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Bundesverwaltungsgericht 13.07.2011 E-7513/2007

July 13, 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,097 words·~10 min·3

Summary

Wegweisung und Wegweisungsvollzug (Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid) | Vollzug der Wegweisung (Wiedererwägung); Verfügung des BFM vom 3. Oktober 2007 /

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­7513/2007 Urteil   v om   1 3 .   Juli   2011 Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richterin Emilia Antonioni, Gerichtsschreiberin Tu­Binh Truong. Parteien A._______, geboren am (…), Staatsangehörigkeit  unbekannt, vertreten durch (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz  Gegenstand Vollzug der Wegweisung (Wiedererwägung);  Verfügung des BFM vom 3. Oktober 2007 / N (…).

E­7513/2007 Sachverhalt: A.  A.a. Der Beschwerdeführer reiste eigenen Angaben zufolge illegal am 7.  November  2006  in  die  Schweiz  ein,  wo  er  am  19.  November  2006  um  Asyl nachsuchte. Zur  Begründung  seines  Asylgesuches  machte  er  im  Wesentlichen  folgendes geltend: Er stamme aus Freetown, Sierra Leone. Seine Mutter  sei  nach  seiner  Geburt  verstorben,  sein  Vater  sei  während  des  Bürgerkrieges im Jahre 2001 von Banden verschleppt worden. Anlässlich  dieser  Verschleppung  habe  ein  Soldat  ihn  (den  Beschwerdeführer)  mit  dem Gewehrkolben  auf  (…)  geschlagen.  Seither  leide  er  an  Kopf­  und  Ohrenschmerzen und habe Nasenbluten. Er sei zwei Tage später (A1/11  S. 6), 13­ bis 14­jährig, nach B._______, geflohen, wo er ca. vier Jahre  gelebt habe. Dort habe er einen Mann namens C._______ getroffen, der  ihn  mit  in  die  Schweiz  genommen  habe.  D._______  habe  er  aus  gesundheitlichen Gründen verlassen. A.b.  Mit  Verfügung  vom  30.  März  2007  trat  die  Vorinstanz  auf  das  Asylgesuch wegen Täuschung über die Identität nicht ein und ordnete die  Wegweisung des Beschwerdeführers sowie den Vollzug an.  Das BFM stützte seinen Entscheid auf die Sprach­ und Herkunftsanalyse  (Lingua­Analyse)  eines  vom Amt beauftragten Experten. Dieser  hatte  in  seinem Gutachten  (vgl.  A20/9)  festgestellt,  dass  nach  sprachlichen  und  landeskundlichen  Gesichtspunkten  der  Sozialisierungsprozess  des  Beschwerdeführers  definitiv  nicht  in  Sierra  Leone  stattgefunden  habe.  Aufgrund seiner Aussprache könne er aus Nigeria, Kamerun oder Ghana  stammen.  Seine  Sprachkenntnisse  in  Krio  würden  nicht  der  Krio­ Grammatik  entsprechen.  Ferner  habe  er  wenig  kulturelle  oder  geografische  Kenntnisse  über  Sierra  Leone.  Seine  Sozialisation  habe  höchstwahrscheinlich  in  einem  Land  stattgefunden,  in  welchem  Pidgin­ Englisch  gesprochen  werde.  Zu  diesen  Feststellungen  wurde  dem  Beschwerdeführer mit Schreiben vom 2. März 2007 bzw.  vom 16. März  2007 das rechtliche Gehör gewährt, welches er nicht wahrnahm. A.c. Die Verfügung des BFM vom 30. März 2007 erwuchs unangefochten  in Rechtskraft. B. 

