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Bundesverwaltungsgericht 21.09.2011 D-5015/2011

21 septembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,249 mots·~6 min·2

Résumé

Nichteintreten auf Asylgesuch (Papierlosigkeit) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 5. September 2011

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­5015/2011 Urteil   v om   2 1 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;   Gerichtsschreiber Daniel Widmer. Parteien A.______, Guinea,  (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 5. September 2011 / (…).

D­5015/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge Guinea am (…) in  Richtung B._______ verliess, von dort in elf Tagen auf dem Seeweg nach  C._______  weiterreiste  und  nach  einem  viertägigen  Aufenthalt  am  25. Juni 2011 per Bahn in die Schweiz gelangte, dass  er  am  4. Juli  2011  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  D._______  um  Asyl  nachsuchte  und,  da  er  bei  der  Meldung  des  Asylgesuchs zum Nachweis seiner  Identität keinerlei Dokumente abgab,  aufgefordert wurde,  innert 48 Stunden  rechtsgenügliche Ausweispapiere  nachzureichen,  verbunden  mit  der  Androhung,  im  Unterlassungsfall  werde auf das Asylgesuch nicht eingetreten, dass er –  jeweils  im EVZ – am  (…) summarisch befragt und am (…)  in  Anwendung  von  Art.  29  Abs.  1  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG, SR 142.31) durch das Bundesamt zu den Asylgründen angehört  wurde, dass er anlässlich der Anhörungen im Wesentlichen geltend machte, sein  Vater sei durch (…) zu grossem Reichtum gelangt, dass der Beschwerdeführer und sein Bruder bereits in jungen Jahren die  (…) Geschäfte ihres Vaters in E._______ geführt hätten, dass  der  Vater  zwei  Frauen  gehabt  habe,  wobei  er mit  der  einen  zwei  Söhne  und  mit  der  Mutter  des  Beschwerdeführers  drei  Kinder  gezeugt  habe, dass  der  Vater  im  Juni  2010  bei  einem  Verkehrsunfall  ums  Leben  gekommen  und  seine  Mutter  fünf  Monate  vorher  an  einer  Krankheit  gestorben sei, dass,  obwohl  das  Nachlassvermögen  traditionsgemäss  gleichmässig  unter  allen  betroffenen  Familien  aufgeteilt  werde,  in  der  Heimat  des  Beschwerdeführers viele Leute die Auffassung vertreten würden, dass die  Erstfamilie den grösseren Anteil beanspruchen dürfe, dass am (…) die Halbbrüder des Beschwerdeführers  (…) zurückgekehrt  seien und des Nachts seinen Bruder getötet hätten,

D­5015/2011 dass der Beschwerdeführer durch das Geschrei seines Bruders geweckt  worden  und  nach  draussen  gestürmt  sei,  dort  einem  seiner Halbbrüder  begegnet  sei,  diesen  mit  einer  Machete  am  Bein  verletzt  habe  und  daraufhin in den Wald geflohen sei, dass er sich, dessen sicher, dass seine beiden Halbbrüder seinen Bruder  umgebracht hätten, da sie es auf das Erbe des Vaters abgesehen hätten,  in Todesgefahr gewähnt habe und nicht nach Hause habe zurückkehren  können, dass er nach einem (…) Aufenthalt im Wald mit nach F._______ gelangt  sei, wo er seine Geschichte einem weissen Mann erzählt habe, woraufhin  ihn  dieser  an  Bord  eines  Schiffes  gebracht  habe,  das  nach C._______  gefahren sei, dass das BFM mit Verfügung vom 5. September 2011 gestützt auf Art. 32  Abs. 2  Bst. a  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  dessen Wegweisung  aus  der  Schweiz  anordnete,  wobei  er  diese am Tag nach Eintritt der Rechtskraft zu verlassen habe, dass  die  Vorinstanz  zur  Begründung  ihres  Entscheids  im Wesentlichen  ausführte,  der  Beschwerdeführer  habe  den  Asylbehörden  innerhalb  der  ihm dazu eingeräumten Frist von 48 Stunden ohne entschuldbare Gründe  keine rechtsgenüglichen Identitätspapiere eingereicht, dass  er  erklärt  habe,  nie  irgendwelche  guineischen  Ausweispapiere  besessen beziehungsweise seine Identitätskarte bereits vor vielen Jahren  verloren zu haben, in Guinea nie Identitätskontrollen durchgeführt würden  und  die  Reise  über  Senegal  und  C._______  in  die  Schweiz  ohne  Identitätsdokumente unternommen zu haben, dass  er,  selbst  wenn  er  im  Besitz  von  Identitätsdokumenten  gewesen  wäre,  aufgrund  der  geschilderten  Umstände  keine  Zeit  gehabt  hätte,  irgendwelche Dokumente mitzunehmen, dass – so das BFM – die Behauptung des Beschwerdeführers, er habe  nie  irgendwelche  Identitätspapiere  besessen  und  sei  ohne  solche  von  Guinea in die Schweiz gereist, jeglicher Grundlage entbehre, ebenso wie  die  Schilderung  der  Reiseumstände,  wonach  er  in  F._______  einen  weissen  Mann  getroffen  habe,  der  ihn,  nachdem  er  ihm  seine  Verfolgungsgeschichte  erzählt  habe,  an  Bord  eines  Schiffes  gebracht  habe,  wo  ihm  ein  Platz  zugewiesen  und  er  auf  einer  (…)  Reise  nach 

