,  dass  der  Beschwerdeführer  sich  in  zahlreiche  Ungereimtheiten  verstrickt  habe.  Seine  Vorbringen  widersprächen  insbesondere  der  allgemeinen  Lebenserfahrung. Es ergebe keinen Sinn, dass die Armee ihn und seine  Familie  behelligt  habe,  weil  sie  eine  Flüchtlingsfamilie  bei  sich  aufgenommen hätten. Das Flüchtlingscamp sei überfüllt gewesen und der  Krieg  sei  seit  vielen Monaten beendet gewesen. Seine Familie habe  im  Einverständnis mit  den  lokalen Behörden und der Armee gehandelt.  Es  sei  erstaunlich,  dass  nur  sein  Vater  und  er  von  den  Behelligungen  betroffen  gewesen  seien  und  nicht  auch  die  Flüchtlingsfamilie,  die  bezichtigt worden  sei,  den LTTE anzugehören. Allein  die Erklärung,  die  Flüchtlingsfamilie sei von den Menschenrechtsorganisationen unterstützt  worden,  vermöge  dies  nicht  zu  erklären,  zumal  diese  leicht  hätten  feststellen  können,  dass  seine  Familie  behelligt  worden  sei.  Es  sei  erfahrungswidrig, dass seine Mutter und die Schwestern in einem Tempel  Zuflucht  gefunden hätten,  obwohl  die Armee die ganze Familie  gesucht  habe.  Schleierhaft  sei  auch,  wie  es  ihm  gelungen  sei,  trotz  mehrerer  Kontrollen  unter  Vorweisung  seiner  Identitätskarte  unbehelligt  nach  Colombo  zu  gelangen.  Weder  das  Verhalten  seiner  Angehörigen  noch  sein eigenes entspreche demjenigen  tatsächlich verfolgter Personen. Es 

D­2981/2011 erstaune  somit  nicht,  dass  er  sich  auch  widersprochen  habe.  Bei  der  Erstbefragung  habe  er  gesagt,  sein  Vater  und  er  seien  im  Camp  geschlagen worden. Bei der Anhörung habe er  indessen massive Folter  geltend gemacht. Diese hätte er bereits bei der Erstbefragung erwähnen  müssen.  Die  nicht  abschliessend  aufgezählten  Ungereimtheiten  führten  zum Schluss, dass die Vorbringen insgesamt unglaubhaft seien und den  Anforderungen von Art. 7 AsylG nicht genügten. 4.2.  In der Beschwerde wird geltend gemacht, die Vorinstanz habe sich  zur allgemeinen Lagebeurteilung in Sri Lanka auf zwei "veraltete" Quellen  gestützt, weshalb diese einseitig und unvollständig sei. In der Folge wird  auf  die  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts,  die  Sicherheitslage  in  den  Nord­  und  Ostprovinzen,  die  Menschenrechtsverletzungen  sowie  die  allgemeine  Lage  in  Sri  Lanka  verwiesen. Zur Illustrierung werden drei Zeitungsartikel beigelegt. Der Beschwerdeführer habe bei der Befragung nachvollziehbar erläutert,  dass er der Kooperation mit den LTTE verdächtigt worden sei. Aufgrund  einer  Narbe,  die  von  einer  alten  Schussverletzung  stamme,  sei  er  verdächtigt  worden,  in  Kämpfe  involviert  gewesen  zu  sein.  Es  könne  kaum als Widerspruch gewertet werden, wenn er bei der Erstbefragung  im Camp erlittene Schläge erwähnt und bei der Anhörung weitergehende  Aussagen  zu  den  Misshandlungen  gemacht  habe.  Es  sei  nicht  ungewöhnlich,  dass  sich  Sicherheitskräfte  nicht  immer  sinnvoll  und  logisch verhielten. Das Muster dessen, was er erwähnt habe, entspreche  dem, was  über  die Aktivitäten  von Militär  und Paramilitär  in  der Region  bekannt sei. Es sei offensichtlich, dass die Misshandlungen im Camp und  das  Verschwinden  seines  Vaters  nicht  bewiesen  werden  könnten.  Die  Tatsache  hingegen,  dass  seine  Familie  Flüchtlinge  aufgenommen  habe  und schikaniert worden sei, werde in mehreren Briefen bezeugt. 5.  5.1.  Glaubhaft  sind  die  Vorbringen  eines  Asylsuchenden  grundsätzlich  dann,  wenn  sie  genügend  substanziiert,  in  sich  schlüssig  und  plausibel  sind;  sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen  Schilderungen  erschöpfen,  in  wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich  sein oder der  inneren Logik  entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung  widersprechen.  Darüber  hinaus  muss  die  gesuchstellende  Person  persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall  ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel  abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder 

