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Bundesverwaltungsgericht 29.09.2011 E-4787/2011

29 septembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,186 mots·~6 min·3

Résumé

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung | Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 29. Juli 2011

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­4787/2011 Urteil   v om   2 9 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi, mit Zustimmung von Richter Robert Galliker; Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka,  p.A. Schweizerische Botschaft Colombo, Sri Lanka,  Beschwerdeführerin,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Einreisebewilligung und Asylgesuch aus dem Ausland;  Verfügung des BFM vom 29. Juli 2011 / N (…).

E­4787/2011 Sachverhalt: A.  Mit  englischsprachiger  Eingabe  vom  6.  Oktober  2008  an  die  Schweizerische Botschaft in Colombo suchte die Beschwerdeführerin um  Asyl  in  der Schweiz  nach.  Zur Begründung  führte  sie  aus,  im Alter  von  fünf Jahren sei sie Vollwaise geworden und  in der Folge zusammen mit  ihrer  jüngeren  Schwester  bei  ihrer  Tante  aufgewachsen.  Sie  sei  Buchhalterin und arbeite bei einer Tankstelle. Am 19. Juni 2008 habe sich  ihr Cousin bei ihr in der Tankstelle befunden, als plötzlich ein weisser Van  vorgefahren  sei,  rund  zehn  bewaffnete  Mitglieder  der  Eelam  People's  Democratic  Party  (EPDP)  ausgestiegen  seien  und  ihren  Cousin  zusammengeschlagen  sowie  entführt  hätten.  Am  17.  Juli  2008  sei  ihr  Cousin  tot  aufgefunden worden.  In  diesem Zusammenhang  sei  nun  ein  Verfahren beim Gericht hängig. Als Zeugin der Entführung ihres Cousins  werde sie von der EPDP mit dem Tod bedroht, für den Fall, dass sie vor  Gericht gegen die Organisation aussagen werde. Sie habe sich deshalb  bei der Polizei von B._______ beklagt.  B.  Mit  Schreiben  vom  24.  Oktober  2008  forderte  die  Botschaft  die  Beschwerdeführerin  –  sofern  sie  am  Gesuch  festhalte  –  auf,  verschiedene  Fragen  zu  beantworten  und  allfällige  Beweismittel  einzureichen  beziehungsweise  zu  bezeichnen.  Innert  der  angesetzten  Frist  antwortete  die  Beschwerdeführerin  nicht,  weshalb  das  BFM  das  Asylgesuch  mit  internem  Abschreibungsbeschluss  vom  6. Juli  2009  als  gegenstandslos geworden abschrieb.  C.  Am  27.  März  2010  wandte  sich  die  Beschwerdeführerin  erneut  an  die  Schweizerische  Botschaft.  In  ihrer  Eingabe  führte  sie  aus,  sie  sei  die  Nichte  von  C._______,  welchem  zusammen  mit  seiner  Familie  in  der  Schweiz Asyl erteilt worden sei. Der Vorgenannte sei der Vater ihres am  19. Juni 2008 entführten und in der Folge getöteten Cousins. Als Zeugin  der  Entführung  werde  sie,  ihre  Schwester  und,  seit  ihrer  Heirat  im  Februar 2010, auch ihr Ehemann von der EPDP bedroht. D.  Mit  Schreiben  vom  15.  Mai  2010  gelangte  der  sich  in  der  Schweiz  aufhaltende  Onkel  der  Beschwerdeführerin  an  die  Schweizerische  Botschaft  in Colombo.  In seinem Schreiben  führte er aus, seit dem Tod  der  Eltern  der  Beschwerdeführerin  sei  er  für  ihr  Auskommen 

