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Bundesverwaltungsgericht 07.02.2012 E-3599/2011

February 7, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,033 words·~10 min·2

Summary

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 23. Mai 2011 / N

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­3599/2011 Urteil   v om   7 .   Februar   2012 Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz), Richter Bendicht Tellenbach, Richter Jean­Pierre Monnet,    Gerichtsschreiberin Jeannine Scherrer­Bänziger. Parteien A._____, geboren (…), Bangladesch,   vertreten durch Andreas Bellwalder, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 23. Mai 2011 / N (...).

E­3599/2011 Sachverhalt: A.  Der  Beschwerdeführer  verliess  gemäss  eigenen  Angaben  seinen  Heimatstaat Ende Juli 2010 und hielt sich bis  im Oktober 2010 in Indien  auf.  Am  7.  Oktober  2010  flog  er  nach  Dubai  und  von  dort  weiter  nach  Rom.  Am  19.  Oktober  2010  gelangte  er  in  die  Schweiz,  wo  er  gleichentags  um Asyl  nachsuchte.  Er  wurde  vom BFM  am  28. Oktober  2010  summarisch befragt  und am 12. Mai  2011  zu  seinen Asylgründen  angehört.  Der Beschwerdeführer brachte vor, er sei Bengali und Sunnite. In seiner  Heimat  sei  er  nie  religiös  oder  politisch  tätig  gewesen.  Er  stamme  aus   (…)  in  der  Provinz  (…).  Im  Oktober  2008  habe  er  sich  bei  den  BDR  (Bangladesh  Rifles)  beworben;  in  der  Folge  sei  er  in  der  (…)  während  zwei Tagen in der Woche für (…) zuständig gewesen. Im Übrigen habe er  sich auf die Aufnahmeprüfung der Universität vorbereitet. Am 25. und 26.  Februar 2009 habe es in Pilkhana anlässlich der Jahresveranstaltung der  BDR  einen  Aufstand  mit  Schiessereien  und  Explosionen  gegeben,  weshalb  er  sich  in  der Wohnung  versteckt  habe.  Am  26.  Februar  2009  abends habe sich die Situation etwas beruhigt, so dass er die Wohnung  verlassen  habe.  Er  habe  viele  verletzte  Menschen  gesehen  und  sei  in  Panik erst zu B._____ in der Nähe des New Market und einen Tag später  in  (…) geflohen. Dort habe er sich bis  im April 2009 versteckt gehalten,  dann  sei  er, weil  die Regierung  alle  habe  festnehmen  lassen,  die  beim  Aufstand  anwesend  gewesen  seien,  zu  C._____  gegangen.  Während  seines Aufenthalts bei C._____ hätten die Sicherheitskräfte  in  (…) unter  der Beschuldigung, er sei an Plünderungen in Pilkhana beteiligt gewesen  und  habe Waffen  gestohlen,  nach  ihm  gesucht.  Als  D._____  daraufhin  auf den Polizeiposten gegangen sei, um Erkundigungen einzuholen, habe  man  diesen  festgehalten  und  gefoltert.  Am  (…)  sei  D._____  an  den  Folgen  der  Misshandlungen  gestorben.  C._____  habe  den  Beschwerdeführer  am  20.  Juni  2009  zu  (…)  in  (…)  im  Distrikt  (…)  geschickt,  wo  er  bis  Ende  Juli  2010  gelebt  habe.  Danach  habe  er  mit  einem Schlepper  seine Heimat  verlassen und  sei  via  Indien, Dubai  und  Italien in die Schweiz gelangt.  Der Beschwerdeführer gab an, nie einen Reisepass besessen zu haben.  Seine  Identitätskarte  habe  er  Ende  Februar  2009  zusammen  mit  dem  Arbeitsausweis und dem Passierschein seiner E._____ abgegeben, weil 

