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Bundesverwaltungsgericht 05.10.2011 E-6484/2008

5 octobre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,196 mots·~6 min·2

Résumé

Aufhebung vorläufige Aufnahme (Asyl) | Urteil des BVGer vom 26. August 2008

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­6484/2008 Urteil   v om   5 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richterin Emilia Antonioni; Gerichtsschreiber Jan Feichtinger. Partei A._______, geboren am (…), Irak,   (…), Gesuchsteller,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern.      Gegenstand Revision; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. August 2008 / E­7561/2007.

E­6484/2008 Sachverhalt: A.  A.a  Der  Gesuchsteller,  ein  irakischer  Staatsangehöriger  kurdischer  Volkszugehörigkeit  aus  B._______  (Provinz  C._______)  verliess  seinen  Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 15. Juli 2006 und gelangte per  Bus  und  LKW  über  die  Türkei  sowie  ihm  unbekannte  Transitländer  am  31. Juli 2006 in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte. Am  4.  August  2006  wurde  er  (...)  erstmals  befragt,  am  29.  August  2006  erfolgte die Anhörung zu den Asylgründen.  Zur Begründung seines Asylgesuches machte er dabei  im Wesentlichen  geltend, er habe das Leben im Irak satt, da es dort weder Elektrizität noch  Trinkwasser gebe sowie grosse soziale Ungerechtigkeit herrsche. A.b Mit  Verfügung  vom  4.  September  2006  stellte  das  BFM  fest,  der  Gesuchsteller  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  lehnte  das  Asylgesuch  vom  31. Juli 2006  ab,  verfügte  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  schob  deren  Vollzug  infolge  Unzumutbarkeit  zugunsten  einer  vorläufigen  Aufnahme  auf.  Mangels  Anfechtung  erwuchs  diese  Verfügung in Rechtskraft. A.c Mit Schreiben vom 21. Juni 2007 teilte das BFM dem Gesuchsteller  mit,  aufgrund  der  veränderten  Sicherheits­  und  Menschenrechtslage  in  den  drei  nordirakischen  Provinzen  Dohuk,  Erbil  und  Sulaymaniya  beabsichtige  es,  die  seinerzeit  angeordnete  vorläufige  Aufnahme  aufzuheben.  Sodann  gewährte  es  dem  Gesuchsteller  Frist  zur  Einreichung einer Stellungnahme. A.d  Am  12.  Juli  2007  reichte  der  Gesuchsteller  die  einverlangte  Stellungnahme zu den Akten und führte aus, anlässlich der Befragungen  habe  er  eine  wesentliche  Tatsache  verschwiegen.  In  Tat  und Wahrheit  habe  er  seinen  Heimatstaat  aus  privaten  Gründen  verlassen.  Er  habe  eine  Beziehung  mit  (…)  unterhalten,  jedoch  von  deren  Vater  die  Einwilligung  zur  Heirat  nicht  bekommen.  Seine  Geliebte  sei  von  ihm  schwanger  geworden.  Nachdem  ihre  Verwandten  von  der  Schwangerschaft  Kenntnis  erhalten  hätten,  sei  seine  Freundin  getötet  worden. Die männlichen Verwandten seiner Geliebten würden nun auch  nach seinem Leben trachten.

E­6484/2008 A.e Mit Verfügung vom 9. Oktober 2007 hob das BFM die mit Verfügung  vom 4. September 2006 angeordnete vorläufige Aufnahme auf und setzte  dem Gesuchsteller Frist zum Verlassen der Schweiz. B.  Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 8. Novemer 2007  wies  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  E­7561/2007  vom  26. August 2008 ab. C.  Mit  Eingabe  vom  21. Oktober 2008  an  das  Bundesverwaltungsgericht  ersuchte  der  Gesuchsteller  um  revisionsweise  Aufhebung  des  vorgenannten  Urteils.  Im  weiteren  beantragte  er,  es  sei  das  Beschwerdeverfahren E­7561/2007 wieder aufzunehmen und die Sache  zur materiellen Beurteilung an das BFM zurückzuweisen. Eventualiter sei  dasselbe anzuweisen, die Unzulässigkeit respektive Unzumutbarkeit des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  die  vorläufige  Aufnahme  des  Gesuchstellers  anzuordnen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  wurde  beantragt, dem Gesuchsteller sei unter Verzicht auf die Erhebung eines  Kostenvorschusses  die  unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art.  65  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  zu  gewähren,  es  sei  die  aufschiebende Wirkung des vorliegenden Gesuchs  festzustellen und die  die  Vollzugsbehörden  seien  anzuweisen,  bis  zu  einem  Entscheid  über  das vorliegende Revisionsgesuch von Vollzugshandlungen abzusehen. Zur  Begründung  verwies  der  Gesuchsteller  auf  den  mit  Stellungnahme  vom 12. Juli 2007 geltend gemachten Sachverhalt und reichte zu dessen  Untermauerung eine Friedensvereinbarung der (…) der D._______ sowie  ein  als  Schwangerschaftstest  bezeichnetes  Dokument  ("General  Urine  Examination")  des  Gesundheitsministeriums  der  Region  Kurdistan  ("Kurdistan Region Ministry of Health") zu den Akten. D.  D.a  Mit  prozessleitender  Verfügung  vom  23. Oktober 2008  setzte  die  damals  zuständige  Instruktionsrichterin  den  Vollzug  der  Wegweisung  vorsorglich aus. D.b Mit Zwischenverfügung vom 23. Dezember 2008 hiess dieselbe das  Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65  Abs.  1  VwVG  –  vorbehältlich  der  Nachreichung  einer 