E­7513/2007 B.a.  Auf  ein  erstes  Wiedererwägungsgesuch  des  Beschwerdeführers  vom  22. Mai  2007,  mit  welchem  er  die  Erteilung  der  vorläufigen  Aufnahme  wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  beantragte,  trat  das  BFM  mangels  Leistung  des  Gebührenvorschusses  mit Verfügung vom 13. Juli 2007 nicht ein.  B.b. Die dagegen erhobene Beschwerde vom 7. August 2007 wurde mit  Urteil vom 27. August 2007 abgewiesen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  stellte  dabei  fest,  dass  es  nicht  zu  beanstanden  sei,  dass  das  BFM  dem  Wiedererwägungsgesuch  vom  22. Mai 2007 keine ernsthaften Erfolgschancen attestiert und die Eingabe  als von vorneherein aussichtslos qualifiziert hatte. Nichtsdestotrotz würde  es sich bei der erst auf Beschwerdeebene geltend gemachten Suizidalität  – durch Beilage des Arztberichtes von Dr. med. E._______ vom 25. Juli  2005  (recte:  2007)  –  aber  um  ein  Sachverhaltselement  handeln,  das  unter  wiederwägungsrechtlichem  Blickwinkel  –  zumindest  in  Bezug  auf  die  Beurteilung  des  Wegweisungsvollzugs  –  relevant  sein  könnte,  weshalb es die Akten dem BFM zur Beurteilung des Arztberichtes unter  wiedererwägungsrechtlichen Gesichtspunkten überwies. C.  Der  Beschwerdeführer  bezahlte  den  im  zweiten  Wiedererwägungsverfahren  mit  Verfügung  vom  6.  September  2007  erhobenen Gebührenvorschuss fristgerecht. D.  Mit  Schreiben  vom  14.  September  2007  reichte  der  Beschwerdeführer  ferner unter anderem eine Hörkassette – auf welcher er angeblich Krio­ sprechend zu hören sei – als Beweismittel  für seine Herkunft aus Sierra  Leone  zu  den  Akten,  mit  dem  Antrag  diese  im  Wiedererwägungsverfahren zu berücksichtigen.  E.  Mit Verfügung vom 3. Oktober 2007 – eröffnet am 5. Oktober 2007 – wies  das BFM das Wiederwägungsgesuch vom 25. Juli 2007 (Datum des die  Suizidalität  attestierenden  Arztberichtes),  soweit  es  darauf  eintrat,  ab,  erklärte  seine  Verfügung  vom  30.  März  2007  für  rechtskräftig  und  vollstreckbar  und  stellte  fest,  einer  allfälligen Beschwerde  komme  keine  aufschiebende  Wirkung  zu.  Auf  die  Begründung  wird,  soweit  entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

E­7513/2007 F.  Mit  an  das  Bundesverwaltungsgericht  gerichteter  Beschwerde  vom  1. November  2007  (Poststempel:  5.  November  2007)  ersuchte  der  Beschwerdeführer  um  Sistierung  aller  Wegweisungsmassnahmen,  um  Erteilung  der  vorläufigen  Aufnahme  wegen  Unzumutbarkeit  der  Wegweisung  und  um  unentgeltliche  Rechtspflege.  Auf  die  Begründung  wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.  G.  Mit  Instruktionsverfügung  vom  19.  November  2007  hiess  das  Bundesverwaltungsgericht  das  Gesuch  um  Aussetzung  des  Wegweisungsvollzugs  gut,  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  forderte  den  Beschwerdeführer  auf,  einen  Bericht  über  seinen  aktuellen  psychischen  Gesundheitszustand  einzureichen. Die Prüfung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege  wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.  H.  Auf  Geheiss  reichten  die  behandelnden  Fachpersonen  der  (Klinik  für  Psychiatrie) in F._______ am 5. Dezember 2007 ein "ärztliches Zeugnis"  mit  folgender  Diagnose  ein:  Mittelgradige  depressive  Störung,  Persönlichkeitsstörung  mit  emotional  instabilen  und  impulsiven  Zügen,  dissoziative Zustände, chronische Kopfschmerzen und Ohrenschmerzen.  Des  Weiteren  verfüge  der  Beschwerdeführer  über  wenig  psychische  Bewältigungsstrategien,  um  eine  akute  Krisensituation  zu  bewältigen,  weshalb  damit  zu  rechnen  sei,  dass  bei  einer  akuten  Krise  oder  Ausschaffung seine Verzweiflung zu einem Suizid führen könne. I.  Mit Instruktionsverfügung vom 4. Juni 2008 wurde der Beschwerdeführer  erneut  aufgefordert,  einen  Bericht  über  seinen  aktuellen  Gesundheitszustand einzureichen. Mit Schreiben vom 10. Juni 2008 wurde ein weiteres "ärztliches Zeugnis"  derselben  Klinik  eingereicht,  welche  die  Diagnose  des  vorgenannten  Zeugnisses sowie die akute Suizidgefährdung des Beschwerdeführers für  den  Fall  der  Ausschaffung  bestätigt.  Die  psychotherapeutische  und  medikamentöse Weiterbehandlung des Beschwerdeführers  sei weiterhin  dringend notwendig.