E­3599/2011 die Polizei nach ihm gesucht habe. Wo die Ausweise aktuell seien, wisse  er nicht.  Für  den  Inhalt  der  weiteren  Aussagen  und  für  die  im  erstinstanzlichen  Verfahren  eingereichten  Dokumente  wird  auf  die  Akten  (Beweismittelcouvert)  und,  soweit  für  den Entscheid wesentlich,  auf  die  nachfolgenden Er­wägungen verwiesen. B.  Am 8. Dezember 2010 gelangte das BFM an das Ministerio dell' Interno in  Rom. Mit Schreiben vom 10. Januar 2011 teilte dieses mit, der Beschwer­ deführer sei  in  Italien nicht bekannt, worauf das Bundesamt das Dublin­ Verfahren beendete.  C.  Mit Schreiben vom 28. März 2011 reichte das Zivilstandsamt des Kantons  Zürich  dem  BFM  den  am  (…)  in  der  Vertretung  Bangladeschs  in  Genf  ausgestellten Reisepass des Beschwerdeführers ein, welchen dieser  im  Rahmen seines Ehevorbereitungsverfahrens beantragt hatte, und Kopien  der  in  diesem  Zusammenhang  in  Bangladesch  eingeforderten  Papiere  (…). D.  Am  19.  Mai  2011  liess  die  Schweizerische  Botschaft  in  Dhaka  dem  Zivilstandsamt  der  Stadt  Zürich  im  Zusammenhang  mit  der  Eintragung  einer  Partnerschaft  in  der  Schweiz  mehrere  beglaubigte  Unterlagen  zugehen.   E.  Mit Verfügung vom 23. Mai 2011 – eröffnet am 30. Mai 2011 – stellte das  BFM  fest,  der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft  nicht,  lehnte das Asylgesuch ab,   wies  ihn aus der Schweiz weg und ordnete  den Wegweisungsvollzug an.  F.    Mit  Beschwerde  vom  23.  Juni  2011  an  das  Bundesverwaltungsgericht  liess  der  Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  in  materieller  Hinsicht  beantragen,  die  vorinstanzliche  Verfügung  sei  aufzuheben,  es  sei  ihm  Asyl  zu  gewähren,  eventualiter  sei  das  Verfahren  an  die  Vorinstanz  zwecks  weiterer  Abklärungen  zurückzuweisen,  subeventualiter  sei  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen.  In 

E­3599/2011 verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragte  er,  der  Beschwerde  sei  die  aufschiebende Wirkung zu erteilen.  G.  Mit  Zwischenverfügung  vom  1.  Juli  2011  stellte  der  Instruktionsrichter  fest,  der  Beschwerdeführer  dürfe  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten,  und  forderte  ihn  auf,  innert  Frist  entweder  einen  Kostenvorschuss  zu  bezahlen  oder  eine  Fürsorgebestätigung  einzureichen.  Der  Beschwerdeführer  reichte  mit  Schreiben  vom  15.  Juli  2011  eine  Fürsorgebestätigung ein.  H. Mit  Datum  vom  9.  September  2011  ging  dem  BFM  eine  amtliche  Mitteilung zu, der zu entnehmen ist, dass der Beschwerdeführer in Zürich  seine Partnerschaft mit F._____ hat eintragen lassen. I. Das  BFM  hielt  in  seiner  Vernehmlassung  vom  2.  November  2011  vollumfänglich  an  seiner  angefochtenen  Verfügung  fest  und  beantragte  die Abweisung der Beschwerde.  Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 

E­3599/2011 Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Be­ schwerdeführer  hat  am Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen,  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).  Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen  Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG).

