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Bundesverwaltungsgericht 31.10.2011 E-5848/2011

October 31, 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,449 words·~7 min·1

Summary

Nichteintreten auf Asylgesuch (Papierlosigkeit) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 13. Oktober 2011

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­5848/2011 Urteil   v om   3 1 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli; Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer. Parteien A._______, geboren am (…), Nigeria, vertreten durch René Bussien, Rechtsanwalt,  (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 13. Oktober 2011 / N (…).

E­5848/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  –  ein  nigerianischer  Staatsangehöriger  mit  letztem  Wohnsitz  in  B._______  –  eigenen  Angaben  zufolge  sein  Heimatland  am  22.  Januar  2011  verliess  und  nach  Aufenthalten  in  Ghana, Mali,  Libyen  und  Italien  am  4. März  2011  unter Umgehung  der  Grenzkontrolle  in  die  Schweiz  einreiste,  wo  er  am  folgenden  Tag  im  Transitzentrum (TZ) C._______ um Asyl nachsuchte, dass  ein  Vergleich  mit  der  Datenbank  Eurodac  ergab,  dass  der  Beschwerdeführer  in  D._______  daktyloskopisch  erfasst  wurde  und  am  8. August 2006 sowie am 15. Juli 2010 dort um Asyl nachgesucht hat, dass  ihn  die  Behörden  von  D._______  nach  einem  erfolglos  durchlaufenen Asylverfahren am 18. Juli 2010 nach Nigeria abgeschoben  haben, dass er am 11. März 2011  im TZ C._______ summarisch befragt wurde  und  am  5. Juli  2011  die  Anhörung  gemäss  Art.  29  Abs.  1  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  zu  seinen  Asylgründen stattfand, dass  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  geltend  machte,  seine  Eltern seien im Jahre 2001 gestorben, weshalb er bis zu seiner Ausreise  im  Jahre  2006  bei  (...),  die  in  unmittelbarer  Nähe  eines  Orakels  in  B._______ lebe, gewohnt habe,  dass dort alle sechs Jahre eine Feier stattfinde, bei welcher zu Gunsten  des  Schreins  ein  Opfer  dargebracht  werde,  wozu  er  im  Sommer  2006  auserwählt worden sei, dass  der  Mann,  welcher  beim  Orakel  arbeite,  (…)  darüber  informiert  habe,  weshalb  (…)  und  er  zu  einem  ihr  befreundeten  Mann  nach  E._______ geflohen seien,  dass er nach drei Tagen von diesem erfahren habe, dass (...) nach ihrer  Rückkehr  in  B._______  festgenommen  worden  sei  und  erst  wieder  freigelassen werde, wenn sie den Aufenthaltsort des Beschwerdeführers  preisgebe, dass dieser Mann  seine Ausreise organisiert  habe, woraufhin  er  im  Juli  2006 Nigeria verlassen habe und über verschiedene afrikanische Länder 

E­5848/2011 und  F._______  nach  D._______  gelangte,  wo  er  erfolglos  ein  Asylverfahren durchlaufen habe, dass er  im Juni 2009  in D._______ mit einem (...) des Mannes, der  ihm  die Ausreise organisiert und  finanziert habe, Schwierigkeiten bekommen  habe,  zumal  dieser  von  ihm  die  €  15'000.­  für  seine  Ausreise  zurückverlangt habe, dass  ihn  die  Behörden  von  D._______  im  Juli  2010  nach  Nigeria  zurückgeschafft hätten, dass  er  zurück  in  Nigeria  wegen  des Geldes  für  seine  Ausreise  erneut  Probleme  mit  diesem  Mann  erhalten  habe  und  von  diesem  deswegen  auch mit dem Tod bedroht worden sei,  dass  er  vor  diesem  Hintergrund  sein  Heimatland  am  22.  Januar  2011  erneut verlassen habe,  dass das BFM den Beschwerdeführer anlässlich der Einreichung seines  Asylgesuchs am 5. März 2011 und  im Rahmen der Kurzbefragung vom  11. März 2011 sowie der direkten Anhörung vom 5. Juli 2011 aufforderte,  rechtsgenügliche Papiere einzureichen und der Beschwerdeführer dieser  Aufforderung bis heute nicht nachgekommen ist, dass  ihm  anlässlich  der  Kurzbefragung  vom  11.  März  2011  zu  einer  allfälligen  Zuständigkeit  Österreichs,  Deutschlands  oder  Italiens  zur  Durchführung  seines  Asylverfahrens  das  rechtliche  Gehör  gewährt  wurde, dass  er  dazu  geltend  machte,  dass  er  nichts  gegen  eine Wegweisung  nach  D._______  habe,  sofern  die  dortigen  Behörden  mit  seiner  Rückübernahme einverstanden seien,  dass  er  in  F._______  weder  gefasst  noch  kontrolliert  worden  sei  und  G._______ nicht kenne, mit einer Überstellung jedoch einverstanden sei,  dass  für  den  Inhalt  der  weiteren  Aussagen  auf  die  Protokolle  bei  den  Akten verwiesen werden kann, dass  das  BFM  am  31.  März  2011  feststellte,  das  Dublin­Verfahren  sei  beendet und die Zuständigkeit des BFM zur Durchführung des nationalen  Asyl­ und Wegweisungsverfahrens verfügte,

