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Bundesverwaltungsgericht 22.03.2011 D-8682/2010

22 mars 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,111 mots·~11 min·1

Résumé

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung: Verfügung des BFM vom 19. November 2010

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­8682/2010/wif Urteil   v om   2 2 .  Mä r z   2011 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter Markus König, Richter Martin Zoller, Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. Parteien A._______, geboren am (…), Russland, vertreten durch lic. iur. Isabelle A. Müller, c/o Caritas  Schweiz, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,   Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 19. November 2010 / N (..).

D­8682/2010 Sachverhalt: A.  Der  Beschwerdeführer  verliess  eigenen  Angaben  zufolge  sein  Heimatland  am  12. Oktober  2010  und  gelangte  über  ihm  unbekannte  Länder  auf  dem Landweg unter Umgehung der Grenzkontrollen  am 16.  Oktober 2010  in die Schweiz, von wo aus er nach B._______ gelangte.  Dort  wurde  er  im  grenznahen  Raum  polizeilich  angehalten  und  am  folgenden  Tag  in  die  Schweiz  zurückgeschoben.  Am  18. Oktober  2010  stellte  er  ein  Asylgesuch  und  am  26. Oktober  2010  wurde  er  im  Empfangs­ und Verfahrenszentrum C._______ befragt. Am 4. November  2010 hörte ihn das BFM direkt zu den Asylgründen an und mit Verfügung  vom 18. November 2010 wurde er für die Dauer des Asylverfahrens dem  Kanton D._______ zugewiesen.  B.  Der  Beschwerdeführer  brachte  vor,  er  sei  russischer  Staatsangehöriger  tschetschenischer  Ethnie  und  habe  mit  seiner  Mutter  und  seinen  Geschwistern  an  seinem  Geburtsort  E._______,  Rayon  F._______  in  Tschetschenien  gelebt.  Im  März  2010  habe  er  am  Dorfrand  in  einem  Wald Holunder beziehungsweise Kräuter gesammelt und sei zufällig auf  lokale Rebellen gestossen. Unter  ihnen hätten sich zwei seiner Freunde  befunden,  mit  welchen  er  sich  habe  fotografieren  lassen.  Am  5.  September  2010  seien  des  Nachts  über  50  Sicherheitskräfte  in  zahlreichen Fahrzeugen an seinem Wohnort erschienen, hätten sich mit  Gewalt  Zugang  zur  Wohnung  verschafft,  den  bis  dahin  schlafenden  Beschwerdeführer  in ein Auto gezerrt und ihn zu einem Militärstützpunkt  nahe E._______ gebracht. Dort  sei er  in einer Keller­Zelle  festgehalten,  misshandelt  und  infolge  der  erlittenen  Misshandlungen  zur  Unterschrift  unter ein  falsches Geständnis, wonach er ein Militärfahrzeug  in die Luft  gesprengt  habe,  gezwungen  worden.  Er  vermute,  die  Behörden  seien  irgendwie in den Besitz der Fotos, welche ihn mit den Rebellen im Wald  zeigten,  gekommen  und  hätten  ihn  deshalb  festgenommen.  Als  am  26.  September 2010 das Militärgelände von Rebellen angegriffen worden sei,  habe er bei dem dadurch entstandenen Chaos fliehen können. Daraufhin  habe er sich während zweier Wochen  in den Wäldern versteckt und am  10. Oktober 2010 E._______ in Richtung G._______ verlassen. Von dort  habe  er  die  Ausreise  angetreten. Der  Beschwerdeführer  gab  den  schweizerischen  Behörden  einen  russischen Inlandpass ab.

