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Bundesverwaltungsgericht 19.08.2011 A-259/2011

19 août 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,177 mots·~6 min·2

Résumé

Konzessionen | Ausschreibung von Frequenzblöcken für die landesweite Erbringung von mobilen Fernmeldediensten in der Schweiz

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung I A­259/2011 Urteil   v om   1 9 .   Augus t   2011 Besetzung Richterin Kathrin Dietrich (Vorsitz), Richter Markus Metz, Richterin Claudia Pasqualetto  Péquignot,  Gerichtsschreiber Bernhard Keller. Parteien Orange Network SA, rue du Caudray 4, 1020 Renens VD 1,   vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Jürg Borer und  Rechtsanwalt Michael Vlcek, Schellenberg Wittmer  Rechtsanwälte, Löwenstrasse 19, Postfach 1876,  8021 Zürich,  Beschwerdeführerin,  gegen Eidgenössische Kommunikationskommission ComCom,  Marktgasse 9, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Ausschreibung von Frequenzblöcken für die landesweite  Erbringung von mobilen Fernmeldediensten in der Schweiz.

A­259/2011 Sachverhalt: A.  Am  31. Januar  2001  erteilte  die  Eidgenössische  Kommunikationskommission (ComCom) der Orange Communications SA  im  Anschluss  an  eine  Ausschreibung  die  Konzession  Nr. 25100006  für  die  Erbringung  von  Fernmeldediensten  über  ein  landesweites  digitales  zellulares Mobilfunknetz auf der Basis des UMTS­Standards gemäss den  Bedingungen  für  die  IMT­2000­Familie  von  ITU­R  in  der  Schweiz.  In  Ziffer 2.3.1 wurde zur Dauer der Konzession einerseits festgehalten, dass  sie  bis  zum  31. Dezember  2016  gültig  ist,  anderseits,  dass  für  eine  allfällige  Erneuerung  ein  entsprechendes  schriftliches  Erneuerungsgesuch bis spätestens zwei Jahre vor Ablauf der Konzession  an die Konzessionsbehörde zu stellen ist. B.  Aufgrund  der  am  1. April  2007  in  Kraft  getretenen  Revision  des  Fernmelderechts wurden die  laufenden Konzessionen an die  revidierten  gesetzlichen  Bestimmungen  angepasst.  So  wurde  insbesondere  der  Orange  Network  SA  die  UMTS­Konzession  Nr.  25100006  vom  2. Juli  2008 erteilt. Gemäss Ziffer 1.4  ist sie bis am 31. Dezember 2016 gültig.  Die Konzessionärin hat  ein  allfälliges Erneuerungsbegehren mindestens  zwei Jahre vor Ablauf der Konzessionsdauer einzureichen. C.  Im  Anschluss  an  eine  öffentliche  Konsultation  betreffend  Vergabemöglichkeiten von freien bzw.  in den Jahren 2013 und 2016 frei  werdenden Mobilfunkfrequenzen,  zu  der  auch  Orange  Communications  SA Stellung genommen hatte,  gab die ComCom am 9. November 2009  öffentlich bekannt, dass sie das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM)  beauftragt habe, die Vergabe der heute freien und in absehbarer Zukunft  frei  werdenden  Mobilfunk­Frequenzen  vorzubereiten.  Die  öffentliche  Ausschreibung dieser Frequenzen werde  im Laufe des nächsten Jahres  (d.h.  2010)  eröffnet.  Weiter  teilte  die  ComCom  mit,  dass  die  Frequenzvergabe  mittels  einer  im  ersten  Halbjahr  2011  durchzuführenden Auktion erfolgen werde. D.  Am 26. November 2010 informierten die ComCom und das BAKOM über  den Start zur Neuvergabe von Mobilfunkfrequenzen und veröffentlichten  die  Unterlagen  zur  "Ausschreibung  von  Frequenzblöcken  für  die  landesweite Erbringung von mobilen Fernmeldediensten in der Schweiz". 

