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Bundesverwaltungsgericht 19.01.2012 D-4434/2010

19 janvier 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,122 mots·~6 min·3

Résumé

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung | Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 30. April 2010

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­4434/2010 Urteil   v om   1 9 .   J a nua r   2012 Besetzung Einzelrichter Robert Galliker, mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher; Gerichtsschreiber Matthias Jaggi. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka,  c/o schweizerische Botschaft in Colombo,  Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  Verfügung des BFM vom 30. April 2010 / N (…).

D­4434/2010 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer,  ein  sri­lankischer  Staatsangehöriger  tamilischer  Ethnie,  die  schweizerische  Vertretung  in  Colombo  mit  englischsprachiger Eingabe vom 2. Juli 2007 (Eingang: 7. August 2007)  um Gewährung von Asyl respektive Migration in die Schweiz ersuchte,  dass  er  dabei  im Wesentlichen  vortrug,  er  stamme aus B._______  und  sei  dort  im  Juni  und  Oktober  2006  von  der  sri­lankischen  Armee  angehalten, befragt und verdächtigt worden, ein Militant zu sein,  dass er am 7. Februar 2007 von der Armee zu Hause abgeholt und nach  C._______  gebracht worden  sei,  wo man  ihn während Stunden  befragt  habe, bevor man ihn wieder habe gehen lassen,  dass er am 21. März 2007 auf dem Markt von D._______ von der Armee  festgehalten worden sei,  dass er sich anschliessend nach Colombo begeben habe, wo er sich  in  einer Lodge registriert habe,  dass  er  am  7.  Juni  2007  zusammen  mit  anderen  Personen  von  der  Polizei  in  der  Lodge  verhaftet  worden  sei  und  man  sie  auf  eine  Polizeistation  mitgenommen  habe,  wo  ihre  Personalien  aufgenommen  worden seien,  dass man sie anschliessend nach E._______ gebracht habe, wo sie am  nächsten  Tag  von  Vertretern  internationaler  Organisationen  besucht  worden seien,  dass ihn am selben Tag auch eine seiner Tanten besucht habe, mit der er  habe nach Hause gehen können,  dass  er  eine  Woche  später  zurück  nach  Colombo  gereist  sei,  wo  er  wieder in der gleichen Lodge gewohnt habe,  dass die Sicherheitskräfte mehrmals zur Lodge gekommen seien und ihn  aufgefordert  hätten,  nicht  unnötig  in Colombo  zu  bleiben,  weswegen  er  Angst habe, in Colombo zu verweilen,  dass  der  Beschwerdeführer  zur  Stützung  seiner  Vorbringen  zahlreiche  Dokumente zu den Akten  reichte,  so unter anderem eine  Identitätskarte  (in Kopie), die auszugsweise Kopie eines Passes, ein Geburtszertifikat (in 