E­4787/2011 verantwortlich. Am 24. März 2010 habe seine Nichte  im Zusammenhang  mit  der Entführung  seines Sohnes vor Gericht  als Zeugin ausgesagt.  In  der Folge sei sie von der EPDP mit dem Tod bedroht worden.  E.  Mit  Schreiben  vom  6.  April  2010  forderte  die  Botschaft  die  Beschwerdeführerin  –  sofern  sie  am  Gesuch  festhalte  –  auf,  verschiedene  Fragen  zu  beantworten  und  allfällige  Beweismittel  einzureichen beziehungsweise zu bezeichnen.  F.  Innert  der  angesetzten  Frist  antwortete  die  Beschwerdeführerin  mit  Schreiben  vom  13.  Mai  2010.  Ergänzend  zu  ihren  bisherigen  Angaben  führte sie aus, seit dem Weggang ihres Onkels sei sie und ihre Schwester  ohne Schutz und Sicherheit. Sie beide seien die einzigen Mitglieder der  Familie,  die  noch  in Sri  Lanka  leben würden,  alle  anderen  seien  in  der  Schweiz. Als einzige Zeugin der Entführung ihres Cousins müsse sie vor  Gericht erscheinen und aussagen.  G.  Mit Schreiben vom 17. beziehungsweise 30. Juni 2010 unterbreitete die  Botschaft der Beschwerdeführerin weitere Fragen zur Beantwortung.  H.  In  ihrer  fristgerechten  Antwort  vom  19.  Juli  2010  verneinte  die  Beschwerdeführerin  Kontakte,  zur  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE)  zu  haben.  Weiter  führte  sie  aus,  seit  der  Entführung  und  Ermordung  ihres  Cousins  werde  sie  von  der  EPDP  unter  Drohungen  angehalten,  nicht  vor Gericht  zu  erscheinen. Dennoch  habe  sie  am 14.  Juli 2010 vor Gericht ausgesagt. Am 4. August 2010 werde das Gericht  im Zusammenhang mit dem Überfall auf  ihren Cousin erneut  tagen. Sie  selbst  habe  sich  bei  verschiedenen  Menschenrechtsorganisationen  beschwert. Schliesslich arbeite sich nach wie vor in der Tankstelle.  I.  Mit Schreiben vom 22. August 2010 wandte sich die Beschwerdeführerin  erneut an die Schweizerische Botschaft.  J.  Am  4.  November  2010  hörte  die  Schweizerische  Botschaft  die  Beschwerdeführerin  zu  ihren  Asylgründen  an.  Im Wesentlichen  gab  sie  zu Protokoll,  sie stamme aus D._______, E._______. Von Beruf  sei  sie 

E­4787/2011 Buchhalterin bei einer Tankstelle. Nach der Entführung ihres Cousins sei  sie  regelmässig  von der EPDP bedroht worden. Am 23.  Juli  2008 habe  sie  in Begleitung  ihres Onkels  vor Gericht  ausgesagt. Alle  zwei Monate  müsse  sie  vor  Gericht  erscheinen  und  zum  Vorfall  vom  18.  Juni  2008  aussagen.  Seit  ihrem  ersten  Erscheinen  vor  Gericht  werde  sie  regelmässig  von  Mitgliedern  der  EPDP  bedroht,  keine  kompromittierenden Aussagen vor Gericht zu machen; letztmals sei dies  am 13. Oktober 2010 geschehen. Der nächste Gerichtstermin sei auf den  10. November 2010 anberaumt.  Insgesamt habe sie bereits 16 Mal zum  Überfall und gegen die EPDP ausgesagt. Sie habe Angst, von Mitgliedern  der EPDP getötet zu werden. K.  Als Beweismittel reichte die Beschwerdeführerin während des Verfahrens  – jeweils  in  Kopie  –  ihre  Identitätskarte,  ihre  Geburts­  und  Heiratsurkunde,  mehrere  Ausweispapiere,  Dokumente  und  Zeitungsausschnitte  im  Zusammenhang mit  der  Entführung  und  Tötung  des Cousins sowie weitere, sie nicht betreffende Registerauszüge ein. L.  Am  9.  November  2010  überwies  die  Botschaft  das  Dossier  der  Beschwerdeführerin  dem  BFM  zur  weiteren  Bearbeitung  und  zum  Entscheid.  M.  Mit  Verfügung  vom  29.  Juli  2011  verweigerte  das  BFM  der  Beschwerdeführerin  die  Einreise  in  die  Schweiz  und  lehnte  das  Asylgesuch ab. Mit Schreiben  vom 9. August  2011  leitete  die Botschaft  die Verfügung an die Beschwerdeführerin weiter. N.  Mit  Eingabe  vom  17.  August  2011  an  die  Schweizerische  Botschaft  (Eingang:  22.  August  2011)  zuhanden  des  Bundesverwaltungsgerichts  beantragt  die  Beschwerdeführerin  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung.  Die  Beschwerde  ging  am  1. September  2011  beim  Gericht  ein.  Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 