A­259/2011 Diese  wurde  im  Bundesblatt  Nr. 47  vom  30. November  2010  publiziert  (nachfolgend Ausschreibung). Darin ist unter anderem festgehalten, dass  sowohl die bestehenden Mobilfunkkonzessionäre als auch allfällige neue  Betreiber,  die  an  der  Auktion  teilnehmen wollen,  bis  am  18. März  2011  ein Bewerbungsdossier beim BAKOM einreichen müssen (Ziff. 1.3.2 der  Ausschreibung), also sich für die Auktion qualifizieren müssen. E.  Orange  Network  SA  (Beschwerdeführerin)  erblickt  in  dieser  Ausschreibung  eine  Verfügung,  die  ihre  UMTS­Konzession  ändert  und  erhebt  dagegen  am  11. Januar  2011  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Sie  beantragt  in  der  Hauptsache  die  Aufhebung des Entzugs der Konzessionserneuerung zusammen mit der  gerichtlichen  Anweisung  an  die  ComCom  (Vorinstanz),  der  Beschwerdeführerin  die  Möglichkeit  der  Erneuerung  der  UMTS­ Konzession  einzuräumen. Eventualiter  beantragt  sie  eine  angemessene  Entschädigung für die Änderung ihrer UMTS­Konzession. Im Sinne einer  vorsorglichen  Massnahme  beantragt  sie  zudem  die  gerichtliche  Verpflichtung der Vorinstanz,  bis  zum Entscheid  in der Hauptsache das  beabsichtigte  Auktionsverfahren  für  das  gesamte  Mobilfunkspektrum  einstweilen nicht fortzuführen. F.  In  ihrer  Vernehmlassung  vom  27. Januar  2011  zum  Gesuch  um  den  Erlass vorsorglicher Massnahmen und zur Frage des Anfechtungsobjekts  beantragt die Vorinstanz das Nichteintreten auf die Beschwerde und die  Abweisung  des  Antrags  auf  Erlass  einer  vorsorglichen  Massnahme.  Eventualiter  beantragt  sie,  der  Beschwerde  die  aufschiebende Wirkung  zu  entziehen.  Die  Vorinstanz  macht  geltend,  es  fehle  ein  taugliches  Anfechtungsobjekt.  Allenfalls  sei  die  im  Bundesblatt  vom  30. November  2010  publizierte  Eröffnung  der  öffentlichen  Ausschreibung  eine  Verfügung.  Diese  wäre  jedoch  keine  verfahrensabschliessende  Endverfügung,  sondern  eine  nicht  anfechtbare  Zwischenverfügung.  Erst  gegen  die  Neuvergabe  stehe  die  Beschwerde  offen.  Es  fehle  zudem  sowohl  an  einer  behördlichen  Anordnung  als  auch  an  Rechtsfolgen  bezüglich der laufenden UMTS­Konzession. G.  Mit  Zwischenverfügung  vom  3. Februar  2011  wies  das  Bundesverwaltungsgericht  das  Gesuch  der  Beschwerdeführerin  um 

A­259/2011 Erlass  einer  vorsorglichen  Massnahme  ab  und  entzog  auf  Antrag  der  Vorinstanz der Beschwerde die aufschiebende Wirkung. H.  Am 21. März 2011 reicht die Beschwerdeführerin eine Replik ein und hält  an ihren Anträgen und Auffassungen fest. I.  In  ihrer Duplik und ersten umfassenden materiellen Stellungnahme vom  18. Mai  2011  hält  die  Vorinstanz  an  ihrem  Antrag  fest,  auf  die  Beschwerde sei nicht einzutreten. Eventuell beantragt sie die Abweisung  der  Beschwerde.  Sie  bestätigt  ihre  Auffassung,  wonach  es  kein  taugliches  Anfechtungsobjekt  gebe.  Zudem  werde  die  Konzession  der  Beschwerdeführerin nicht geändert. Es bestehe kein Rechtsanspruch auf  Konzessionsverlängerung.  Der  Anspruch  auf  Gesuchstellung  sei  rein  formaler  Natur.  Die  massgeblichen  Gesetzesbestimmungen  sähen  die  Endlichkeit einer Funkkonzession sowie deren öffentliche Ausschreibung  vor.  J.  In  den  Schlussbemerkungen  vom  16. Juni  2011  hält  die  Beschwerdeführerin an  ihren Anträgen  fest und beziffert die eventualiter  verlangte Entschädigung auf Fr.  5'500'000.— zuzüglich Zins  zu 5% seit  dem  16. Juni  2011.  Der  Wegfall  der  Möglichkeit  der  Stellung  eines  aussichtsreichen Erneuerungsbegehrens vermindere den Wert der 2008  erteilten  UMTS­Konzession  um  mindestens  10%  des  damaligen  Zuschlagspreises  von  55  Millionen  Franken.  Die  Ausschreibung  der  Frequenzen  greife  abschliessend  in  die  Möglichkeit  eines  Gesuchs  um  Konzessionserneuerung  ein  und  erfülle  damit  die  Kriterien  einer  Endverfügung. K.  Am 14. Juli 2011 reicht die Beschwerdeführerin eine Kostennote ein. L.  Auf  die  weiteren  Vorbringen  der  Parteien  und  die  sich  in  den  Akten  befindlichen  Schriftstücke  wird  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen, soweit sie entscheidrelevant sind. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