E­5848/2011 dass  das BFM mit  Verfügung  vom 13. Oktober  2011  –  eröffnet  am  18.  Oktober 2011 –  in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  aus  der Schweiz verfügte und den Vollzug anordnete, dass  die  Vorinstanz  zur  Begründung  ihres  Entscheids  im Wesentlichen  ausführte,  der  Beschwerdeführer  habe  den  Asylbehörden  trotz  mehrmaliger Aufforderung innerhalb der ihm dazu eingeräumten Frist von  48 Stunden  und  bis  dato  keine  Identitätspapiere  eingereicht  und  hierfür  keine entschuldbaren Gründe glaubhaft zu machen vermocht, dass  die  von  ihm  geschilderten  Vorfälle  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und Art. 7 AsylG nicht genügten und  zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  aufgrund  der  Aktenlage  nicht  erforderlich seien, dass  der  Beschwerdeführer  in  Bezug  auf  den  Zeitpunkt  der  Kenntnisnahme  seiner  Opfergabe  widersprüchliche  Angaben  gemacht  habe,  indem  er  einerseits  zu  Protokoll  gegeben  habe,  er  selbst  habe  davon im Juli 2006 erfahren, um anlässlich der Anhörungen auszusagen,  (...)  habe  ihm  zwischen  Januar  und März  2006 mitgeteilt,  dem  Schrein  geopfert zu werden,  dass er sich zudem bezüglich des Orakels, dessen Funktionsweise und  Beschaffenheit  sowie  der  dort  arbeitenden  Personen  in  wirre  und  abenteuerlich anmutende Ausführungen verloren habe, dass  er  ferner  nicht  in  der  Lage  gewesen  sei,  konzise  und  kohärente  Ausführungen zum angeblichen Tod seiner Eltern, zu seinem Alter sowie  zu seinem Schulbesuch zu machen, zumal er angegeben habe, am (…)  geboren worden und (…) Jahre alt gewesen zu sein, als seine Eltern im  Jahr 2011 gestorben seien, dass  seine  Schilderungen  zur  Person,  die  beim  Orakel  arbeite  und  welcher  das  Orakel  die  Opfergabe  mitgeteilt  habe,  erfahrungswidrig  ausgefallen seien, dass  des  Weiteren  nicht  nachvollziehbar  sei,  dass  er  den  mit  s(...)  befreundeten  Mann,  welcher  ihn  im  Jahr  2006  in  E._______  aufgenommen,  seine  Ausreise  nach  Europa  organisiert  und  finanziert 

E­5848/2011 habe,  nicht  kenne,  besonders  weil  er  bei  seiner  angeblichen  Rückkehr  nach E._______ im Jahr 2010 von ihm mit dem Tod bedroht worden sei,  dass  die  Wegweisung  die  Regelfolge  eines  Nichteintretensentscheides  darstelle  und  keine  Gründe  ersichtlich  seien,  die  auf  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  oder  Unmöglichkeit  eines  Wegweisungsvollzuges  schliessen lassen könnten, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 24. Oktober 2011 – Datum  Poststempel  –  gegen  diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  –  unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolgen –  beantragen  liess, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem  Beschwerdeführer sei Asyl zu erteilen, die Dispositiv­Ziffern 2 und 3 seien  aufzuheben, von einer Wegweisung sei abzusehen und die Akten seien  der  Vorinstanz  zur  materiellen  Prüfung  der  geltend  gemachten  Asylgründe zurückzuweisen, dass  die  Akten  am  26.  Oktober  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht  eintrafen (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der  Regel  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art.  5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021])  des  BFM  entscheidet  (Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [VGG,  SR  173.32];  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG vorliegend  nicht  gegeben  ist  und  das  Bundesverwaltungsgericht  in  casu  endgültig  entscheidet,  dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