E­7513/2007 J.  In  ihrer Vernehmlassung vom 27. Juni 2008 hielt die Vorinstanz an ihrer  Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. K.  Mit  Eingaben  vom  11.  August  2008  und  vom  5.  Dezember  2009  replizierte  der  Beschwerdeführer.  Am  3.  November  2009  zeigte  seine  neue Rechtsvertreterin ihre Mandatsübernahme an.  L.  Mit  Instruktionsverfügung  vom  17.  Februar  2011  wurde  der  Beschwerdeführer  aufgefordert,  einen  aktuellen  Bericht  über  seinen  gegenwärtigen Gesundheitszustand sowie die gegenwärtig und zukünftig  notwendigen Behandlungs­ und Therapiemassnahmen einzureichen. Der  Beschwerdeführer  reichte  durch  seine  Rechtsvertreterin  mit  Schreiben  vom  25.  März  2011  ein  "ärztliches  Zeugnis"  vom  23.  März  2011  ein. Danach  sei  der Beschwerdeführer  seit  dem 15.  Juli  2007  bei  der  (Klinik  für Psychiatrie)  in Behandlung.  Innerhalb  der  letzten 4  Jahre  habe  dank  der  monatlich  bis  6­wöchig  stattfindenden  psychotherapeutischen  Gespräche  (33  Sessionen)  und  der  antidepressiven  Medikation  (Remoren  30mg,  1  Tablette  abends)  eine  relative  Stabilisierung  mit  deutlich  weniger  suizidalen  Krisen  erreicht  werden  können.  Der  Beschwerdeführer  zeige  jedoch  nach  wie  vor  ein  chronisch  labiles  und  instabiles  Zustandsbild  und  verfüge  über  wenige  psychische  Bewältigungsstrategien,  um  Krisen  zu  bewältigen,  weshalb  eine  psychotherapeutische  und  medikamentöse  Weiterbehandlung  im  selben Rahmen dringend notwendig erscheine.  Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 

E­7513/2007 vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). 1.2. Darunter  fallen auch Verfügungen, mit denen das BFM (vgl. Art. 33  Bst.  d  VGG)  ein  Gesuch  um  Wiedererwägung  eines  rechtskräftigen  Entscheides  betreffend  den  Vollzug  einer  angeordneten  Wegweisung  abgewiesen hat. 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt,  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  und  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs1, Art. 50 und Art. 52  VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Die  Wiedererwägung  im  Verwaltungsverfahren  ist  ein  gesetzlich  nicht  geregelter  Rechtsbehelf,  auf  dessen  Behandlung  durch  die  verfügende  Behörde  grundsätzlich  kein  Anspruch  besteht.  Gemäss  herrschender  Lehre  und  ständiger Praxis  des Bundesgerichts wird  jedoch aus Art. 29  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101)  unter  bestimmten  Voraussetzungen  ein  verfassungsmässiger  Anspruch  auf  Wiedererwägung  abgeleitet  (vgl.  BGE 127 I 133 E. 6 S. 137 f. mit weiteren Hinweisen). Danach ist auf ein  Wiedererwägungsgesuch  einzutreten,  wenn  sich  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  seit  dem  ursprünglichen  Entscheid  beziehungsweise  seit  dem  Urteil  der  mit  Beschwerde  angerufenen  Rechtsmittelinstanz  in  wesentlicher  Weise  verändert  hat  und  mithin  die  ursprüngliche  (fehlerfreie)  Verfügung  an  nachträglich  eingetretene Veränderungen  der  Sachlage  anzupassen  ist.  Sodann  können  auch Revisionsgründe  einen  Anspruch  auf  Wiedererwägung  begründen,  sofern  sie  sich  auf  eine  in 

