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Bundesverwaltungsgericht 17.11.2011 D-8356/2010

17 novembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,224 mots·~6 min·3

Résumé

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung | Auslandsverfahren

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l      Abteilung IV D­8356/2010 Urteil   v om   1 7 .   No v embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer; Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. Parteien A._______, geboren am (…), c/o schweizerische Vertretung in Colombo, Sri Lanka, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  Verfügung des BFM vom 15. Oktober 2010 / N _______.

D­8356/2010 Sachverhalt: A.  Der  Beschwerdeführer,  ein  srilankischer  Staatsangehöriger  aus  B._______, suchte mit Schreiben vom 15. August 2008 bei der Schweizer  Vertretung  in  Colombo  um  Asyl  nach.  Dem  Schreiben  waren  diverse  Dokumente in Kopie beigelegt. B.  B.a. Mit Schreiben vom 28. August 2008 erkundigte sich die Schweizer  Vertretung  in  Colombo  nach  den  Ausreisegründen  und  spezifischen  Problemen des Beschwerdeführers sowie deren Ursache. Ebenso fragte  sie  nach,  welche  Schritte  der  Beschwerdeführer  bisher  unternommen  habe,  um sich  zu  schützen und ob  ihm eine  staatliche Fluchtalternative  offen  stünde.  Der  Beschwerdeführer  wurde  unter  Hinweis  auf  die  Säumnisfolge aufgefordert, bis zum 14. Oktober 2008 alle Beweggründe  im Detail zu schildern sowie allfällige Beweismittel einzureichen. B.b.  Mit  Eingabe  vom  11.  September  2009  (Eingangsstempel  der  Schweizer  Vertretung  in  Colombo  vom  16.  September  2009)  liess  sich  der Beschwerdeführer vernehmen und reichte weitere Unterlagen zu den  Akten. C.  Zur Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  geltend,  er  sei  in  seinem  Alltag  immer  wieder  von  bewaffneten  tamilischen  Leuten  eingeschüchtert  worden.  Deshalb  habe  er öfters den Aufenthaltsort gewechselt. Auch habe er ständig anonyme  Telefonanrufe  erhalten,  in  denen  man  ihm  mit  Entführung  und  Mord  gedroht  habe.  Diesbezüglich  habe  er  bei  der  Polizei  eine  Anzeige  aufgegeben. Am 9. Juli 2010 seien die Unbekannten zu ihm nach Hause  gekommen.  Da  er  habe  entkommen  können,  sei  sein  Vater  an  seiner  Stelle  angegriffen worden  und  habe  danach  ins Spital  gebracht werden  müssen.  Man  habe  ihm  erneut  gedroht,  ihn  umzubringen,  falls  er  der  Polizei  Anzeige  erstatten  sollte.  Aus  diesen Gründen  sowie wegen  den  allgemeinen  Lebensbedingungen  in  Sri  Lanka  wolle  er  das  Land  verlassen. D. 

