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Bundesverwaltungsgericht 07.02.2012 E-5978/2010

7 février 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,369 mots·~7 min·3

Résumé

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 16. Juli 2010

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­5978/2010 Urteil   v om   7 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Robert Galliker;   Gerichtsschreiber Simon Thurnheer. Parteien A._______, geboren am (…), Äthiopien,  (…) Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom  16. Juli 2010 / N (…).

E­5978/2010 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  Äthiopien  am  15. September 2008 verliess, über Dschibuti nach Eritrea reiste und nach  einem einmonatigen Aufenthalt von dort über Dschibuti auf dem Luftweg  in ein ihm unbekanntes Land gelangte, von wo er am 7. Dezember 2008  in die Schweiz einreiste, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte, dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  B._______  vom  23. Dezember  2008  sowie  der  Anhörung  vom  1. Juli  2010  zur  Begründung  des  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er  sei  eritreischer  Staatsangehöriger  tigrinischer  Ethnie  und  Angehöriger  der  Pfingstgemeinde,  beide  Eltern  seien Eritreer und er sei in Eritrea geboren, jedoch seien seine Eltern mit  ihm  und  seinem  (…)  Bruder  in  seinem  (…)  Lebensjahr  nach  Äthiopien  übergesiedelt,  wo  er  bis  zu  seiner  Ausreise  am  15. September  2008  gelebt habe, dass seine Eltern, die zusammen mit  ihm 1985 nach Äthiopien gezogen  seien,  1998  freiwillig  nach Eritrea  zurückgekehrt  seien  und  ihn  in Addis  Abeba zurückgelassen hätten, dass er seither bei einem Freund gewohnt und auch für diesen in dessen  (…) gearbeitet habe, dass  dieser  Freund  im  August  2008  wegen  illegaler  Geldgeschäfte  (Dollars schwarz wechseln) verhaftet worden sei, dass  er,  nachdem  die  Sicherheitsbehörden  erfahren  hätten,  dass  er  Eritreer sei und illegal in Äthiopien lebe, ebenfalls gesucht worden sei, da  er  der  Beteiligung  an  den  illegalen  Geldgeschäften  verdächtigt  worden  sei,  dass er aus diesen Gründen zu seinen Eltern in Eritrea gereist sei, dass  seine  Mutter  krank  (…)  und  sein  Vater  wegen  seines  Glaubens  (Pfingstbewegung) inhaftiert sei, dass  sein  Bruder  seit  seiner  Einberufung  in  den  Militärdienst  im  Jahre  2000 verschwunden sei,

E­5978/2010 dass ein Onkel mütterlicherseits sein einziger Angehöriger  in Eritrea sei,  der mit ihm und seinen Eltern wegen der Religion nicht gebrochen habe, dass er,  als er  sich  in Eritrea angemeldet und einen Ausweis beantragt  habe,  stattdessen  ein  Aufgebot  zum  Militärdienst  erhalten  habe,  wobei  ihm mitgeteilt worden sei, dass er nur vom Militär einen Ausweis erhalten  werde, dass  er,  da  seine  Religion  ihm  Kriegsdienste  verbiete,  Eritrea  nach  einigen Tagen wieder verlassen habe, dass er keinerlei Dokumente zum Nachweis seiner Identität vorlegte, dass der Beschwerdeführer am 23. Dezember 2008 aufgefordert worden  sei, seine  Identität mit Dokumenten zu belegen und die entsprechenden  Ausweispapiere zu beschaffen, dass  er  eineinhalb  Jahre  nach  jener  Aufforderung  anlässlich  der  Anhörung vom 1. Juli 2010 geltend machte, keine Dokumente beschaffen  zu können, dass er angab, die einzigen Dokumente, die er  je besessen habe, seien  seine Schulzeugnisse gewesen, welche er dem Schlepper ausgehändigt  habe, dass er in Äthiopien als Eritreer keine Identitätskarte erhalten könne, dass  bezüglich  Eritrea  keine  Kontaktmöglichkeiten  bestünden,  da  dort  das  Postwesen  nicht  hinlänglich  funktioniere  und  seine  Mutter  über  keinen Telefonanschluss verfüge, dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung  vom  16. Juli  2010  –  eröffnet  am  22. Juli  2010  –  ablehnte  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  der  Wegweisung  anordnete, dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  insbesondere  sei  es  ihm  nicht  gelungen,  seine  eritreische  Herkunft  glaubhaft  zu  machen,  vielmehr  sei  davon  auszugehen,  dass  er  Äthiopier  sei,  in  Äthiopien  nicht  verfolgt  werde  und  der  Wegweisungsvollzug  dorthin  zulässig, zumutbar und möglich sei,