A­259/2011 1.  Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Die ComCom  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  Ausnahme,  was  das  Sachgebiet  angeht, ist nicht gegeben (Art. 32 VGG). 1.1. Als Verfügung gemäss Art. 5 VwVG gelten  einseitige Anordnungen  der  Behörden  in  Einzelfall,  die  sich  auf  öffentliches  Recht  des  Bundes  stützen  und  die  Begründung,  Änderung  oder  Aufhebung  von  Rechten  oder Pflichten zum Gegenstand haben. Dabei  ist nicht entscheidend, ob  eine  Verfügung  als  solche  gekennzeichnet  ist  oder  den  gesetzlichen  Formvorschriften entspricht, sondern ob die Strukturmerkmale erfüllt sind  (vgl.  BVGE  2009/43  E. 1.1.4  S. 607;  PIERRE  TSCHANNEN/ULRICH  ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  3. Aufl.,  Bern  2009, § 28 Rz. 17 ff. und § 29 Rz. 3). 1.1.1.  Die  Beschwerdeführerin  erachtet  die  Publikation  der  Ausschreibung  zur  Neuvergabe  des  gesamten  Mobilfunk­ Frequenzspektrums  als  Verfügung,  die  ihre  UMTS­Konzession  2008  ändert. Durch die Ausschreibung werde es ihr verwehrt, gestützt auf Ziffer  1.4  der  Konzession  ein  aussichtsreiches  Erneuerungsbegehren  zu  stellen. Von der Ausschreibung umfasst seien auch die Frequenzen der  Beschwerdeführerin.  Diese  sollten  für  die  Zeit  ab  2017  neu  vergeben  werden.  Die  von  der  Vorinstanz  publizierte  Ausschreibung  von  Frequenzblöcken stelle ein behördliches Handeln dar, greife materiell  in  die  Rechte  der  Beschwerdeführerin  ein  und  könne  zudem  nicht  als  offensichtlich unverbindlich angesehen werden. Für die Charakterisierung  als  Endverfügung  sei  es  nicht  notwendig,  dass  die  geplante  Auktion  bereits durchgeführt und das betreffende Frequenzspektrum rechtskräftig  neu  zugeteilt  worden  sei;  der  Eingriff  in  ihre  Rechte  sei  bereits  jetzt  erfolgt.  Sinngemäss macht  die  Beschwerdeführerin  zudem  geltend,  das  Anfechtungsobjekt  habe  bloss  einen  indirekten  Zusammenhang  zum  Vorhaben der Vorinstanz, weshalb Art. 24 Abs. 4 des Fernmeldegesetzes  vom 30. April 1997 (FMG, SR 784.10)  ihrer Beschwerde nicht entgegen  stehe. 1.1.2. Die  Vorinstanz  bestreitet,  mit  der  Publikation  der  Ausschreibung  eine  Anordnung  bezüglich  der  UMTS­Konzession  der 