E­3599/2011 4.  4.1.  Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  ihres  ablehnenden  Entscheides  aus,  aufgrund  verschiedener  widersprüchlicher  Aussagen  bestünden  grundlegende  Zweifel  an  der  persönlichen  Glaubwürdigkeit  des Beschwerdeführers und an dessen vormaliger Tätigkeit  in Pilkhana.  So  habe  er  vorgebracht,  die  Behörden  seines  Heimatlandes  wüssten  nicht, dass er sich in der Schweiz befinde, obwohl er im Rahmen seines  Ehevorbereitungsverfahrens  bei  der  Vertretung  Bangladeschs  einen  Reisepass beantragt habe, der ihm am (…) auch ausgestellt worden sei.  Dieses  Vorgehen widerspreche  auch  der  Behauptung,  er  könne  sich  in  seiner  Heimat  nicht  um  Identitätspapiere  bemühen,  da  er  dadurch  riskiere, die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich zu  lenken. Vor dem  Hintergrund, dass das Fernsehen von Beginn weg ausführlich über den  Aufstand vom 25. und 26. Februar 2009  in Pilkhana berichtet  habe,  sei  zudem auch das Vorbringen falsch, er habe zum damaligen Zeitpunkt via  Fernsehen nichts über die Vorfälle in Erfahrung bringen können. Ebenso  sei die Aussage unglaubwürdig, er habe beim Verlassen des Gate Nr. 4  infolge  angeblicher  Dunkelheit  nicht  erkennen  können,  wer  oder  was  draussen  gewesen  sei,  und  dies  obwohl  gemäss  der  ausführlichen  Berichterstattung  über  die  Vorfälle  der  Kontakt  zu  den  Aufständischen  hauptsächlich  über  Gate  Nr.  4  abgewickelt  worden   und  folglich  am  besten kontrolliert und auch beleuchtet gewesen sei. Schliesslich sei die  Aussage  des  Beschwerdeführers,  "BDR"  bedeute  "Bangladesh  Border  Guard" falsch.  Die Vorbringen des Beschwerdeführers widersprächen  im Übrigen auch  der  allgemeinen Erfahrung  oder  der  Logik  des Handelns. So  hätten  die  Behörden  des  Heimatlandes  dem  Beschwerdeführer  im  Rahmen  der  Ehevorbereitungen ein "(...)" mit tadellosem Leumund ausgestellt, was sie  bei einer Person, die im Zusammenhang mit dem Aufstand vom 25. und  26. Februar 2009 gesucht wird, wohl nicht getan hätten. Dasselbe gelte  für die Ausstellung des Reisepasses. Nicht nachvollziehbar wäre im Falle  einer Verfolgung durch die Behörden des Heimatlandes weiter, dass der  Beschwerdeführer  nach  der  Meuterei  noch     1  Jahr  und  7  Monate  in  Bangladesch  geblieben  sei.  Selbst  nach  der  Ermordung  des  D._____  habe er noch 17 Monate in Bangladesch verbracht. Er wisse zudem nicht,  ob überhaupt ein Verfahren gegen ihn eröffnet worden sei.  Insgesamt  hielten  die  Vorbringen  den  Anforderungen  an  die  Glaubwürdigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  stand,  so  dass  ihre 

E­3599/2011 Asylrelevanz  nicht  geprüft  werden  müsse.  Demzufolge  erfülle  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  so  dass  das  Asylgesuch abzulehnen sei.  Die Folge der Ablehnung eines Asylgesuches sei gemäss Art. 44 Abs. 1  AsylG  in  die  Regel  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz.  Da  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle,  könne  auch  der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG nicht  angewendet  werden.  Ferner  würden  sich  aus  den  Akten  keine  Anhaltspunkte dafür ergeben,  ihm drohe  im Falle einer Rückkehr  in den  Heimatstaat  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  durch  Art.  3  der  Konvention  zum Schutze  der Menschenrechte  und Grundfreiheiten  vom  4. November 1950 (EMRK, SR 0.101) verbotene Strafe oder Behandlung.  Weder die  im Heimatstaat herrschende politische Situation noch andere  Gründe  würden  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  sprechen.  Ausserdem  sei  dieser  technisch  möglich  und  praktisch  durchführbar. 4.2.  In  der  Beschwerde  wird  der  Argumentation  der  Vorinstanz  entgegengehalten,  es  bestehe  seitens  der  Regierung  ein  Generalverdacht  gegenüber  allen,  welche  zur  Zeit  des  Aufruhrs  in  Pilkhana  anwesend  gewesen  seien.  Die  Regierung  sei  aufgrund  der  zahlreichen  Inhaftierungen  und  massiven  Menschenrechtsverletzungen  gezwungen  gewesen,  eine  unabhängige  Untersuchungskommission  einzusetzen,  wobei  die  Rechtsstaatlichkeit  der  Verfahren  gemäss  Informationen  von  Menschenrechtsorganisationen  äusserst  zweifelhaft  sei und viele Geständnisse nur durch Folterungen zu Stande kämen. Der  Entschluss,  sein  Heimatland  zu  verlassen,  habe  der  Beschwerdeführer  gefasst,  als  er  erfahren  habe,  dass  ein  ehemaliger  Arbeitskollege,  welcher  mit  ihm  zusammen  in  Pilkhana  gearbeitet  hatte,  verhaftet,  gefoltert und schlussendlich getötet worden sei.  Die  Vorinstanz  habe  ihren  Entscheid  nur  auf  die  zwei  Befragungen  gestützt,  wobei  sie  detektivisch  nach  Widersprüchen  in  den  Aussagen  gesucht habe, anstatt den Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären. Sie  habe  ihre  Begründungspflicht  verletzt,  indem  sie  sich  auf  gesicherte  Erkenntnisse  stütze,  es  jedoch  unterlassen  habe,  diese  darzulegen.  Damit  sei  es  dem  Beschwerdeführer  verwehrt,  diese  angeblich  gesicherten  Erkenntnisse  konkret  in  Frage  stellen  zu  können.  So  behaupte  das  BFM,  das  Fernsehen  habe  von  allem  Anfang  an  und  äusserst  ausführlich  über  den Aufstand  berichtet,  unterlasse  es  jedoch, 

