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Bundesverwaltungsgericht 29.07.2011 E-4105/2011

29 juillet 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,065 mots·~5 min·1

Résumé

Nichteintreten auf Asylgesuch (Papierlosigkeit) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 14. juli 2011

Texte intégral

Rubrum  Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­4105/2011 Urteil   v om   2 9 .   Juli   2011 Besetzung Einzelrichter Bruno Huber, mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer; Gerichtsschreiberin Laura Wayllany. Parteien A._______, geboren (…), Algerien, vertreten durch Melanie Aebli, Freiplatzaktion Zürich, Rechtshilfe Asyl und Migration,  (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 14. Juli 2011 / N (…).

E­4105/2011 Das Bundesverwaltungsgericht, in Anwendung des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), des Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über  die Ausländerinnen  und Ausländer (AuG, SR 142.20), des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32), des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht  (BGG,  SR 173.110), des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105), des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2), stellt fest, dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat  im  Jahre  1991  verliess  und  nach  Marokko  gelangte,  um  einen  Monat  später durch Spanien nach Frankreich zu reisen, wo er sich in der Folge  während 10 Jahren illegal aufhielt, dass  er  von Frankreich  nach  Italien  reiste, wo er  sich weitere  10  Jahre  illegal aufhielt, und am 13. Februar 2011 von Mailand aus mit dem Zug in  die  Schweiz  gelangte,  wo  er  gleichentags  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ um Asyl nachsuchte,

E­4105/2011 dass er anlässlich der summarischen Befragung im EVZ vom 22. Februar  2011  zur  Begründung  seines  Gesuches  vorbrachte,  er  habe  während  seines Militärdienstes beobachtet, wie das Militär unschuldige Menschen  umgebracht habe,  dass  auch  von  ihm  verlangt  worden  sei,  Leute  umzubringen  und  Angehörige der Bruderschaft der islamischen Gemeinschaft zu foltern,  dass  er  diesen  Befehl  aber  verweigert  habe,  weshalb  man  ihn  ins  Gefängnis gesteckt und gefoltert habe,  dass  er  nach  sieben  Monaten  Haft  von  einem  Militärgericht  freigesprochen und aus dem Gefängnis entlassen worden sei, dass  er  Algerien  anschliessend  verlassen  habe  und  ihn  bei  einer  allfälligen  Rückkehr  in  seinen  Heimatstaat  entweder  Angehörige  des  Militärs oder der islamischen Bruderschaft umbringen würden, dass  der  Beschwerdeführer  keine  Reise­  oder  Identitätspapiere  zu  den  Akten  reichte  und  zur  Begründung  angab,  er  habe  nie  einen  Pass  beantragt,  seine  Identitätskarte  habe  er  bei  seiner  Ausreise  in  Algerien  zurückgelassen und ansonsten keine Identitätspapiere besessen, dass der Beschwerdeführer am 14. Juli 2011 vom BFM zu seinen Asyl­ gründen angehört wurde und dabei im Wesentlichen seine anlässlich der  summarischen Befragung gemachten Ausführungen wiederholte,  dass er ergänzend vorbrachte, er sei nach seiner Entlassung aus der Haft  erneut  zum  Militärdienst  einberufen  worden,  weshalb  er  drei  Monate  später seinen Heimatstaat verlassen habe, dass er verfolgt werde weil er während seines Dienstes "in der geheimen  Abteilung"  zu  einer  schriftlichen  Information  gelangt  sei, welche  belege,  dass (…) nach Algerien geschickt habe, um Leute umzubringen,  dass  er  bis  anhin  nichts  unternommen  habe,  um  Reise­  oder  Identitätspapiere  oder  sonstige  Beweise  zu  beschaffen,  weil  er  seinen  Heimatstaat vor 20 Jahren verlassen und seit drei Jahren keinen Kontakt  mehr zu seine Familie habe, dass er in der Schweiz bisher niemanden gefunden habe, der ihm helfen  könnte, Ausweise zu beschaffen,

