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Bundesverwaltungsgericht 07.10.2011 E-5459/2011

October 7, 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,140 words·~6 min·1

Summary

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 23. September 2011

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­5459/2011 Urteil   v om   7 .   O k t ob e r   2011 Besetzung EInzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Gérald Bovier;  Gerichtsschreiber Jan Feichtinger. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), und deren gemeinsames Kind   C._______, geboren am (…), Algerien,  (…),   Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­ Verfahren); Verfügung des BFM vom 23. September 2011 /  N (…).

E­5459/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  die  Beschwerdeführenden,  algerische  Staatsangehörige  aus  D._______,  ihren  Heimatstaat  eigenen  Angaben  zufolge  am  18. Juni 2011 verliessen und per Direktflug ab Algier legal mit einem von  Spanien  ausgestellten,  bis  am  (…)  gültigen  Schengen­Visum  in  die  Schweiz gelangten, wo sie am 7. Juli 2011 um Asyl nachsuchten, dass  das  BFM  anlässlich  der  Kurzbefragungen  vom  18. Juli 2011  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  E._______  die  Personalien  der  volljährigen  Beschwerdeführenden  erhob  und  sie  summarisch  zum  Reiseweg  sowie  zu  den  Gründen  für  das  Verlassen  des  Heimatlandes  befragte,  wobei  sie  einhellig  geltend machten,  sie  seien  in  die  Schweiz  gekommen,  um  ihrem  an  (…)  erkrankten  Sohn  C._______  eine  medizinische  Behandlung  zu  ermöglichen,  da  er  ohne  diese  keine  Überlebenschance habe, dass  das BFM gestützt  auf  Art.  9  Abs.  4  der  Verordnung Nr.  343/2003  des  Rates  vom  18.  Februar  2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der  für die Prüfung eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig  ist  (Dublin­II­VO)  die  spanischen  Behörden  am  5. August 2011 um Übernahme den Beschwerdeführenden ersuchte und  diese am 22. September 2011 ihre Zustimmung erteilten, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  23. September 2011  (eröffnet  am  26. September) in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  vom  7. Juli 2011  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  nach  Spanien  verfügte,  den  Vollzug  der  Wegweisung  anordnete,  feststellte,  einer  allfälligen  Beschwerde  komme  keine  aufschiebende  Wirkung zu und den Beschwerdeführenden die editionspflichtigen Akten  gemäss Aktenverzeichnis aushändigte, dass das BFM zur Begründung ausführte, die Beschwerdeführenden sei  mit  einem  von  Spanien  ausgestellten  Schengen­Visum  in  den  Dublin­ Raum eingereist, dass  gestützt  auf  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in 

E­5459/2011 der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen  [DAA, SR 0.142.392.68]) bzw. Übereinkommen vom 17. Dezember 2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island  und  dem  Königreich  Norwegen  über  die  Umsetzung,  Anwendung  und  Entwicklung  des  Schengen­Besitzstands  und  über  die  Kriterien  und  Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags  (SR  0.360.598.1), Spanien für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig  sei, dass  Spanien  am  5. August 2011  einer  Übernahme  der  Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 9 Abs. 4 Dublin­II­VO zugestimmt  habe, dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder  einer  Verlängerung  (Art.  19  Dublin­II­VO)  –  bis  spätestens  zum  22. März 2012 zu erfolgen habe, dass  die  volljährigen  Beschwerdeführenden  im  Rahmen  des  ihm  gewährten  rechtlichen  Gehörs  vom  18. Juli 2011  nichts  Substanzielles  gegen  die  Durchführbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  hätten  erwidern  können, dass das BFM den Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden  nach Spanien zudem als zulässig, zumutbar und möglich erachtete, dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  29. September 2011  (Poststempel: 30. September 2011) beantragten, die Verfügung des BFM  sei aufzuheben,  ihre Flüchtlingseigenschaft sei anzuerkennen und  ihnen  sei Asyl zu gewähren; eventualiter sei festzustellen, dass der Vollzug der  Wegweisung  unzulässig,  unzumutbar  und  unmöglich  sei  und  es  sei  die  vorläufige Aufnahme anzuordnen, dass  sie  in  prozessualer  Hinsicht  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021])  und  den Verzicht  auf  die Erhebung  eines Kostenvorschusses  beantragten  sowie  darum  ersuchten,  eventualiter  sei  die  aufschiebende  Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen, die zuständige Behörde sei  vorsorglich  anzuweisen,  die  Kontaktaufnahme  mit  den  Behörden  des  Heimat­  oder  Herkunftsstaates  sowie  jegliche  Datenweitergabe  an 

