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Bundesverwaltungsgericht 10.11.2011 E-6040/2011

November 10, 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,173 words·~6 min·1

Summary

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 5. Oktober 2011

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­6040/2011 Urteil   v om   1 0 .   No v embe r   2011   Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas;   Gerichtsschreiber Jan Feichtinger. Parteien A. _______, geboren am (…), Ägypten,  (…) Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom  5. Oktober 2011 / N (…).

E­6040/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer,  ein  ägyptischer  Staatsangehöriger  aus  B.  _______,  erstmals am 28. Januar 2011 mit  einem –  für  die Zeit  vom  1. Januar  bis  zum  31. März 2011  gültigen  –  Schweizer  Visum  in  die  Schweiz einreiste und nach dem Scheitern der beabsichtigten Heirat mit  einer Schweizerin am 26. Februar 2011 nach Kairo zurückflog, dass  er  am  2. März 2011  erneut  in  die  Schweiz  einreiste  und  –  unter  Hinweis  auf  die  schwierige Arbeitsmarktsituation  in  seiner Heimat  –  am  7. März 2011 erstmals um Asyl nachsuchte, sein Asylgesuch  jedoch am  29. März 2011  zurückzog  und  am  folgenden Tag  unter Entgegennahme  individueller Rückkehrhilfe in seine Heimat zurückkehrte, dass der Beschwerdeführer seinen Heimatstaat bereits am folgenden Tag  (dem 30. März 2011) wieder  verliess und – wiederum unter Vorweisung  seines nach wie vor gültigen Visums – mit dem Flugzeug in die Schweiz  gelangte, wo er am 8. April 2011 ein weiteres Asylgesuch stellte, dass er anlässlich der Kurzbefragung  (…) vom 14. April 2011 sowie der  direkten  Anhörung  vom  12. Juli 2011  zur  Begründung  dieses  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er  sei  bei  seiner  Heimreise  im  Nachgang  seines  ersten  Asylverfahrens  nicht  nach  C.  _______ geflogen, sondern habe das Flugzeug beim Zwischenhalt  in D.  _______ verlassen, um seine Eltern zu besuchen, die zuvor mit dem Tod  bedroht  worden  seien  und  ihm  deshalb  von  einem  Besuch  abgeraten  hätten, dass er mit dem Taxi vom Flugplatz zum Bahnhof habe fahren wollen, er  jedoch  unterwegs  von  einem  (…) Mann  erkannt  worden  sei,  dieser  ihn  schreiend als Ungläubigen und Verräter bezeichnet, eine Waffe gezückt  und auf ihn geschossen habe, dass  der  Taxifahrer  ihn  in Missachtung  der Verkehrsvorschriften  zurück  zum Flughafen gebracht habe, wo er übernachtet und am folgenden Tag  ein Flugzeug nach [Schweizer Stadt] bestiegen habe,   dass  das  geschilderte  Attentat  auf  den  bisher  unerwähnten  Umstand  zurückzuführen sei, dass der Beschwerdeführer  in seiner Studienzeit  im  Auftrag eines (…) und im Stile eines verdeckten Ermittlers die E. _______  ausspioniert habe, 

E­6040/2011 dass seine Tarnung  im Jahr 2009 aufgeflogen sei, worauf er  telefonisch  bedroht worden und deshalb gezwungen gewesen sei, nach C. _______  umzuziehen, dass das BFM mit Verfügung vom 5. Oktober 2011 – am folgenden Tag  eröffnet  –  feststellte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  sein  Asylgesuch  vom  7. März 2011  ablehnte,  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  deren  Vollzug  anordnete  und  einer  allfälligen  Beschwerde  die  aufschiebende Wirkung  entzog, dass  es  zur  Begründung  seines Entscheids  im Wesentlichen  ausführte,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  vermöchten  den  Anforderungen  an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998  (AsylG, SR 142.31) nicht zu genügen, dass  zunächst  bei  Wahrunterstellung  des  geltend  gemachten  Vorfalles  nicht  einzusehen  sei, weshalb  der Beschwerdeführer  seine Tätigkeit  für  F.  _______  und  die  deshalb  erhaltenen  Drohungen  im Rahmen  seines  ersten  Asylverfahrens  nicht  erwähnt  insbesondere  die  Frage  nach  Problemen  mit  heimatlichen  Behörden,  Organisationen  oder  Privatpersonen ausdrücklich verneint habe,  dass  im Übrigen nicht nachvollziehbar sei, weshalb die E. _______ den  Beschwerdeführer vor seiner Ausreise über Jahre hinweg hätte bedrohen  sollen, ohne  je konkret gegen  ihn vorzugehen, um  ihn schliesslich nach  monatelanger  Abwesenheit  unmittelbar  nach  seiner  Rückkehr  zu  verfolgen und in aller Öffentlichkeit unter Beschuss zu nehmen, dass  sich  auch  die  Schilderung  dieses  Vorfalls  als  widersprüchlich  erweise, zumal bei der Erstbefragung von einem Schuss  in die Scheibe  des Taxis, anlässlich der Anhörung hingegen von mehreren Schüssen die  Rede gewesen sei, welche die Front­ und Heckscheibe des Fahrzeuges  zerschlagen  und  die  Blechteile  des  Fahrzeugs  (Türen  und  Dach)  durchlöchert hätten, dass  sich  weiter  auch  nicht  schlüssig  erklären  lasse,  weshalb  der  Attentäter  ausgerechnet  an  der  Kreuzung  am  (…)  auf  den  Beschwerdeführer  gewartet  haben  soll,  sei  doch  der  Taxifahrer  aussagegemäss  infolge  eines  Verkehrsstaus  von  der  normalen  Route  abgewichen,

