Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 23.08.2011 C-1594/2011

23 agosto 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·387 parole·~2 min·2

Riassunto

Zwangsanschluss an die Auffangeinrichtung | Zwangsanschluss (Verfügung vom 11. Februar 2011)

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung III C­1594/2011 Urteil   v om   2 3 .   Augus t   2011   Besetzung Richter Johannes Frölicher (Vorsitz), Richter Stefan Mesmer, Richter Philippe Weissenberger,    Gerichtsschreiberin Susanne Fankhauser. Parteien X._______,  Beschwerdeführer,  gegen Stiftung Auffangeinrichtung BVG  Wiederanschlusskontrolle, Postfach, 8036 Zürich,    Vorinstanz.  Gegenstand Zwangsanschluss (Verfügung vom 11. Februar 2011).

C­1594/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass  die  Stiftung  Auffangeinrichtung  das  von  X._______  (nachfolgend:  Arbeitgeber  oder  Beschwerdeführer)  geführte  Einzelunternehmen  'X._______  …'  mit  Sitz  in  A._______  (am  25. März  2011  im  Handelsregister  gelöscht)  mit  Verfügung  vom  11. Februar  2011  zwangsweise,  rückwirkend  auf  den  1. Juli  2010,  angeschlossen  hat  (act. 1 Beilage [B] 1), dass  der  Arbeitgeber  dagegen  am  12. März  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben hat (act. 1),  dass  er  zur  Begründung  ausgeführt  hat,  der  Anschlussvertrag  bei  der  Sammelstiftung _______ sei auf den 30. Juni 2010 wegen nicht bezahlter  Beiträge gekündigt worden, und die Nachfolgefirma B._______ AG habe  die Angestellten per 1. Oktober 2010 übernommen,  dass er weiter darum bemüht sei, die ausstehenden Beiträge nach dem  Verkauf der Liegenschaft zu decken und den Anschlussvertrag bis Ende  September  2010  zu  verlängern,  um  Beitragslücken  bei  den  Arbeitnehmern zu vermeiden,  dass  die  Vorinstanz  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  6. Juli  2011  die  Gutheissung  der  Beschwerde  und  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung beantragt hat (act. 8), dass  der  mit  Zwischenverfügung  vom  18. März  2011  eingeforderte  Kostenvorschuss  von  Fr. 800.­  innerhalb  der  angesetzten  Frist  bei  der  Gerichtskasse eingegangen ist (vgl. act. 2 und 4), dass  das  Bundesverwaltungsgericht  gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  in  Verbindung  mit  Art. 33  Bst. h  VGG  und  Art. 60  Abs. 2bis  des  Bundesgesetzes  vom  25. Juni  1982  über  die  berufliche  Alters­,  Hinterlassenen­ und Invalidenvorsorge (BVG, SR 831.40) zur Beurteilung  der vorliegenden Beschwerde zuständig ist,  dass  Arbeitgebende,  die  obligatorisch  zu  versichernde  Arbeitnehmende  beschäftigen,  eine  in  das  Register  für  die  berufliche  Vorsorge  eingetragene  Vorsorgeeinrichtung  errichten  oder  sich  einer  solchen  anschliessen müssen (Art. 11 Abs. 1 BVG),

C­1594/2011 dass  die  Auffangeinrichtung  gemäss  Art. 60  Abs. 2  Bst. a  BVG  verpflichtet  ist,  Arbeitgebende  anzuschliessen,  die  ihrer  Pflicht  zum  Anschluss an eine Vorsorgeeinrichtung nicht nachkommen, dass  die  Auffangeinrichtung  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  von  Amtes  wegen  abzuklären  hat  (Art. 12  VwVG  in  Verbindung  mit  Art. 54  Abs. 4 BVG und Art. 1 Abs. 2 Bst. e VwVG), dass die Vorinstanz  ihren Antrag auf Gutheissung damit  begründet  hat,  dass  eine  spätere  Anfrage  bei  der  Sozialversicherungsanstalt  (SVA)  Aargau ergeben habe, dass der Arbeitgeber seit 31. Dezember 2007 kein  AHV­pflichtiges Personal mehr beschäftige (vgl. act. 8 B 105), dass die Information der SVA Aargau (Ausgleichskasse) offensichtlich  in  Widerspruch  zu  den  Angaben  des  Beschwerdeführers  (vgl.  auch  Schreiben  des  Beschwerdeführers  vom  8. Juli  2011  an  die  Vorinstanz  [act. 9  B 2])  und  den  Bescheinigungen  der  Sammelstiftung  Vita  (vgl.  act. 8  B  102)  steht,  wonach  der  Arbeitgeber  im  Jahr  2010  noch  obligatorisch BVG­versichertes Personal beschäftigt hat,  dass deshalb nicht ohne Weiteres auf die Angaben der Ausgleichskasse  abgestellt werden kann, dass das vom Beschwerdeführer geführte Einzelunternehmen im Übrigen  erst am 6. Mai 2008 im Handelsregister eingetragen wurde, dass  die  angefochtene  Verfügung  daher  zwar  antragsgemäss  aufzuheben,  die  Sache  jedoch  zur  weiteren  Abklärung  (und  allenfalls  Neuverfügung) an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, dass die Beschwerde in diesem Sinne gutzuheissen ist, dass bei diesem Ergebnis keine Verfahrenskosten zu erheben sind (vgl.  Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), dass dem Beschwerdeführer der bereits geleistete Kostenvorschuss nach  Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten ist, dass  dem  nicht  anwaltlich  vertretenen  Beschwerdeführer  keine  verhältnismässig  hohen  Kosten  entstanden  sind,  weshalb  keine  Parteientschädigung zuzusprechen ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG).

C­1594/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene  Verfügung aufgehoben und die Sache  im Sinne der Erwägungen an die  Vorinstanz zurückgewiesen wird. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss von  Fr. 800.­ nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils  zurückerstattet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. ­­­ ; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Johannes Frölicher Susanne Fankhauser

C­1594/2011 Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30  Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die  Voraussetzungen  gemäss  den  Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben  sind. Die Rechtsschrift  ist  in einer Amtssprache abzufassen und hat die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat,  beizulegen (Art. 42 BGG).  Versand:

C-1594/2011 — Bundesverwaltungsgericht 23.08.2011 C-1594/2011 — Swissrulings