D­8682/2010 C.  Mit  Verfügung  vom  19.  November  2010  –  eröffnet  am  gleichen  Tag –  wies das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers  infolge fehlender  Glaubhaftigkeit ab. Den Beschwerdeführer wies es aus der Schweiz weg,  und es ordnete den Vollzug der Wegweisung an. Zur Begründung  legte  das  BFM  dar,  dass  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  zu wichtigen  Punkten  seiner  Asylvorbringen  meist  substanzlos  und  äusserst  vage  ausgefallen  seien.  Detaillierte  Angaben  würden  meist  fehlen.  Insbesondere  habe  er  zur  geltend  gemachten  Festnahme,  zur  Zelle,  in  welcher  er  festgehalten  worden  sei,  zu  den  vorgebrachten  Misshandlungen  und  teilweise  zur  Flucht  aus  der  Zelle  keine  überzeugenden und ausführlichen Angaben zu Protokoll  geben können.  Zudem  seien  verschiedene  seiner  Aussagen  nicht  nachvollziehbar.  Insbesondere müsse es als abwegig betrachtet werden, dass er von über  50  Sicherheitsleuten  festgenommen  worden  sei,  da  er  weder  Mitglied  noch  Unterstützer  der  Rebellen  gewesen  sei.  Nicht  nachvollzogen  werden könne angesichts des dadurch entstandenen Lärms ferner, dass  seine Angehörigen nicht  aus  ihren Schlafzimmern gekommen seien. Es  sei  auch  nicht  logisch,  dass  das  Fenster  der  Zelle,  in  welcher  der  Beschwerdeführer  festgehalten worden sei,  nicht  gesichert  gewesen sei  und  dass  er  durch  das  gemäss  seinen  Angaben  "sehr  kleine  Fensterchen" habe fliehen können. Anlässlich der Anhörung entstandene  Verständigungsprobleme hätten aus dem Weg geräumt werden können,  wie  der  Beschwerdeführer  am  Schluss  der  Anhörung  zu  Protokoll  gegeben  habe.  Den  Vollzug  der  Wegweisung  erachtete  das  BFM  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich.  Hinsichtlich  der  Situation  in  Tschetschenien war es der Meinung,  die Lage habe sich  in den  letzten  Jahren  kontinuierlich  verbessert  und  es  herrsche  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  mehr.  Auch  die  Menschenrechtslage  habe  sich  deutlich  verbessert.  Gestützt  auf  internationale  Organisationen  könne  auch nicht mehr von einer humanitären Krise ausgegangen werden und  die  medizinische  Grundversorgung  sei  wieder  gewährleistet.  Der  Beschwerdeführer  habe  die  Mittelschule  abgeschlossen,  während  etwa  vier Jahren als Bauarbeiter Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt gewonnen  und verfüge in E._______, wo er bis zu seiner Ausreise gelebt habe, über  ein familiäres Beziehungsnetz.  D.  Gegen diese Verfügung  reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom  20. Dezember 2010 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein und  beantragte  die  Gewährung  einer  angemessenen  Frist  zur  Einreichung 