D­2981/2011 bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des  Verfahrens  Vorbringen  auswechselt,  steigert  oder  unbegründet  nachschiebt,  mangelndes  Interesse  am  Verfahren  zeigt  oder  die  nötige  Mitwirkung  verweigert.  Glaubhaftmachung bedeutet  ferner –  im Gegensatz zum strikten Beweis  – ein  reduziertes  Beweismass  und  lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und  Zweifel  an  den  Vorbringen  des  Gesuchstellers.  Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung die Gründe, die  für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung  des  Asylsuchenden  sprechen,  überwiegen  oder  nicht.  Dabei  ist  auf  eine  objektivierte  Sichtweise  abzustellen  (vgl.  Art. 7  Abs. 2  und  3 AsylG;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.)  5.2. In der Beschwerde wird geltend gemacht, der Beschwerdeführer sei  von  der  srilankischen  Armee  verdächtigt  worden,  in  Kämpfe  involviert  gewesen  zu  sein, weil  er  eine  von  einer  Schussverletzung  herrührende  Narbe  habe.  Bei  der  Erstbefragung  machte  er  dies  indessen  nicht  geltend.  Vielmehr  führte  er  die  Probleme mit  der  Armee  einzig  auf  den  Umstand  zurück,  dass  seine  Familie  eine  Flüchtlingsfamilie  aufgenommen  habe,  die  von  der  Armee  als  den  LTTE  nahe  stehend  betrachtet worden sei (act. A1/11 S. 5). Bei der Anhörung bekräftigte er,  dass die Probleme, die seine Familie mit der Armee gehabt habe, auf die  Beherbergung der Flüchtlingsfamilie zurückzuführen seien. Man habe ihm  vorgeworfen,  bei  den  LTTE  zu  sein  und  diese  beziehungsweise  die  Flüchtlingsfamilie  zu  unterstützen  (act.  A6/14  S.  12).  Er  erwähnte  aber  auch  bei  der  Anhörung  nicht,  im  Zusammenhang mit  der  Narbe  in  den  Verdacht der LTTE­Zugehörigkeit geraten zu sein. Der in der Beschwerde  erstmals  geltend  gemachte  Grund  für  die  Behelligungen  der  Armee –  Verdacht  der  Teilnahme  an  Kampfhandlungen  auf  Seiten  der  LTTE –  vermag somit nicht zu überzeugen und ist als nachgeschoben zu werten.  Daran vermögen auch die eingereichten Beweismittel, die belegen, dass  der  Beschwerdeführer  eine  von  einer  Schussverletzung  herrührende  Narbe hat, nichts zu ändern. Das BFM führte  in der angefochtenen Verfügung berechtigterweise aus,  dass das vom Beschwerdeführer geschilderte Verhalten der srilankischen  Armee nicht nachvollziehbar scheint. Gemäss seinen Angaben gab es in  den von den srilankischen Behörden zur Verfügung gestellten Strukturen  zu wenig Platz für die aus dem Vanni­Gebiet geflüchteten Personen. Die  Flüchtlingsfamilie,  die  von  seiner  Familie  aufgenommen  wurde,  wurde  beim  Dorfvorsteher  registriert.  Da  auch  andere  ansässige  Familien 

