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Bundesverwaltungsgericht 13.02.2012 E-655/2012

13 février 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,118 mots·~6 min·1

Résumé

Nichteintreten auf Asylgesuch (Safe Country) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 26. Januar 2012

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­655/2012 Urteil   v om   1 3 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichter Bruno Huber, mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo; Gerichtsschreiber Peter Jaggi. Parteien A._____, geboren (…), dessen Ehefrau B._____, geboren (…), und deren Tochter C._____, geboren (…), Serbien, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 26. Januar 2012 / N (…).

E­655/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  die  Beschwerdeführenden  eigenen  Angaben  zufolge  Serbien  am  6. November  2011  verliessen  und  über  Ungarn  und  Österreich  am  7.  November 2011 in die Schweiz gelangten, wo sie gleichentags im (…) um  Asyl nachsuchten, dass sie daselbst am 17. November 2011 zur Person, zum Reiseweg und  zu den Gesuchsgründen summarisch befragt und am 11. Januar 2012 in  Bern­Wabern einlässlich zu ihren Asylgründen angehört wurden, dass  sie  zur  Begründung  ihrer  Asylgesuche  anführten,  sie  seien  serbische  Staatsangehörige  albanischer  Ethnie  mit  letztem Wohnsitz  in  D._____, dass  sie  wegen  ihrer  Ethnie  beschimpft,  beleidigt  und  aufgefordert  worden seien, nach Kosovo zu gehen, dass sie während des Krieges bei einer Hausdurchsuchung geschlagen  und aufgefordert worden seien, die Namen ihrer Kinder zu ändern, dass sie bei Unruhen und Problemen in Kosovo immer wieder beschimpft  und anlässlich der Abspaltung Kosovos zur Rede gestellt worden seien, dass  sie  am meisten Probleme während  ihres  gemeinsamen Ausgangs  gehabt hätten, weil sich (…) verschleiert habe, dass Polizisten und Angehörige anderer Behörden den Beschwerdeführer  auf  dem Markt wegen seines Namens streng behandelt  und  schikaniert  hätten, dass die Tochter C._____ geltend machte, sie habe die Schule nach der  vierten  Klasse  abgebrochen,  weil  sie  dort  und  auf  der  Strasse  wegen      ihrer Ethnie beschimpft worden sei und kaum Freundinnen gehabt habe, dass für die weiteren Aussagen auf die Akten verwiesen wird, dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  26.  Januar  2012  –  eröffnet  am  30.  Januar 2012 – gestützt auf Art. 34 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  die  Asylgesuche  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung aus der Schweiz anordnete,

E­655/2012 dass  das Bundesamt  gleichzeitig  die Beschwerdeführenden  –  unter  der  Androhung  von  Zwangsmitteln  im  Unterlassungsfall  –  aufforderte,  die  Schweiz  am  Tag  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  (der  Verfügung)  zu  verlassen,  den  Kanton  Zürich  mit  dem  Vollzug  der  Wegweisung  beauftragte und die Aushändigung der editionspflichtigen Akten gemäss  Aktenverzeichnis an die Beschwerdeführenden verfügte, dass  es  zur  Begründung  anführte,  der  Bundesrat  habe  Serbien  mit  Beschluss  vom  6.  März  2009  als  verfolgungssicheren  Staat  (Safe  Country)  im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet, weshalb  auf  Asylgesuche  serbischer  Staatsangehöriger  nicht  eingetreten  werde,  ausser es gebe Hinweise auf eine Verfolgung, dass  solche  Hinweise,  welche  die  widerlegbare  Vermutung  der  Verfolgungssicherheit  umstossen  könnten,  vorliegend  nicht  ersichtlich  seien, dass sich die Situation der ethnischen Minderheiten  in Serbien mit dem  demokratischen  Wandel  und  mit  dem  am  25.  Februar  2002  in  Kraft  getretenen  Gesetz  zum  Schutz  und  zur  Freiheit  der  nationalen  Minderheiten entspannt habe, dass  zwar  vereinzelte  Benachteiligungen  und  Schikanen  gegenüber  serbischen  Staatsangehörigen  albanischer  Ethnie  nicht  restlos  ausgeschlossen  werden  könnten,  aber  der  serbische  Staat  Übergriffe  Dritter weder billige noch unterstütze, dass  solche  Vorfälle  in  Serbien  –  wenn  auch  gelegentlich  erst  auf  Intervention bei höheren Instanzen hin – strafrechtlich geahndet würden,  und der Staat bestrebt sei, Verfehlungen von Beamten zu ahnden, dass zudem die von den Beschwerdeführenden geschilderten Probleme  nicht  derart  intensiv  seien,  dass  sie  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirkt  oder  ein  menschenwürdiges  Leben  in  Serbien  verunmöglicht oder unzumutbar erschwert hätten, dass  die  geltend  gemachten  Schwierigkeiten  während  des  Krieges  mehrere  Jahre  zurückliegen  würden,  weshalb  diese  weder  in  zeitlicher  noch  in  sachlicher  Hinsicht  kausal  für  die  Ausreise  der  Beschwerdeführenden ge­wesen seien,