D­5015/2011 C._______  verpflegt  worden  sei,  bis  er  schliesslich  (…)  in  die  Schweiz  gelangt sei, dass  vor  dem  Hintergrund  dieser  als  unplausibel  und  gesamthaft  als  realitätsfremd zu beurteilenden Reisewegschilderung davon auszugehen  sei,  der  Beschwerdeführer  versuche,  seinen  Reiseweg  zu  verschleiern  und  enthalte  seine  Identitätspapiere  dem  BFM  bewusst  vor,  um  seine  wahre Identität nicht preiszugeben und einen Vollzug zu erschweren oder  gar zu verunmöglichen, dass demnach keine entschuldbaren Gründe für die Nichteinreichung der  erforderlichen Dokumente vorliegen würden, dass  der  Beschwerdeführer  aufgrund  der  Anhörung  sowie  gestützt  auf  Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht erfülle, dass  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  zur  Ermordung  seines  jüngeren  Bruders  beziehungsweise  zur  geltend  gemachten  Bedrohung  durch seine beiden Halbbrüder wegen Erbstreitigkeiten als undifferenziert  und unlogisch und daher als unglaubhaft zu qualifizieren seien, dass der Beschwerdeführer nicht  in der Lage gewesen sei,  diesem von  ihm  geltend  gemachten  Ausreisegrund  die  nötige  Stringenz  und  Plausibilität zu verleihen, dass  sich  mithin  seine  Verfolgungsvorbringen  als  offensichtlich  unglaubhaft  erwiesen,  weshalb  sich  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses erübrigten, dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei, dass  für  die  weitere  Begründung  auf  die  vorinstanzliche  Verfügung  zu  verweisen ist, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  12. September  2011  (Datum  des  Poststempels)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  dabei  beantragte,  es  sei  der  angefochtene  Entscheid  aufzuheben  und  die  Vorinstanz  anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten; es sei festzustellen, dass er  die Flüchtlingseigenschaft erfülle, und  ihm Asyl zu gewähren; es sei die 

D­5015/2011 Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung  festzustellen  und  die  vorläufige Aufnahme anzuordnen, dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  die  Gewährung  der  unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung im Sinne von  Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  beantragte  und  um  Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte, dass die vorinstanzlichen Akten am 13. September 2011 vollständig beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung: dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  ist,  weshalb – unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägungen – auf die frist­  und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 AsylG  sowie Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1  und Art. 52  VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten  Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, 