D­2981/2011 Flüchtlinge  bei  sich  aufgenommen  hätten  und  die  Armee  grundsätzlich  nichts dagegen habe sowie die Familie registriert worden sei (act. A6/14  S.  6  f.),  vermag  die  geltend  gemachte  Reaktion  der  Armee  nicht  zu  überzeugen.  Da  die  Armee  darauf  bestanden  haben  soll,  dass  die  Flüchtlingsfamilie bei der Familie des Beschwerdeführers bleibe, ist nicht  naheliegend,  dass  dem  Beschwerdeführer  und  seinem  Vater  eine  tägliche  Meldepflicht  auferlegt  worden  ist.  Wäre  die  Flüchtlingsfamilie  tatsächlich  im Verdacht gestanden, der LTTE nahezustehen oder dieser  anzugehören,  hätte  die  Armee  es  wohl  nicht  bei  einer  Kontrolle  deren  Identitätspapiere  belassen  (act.  A6/14  S.  8).  Der  Umstand,  dass  die  Flüchtlingsfamilie  unter  der  Beobachtung  von  Menschenrechtsorganisationen gestanden habe (act. A6/14 S. 9), erklärt  nicht, weshalb  sie  von  der Armee unbehelligt  geblieben  sei. Die Armee  hätte  sich  angesichts  des  gehegten  Verdachts  auf  LTTE­Zugehörigkeit  auch  in Anbetracht der Anwesenheit von Menschenrechtsorganisationen  nicht  davon  abhalten  lassen,  diese  Familie  zumindest  zur  Befragung  aufzubieten  oder  gar  festzunehmen.  In  sich  widersprüchlich  ist  auch,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Auffassung  äusserte,  die  Armee  habe  nichts  gegen  die  Flüchtlingsfamilie  tun  können,  weil  diese  unter  der  Beobachtung  von  Menschenrechtsorganisationen  gestanden  sei,  während  er  befürchtete,  seine  Familie  und  er  wären  von  Unbekannten  entführt  oder  erschossen  worden,  falls  sie  sich  an  eine  Menschenrechtsorganisation gewandt hätten (act. A6/14 S. 10).  5.3.  Die  vom  Beschwerdeführer  eingereichten  Zeitungsartikel  befassen  sich  nicht  mit  ihm  und  seiner  Familie  und  stehen  somit  nicht  in  Verbindung  zu  den  von  ihm  geschilderten  Ereignissen,  weshalb  ihnen  hinsichtlich  seiner  Verfolgungsvorbringen  kein Beweiswert  beigemessen  werden  kann.  Der  C._______  von  B._______  führt  in  einem  Schreiben  vom  5. Mai  2011  aus,  der  Beschwerdeführer  sei  von  unidentifizierten,  bewaffneten  Männern  verfolgt  worden.  Diese  Aussage  entspricht  nicht  den Vorbringen des Beschwerdeführers, der geltend machte, er sei  von  Soldaten  in  deren  Camp  misshandelt  worden.  Im  Schreiben  des  Friedensrichters  D._______  vom  9.  Mai  2011  wird  festgehalten,  Angehörige  der  srilankischen  Armee  seien  zum  Haus  des  Beschwerdeführers  gekommen  um  Informationen  über  die  LTTE  zu  erhalten.  Sie  hätten  alle  Bewohner  (des  Hauses)  aufgefordert,  sich  im  Camp  zu melden,  nur  weil  die  Flüchtlingsfamilie  vom E._______­Camp  entlassen worden sei. Gemäss Angaben des Beschwerdeführers haben  aber  nur  sein  Vater  und  er  sich  im  Camp  melden  müssen.  Der  Friedensrichter  schildert  des  Weiteren,  dass  der  Beschwerdeführer  am 

D­2981/2011 20. Januar 2010 gefoltert worden sei, weil die Armee habe wissen wollen,  wo  sich  "gewisse  junge  Leute"  aufhielten.  Als  der  Beschwerdeführer  danach  nach  Hause  gegangen  sei,  habe  er  seine  Eltern  dort  nicht  vorgefunden.  Der  Beschwerdeführer  sagte  nicht  aus,  er  sei  nach  dem  Aufenthaltsort  von  anderen Personen  gefragt  worden  und machte  auch  nicht  geltend,  dass  seine Eltern  nicht  zu Hause  gewesen  seien;  er  gab  hingegen  an,  sein  Vater  sei  an  diesem  Abend  nicht  mehr  nach  Hause  gekommen.  Schliesslich  gibt  der  Friedensrichter  an,  die  Eltern  des  Beschwerdeführers seien psychisch angeschlagen, was bedeuten würde,  dass  der  Vater  des  Beschwerdeführers  nicht  verschollen,  sondern  zu  Hause ist. Schliesslich bestätigt der Friedensrichter  in seinem Schreiben  Vorgänge, von denen er lediglich vom Hörensagen etwas wissen könnte.  Weder der Beschwerdeführer noch er machen geltend, dass er im Camp  zugegen gewesen sei, als der Beschwerdeführer befragt und misshandelt  worden sei. Der Beschwerdeführer hat in seinen Befragungen auch nicht  geltend  gemacht,  mit  dem  Friedensrichter  vor  seiner  Abreise  aus  B._______  gesprochen  zu  haben.  Angesichts  der  aufgezeigten  Ungereimtheiten  und  Widersprüchen  zwischen  den  Beweismitteln  und  den  Angaben  des  Beschwerdeführers  sind  die  eingereichten  Bestätigungsschreiben  als  Gefälligkeitsbezeugungen  ohne  Beweiskraft  zu werten. 5.4.  Das  Bundesverwaltungsgericht  schliesst  sich  somit  der  von  der  Vorinstanz  vertretenen  Auffassung,  dem  Beschwerdeführer  sei  es  nicht  gelungen,  die  von  ihm  geltend  gemachte  Verfolgungssituation  zu  beweisen oder glaubhaft zu machen, an. 6.  6.1. Die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art. 3 AsylG  erfüllt  eine  asylsuchende  Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit  beachtlicher Wahrscheinlichkeit  und  in absehbarer Zukunft begründeterweise befürchten muss, welche ihr gezielt und  aufgrund  bestimmter  Verfolgungsmotive  durch  Organe  des  Heimatstaates  oder  durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu  werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37). Aufgrund der Subsidiarität des  flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft  ausserdem  voraus,  dass  die  betroffene  Person  in  ihrem  Heimatland  keinen  adäquaten Schutz  finden kann  (vgl. BVGE 2008/12 E. 7.2.6.2 S. 174 f., BVGE  2008/4  E. 5.2  S. 37 f.).  Ausgangspunkt  für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  ist  die  Frage  nach  der  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  vorhandenen  Verfolgung  oder  begründeten  Furcht  vor  einer  solchen.  Die 