E­7513/2007 materielle  Rechtskraft  erwachsene  Verfügung  beziehen,  die  entweder  unangefochten  geblieben  oder  deren  Beschwerdeverfahren  mit  einem  formellen Prozessurteil abgeschlossen worden ist. Ein solchermassen als  qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch zu bezeichnendes Rechtsmittel ist  grundsätzlich  nach  den  Regeln  des  Revisionsverfahrens  zu  behandeln  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 17 E. 2.a S. 103 f. mit weiteren  Hinweisen). 4.  Der  Beschwerdeführer  hatte  auf  Beschwerdeebene  ausdrücklich  einzig  betreffend  die  Frage  des  Wegweisungsvollzugs  eine  Neubeurteilung  beantragt,  weshalb  vorliegend  die  Prüfung  auf  das  Vorhandensein  allfälliger Vollzugshindernisse beschränkt wird. 5.  5.1. Die Vorinstanz ist in seiner Verfügung vom 3. Oktober 2007 auf den  Antrag  zur  wiedererwägungsweisen  Berücksichtigung  der  Hörkassette  (auf  welcher  der  Beschwerdeführer  angeblich  Krio­sprechend  zu  hören  sei)  mit  der  Begründung  nicht  eingetreten,  dass  ein  Wiedererwägungsverfahren  nicht  als  Ersatz  für  eine  verpasste  Beschwerdemöglichkeit  dienen  könne.  Neue  erhebliche  Tatsachen  und  Beweismittel  würden  demnach  nur  dann  einen  Wiedererwägungsgrund  bilden,  wenn  der  Gesuchsteller  sie  auch  bei  zumutbarer  Sorgfalt  im  ordentlichen Rechtsmittelverfahren nicht  kennen oder  beibringen  konnte  oder sie aus entschuldbaren Gründen nicht vorgebracht habe. So sei es  nicht  ersichtlich,  weshalb  der  Beschwerdeführer  nicht  schon  vorher –  spätestens  im Rahmen des ordentlichen Beschwerdeverfahrens –  in der  Lage  gewesen  wäre,  eine  solche  Sprachaufnahme  zu  machen  und  zu  den  Akten  zu  reichen.  Ein  plausibler  Grund,  weshalb  dies  ihm  trotz  zumutbarer Sorgfalt nicht möglich gewesen sein soll, sei den Akten nicht  zu entnehmen.  5.2.  Demgegenüber  hält  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Beschwerde  einerseits  entgegen,  dass  er  im  ordentlichen  Asylverfahren  keine  Beschwerde habe erheben können, da er den Entscheid zu spät erhalten  habe  (vgl.  Wiedererwägungsgesuch  vom  22.  Mai  2007,  B1/5  S.  3).  Andererseits macht er geltend, dass er durchaus entschuldbare Gründe  für  das  verspätete  Einreichen  habe,  denn  aufgrund  seines  psychisch  angeschlagenen Zustandes sei er erst nach verschiedenen Gesprächen  mit seinem Berater auf die Idee gekommen, eine Kassette aufzunehmen  und  einzureichen. Um eine  sprachliche Gegenanalyse  in Auftrag  geben 

E­7513/2007 zu lassen, würden ihm die finanziellen Mittel fehlen. Da seine Herkunft für  die  Beurteilung  des  Wegweisungsvollzuges  aber  eine  wichtige  Rolle  spiele,  –  der  Beschwerdeführer  aufgrund  seines  psychisch  labilen  Zustandes jedoch nicht  in der Lage sei, Reise­ oder Identitätspapiere zu  beschaffen  –  sei  die  Hörkassette  zu  prüfen  und  das  Ergebnis  entsprechend zu würdigen. 5.3. Die Vorinstanz hält diesen Ausführungen des Beschwerdeführers  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  27.  Juni  2008  Folgendes  entgegen:  Zum  Vorwurf  der  verspäteten  Zustellung  führt  es  aus,  dass  die  besagte  Verfügung  rechtsgültig  zugestellt  worden  sei.  Den  psychisch  labilen  Gesundheitszustand  als  entschuldbaren  Grund  für  die  verspätete  Eingabe  erachtet  die  Vorinstanz  als  unbehelflichen  Erklärungsversuch.  Ferner  sei  nicht  nachweisbar,  ob  es  tatsächlich  der  Beschwerdeführer  sei, der auf der Hörkassette spreche. Für diesen Fall müsse man jedoch  angesichts des vorgängig erstellten Sprachgutachtens davon ausgehen,  dass  er  sich  Kenntnisse  der  Sprache  Krio  angeeignet  habe,  um  diese  Aufnahme  zu  machen.  Auch  könne  er  mit  dem  Einwand,  es  sei  ihm  aufgrund  seines  gesundheitlichen  Zustandes  nicht  möglich,  sich  um  Reise­ oder Identitätspapiere zu bemühen, nicht gehört werden. 5.4.  In  der  Replik  vom  5.  Dezember  2009  wies  der  Beschwerdeführer  durch  seine  Rechtsvertreterin  darauf  hin,  dass  die  Annahme  der  Vorinstanz,  der  Beschwerdeführer  habe  sich  allenfalls  Krio­ Sprachkenntnisse in der Schweiz angeeignet, sich auf keinerlei Hinweise  stütze  und  völlig  unrealistisch  sei,  gäbe  es  doch  in  der  Schweiz  nur  wenige  Personen,  die  aus  Sierra  Leone  stammen  würden,  und  wohl  kaum entsprechende Sprachschulen. 5.5.  Zunächst  ist  in  Übereinstimmung  mit  der  Vorinstanz  festzustellen,  dass  die  vom  Beschwerdeführer  auf  Beschwerdeebene  angeführten  entschuldbaren Gründe, weshalb  er  die Hörkassette  nicht  schon  vorher  einreichen  konnte,  nicht  zu  überzeugen  vermögen.  So  beanstandet  der  Beschwerdeführer  einerseits  mit  Hinweis  auf  das  Wiedererwägungsgesuch  vom  22. Mai  2007  (vgl.  B1/5,  S.  3),  dass  ihm  die  Verfügung  im  erstinstanzlichen  ordentlichen  Verfahren  nicht  rechtzeitig  zugestellt  worden  sei.  Gleichzeitig  hat  er  aber  im  vorgenannten  Wiedererwägungsgesuch  aufgrund  von  Beweisnot  ausdrücklich darauf verzichtet, die angeblich mangelhafte Zustellung der  Verfügung  anzufechten.  Ebenso  wenig  vermögen  andererseits  die  angeführten  psychischen  Probleme  ein  solches  Versäumnis  zu 