E­3599/2011 aufzuzeigen,  worauf  es  diese  Information  stütze.  Gleiches  gelte  hinsichtlich  der  Behauptung,  der  Kontakt  zu  den  Aufständischen  sei  hauptsächlich  über Gate Nr.  4  abgewickelt worden,  folglich  sei  es  nicht  möglich  gewesen,  das  Hauptquartier  durch  dieses  Gate  zu  verlassen.  Entgegen der Auffassung des Bundesamtes habe der Beschwerdeführer  nie  behauptet,  das  Hauptquartier  durch Gate  Nr.  4,  welches  in  der  Tat  von den Sicherheitskräften vollständig kontrolliert gewesen sei, verlassen  zu  haben.  Immerhin  habe  die  Vorinstanz  nicht  in  Abrede  gestellt,  dass  der Beschwerdeführer sich während des blutigen Aufstandes  tatsächlich  im Hauptquartier der "BDR" aufgehalten habe.  Aus  dem  Umstand,  dass  es  der  Beschwerdeführer  gewagt  habe,  sich  zwecks  Besorgung  verschiedener  Dokumente  an  die  diplomatische  Vertretung seines Heimatlandes in der Schweiz zu wenden, könne nichts  zu  seinen  Ungunsten  abgeleitet  werden.  Es  sei  für  ihn  nicht  ersichtlich  gewesen,  dass  es  sich  bei  der  Botschaft  um  ausländisches  Territorium  handle.  Der Beschwerdeführer habe das Land nicht umgehend verlassen, weil er  sich  zuerst  um  eine  Inlandfluchtalternative  bemüht  habe.  Sein  Schutzbedürfnis sei durch die Aufenthalte bei  (…), bei C._____ und bei  B._____  belegt.  Entgegen  der  Meinung  der  Vorinstanz  seien  die  Vorbringen  somit  glaubhaft,  und  es  sei  ihm  in  der  Schweiz  Asyl  zu  gewähren. Selbst  wenn  dieses  Fazit  in  Abrede  gestellt  würde,  dränge  sich  eine  vorläufige Aufnahme auf,  da  eine Rückweisung  des Beschwerdeführers  infolge des Verdachts der Regierung auf aktive Beteiligung am Aufstand  vom 25. Und 26. Februar 2009 unweigerlich zu dessen unrechtmässigen  Festnahme und Folterung führen würde. Ein Vollzug der Wegweisung sei  demzufolge nicht zumutbar. 5.  5.1. Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach Prüfung der Akten zum  Schluss,  dass  die  Vorinstanz  gesetzes­  und  praxiskonform  erkannt  hat,  die  geltend  gemachten Benachteiligungen  und Befürchtungen  genügten  den  Anforderungen  an  das  Glaubhaftmachen  eines  asylbegründenden  Sachverhalts  nicht  und  sie  seien  flüchtlingsrechtlich  unbeachtlich.  Zwar  ist  eine  gewisse  Spitzfindigkeit  in  der  Argumentation  des  BFM  auszumachen  und  es  fehlen,  wie  in  der  Beschwerde  gerügt,  vereinzelt 