E­6040/2011 dass schliesslich nicht einsehbar sei, weshalb der Beschwerdeführer von  Seiten  der  ägyptischen  Armee,  welche  in  Ägypten  auch  nach  den  Umwälzungen  unverändert  die  Macht  ausübe,  keinen  Schutz  erhalten  sollte,  dass der Wegweisungsvollzug in den Heimatstaat zulässig, zumutbar und  praktisch durchführbar sei, dass  der  Beschwerdeführer  mit  undatierter,  ans  BFM  gerichteter  (Eingang  am  3. November 2011)  und  zuständigkeitshalber  ans  Bundesverwaltungsgericht  weitergeleiteter  Eingabe  (Eingang  am  7. November 2011)  Beschwerde  erhob  und  dabei  in materieller Hinsicht  beantragte,  die  Verfügung  des  BFM  sei  aufzuheben,  seine  Flüchtlingseigenschaft  sei  anzuerkennen  und  ihm  Asyl  zu  gewähren;  eventualiter  sei  festzustellen,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei und die vorläufige Aufnahme  anzuordnen, dass  er  in  prozessualer  Hinsicht  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021])  und  den Verzicht  auf  die Erhebung  eines Kostenvorschusses  beantragte  sowie  darum  ersuchte,  eventualiter  sei  die  aufschiebende  Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen, die zuständige Behörde sei  vorsorglich  anzuweisen,  die  Kontaktaufnahme  mit  den  Behörden  des  Heimat­  oder  Herkunftsstaates  sowie  jegliche  Datenweitergabe  an  dieselben zu unterlassen und er sei bei bereits erfolgter Datenweitergabe  darüber in einer separaten Verfügung zu informieren, dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit  für den Entscheid  wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 

E­6040/2011 vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48  Abs. 1 VwVG), dass  der  Beschwerdeführer  mit  seiner  Eingabe  fälschlicherweise  ans  BFM  gelangt  ist,  die  Einreichung  bei  einer  unzuständigen  Behörde  der  Fristwahrung jedoch nicht entgegensteht (Art. 21 Abs. 2 VwVG), dass  somit  auf  die  im  Übrigen  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m.  Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  respektive  einer  zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich  vorliegend – wie nachfolgend aufgezeigt wird – um eine solche handelt,  weshalb  auf  einen  Schriftenwechsel  zu  verzichten  und  der  Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1  und 2 AsylG), dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt  (Art. 2 Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  anerkannt  wird,  wenn sie  in  ihrem Heimatstaat oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft  gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