E­7513/2007 entschuldigen.  Der  Beschwerdeführer  hätte  den  Umstand,  dass  er  angeblich  Krio  spreche  und  entgegen  der  Feststellung  der  Lingua­ Analyse  aus  Sierra  Leone  stamme,  bzw.  das  entsprechende  Beweismittel,  wenn  nicht  schon  im  erstinstanzlichen  Verfahren,  so  jedenfalls spätestens mittels einer Beschwerde gegen die Verfügung vom  30.  März  2007  vorbringen  bzw.  einreichen  können.  Dass  der  Beschwerdeführer dieser Möglichkeit durch ein prozessuales Versäumnis  (keine  Wahrnehmung  des  rechtlichen  Gehörs,  keine  Beschwerde)  verlustig ging, hat er sich selber anzulasten. Wie die Vorinstanz zu Recht  festhält,  darf  das Wiedererwägungsgesuch  in  keinem  Fall  dazu  dienen,  vom  Beschwerdeführer  im  früheren  Verlauf  begangene  vermeidbare  Unterlassungen  nachzuholen.  Ein  Wiedererwägungsgesuch  kann  somit  nicht  als Ersatz  für  eine  verpasste Beschwerdemöglichkeit  dienen. Dies  ergibt  sich  aus  der  –  für  das  Wiedererwägungsverfahren  analog  anwendbaren  –  revisionsrechtlichen  Regel  von  Art.  66  Abs.  3  VwVG,  wonach  Gründe,  welche  im  ordentlichen  Verfahren  hätten  vorgebracht  werden können, nicht als Revisionsgründe gelten. Folglich  ist  die  Vorinstanz  zu  Recht  in  ihrer  Verfügung  vom  3.  Oktober  2007  auf  den  Antrag  des  Beschwerdeführers,  im  Rahmen  des  Wiedererwägungsgesuches  die  nachgereichte  Hörkassette  zu  berücksichtigen, nicht eingetreten. 6.  6.1.  Die  Vorinstanz  hat  den  Anspruch  des  Beschwerdeführers  auf  Behandlung  des  Wiederwägungsgesuches  unter  Berücksichtigung  des  Arztberichtes vom 25. Juli 2007 nicht in Abrede gestellt und ist in diesem  Punkt  auf  das  Wiedererwägungsgesuch  eingetreten.  Vorliegend  ist  deshalb zu prüfen, ob sie das Gesuch in diesem Punkt zu Recht abwies.  6.2.  Zu  den  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten  und  ärztlich  belegten  psychischen  Problemen  und  zur  akuten  Suizidgefahr  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  stellte  des  BFM  einerseits  fest,  dass  eine  sinnvolle  Prüfung  des  Vorliegens  allfälliger  Wegweisungsvollzugshindernisse  wegen  der  Verheimlichung  der  Herkunft durch den Beschwerdeführer schlichtweg verunmöglicht werde.  Andererseits  sei  es  nichts  Aussergewöhnliches,  dass  abgewiesene  Asylsuchende  suizidale  Krisen  durchmachen  würden;  obwohl  dies  menschlich  verständlich  sei,  würden  diese  doch  einem  Wegweisungsvollzug  nicht  im  Wege  zu  stehen  vermögen.  Anders  zu  entscheiden hiesse, dass ein vom Wegweisungsvollzug Betroffener es in 