E­655/2012 dass  die Wegweisung  die  Regelfolge  des  Nichteintretens  auf  ein  Asyl­ gesuch und der Vollzug der Wegweisung durchführbar sei, dass  die  Beschwerdeführenden  mit  handschriftlich  ergänzter  Formular­  Rechtsmitteleingabe  vom  3.  Februar  2012  (Poststempel)  in  materieller  Hinsicht  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und  unter  Zuerkennung  der  Flüchtlingsleigenschaft  die  Gewährung  von  Asyl,  eventualiter unter Anordnung der vorläufigen Aufnahme die Feststellung  der  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und  Unmöglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs be­antragen, dass  sie  in  prozessualer Hinsicht  beantragen,  es  sei  unter  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  die  unentgeltliche  Rechtspflege  zu  gewähren,  eventualiter  sei  die  aufschiebende  Wirkung  wiederherzustellen,  und  zudem  sei  die  zuständige  Behörde  vorsorglich  anzuweisen,  die  Kontaktaufnahme mit  den  Behörden  des Heimat­  oder  Herkunftsstaates  und  jegliche  Datenweitergabe  an  dieselben  zu  unterlassen,  eventualiter  seien  sie bei  bereits  erfolgter Datenweitergabe  darüber in einer separaten Verfügung zu informieren, dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit  für den Entscheid  wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen wird, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  7.  Februar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht eingingen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und erwägt, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der  Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des Bundesgesetzes  vom 20. Dezember 1968 über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht  vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  sich das Verfahren nach dem VwVG  richtet,  soweit  das VGG und  das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),

E­655/2012 dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde –  vorbehältlich der nachstehenden Erwägungen – einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen]  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr. 34  E. 2.1.  S. 240 f.), dass  demzufolge  die  Prüfung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  des  Asyls  nicht Gegenstand dieses Verfahrens ist, weshalb auf das diesbezügliche  Rechtsbegehren nicht einzutreten ist, dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