D­5015/2011 wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2  AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  das  BFM  den  angefochtenen  Nichteintretensentscheid  auf  der  Grundlage von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG getroffen hat, dass  bei  Beschwerden  gegen  solche  Nichteintretensentscheide  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  nicht eingetreten ist, wogegen die Vorinstanz die Frage der Wegweisung  und des Vollzugs materiell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass  bei  Begründetheit  der  Beschwerde  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen  ist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr.  34  E.  2.1.  S. 240 f.), dass  zwar  –  wie  sich  aus  den  nachfolgenden  Erwägungen  ergibt –  vorliegend die Flüchtlingseigenschaft ebenfalls Prozessgegenstand ist,  indessen  auf  die  Beschwerde  nicht  einzutreten  ist,  soweit  darin  die  Asylgewährung beantragt wird, dass  gemäss  der  revidierten,  am  1.  Januar  2007  in  Kraft  getretenen  Bestimmung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  auf  ein  Asylgesuch  nicht  eingetreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht  innerhalb von  48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise­ oder Identitätspapiere  abgeben, dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG),  oder wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG  die Flüchtlingseigenschaft  festgestellt wird  (Art.  32 Abs. 3 Bst.  b AsylG)  oder wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit  zusätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

D­5015/2011 dass  mithin  nach  erfolgter  Gesetzesrevision  seit  dem  1.  Januar  2007  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand  des  Beschwerdeverfahrens  bildet,  wobei  im  Rahmen  der  summarischen  Prüfung das offenkundige Fehlen der Flüchtlingseigenschaft – sei es, weil  die  Vorbringen  offensichtlich  unglaubhaft  sind,  oder  sei  es,  weil  sie  offensichtlich  keine  flüchtlingsrechtliche  Relevanz  nach  Art.  3  AsylG  aufweisen  –  und  das  offenkundige  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen zu beurteilen sind (vgl. BVGE 2007/8  E. 2.1), dass  in  der Beschwerde eingewendet wird,  der Beschwerdeführer  habe  seine Identitätskarte zu Hause gelassen, die Behörden hätten sein Haus  mehrmals  durchsucht,  seine  Familie  habe  ihm  das  Dokument  nicht  senden können und er könne nicht genau erklären, wie er versucht habe,  dieses zu erhalten, dass  in  Widerspruch  dazu  im  selben  Abschnitt  der  Beschwerde  ausgeführt wird, der Beschwerdeführer habe nie über eine Identitätskarte  oder einen Reisepass verfügt, dass  die  im  Zusammenhang  mit  den  Reise­  beziehungsweise  Identitätspapieren  abgefassten  vorinstanzlichen Erwägungen  nach  einer  Überprüfung  der  Akten  und  unter  Berücksichtigung  der  Beschwerdeeingabe  als  zutreffend  zu  erachten  sind  und  zwecks  Vermeidung von Wiederholungen darauf verwiesen werden kann, dass  der  Beschwerdeführer  somit  nicht  darzulegen  vermag,  dass  er  durch  nicht  selbst  zu  verantwortende  Umstände  an  der  unverzüglichen  Einreichung  von  Reise­  oder  Identitätspapieren  im  Sinne  von  Art.  32  Abs. 2 Bst. a AsylG gehindert worden ist (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), dass  – wie  bereits  erwähnt  –  seit  dem  1.  Januar  2007  bei  Anwendung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand  des  Beschwerdeverfahrens  bildet  und  sich  die  Offensichtlichkeit deren Fehlens auch auf die Asylrelevanz beziehen kann  (vgl. BVGE 2007/8 E. 5.6.6), dass  die  Überprüfung  der  Akten  in  diesem  Kontext  ergibt,  dass  die  Vorinstanz  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zu  Recht  als  offensichtlich  unglaubhaft  qualifizierte,  wobei  wiederum  auf  die  entsprechenden Erwägungen des BFM  in der angefochtenen Verfügung  verwiesen werden kann,