E­7513/2007 der  Hand  hätte,  sich  durch  Berufung  auf  eine  tatsächliche  oder  vermeintliche Suizidgefahr ein Aufenthaltsrecht zu erzwingen.  6.3.  Dem  hält  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Beschwerde  entgegen,  dass  vorab  die  behandelnden  Ärzte  –  und  nicht  das  BFM  –  die  diesbezügliche  Diagnose  stellen  würden.  Vorliegend  sei  die  Suizidalität  von  verschiedenen  Fachpersonen  unabhängig  voneinander  festgestellt  worden.  Dem  BFM  würde  die  Aufgabe  zufallen  abzuwägen,  ob  diese  festgestellte  Tatsache  ein  Hindernis  für  den  Vollzug  der  Wegweisung  bedeutet oder nicht. In dieser Hinsicht möge es eine untergeordnete Rolle  spielen,  aus  welchem  (west)afrikanischen  Land  der  Beschwerdeführer  stamme. 6.4. Zum Punkt der wiederwägungsweisen Berücksichtigung der geltend  gemachten  Suizidalität  verwies  die  Vorinstanz  in  ihrer  Vernehmlassung  auf  ihre  Verfügung  vom  3. Oktober  2007,  wonach  gemäss  konstanter  Praxis der Schweizerischen Asylbehörden durch die Verheimlichung der  Herkunft  eine  sinnvolle  Prüfung  des  Vorliegens  von  Wegweisungsvollzughindernissen verunmöglicht werde. 6.5.  Zu  den  gesundheitlichen  Problemen  des  Beschwerdeführers  ist  auszuführen,  dass  die  körperlichen  Beschwerden  (Kopf­  respektive  Ohrenschmerzen)  bereits  im  ordentlichen  Asylverfahren  aktenkundig  gemacht  und  vom  BFM  in  seiner  (rechtskräftigen)  Verfügung  vom  30.  März  2007  einer  rechtlichen  Würdigung  unterzogen  worden  sind  (vgl.  A34/5,  S.  3).  Bezüglich  dieser  Gesundheitsprobleme  besteht  somit  insoweit kein Raum  für eine wiedererwägungsrechtliche Neubeurteilung,  stellen  sie  doch  keine  nach  dem  Rechtskrafteintritt  der  Verfügung  eingetretene  Veränderung  der  Sachlage  dar.  Dies  wurde  auch  vom  Bundesverwaltungsgericht im Urteil vom 27. August 2007 bestätigt.  6.6. Was die mit Arztzeugnis vom 25. Juli 2007 (vgl. C1/8) – auf dessen  Grundlage  die  Vorinstanz  ihren  abschlägigen  Entscheid  fällte –  diagnostizierten  psychischen  Probleme  –  mittelschwere  depressive  Episode, somatoforme Schmerzstörung und dissoziative Krampfanfälle –  und die akute, ernstzunehmende Suizidgefahr anbelangt, ist festzuhalten,  dass  gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  die  psychische  Erkrankung  gravierend  sein  muss,  um  dem  Vollzug  einer  Wegweisung  entgegen  zu  stehen.  So  ist  nach dem EGMR der wegweisende Staat nicht verpflichtet, vom Vollzug  der  Ausweisung  Abstand  zu  nehmen,  falls  Ausländer  für  den  Fall  des 