E­4105/2011 dass  das  BFM mit  im  Anschluss  an  die  Anhörung  zu  den  Asylgründen  eröffneter Verfügung vom 22. Juli 2011 in Anwendung von Art. 32 Abs. 2  Bst. a AsylG auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus  der Schweiz sowie den Vollzug anordnete, dass  das  Bundesamt  zur  Begründung  ausführte,  der  Beschwerdeführer  habe  den  Asylbehörden  innerhalb  der  ihm  eingeräumten  Frist  von  48 Stunden keine Reise­ oder Identitätspapiere abgegeben, dass  seine  Vorbringen,  weshalb  er  trotz  schriftlicher  Aufforderung  vom  13. Februar 2011 weder die Identitätskarte noch den Militärausweis habe  beschaffen  können,  als  Ausflüchte  zu  werten  seien,  welche  von  vielen  Asylsuchenden vorgebracht würden, um  ihre wahre  Identität nicht offen­  legen zu müssen, dass  seine  diesbezüglichen  Ausführungen  zudem  stereotyp  und  nicht  nachvollziehbar  seien  und  der  allgemeinen  Erfahrung  und  Logik  des  Handelns widersprechen würden, dass  somit  keine entschuldbaren Gründe vorliegen würden,  die es dem  Beschwerdeführer  verunmöglichten,  Reise­  oder  Identitätspapiere  einzureichen, zumal dieser auch wisse,  in welcher Stadt  in Algerien sich  seine  Geschwister,  mit  welchen  er  noch  bis  vor  drei  Jahren  Kontakt  gehabt habe, aufhalten würden, dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Gründe, weshalb er  seinen Heimatstaat verlassen habe, durchwegs widersprüchlich, repetitiv,  realitätsfremd und zum Teil nachgeschoben und daher unglaubhaft seien,  dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und  7 AsylG somit nicht erfülle und aufgrund der Aktenlage keine zusätzlichen  Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Weg­ weisungsvollzugshindernisses erforderlich seien, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  jungen,  gesunden  und  mehrsprachigen Beschwerdeführers, welcher auch über Arbeitserfahrung  und  nahe Verwandte  im Heimatstaat  verfüge,  sowohl  zulässig  als  auch  zumutbar und möglich sei, dass  der  Beschwerdeführer  durch  seine  Rechtsvertreterin  mit  Eingabe  vom  21.  Juli  2011  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und  in materieller Hinsicht 

E­4105/2011 beantragt,  die  vorinstanzliche  Verfügung  sei  aufzuheben  und  auf  das  Asylgesuch  sei  einzutreten,  eventualiter  sei  festzustellen,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  gegenwärtig  unzumutbar  sei,  weshalb  der  Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen sei,  dass  er  in  prozessualer  Hinsicht  beantragt,  es  sei  der  Beschwerde  die  aufschiebende  Wirkung  zu  gewähren  und  es  seien  keine  Verfahrenskosten zu erheben, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  25.  Juli  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 AsylG i. V. m. Art. 31 – 33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  vorbehältlich  der  nachstehenden  Erwägung  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass auf den Antrag, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu  gewähren,  nicht  einzutreten  ist,  da  die  Vorinstanz  diese  in  ihrem  angefochtenen Entscheid nicht entzogen hat,  dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

E­4105/2011 dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide  praxisgemäss  auf  die  Überprüfung  der  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  die  Beurteilungszuständigkeit  der  Beschwerdeinstanz  somit  darin  erschöpft,  bei  Begründetheit  des  Rechtsmittels  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  die  Sache  zur  neuen  Entscheidung  an  die  Vorinstanz zurückgehen zu lassen, dass  indessen  im Falle  des Nichteintretens  auf  ein Asylgesuch gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  und  Abs.  3  AsylG  über  das  Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit  dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (BVGE 2007/8  insbes. E. 5.6.5 S. 90 f.), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate­    riell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle  Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG), und es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den  Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs  Reise­ oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG), dass  diese  Bestimmung  keine  Anwendung  findet,  wenn  Asylsuchende  glaubhaft machen  können,  sie  seien dazu aus entschuldbaren Gründen  nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der Anhörung  sowie  gestützt  auf  Art. 3  und  Art.  7  AsylG  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder  sich  auf  Grund  der  Anhörung  erweist,  dass  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

