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Bundesverwaltungsgericht 28.02.2012 D-1889/2011

28 febbraio 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,386 parole·~7 min·1

Riassunto

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 24. Februar 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­1889/2011 Urteil   v om   2 8 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichter Daniele Cattaneo, mit Zustimmung von Richter Hans Schürch; Gerichtsschreiber Bruno D'Amaro. Parteien A._______, geboren (…), Nepal,  Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 24. Februar 2011 / N […].

D­1889/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat  am 6. Juli 2009 verliess und am 17. August 2009 in die Schweiz einreiste,  wo  er  gleichentags  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  Kreuzlingen um Asyl nachsuchte, dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  EVZ  Kreuzlingen  vom  21.  August  2009  (A  1/10)  sowie  der  Anhörung  durch  das  BFM  vom  27.  August 2009 (A 8/12) zur Begründung des Asylgesuchs im Wesentlichen  geltend machte, dass  er  aus  B._______,  Distrikt  C._______  (Nepal)  stamme  und  bei  seinen Eltern gelebt habe, dass zwei Bauern, welche zwei Grundstücke  im Besitz seiner Familie  in  B._______ (Nepal) zur Pacht erhalten hätten, gestützt auf eine mündliche  Abmachung und  trotz mehrmaliger Aufforderung das Land zwecks  ihres  beabsichtigten Verkaufs freizugeben, nicht wieder zurückgeben wollten, dass  er  folglich,  um  die  Pächter  zur  Freigabe  der  Landstücke  aufzufordern, am 29. Juni 2009 zur Polizei gegangen sei, dass wenige Tage später, am 5. Juli 2009, ein Pächter zusammen mit 15  bis 20 Mitgliedern aus der Gruppierung der "D._______" während seines  Aufenthalts  in  E._______  (Nepal)  sein  Zuhause  aufgesucht  habe  und  diese Leute eine grosse Verwüstung hinterlassen hätten, dass beim Angriff durch diese Leute sein Zuhause zerstört,  sein Bruder  verprügelt  und  ein  Geschäft  im  Familienbesitz  vollständig  geplündert  worden sei, dass er zudem von seinen Eltern nach seiner Rückkehr von E._______  (Nepal) am Tag nach dem Angriff  vernommen habe, dass die Täter die  Drohung  ausgesprochen  hätten,  ihn  umzubringen,  weshalb  er  noch  gleichentags auf Anraten seiner Eltern nach Indien geflohen sei, dass  er  auf  dem  Landweg  nach  Indien  ausgereist,  am  31.  Juli  2009  in  Begleitung  eines  Schleppers  mit  dem  Bus  F._______  (Indien)  erreicht  habe, einige Tage dort geblieben sei und anschliessend auf dem Luftweg  von  F._______  (Indien)  nach  G._______  (Frankreich)  weitergereist  sei, 

D­1889/2011 wo er sich etwa fünf bis sechs Tage aufgehalten habe, bevor er mit dem  Zug in die Schweiz gereist sei, dass  er  mit  einem  gefälschten,  nicht  auf  seinen  Namen  lautenden  indischen  Reisepass  und  einer  Fotokopie  seiner  Identitätskarte  unterwegs gewesen sei, dass der Beschwerdeführer der Vorinstanz keine Identitätsdokumente zu  den  Akten  gab  und  einer  am  17.  August  2009  im  Empfangszentrum  ergangenen  schriftlichen  Aufforderung  zur  Papierbeschaffung  innert  48 Stunden  (A  3/1)  –  mit  Nachdruck  erneuert  anlässlich  der  durchgeführten Befragung und Anhörung zu den Asylgründen (A 1/10, S.  4) – nicht nachgekommen ist, dass er hierzu erklärte, nie mit dem Original seiner Identitätskarte gereist  zu sein, sondern stets eine Fotokopie der Identitätskarte im Portemonnaie  mit sich getragen habe, dass  er  diesbezüglich  zunächst  behauptete,  seine  Identitätskarte  habe  sich  vermutlich  bei  ihm  zu  Hause  befunden,  seine  Eltern  würden  nicht  über  ein  Telefon  verfügen,  letztere  allerdings  über  sein  Geschäft  telefonisch  zu  erreichen  seien  (A  1/10,  S.  4),  womit  er  sich  seine  Identitätskarte hätte beschaffen können, dass  er  anlässlich  der  Anhörung  durch  das  BFM  hingegen  erklärte,  es  habe niemand bei  ihm zu Hause gewusst, wo sich  seine  Identitätskarte  befunden hätte (A 8/12, S. 9), dass  er  vor  seiner  Ankunft  in  der  Schweiz  von  keiner  Behörde  eines  anderen Landes angehalten, daktyloskopiert  oder untergebracht worden  sei (A 1/10, S. 7), dass er im Übrigen keine Probleme mit den Behörden gehabt habe, dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung  vom 24. Februar 2011 – eröffnet am 28. Februar 2011 – ablehnte und die  Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete, dass  das  Bundesamt  seinen  ablehnenden  Asylentscheid  damit  begründete,  dass  einerseits  die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  den Anforderungen an die flüchtlingsrechtliche Beachtlichkeit gemäss Art.  3  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht 