D­5015/2011 dass  in  der  Beschwerde  nichts  Neues  geltend  gemacht,  sondern  in  pauschaler Weise lediglich ausgeführt wird, der Beschwerdeführer werde  erst in einer Beschwerdeergänzung erklären können, weshalb die von der  Vorinstanz  dargelegten  Widersprüche  nicht  zutreffen  würden  (vgl.  Beschwerde S. 4), dass indes auf eine Nachfrist zur Ergänzung der Beschwerdebegründung  zu  verzichten  ist,  da  die  vorliegende  Beschwerdesache  weder  einen  aussergewöhnlichen  Umfang  noch  besondere  Schwierigkeiten  aufweist,  weshalb die Voraussetzungen von Art. 53 VwVG nicht gegeben sind, dass die geltend gemachten Verfolgungsvorbringen durch die Vorinstanz  zu Recht  als  offensichtlich  unglaubhaft  qualifiziert  wurden  und  sich  aus  den Ausführungen in der Beschwerdeschrift keine Erkenntnisse ergeben,  die  zu  einer  von  der  Vorinstanz  abweichenden  Beurteilung  führen  könnten, dass  überdies  davon  auszugehen  ist,  die  Schwierigkeiten  des  Beschwerdeführers beruhten auf einer Erbstreitigkeit, und nicht ersichtlich  ist, inwiefern er in diesem Zusammenhang aus einem der in Art. 3 AsylG  abschliessend aufgeführten Gründe verfolgt worden sein soll, dass  unter  diesen  Umständen  von  zusätzlichen  Abklärungen  im  Sinne  von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG abgesehen werden konnte, dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG  auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Beschwerdeführer weder  eine  Aufenthaltsbewilligung  besitzt  noch  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer solchen hat, weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  zu  bestätigen  ist  (Art.  44  Abs. 1  AsylG,  Art.  32  Bst. a  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733), dass  zu  prüfen  bleibt,  ob  es  Gründe  gibt,  die  dem  Vollzug  der  Wegweisung  entgegenstehen,  da  im  Fall  eines  unzulässigen,  unzumutbaren  oder  unmöglichen  Vollzugs  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  zu  regeln  ist  (Art. 44  Abs.  2  AsylG  i.V.m.  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 

D­5015/2011 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR 142.20]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  Beachtung  der  massgeblichen  völker­  und  landesrechtlichen  Bestimmungen  zulässig  ist,  weil  keine  Hinweise auf Verfolgung vorliegen und insbesondere keine Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  ersichtlich  sind,  die  dem  Beschwerdeführer  in  seinem Heimatstaat  drohen  könnte  (Art. 83  Abs. 3  AuG), dass  weder  die  im  Heimatstaat  herrschende  politische  Situation  noch  andere  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  dorthin sprechen, dass  auch  den Akten  keine Anhaltspunkte  zu  entnehmen  sind, wonach  der  Vollzug  der  Wegweisung  für  den  Beschwerdeführer  in  den  Heimatstaat unzumutbar wäre, dass  vor  dem  Hintergrund  der  offensichtlich  unglaubhaften  Verfolgungsvorbringen  entgegen  den Aussagen  des Beschwerdeführers  nicht  davon  auszugehen  ist,  er  besitze  in  seinem  Heimatstaat  kein  tragfähiges soziales oder familiäres Beziehungsnetz, dass  der  noch  relativ  junge  Beschwerdeführer,  welcher  in  Guinea  angeblich  als  Händler  erfolgreich  tätig  gewesen  sein  will,  soweit  aktenkundig,  zudem  an  keinen  schwerwiegenden  gesundheitlichen  Problemen leidet, dass  unter  den  gegebenen  Umständen  nicht  davon  auszugehen  ist,  er  würde bei einer Rückkehr  in eine existenzbedrohende Situation geraten,  die  als  konkrete  Gefährdung  im  Sinne  der  zu  beachtenden  Bestimmungen zu werten wäre (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  schliesslich  der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  grundsätzlich  möglich  (Art.  83  Abs.  2  AuG)  erscheint,  da  es  Pflicht  des  Beschwerdeführers  ist,  sich  um  die  Beschaffung  der  für  die  Rückkehr  notwendigen  Reisepapiere  zu  bemühen  (vgl.  Art.   8  Abs. 4  AsylG  und  dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.),

D­5015/2011 dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, soweit darauf einzutreten ist, dass der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses  durch das vorliegende Urteil gegenstandslos wird, weshalb darüber nicht  mehr zu befinden ist, dass  schliesslich  die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung und Rechtsverbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2  VwVG  –  ungeachtet  der  vom  Beschwerdeführer  nicht  nachgewiesenen  prozessualen  Bedürftigkeit  –  abzuweisen  sind,  da  die  Beschwerdebegehren  –  wie  sich  aus  den  vorstehenden  Erwägungen  ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen waren, weshalb die kumulativen  Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  der  unentgeltlichen  Rechtspflege nicht erfüllt sind, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).

D­5015/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Daniel Widmer Versand:

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