D­2981/2011 Situation  im Zeitpunkt  des Asylentscheides  ist  jedoch  im Rahmen  der  Prüfung  nach der Aktualität  der Verfolgungsfurcht  ebenfalls wesentlich. Veränderungen  der  objektiven  Situation  im  Heimatstaat  zwischen  Ausreise  und  Asylentscheid  sind  deshalb  zugunsten  und  zulasten  der  das  Asylgesuch  stellenden  Person  zu  berücksichtigen  (vgl.  BVGE  2008/34  E. 7.1  S. 507  f.,  BVGE  2008/12  E. 5.2  S. 154 f., WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.],  Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel/Bern/Lausanne 2009, Rz. 11.17 und 11.18). 6.2. Begründete Furcht  vor Verfolgung  liegt  vor, wenn  konkreter Anlass  zur  Annahme  besteht,  eine  Verfolgung  hätte  sich  –  aus  der  Sicht  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  –  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zeit  verwirklicht  beziehungsweise  werde  sich  –  auch  aus  heutiger  Sicht  –  mit  ebensolcher  Wahrscheinlichkeit  in  absehbarer  Zukunft  verwirklichen.  Eine  bloss  entfernte  Möglichkeit  künftiger  Verfolgung genügt nicht; es müssen konkrete  Indizien vorliegen, welche  den Eintritt der erwarteten – und aus einem der vom Gesetz aufgezählten  Motive  erfolgenden  –  Benachteiligung  als  wahrscheinlich  und  dementsprechend  die  Furcht  davor  als  realistisch  und  nachvollziehbar  erscheinen lassen (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193 f., EMARK 2004  Nr. 1 E. 6a S. 9). 6.3.  Seit  Erlass  der  angefochtenen  Verfügung  hat  sich  die  allgemeine  Lage  in Sri  Lanka weiter  verändert. Nach Beendigung des militärischen  Konflikts zwischen der srilankischen Armee und den LTTE  im Mai 2009  ist  von  einer  inzwischen  erheblich  verbesserten  Lage  in  Sri  Lanka  auszugehen.  Militärisch  gelten  die  LTTE  als  vernichtet.  Die  Sicherheitslage  hat  sich  in  bedeutsamer  Weise  stabilisiert,  auch  wenn  sich  das  Land  immer  noch  in  einem Entwicklungsprozess  befindet.  Die  Menschenrechtslage  hat  sich  allerdings  namentlich  hinsichtlich  der  Meinungsäusserungs­  und  der  Pressefreiheit  verschlechtert.  Politisch  Oppositionelle  jeglicher  Couleur  werden  seitens  der  Regierung  als  Staatsfeinde  betrachtet  und  müssen  mit  entsprechenden  Verfolgungsmassnahmen  rechnen  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­6220/2006  vom  27. Oktober  2011  E. 7)  und  es  bestehen  verschiedene  Risikogruppen,  welche  auch  nach  Beendigung des Krieges verdächtigt werden, mit den LTTE in Verbindung  zu  stehen  beziehungsweise  gestanden  zu  haben.  Auch  unabhängige  Journalisten  beziehungsweise  regierungskritische  Medienschaffende  haben ein erhöhtes Risikoprofil.  Im Weiteren  ist bei Opfern und Zeugen  von  Menschenrechtsverletzungen  und  Personen,  die  entsprechende  Übergriffe behördlich angezeigt haben, mit erhöhter Verfolgungsgefahr zu 