D­1889/2011 genügten  und  andererseits  den  Anforderungen  betreffend  das  Glaubhaftmachen eines Asyl begründenden Sachverhalts gemäss Art. 7  AsylG  teilweise  nicht  genügten,  weshalb  er  mithin  die  Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG nicht erfülle, dass  der  Beschwerdeführer  Nachteile  respektive  Furcht  vor  Nachteilen  geltend  mache,  die  sich  aus  lokal  oder  regional  beschränkten  Verfolgungsmassnahmen  ableiten  liessen,  weshalb  es  dem  Beschwerdeführer zuzumuten sei, sich – wie offensichtlich seine Eltern –  allfälligen  befürchteten  weiteren  Übergriffen  mittels  Wohnsitznahme  an  einem anderen Ort in Nepal zu entziehen, dass  durch  das  Verlassen  des  Dorfes  seitens  des  Beschwerdeführers  und seiner Familienangehörigen und  ihre damit verbundene Aufgabe an  die Ansprüche an  ihr Land, nicht davon auszugehen sei, dass weiterhin  eine  relevante  Verfolgungsmotivation  seitens  ihrer  Gegner  ihnen  gegenüber bestehen könne, dass die geltend gemachte Furcht des Beschwerdeführers vor weiteren –  erst recht landesweiten – Übergriffen folglich nicht begründet sei, dass  zudem  seine  Vorbringen  in  einer  wesentlichen  Angelegenheit  widersprüchlich  seien,  und  zwar  was  den  Verkauf  seines  Geschäfts  betrifft;  insofern, dass der Betroffene zunächst behauptet, sein Geschäft  sei  verkauft worden  (A  1/10,  S.  4)  und  anschliessend  zu Protokoll  gibt,  dass er keine Kenntnisse davon habe, ob sein Geschäft verkauft worden  sei oder nicht (A 8/12, S. 9), dass er  ferner  die  ihm obliegende Mitwirkungspflicht  nach Art.  8 Abs.  1  AsylG  verletzt  habe,  da  er  sich  trotz  Zumutbarkeit  und  objektiver  Beschaffbarkeit  nicht  ernsthaft  um  die  Beschaffung  der  Identitätskarte  bemüht  habe  und  jeglichen  Versuch  im  Voraus  ausgeschlossen  habe,  was für seine Asylvorbringen erhebliche Zweifel aufkommen lasse, dass  mangels  Erfüllung  der  Flüchtlingseigenschaft  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG keine Anwendung finde  und keine Anhaltspunkte für eine dem Beschwerdeführer mit beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  drohende,  durch  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verbotene  Bestrafung  oder  Behandlung ersichtlich seien,