D­8682/2010 einer rechtsgenüglichen Beschwerde, die Anerkennung als Flüchtling und  die  Asylgewährung  sowie  die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  infolge  Unzulässigkeit  beziehungsweise  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  ersuchte  er  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege.  Zur  Begründung  legte  er  dar, die Akten der Vorinstanz seien erst eineinhalb Tage vor Ablauf der  Rechtsmittelfrist bei der Rechtsvertretung eingetroffen, obwohl mehrmals  darum  ersucht  worden  sei.  Das  BFM  habe  vorübergehend  das Dossier  nicht mehr auffinden können. Da zudem die Weihnachtstage unmittelbar  bevorstünden,  sei  der  Beschwerdeführer  in  seinem  Recht,  einen  rechtsgenüglichen  Rekurs  einzureichen,  massiv  behindert.  Es  werde  deshalb  um  eine  grosszügige  Nachfrist  ersucht,  damit  die  vorsorglich  gestellten  Rechtsbegehren  auf  ihre  Begründetheit  überprüft  werden  könnten.  E.  Mit  Zwischenverfügung  vom  22.  Dezember  2010  bestätigte  das  Bundesverwaltungsgericht den Eingang der Beschwerde. F.  Mit Faxschreiben vom 23. Dezember 2010 ersuchte die Rechtsvertretung  des  Beschwerdeführers  um  eine  Nachfrist  zur  Einreichung  der  Begründung der Beschwerde bis mindestens am 6. Januar 2010  (recte:  2011).  G.  Mit Zwischenverfügung vom 5. Januar 2011 wurde der Beschwerdeführer  unter Hinweis auf die Säumnisfolgen aufgefordert, innert sieben Tagen ab  Erhalt  der  Zwischenverfügung  eine  rechtsgenügliche  Beschwerde  nachzureichen.  H.  Mit beim Bundesverwaltungsgericht am 16. Januar 2011 eingegangener  Eingabe  reichte  der  Beschwerdeführer  die  Begründung  seiner  mit  Eingabe  vom  20. Dezember  2010  gestellten  Anträge  zu  den  Akten.  Insbesondere  machte  er  geltend,  dass  er  sich  in  seinen  Ausführungen  tatsächlich  eher  kurz  gefasst  habe,  was  indessen  an  seinem  zurückhaltenden, introvertierten und schüchternen Wesen liege. Deshalb  vermöchten  die  knappen  Antworten  nicht  die  Glaubhaftigkeit  seiner  Aussagen  in  Frage  zu  stellen.  Er  sei  der  Mitwirkungspflicht  nachgekommen,  indem  er  zu  allen  Fragebereichen  und  Aspekten 

D­8682/2010 Antworten  gegeben  habe.  Zudem  sei  zu  berücksichtigen,  dass  die  Anhörung  in  russischer  Sprache  stattgefunden  habe,  welche  er  nur  mittelmässig spreche. Dass er die Zelle, welche  leer gewesen sei, nicht  näher habe beschreiben könne, sei verständlich. Zudem habe er die an  ihm verübten Übergriffe plausibel geschildert. Der Vorhalt des fehlenden  Detailreichtums  könne  somit  nicht  gehört  werden.  Die  Auffassung  des  BFM, eine Festnahme des Beschwerdeführers, der weder Mitglied noch  Unterstützer  der  Rebellen  gewesen  sei,  mit  50  Sicherheitsleuten  sei  abwegig,  könne  nicht  geteilt  werden,  weil  die  Sicherheitsleute  nicht  vorbeigekommen  wären,  wenn  sie  ihn  nicht  verdächtigt  hätten.  Da  die  Sicherheitskräfte  zudem  nicht  gewusst  hätten,  ob  sich  im  Haus  des  Beschwerdeführers  noch  (weitere)  Kämpfer  aufgehalten  hätten,  sei  das  Grossaufgebot erklärbar. Das Vorgehen der Sicherheitskräfte entspreche  zudem gemäss  öffentlichen Quellen  der Realität.  Ferner  sei  es  logisch,  dass  die  Sicherheitskräfte,  welche  gemäss  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers  so  schnell  vorgegangen  seien,  dass  er  nicht  einmal  habe reagieren können, keine Angehörigen aus ihren Zimmern gelassen  hätten.  Zu  bemängeln  sei  zudem,  dass  der  Beschwerdeführer  offenbar  nicht  alles  richtig  verstanden  habe,  was  bei  der  Entscheidfindung  zu  berücksichtigen  gewesen  wäre.  Insgesamt  würden  somit  die  Ausführungen des Beschwerdeführers als glaubhaft erscheinen, weshalb  die  Flüchtlingseigenschaft  festzustellen  und  ihm  Asyl  zu  gewähren  sei.  Hinsichtlich  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  machte  der  Beschwerdeführer geltend, die Feststellungen der Vorinstanz würden nur  bedingt  der  Realität  entsprechen,  wie  öffentlich  zugänglichen  Quellen  entnommen  werden  könne.  Im  Jahr  2009  habe  sich  nämlich  die  Sicherheitslage  massiv  verschlechtert,  weil  das  undifferenzierte  und  brutale  Vorgehen  gegen  die  Zivilbevölkerung  zu  gravierenden  Menschenrechtsverletzungen  geführt  habe.  Personen würden willkürlich  verhaftet, entführt und zum Verschwinden gebracht. Mit dem Rückzug der  föderalen  Truppen  habe  sich  die  Situation  verschärft.  Der  Wegweisungsvollzug erweise sich somit als unzumutbar.  Der  Beschwerde  lagen  unter  anderem  Kopien  des  Berichts  der  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  (SFH)  über  die  Sicherheits­  und  Menschenrechtslage  im  Nordkaukasus  vom  25.  November  2009  und  einer Reportage der Basler Zeitung vom 15. Juli 2010 mit dem Titel "Das  finsterste Land in Europa" bei.  I.  Mit  Zwischenverfügung  vom  31.  Januar  2011  stellte  das 