D­4434/2010 Kopie, inklusive englischer Übersetzung) sowie mehrere Zeitungsberichte  (in Kopie), dass  die  Schweizer  Botschaft  in  Colombo  den  Beschwerdeführer  mit  Schreiben vom 6. September 2007 aufforderte, detaillierte  Informationen  und  gegebenenfalls  Beweismittel  zu  seinem  Asylgesuch  einzureichen,  ansonsten sein Asylverfahren nicht weitergeführt werde, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  27.  September  2007  ergänzend  ausführte,  er  werde  nach  wie  vor  von  der  Polizei  und  den  Sicherheitskräften  schikaniert,  die  ihn  oft  fragten, warum er  in Colombo  sei, und mit Arrest drohten,  dass  der  Eingabe  mehrere  Dokumente  beilagen,  die  der  Beschwerdeführer mehrheitlich schon mit seinem Asylgesuch vom 2. Juli  2007 eingereicht hatte,  dass  die  Botschaft  in  Colombo  die  beiden  Eingaben  des  Beschwerdeführers vom 2. Juli und 27. September 2007 zusammen mit  einem  Kurzbericht  vom  12.  November  2007  dem  BFM  überwies  und  dabei im Wesentlichen festhielt, auf die Durchführung eines Interviews sei  verzichtet worden, weil der Beschwerdeführer die Anforderungen für den  Erhalt von Asyl nicht erfülle,  dass  der  Beschwerdeführer  mit  einer  weiteren  Eingabe  vom  12.  Dezember 2007 ergänzend vortrug, seine Situation habe sich seit seiner  letzten  Eingabe  verschlimmert,  sein  Aufenthalt  in  Colombo  sei  sehr  riskant geworden,  dass sein Bruder, der mit ihm in der Lodge gewohnt habe, verhaftet und  nach  F._______  gebracht  worden  sei,  während  man  ihn  (Beschwerdeführer) nach einer Befragung wieder freigelassen habe,  dass  der  Beschwerdeführer  zur  Stützung  seiner  Vorbringen  mehrere  Dokumente zu den Akten  reichte,  so unter anderem eine  Identitätskarte  (in  Kopie)  sowie  die  englische  Übersetzung  eines  Geburtszertifikats  (in  Kopie), dass die Schweizer Botschaft  die Eingabe vom 12. Dezember 2007 mit  Begleitschreiben vom 21. Dezember 2007 dem BFM überwies,  dass der Beschwerdeführer mit einer weiteren Eingabe vom 12. Februar  2008,  welche  von  der  schweizerischen  Vertretung  mit  Begleitschreiben 

D­4434/2010 vom 20. Februar 2008 dem BFM überwiesen wurde, ergänzend vortrug,  die Sicherheitskräfte seien auch Anfang Februar 2008 dreimal zu seiner  Lodge gekommen, hätten ihn eingeschüchtert und bedroht,  dass das BFM mit Zwischenverfügung vom 8. März 2010 – eröffnet am  22. März 2010 – festhielt, der Sachverhalt sei auf Grund der schriftlichen  Eingaben des Beschwerdeführers als erstellt zu betrachten, weshalb auf  eine Befragung des Beschwerdeführers verzichtet werden könne, dass das BFM weiter ausführte, das Bundesamt gedenke nach Prüfung  der  Verfahrensakten  das  Asylgesuch  abzuweisen,  und  dem  Beschwerdeführer diesbezüglich eine Frist zur Stellungnahme einräumte, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2. April 2010 – welche von  der schweizerischen Vertretung mit Begleitschreiben vom 12. April 2010  dem  BFM  überwiesen  wurde  –  unter  Wiederholung  seiner  früheren  Vorbringen  ausführte,  aufgrund  andauernder  Festnahmen  und  Bedrohungen durch die Sicherheitskräfte habe er nicht länger in Colombo  bleiben können, weshalb er  in die Stadt G._______ gezogen sei, wo er  von einer bewaffneten paramilitärischen Gruppe bedroht worden sei, die  nach ihm gesucht habe, um ihn zu entführen,  dass er in der Folge in ein in der Nähe gelegenes Dorf geflohen sei, wo er  sich bei seiner Tante versteckt halte,  dass er überdies um die Durchführung einer Befragung ersuchte,  dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  30.  April  2010  –  gemäss  sri­ lankischem  Rückschein  am  20.  Mai  2010  eröffnet  –  die  Einreise  des  Beschwerdeführers nicht bewilligte und sein Asylgesuch ablehnte, dass  die  Vorinstanz  zur  Begründung  der  Verfügung  im  Wesentlichen  ausführte,  vorliegend  sei  der  Sachverhalt  bereits  aufgrund  der  schriftlichen Eingaben des Beschwerdeführers erstellt gewesen, weshalb  auf die Durchführung einer Anhörung habe verzichtet werden können,  dass  der  Krieg  zwischen  der  sri­lankischen  Regierung  und  den  LTTE  (Liberation Tigers of Tamil Eelam) mit der Niederlage der LTTE zu Ende  gegangen sei,  dass die LTTE in ihrer früheren Form heute nicht mehr existierten, womit  sich  das  gesamte  Land  erstmals  seit  1983  wieder  unter  Regierungskontrolle befinde, 

