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Bundesverwaltungsgericht 31.01.2012 E-461/2012

January 31, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,164 words·~6 min·1

Summary

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung nach Italien (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 13. Januar 2012

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­461/2012 Urteil   v om   3 1 .   J a nua r   2012   Besetzung Einzelrichterin Christa Luterbacher,  mit Zustimmung von Richter Bruno Huber; Gerichtsschreiberin Gabriela Oeler. Parteien A._______, geboren (…), Tunesien,  (…) Beschwerdeführer,  Gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung nach Italien  (Dublin­Verfahren);  Verfügung des BFM vom 13. Januar 2012 / N (…).

E­461/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass der Beschwerdeführer sein Heimatland eigenen Angaben zufolge im  Juni  2001  verliess und über Malta  nach  Italien gelangte, wo er  sich bis  zur Weiterreise in die Schweiz aufhielt,  dass er am 17. Oktober 2011  in die Schweiz gelangte und unter der  im  Rubrum erwähnten Identität um Asyl nachsuchte,  dass er sich nicht auszuweisen vermochte und angab, sein Pass befinde  sich zwecks Verlängerung auf dem tunesischen Konsulat in Italien, dass  er  am  24.  Oktober  2011  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ) (…) zu seinem Asylgesuch befragt wurde,  dass  er  dabei  ausführte,  er  habe  im  Heimatland  mit  den  Behörden  keinerlei Schwierigkeiten gehabt,  dass  er  zu  seinem  Aufenthalt  in  Italien  ausführte,  er  habe  sich  an  verschiedenen  Orten  (Rom,  Neapel,  Palermo  und  Milano)  aufgehalten  und gelegentlich auch gearbeitet,  dass  er  sich,  als  er  keine Arbeit  gehabt  habe,  in Milano  an  die Caritas  gewandt habe, dass  er  während  seines  jahrelangen  Aufenthalts  in  Italien  wiederholt  daktyloskopiert und auch – mittels  "foglio di via"  ­ weggewiesen worden  sei, dass  er  in  Italien  unter  der  Identität  B._______,  geboren  (…),  Algerien,  registriert gewesen sei, dass er in Italien keinen Aufenthaltstitel gehabt habe und ihm ein Anwalt  im Jahre 2005 gesagt habe, nach Erhalt eines "foglio di via" könne er  in  Italien kein Asylgesuch mehr stellen,  dass er in die Schweiz gekommen sei, weil er in Italien weder Arbeit noch  Pflege noch Unterkunft erhalte,  dass er sich erhoffe, in der Schweiz eine bessere wirtschaftliche Situation  vorzufinden, 

E­461/2012 dass dem Beschwerdeführer anlässlich der Befragung vom 24. Oktober  2011 das rechtliche Gehör zu einer Wegweisung nach Italien eingeräumt  wurde, dass er daraufhin wiederholte, er habe  in  Italien weder Asyl noch Arbeit  noch eine Unterkunft,  dass  das  BFM  am  10.  November  2011  an  Italien  ein  Ersuchen  um  Übernahme  des  Beschwerdeführers  im  Sinne  von  Art.  10  Abs.  2  der  Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 (Dublin­ II­Verordnung)  zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig ist, stellte, dass Italien zum Übernahmeersuchen  innert der  festgelegten Frist keine  Stellung nahm,  dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  13.  Januar  2012  –  eröffnet  am  19.  Januar 2012 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers vom 17. Oktober 2011 nicht eintrat, die Wegweisung  nach  Italien  verfügte,  den  Beschwerdeführer  –  unter  Androhung  von  Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – aufforderte, die Schweiz spätestens  am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, den Kanton Zürich  verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  feststellte,  eine  allfällige  Beschwerde  gegen  die  Verfügung  habe  keine  aufschiebende  Wirkung,  und  dem  Beschwerdeführer  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss Aktenverzeichnis aushändigte, dass  es  zur  Begründung  seiner  Verfügung  ausführte,  gestützt  auf  die  einschlägigen  staatsvertraglichen  Bestimmungen  (Abkommen  vom  26.  Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  [Dublin­ Assoziierungsabkommen,  SR  0.142.392.68];  Dublin­II­VO;  Verordnung  [EG]  Nr.  1560/2003  der  Kommission  vom  2.  September  2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur  Verordnung  [EG]  Nr.  343/2003  des  Rates  [DVO Dublin]) sei  Italien  für die Durchführung des Asylverfahrens  zuständig, 