E­6484/2008 Fürsorgebestätigung  –  gut  und  forderte  den  Gesuchsteller  im  Unterlassungsfalle zur Bezahlung eines Kostenvorschusses auf. D.c  Am  29. Dezember 2008  wurde  der  (eventualiter)  einverlangte  Kostenvorschuss einbezahlt. E.  Mit  Eingaben  vom  22. Dezember 2008  und  vom  5. August 2009  reichte  der  Gesuchsteller  verschiedene  Beweismittel  hinsichtlich  exilpolitischer  Aktivitäten zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung von Gesuchen  um  Revision  seiner  Urteile  zuständig  (Art. 45  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  [VGG, SR 173.32];  vgl.  BVGE 2007/21 E. 2.1 S. 242 f.). Dabei entscheidet es  in der Besetzung  mit  drei  Richtern  oder  Richterinnen  (Art. 21  Abs. 2  VGG),  sofern  das  Revisionsgesuch  nicht  in  die  Zuständigkeit  des  Einzelrichters  beziehungsweise der Einzelrichterin fällt (Art. 23 VGG, Art. 111 AsylG). 1.2.  Gemäss  Art. 45  VGG  gelten  für  die  Revision  von  Urteilen  des  Bundesverwaltungsgerichts die Art. 121­128 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) sinngemäss. Bezüglich Inhalt und  Form des Revisionsgesuchs kommt Art. 67 Abs. 3 VwVG zur Anwendung  (Art. 47 VGG). 1.3. Der Gesuchsteller  sucht mit  der Nachreichung  zweier  Beweismittel  die  –  im  ordentlichen  Verfahren  (erstmals  mit  Stellungnahme  vom  12. Juli 2007)  vorgebrachte  –  Gefahr  eines  Ehrenmordes  infolge  seiner  angeblichen Liebesbeziehung zu E._______ zu beweisen.  Da  der  Gesuchsteller  diese  Vorbringen  im  Rahmen  seines  am  4. September 2006  abgeschlossenen  Asylverfahrens  mit  keinem  Wort  erwähnte, beantragt er auf Revisionsebene unter anderem, die Sache sei  an  das  BFM  zurückzuweisen,  damit  dieses  eine materielle  Prüfung  der 