E­4787/2011 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). 2.  Die  Beschwerdeführerin  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen,  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt,  hat ein schutzwürdiges  Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung und  ist daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert. Auf  die  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde  ist somit einzutreten  (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG  i.V.m. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1  und Art. 52 VwVG). 3.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 4.  4.1.  Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine  solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen  ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 4.2.  Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die  Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 5. 

E­4787/2011 5.1.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person  anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck  bewirken (Art. 3 AsylG). 5.2. Das BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn  die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen können  oder  ihnen  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet  werden  kann.  Vorbringen sind glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein  mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (vgl.  Art.  3,  Art.  7  und  Art.  52  Abs.  2  AsylG). 5.3.  Bei  diesem  Entscheid  gelten  für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung restriktive Voraussetzungen, wobei den Behörden ein  weiter  Ermessensspielraum  zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die  Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die  praktische  Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr.  15  E. 2.e.­g.;  die  dort  akzentuierte  Praxis  hat  nach  bloss  redaktionellen Änderungen bei der letzten Totalrevision des Asylgesetzes  nach wie vor Gültigkeit). 6.  6.1.  Das  BFM  verweigerte  der  Beschwerdeführerin  die  Einreise  in  die  Schweiz und  lehnte das Asylgesuch ab. Zur Begründung  führte es aus,  Übergriffe durch Dritte oder Befürchtungen, künftig solchen ausgesetzt zu  sein,  seien  für die Bewilligung der Einreise  in die Schweiz nur  relevant, 

E­4787/2011 wenn  der Staat  seiner Schutzpflicht  nicht  nachkomme oder  nicht  in  der  Lage sei, Schutz zu gewähren. Seit dem Ende der Kriegshandlungen im  Mai  2009  unterstütze  die  srilankische  Armee  und  der  Staat  bewaffnete  Gruppierungen  oder  Organisationen  nicht  mehr.  Es  könne  jedoch  vorkommen,  dass  sich  Angehörige  solcher  Gruppierungen  weiterhin  kriminell  betätigen  und  die  lokale  Bevölkerung  mit  Drohungen  und  Erpressungsversuchen unter Druck setzen würden. Dabei handle es sich  jedoch  um  Verfolgungsmassnahmen  seitens  Dritter,  die  von  den  srilankischen  staatlichen  Behörden  geahndet  würden.  Die  Beschwerdeführerin  habe  demnach  die  Möglichkeit,  sich  an  die  lokal  zuständigen Instanzen zu wenden und um Schutz zu ersuchen. Aus den  Akten  würden  sich  keine  Hinweise  ergeben,  welche  auf  die  Schutzunwilligkeit  des  srilankischen  Staates  hindeuten  würden.  Dieser  Schluss  werde  dadurch  bekräftigt,  dass  die  Beschwerdeführerin  keine  Probleme mit den Behörden habe. Überdies seien die geltend gemachten  Nachteile  lokal  beschränkt,  mithin  könne  sich  die  Beschwerdeführerin  diesen durch Wegzug in einen anderen Teil des Heimatlandes entziehen.  Die  Beschwerdeführerin  sei  daher  nicht  auf  den  Schutz  der  Schweiz  angewiesen.  6.2.  In  der  Rechtsmitteleingabe macht  die  Beschwerdeführerin  geltend,  sie  sei  die  einzige  Zeugin  der  Entführung  ihres  Cousins.  Dessen  Verwandte hätten in die Schweiz einreisen dürfen. Sie und ihr Ehemann  würden  immer  wieder  unter  Drohungen  aufgefordert,  nicht  vor  Gericht  auszusagen. Am 24. August 2011 stehe der nächste Gerichtstermin an.  Würde  sie  den  Termin  nicht  wahrnehmen,  würde  sie  von  der  Polizei  festgenommen. Sie und ihr Ehemann lebten in grosser Angst.   6.3.  Die  Beschwerdeführerin  machte  geltend,  seit  dem  Vorfall  vom  19. Juni  2008  beziehungsweise  seit  sie  in  diesem  Zusammenhang  erstmals  vor  Gericht  ausgesagt  habe,  werde  sie  von  Mitgliedern  der  EPDP  regelmässig  bedroht,  keine  kompromittierenden  Aussagen  vor  Gericht zu machen. Die Beschwerdeführerin wird demnach seit rund drei  Jahren  von  der  EPDP  bedroht.  Dennoch  ist  sie  in  dieser  Zeit  gemäss  ihren eigenen Aussagen über 16 Mal vor Gericht erschienen und hat zum  Vorfall  ausgesagt.  Trotz  der Drohungen  ist  ihr  in  den  vergangenen  drei  Jahren  seitens  der  EPDP  aber  nichts  Nachteiliges  widerfahren.  In  Anbetracht  dieser  Sachlage  ist  zu  schliessen,  dass  die  Beschwerdeführerin  seitens  der  EPDP  entgegen  ihren  geäusserten  Ängsten,  offensichtlich  nichts  zu  befürchten  hat.  Mit  dem  blossen  Wiederholen  ihrer Ausführungen  in  der Rechtsmitteleingabe  vermag die 