D­2981/2011 rechnen.  Ausserdem  laufen  abgewiesene  tamilische  Asylsuchende  aus  der  Schweiz  unter  Umständen  Gefahr,  bei  der  Rückkehr  behördlich  belangt zu werden, weil ihnen Kontakte zu führenden LTTE­Kadern in der  Schweiz  unterstellt  werden.  Wegen  drohender  Erpressung,  Kidnapping  und  anderen  Verfolgungshandlungen  bilden  schliesslich  Personen,  welche  über  beträchtliche  finanzielle  Mittel  verfügen,  eine  weitere  Risikogruppe.  Bei  allen  Personen,  die  dieser  Risikogruppe  angehören,  muss allerdings bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft das Motiv der  jeweiligen  Verfolgungshandlungen  sorgfältig  untersucht  werden.  Sofern  ausschliesslich ein finanzielles Verfolgungsinteresse auszumachen ist, ist  diesem Aspekt bei der Prüfung der Wegweisungshindernisse Rechnung  zu tragen (vgl. Urteil E­6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 8). 6.4.  Die  vom  Beschwerdeführer  geäusserte  Furcht,  er  werde  von  Unbekannten  entführt  oder  getötet,  erscheint  angesichts  der  oben  stehenden  Erwägungen  zur  Glaubhaftigkeit  seiner  Vorbringen  unbegründet.  Seine  Furcht  begründete  er  namentlich  damit,  dass  sein  Vater seit dem 20. Januar 2010 verschollen sei, nachdem er sich zuvor  im  Camp  zur  Unterschrift  gemeldet  habe.  Diese  Darstellung  hat  er  indessen nicht belegt; es bestehen angesichts der Unglaubhaftigkeit der  vom  Beschwerdeführer  geschilderten  Vorkommnisse  vielmehr  auch  Zweifel  an  diesem Vorbringen,  die  durch  die Angabe  im Schreiben  des  Friedensrichters  D._______  vom  9.  Mai  2011,  die  Eltern  des  Beschwerdeführers  seien  psychisch  angeschlagen,  bestärkt  werden.  In  Anbetracht der gesamten Aktenlage geht das Bundesverwaltungsgericht  nicht  davon  aus,  dass  der  Beschwerdeführer  von  den  srilankischen  Sicherheitskräften  oder  paramilitärischen  Gruppierungen  gesucht  wird  und nach seiner Rückkehr verfolgt würde. 6.5.  Das  Bundesverwaltungsgericht  geht  angesichts  der  Unglaubhaftigkeit  der  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Verfolgung  nicht  davon  aus,  er  gehöre  einer  der  im Urteil  E­6220/2006  vom  27.  Oktober  2011  definierten  Risikogruppen  an.  Namentlich  ist  es  ihm nicht gelungen, überzeugend darzulegen, dass er konkret verdächtigt  wurde,  den  LTTE nahezustehen. Eigenen Angaben  gemäss  hat  er  sich  politisch  nicht  betätigt  (act.  A1/11 S.  7), weshalb  er  auch  diesbezüglich  das  Interesse der Sicherheitskräfte  nicht  auf  sich  gezogen haben  kann.  Bei der Erstbefragung hat er ausdrücklich angegeben, mit den Behörden  – ausser  den  genannten,  aber  nicht  glaubhaft  gemachten  –  keine  Probleme  gehabt  zu  haben  (act.  A1/11  S.  7).  Zudem  wurde  er  nie  verurteilt und gegen ihn ist kein Verfahren hängig. Der Umstand, dass er 