D­4434/2010 dass die Anzahl  von Gewaltereignissen wie Entführungen und  "Killings"  erheblich zurückgegangen sei,  dass  in  Colombo  in  den  letzten  Monaten  keine  Razzien  oder  gross  angelegte  Kontrollen  mehr  stattgefunden  hätten  und  zudem  die  Registrierungspflicht  für  Tamilen  am  30.  Dezember  2009  aufgehoben  worden sei,  dass  die  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Kontrollen,  Belästigungen,  Einschüchterungen  und  die  kurze  Inhaftierung  nicht  als  derart  intensiv  gewertet  werden  könnten,  dass  sie  eine  Bewilligung  der  Einreise rechtfertigen würden,  dass  die  Bedenken  des  Beschwerdeführers  vor  erneuten  Festnahmen  und  Übergriffen  durch  die  Sicherheitskräfte  durchaus  nachvollzogen  werden könnten,  dass seine Angst vor einer erneuten Verfolgung durch den sri­lankischen  Staat  die  Wahrscheinlichkeit  einer  einreisebeachtlichen  Bedrohung  im  heutigen Zeitpunkt nicht hinlänglich zu begründen vermöge,  dass in Anbetracht dieser Ausführungen sowie aufgrund des Umstandes,  dass  der  Beschwerdeführer  kein  Gefährdungsprofil  aufweise,  das  im  heutigen Zeitpunkt mit erheblicher Wahrscheinlichkeit auf eine Verfolgung  schliessen  liesse,  er  die Anforderungen an die Schutzbedürftigkeit  nicht  erfülle,  dass an diesen Erwägungen auch die von ihm eingereichten Dokumente  nichts  zu  ändern  vermöchten,  stützten  diese  doch  lediglich  diejenigen  Vorbringen, die nicht bestritten seien,  dass der Beschwerdeführer mit englischsprachiger Eingabe vom 31. Mai  2010  (Eingangsstempel  der  Schweizer  Botschaft  in  Colombo:  3.  Juni  2010)  sinngemäss  die  Aufhebung  der  BFM­Verfügung,  die  Bewilligung  der Einreise in die Schweiz und die Asylgewährung beantragte,  dass  der  Beschwerdeführer  unter  Wiederholung  seiner  früheren  Vorbringen  im Wesentlichen geltend machte,  auch nach dem Ende des  Krieges  sei  er  nach wie  vor bedroht,  zumal die paramilitärische Gruppe  noch immer töte und entführe, 

D­4434/2010 dass  die  Schweizer  Botschaft  die  Beschwerde  vom  31.  Mai  2010  mit  Begleitschreiben  vom  8.  Juni  2010  dem  Bundesverwaltungsgericht  überwies,  dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 8. Oktober 2010 – welche  von  der  schweizerischen  Vertretung  mit  Begleitschreiben  vom  29.  Dezember  2011  dem  Bundesverwaltungsgericht  überwiesen  wurde –  geltend machte, er sei am 1. Oktober 2010 nach Colombo zurückgekehrt,  wo  er  von  zwei Männern  des CID  (Criminal  Investigation  Departments)  angehalten,  befragt  und  verdächtigt worden  sei, Mitglied  der Bewegung  zu sein,  dass  er  nach  einer  Stunde  wieder  habe  gehen  können,  sich  jedoch  fürchte, in Schwierigkeiten zu geraten,  und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  [AsylG,  SR  142.31]  i.V.m.  Art. 31 ­ 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme nicht vorliegt,  dass  sich  gemäss  ständiger  Praxis  die  Zuständigkeit  der  Beschwerdeinstanz  auf  Grund  des  engen  sachlichen  Zusammenhangs  auch auf die Verweigerung der Einreisebewilligung  im Sinne von Art. 20  Abs. 2 AsylG erstreckt, dass die Beschwerde nicht  in einer Amtssprache des Bundes abgefasst   ist,  dass  auf  die  Ansetzung  einer  Frist  zur  entsprechenden  Beschwerdeverbesserung  im  Sinne  von  Art.  52  VwVG  jedoch  aus  prozessökonomischen  Gründen  verzichtet  werden  kann,  da  –  mit  Ausnahme  der  angefochtenen  Verfügung  –  die  Zwischenverfügungen  und  Eingaben  des  vorinstanzlichen  Verfahrens  in  englischer  Sprache 