A­259/2011 Beschwerdeführerin  getroffen  zu  haben,  zudem  habe  sie  insofern  auch  keine  Rechtsfolgen  angeordnet.  Im  Übrigen  würde  die  publizierte  Eröffnung  der  Ausschreibung  höchstens  eine  Zwischenverfügung  innerhalb der Konzessionsvergabe darstellen, die gemäss Art. 24 Abs. 4  FMG nicht selbständig, sondern erst mit dem verfahrensabschliessenden  Entscheid anfechtbar sei. Dies gelte selbst dann, wenn die Eröffnung der  Ausschreibung  über  deren  Zweck  hinausschiessende  Rechtsfolgen  zeitige  und  die  laufenden  Konzessionsverhältnisse  berühre.  Auch  derartige  Rechtsfolgen  würden  nämlich  erst  mit  dem  Abschluss  der  Ausschreibung  eintreten,  nämlich  mit  der  Neuzuteilung  derjenigen  Frequenznutzungsrechte,  die  Gegenstand  der  UMTS­Konzession  der  Beschwerdeführerin bilden. Ob es dazu komme, hänge vom erfolgreichen  Abschluss  der  Auktion,  der  tatsächlichen  Neuvergabe  der  Frequenzen  ab. Es könne nicht sein, dass ein und derselbe behördliche Akt zugleich  eine  Zwischen­  wie  eine  Endverfügung  darstelle.  Es  bleibe  der  Beschwerdeführerin  im  Übrigen  unbenommen,  ein  Erneuerungsgesuch  zu  stellen.  Schliesslich  zeige  auch  das  Hauptbegehren  der  Beschwerdeführerin,  dass  die  beantragte  Aufhebung  der  behaupteten  Konzessionsänderung  die  publizierte  Ausschreibung  tangiere  und  sich  damit gegen diese richte. 1.1.3.  Die  Vorinstanz  hat  mit  der  Publikation  im  Bundesblatt  vom  30. November  2010  die  "Eröffnung  der  öffentlichen  Ausschreibung  zur  Vergabe  mittels  Auktion  von  Frequenzblöcken  für  die  Erbringung  von  mobilen  Fernmeldediensten  in  der  Schweiz"  bekannt  gegeben.  In  der  Publikation werden verschiedene Modalitäten zum Konzessionsverfahren  erwähnt,  insbesondere  die  Frist  für  die  Eingabe  der  Bewerbungsunterlagen  sowie  die  Gültigkeitsdauer  der  Konzessionen  über  die  Frequenzblöcke  (31. Dezember  2028).  Weiter  wird  in  der  Publikation  eine  Informationsveranstaltung  des  BAKOM  zum  Auktionsverfahren  angekündigt.  Zudem  ist  ihr  zu  entnehmen,  dass  sich  jedes  Unternehmen  alleine  oder  im  Rahmen  eines  Konsortiums  für  die  ausgeschriebenen Frequenzblöcke bewerben könne. Im Übrigen wird auf  die Ausschreibungsunterlagen verwiesen und deren Bezugsort genannt.  Aus  den Ausschreibungsunterlagen  geht  insbesondere  hervor,  dass  die  hier  relevanten  Frequenzbänder  2100  MHz  ab  1. Januar  2017  nutzbar  sein sollen.  1.1.4.  Eine  ausdrückliche  Verfügung  der  Vorinstanz,  die  sich  an  die  Beschwerdeführerin  richtet,  existiert  nicht.  Die  Vorinstanz  äusserst  sich  weder  in  der  Publikation  vom  30. November  2010  noch  in  den 

A­259/2011 Ausschreibungsunterlagen  zu  den  Folgen  der  Ausschreibung  auf  die  UMTS­Konzession der Beschwerdeführerin. Diesbezüglich fehlt es somit  an einer verbindlichen und endgültigen Anordnung der Vorinstanz. Auch  wenn  diejenigen  Frequenzen,  die  Gegenstand  der  aktuellen  UMTS­ Konzession  der  Beschwerdeführerin  sind,  von  der  Ausschreibung  umfasst werden und für die Zeit nach deren Ablauf neu vergeben werden  sollen,  steht  heute  noch  nicht  fest,  dass  diese  in  der  laufendenden  Ausschreibung  tatsächlich  vergeben  werden  können.  So  könnte  die  bereits von Verzögerungen betroffene Ausschreibung auch abgebrochen  oder  eingeschränkt  werden  oder  ohne  Ergebnis  bleiben  (vgl.  den  Vorbehalt  in  Ziff.  4.2  der  Ausschreibungsunterlagen).  Das  von  der  Beschwerdeführerin  behauptete  Recht  auf  ein  aussichtsreiches  Erneuerungsgesuch wäre bei einem solchen Ausgang der Ausschreibung  offensichtlich nicht betroffen.  1.1.5.  Die  Publikation  der  Ausschreibung  sowie  die  Ausschreibungsunterlagen  enthalten  Anordnungen  über  das  Konzessionsverfahren, namentlich den Gegenstand des Verfahrens, etwa  den Ablauf und Fristen. Soweit diesen Anordnungen Verfügungscharakter  zukommt,  sind  sie  als  Zwischenverfügung  zu  qualifizieren.  Zwischenverfügungen  sind  dadurch  charakterisiert,  dass  sie  lediglich  einen  Schritt  innerhalb  des  Verfahrens  darstellen.  Sie  enthalten  insbesondere  prozessleitende  Anordnungen  im  Rahmen  der  Instruktion  (vgl.  RENÉ  RHINOW/HEINRICH  KOLLER/  CHRISTINA  KISS/DANIELA  THURNHERR/DENISE  BRÜHL­MOSER,  Öffentliches  Prozessrecht,  2. Aufl.,  Basel 2010, Rz. 1532). Entgegen  der  Auffassung  der  Vorinstanz  kann  eine  Verfügung  zwar  durchaus  gleichzeitig  Zwischen­  und  Endverfügung  sein,  nämlich  dann,  wenn  darin  nicht  nur  verfahrensleitende  Anordnungen  zu  finden  sind,  sondern  auch  über  einen  –  unabhängig  vom  übrigen  Verfahrensgegenstand  beurteilbaren  –  Teilaspekt  abschliessend  entschieden  wird.  In  einem  solchen  Fall  handelt  es  sich  um  einen  Teilentscheid, der wie eine Endverfügung angefochten werden kann und  muss  (vgl. BVGE 2007/2; vgl. auch Art. 91 des Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110];  RHINOW/KOLLER/KISS/THURNHERR/BRÜHL­MOSER,  a.a.O.,  Rz. 1531  und  1869 f.). Ein solcher Fall  liegt hier aber nicht vor: Mit der Publikation hat  die  Vorinstanz  keinen  Teilaspekt  des  Verfahrensgegenstandes  erledigt.  Wenn  die  Ausschreibung  also  überhaupt  in  die  Rechte  aus  einer  laufenden Konzession eingreifen sollte, würde dies  frühestens an deren 