D­2981/2011 sich  seit  zwei  Jahren  in  der  Schweiz  aufhält  und  hier  ein  Asylgesuch  eingereicht hat,  vermag ebenfalls nicht  zur Annahme einer begründeten  Furcht  vor  zukünftiger  Verfolgung  zu  führen,  da  keine  Anhaltspunkte  dafür  bestehen,  dass  er  sich  im  nahen  Umfeld  der  LTTE  bewegte.  Schliesslich  ist  angesichts  seiner  Aussagen  auch  nicht  davon  auszugehen,  seine  Familie  oder  er  verfügten  über  beträchtliche  finanzielle  Mittel,  so  dass  er  auch  in  dieser  Hinsicht  keiner  erhöhten  Gefährdung unterliegt. 6.6. Zusammenfassend ergibt sich, dass es dem Beschwerdeführer nicht  gelungen ist, eine im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Sri Lanka bestehende  oder  unmittelbar  drohende  asylrechtlich  relevante  Verfolgung  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen.  Auch  für  den  heutigen Zeitpunkt kann ihm keine begründete Furcht vor einer Rückkehr  in  seine  Heimat  zuerkannt  werden.  Es  erübrigt  sich,  auf  die  weiteren  Ausführungen in der Beschwerde im Einzelnen einzugehen, da sie an der  Würdigung  des  vorliegenden  Sachverhalts  nichts  zu  ändern  vermögen.  Das BFM hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers demnach zu Recht  abgelehnt. 7.  7.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44  Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510,  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 8.  8.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]).

D­2981/2011 Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte  Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 8.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen  der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83  Abs. 3 AuG). So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement  nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5  AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach  Sri  Lanka  ist  demnach  unter  dem Aspekt  von  Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 

D­2981/2011 Ausschaffung  nach  Sri  Lanka  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­ Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft machen,  dass  ihm  im Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren  Hinweisen).  Dies  ist  ihm  unter  Hinweis  auf  die Unglaubhaftigkeit  seiner  Verfolgungsvorbringen nicht gelungen. Er gehört gemäss Auffassung des  Bundesverwaltungsgerichts  keiner  in  Bezug  auf  die  Flüchtlingseigenschaft  relevanten Risikogruppe an, weshalb nicht davon  auszugehen  ist,  ihm  drohe  diesbezüglich  eine  unmenschliche  Behandlung.  Der  Beschwerdeführer  weist  gemäss  den  von  ihm  eingereichten  medizinischen  Unterlagen  eine  Narbe  auf,  was  bei  einer  Rückkehr  in  seine  Heimat  zu  Fragen  Anlass  geben  könnte.  In  dieser  Hinsicht  ist  jedoch  festzustellen, dass diese von einer Schussverletzung  herrührt, die er im Jahr 2000 erlitt. Nach dem Vorfall, bei dem er verletzt  wurde,  lebte er noch rund zehn Jahre  in Sri Lanka und hatte wegen der  vorhandenen  Narbe  keine  Probleme.  Die  erst  auf  Beschwerdeebene  geltend  gemachten  Schwierigkeiten  aufgrund  der  vorhandenen  Narbe  wurden  als  nachgeschoben  und  unglaubhaft  gewertet.  Der  Beschwerdeführer  verfügt  über  Dokumente,  die  belegen,  dass  er  sich  aufgrund  der  Schussverletzung  in  staatliche medizinische Pflege  begab  und  dass  sein  Fall  hinsichtlich  der  Ausrichtung  von  finanzieller  Unterstützung vom zuständigen Ministerium geprüft wurde. Des Weiteren  wird  er  belegen  können,  dass  er  seit  dem  Jahr  2006  bis  zu  seiner  Ausreise  als  Lehrer  tätig  war,  weshalb  er  die  Situation,  sollten  ihm  entsprechende  Fragen  gestellt  werden,  klären  können  wird.  Die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Sri  Lanka  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig  erscheinen  (vgl.  Urteil  E­6220/2006  vom  27.  Oktober  2011  E. 10.4.2).  Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.4.    Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  insbesondere  dann  nicht  zumutbar,  wenn  die  beschwerdeführende  Person  bei  einer  Rückkehr  in  ihren  Heimatstaat  einer  konkreten  Gefährdung  ausgesetzt  wäre.  Diese  Bestimmung  wird  vor  allem  bei  Gewaltflüchtlingen  angewendet,  das  heisst  bei  Ausländerinnen  und 