E­4105/2011 dass  entschuldbare  Gründe  im  Sinne  von  Art.  32  Abs.  3  Bst.  a  AsylG  dann vorliegen, wenn die asylsuchende Person glaubhaft macht, dass sie  ohne  ihre  im  Heimatland  zurückgelassenen  Papiere  in  die  Schweiz  gereist  ist,  und  sie  sich  umgehend und ernsthaft  darum bemüht,  die  im  Heimatland  zurückgelassenen  Papiere  innert  angemessener  Frist  zu  beschaffen (BVGE 2010/2),  dass  der  Beschwerdeführer  mit  seinem  Asylgesuch  keine  Reise­  oder  Identitätspapiere eingereicht hat, dass er angegeben hat, seine Geschwister, mit welchen er noch bis vor  drei  Jahren  in  Kontakt  gestanden  habe,  würden  sich  in  C._______  aufhalten (Akten BFM A19/17 S. 2 f.), dass  es  ihm  seit  seiner  Einreise  in  die  Schweiz  vor  über  fünf Monaten  somit möglich und jedenfalls zuzumuten gewesen ist, seine Geschwister  ausfindig  zu machen und über  diese oder  über  andere Verwandte  oder  Drittpersonen  in  Algerien  Identitätspapiere  seines  Heimatstaates  zu  beschaffen,  dass er jedoch in Missachtung der Mitwirkungspflicht (Art. 8 Abs. 1 Bst. b  AsylG)  keinerlei  entsprechende  Anstrengungen  unternommen  hat,  und  mit der Vorinstanz einigzugehen ist, dass dessen Vorbringen, weshalb es  ihm  nicht  möglich  gewesen  sein  soll,  Reise­  oder  Identitätspapiere  zu  beschaffen (A 19/17 S. 2 ff.), aus Ausflüchte zu werten sind, dass  somit  für  das  Nichteinreichen  von  Reise­  oder  Identitätspapieren  durch den Beschwerdeführer keine entschuldbaren Gründe vorliegen, dass mithin einzig noch zu prüfen bleibt, ob die Vorinstanz aufgrund der  Anhörung  zu  Recht  weder  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  noch  zusätzliche  Abklärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  zur  Feststellung  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  als  erforderlich  erachtet hat, dass  das  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  er  werde  in  seinem  Heimatstaat  verfolgt, weil er eine geheime  (…) nach Algerien gesendet,  um  Leute  umzubringen  [A  19/17  S.  4])  gestohlen  habe,  als  nachgeschoben  zu  werten  ist,  da  der  Beschwerdeführer  diesen  für  ihn  doch  höchst  bedeutsamen  Vorfall  im  Rahmen  der  summarischen  Befragung nicht einmal angedeutet hat,

E­4105/2011 dass  seine  diesbezüglichen  Angaben  und  auch  seine  weiteren  Vorbringen  zudem  äusserst  realitätsfremd,  widersprüchlich  und  unglaubhaft erscheinen und den Anforderungen von Art.  3 und 7 AsylG  nicht zu genügen vermögen, dass  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  vollumfänglich  und  ohne  zusätzlichen Begründungsaufwand auf die zutreffenden Erwägungen der  Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann, dass  in  Beachtung  der  im  Urteil  BVGE  2007/8  festgelegten  Richtlinien  (E. 5.6) und gestützt auf die vorstehenden Ausführungen der Schluss zu  ziehen  ist,  es  bestehe  weder  Anlass  zur  Vornahme  zusätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  noch  zur  direkten  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft (Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG), dass  das  BFM  demnach  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a  und  Abs. 3 AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht  eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch  auf Erteilung einer solchen besteht (BVGE 2009/50 E. 9 S. 733), weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet  wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 

E­4105/2011 Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5 Abs. 1 AsylG), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  der  Beschwerdeführer  keine  Verfolgung  oder  begründete  Furcht  vor  Nachteilen  darzulegen  vermag,  welche  geeignet  wären,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige Behandlung  im Sinne  von Art. 3  FoK  ersichtlich  sind, die ihm im Heimat­ oder Herkunftsstaat droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemeine Lage in Algerien noch individuelle Gründe ei­ nem  Vollzug  der  Wegweisung  entgegenstehen,  und  der  Beschwerdeführer, der gemäss Aktenlage gesund ist, mehrere Sprachen  spricht und zudem über Arbeitserfahrung verfügt, dass  demnach  nichts  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  nach  Algerien  schliessen  lässt,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung vorliegend auch zumutbar ist, dass der Vollzug der Wegweisung nach Algerien schliesslich möglich ist,  da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem  Beschwerdeführer  obliegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG und BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, soweit darauf einzutreten ist, dass  sich  die  Rechtsbegehren  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als  aussichtslos  erweisen,  weshalb  der  Antrag  auf  Erlass  der  Verfahrenskosten  (Art.  65  Abs.  1  VwVG)  unbesehen  einer  allfälligen 

E­4105/2011 Bedürftigkeit abzuweisen ist und bei diesem Ausgang des Verfahrens die  Kosten  von  Fr. 600.−  (Art.  1­3  VGKE)  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

E­4105/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unengeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  das  Migrationsamt des Kantons D._______. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Bruno Huber Laura Wayllany Versand:

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