D­1889/2011 dass ferner von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs auszugehen  sei,  da  in  Nepal  insbesondere  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrsche  und  auch  die  politische  Situation  oder  andere  Gründe  nicht  gegen die Zumutbarkeit sprächen, dass  sich  vielmehr  die  Lage  seit  Einleitung  des  Friedensprozesses  mit  dem  Friedensabkommen  vom  21.  November  2006  und  der  Schaffung  einer  Übergangsregierung,  den  von  der  Maobadi  gewonnenen  Wahlen  vom 10. April 2008  für eine verfassungsgebende Versammlung und der  im  Mai  2008  erfolgten  Ablösung  der  Monarchie  durch  eine  Republik  wesentlich  verbessert  habe,  wenngleich  die  innenpolitische  Situation  noch nicht stabil sei und eine neue Verfassung noch ausstehe, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  29.  März  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht (Eingang: 30 März 2011) gegen die Verfügung  vom 24. Februar 2011 Beschwerde erhob und darin die Aufhebung des  angefochtenen Entscheids, die Gewährung von Asyl unter Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  sowie  eventualiter  die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  unter  Feststellung  der  Unzulässigkeit  sowie  der  Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  und  in  prozessualer Hinsicht  die  unentgeltliche  Rechtspflege  (Art.  65  Abs.  1  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  [VwVG,  SR 172.021]) samt Entbindung von der Vorschusspflicht beantragte, dass er in der Begründung materiell geltend macht, er verfüge entgegen  der  Ansicht  des  BFM  nicht  über  eine  innerstaatliche  Fluchtalternative,  sondern  sei  landesweit  verfolgt,  wobei  ihm  die  Polizei  keinen  Schutz  gewähren  könne,  wie  das  von  ihm  zu  den  Akten  eingereichte  Beweismittel  –  ein  in  seiner  Landessprache  verfasstes  Schreiben  des  Dorfvorstehers – zum Ausdruck bringe, dass er das widersprüchliche Aussageverhalten bezüglich des Verkaufs  seines  Geschäfts  bereits  in  der  Anhörung  zu  erklären  versucht  habe,  weshalb er diesbezüglich auf die entsprechende Anhörung verweise, dass  die  Einreichung  der  Identitätskarte  lange  Zeit  aufgrund  der  nicht  funktionierenden Telefonleitungen nicht möglich gewesen sei, mittlerweile  er  nun  aber  imstande  gewesen  sei,  die  Identitätskarte  zu  organisieren  und  dem  Bundesverwaltungsgericht  einreichen  konnte  (ein  ID­Ausweis  wurde zusammen mit dem obengenannten Schreiben des Dorfvorstehers  als Beweismittel mit der Beschwerde eingereicht),

D­1889/2011 dass seine Vorbringen sich als glaubhafte Schilderungen erwiesen haben  und auf eine drohende Verletzung sowohl von Art. 3 EMRK als auch von  Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter oder  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe (FoK, SR 0.105) geschlossen werden könne, weshalb der Vollzug  der Wegweisung unzulässig und unzumutbar sei, dass  das  Bundesverwaltungsgerichts  mit  Zwischenverfügung  vom  14. April 2011  den  legalen  Aufenthalt  des  Beschwerdeführers  während  des Beschwerdeverfahrens feststellte, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31]  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, SR 173.110]), dass  eine  solche  Ausnahme  in  casu  nicht  vorliegt,  weshalb  das  Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und  Art. 6 AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

D­1889/2011 dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde,  dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1  AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft  gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält, dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte  oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass  die Vorinstanz  gesetzes­  und  praxiskonform erkannt  hat,  dass  die  geltend  gemachten  Benachteiligungen  und  Befürchtungen  flüchtlingsrechtlich  unbeachtlich  sind  und  den  Anforderungen  an  das  Glaubhaftmachen eines asylbegründenden Sachverhalts nicht genügen, dass  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  umfassend  auf  die  Akten abgestützten Erwägungen gemäss angefochtener Verfügung sowie 