D­4434/2010 gehalten  und  die  Rechtsmitteleingabe  verständlich  ist,  so  dass  ohne  weiteres darüber befunden werden kann,  dass  der  vorliegende  Entscheid  indessen  in  deutscher  Sprache  ergeht  (Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG),  dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art.  108  Abs.  1  AsylG  sowie  Art.  105  AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG), weshalb  auf die Beschwerde einzutreten ist, dass  über  offensichtlich  begründete  Beschwerden  in  einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es  sich  vorliegend,  wie  nachstehend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  das BFM ein  im Ausland  gestelltes Gesuch  ablehnen  kann, wenn  die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann oder  ihr die Aufnahme in einen Drittstaat zugemutet werden kann (vgl. Art. 3,  Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG),  dass  gemäss Art.  20 Abs.  2 AsylG das BFM einem Asylsuchenden  die  Einreise  zur  Abklärung  des  Sachverhaltes  bewilligt,  wenn  ihm  nicht  zugemutet werden  kann,  im Wohnsitz­  oder Aufenthaltsstaat  zu  bleiben  oder in ein anderes Land zu reisen, dass  bei  diesem  Entscheid  die  Voraussetzungen  zur  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  grundsätzlich  restriktiv  zu  umschreiben  sind,  wobei  den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt, dass  neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz  in  Betracht  zu  ziehen  ist  (vgl. die nach wie vor geltende,  in den Entscheidungen und Mitteilungen  der  (vormaligen)  schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  publizierte Praxis: EMARK 2004 Nr. 20, S. 130, mit weiteren Hinweisen),  wobei für die Erteilung der Einreisebewilligung die Schutzbedürftigkeit der 

D­4434/2010 betroffenen Person ausschlaggebend  ist, mithin die Prüfung der Fragen,  ob  eine Gefährdung  im Sinne  von Art.  3 AsylG  glaubhaft  gemacht wird  und  ob  der  Verbleib  am  Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann (a.a.O., S. 131), dass  bei  einem  im  Ausland  gestellten  Asylgesuch  grundsätzlich  eine  Befragung  der  asylsuchenden  Person  durchgeführt  wird,  es  sei  denn,  dies sei unmöglich (vgl. Art. 10 Abs. 1 und 2 der Asylverordnung 1 vom  11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]),  dass sich das Bundesverwaltungsgericht im publizierten Entscheid BVGE  2007/30  eingehend mit  der  Sachverhaltsermittlung  und Gewährung  des  rechtlichen  Gehörsanspruches  im  Auslandverfahren  auseinandersetzte  und dabei festhielt, die Unmöglichkeit der Durchführung einer Befragung  könne sich aus organisatorischen oder kapazitätsmässigen Gründen bei  der  Schweizer  Vertretung,  aus  faktischen Hindernissen  im  betreffenden  Land  oder  aus  beim  Asylsuchenden  liegenden  persönlichen  Gründen  ergeben (vgl. a.a.O. E. 5.2­5.3), dass beim Befragungsverzicht die gesuchstellende Person unter Hinweis  auf  ihre  Mitwirkungspflicht  in  einem  individualisierten  Schreiben  mittels  konkreter Fragen aufzufordern sei, die Asylgründe schriftlich festzuhalten  (a.a.O. E. 5.4), dass  eine  Befragung  sich  schliesslich  auch  erübrigen  könne,  wenn  der  Sachverhalt  bereits  aufgrund  des  eingereichten  Asylgesuches  als  entscheidreif  erstellt  erscheine,  wobei  diesbezüglich  der  asylsuchenden  Person das rechtliche Gehör zu gewähren sei (vgl. a.a.O. E. 5.7 f.), dass  das  BFM  vorliegend  auf  die  Durchführung  einer  persönlichen  Anhörung verzichtete und dabei darauf verwies, dass es den Sachverhalt  auf  Grund  der  schriftlichen  Eingaben  des  Beschwerdeführers  als  hinreichend erstellt betrachte, dass  im  vorliegenden  Fall  die  Voraussetzungen  für  einen  Befragungsverzicht  nach  der  soeben  dargelegten  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  gegeben  sind,  da  keine Unmöglichkeit  der Befragung des Beschwerdeführers vorlag und der Sachverhalt nicht  wie  gefordert  bereits  aufgrund  des  eingereichten  Asylgesuches  vom  2.  Juli  2007  als  entscheidreif  erschien,  was  schon  aus  der  Tatsache  hervorgeht, dass es die Schweizer Botschaft in Colombo zur Klärung des  Sachverhalts  für  notwendig  erachtete,  den  Beschwerdeführer  mit 