E­655/2012 dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass gemäss Art. 34 Abs. 1 AsylG auf Gesuche von Asylsuchenden aus  verfolgungssicheren  Staaten  nach  Art.  6a  Abs. 2  Bst.  a  AsylG  (sogenannte  "Safe  Countries")  nicht  eingetreten  wird,  ausser  es  gebe  Hinweise auf eine Verfolgung, dass der Bundesrat mit Beschluss vom 6. März 2009  (in Kraft  seit dem  1. April 2009) Serbien zum "Safe Country"  (im Sinne von Art. 6a Abs. 2  Bst. a  AsylG)  erklärt  hat,  in  welchem  nach  seinen  Feststellungen  Sicherheit vor Verfolgung besteht, dass  somit  die  Grundvoraussetzung  für  einen  Nichteintretensentscheid  gestützt auf Art. 34 Abs. 1 AsylG erfüllt ist, dass bei der Prüfung, ob Hinweise auf Verfolgung vorliegen, erstens ein  weiter  Verfolgungsbegriff  gilt,  der  alle  erlittenen  oder  befürchteten  Nachteile  umfasst,  die  von  Menschenhand  zugefügt  werden,  und  zweitens  nur  einem  tiefen  Beweismass  Genüge  getan  werden  muss,  weshalb  auf  ein  Gesuch  einzutreten  ist,  wenn  Verfolgungshinweise  geltend gemacht werden, die nicht bereits auf den ersten Blick als haltlos  zu erkennen sind (vgl. EMARK 2004 Nr. 5), dass  sich  die  Ausführungen  in  der  Beschwerde  im Wesentlichen  darin  erschöpfen, die mündlichen Vorbringen zur Begründung der Asylgesuche  zu wiederholen, ohne  indessen  in substanziierter und detaillierter Weise  zu  den  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  Stellung  zu  nehmen, dass  auch  das  weitere  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden,  ihre  Nachbarn  und  die  umliegenden  Bewohner  in  D._____  seien  darüber  informiert, dass sie  im Ausland als Angehörige einer Minderheit um Asyl  nachsuchen  und  negativ  über  ihre  serbischen  Landsleute  berichten  würden, weshalb sie sich bei einer Rückkehr dorthin auf grosse Konflikte  einstellen  müssten,  nicht  geeignet  ist,  Hinweise  auf  eine  Verfolgung  darzutun,  zumal  sie  sich  gegebenenfalls  an  die  serbischen  Behörden  wenden können, dass an dieser Stelle mangels stichhaltiger weiterer Entgegnungen in der  Beschwerde  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  vollumfänglich  und 

E­655/2012 ohne weiteren Begründungsaufwand auf die zutreffenden Erwägungen in  der angefochtenen Verfügung zu verweisen ist, dass  das  BFM  demnach  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs.  1  AsylG  zu  Recht  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht  eingetreten  ist, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  737),  weshalb  die  verfügte Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der  vormaligen  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  UEBERSAX/RUDIN/HUGI  YAR/GEISER [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

E­655/2012 dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Re­foulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  den  Beschwerdeführenden im Heimat­ oder Herkunftsland droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass die allgemeine Lage in Serbien nicht auf eine konkrete Gefährdung  der  Beschwerdeführenden  im  Falle  ihrer  Rückkehr  dorthin  schliessen  lässt, dass sich zudem aus den Akten keine konkreten Anhaltspunkte ergeben,  aufgrund  derer  allenfalls  geschlossen  werden  könnte,  die  Beschwerdeführenden  gerieten  in  Serbien  aus  individuellen  Gründen  wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheitlicher  Natur  in  eine  existenzbedrohende Situation (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass die Beschwerdeführenden in Serbien ein Haus besitzen und zudem  mit  ihren Familienangehörigen über ein  tragfähiges verwandtschaftliches  Beziehungsnetz verfügen, dass  sich der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden nach  Serbien somit als zumutbar erweist, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  möglich  ist,  da  die  Beschwerdeführenden  über  gültige  serbische  Reisepässe  verfügen  und  zudem keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG),

E­655/2012 dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, soweit darauf einzutreten ist, dass mit dem Entscheid  in der Hauptsache ohne vorgängige  Instruktion  die Verfahrensanträge hinfällig werden, dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  als  aussichtslos  erweist,  weshalb  der  Antrag  auf  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  (Art.  65  Abs.  1  VwVG)  unbesehen  der  allenfalls bestehenden prozessualen Bedürftigkeit abzuweisen ist und bei  diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.­ (Art. 1 – 3 des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  den  Beschwer­deführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­655/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Der  Antrag  auf  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  den  Beschwerdeführenden  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und (…). Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Bruno Huber Peter Jaggi Versand:

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