E­6040/2011 dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält, dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte  oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass  das BFM  in  der  angefochtenen Verfügung ausführlich  und  –  nach  Prüfung der Akten  auch aus Sicht  des Bundesverwaltungsgerichts  –  zu  Recht  festgestellt  hat,  dass  die Vorbringen  des Beschwerdeführers  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftmachung  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  genügen,  wobei  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  vorab  auf  die  zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen ist, dass  insbesondere  das  Vorbringen,  wonach  der  Beschwerdeführer  den  (…)  über  Jahre  hinweg  als  verdeckter  Ermittler  gedient  habe,  als  nachgeschobene  Sachverhaltsanpassung  zu  betrachten  ist,  zumal  er  diesen  Umstand  anlässlich  seiner  vorhergehenden  Aufenthalte  in  der  Schweiz und insbesondere im Rahmen seines ersten Asylverfahrens mit  keinem Wort erwähnte, dass  auch  das  angebliche  plötzliche  Interesse  der  E.  _______  der  Beseitigung  des  Beschwerdeführers  jeder  Logik  des  Handelns  zuwiderläuft, wo doch die Behelligungen zwischen dem Auffliegen seiner  Tarnung  2009  und  seiner  Ausreise  2011  nicht  über  telefonische  Drohungen hinausgegangen sein sollen (Akten BFM  A30 S. 6),  dass  dies  umso  erstaunlicher  erscheint,  als  die  genannten  Drohungen  ("Du  (…),  du  Verräter,  wir  müssen  dich  umbringen")  aussagegemäss  auch  auf  dem  Festnetz  eingegangen  sein  sollen  (A41  S. 7),  mithin  bei  Wahrunterstellung  seiner  Aussagen  die  (…)  seinen  Aufenthaltsort  gekannt  hätten  und  er  vor  seiner  Ausreise  jederzeit  greifbar  gewesen  wäre,  dass  auch  die  Darstellung  des  angeblich  fluchtbegründenden  Vorfalls  vom  29. März 2011  entsprechend  den  zutreffenden  Erwägungen  des  BFM  von  deutlichen  Widersprüchen  geprägt  und  seine  Darstellung  bei  der  später  erfolgten  Anhörung  ("Die  Windschutzscheibe  und  die  Heckscheibe  waren  zerstört,  die  Türen  vorne  und  hinten  rechts  waren  ebenfalls  durchschossen",  A30  S.  5)  im  Vergleich  zur  Erstbefragung 

E­6040/2011 ("Dann hat  der  (…) Mann mich erkannt,  auf mich geschossen,  aber  ich  habe mich geduckt und er traf nur die Scheibe des Taxis. […] Die Kugel  hätte  auch  ihn  [den  Taxifahrer]  treffen  können.",  A  30  S.  5)  bezeichnenderweise wesentlich dramatischer ausgefallen ist,  dass der Erklärungs­ und Entkräftungsversuch  in der Beschwerdeschrift,  wonach  der  Dolmetscher  allfällige  Unstimmigkeiten  verursacht  habe,  nicht  zu  überzeugen  vermag  und  als  Schutzbehauptung  zu  werten  ist,  zumal  der  Beschwerdeführer  die  Authentizität  der  Protokolle  unterschriftlich bestätigt hat, dass sich im Übrigen die dortige Behauptung, wonach die Befragungen in  deutscher Sprache durchgeführt worden seien, angesichts der Vermerke  "Sprache:  arabisch"  (A30  S.  8)  und  "Das  Protokoll  wird  Ihnen  nun  übersetzt" (A41 S. 9) klarerweise als aktenwidrig erweisen, dass auch die übrigen Vorhalte  in der Rechtsmitteleingabe, mit welchen  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  eine  gegen  ihn  laufende  Verschwörung der Befragungsteilnehmer kolportiert  (etwa:  "Ça veut dire  que  l'  équipe de  la première  rencontre,  la dame et  le  traducteur,  ils ont  déja  organisé  de  me  faire  tromper  forcement"),  jeder  vernünftigen  Grundlage entbehren, dass  insgesamt  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  standhalten, weshalb auf eine Prüfung von deren Asylrelevanz verzichtet  werden kann, dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt  hat, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet  wurde,

E­6040/2011 dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art.  5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli  1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  ersichtlich sind, die in Ägypten droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemeine Lage in Ägypten noch individuelle Gründe auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Ägypten  schliesslich möglich  ist,  da  keine Vollzugshindernisse  bestehen  (Art.  83  Abs.  2  AuG)  und  es  ihm  obliegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

E­6040/2011 dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass mit  dem negativen Entscheid  in  der Hauptsache die  prozessualen  Anträge (Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung, Verzicht auf die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses,  vorsorgliche  Anweisung  an  die  zuständige  Behörde,  die  Kontaktaufnahme  mit  den  Behörden  des  Heimat­ oder Herkunftsstaates sowie  jegliche Datenweitergabe an diese  zu unterlassen) gegenstandslos werden, dass  aus  den  Akten  nicht  hervorgeht,  dass  dem  Heimatstaat  des  Beschwerdeführers  Daten  weitergegeben  worden  wären,  weshalb  auch  der  entsprechende  Eventualantrag,  eine  derartige  erfolgte  Datenweitergabe  sei  dem  Beschwerdeführer  in  einer  separaten  Verfügung bekanntzugeben, gegenstandslos ist, dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als  aussichtslos  darstellte,  weshalb  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  und  2  VwVG  abzuweisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art.  1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art.  63  Abs.  1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­6040/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65 Abs. 1 und 2 AsylG wird abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Jan Feichtinger Versand:

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