D­4434/2010 Schreiben  vom  6.  September  2007  aufzufordern,  detaillierte  Informationen  und  gegebenenfalls  Beweismittel  zu  seinem  Asylgesuch  einzureichen, dass  die Vorinstanz  folglich  dadurch,  dass  der Beschwerdeführer  durch  die  schweizerische  Vertretung  in  Colombo  nicht  befragt  wurde,  dessen  Anspruch auf rechtliches Gehör verletzte, dass  zudem  festzuhalten  ist,  dass  das  BFM  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  ungenügend  festgestellt  hat,  zumal  es  nicht  abgeklärt  hat,  von  welcher  bewaffneten  paramilitärischen  Gruppe  und  auf  welche  Art  und Weise der Beschwerdeführer bedroht sein will,  dass  zusammenfassend  festzustellen  ist,  dass  die  Vorinstanz  dadurch,  dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  schweizerische  Vertretung  nicht  befragt  wurde,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unvollständig  festgestellt hat und dabei die behördliche Untersuchungspflicht sowie den  Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt hat,  dass  eine  Heilung  dieser  Verfahrensmängel  im  Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens  nicht  möglich  erscheint  und  jedenfalls  nicht  angebracht  wäre,  zumal  dem  Beschwerdeführer  dadurch  eine  Instanz  verloren  ginge  (BVGE  2007/30  E.  8.3),  weshalb  der  angefochtene  Entscheid aufzuheben und zur vollständigen Sachverhaltsfeststellung und  zur  Neubeurteilung  im  Sinne  der  Erwägungen  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen ist (Art. 61 Abs. 1 VwVG), dass  aus  den  Akten  keine  konkreten  Hinweise  für  eine  dem  Beschwerdeführer  akut  drohende  Lebensgefahr  hervorgehen,  zumal  er  sich gemäss seinem  letzten Schreiben vom 8. Oktober 2010 momentan  in Colombo  aufhält  und  er  nicht  geltend machte,  dort  unter  erheblichen  Schwierigkeiten zu leiden,  dass  sich  die  allgemeine  Sicherheitslage  in  Colombo  nicht  derart  präsentiert, dass eine Einreisebewilligung sofort zu erteilen wäre, dass  angesichts  des  Ausgangs  dieses  Verfahrens  keine  Kosten  aufzuerlegen sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), dass  vorliegend  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen  ist,  zumal  davon  auszugehen  ist,  dass  dem  nicht  vertretenen  Beschwerdeführer  durch  die  Beschwerdeführung  keine  verhältnismässig  hohen  Kosten  entstanden sind (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 4 des Reglements 

D­4434/2010 vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]).

D­4434/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen.  2.  Die  Verfügung  des  BFM  vom  30.  April  2010  wird  aufgehoben  und  die  Sache  zur  vollständigen  Sachverhaltsermittlung  und  Neubeurteilung  an  die Vorinstanz zurückgewiesen.  3.  Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  4.  Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.  5.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  Schweizerische Vertretung in Colombo. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Robert Galliker Matthias Jaggi Versand:

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