D­1889/2011 die  obenstehende  zusammenfassende  Darstellung  verwiesen  werden  kann, dass  die  Beschwerdeschrift  offensichtlich  keine  zureichenden  Anhaltspunkte  für  eine  von  den  vorinstanzlichen  Erkenntnissen  abweichende Betrachtungsweise enthält,  dass sie sich über weite Teile auf eine Bekräftigung der erstinstanzlichen  Vorbringen  und  das  Aufstellen  blosser Gegenbehauptungen  beschränkt  und auf  die Argumente  des BFM meist  nur  in  pauschaler Weise Bezug  nimmt, ohne sie substanziell zu beanstanden, dass  im  Übrigen  sowohl  der  mit  der  Beschwerde  eingereichte  "Identitätsausweis"  als  auch  der  Brief  des  Dorfvorstehers,  welcher  beweisen  soll,  dass  er  landesweit  verfolgt  sei,  nicht  näher  spezifiziert  sind,  weshalb  der  Beweiswert  dieser  zwei  Dokumente  erheblich  eingeschränkt ist, dass der Beschwerdeführer sich darauf beschränkt auf den eingereichten  Brief des Dorfvorstehers zu verweisen und in keiner Art und Weise darauf  eingeht,  inwiefern  vom  Inhalt  des  Briefes  auf  eine  landesweite  asylrechtlich relevante Verfolgung geschlossen werden kann, dass  er  für  das  vom  BFM  korrekt  festgestellte  widersprüchliche  Aussageverhalten lediglich auf seine Aussagen in der Anhörung verweist,  womit  er  nicht  imstande  gewesen  ist,  den  aus  den  beiden Anhörungen  ergangenen  Widerspruch  betreffend  den  Verkauf  seines  Geschäfts  aufzulösen, dass  zudem  –  unabhängig  vom  eingeschränkten  Beweiswert  der  eingereichten  Identitätskarte  –  die  Gründe  des  verspäteten  Einreichens  des Dokumentes nicht glaubhaft dargelegt sind, dass mit der verspäteten Einreichung einer Identitätskarte zwar teilweise  eine Heilung der Verletzung der Mitwirkungspflicht gemäss Art. 8 Abs. 1  AsylG stattgefunden hat,  jedoch – unabhängig davon und aufgrund des  geringen Beweiswertes der eingereichten Dokumente – die Beweismittel  nichts  an  der  rechtlichen Würdigung  zu  ändern  vermögen,  wonach  die  vom  Beschwerdeführer  vorgebrachten  Schilderungen  asylrechtlich  nicht  relevant  sind  und  beträchtliche  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  wesentlicher Vorbringen bestehen,

D­1889/2011 dass  zusammenfassend  festzustellen  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  keine begründete Furcht vor landesweiten Verfolgungen geltend machen  konnte und die Schilderung des Sachverhaltes den Anforderungen an die  Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 AsylG nicht genügte, dass  dem  Beschwerdeführer  folglich  im  Heimatstaat  unter  dem  Gesichtspunkt  der  Verfolgungssicherheit  eine  zumutbare  innerstaatliche  Fluchtalternative offen stand und weiterhin offen steht, dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt  hat, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer solchen besteht  (vgl. BVGE 2008/34 E. 9.2), weshalb die verfügte  Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

D­1889/2011 dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 FoK und  der  Praxis  zu  Art. 3  EMRK  ersichtlich  sind,  die  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder  die  allgemeine  Lage  in Nepal  noch  individuelle Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  des  Beschwerdeführers  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend zumutbar (siehe vorstehende Erwägungen) ist, dass  auch  diesbezüglich  vollumfänglich  auf  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  verwiesen  werden  kann  und  zudem  auf  die  für  den  Beschwerdeführer  begünstigenden  Zumutbarkeitselemente  insoweit  hinzuweisen  ist,  als  er  noch  jung  und  durchschnittlich  gut  gebildet  ist  sowie  über  Berufserfahrungen  und  ein  familiäres  sowie  verwandt­  und  bekanntschaftliches  soziales  Beziehungsnetz  verfügt,  welches  auch  kontaktierbar ist, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 

D­1889/2011 der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  sich  die  Rechtsbegehren  des  Beschwerdeführers  aufgrund  vorstehender Erwägungen als aussichtslos erwiesen haben, weshalb das  Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtspflege  nach  Art.  65  Abs.  1  VwVG  abzuweisen ist,  dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.–  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­1889/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Daniele Cattaneo Bruno D'Amaro Versand:

D-1889/2011 — Bundesverwaltungsgericht 28.02.2012 D-1889/2011 — Swissrulings