E­461/2012 dass  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  anlässlich  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  die  Zumutbarkeit  der  Wegweisung  nach  Italien  nicht zu widerlegen vermöchten,  dass  der  Vollzug  der Wegweisung  nach  Italien  zudem möglich  sei  und  der Beschwerdeführer in Italien Schutz vor Rückschiebung im Sinne von  Art. 5 Abs. 1 AsylG finde, dass auch keine Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 der Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  im  Falle  einer  Rückkehr  des  Beschwerdeführers nach Italien bestünden,  dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  25.  Januar  2012  gegen  diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und  beantragte,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben,  die  Flüchtlingseigenschaft  anzuerkennen,  Asyl  zu  gewähren,  die  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und  Unmöglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen, dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragte,  es  sei  die  unentgeltliche  Prozessführung  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  zu  gewähren,  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  zu  verzichten  und  eventuell  die  aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen, dass  die  zuständige  Behörde  ferner  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme anzuweisen sei, die Kontaktaufnahme mit dem Heimatstaat  sowie  jegliche Weitergabe  von Daten an denselben  zu unterlassen und  den  Beschwerdeführer  bei  einer  eventuell  bereits  erfolgten  Datenweitergabe in einer separaten Verfügung zu informieren,  dass der Beschwerdeführer die materiellen Begehren damit begründete,  er habe  in  Italien schwierige Jahre erlebt und  fühle  sich  in der Schweiz  endlich wieder als richtiger Mensch,  dass er alles tun würde, um hier leben zu dürfen,  dass er keine Gefahr sei für die Schweiz und er sich an das Gesetz und  die Regeln halten würde, weshalb ihm eine Chance zu geben sei, 

E­461/2012 dass  die  Instruktionsrichterin  mit  Zwischenverfügung  vom  26.  Januar  2012 den Vollzug der Wegweisung bis zum Eingang der vorinstanzlichen  Akten  und  einem  allfälligen  Entscheid  über  die  Gewährung  der  aufschiebenden Wirkung aussetzen liess, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  27.  Januar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht  vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  sich das Verfahren nach dem VwVG  richtet,  soweit  das VGG und  das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist­ und formgerecht eingereichte Beschwerde ­ unter  nachstehendem  Vorbehalt  ­  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2  AsylG  und  Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

E­461/2012 dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde,  dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),  dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  indes  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich grundsätzlich volle Kognition zukommt,  dass  die  Verfügung  als  Anfechtungsgegenstand  in  der  Bundesverwaltungsrechtspflege  den  äusseren Rahmen  bildet,  innerhalb  welchem  die  Parteien  der  Rechtsmittelinstanz  ein  Rechtsverhältnis  zur  Beurteilung unterbreiten können,  dass der durch die Parteibegehren definierte Streitgegenstand nicht über  den  Anfechtungsgegenstand  hinaus  reichen  darf,  Gegenstand  des  Beschwerdeverfahrens  somit  grundsätzlich  nur  sein  kann,  was  Gegenstand  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  war  oder  nach  richtiger  Gesetzesauslegung hätte sein sollen, dass die angefochtene Verfügung vom 13. Januar 2011 keine Regelung  betreffend Flüchtlingseigenschaft und Gewährung von Asyl enthält, dass  mit  den  Begehren,  es  sei  die  Flüchtlingseigenschaft  festzustellen  und Asyl zu gewähren, der Streitgegenstand in unzulässiger Weise über  den in der angefochtenen Verfügung geregelten Anfechtungsgegenstand  hinaus erweitert wird,  dass im vorliegenden Beschwerdeverfahren mithin einzig zu prüfen ist, ob  das BFM gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch des  Beschwerdeführers zu Recht nicht eingetreten ist, 

E­461/2012 dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  der  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),  dass  sich  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  aufgrund  der  Akten  als  zutreffend erweisen, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen vorab  auf  die  nicht  zu  beanstandenden  Ausführungen  des  BFM  in  der  angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann, dass  sich  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  nämlich  vor  seiner Einreise in die Schweiz seit dem Jahr 2001 ununterbrochen unter  anderer  Identität  in  Italien  aufgehalten  hat,  wo  er  angeblich  kein  Asylgesuch gestellt hat,  dass  gemäss  den Bestimmungen  der Dublin­II­VO  vorliegend  Italien  für  die  Behandlung  eines  allfälligen  Asylgesuchs  des  Beschwerdeführers  zuständig ist,  dass die  italienischen Behörden das Ersuchen der Schweizer Behörden  um Rückübernahme des Beschwerdeführers innert Frist nicht beantwortet  haben,  womit  die  Zuständigkeit  Italiens  gemäss  Dubliner  Verfahrensregelung  aufgrund  der  so  genannten  Verfristung  definitiv  geworden ist (vgl. Art. 18 Abs. 1 Dublin­II­VO),  dass  Italien  Signatarstaat  sowohl  des  Abkommens  vom  28.  Juli  1951  über  die Rechtsstellung der Flüchtlinge  (FK, SR 0.142.30)  als  auch der  EMRK ist,  dass  keine  konkreten  Anhaltspunkte  vorliegen,  wonach  sich  Italien  im  Falle  des  Beschwerdeführers  nicht  an  die  daraus  resultierenden  völkerrechtlichen Verpflichtungen halten würde, dass  in  Italien  ein  rechtsstaatlich  konformes Verfahren  zur  Prüfung  des  Asylgesuchs  und  der  Wegweisung  garantiert  ist  und  selbst  ein  dort  bereits  durchlaufenes  Asylverfahren  oder  ein  Wegweisungsentscheid  keine  Gründe  darzustellen  vermöchten,  um  ein  Asylgesuch  in  der  Schweiz materiell zu behandeln,  dass  auch  kein  Grund  zur  Annahme  besteht,  Personen,  die  sich  im  Rahmen  eines Asylverfahrens  in  Italien  aufhalten, würden  aufgrund  der  dortigen Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle Notlage versetzt, 