E­7513/2007 Vollzuges  des  Wegweisungsentscheides  mit  Suizid  drohen;  solange  er  Massnahmen  ergreift,  um  die  Umsetzung  der  Suiziddrohung  zu  verhindern,  vermag  die  Ausschaffung  nicht  gegen  Art.  3  EMRK  zu  verstossen  (vgl.  den  Unzulässigkeitsentscheid  des  EGMR  vom  7.  Oktober  2004  i.S.  D.  und  andere  gegen  Deutschland,  Nr.  33743/03,  angeführt  in  EMARK  2005  Nr.  23  E.  5.1  S.  212).  Der  Suizidalität  des  Beschwerdeführers  ist  durch  Heranziehen  von  medizinischem  Fachpersonal bei der Ausschaffung Rechnung zu tragen. Auch nach der  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichtes  kann  im  Rahmen  der  Tatbestandsvariante der medizinischen Notlage im Sinne von Art. 83 Abs.  4  des  Bundesgesetztes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20)  nur  dann  auf  Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzuges  geschlossen werden,  wenn  eine  notwendige  medizinische  Behandlung  im  Heimatland  nicht  zur  Verfügung  steht  und  die  Rückkehr  zu  einer  raschen  und  lebensgefährdenden  Beeinträchtigung  des  Gesundheitszustandes  der  betroffenen  Person  führt,  wobei  als  wesentlich  die  allgemeine  und  dringende  medizinische  Behandlung  erachtet  wird,  welche  zur  Gewährleistung einer menschenwürdigen Behandlung absolut notwendig  ist.  Die  Unmöglichkeit  einer  dem  schweizerischen  Standard  entsprechenden  medizinischen  Behandlung  im  Heimat­  und  Herkunftsstaat allein bewirkt noch nicht die Unzumutbarkeit des Vollzugs  (vgl. BVGE 2009 Nr. 2 E. 9.3.2., mit Hinweis auf EMARK 2003 Nr. 24 E.  5a und 5b). 6.7.  Es  ist  an  dieser  Stelle  festzuhalten,  dass  die  Vorinstanz  die  entsprechenden  psychischen  Beschwerden  und  die  Suizidgefahr  als  Sachverhaltselement  in  die  Verfügung  vom  3.  Oktober  2007  aufgenommen hat. Sie erachtete allerdings die Prüfung der Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  –  unter  dem  Gesichtspunkt  der  Verletzung  der Mitwirkungspflicht durch den Beschwerdeführer, da er weiterhin seine  Identität  verheimliche  –  als  schlichtweg  nicht  möglich,  sowie  die  Suizidgefahr  allenfalls  als  vorgeschoben  und  für  die  Prüfung  der  Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges ohnehin als unwesentlich.  6.8. Dem Beschwerdeführer ist insoweit beizupflichten, als dass es für die  Prüfung  der  Zumutbarkeit  zum  jetzigen  Zeitpunkt  nicht  mehr  relevant  erscheint, in welches (westafrikanische) Land die Wegweisung vollzogen  werden soll. 

E­7513/2007 6.8.1. So hat die Lingua­Analyse nämlich zum Einen festgestellt, dass er  höchstwahrscheinlich  aus  einem  Land  stammt,  in  dem  Pidgin­Englisch  gesprochen wird  –  genannt wurden u.a. Nigeria, Kamerun oder Ghana;  die  Vorinstanz  hätte  somit  ohne  weiteres  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  nach  Nigeria,  Kamerun  und  Ghana  prüfen  können, wobei darauf hinzuweisen ist, dass die Untersuchungspflicht der  Behörde ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person  – beispielsweise betreffend  seine Nationalität  –  findet. So kann es nicht  Sache  der  Asylbehörden  sein,  nach  allfälligen  Wegweisungsvollzugshindernissen  in  hypothetischen  Heimat­  oder  Herkunftsländern zu forschen (vgl. EMARK 2005 Nr. 1 E. 3.2.2 S. 5 f.). 6.8.2. Zum Anderen, sind die diagnostizierten psychischen Beschwerden  – wie  nachfolgend  aufgezeigt  wird  –  zum  jetzigen  Zeitpunkt  nicht  als  derart  gravierend  zu  bezeichnen,  als  dass  sie  Hindernisse  für  den  Wegweisungsvollzug  im  oben  ausgeführten  Sinn  darstellen,  die  Wegweisung  also  in  jedes  in  Frage  kommende  Land  vollzogen werden  kann.  Bei  der  Prüfung  der  Unzulässigkeit  bzw.  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  ist  nämlich  auf  die  im  Entscheidzeitpunkt  bestehenden  Verhältnisse  abzustellen  (EMARK  1997  Nr.  27  E.  4  f.  S.  211).  An  dieser  Stelle  ist  festzuhalten,  dass  Suizidalität  durchaus –  entgegen  der  Feststellungen  der  Vorinstanz  –  ein  Hindernis  für  den  Wegweisungsvollzug  darstellen  kann.  Entscheidendes  Kriterium  bei  der  Zumutbarkeitsprüfung  ist  nämlich  das  Vorliegen  einer  konkreten  Gefährdung.  Wenn  eine  reaktiv  auf  einen  bevorstehenden  Wegweisungsvollzug  auftretende  und  ernsthaft  gesundheitsgefährdende  psychische Störung lebensbedrohlichen Ausmasses vorliegt, kann einem  solchen  Krankheitsbild  Relevanz  für  die  Frage  der  Zumutbarkeit  zukommen.  Vorliegend  ergibt  sich  eine  solche  akute  Gefährdung  indessen  nicht  aus  den  Akten.  Das  aktuellste  ärztliche  Zeugnis  vom  23. März 2011 diagnostiziert  beim Beschwerdeführer  zwar nach wie  vor  eine Reihe von psychischen Erkrankungen – so eine emotional  instabile  Persönlichkeitsstörung  (Borderline­Typus),  dissoziative  Zustände,  mittelgradige  depressive  Störung  und  anhaltende  somatoforme  Schmerzstörungen.  Der  Krankheitsverlauf  wird  allerdings  positiv  beschrieben:  Der  psychische  Gesundheitszustand  habe  sich  dank  der  psychotherapeutischen  Gespräche  und  der  antidepressiven  Medikation  relativ  stabilisiert  und  zumindest  zum  jetzigen  Zeitpunkt  bestehe  keine  akute  Suizidgefahr  mehr.  Damit  hat  die  psychische  Erkrankung  keinen  Verlauf in dem Sinne genommen, welcher es rechtfertigen würde, die im  ordentlichen  Verfahren  getroffene  Einschätzung  umzustossen  und  den 