D­8356/2010 D.a.  Mit  Zwischenverfügung  vom  27.  Juli  2010  teilte  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  mit,  es  erachte  den  entscheidrelevanten  Sachverhalt  aufgrund  der  schriftlichen  Begründung  des  Asylgesuches  und  der  beigelegten Dokumentation als erstellt, weshalb  sich eine Anhörung auf  der Botschaft nicht als notwendig erweise.  Im Weiteren erwäge es unter  Berücksichtigung  der  konkreten  Umstände  –  namentlich  Fragen  bezüglich  Beziehungsnähe  zur  Schweiz  und  hiesige  Assimilationsmöglichkeiten,  aktuelle  Gefährdung  im  Heimatstaat,  Möglichkeit  der  Schutzsuche  in  einem  anderen  Staat,  öffentliches  Interesse  der  Schweiz  –  und  aufgrund  der  vorliegenden  Akten,  das  Asylgesuch abzulehnen und die Einreise zu verweigern. Das BFM räumte  dem  Beschwerdeführer  die  Gelegenheit  ein,  sich  dazu  innert  Frist  zu  äussern und allfällige neue Gründe, die seit der Einreichung des Einreise­  und  Asylgesuches  eingetreten  seien,  darzulegen,  verbunden  mit  dem  Hinweis, das bei ungenutzter Frist aufgrund der bestehenden Aktenlage  entschieden werde. D.b. Der Beschwerdeführer  liess  sich mit  Eingabe  vom 7.  August  2010  innert Frist vernehmen. E.  Mit Verfügung vom 15. Oktober 2010 – eröffnet am 29. Oktober 2010 –  lehnte das BFM das Asylgesuch ab und  verweigerte die Einreise  in die  Schweiz. Zur  Begründung  führte  das  BFM  im  Wesentlichen  aus,  dass  es  angesichts  der  zahlreichen  Gewaltereignisse  der  letzten  Jahre,  von  denen  auch  der  Beschwerdeführer  selbst  betroffen  gewesen  sei,  Verständnis  dafür  habe,  dass  dieser  Angst  vor  weiteren  Verfolgungsmassnahmen  habe  und  in  die  Schweiz  ausreisen  wolle.  Dennoch  könne  seinem  Gesuch  um  Einreise  in  die  Schweiz  nicht  entsprochen  werden.  Vorliegend  gelange  das  BFM  zum  Schluss,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  objektivierter  Betrachtungsweise  nicht  akut  gefährdet  sei.  Die  von  ihm  geltend  gemachten  Asylvorbringen  entsprächen aufgrund ihrer Art und Intensität keiner Verfolgungssituation,  welche eine Einreise in die Schweiz rechtfertigen würden. Die Vorbringen des Beschwerdeführers müssten vor dem Hintergrund der  allgemein  angespannten  Situation  betrachtet  werden,  welche  während  des Bürgerkriegs geherrscht habe. Die Situation  in Sri Lanka stelle sich  heute jedoch anders dar: Der Krieg zwischen der srilankischen Regierung 

D­8356/2010 und den separatistischen Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) sei im  Mai 2009 mit der Niederlage der LTTE zu Ende gegangen. Damit befinde  sich  das  gesamte  Land  erstmals  seit  dem  Jahre  1983  wieder  unter  Regierungskontrolle.  Obwohl  der  Staat  vieles  daran  setze,  ein  Wiedererstarken  der  LTTE  zu  verhindern  und  aktiv  nach  ehemaligen  Mitgliedern  der  oppositionellen  Organisation  suche,  habe  sich  die  Sicherheits­  und  Menschenrechtslage  verbessert.  Angesichts  dieser  veränderten  Lage  erscheine  das  Risiko,  dass  der  Beschwerdeführer  heute  von  Übergriffen  ernsthaften  Ausmasses  betroffen  werde,  ausgesprochen gering. Zudem habe er die Möglichkeit,  erneut,  bei den srilankischen Behörden  um  Schutz  zu  ersuchen,  falls  ihm  eines  Tages  konkrete  Bedrohungen  wiederfahren  sollten.  Es  sei  zu  erwarten,  dass  der  srilankische  Staat,  seine Schutzpflicht  im Rahmen des Möglichen wahrnehme.  Im Einzelfall  könne es  durchaus  vorkommen,  dass  die Schutzgewährung unterbleibe  oder  nicht  in  ausreichendem  Mass  gewährt  werde.  Hierzu  gelte  es  gleichzeitig  festzuhalten,  dass  eine  faktische  Garantie  des  Schutzgewährers  für  langfristigen  individuellen  Schutz  der  bedrohten  Person  verlangt  werden  könne.  Keinem  Staat  gelinge  es,  die  absolute  Sicherheit  aller  seiner  Bürger  jederzeit  und  überall  zu  garantieren.  Von  der  srilankischen  Polizei  könne  beispielsweise  nicht  erwartet  werden,  dass  sie  jeder  Person,  die  einen  gewissen  Gefährdungsgrad  aufweise,  einen  umfassenden Personenschutz  zukommen  lasse. Einen  derartigen  Schutz  erhielten  nur  wenige  besonders  gefährdete  Personen,  denen  jedoch der Beschwerdeführer aufgrund seines Profils nicht zuzurechnen  sei. Das  BFM  habe  auch  Verständnis  dafür,  dass  der  Beschwerdeführer  wegen des jahrelangen Krieges und der daraus resultierenden Nachteile  sein  Heimatland  verlassen  möchte.  Die  Schweiz  nehme  jedoch  keine  Personen  aus  rein  humanitären  Gründen  auf.  Jedes  Gesuch  werde  individuell  auf  die  Schutzbedürftigkeit  aufgrund  einreiserelevanter  Verfolgungsmassnahmen  der  Asyl  suchenden  Person  im  Sinne  des  Schweizer Asylgesetzes geprüft. An  diesen  Erwägungen  könnten  auch  die  von  ihm  eingereichten  Dokumente nichts ändern, stützten sie doch lediglich dessen Vorbringen,  deren Glaubhaftigkeit vorliegend nicht in Frage gestellt werde.