E­461/2012 dass  Asylsuchende  in  Italien  bei  der  Unterkunft,  der  Arbeit  und  dem  Zugang  zur  medizinischen  Infrastruktur  in  der  Tat  gewissen  Schwierigkeiten ausgesetzt sein können, dass  Dublin­Rückkehrende  betreffend  Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  bevorzugt  behandelt  werden  und  sich  –  neben  den staatlichen Strukturen – auch zahlreiche private Hilfsorganisationen  der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen, dass die Organisation  „Arci  con Fraternità“ seit dem 1. Januar 2009 die  Betreuung der Flüchtlinge im Flughafen Fiumicino (Rom) organisiert und  dort den Asylsuchenden kostenlose Rechtsberatung anbietet, dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  zu  einer  allfälligen  Wegweisung  nach  Italien  nebst  den  bereits  erwogenen,  erschwerten  Lebensbedingungen  keine  weiteren  Einwände  erhoben hat, dass  er  auch  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  nichts  vorbringt,  was  die  Zuständigkeit Italiens in Frage zu stellen vermöchte,  dass  die  Wünsche  des  Beschwerdeführers  in  Bezug  auf  das  Aufenthaltsrecht  ohne  Einfluss  auf  die  Frage  des  zuständigen  Staates  sind,  dass  das  BFM  nach  dem  Gesagten  keine  Veranlassung  zu  einem  Selbsteintritt  (Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO)  gehabt  hat  und  es  damit  zu  Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch  des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,  dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus der Schweiz zur Folge hat  (Art.  44 Abs. 1 AsylG),  vorliegend keine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  wurde  und  auch  kein  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht,  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  demnach zu bestätigen ist,  dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  –  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches  zuständigen   Staat  handelt  –  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für  Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 

E­461/2012 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen  und Ausländer [AuG, SR 142.20]),  dass  sich  die  Frage  nach  dem  Bestehen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  regelmässig  bereits  als  Voraussetzung  (und  nicht  erst  als  Regelfolge)  des  Nichteintretensentscheids  darstellt,  und  demnach  im  Rahmen  der  Prüfung des Selbsteintritts beantwortet worden ist,  dass in diesem Sinn das BFM den Vollzug der Wegweisung nach Italien  zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erklärte, dass das BFM gemäss Aktenlage bisher keine Daten an die heimatlichen  Behörden  weitergeleitet  hat,  weshalb  der  Eventualantrag  des  Beschwerdeführers,  es  sei  darüber  in  einer  separaten  Verfügung  zu  informieren, hinfällig ist,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder  unangemessen  sei  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde  abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist, dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist,  dass  der  Antrag  auf  Anordnung  vorsorglicher  Massnahmen  durch  das  Bundesverwaltungsgericht  –  solche  können  nur  für  die  Dauer  des  Beschwerdeverfahrens  Wirkung  entfalten  –  und  die  Gesuche  um  Gewährung  der  aufschiebenden Wirkung  der  Beschwerde  und  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  aufgrund  des  direkten  Entscheids  in  der  Hauptsache  gegenstandslos  geworden  sind,  weshalb  darüber nicht zu befinden ist, dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen  ist, da die Beschwerde – wie  sich  aus  den  vorstehenden  Erwägungen  ergibt  –  als  aussichtslos  zu  bezeichnen  war,  weshalb  die  kumulativen  Voraussetzungen  für  die  Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht erfüllt sind,  dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­  (Art. 1 ­ 3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 

E­461/2012 Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG).  Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  wird  abgewiesen.  3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Gabriela Oeler Versand:

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