E­3599/2011 tatsächlich nähere Angaben zu den Quellen. Diesbezüglich ist allerdings  festzuhalten, dass nur schon ein Blick in das Internet zeigt, dass über das  Geschehen  sehr  einlässlich  und  von  verschiedenster  Seite  berichtet  worden  ist, weshalb es sich erübrigt, näher auf diese Rüge einzugehen.  Und auch die kursorische Kritik, das Bundesamt habe "detektivisch nach  Widersprüchen  in  den  Aussagen"  gesucht  und  verletze  die  Begründungspflicht  (vgl.  Beschwerde Ziff.  II  9. Und  10. S.  5), wird  vom  Gericht  nicht  geteilt  und  kann  vor  dem Hintergrund  der  nachstehenden  Erwägungen am Fazit der Vorinstanz nichts ändern. 5.2. Vorweg ist  festzustellen, dass der Beschwerdeführer bei den "BDR"  eine  absolut  untergeordnete  Teilzeitstelle  hatte  (vgl.  Anhörungsprotokoll  A22/18 F35 ff.) und denn auch weder im vorinstanzlichen Verfahren noch  auf Beschwerdestufe  geltend  gemacht wird,  er  habe  beim Aufruhr  aktiv  mitgewirkt oder gar eine wichtige Aufgaben übernommen. Gegenteils gab  er  anlässlich  der  Befragung  an:  "Wir  haben  uns  in  den  Wohnräumen  versteckt  gehalten."  (vgl.  Protokoll  A1/13 S.  6).  An  dieser Einschätzung  kann auch die Behauptung in der Beschwerde nichts ändern, seitens der  Regierung  bestehe  ein  Generalverdacht  gegen  alle,  die  zum  massgeblichen Zeitpunkt im Hauptquartier anwesend gewesen seien (vgl.  Beschwerde Ziff. II. 2. S. 3 f.).  5.3.  Sodann  fällt  auf,  dass  die  zentralen  Vorbringen  des  Beschwerdeführers durch nichts belegt sind. Weder hat er Dokumente zu  seiner  Inhaftierung  noch  zum Tode des D._____ eingereicht,  und  seine  diesbezügliche Bekräftigung anlässlich der Anhörung: "Ich würde sie nicht  anlügen und sagen, D._____ sei gestorben. Er ist wirklich gestorben. Das  ist die Wahrheit." (vgl. Protokoll A22/18 F103 S. 11) ist unbehelflich. Was  immer zum Aufruhr vorgebracht wird, kann auch den Medien entnommen  oder anderweitig  in Erfahrung gebracht worden sein. Ob und  in welcher  Weise der Beschwerdeführer den Aufruhr vom Februar 2009 miterlebt, ist  offen, und die Vorbringen machen den Eindruck eines Konstrukts. 5.4. Weiter weist die Vorinstanz zu Rechts auf den Umstand hin, dass der  Beschwerdeführer  nach  dem  Vorfall  noch  ein  Jahr  und  vier  Monate  in  Bangladesch  geblieben  ist;  erfahrungsgemäss  verlassen  tatsächlich  Verfolgte  das  Land  möglichst  schnell.  Die  Begründung  in  der  Beschwerde, er habe zuerst nach landesinternen Aufenthaltsalternativen  gesucht  und  sich  erst  zur  Ausreise  entschlossen,  nachdem  er  vernommen  habe,  dass  ein  (…)  verhaftet,  gefoltert  und  schliesslich  getötet  worden  sei  (vgl.  Beschwerde  Ziff.  II  4.  S.  4)  ist  ebenfalls  durch 

E­3599/2011 nichts belegt und verstärkt die Zweifel des Gerichts am Vorbringen. Wenn  tatsächlich eine dermassen schwere und konkrete Bedrohung bestanden  hätte, wäre der Beschwerdeführer wohl schon sehr viel früher ausgereist. 5.5.  Unverständlich  ist  schliesslich,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  an  die  diplomatische  Vertretung  seines  Landes  in  der  Schweiz  gewendet  hat,  musste  er  doch  damit  rechnen,  identifiziert  zu  werden.  Seine  Ausführungen  dazu  sind  unlogisch  und  ohne  jede  Überzeugungskraft  (vgl. Anhörungsprotokoll A22/18 F128). Fakt  ist, dass er problemlos von  dem  ihn  angeblich  verfolgenden  Heimatstaat  einen  Pass  ausgestellt  erhielt, und es ist mit dem BFM einigzugehen, dass einer Person, welche  im Zusammenhang mit dem Aufstand von 2009 gesucht wird, "… weder  ein  "(…)"  –  in  welchem  ihm  vom  (…)  sogar  ein  tadelloser  Leumund  garantiert  wird  –  ,  noch  eine  Ledigkeitsbescheinigung  ausgestellt  wird."  (vgl.  vorinstanzlicher  Entscheid  Ziff.  I  2.a  S.  4).  Die  in  der  Beschwerde  dazu  abgegebene  Erklärung,  er  habe  nicht  gewusst,  "dass  es  sich  bei  einer  Botschaft  um  ausländisches  Territorium"  handle,  zielt  an  der  Schlüsselfrage  vorbei:  Wie  konnte  der  Beschwerdeführer  das  Risiko  eingehen,  zumindest  seinen  aktuellen  Aufenthaltsort  gegenüber  dem  angeblichen Verfolgerstaat publik zu machen, wenn nicht die Vermutung  überwiegt,  es  liege  gegen  ihn  gar  nichts  vor  und  er  habe  aufgrund  der  Kontaktnahme keinerlei Nachteile zu erwarten. 5.6.  Aufgrund  vorstehender  Erwägungen  erübrigt  sich  eine  Auseinandersetzung  mit  weiteren  Ausführungen  auf  Beschwerdeebene,  weil sie am Ergebnis nichts ändern können.  5.7.  Zusammenfassend  folgt,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  dass  er  in  Bangladesch begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von  Art.  3 Abs.  2 AsylG haben muss. Die  diesbezüglichen Erwägungen der  Vorinstanz  sind  entgegen  den Beschwerdevorbringen  im Ergebnis  nicht  zu beanstanden. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 6.  6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