D­8356/2010 Bei offensichtlich  fehlender Schutzbedürftigkeit  sei darauf  zu verzichten,  auf  allfällig  vorhandene  Unglaubhaftigkeitselemente  in  den  Asylvorbringen einzugehen. F.  Mit Beschwerde vom 9. November 2010 (Eingangsstempel der Schweizer  Vertretung  in  Colombo  vom  19.  November  2010)  machte  der  Beschwerdeführer geltend, er sei auch heute noch in Sri Lanka gefährdet.  Da C._______,  ein  ehemaliges Mitglied  der  LTTE mit  der  srilankischen  Regierung  kollaboriere,  könne  er  sich  nicht  einfach  an  den  lokalen  Polizeiposten  wenden.  Falls  er  dies  tun  würde,  würde  er  wegen  C._______ sein Leben verlieren und dessen Angehörige würden ihn ohne  Zweifel töten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG).

D­8356/2010 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).  Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie  nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die  Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4.  4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich  die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den  frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 4.2.  Das  Bundesamt  kann  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ablehnen,  wenn  die  asylsuchende  Person  keine  Verfolgung  glaubhaft  machen  oder  ihr  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet  werden  kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2  AsylG  bewilligt  das  Bundesamt  einem  Asylsuchenden  die  Einreise  zur 

D­8356/2010 Abklärung  des  Sachverhalts,  wenn  ihm  zugemutet  werden  kann,  im  Wohnsitz­  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben  oder  in  ein  anderes  Land  auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische  Justiz­  und  Polizeidepartement  (EJPD)  schweizerische  Vertretungen  ermächtigen,  Asylsuchenden  die  Einreise  zu  bewilligen,  die  glaubhaft  machen, dass eine unmittelbare Gefahr  für Leib und Leben oder  für die  Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. Hinsichtlich  des Verfahrens bei der Schweizer Vertretung im Ausland sieht Art. 10 der  Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel  eine Befragung durchführt (Art. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht möglich,  so wird die asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich  festzuhalten  (Art.  10  Abs.  2  AsylV  1;  vgl.  hierzu  auch  Entscheide  des  Schweizerischen Bundesverwaltungsgericht  [BVGE] 2007/30 E. 5.2 – E.  5.3).  Eine  Befragung  beziehungsweise  eine  schriftliche  Sachverhaltsabklärung kann sich auch erübrigen, wenn der Sachverhalt  bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs als entscheidreif erstellt  scheint.  Bei  Anhörungsverzicht  ist  jedoch  das  rechtliche  Gehör  zu  gewähren  (vgl.  BVGE  2007/30  E. 5.7),  was  vorliegend  erfolgt  ist  (vgl.  Erwägung  D.a  vorstehend).  Ausserdem  hat  das  BFM  den  Verzicht  auf  eine Befragung begründet (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.6 – E. 5.7). Für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  gelten  restriktive  Voraussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum  zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit  zur Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu  anderen  Staaten,  die  praktische  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2.e ­ g S. 131 ff., welcher  angesichts bloss  redaktioneller Änderungen bei der  letzten Totalrevision  des Asylgesetzes nach wie vor Gültigkeit hat). 5.  Die  Vorbringen  in  der  Beschwerdeeingabe  vom  19.  November  2010  (Eingangsstempel  der  Schweizer  Vertretung)  sind  nicht  geeignet,  eine  Änderung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  zu  bewirken.  Der  Argumentation  der  Vorinstanz  werden  keine  stichhaltigen  und  substanziierten  Gründe  entgegengesetzt.  Eine  diesbezügliche 