E­5978/2010 dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  23. August  2010  gegen  diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und  dabei  in materieller Hinsicht beantragte, die angefochtene Verfügung sei  aufzuheben und ihm sei Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Sache mit  der  Weisung  einer  ergänzenden  Anhörung  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz zurückzuweisen, dass  er  in  formeller  Hinsicht  beantragte,  es  sei  ihm  die  unentgeltliche  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  zu  gewähren  und  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  sei zu verzichten,  dass das Departement Gesundheit und Soziales des Kantons C._______  am  24.  August  2010  eine  Unterstützungsbedürftigkeitserklärung  zu  den  Akten reichte,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom  2. September  2010  die  Behandlung  des  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  auf  einen späteren Zeitpunkt verwies, das Gesuch um Rechtsverbeiständung  abwies,  antragsgemäss  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  verzichtete und die Vorinstanz zu einem Schriftenwechsel einlud, dass  das  BFM  mit  Vernehmlassung  vom  7. September  2010  vollumfänglich  an  seiner  Verfügung  festhielt,  die  Beschwerdeabweisung  beantragte  und  ausführte,  die  Beschwerdeschrift  enthalte  keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder  Beweismittel,  die  eine  Änderung  seines  Standpunktes rechtfertigen könnten,  dass  dem  Beschwerdeführer  die  Vernehmlassung  des  BFM  mit  Schreiben vom 8. September 2010 zur Kenntnis gebracht wurde, dass  das  Bezirksamt  D._______  einen  Strafbefehl  gegen  den  Beschwerdeführer vom (…) Oktober 2010 wegen Hausfriedensbruchs zu  den Akten reichte, und erwägt,

E­5978/2010 dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i. V. m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht  vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und  Art. 6 AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1  AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 

E­5978/2010 sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft  gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält, dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte  oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass  das  BFM  zur  Begründung  ausführte,  hinsichtlich  seiner  Lebensgeschichte  habe  der  Beschwerdeführer  widersprüchliche,  tatsachenwidrige und unsubstanziierte Angaben gemacht, dass  er  keine  Ausweispapiere  vorgelegt  habe  und,  obwohl  er  darauf  hingewiesen  worden  sei,  dass  er  seine  Identität  zu  belegen  habe,  während eineinhalb Jahren diesbezüglich nichts unternommen habe, dass seine Erklärung, er könne keinen Kontakt mit seinen Verwandten in  Eritrea  herstellen,  angesichts  der  Tatsache,  dass  Eritrea  über  ein  Postwesen  und  ein  Telefonnetz  verfüge  und  über  die  weit  verstreute  Diaspora  unzählige  Kontaktmöglichkeiten  bestünden,  nicht  zu  überzeugen vermöge,  dass  seine  Untätigkeit,  seine  Identität  mittels  Dokumenten  und  Unterlagen  zu  belegen,  darauf  schliessen  lasse,  dass  er  seine  wahre  Identität nicht preisgeben wolle, dass ferner die Angabe, er habe sich in Äthiopien nicht um den Erhalt von  Identitätspapieren bemühen können, weil er dies als Eritreer nicht dürfe,  tatsachenwidrig sei,  dass  er  nämlich  nach  äthiopischem  Recht,  selbst  wenn  es  zutreffen  sollte,  dass  er  einen  eritreischen  Hintergrund  habe,  als  äthiopischer  Staatsbürger anerkannt werde, da er vor der Unabhängigkeit Eritreas  in  Äthiopien  wohnhaft  gewesen  sei  und  die  eritreische  Staatsbürgerschaft  nicht angenommen habe, 

