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Bundesverwaltungsgericht 27.01.2012 D-6391/2011

27 janvier 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,073 mots·~5 min·3

Résumé

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. Oktober 2011

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­6391/2011 Urteil   v om   2 7 .   J a nua r   2012 Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), Richterin Regula Schenker Senn, Richter Thomas Wespi,    Gerichtsschreiber Patrick Weber. Parteien A._______, geboren am _______, Tunesien,  _______ Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. Oktober 2011 / _______.

D­6391/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  Tunesien  gemäss  eigenen  Angaben  im  Dezember  2009  verliess  und  über  Libyen  und  nach  einem  längeren  Aufenthalt in Italien am 25. Februar 2011 in die Schweiz gelangte, wo er  gleichentags ein Asylgesuch stellte,  dass  ihn  das  BFM  am  3. März  2011  summarisch  befragte  und  am  14.  Oktober 2011 einlässlich anhörte,  dass  der  Beschwerdeführer  geltend  machte,  arabischer  Ethnie  zu  sein  und von 1989 bis 2005 in Italien gelebt zu haben,  dass er danach in _______ gewohnt und gearbeitet habe,  dass er sich geweigert habe beziehungsweise nicht in der Lage gewesen  sei, Behördenvertretern Bestechungsgelder zu leisten,  dass er deshalb unter Druck geraten und im Jahre 2007 für fünf Monate  inhaftiert worden sei,  dass seine  Identitätsdokumente  im August 2008 beschlagnahmt worden  seien,  dass die Behörden eines seiner drei Ladenlokale konfisziert hätten,  dass  er  bedroht worden  sei  und mit  einer  Eisenstange  einen Polizisten  geschlagen sowie das Polizeiauto demoliert habe,  dass  er  aus  Furcht  vor  einer  erneuten  Inhaftierung  ausser  Landes  geflohen sei,  dass  ihm Angehörige  nach  seiner  Ausreise  aus  Tunesien  Anfang  2010  mitgeteilt  hätten,  er  sei  in  _______  gerichtlich  zu  einer  zwei  oder  dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden,  dass  er  im  Heimatland  gesucht  werde  und  ein  Anwalt  eingeschaltet  worden sei,  dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 25. Februar  2011  mit  Verfügung  vom  25.  Oktober  2011  –  eröffnet  am  27.  Oktober  2011 – abwies und die Wegweisung sowie den Vollzug anordnete,

D­6391/2011 dass die Vorinstanz zur Begründung ihres Entscheids ausführte, aufgrund  unsubstanziierter  Angaben  des  Beschwerdeführers  zur  angeblichen  Verurteilung sei diese nicht glaubhaft,  dass  er  die  Verurteilung  bei  der  Anhörung  nicht mehr  spontan  erwähnt  habe, was ebenfalls gegen ihre Glaubhaftigkeit spreche,  dass  die  geltend  gemachte  fünfmonatige Haft  im  Jahre  2007  sowie  die  Beschlagnahmung  von  Identitätsdokumenten  im  Jahre  2008  nicht  als  kausal für die erst Ende 2009 erfolgte Ausreise zu werten seien,  dass  aufgrund  des  politischen  Wandels  vor  Ort  nicht  mehr  davon  auszugehen  sei,  er  habe  asylrelevante  Probleme  seitens  der  Polizei  in  seinem Quartier in _______ zu befürchten,  dass  im  Übrigen  ein  Vorgehen  der  Polizei  wegen  seines  gewalttätigen  Auftretens rechtsstaatlich legitim wäre,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Tunesien  in  Anbetracht  der  aktuellen Situation zulässig, zumutbar und möglich sei, dass  der  Beschwerdeführer  diesen  Entscheid  mit  Eingabe  seiner  Rechtsvertretung  vom  24.  November  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht anfechten liess,  dass er die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids, die Feststellung  seiner  Flüchtlingseigenschaft  und  die  Asylgewährung,  die  Feststellung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  sowie  die  unentgeltliche  Rechtspflege beziehungsweise den Erlass der Verfahrenskosten (Art. 65  Abs.  1  und  2  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20. Dezember  1968  [VwVG,  SR 172.021])  samt  Entbindung  von  der  Vorschusspflicht  respektive die Entrichtung einer Parteientschädigung beantragte,  dass  er  "im  Bestreitungsfall"  die  Einreichung  von  Beweismitteln  im  Zusammenhang  mit  dem  Datum  seiner  Einreise  in  Italien  in  Aussicht  stellte beziehungsweise weitere Abklärungen beantragte,  dass  er  geltend  machte,  diese  Einreise  sei  bereits  im  Dezember  2008  und nicht erst im Dezember 2009 erfolgt, 