E­5459/2011 dieselben  zu  unterlassen  und  sie  seien  bei  bereits  erfolgter  Datenweitergabe darüber in einer separaten Verfügung zu informieren, dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit  für den Entscheid  wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  5. Oktober 2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eingingen, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)   des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG, Art. 105  AsylG, Art. 6 AsylG), dass  die  Beschwerdeführenden  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung  der Beschwerde  legitimiert sind  (Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und  Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass auf die  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten  ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 52  Abs. 1 VwVG), dass  gemäss  Art.  111  Bst.  e  AsylG  die  Richterinnen  und  Richter  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  oder  einer  zweiten  Richterin  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  als  Einzelrichter  beziehungsweise  Einzelrichterin  entscheiden  und  ein  solches  Rechtsmittel hier vorliegt,

E­5459/2011 dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Missbrauch  und  Überschreitung  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art.  32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  ­  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  ­  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240  f.), weshalb  auf  die  Beschwerde  nicht  einzutreten  ist,  soweit  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl beantragt wird, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  gestützt  auf  die  einleitenden  Bestimmungen  sowie  Art.  1  Abs.  1  DAA  i.V.m. Art. 29a Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999  über  Verfahrensfragen  (AsylV  1,  SR  142.311)  die  Prüfung  der  staatsvertraglichen  Zuständigkeit  zur  Behandlung  eines  Asylgesuches  nach den Kriterien der Dublin­II­VO zu erfolgen hat, dass  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  im  Weiteren  voraussetzt,  dass  der  staatsvertraglich  zuständige  Staat  einer  Übernahme  der  asylsuchenden  Person zugestimmt hat (vgl. Art. 29a Abs. 2 AsylV 1), dass  gemäss  Art.  3  Abs.  1  Dublin­II­VO  die  Mitgliedstaaten  jeden  Asylantrag prüfen, den ein Drittstaatsangehöriger an der Grenze oder im  Hoheitsgebiets  eines Mitgliedstaates  stellt, wobei  der Antrag  von  einem 

E­5459/2011 einzigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III  Dublin­II­VO als zuständiger Staat bestimmt wird, dass  das  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen  Mitgliedstaates  eingeleitet  wird,  sobald  ein  Asylantrag  erstmals  in  einem  Mitgliedstaat  gestellt wurde  (Art.  4 Abs.  1 Dublin­II­VO), wobei  die Kriterien  in  der  in  Kapitel III der Dublin­II­VO genannten Rangfolge (vgl. Art. 5­14 Dublin­ II­ VO) anzuwenden sind sowie von der Situation zum Zeitpunkt, in dem der  Asylbewerber  erstmals  einen  Antrag  in  einem  Mitgliedstaat  stellt,  auszugehen ist (Art. 5 Abs. 1 und 2 Dublin­II­VO), dass  für den Fall, dass ein Asylbewerber ein gültiges Visum besitzt, der  Mitgliedstaat, der das Visum erteilt hat, für die Prüfung des Asylantrages  zuständig  ist,  es  sei  denn,  das  Visum  sei  in  Vertretung  oder  mit  schriftlicher Zustimmung eines anderen Mitgliedstaates erteilt worden;  in  diesem  Fall  ist  der  letztgenannte  Mitgliedstaat  für  die  Prüfung  des  Asylantrages zuständig (vgl. Art. 9 Abs. 2 Satz 1 und 2 Dublin­II­VO), dass  diese  Bestimmung  unter  den  in  Art.  9  Abs.  4  Dublin­II­VO  genannten  Voraussetzungen  selbst  bei  abgelaufenem  Aufenthaltstitel  oder Visum zur Anwendung gelangt, dass  gemäss  dem  ersten  Abschnitt  von  Art.  9  Abs.  4  Dublin­II­VO  ein  Asylbewerber,  der  einen  oder  mehrere  Aufenthaltstitel  besitzt,  die  weniger  als  zwei  Jahre  zuvor  abgelaufen  sind  oder  der  über  ein  oder  mehrere  Visa  verfügt,  die  seit  weniger  als  sechs  Monaten  abgelaufen  sind,  aufgrund  deren  er  in  das  Hoheitsgebiet  eines  Mitgliedstaates  einreisen  konnte,  die  Absätze  1,  2  und  3  des  Art.  9  Dublin­II­VO  anwendbar  sind,  solange  der  Antragsteller  das  Hoheitsgebiet  der  Mitgliedstaaten nicht verlassen hat, dass  aufgrund  der  Akten  (A15  S.  3)  sowie  der  Aussagen  der  Beschwerdeführenden  (A5 S. 3, A6 S. 3)  feststeht,  dass diese über ein  Schengen­Visum  verfügten,  welches  durch  die  spanischen  Behörden –  für den Zeitraum vom (…) bis zum (…) – ausgestellt wurde, dass demnach das BFM die spanischen Behörden am 5. August 2011 zu  Recht  um Übernahme  der  Beschwerdeführenden  ersuchte,  da  Spanien  aufgrund  des  abgelaufenen  Visums  gestützt  auf  Art.  9  Abs.  2  und  4  Dublin­II­VO zur Prüfung des Asylgesuches zuständig ist,