D­8356/2010 Auseinandersetzung  unterbleibt  zwar  nicht  gänzlich.  Die  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  vermögen  jedoch  die  nachvollziehbaren  Erwägungen  des  BFM  nicht  umzustossen.  Das  BFM  hat  in  der  angefochtenen Verfügung zu Recht festgestellt, dass es in den Akten des  Beschwerdeführers  keine Anhaltspunkte dafür  gebe,  dass er  tatsächlich  und  konkret  Verfolgungsmassnahmen  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  ausgesetzt sei, weshalb er die Anforderungen an die Schutzbedürftigkeit  nicht  erfülle.  Im  Verlauf  des  Asylverfahrens  fällt  auf,  dass  der  Beschwerdeführer  anfänglich  nur  vage  die  von  ihm  erlittenen  Behelligungen  schildern  kann.  So will  er  immer  von Unbekannnten  und  meist im Dunkeln oder mit anonymen Drohanrufen belästigt worden sein.  Auch sein Velo soll von Unbekannten entwendet worden sein (vgl. unter  anderem die Eingaben des Beschwerdeführers vom 24. Juni 2009, vom  2. Januar 2010 sowie vom 31. Januar 2010 an die Schweizer Vertretung  in  Colombo).  Mit  Eingabe  vom  7.  August  2010  an  die  Schweizer  Vertretung  in Colombo  (Eingangsstempel  vom 19. August 2010) wird er  erstmals  etwas  konkreter,  indem er  die Unbekannten einer  bewaffneten  tamilischen  Gang  zuordnet,  und  erklärt,  der  Übergriff  vom  9.  Juli  2010  gehe  auch  auf  eine  bewaffnete  tamilische  Gang  zurück.  Auf  Beschwerdeebene  holt  der  Beschwerdeführer  erstmals  weiter  aus  und  bringt  vor,  seine  gegenwärtigen  Probleme  beruhten  auf  seinem  Arbeitsverhältnis  aus  dem  Jahre  2005.  Damals  sei  er  Fahrer  eines  srilankischen  Politikers  gewesen,  welcher  gemeinsam  mit  ihm  in  Opposition  zur  jetzigen  Regierung  gestanden  habe.  Deshalb  werde  er  auch immer noch von Mitgliedern der LTTE bedroht. Weil er nicht für die  gegenwärtige Regierung Sri Lankas gewesen sei und weil ein ehemaliges  Mitglied der LTTE namens C._______ für diese sei, könne er auch nicht  einfach  zum Polizeiposten  von B._______  gehen. Er würde  sein  Leben  verlieren, da ihn C._______ und seine Anhänger ohne Zweifel ermorden  würden.  Diese  erstmals  auf  Beschwerdeebene  geltend  gemachten  Präzisierungen erscheinen als  nachgeschobenes Sachverhaltskonstrukt.  Bei  dieser  Sachlage  kann,  um  Wiederholungen  zu  vermeiden  auf  die  Ausführungen  in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Nach  dem  Gesagten  droht  dem  Beschwerdeführer  keine  asylrelevante  Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG. 6.  Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerde  sowie  auf  die  eingereichten  Beweismittel  im  Einzelnen  einzugehen,  da  sie  am  Ergebnis  der  vorgenommenen  Würdigung  nichts  zu  ändern  vermögen.  Es  ist  dem 

D­8356/2010 Beschwerdeführer  nicht  gelungen,  eine  Verfolgung  im  Sinne  von  Art. 3 AsylG  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen.  Die  Schutzbedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  im  Sinne  von  Art.  20  i.V.m.  Art. 3 AsylG ist mithin nicht gegeben, und es liegen auch keine anderen  Gründe  vor,  welche  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  indizieren  würden. 7.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 8.  Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG).  Aus  verwaltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art.  63  Abs. 1  in  fine VwVG und Art. 2 und 6 des Reglements vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2])  ist  vorliegend auf  die  Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite)

D­8356/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3.  Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die Schweizer  Vertretung in Colombo. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Ulrike Raemy Versand:

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