E­6484/2008 neu  vorgebrachten  Verfolgungsvorbringen  vornehmen  könne.  Indessen  ist festzuhalten, dass die funktionelle Zuständigkeit zu deren Behandlung  nach Ergehen des Beschwerdeurteils vom 26. August 2008 unweigerlich  beim  Bundesverwaltungsgericht  liegt.  Dass  der  Gesuchsteller  seine  wahren  Ausreisegründe  damit  erstinstanzlich  nicht  vortragen  kann,  ist  seiner  offensichtlichen  und mutwilligen  Verletzung  der  ihm  obliegenden  Mitwirkungspflicht nach Art. 8 AsylG zuzuschreiben. Mit  dem  Antrag  um  Wiederaufnahme  des  Beschwerdeverfahrens  E­7561/2008  wird  die  ursprüngliche  Fehlerhaftigkeit  des  materiellen  Beschwerdeurteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. August 2008  geltend  gemacht.  Die  Eingabe  vom  21. Oktober 2008  ist  daher  entsprechend ihrer Bezeichnung als Revisionsgesuch zu behandeln. 1.4.  Der  Gesuchsteller  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  der  Aufhebung  oder  Änderung  des Beschwerdeurteils  vom  26. August 2008  und  ist  daher  zur  Einreichung  des  Revisionsgesuchs  legitimiert  (Art. 48  Abs. 1 Bst. c VwVG in analogiam).  2.  2.1.  Mit  dem  ausserordentlichen  Rechtsmittel  der  Revision  wird  die  Unabänderlichkeit  und  Massgeblichkeit  eines  rechtskräftigen  Beschwerdeentscheids angefochten, damit in der Sache neu entschieden  werden kann. Das Bundesverwaltungsgericht zieht auf Gesuch hin seine  Urteile  aus  den  in  Art. 121­123  BGG  aufgeführten Gründen  in Revision  (Art. 45 VGG). 2.2. An die Begründung ausserordentlicher Rechtsmittel werden erhöhte  Anforderungen  gestellt.  Aus  dem  Revisionsbegehren  muss  der  angerufene Revisionsgrund ersichtlich  sein. Es muss dargelegt werden,  welcher gesetzliche Revisionsgrund angerufen und welche Änderung des  früheren  Entscheids  beantragt  wird.  Für  die  Zulässigkeit  eines  Revisionsbegehrens  ist  nicht  erforderlich,  dass  die  Revisionsgründe  wirklich  bestehen,  sondern  es  genügt,  wenn  der  Gesuchsteller  deren  Bestehen  behauptet  und  hinreichend  begründet  (vgl.  ALFRED  KÖLZ/ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  2. Aufl.,  Zürich  1998,  S. 259,  Rz. 737).  Die  in  Art. 121­123  BGG  enthaltene  Aufzählung  der  Revisionsgründe ist abschliessend.

E­6484/2008 2.3. Der Gesuchsteller ruft mit der Nachreichung zweier Beweismittel den  Revisionsgrund  von  Art. 123  Abs. 2  Bst. a  BGG  an.  Die  Eingabe  vom  21. Oktober 2008 erweist  sich damit als hinreichend begründet. Auf das  Revisionsgesuch  ist  deshalb  einzutreten  (Art. 47  VGG  i.V.m.  Art. 67  Abs. 3 VwVG und Art. 52 VwVG). 3.  3.1.  Gemäss  Art. 123  Abs. 2  Bst. a  BGG  zieht  das  Bundesverwaltungsgericht seinen Entscheid auf Begehren einer Partei in  Revision, wenn die ersuchende Partei nachträglich erhebliche Tatsachen  erfährt  oder  entscheidende  Beweismittel  auffindet,  die  sie  im  früheren  Verfahren nicht beibringen konnte, unter Ausschluss der Tatsachen oder  Beweismittel,  die  erst  nach  dem  Entscheid  entstanden  sind.  Hingegen  kann die Revision nicht aus einem Grund verlangt werden, der bereits im  ordentlichen  Beschwerdeverfahren  hätte  geltend  gemacht  werden  können (Art. 46 VGG). Tatsachen, auf die sich die gesuchstellende Partei  beruft,  müssen  sich  somit  bereits  vor  Abschluss  des  Beschwerdeverfahrens  verwirklicht  haben.  Zudem  muss  die  gesuchstellende  Partei  dartun,  dass  sie  diese  während  des  vorangegangenen  Verfahrens  nicht  gekannt  hat  und  deshalb  nicht  beibringen konnte, da der Revisionsgrund von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG  nicht dazu dient, bisherige Unterlassungen  in der Beweisführung wieder  gutzumachen.  Ausgeschlossen  sind  damit  auch  Umstände,  die  die  gesuchstellende Partei bei pflichtgemässer Sorgfalt hätte kennen können  (vgl.  ELISABETH  ESCHER,  in:  Basler  Kommentar,  Bundesgerichtsgesetz,  Basel  2008,  N. 8  zu  Art. 123  BGG).  Auch  bezüglich  nachträglich  aufgefundener  Beweismittel  darf  die  gesuchstellende Partei  nicht  in  der  Lage  gewesen  sein,  diese  bereits  im  früheren  Verfahren  beizubringen.  Revisionsweise eingereichte Beweismittel sind dann beachtlich, wenn sie  entweder  die  neu  erfahrenen  erheblichen  Tatsachen  belegen  oder  geeignet  sind,  Tatsachen  zu  belegen,  die  zwar  im  früheren  Verfahren  bekannt  gewesen,  aber  zum  Nachteil  der  gesuchstellenden  Partei  unbewiesen  geblieben  sind.  Das  Beweismittel  muss  zudem  für  die  Tatbestandsermittlung  von  Belang  sein.  Es  genügt  nicht,  wenn  es  zu  einer neuen Würdigung der bereits bekannten Tatsachen führen soll (vgl.  ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Handbücher  für  die  Anwaltspraxis,  Band X, Basel 2008, Rz. 5.48, S. 250). 