D­8682/2010 Bundesverwaltungsgericht  fest,  dass  die  Begehren  des  Beschwerdeführers  als  aussichtslos  gelten  würden,  und  forderte  den  Beschwerdeführer  auf,  innert  der  ihm  angesetzten  Frist  einen  Kostenvorschuss  zu  begleichen,  verbunden  mit  der  Androhung,  im  Unterlassungsfall werde auf die Beschwerde nicht eingetreten. J.  Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt. K.  Am 15. Februar 2011 gingen beim Bundesverwaltungsgericht Strafakten  aus  dem  Kanton  D._______,  welche  den  Beschwerdeführer  betreffen,  ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 

D­8682/2010 (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).  Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die  Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4.  4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich  die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken  (Art. 3 AsylG). 4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG). 5.  5.1. Nach der Durchsicht der Akten ergibt  sich, dass die Argumentation  der Vorinstanz im Resultat zu bestätigen ist, zumal die in der Beschwerde  vorgebrachten Einwände nicht zu überzeugen vermögen. Dabei fällt auf,  dass  der  Beschwerdeführer  seine  Vorbringen  in  allgemeiner  und wenig  detaillierter, konkreter Weise darstellte und auf Mutmassungen aufbaute.  Zudem  sind  seine  Vorbringen  in  verschiedener  Hinsicht  auch  nicht  nachvollziehbar  und  widersprechen  sich  teilweise.  Das  BFM  hat  mit 