D­2981/2011 Ausländern,  die  mangels  persönlicher  Verfolgung  weder  die  Voraussetzungen  der  Flüchtlingseigenschaft  noch  jene  des  völkerrechtlichen  Non­Refoulement­Prinzips  erfüllen,  jedoch  wegen  der  Folgen  von  Krieg,  Bürgerkrieg  oder  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt  nicht  in  ihren Heimatstaat  zurückkehren  können.  Im Weiteren  findet  sie  Anwendung  auf  andere  Personen,  die  nach  ihrer  Rückkehr  ebenfalls  einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie die absolut notwendige  medizinische  Versorgung  nicht  erhalten  könnten  oder  –  aus  objektiver  Sicht  –  wegen  der  vorherrschenden  Verhältnisse  mit  grosser  Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich  in völlige Armut gestossen würden,  dem  Hunger  und  somit  einer  ernsthaften  Verschlechterung  ihres  Gesundheitszustands,  der  Invalidität  oder  sogar  dem  Tod  ausgeliefert  wären (vgl. Urteil E­6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 11.1, vgl. BVGE  2009/28 E. 9.3.1 S. 367). 8.4.1. Seit  Ende  des  bewaffneten  Konflikts  zwischen  der  sri­lankischen  Armee  und  den  LTTE  im Mai  2009  hat  sich  die  allgemeine  Lage  in Sri  Lanka  erheblich  verbessert.  Die  Situation  in  der  Ostprovinz  hat  sich  weitgehend stabilisiert und normalisiert, so dass der Wegweisungsvollzug  in  das  gesamte  Gebiet  der  Ostprovinz  als  grundsätzlich  zumutbar  zu  erachten ist (vgl. Urteil E­6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 13.1). Die  Lage  in  der  Nordprovinz  von  Sri  Lanka  ist  indes  differenziert  zu  betrachten,  da  sich  die  Situation  gebietsweise  sehr  unterschiedlich  präsentiert.  So  ist  in  den  Gebieten,  die  bereits  seit  längerer  Zeit  unter  Regierungskontrolle stehen, das heisst in den Distrikten Jaffna und in den  südlichen  Teilen  der  Distrikte  Vavuniya  und  Mannar,  der  Alltag  eingekehrt. Die Lage in Jaffna hat sich namentlich nach der Öffnung der  Verbindungsstrasse  A9  (Hauptverkehrsachse  zwischen  Kandy  in  der  Zentralprovinz  nach  Jaffna)  im  November  2009  deutlich  gebessert  und  die Versorgungslage  ist entspannt. Die Militärpräsenz  in Jaffna hat zwar  abgenommen, ist aber nach wie vor praktisch auf jeder Strasse sichtbar.  Gleichzeitig  haben  die  Polizei­  und  Zivilbehörden  ihre  Funktionen  und  Tätigkeiten  aufgenommen  beziehungsweise  von  den  Militärbehörden  übernommen.  Gemäss  UNOCHA  hat  die  UNO  guten  Zugang  zu  den  Rückkehrgebieten  im  Norden  ("return  areas").  Der  Fortschritt  in  diesen  Gebieten soll beeindruckend sein. Einige Schulen sind wiedereröffnet und  Spitäler  wieder  eingerichtet  worden,  wobei  noch  Lücken  innerhalb  des  Basisdienstleistungsangebots  feststellbar  sind  und  die  wirtschaftlichen  Aktivitäten  limitiert  bleiben.  Das  UNHCR  betont,  dass  der  Zugang  zu  Land  und  Wohnraum  für  die  Rückkehrer  ein  massgebliches  Problem  darstellt;  das  UNHCR  und  andere  Organisationen  in  Mannar,  Jaffna, 