E­5978/2010 dass  aber  Eritreern,  welche  diese  Voraussetzung  nicht  erfüllten,  die  Möglichkeit  offenstehe,  von  den  äthiopischen  Behörden  eine  "blaue"  Identitätskarte ausstellen zu lassen,  dass  seine  Aussage,  er  habe  seine  Schulzeugnisse  als  seine  einzigen  persönlichen  Dokumente  dem  Schlepper  aushändigen  müssen,  realitätsfremd anmute,   dass  seine  Angaben  zur  Ethnie  seiner  Eltern  widersprüchlich  seien,  so  habe  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  zu Protokoll  gegeben,  sein Vater  sei Tigriner und seine Mutter gehöre der Kebesa an (A1/S.2), während er  in  der  Anhörung  ausgesagt  habe,  beide Eltern  gehörten  der  Ethnie  der  Kebesa an (A10/S.3),  dass  seine  Ausführungen  zu  seiner  eritreischen  Herkunft  oberflächlich  seien  und  seine  Kenntnisse  des  Tigrinischen,  der  angeblichen  Muttersprache  seiner  Eltern,  und  sein  Wissen  über  Eritrea  beschränkt  seien, dass  er  seine  Angehörigkeit  zur  Pfingstgemeinde  nicht  habe  glaubhaft  machen  können  und  über  die  Pfingstgemeinde  in  der  Schweiz  offensichtlich nicht orientiert sei,  dass  er  widersprüchliche  Angaben  gemacht  habe  zum  Zeitpunkt,  in  welchem er von der Festnahme seines Vaters erfahren habe, dass im Übrigen auch seine Aussagen zur Einberufung zum Militärdienst  widersprüchlich ausgefallen seien, dass  seine  Auskunft  zur  Schulbildung  und  den  Arbeits­  und  Wohnverhältnissen in Äthiopien ausweichend sei, dass  die  widersprüchlichen  und  oberflächlichen  Angaben  zu  seiner  Verbindung  mit  Eritrea  und  seine  ausweichende  Auskunft  zu  seinem  Leben  in  Äthiopien  zusammen  mit  seinen  nicht  überzeugenden  Erklärungen  zu  seiner  Papierlosigkeit  den  Eindruck  eines  angepassten  Lebenslaufes erweckten, den er konstruiert habe, um sich als eritreischen  Staatsbürger auszugeben,  dass der Vorinstanz darin zuzustimmen ist, dass die eritreische Herkunft  und Verfolgungsgeschichte auf Grund der zahlreichen Widersprüche, die  zentrale  Punkte  der  Gesuchsgründe  betreffen,  und  weiteren 

E­5978/2010 Ungereimtheiten  unglaubhaft  sind,  wobei  auf  die  zutreffenden  Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen ist, dass  demnach  davon  auszugehen  ist,  dass  es  sich  bei  ihm  um  einen  äthiopischen  Staatsbürger  handelt,  der  diese  Tatsache  zu  verschleiern  sucht und eine eritreische Abstammung konstruiert, dass aber, wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, selbst wenn seine  geltend  gemachte  eritreische  Abstammung  zutreffen  sollte,  er  nach  äthiopischem  Recht  als  äthiopischer  Staatsbürger  anerkannt  wird  und  nach Äthiopien zurückkehren kann,  dass der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene nichts vorbringt, was  diese  Einschätzung  umzustossen  vermag,  weshalb  es  sich  erübrigt,  darauf näher einzugehen, dass  er  zwar  behauptet,  das  BFM  stütze  sich  auf  vermeintliche  Widersprüche,  die  sich  bei  näherem  Hinsehen  nicht  als  Widersprüche  erwiesen  oder  sich  erklären  liessen,  aber  nicht  den  geringsten  Erklärungsversuch anbietet,  dass  es  sich  auf  Grund  der  offensichtlichen  Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen erübrigt, ihre Asylrelevanz zu prüfen, dass darin entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung keine  Gehörsverletzung zu erblicken ist, dass  die  angefochtene  Verfügung  entgegen  der  Beschwerdeschrift  im  Übrigen auch hinreichend ausführlich begründet ist,   dass nach dem Gesagten auch der Eventualantrag abzuweisen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt  hat, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 

E­5978/2010 Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet  wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 

E­5978/2010 Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat­  bzw.  Herkunftsstaat  des  Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass  der  Beschwerdeführer   insbesondere  auch  keine  Vollzugshindernisse  bezüglich  der Wegweisung  nach  Äthiopien  geltend  macht, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  eine  Partei,  die  nicht  über  die  erforderlichen  Mittel  verfügt,  auf  Antrag hin  von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit wird,  sofern  ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG),

E­5978/2010 dass  nicht  über  die  erforderlichen  Mittel  verfügt,  wer  ohne  Beeinträchtigung des notwendigen Lebensunterhaltes die Prozesskosten  nicht zu bestreiten vermag, dass  eine  Beschwerde  dann  als  aussichtslos  gilt,  wenn  die  Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und  deshalb  kaum als  ernsthaft  bezeichnet werden  können  (vgl.  BGE 128  I  225 E. 2.5.3 S. 235 f., BGE 125 II 265 E. 4b S. 275), dass  die  Beschwerdebegehren  bei  einer  summarischen  Prüfung  als  aussichtslos  erscheinen, womit  es  an  den materiellen Voraussetzungen  zur  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs. 1 VwVG fehlt und das entsprechende Gesuch abzuweisen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.­  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­5978/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Simon Thurnheer

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