E­3599/2011 6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  hat  er  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen geltend gemacht. So hat er es nach der Aktenlage insbesondere  bisher  unterlassen,  aufgrund  der  eingetragenen  Partnerschaft  bei  der  dafür  zuständigen  Migrationsbehörde  einen  Antrag  auf  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligugn  einzureichen  (vgl.  EMARK  2011  Nr.  21).  Die  Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG;  BVGE 2009/50 E. 9 S. 737). 7.  7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der  vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte  Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen  der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83  Abs. 3 AuG). So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 

E­3599/2011 grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement  nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5  AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden  Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdefüh­ rers  in  seinen  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt  von  Art. 5  AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat    dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung  drohen würde  (vgl. EGMR  [Grosse Kammer], Saadi gegen  Italien, Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124 – 127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen  Bestimmungen zulässig. 7.4.    Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  für  Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83  Abs. 7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).

E­3599/2011 Angesichts  der  heutigen  Lage  in  Bangladesch  kann  nicht  von  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt  oder  von  kriegerischen  oder  bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen gesprochen werden, welche für den  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  eine  konkrete  Gefährdung  darstellen würden (vgl. BVGE 2010/8 E.9.5). Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Bangladesch  ist  als  zumutbar  im Sinne  von Art.  83 Abs.  4  AuG  zu  erachten,  da  der  Beschwerdeführer nicht darzutun vermochte, dass er bei einer Rückkehr  in sein Heimatland einer konkreten Gefährdungssituation im Sinne der zu  beachtenden  Bestimmung  ausgesetzt  wäre.  In  den  Akten  finden  sich  auch  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  aus  individuellen  Gründen  wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheitlicher  Natur  in  eine  existenzbedrohende Situation geraten würde.  Gemäss Aktenlage  verfügt  der Beschwerdeführer  in  seinem Heimatland  über  ein  familiäres  (…)  und  wohl  auch  bekanntschaftliches  Beziehungsnetz.  Es  sind  zudem  keine  persönlichen  Gründe  ersichtlich,  die  gegen  die  Rückführung  des  gemäss  Aktenlage  gesunden  und  schulisch  gut  gebildeten  Beschwerdeführers  nach  Bangladesch  sprechen. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung  auch als zumutbar. Daran ändert auch die Eintragung einer Partnerschaft  nichts,  hat  doch  der  Beschwerdeführer  gemäss  den  Akten  zu  keinem  Zeitpunkt  daraus  einen  Anspruch  auf  eine  Aufenthaltsbewilligung  abgeleitet oder sogar eine solche förmlich beantragt.  7.5.  Schliesslich  ist  der  Beschwerdeführer  im  Besitz  eines  gültigen  Reisepasses, welcher  ihm am (…)  in der bangladeschischen Vertretung  in  Genf  ausgestellt  wurde.  Es  obliegt  ihm,  sich  bei  der  Vertretung  von  Bangladesch  die  allenfalls  für  eine  Rückkehr  zusätzlich  benötigten  Reisedokumente zu beschaffen  (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch  BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515). Der Vollzug der Wegweisung erweist  sich daher auch als möglich (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.6. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu  Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1 ­ 4 AuG). 8.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 

E­3599/2011 Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  sowie  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9.  Bei  diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten  dem Beschwer­ deführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Nachdem  aber  aufgrund  der  Aktenlage  von  der  unveränderten  Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  auszugehen  ist  und  die  Beschwerde  nicht  als  aussichtslos  bezeichnet  werden  konnte,  ist  in  Gutheissung  des  sinngemässen Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  von einer Kostenauflage abzusehen (Art. 65 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­3599/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  sinngemässe  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege wird gutgeheissen. 3.  Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  4.  Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und G._____. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Bruno Huber Jeannine Scherrer­Bänziger Versand:

E-3599/2011 — Bundesverwaltungsgericht 07.02.2012 E-3599/2011 — Swissrulings