D­8682/2010 zutreffender  und  ausreichender  Begründung  dargelegt,  dass  die  Vorbringen des Beschwerdeführers nicht als glaubhaft zu erachten sind.  Um  unnötige  Wiederholungen  zu  vermeiden,  wird  deshalb  auf  die  Erwägungen  der  Vorinstanz  und  diejenigen  in  der  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  31.  Januar  2011  verwiesen.  Demgegenüber  vermag  die  Argumentation  in  der  Beschwerde  nicht  zu  überzeugen. 5.2.  Insbesondere  das Argument,  der  Beschwerdeführer  sei  schüchtern  und  zurückhaltend,  weshalb  er  nur  knappe  Angaben  zu  Protokoll  gegeben  habe,  ist  als  untauglicher  Erklärungsversuch  für  seine  insgesamt  substanzlosen  und  detailarmen  Ausführungen  zu  sehen.  Die  Detailarmut zieht sich wie ein roter Faden durch das Anhörungsprotokoll.  Knappe Antworten  gab der Beschwerdeführer  selbst  dann, wenn er  zur  Präzisierung  oder  genauerer  Schilderung  aufgefordert  wurde,  womit  er  der  Substanziierungspflicht  nur  ungenügend  nachkam.  So  wurde  er  beispielsweise  gefragt,  wo  die  Fotos  gemacht  worden  seien,  worauf  er  zur  Antwort  gab,  dies  sei  im Wald  gewesen. Der Aufforderung,  dies  zu  präzisieren,  kam  er  insofern  nach,  als  er  angab,  es  sei  im  Wald  von  E._______ gewesen (vgl. Akte A9/19 S. 5), was indessen im Hinblick auf  die geltend gemachten Fluchtgründe sowie seine Aussage, er habe seit  seiner Geburt bis zur Ausreise in E._______ gelebt, nicht als wesentliche  Präzisierung  zu  verstehen  ist.  Gleich  verhält  es  sich  mit  der  von  ihm  geschilderten  Festnahme.  Obwohl  er  ausdrücklich  aufgefordert  wurde,  genauer zu beschreiben, was alles passiert sei vom Zeitpunkt, als er das  Geräusch  der  eingebrochenen  Tür  gehört  habe  bis  er  im  Kellerraum  gewesen  sei  und  man  ihn  sogar  ermutigte,  dies  wie  in  einem  Film  nachzuerzählen, kamen nur fünf Zeilen zur Antwort, die zudem nur so viel  preisgeben, wie  jemand auch vom Hörensagen nacherzählen kann  (vgl.  Akte  A9/19  S.  7).  Es  fehlen  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers  jegliche  persönliche  Betroffenheit  und  Details,  welche  auf  ein  persönliches  Erleben  schliessen  lassen.  Auch  die  Beschreibung  des  Raums, in welchem er festgehalten worden sein soll, fiel äusserst dürftig  aus,  wie  das  BFM  zutreffend  feststellte.  Selbst  wenn  dieser  Raum  leer  gewesen  sein  sollte,  müsste  der  Beschwerdeführer  in  der  Lage  sein,  Einzelheiten darzustellen, welche er aufgrund seines 21 Tage dauernden  Aufenthaltes  wahrgenommen  hätte,  wäre  er  in  der  Tat  so  lange  dort  gewesen. Aussagen, die aufgrund ihrer ganz persönlichen Wahrnehmung  für die Glaubhaftigkeit  der Aussagen sprechen würden,  fehlen  indessen  in  den  Protokollen  ganz.  Demgegenüber  sagen  die  Angaben  des  Beschwerdeführers,  im Raum habe es ein Bett, Wände, eine Glühbirne, 