E­4787/2011 Beschwerdeführerin  diesem  Schluss  nichts  Entscheidwesentliches  entgegenzuhalten. Mit dem BFM ist sodann festzustellen, dass sich die Beschwerdeführerin  betreffend  der  angeblichen  Bedrohungen  durch  die  EPDP  an  die  zuständigen heimatlichen Behörden wenden und um Schutz nachsuchen  kann, da der srilankische Staat als grundsätzlich schutzfähig gilt und den  Akten  keine  Hinweise  auf  einen  beeinträchtigten  Schutzwillen  der  Behörden mit Bezug auf die Beschwerdeführerin zu entnehmen sind.  Im  Übrigen  steht  es  der  Beschwerdeführerin  offen,  sich  den  geltend  gemachten  lokalen  Nachteilen  durch Wegzug  in  eine  andere  Regionen  ihres Heimatstaats zu entziehen. Schliesslich  ist  festzuhalten, dass sich die allgemeine Sicherheitslage  in  Sri Lanka seit Mitte 2009 sukzessive verbessert hat. Die Tamilen können  sich  im  Land  freier  bewegen,  es  wurden  wichtige  Verbindungswege  wieder dem Verkehr übergeben und das restriktive Passsystem für Aus­  und  Einreisen  nach  Jaffna  wurde  abgeschafft.  Vor  diesem  Hintergrund  und  insbesondere aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführerin  bisher nichts Nachteiliges  im Sinne von Art.  3 AsylG widerfahren  ist,  ist  davon auszugehen,  dass  sie  in  ihrer Heimatregion  keine asylrelevanten  Verfolgungsmassnahmen  zu  befürchten  hat.  Sodann  genügt  allein  die  Angst  vor  einer  allfällig  künftig möglichen Bedrohung  nicht,  um  auf  das  Vorliegen  einer  begründeten  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung  zu  schliessen.  6.4. Der  Beschwerdeführerin  ist  es  somit  nicht  gelungen,  eine  aktuelle  und unmittelbare Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG beziehungsweise  konkrete Hinweise  auf  eine  künftige,  asylrelevante  Verfolgung  und  eine  damit  einhergehende,  begründete  Verfolgungsfurcht  darzutun.  Ein  weiterer Verbleib  im Heimatland  ist  ihr deshalb zumutbar. Das BFM hat  demnach  der Beschwerdeführerin  zu Recht  die Einreise  in  die Schweiz  nicht bewilligt und das Asylgesuch abgelehnt. 7.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist daher abzuweisen.

E­4787/2011 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs. 1  VwVG).  Aus  verwaltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art. 63  Abs. 1  in  fine  VwVG  und  Art.  2  und  6  Bst.  b  des Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  ist  vorliegend  auf  die  Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die  Schweizerische Botschaft in Colombo. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Kurt Gysi Barbara Balmelli Versand:

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