D­2981/2011 Vavuniya,  Batticaloa  und  Trincomalee  stellen  unentgeltlichen  Rechtsbeistand  zur  Verfügung,  um  die  Rückkehrer  in  rechtlichen  Angelegenheiten  zu  unterstützen,  wobei  nicht  alle  Regionen  abgedeckt  sind.  In den genannten Gebieten (Distrikt Jaffna und die südlichen Teile  der Distrikte Vavuniya und Mannar, mit anderen Worten: die Nordprovinz  unter  Ausschluss  des  sogenannten  "Vanni­Gebietes")  herrscht  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  und  die  dortige  politische  Lage  ist  nicht  dermassen  angespannt,  dass  eine  Rückkehr  dorthin  als  generell  unzumutbar  eingestuft  werden  müsste.  Angesichts  der  im  humanitären  und wirtschaftlichen Bereich nach wie vor fragilen Lage drängt sich aber  beim  Wegweisungsvollzug  in  dieses  Gebiet  eine  sorgfältige,  zurückhaltende  Beurteilung  der  individuellen  Zumutbarkeitskriterien  auf.  Nebst  der  allgemeinen  Zumutbarkeit  (u.a.  sozio­ökonomische  und  medizinische  Aspekte,  Kindeswohl  etc.),  ist  dabei  auch  dem  zeitlichen  Element  gebührend  Rechnung  zu  tragen.  Für  Personen,  die  aus  der  Nordprovinz  stammen  und  dieses  Gebiet  erst  nach  Beendigung  des  Bürgerkrieges im Mai 2009 verlassen haben, ist der Wegweisungsvollzug  (zurück) in dieses Gebiet als grundsätzlich zumutbar zu beurteilen, wenn  davon  ausgegangen werden  kann,  dass  die  betreffende Person  auf  die  gleiche  oder  gleichwertige  Lebens­  und  Wohnsituation  zurückgreifen  kann,  die  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  geherrscht  hat  und  dem  Wegweisungsvollzug zurück dorthin nichts im Wege steht. Liegt der letzte  Aufenthalt der betreffenden Person  in der Nordprovinz  indessen  längere  Zeit zurück (vor Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009) oder gehen  konkrete  Umstände  aus  den  Verfahrensakten  hervor,  dass  sich  die  Lebensumstände seit der Ausreise massgeblich verändert haben können,  sind  die  aktuell  vorliegenden  Lebens­  und  Wohnverhältnisse  sorgfältig  abzuklären und auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges hin zu  überprüfen.  In  diesem  Zusammenhang  erscheinen  namentlich  die  Existenz  eines  tragfähigen  Beziehungsnetzes  und  die  konkreten  Möglichkeiten  der  Sicherung  des  Existenzminimums  und  der  Wohnsituation  als  massgebliche  Faktoren.  Falls  solche  begünstigende  Faktoren  in  der  Nordprovinz  nicht  vorliegen,  ist  die  Zumutbarkeit  einer  innerstaatlichen  Aufenthaltsalternative  im  Übrigen  Staatsgebiet,  namentlich  im  Grossraum  Colombo  zu  prüfen  (vgl.  Urteil  E­6620/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 13.2.1).  8.4.2.  Der  Beschwerdeführer  wurde  eigenen  Angaben  zufolge  in  B._______ (Region F._______, Distrikt Jaffna, Nordprovinz) geboren und  wuchs  dort  auf  (vgl.  act.  A1/11  S. 1).  B._______  liegt  nicht  im  "Vanni­ Gebiet.  Der  Beschwerdeführer  verfügt  über  eine  gute  Schulbildung  und 

D­2981/2011 hat  Berufserfahrung  als  Lehrer.  (vgl.  act.  A1/11  S. 2).  Aufgrund  seiner  unglaubhaften  Aussagen  zur  geltend  gemachten  Verfolgung  ist  davon  auszugehen,  dass  sich  seine  Familie  nach  wie  vor  zu  Hause  aufhält;  diese  Auffassung  wird  durch  das  Schreiben  des  Friedensrichters  D._______ vom 9. Mai 2011 bestätigt. Es  ist daher davon auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  auf  ein  existierendes, tragfähiges soziales Netz stossen wird und ihm der Aufbau  einer wirtschaftlichen Existenz – allenfalls auch mit Hilfe seiner Familie –  möglich  sein  wird.  Auch  wenn  der  Beschwerdeführer  seit  zwei  Jahren  landesabwesend  gewesen  ist,  bestehen  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  bei  einer  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  in  eine  existenzielle  Notlage geraten würde. Die im Beschwerdeverfahren geltend gemachten  gesundheitlichen  Probleme  im  Zusammenhang  mit  der  im  Jahr  2000  erlittenen Schussverletzung und den Schwierigkeiten bei der Atmung (vgl.  Bericht  von Dr. med. G._______)  lassen eine Rückkehr nach Sri Lanka  nicht  als  unzumutbar  erscheinen,  da  die  diesbezügliche  medizinische  Versorgung dort gewährleistet ist.  8.4.3.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  erweist  sich  demnach  nicht  als  unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG. 8.5.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2  AuG). 8.6. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu  Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1 – 4 AuG). 9.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 10.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  dem 

D­2981/2011 Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Da  ihm  mit  Zwischenverfügung vom 30. Mai 2011 die Gewährung der unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  in  Aussicht  gestellt  wurde,  sofern er eine Bestätigung seiner Fürsorgeabhängigkeit nachreiche, und  er  diese  am  31.  Mai  2011  nachreichte,  ist  auf  die  Auferlegung  der  Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite)

D­2981/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Hans Schürch Christoph Basler Versand:

D-2981/2011 — Bundesverwaltungsgericht 13.01.2012 D-2981/2011 — Swissrulings