D­8682/2010 eine  Toilette  und  ein  kleines  Fenster  gegeben  (vgl.  Akte  A9/19  S.10),  nicht mehr aus, als jemand vom Hörensagen weiss.  5.3. Auch die  unterschiedliche Darstellung des Beschwerdeführers  über  den Ort, wohin er von den Sicherheitskräften gebracht worden sei, spricht  gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. So sagte er zuerst aus, er sei  irgendwohin  zu  den  Militärs  gebracht  worden  (vgl.  Akte  A1/11  S.  7),  während er  später genau angab, wohin – nämlich zum Militärstützpunkt  im  Dorf  E._______  in  der  Nähe  des Waldes  – man  ihn  gebracht  habe  (vgl.  Akte  A9/19  S. 9).  Es  gibt  keinen  plausiblen  Grund,  den  Ort  der  Festnahme  –  ein  wichtiges  Detail  –  nicht  von  Anfang  an  korrekt  und  präzise darzustellen. Sein Einwand,  irgend eine Einheit sei  ja auch eine  Einheit  und  er  spreche  nicht  so  gut  Russisch  (vgl.  Akte  A9/19  S.  9),  vermag  nicht  zu  überzeugen,  zumal  zwischen  "irgendeiner  Einheit"  und  dem  "Militärstützpunkt  im Dorf E._______  in  der Nähe des Waldes"  ein  wesentlicher  Unterschied  besteht,  den  der  Beschwerdeführer  auch  im  Fall  von  tatsächlich  nicht  ganz  perfekten  Kenntnissen  der  russischen  Sprache hätte zum Ausdruck bringen können. 5.4. Zudem  konnte  der  Beschwerdeführer  nicht  plausibel  angeben,  aus  welchem Grund er während 21 Tagen auf dem Militärstützpunkt  im Dorf  inhaftiert worden sein soll. Er gab  lediglich an, wegen der Fotos, die  ihn  mit Rebellen zeigen würden, festgenommen worden zu sein. Weder legte  er nachvollziehbar dar, warum er diesen Schluss zog noch war er in der  Lage,  detailliert  preiszugeben,  was  ihn  zu  seinem  Schluss  veranlasste.  Vielmehr  spricht  seine  Aussage,  die  Fotos  hätten  sich  bloss  auf  dem  Mobiltelefon  eines  Rebellen  befunden,  dagegen,  dass  sie  den  Sicherheitskräften  in die Hände gefallen sind. Selbst wenn diese  in den  Besitz des fraglichen Mobiltelefons gekommen wären, dürfte die Qualität  der  Abbildungen  derart  schlecht  sein,  dass  das  Erkennen  der  abgebildeten Personen kaum möglich sein dürfte und somit nicht zu einer  Festnahme des Beschwerdeführers geführt haben kann.  5.5.  Auch  die  übrigen  Argumente  der  Vorinstanz  sind  zu  bestätigen,  während  die  in  der  Beschwerde  vertretenen  Gegenargumente  nicht  zu  überzeugen  vermögen.  Insbesondere  können  die  geltend  gemachten  Verständigungsschwierigkeiten nicht als Erklärung  für die substanzlosen  und nicht nachvollziehbaren Aussagen des Beschwerdeführers gelten, da  er  selber  aussagte,  er  habe  die  dolmetschende  Person  gut  verstanden  und, wenn er etwas nicht verstanden habe, nachgefragt, womit anfänglich  möglicherweise  bestehende  Unklarheiten  offensichtlich  aus  dem  Weg 

D­8682/2010 geräumt werden konnten. Schliesslich ist auch darauf hinzuweisen, dass  die anwesende Hilfswerksvertretung keine Einwände vorbrachte.  5.6.  Insgesamt  können  somit  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  nicht geglaubt werden, wie die Vorinstanz zu Recht feststellte. An dieser  Einschätzung  vermögen  weder  die  weiteren  Argumente  in  der  Beschwerde  noch  die  eingereichten  Beweismittel  etwas  zu  ändern.  Hinsichtlich  der  Beweismittel  ist  insbesondere  festzuhalten,  dass  sie  keinen persönlichen Bezug zum Beschwerdeführer aufweisen und schon  deshalb  als  beweisuntauglich  zu  erachten  sind.  Der  Beschwerdeführer  hat  folglich  im  Fall  einer  Rückkehr  nach  Tschetschenien  nicht  mit  asylerheblicher Verfolgung zu rechnen. 5.7.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer  nicht  glaubhaft  machen  oder  belegen  konnte,  er  sei  in  seinem  Heimatland  aus  asylrechtlich  relevanten  Gründen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt.  Seine  Furcht  vor  einer  Rückkehr  nach  Tschetschenien ist demnach als flüchtlingsrechtlich nicht begründet zu  betrachten. 6.  6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44  Abs. 1 AsylG; vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 7.  7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 

D­8682/2010 Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte  Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen  der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art. 83  Abs. 3 AuG). So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement  nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5  AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  den Heimatstaat    ist  demnach  unter  dem Aspekt  von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat    dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen 