D­6391/2011 dass  er  wegen  seines  Kampfes  gegen  die  Korruption  nach  wie  vor  im  Fokus  der  Behörden  stehe  und  die  Kausalität  der  Verfolgung  für  die  Flucht entgegen der vorinstanzlichen Behauptung gegeben sei,  dass  der  politische  Umschwung  bezogen  auf  seine  Situation  keine  Relevanz entfalte, da die Korruption in Tunesien nach wie vor ein Thema  sei,  dass  auf  weitere  vorinstanzliche  Argumente  und  Details  der  Rekursbegründung  –  soweit  erforderlich  –  in  den  nachfolgenden  Erwägungen einzugehen ist, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom  28.  November  2011 die  aufschiebende Wirkung der Beschwerde  feststellte,   auf  die Erhebung  eines Kostenvorschusses  verzichtete,  das Gesuch  im  Sinne  von  65  Abs.  2  VwVG  abwies  und  betreffend  Entscheid  über  dasjenige  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  auf  einen  späteren  Zeitpunkt  verwies,  dass  der  Beschwerdeführer  aufgefordert  wurde,  Unterlagen  für  die  Bedürftigkeit  nachzureichen,  ansonsten  nicht  von  einer  solchen  auszugehen sei,  dass  im  Hinblick  auf  die  Nachreichung  von  Beweismitteln  auf  Art.  32    Abs. 2 beziehungsweise 33 Abs. 1 VwVG verwiesen wurde,  dass  das  BFM  mit  Vernehmlassung  vom  2.  Dezember  2011  die  Abweisung der Beschwerde beantragte,  dass  die  vorinstanzliche  Stellungnahme  dem  Beschwerdeführer  am         5. Dezember 2011 zur Kenntnis gebracht wurde,  dass der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 15. Dezember 2011  sein Mandat niederlegte und eine Kostennote einreichte,  und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i. V. m. 

D­6391/2011 Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht  vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und  Art. 6 AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass auf die  im Übrigen  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1  AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft  gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält,  dass der Beschwerdeführer zunächst darlegte, sein Heimatland letztmals  im Dezember  2009  verlassen  zu  haben  (A  7/12 S.  1  und  8  f.;  A  29/11  Antworten 17 f.), 

D­6391/2011 dass  die  Behauptung  des  Beschwerdeführers  auf  Beschwerdeebene,  bereits Ende 2008 definitiv ausgereist zu sein, demnach nicht überzeugt,  dass  vor  diesem Hintergrund  die  vorinstanzliche Erwägung,  die  geltend  gemachte fünfmonatige Haft im Jahre 2007 sowie die Beschlagnahmung  von  Identitätsdokumenten  im  Jahre  2008  seien  nicht  als  kausal  für  die  erst Ende 2009 erfolgte Ausreise zu werten, nicht zu beanstanden ist,  dass  sich die  eventualiter  beantragten weiteren Abklärungen  zu diesem  Punkt  auch  insofern  erübrigen,  als  eine  allenfalls  bereits  früher  erfolgte  Reise nach Italien, wo sich der Beschwerdeführer  langjährig aufgehalten  haben  soll,  in  keiner Weise als  definitive Ausreise aus dem Heimatland  feststehen würde,  dass  seine  Angaben  zum  Kampf  gegen  die  Korruption  in  _______  wiederum  als  unsubstanziiert  zu  qualifizieren  sind  und  –  so  auch  in  Würdigung  des  vom  BFM  festgehaltenen  politischen  Umschwungs –  entgegen den Beschwerdevorbringen jedenfalls nicht den Eindruck einer  ihm deswegen konkret drohenden und asylrelevanten Verfolgung vor Ort  zu vermitteln vermögen,  dass allfällige Ermittlungen gegen den Beschwerdeführer wegen Gewalt  gegen Beamte beziehungsweise eine entsprechende Verurteilung zudem  als rechtsstaatlich legitim einzustufen wären,  dass  die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  zur  angeblich  erfolgten  Verurteilung  in  _______  im  Übrigen  kaum  Substanz  aufweisen  und  Realkennzeichen weitgehend vermissen  lassen  (A 7/12 S. 6  f.; A 29/11  Antworten 40 ff.), dass demnach nicht geglaubt werden kann, er sei aus den vorgebrachten  Gründen  in den Fokus der Behörden geraten beziehungsweise er  habe  im  aktuellen  Zeitpunkt  begründete  Furcht  vor  ernsthaften Nachteilen  im  Heimatland,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt  hat, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

D­6391/2011 (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer solchen besteht, weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  vom  Bundesamt  zu  Recht  angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  Beachtung  der  massgeblichen  völker­  und  landesrechtlichen  Bestimmungen  zulässig  ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb  das  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­ Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 

D­6391/2011 Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten  (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die im Heimatstaat droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt konkret gefährdet  sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  in Tunesien – so auch  in Würdigung des erfolgten Machtwechsels  und dem beabsichtigten Wandel zu demokratischeren Strukturen – keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrscht,  aufgrund  derer  die  Bevölkerung  konkret  gefährdet  erschiene  und  eine  Rückführung  dorthin  als  generell  unzumutbar erachtet werden müsste, dass  der  Beschwerdeführer  nach  der  Rückkehr  mithin  nicht  in  eine  existenzgefährdende  Situation  geraten  wird,  zumal  er  in  seinem  Heimatland über diverse soziale Anknüpfungspunkte verfügt und offenbar  drei Läden geführt haben soll (A 29/11 Antwort 24),  dass  demnach  auch  keine  individuellen  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung des Beschwerdeführers  im Falle einer Rückkehr  schliessen  lassen, dass der Vollzug der Wegweisung mithin zumutbar ist,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen  (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es  ihm obliegt, bei der Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  dazu  auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 

D­6391/2011 unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  das  Gesuch  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  androhungsgemäss  abzuweisen  ist,  da  der  Beschwerdeführer  keine  Bestätigung  für  die  geltend gemachte Bedürftigkeit nachgereicht hat, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.­­  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG), dass  die  Entrichtung  einer  Parteientschädigung  offensichtlich  nicht  in  Betracht kommt.  (Dispositiv nächste Seite)

D­6391/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das Gesuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber Versand:

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