KGE (I. Zivilrechtliche Abteilung) vom 3. September 2008 i.S. X. und Y. c. Z. Schutz der Gläubiger nach Art. 193 ZGB – Inhalt von Art. 193 ZGB (E. 3a/aa-dd). – Verhältnis der ehegüterrechtlichen Gläubigerschutzbestimmung zur paulianischen Anfechtung gemäss Art. 285 ff. SchKG (E. 3a/bb und ee). – Anwendungsfall (E. 3e). Protection des créanciers selon l’art. 193 CC – Contenu de l’art. 193 CC (consid. 3a/aa-dd). – Relation entre la disposition sur la protection des créanciers du droit matrimonial et l’action révocatoire des art. 285 ss LP (consid. 3a/bb et ee). – Cas d’application (consid. 3e). Aus den Erwägungen (...) 2. Es gehört grundsätzlich zur Aufgabe des Konkursamtes bzw. der Konkursverwaltung, das den Gläubigern haftende Vermögen zur Konkursmasse zu ziehen (Handschin/Hunkeler, in: Staehelin/Bauer/Staehelin [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung 150 RVJ/ZWR 2009 ceg Texte tapé à la machine KGVS C1 06 185 ceg Texte tapé à la machine
RVJ/ZWR 2009 151 und Konkurs, Basel/Genf/München, 1998, N. 78 und N. 82 zu Art. 197 SchKG). Etwaige Streitigkeiten zwischen dem Eigentümer-Ehegatten und den Gläubigern des anderen resp. der Konkursmasse über den Bestand der Forderung, die Herkunft oder die Massenzuordnung erfolgen im Widerspruchsverfahren oder Aussonderungsprozess (Bundesgerichtsurteil 5C.171/2000 vom 6. Oktober 2000; Hausheer/Aebi-Müller, Basler Kommentar, 3. A., 2006, N. 21 zu Art. 193 ZGB). Die Konkursverwaltung hat den Klägern den eingeforderten Rechtsanspruch im Sinne von Art. 260 SchKG abgetreten, weshalb diese aktivlegitimiert sind. 3. a) Jeder Ehegatte kann mit dem andern Rechtsgeschäfte abschliessen, sofern das Gesetz nichts anderes vorsieht (Art. 168 ZGB). Die Ehegatten können auch ihren Güterstand frei wählen und grundsätzlich jederzeit wechseln (Art. 182 ZGB; Hausheer/Aebi-Müller, a.a.O., N. 11 zu Art. 182 ZGB). Dies verschafft ihnen die Möglichkeit, ein Vermögen, aus dem bis anhin die Gläubiger eines Ehegatten oder der Gemeinschaft Befriedigung verlangen konnten, durch güterrechtliche Vermögensverschiebungen dieser Haftung zu entziehen. Der Gesetzgeber hat deswegen gemäss Art. 193 ZGB eine eherechtliche Gläubigerschutzvorschrift statuiert (BGE 131 III 49 E. 2.3). aa) Nicht jede Begründung oder Änderung des Güterstands beeinflusst die Gewährspflicht des Schuldners gegenüber Dritten. Die Gütertrennung und die Errungenschaftsbeteiligung enthalten nämlich keine die Haftung gegenüber Dritten einschränkende Bestimmungen. Die gemäss Art. 193 ZGB definierten Folgen sind deswegen bei der Begründung oder Änderung des Güterstands bloss beachtlich, wenn eine Gütergemeinschaft als Ausgangspunkt oder Ziel in Frage steht (Hausheer/Aebi Müller, a.a.O., N. 10 zu Art. 193 ZGB; Hausheer/Reusser/Geiser, Berner Kommentar, 1992, N. 9 zu Art. 193 ZGB; Stettler/Waelti, Droit Civil IV, 2. A., Freiburg 1997, N. 147). bb) Art. 193 ZGB schützt die Gläubiger des Ehegatten ebenso bei einer güterrechtlichen Auseinandersetzung. Letztere liegt bei jedem Rechtsgeschäft unter Ehegatten, das zur Erfüllung eines vom Güterrecht beherrschten Anspruchs abgeschlossen wird, vor (Hausheer/Reusser/Geiser, a.a.O., N. 14 zu Art. 193 ZGB). Darunter fallen das Erfüllen einer Vorschlagbeteiligungsforderung gemäss Art. 215 ff. ZGB (vgl. BGE 123 III 438 E. 3), das Zuwenden eines Vermögenswerts auf Anrechnung an den zukünftigen Vorschlagsanteil und die Übertragung