D­8682/2010 Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung  drohen würde  (vgl. EGMR  [Grosse Kammer], Saadi gegen  Italien, Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124 – 127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Dies  ist  ihm  indessen  nicht  gelungen.  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Heimatstaat  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  klarerweise  nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen  Bestimmungen zulässig. 7.4.    Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  für  Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.4.1.  Gemäss  der  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  herrscht  in Tschetschenien keine Situation allgemeiner Gewalt, weshalb  der Wegweisungsvollzug abgewiesener tschetschenischer Asylsuchender  grundsätzlich  zumutbar  ist  (vgl.  Entscheid  des  schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts [BVGE] 2009/52).  7.4.2. Des Weiteren  ist  der Beschwerdeführer,  dessen Vorbringen  nicht  als  glaubhaft  zu  erachten  sind,  keiner  Kategorie  von  Personen  zuzuordnen, welche weiterhin konkret gefährdet sein könnten (vgl. BVGE  2009/52  E.  10.2.3  S.  759),  weshalb  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  auch  diesbezüglich  zu  bejahen  ist.  Der  Beschwerdeführer hat gemäss seinen Angaben seit seiner Geburt bis zur  Ausreise  –  mit  Ausnahme  eines  Jahres,  welches  er  mit  seinen  Angehörigen  in  H._______  verbrachte  –  im  Kreis  seiner  Familie  in  E._______/Tschetschenien  gelebt,  weshalb  er  mit  diesem  Land  und  seinen Traditionen gut verwurzelt  ist. Es  ist deshalb davon auszugehen,  dass  er  nach  seiner  Wiedereinreise  in  Russland  erneut  bei  seinen  Angehörigen unterkommt und somit über ein tragfähiges Beziehungsnetz  verfügt,  das  ihm  bei  der  Wiedereingliederung  in  seinem  Heimatland  insbesondere  in  der Anfangsphase  behilflich  sein  kann. Darüber  hinaus 

D­8682/2010 verfügt  der  junge  und  ungebundene  Beschwerdeführer  über  berufliche  Erfahrungen  als  Bauarbeiter,  hat  die  Mittelschule  besucht  und  spricht  neben  Tschetschenisch  auch  fliessend  Russisch.  Den  Akten  können  keine  gesundheitlichen  Probleme  entnommen  werden.  Unter  diesen  Umständen  dürfte  es  ihm  möglich  und  zumutbar  sein,  sich  in  seinem  Heimatland  erneut  eine  eigene  Existenzgrundlage  zu  erarbeiten.  Allein  die  schwierige  Arbeitssituation  in  Russland,  welche  eine  erschwerte  Suche nach Arbeit mit sich bringen kann, lässt den Wegweisungsvollzug  nicht  als  unzumutbar  erscheinen,  da  blosse  soziale  und  wirtschaftliche  Schwierigkeiten  nach  der  weiterhin  zutreffenden  Rechtsprechung  der  Schweizerischen Asylrekurskommission  (ARK, vgl. EMARK 2005 Nr. 24  E.  10.1  S.  215),  keine  existenzbedrohende  Situation  darstellen,  welche  den Wegweisungsvollzug verhindern könnten. Auch die Möglichkeit, dass  Personen  tschetschenischer  Ethnie  –  wie  der  Beschwerdeführer  –  im  Vergleich zu andern Personengruppen  in Russland  tendenziell eher das  Augenmerk  der  Behörden  auf  sich  ziehen,  ihnen  deshalb  eher  Schwierigkeiten  mit  den  Behörden  erwachsen  und  sie  vermehrt  Personenkontrollen,  Schikanen  und  Diskriminierungen  ausgesetzt  sein  können,  ist  nicht  als  konkrete  Gefährdung  im  Sinne  des  Gesetzes  zu  qualifizieren.  7.4.3. Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  keine Gründe vorliegen,  die den Vollzug der Wegweisung als unzumutbar erscheinen liessen. 7.5.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2  AuG). 7.6. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu  Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1 – 4 AuG). 8.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

D­8682/2010 9.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG),  auf  insgesamt  Fr. 600.­­ festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  und  mit  dem  am  9.  Februar 2011 bezahlten Kostenvorschuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite)

D­8682/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt  und mit  dem  am  9.  Februar  2011  bezahlten  Kostenvorschuss  verrechnet. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Eva Zürcher Versand:

D-8682/2010 — Bundesverwaltungsgericht 22.03.2011 D-8682/2010 — Swissrulings