E­5848/2011 dass  somit  auf  die  im  Übrigen  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  –  unter  Vorbehalt  der  nachfolgenden  Erwägungen –  einzutreten,  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  und  Art.  6  AsylG  i.V.m.  Art.  52  VwVG),  dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art.  32  ­  35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,  dass  auf  das  Begehren  um Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  um Gewährung von Asyl somit nicht einzutreten ist,  dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),  dass  indessen  im Falle  des Nichteintretens  auf  ein Asylgesuch gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  und  Abs.  3  AsylG  über  das  Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit  dies  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  möglich  ist  (vgl.  BVGE  2007/8  insb.  E.  6.5  S.  90  f.),  dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen Beschwerdeverfahren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen  Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand  bildet  (vgl.  BVGE  2007/8  E.  2.1 S. 73),  dass  jedoch  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Falle  einer  Gutheissung  der Beschwerde ein kassatorisches Urteil auszufällen hätte, weshalb auf  die  Beschwerde  nicht  einzutreten  ist,  soweit  die  Gewährung  von  Asyl  beantragt wird,

E­5848/2011 dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt,  dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es  s0i0ch  vorliegend, wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG),  dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde,  dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den  Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs  Reise­ oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),  dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG),  auf  Grund  der  Anhörung  sowie  gestützt  auf  Art.  3  und  7  AsylG  die  Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder  sich auf Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  c  AsylG),  dass der Beschwerdeführer bis heute keine gültigen Identitätsdokumente  zu den Akten gereicht hat, dass  das  BFM  das  Vorliegen  entschuldbarer  Gründe,  die  es  dem  Beschwerdeführer verunmöglicht hätten, den Behörden innerhalb von 48  Stunden  nach  Einreichen  des  Asylgesuchs  echte  Reise­  oder  Identitätspapiere einzureichen, ausführlich und – nach Prüfung der Akten  auch  aus  Sicht  des  Bundesverwaltungsgerichts  –  zutreffend  sowie  mit  hinreichender  Begründung  verneint  hat,  weshalb  auf  die  zutreffenden  Erwägungen des BFM in der angefochtenen Verfügung vollumfänglich zu  verweisen ist (vgl. Art. 109 Abs. 3 BGG i.V.m. Art. 6 AsylG),  dass diese vorinstanzlichen Erkenntnisse in der Beschwerdeschrift weder  konkret noch substanziell bestritten werden,

E­5848/2011 dass  die  Behauptung  des  Beschwerdeführers  im  TZ  C._______,  nie  einen  Pass  beantragt  respektive  gehabt  zu  haben,  weil  nicht  jeder  in  Nigeria einen solchen brauche (vgl. Akten BFM A5/16 S. 3), mit Blick auf  die allgemeine Lebensrealität wenig plausibel anmutet,  dass  im Übrigen ausgeschlossen werden kann, dass es  ihm angesichts  strenger  Grenz­  und  Hafenkontrollen  möglich  gewesen  wäre,  ohne  Ausweispapiere  von  Nigeria  über  verschiedene  afrikanische  Länder,  F._______  und  G._______  in  die  Schweiz  gelangt  zu  sein  (vgl.  A5/16  S. 12 f.), dass  das  Bundesverwaltungsgericht  aufgrund  seines  jahrelangen  Aufenthalts  in  D._______,  der  Abschiebung  vom  18.  Juli  2010  nach  Nigeria sowie der gesamten Aktenlage davon ausgeht, er sei  im Besitze  eigener und authentischer Identitäts­ und Reisepapiere, welche er jedoch  innert  48  Stunden  und  bis  heute  in  Verletzung  seiner  gesetzlichen  Mitwirkungspflicht (vgl. insbes. Art. 8 Abs. 1 AsylG) den schweizerischen  Behörden vorenthalte, dass  mithin  zu  prüfen  bleibt,  ob  das  BFM  aufgrund  der  Anhörung  zu  Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und zusätzliche Abklärungen zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen als nicht erforderlich erachtet hat,  dass  im  vorliegenden  Verfahren  aufgrund  der  Aktenlage,  wie  sie  sich  nach  der  Befragung  im  TZ  C._______  vom  11.  März  2011  und  der  Anhörung  vom  5.  Juli  2011  darstellt,  unter  Verzicht  auf  zusätzliche  tatbeständliche  oder  rechtliche  Abklärungen  im  Rahmen  einer  bloss  summarischen  Prüfung  der  eindeutige  Schluss  gezogen  werden  kann,  dass der Beschwerdeführer offensichtlich die Flüchtlingseigenschaft nicht  erfüllt,  und  einem  Vollzug  der  Wegweisung  keine  Hindernisse  entgegenstehen (Art. 32 Abs. 3 Bst. b und c AsylG), dass auch die Ausführungen  in der Rechtsmitteleingabe daran nichts zu  ändern  vermögen,  da  sich  diese  im  Wesentlichen  darin  erschöpfen,  einzelne  Ausreisegründe  zu  wiederholen  und  auf  deren  Wahrheit  beharren, dass  in  der  Beschwerde  jedoch  gänzlich  unterlassen  wird,  auf  die  Unglaubhaftigkeitsargumente der Vorinstanz konkret einzugehen,