E­6484/2008 3.2.  Der  Gesuchsteller  reichte  im  Rahmen  des  vorliegenden  Revisionsverfahrens nachstehende Beweismittel ein:  Friedensvereinbarung der D._______ vom  18. Juni 2008   "General Urine Examination" des Gesundheitsministeriums der  Region Kurdistan vom 10. März 2006   Bestätigungsschreiben der F._______ vom  29. September 2008  Fotografien  von  verschiedenen  Kundgebungsteilnahmen  sowie  verschiedene Internetausdrucke, jeweils aus dem Jahr 2009  Arbeitsbestätigung vom 17. September 2008 4.  4.1. Was  das  –  zur  Untermauerung  des  dem  Gesuchsteller  angeblich  drohenden  Ehrenmordes  eingereichte  –  als  "Schwangerschaftstest"  bezeichnete  und mit  dem  Titel  "General  Urine  Examination"  versehene  Dokuments anbelangt,  ist  festzustellen, dass dieses bereits Gegenstand  des  Beschwerdeurteils  vom  26. August 2008 war  und  somit  kein  neues  Beweismittel im Sinne von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG darstellt. Sodann  ist  dem  Dokument  unter  Hinweis  auf  die  nachstehenden  Erwägungen auch die revisionsrechtliche Erheblichkeit abzusprechen. Im  vorliegend  angefochtenen  Urteil  E­7561/2007  vom  26. August 2008  wurde  dessen  mangelnde  Beweistauglichkeit  namentlich  damit  begründet,  dass  es  sich  hierbei  gemäss  Übersetzung  um  das  Zeugnis  einer  bei  einem  männlichen  Patienten  vorgenommenen  Generalharnuntersuchung  handle.  In  der  Revisionseingabe  wird  dieser  Feststellung  entgegengehalten,  der  Begriff  "(...)",  welcher  im  Dialekt  Sorani  "weiblich"  bedeute,  werde  im  Dialekt  Kurmanci  bei  annähernd  identischer  Schreibweise  für  die  Bezeichnung  "männlich"  verwendet,  weshalb es vorliegend wohl zu einem Übersetzungsfehler gekommen sei. Gemäss einer vom Bundesverwaltungsgericht vorgenommenen, erneuten  Übersetzung wird der Begriff "(…)" im Dialekt Sorani als weiblicher Name  verwendet.  In  der  Tat  ist  damit  –  auch  unter  Berücksichtigung  der  auf  dem Dokument  angebrachten Bemerkung  "pregnancy  test  (+ve)"  –nicht  grundsätzlich auszuschliessen, dass sich das Zeugnis auf eine weibliche  Patientin bezieht.

E­6484/2008 Indessen  ist  festzustellen,  dass  selbst  unter  der  Annahme,  beim  nämlichen Arztzeugnis  handle  es  sich  um ein  authentisches Dokument,  dessen Aussagegehalt nicht über die Feststellung hinausgeht, dass eine  Person namens (...) schwanger sei. Zur Untermauerung des Vorbringens,  hierbei handle es sich um E._______, welche von  ihm ein Kind erwartet  habe  und  deswegen  von Angehörigen  umgebracht worden  sei,  trägt  es  indessen  in  keiner  Weise  bei.  Damit  ist  das  Beweismittel  nicht  als  „erheblich“ im Sinne von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG zu erachten, mithin  vermag dessen Berücksichtigung zu keinem anderen Ergebnis zu führen. In  diesem  Zusammenhang  ist  festzustellen,  dass  dem  Gesuchsteller  dieser Umstand bereits mit Zwischenverfügung vom 13. November 2007  (E­  7561/2007)  aufgezeigt  und  er  aufgefordert  wurde,  weitere  Beweismittel  für  die behauptete Beziehung zu E._______  zu den Akten  zu  reichen. Dieser  Aufforderung  ist  er  bis  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  nachgekommen.   4.2. Weiter vermag die eingereichte Friedensvereinbarung der D._______  den  Anforderungen  an  die  revisionsrechtliche  Neuheit  offensichtlich  zu  genügen. Dem eingereichten Briefumschlag  ist  zu entnehmen, dass der  Gesuchsteller  dieselbe  erst  am  26. August 2008,  mithin  zeitgleich  mit  Abschluss des ordentlichen Beschwerdeverfahrens erhalten hat. Zunächst ist festzustellen, dass die Vereinbarung in formaler Hinsicht den  Eindruck  eines  authentischen  Dokuments  erweckt.  Angesichts  der  ungezügelten  Korruption  in  den  von  der  kurdischen  Regionalregierung  (Kurdistan  Regional  Government  KRG)  verwalteten  Provinzen  ist  ihm  jedoch lediglich ein verminderter Beweiswert zuzusprechen.  Sodann  unterliegt  das  Schriftstück  erheblichen  inhaltlichen  Unzulänglichkeiten.  Zunächst  fällt  auf,  dass  das  gemäss  interner  Übersetzung  angegebene  Datum,  an  welchem  E._______  schwanger  geworden sei, der 2. Oktober 2006, nicht mit dem Schwangerschaftstest  vom  10. März 2006  zu  vereinbaren  ist.  Überdies  ist  festzustellen,  dass  das Asylgesuch des Gesuchstellers  vom 31. Juli 2006, mithin  rund zwei  Monate  vor  der  angeblichen  Empfängnis  datiert.  Schliesslich  erscheint  nicht  nachvollziehbar,  weshalb  am  18. Juni 2008  die  Ausreise  des  Gesuchstellers  aus  "Kurdistan"  hätte  vereinbart  werden  sollen,  hielt  er  sich  zu  diesem  Zeitpunkt  doch  bereits  seit  rund  zwei  Jahren  in  der  Schweiz auf.