E­7513/2007 Wegweisungsvollzug  zum  jetzigen  Zeitpunkt  wegen  Vorliegens  einer  medizinischen  Notlage  als  unzulässig  oder  unzumutbar  zu  bezeichnen.  Ferner  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  allfälligen  beim  Beschwerdeführer  weiterhin  bestehenden  oder  gar  sich  akzentuierenden  suizidalen  Tendenzen  im  Hinblick  auf  einen  allfälligen  zwangsweisen  Vollzug  der  Wegweisung  durch  geeignete  medikamentöse  oder  nötigenfalls  auch  psychotherapeutisch  medizinische  Massnahmen  entgegen  gewirkt  werden  könnten.  Sofern  notwendig  wäre  im  Zuge  flankierender  Massnahmen  in  Zusammenarbeit  mit  der  Schweizer  Vertretung  vor  Ort  und den zuständigen Stellen der Vorinstanz auch sicher zu stellen, dass  die Weiterführung  einer  allenfalls  dringend  notwendigen Behandlung  im  Heimatstaat  im  Zeitpunkt  des  Vollzuges  effektiv  gewährleistet  ist.  Schliesslich  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  der  individuellen Rückkehrhilfe  –  vgl.  Ziffer 4.2.5.  der Weisung  des Bundesamtes für Migration vom 1. Januar 2008 – die Möglichkeit hat,  zusätzliche  medizinische  Hilfeleistungen  (Kauf  von  Medikamenten,  Organisation  einer  medizinischen  Behandlung  nach  der  Rückkehr,  ärztliche Begleitung während der Heimreise) zu beantragen.  6.8.3. Zusammenfassend  lassen sich  im vorliegenden Fall  aufgrund der  Akten  zum  jetzigen  Zeitpunkt  nicht  jene  ganz  aussergewöhnlichen  Umstände  ausmachen,  die  gestützt  auf  die  Praxis  des  EGMR  zu  Art.  3 EMRK bzw. der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts zur Feststellung  der  Unzulässigkeit  bzw.  Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  aus  gesundheitlichen Gründen bzw. drohender Suizidalität führen könnten. 6.9.  Im  Ergebnis  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte Wegweisung  zu  bestätigen.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  ist  zumindest  zum  jetzigen  Zeitpunkt zulässig, zumutbar und möglich. Nach dem Gesagten fällt eine  Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4  AuG). Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 7.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Aus  den  vorstehenden  Erwägungen  wird  indessen  ersichtlich,  dass  die  Rechtsbegehren im Zeitpunkt ihrer Einreichung nicht aussichtslos waren,  weshalb  angesichts  der  belegten  Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  das mit der Rechtsmitteleingabe vom 1. November 2007 gestellte Gesuch 

E­7513/2007 um  unentgeltliche  Prozessführung  im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  VwVG  gutzuheissen ist und keine Verfahrenskosten zu erheben sind. (Dispositiv nächste Seite)

E­7513/2007 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird gutgeheissen. 3.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Muriel Beck Kadima Tu­Binh Truong Versand:

E-7513/2007 — Bundesverwaltungsgericht 13.07.2011 E-7513/2007 — Swissrulings