E­5459/2011 dass die Anfrage des BFM zudem innerhalb der in Art. 17 Abs. 1 Dublin­ II­VO vorgegebenen Frist erfolgte, dass die spanischen Behörden mit Schreiben vom 22. September 2011 –  und  damit  innerhalb  der  in  Art.  18  Abs.  1  Dublin­II­VO  vorgesehenen  Frist –  einer  Rückübernahme  des  Beschwerdeführers  zustimmten  (vgl.  A11  S.  1)  und  damit  Spanien  die  Zuständigkeit  zur  Prüfung  der  Asylgesuche der Beschwerdeführenden anerkannte, dass Spanien unter anderem Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30),  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und Grundfreiheiten  (EMRK, SR  0.101)  und  des Übereinkommens  vom  10. Dezember 1984 gegen Folter oder andere grausame, unmenschliche  oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist, dass  keine  konkreten  Hinweise  dafür  bestehen,  wonach  Spanien  sich  nicht  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen  Normen der EMRK, halten würde, dass  die  Beschwerdeführenden  einer  Wegweisung  nach  Spanien  im  Rahmen  der  Befragung  entgegenhielten,  sie  verstünden  die  spanische  Sprache nicht und seien auch mit den dortigen Traditionen nicht vertraut,  ausserdem  gedenke  die  Beschwerdeführerin  –  (…)  –  ihre  nächste  Schwangerschaft in der Schweiz zu durchleben (A5 S. 6, A6 S. 6), dass  weder  sprachlich  oder  kulturell  bedingte  Hindernisse  noch  der  geäusserte Wunsch der Beschwerdeführerin Gründe darstellen, die einen  Selbsteintritt  des  BFM  gemäss  Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO  nahegelegt  hätten, dass den mit Beschwerdeeingabe eingereichten ärztlichen Zeugnissen zu  entnehmen  ist,  der  an  (...)  erkrankte  C._______  bedürfe  weiterhin  regelmässiger (...) im Abstand von vier Wochen, dass  auch  diese  ärztlichen  Beurteilungen  die  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  nicht  indizieren,  da  die  notwendigen  medizinischen  Institutionen  und  Medikamente  zur  Weiterbehandlung  der  besagten  Beschwerden  in Spanien klarerweise vorhanden sind und asylsuchende  Personen dort Zugang zu medizinischer Versorgung haben,

E­5459/2011 dass  somit  keine  Gründe  vorliegen,  die  einen  Selbsteintritt  des  BFM  gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO nahegelegt hätten, dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG  zu  Recht  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht  eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch  auf Erteilung einer solchen besteht, weshalb die verfügte Wegweisung im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  BFM zu Recht angeordnet wurde, dass im Rahmen des Dublin­Verfahrens systembedingt kein Raum bleibt  für Ersatzmassnahmen  im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG  i.v.m. Art. 83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20),  eine  entsprechende  Prüfung  soweit  notwendig  vielmehr  bereits  im  Rahmen  des  Nichteintretensentscheides stattfinden muss, dass  in diesem Sinne die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung nach  Spanien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnete, dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, soweit darauf einzutreten ist, dass mit  dem negativen Entscheid  in  der Hauptsache die  prozessualen  Anträge  (Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses,  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  und  Unterlassung  der  Datenweitergabe) gegenstandslos werden, dass sich die Beschwerdebegehren aufgrund vorstehender Erwägungen  als  aussichtslos  erweisen,  weshalb  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  und  2  VwVG  abzuweisen  ist und bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von  Fr.  600.–  (Art.  1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

E­5459/2011 SR  173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art.  63  Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­5459/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und   2 VwVG wird abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.–  werden  den  Beschwerdeführenden  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Jan Feichtinger Versand:

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