A­259/2011 Ende mit der Neuvergabe der Frequenznutzungsrechte erfolgen. Wie die  Vorinstanz  einräumt,  bleibt  es  der  Beschwerdeführerin  daher  nach  wie  vor  unbenommen,  ein  Erneuerungsgesuch  zu  stellen.  Die  Vorinstanz  könnte  folglich  auf  ein  solches  Gesuch  nicht  mit  dem  Hinweis  auf  die  Ausschreibung nicht eintreten.  Ist  somit  jedenfalls  zum  heutigen  Zeitpunkt  keine Änderung  der UMTS­ Konzession  2008  auszumachen,  fehlt  es  an  einem  tauglichen  Anfechtungsobjekt  und  kann  auf  die  Beschwerde  nicht  eingetreten  werden.  Dies  unabhängig  davon,  dass  in  der  Ausschreibung  von  Funkkonzessionen  Zwischenverfügungen  ohnehin  von Gesetzes  wegen  nicht selbständig anfechtbar sind (Art. 24 Abs. 4 FMG). 1.2.  Da  auf  die  Beschwerde  nicht  einzutreten  ist,  sind  die  übrigen  Prozessvoraussetzungen  nicht  mehr  zu  prüfen.  Ebenso  kann  offen  bleiben,  welcher  Gehalt  der  Formulierung  in  Ziffer  1.4  der  Konzession  zukommt,  ob  es  sich  um  ein  rein  formales  Recht  handelt,  wie  die  Vorinstanz  annimmt,  oder  ob  und  gegebenenfalls  welche  materiellen  Ansprüche die Bestimmung einräumt. 2.  2.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gilt die Beschwerdeführerin als  unterliegend  und  hat  die  entsprechenden  Kosten  des  Verfahrens,  bestimmt auf Fr. 1'500.— zu übernehmen  (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese  sind  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von  Fr. 3'000.—  zu  verrechnen. Der Restbetrag von Fr. 1'500.—  ist der Beschwerdeführerin  nach Eintritt der Rechtskraft zurückzuerstatten. 2.2.  Der  unterliegenden  Beschwerdeführerin  ist  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen  (Art. 64  Abs. 1  VwVG,  Art. 7  Abs. 1  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]  e  contrario).  Die  Vorinstanz  als  Bundesbehörde  hat  unabhängig  vom  Verfahrensausgang  keinen  Anspruch  auf  Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

A­259/2011 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  1'500.—  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von  Fr. 3'000.—  verrechnet.  Der  Restbetrag  von  Fr. 1'500.—  wird  der  Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils  zurückerstattet.  Hierzu  hat  sie  dem  Bundesverwaltungsgericht  ihre  Bankverbindung oder Postkontonummer anzugeben. 3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Gerichtsurkunde) Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Kathrin Dietrich Bernhard Keller Versand:

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