E­6484/2008 Angesichts  dieser  Unstimmigkeiten  ist  festzustellen,  dass  das  vorgenannte Beweismittel  nicht  geeignet  ist,  zu  einem anderen,  für  den  Gesuchsteller günstigeren Ergebnis zu führen. Mithin erweist es sich als  revisionsrechtlich unerheblich.  4.3.  Mit  Eingabe  vom  5. August 2009  macht  der  Gesuchsteller  schliesslich  eine  Gefährdung  infolge  exilpolitischer  Aktivitäten –  insbesondere  zugunsten  der  G._______  –  während  des  Jahres  2009  geltend  und  reichte  hierzu  ein  Bestätigungsschreiben  der  Föderation  irakischer  Flüchtlinge,  verschiedene  Fotografien  von  Kundgebungsteilnahmen sowie mehrere Internetausdrucke zu den Akten.  Die  geltend  gemachten  (und  belegten)  Aktivitäten  fallen  aufgrund  des  Ausschlusses  erst  nachträglich  entstandener  Tatsachen  als  Grundlage  für  ein  Revisionsverfahren  ausser  Betracht.  Zudem  liegen  auch  keine  Gründe  vor,  weshalb  aufgrund  eines  besonderen  Profils  des  Gesuchstellers  oder  allenfalls  wegen  erlebter  Vorverfolgung  von  begründeter  Furcht  vor  Verfolgung  auszugehen  wäre,  zumal  dieser  im  Rahmen  seines  Asylverfahrens  keine  Probleme  mit  den  heimatlichen  Behörden geltend gemacht hat.  Eine  Überweisung  an  das  BFM  zwecks  Prüfung  allfälliger  subjektiver  Nachfluchtgründe  unter  wiedererwägungsrechtlichen  Aspekten  oder  im  Rahmen eines zweiten Asylverfahrens fällt deshalb, sowie angesichts der  allgemeinen  Schilderung,  die  keine  konkrete  Gefährdung  des  Gesuchstellers erkennen lässt (vgl. zur Praxis EMARK 2006 Nr. 20) nicht  in Betracht. 4.4.  Aus  der  Arbeitsbestätigung  vom  17. September 2008  und  dem  undatierten  Empfehlungsschreiben  lässt  sich  schliesslich  offensichtlich  ebenfalls nichts zugunsten des Gesuchstellers ableiten. 5.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  keine  revisionsrechtlich  relevanten Gründe dargetan  sind. Das Gesuch um Revision  des Urteils  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  26. August 2008  ist  demzufolge  abzuweisen. 6.  Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 600.– dem  Gesuchsteller  aufzuerlegen  (Art.  37  VGG  i.V.m.  Art.  63  Abs.  1  i.V.m.  Art. 68  Abs.  2  VwVG;  Art. 1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008 

E­6484/2008 über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und  mit  dem  am  29. Dezember 2008  in  gleicher  Höhe  einbezahlten  Kostenvorschuss  zu  verrechnen. (Dispositiv nächste Seite)

E­6484/2008 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Das Revisionsgesuch wird abgewiesen. 2.  Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Gesuchsteller auferlegt  und mit dem in gleicher Höhe einbezahlten Kostenvorschuss verrechnet.  3.  Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Gesuchstellers, das BFM  und das (...). Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Jan Feichtinger Versand

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