E­5848/2011 dass das BFM in  ihrer Entscheidbegründung nämlich zu Recht ausführt,  die Vorbringen des Beschwerdeführers seien erfahrungswidrig und nicht  kohärent ausgefallen, dass  er  insbesondere  anlässlich  der  Erstbefragung  angab,  Nigeria  am  22. Januar 2011 verlassen zu haben (vgl. A5/16 S. 6), um wenig später  zu Protokoll zu geben, er sei am 5. Januar 2011 aus Nigeria ausgereist  und auf Vorhalt des Widerspruchs die Richtigkeit seiner ersten Aussage  bekräftigte (vgl. A5/16 S. 12), dass er weiter  in der Kurzbefragung angab, seine Eltern seien  im Jahre  2001  gestorben  (vgl.  A5/16  S.  3),  wogegen  er  anlässlich  der  direkten  Anhörung ausführte, seine Eltern seien im Jahre 2011 verstorben, als er  gerade seine Schulzeit beendet habe (vgl. A16/11 S. 5) und schliesslich  als  dritte  Variante  zu  Protokoll  gab,  er  sei  im  Jahre  1992  eingeschult  worden, habe sechs Jahre die Primarschule besucht und diese im Jahre  2008 abgeschlossen (vgl. A5/16 S. 2), dass  der  die  genannten  Widersprüche  betreffende  Erklärungs­  und  Entkräftungsversuch  in  der  Beschwerdeschrift,  wonach  die  Befragerin  sofort  hätte  bemerken  müssen,  dass  diese  Angaben  nicht  stimmen  könnten  und  ein  Versehen  seien,  als  Schutzbehauptung  zu  werten  ist,  zumal der Beschwerdeführer die Richtigkeit der Protokolle unterschriftlich  bestätigt hat, dass schliesslich – entgegen seinen Ausführungen, er habe konzise und  kohärente  Angaben  gemacht  –  verschiedene  Angaben  des  Beschwerdeführers als realitätsfremd und widersprüchlich zu bezeichnen  sind, dass etwa die Aussage, wonach er den Namen des Bekannten von (...),  welcher ihm zur Flucht verholfen habe, nicht kenne (vgl. A16/11 S. 4), mit  dem Stellenwert der Familie und deren Bekannten  im westafrikanischen  Kulturkreis und der Rolle von (…) als seine Ziehmutter nicht vereinbar ist, dass sich der Beschwerdeführer nicht dazu äussert, wann er zum letzten  Mal Kontakt zu diesem Bekannten von (...) gehabt habe und weshalb er  davon ausgeht, von diesem verfolgt und getötet zu werden, dass er ferner selbst zu Protokoll gab, ihm sei nach seiner Rückkehr von  D._______  bis  zu  seiner  erneuten  Ausreise  nichts  zugestossen  (vgl.  A5/16 S. 11),

E­5848/2011 dass  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu  verweisen  ist  (Art.  6  AsylG i.V.m. Art. 109 Abs. 3 BGG),  dass sich die Erkenntnis ergibt, es bestehe weder Anlass zur Vornahme  zusätzlicher Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  noch  gar  zur  direkten  Feststellung der Flüchtlingseigenschaft (Art. 32 Abs. 3 Bst. b und c AsylG  sowie BVGE 2007/8 E. 2.1),  dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a i.V.m.  Art.  32  Abs.  3  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat,  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001 Nr.  21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  zu bestätigen ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG, Art. 32 Abs. a der Asylverordnung  1  vom  11.  August  1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV  1,  SR  142.311];  vgl. EMARK 2001 Nr. 21),  dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),  dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art.  5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli  1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), 

E­5848/2011 dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb  das  in  Art. 5  AsylG  und  Art.  33  FK  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements im vorliegenden Verfahren keine  Anwendung  findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  ersichtlich  sind,  die  dem  Beschwerdeführer in Nigeria droht,  dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemeine Lage im Heimatstaat des Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend zumutbar ist, dass  der  Beschwerdeführer  von  Geburt  bis  September  2006  in  B._______ – zuletzt bei (...) – gelebt und die Schule besucht hat, weshalb  davon auszugehen ist, er verfüge dort über ein soziales Beziehungsnetz  und gerate dort nach seiner Rückkehr nicht  in eine existenzbedrohende  Lage,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei  der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, soweit darauf einzutreten ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­  (Art. 1 ­ 3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 

E­5848/2011 Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­5848/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Chantal Schwizer Versand:

E-5848/2011 — Bundesverwaltungsgericht 31.10.2011 E-5848/2011 — Swissrulings