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Bundesverwaltungsgericht 18.01.2012 E-176/2012

January 18, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,124 words·~6 min·2

Summary

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung nach Frankreich (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 4. Januar 2012

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­176/2012 Urteil   v om   1 8 .   J a nua r   2012 Besetzung Einzelrichterin Christa Luterbacher, mit Zustimmung von Richterin Muriel Beck Kadima, Gerichtsschreiberin Gabriela Oeler. Parteien A._______, geboren am (…), Syrien,  (…) Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung nach  Frankreich (Dublin­Verfahren);  Verfügung des BFM vom 4. Januar 2012 / N (…).

E­176/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass  der  Beschwerdeführer  sein  Heimatland  Syrien  eigenen  Angaben  zufolge  am  11.  Oktober  2011  verliess  und  mit  Hilfe  eines  Schleppers  nach Frankreich gelangte,  dass  er  in  Frankreich  auf  dem  Flughafen  einer  ihm  unbekannten  Stadt  festgenommen und daktyloskopiert worden sei, dass er nach vier Tagen freigelassen worden sei und nach weiteren vier  Tagen  in  einem  Hotel  am  24.  November  2011  mit  dem  Zug  in  die  Schweiz gereist sei, dass  er  in  Frankreich  kein  Asylgesuch  gestellt  habe,  weil  es  sehr  schwierig sei, französisch zu lernen und weil die Schweiz einen guten Ruf  habe bezüglich Menschenrechte, so dass er sie als Zielland ausgesucht  habe,  dass  der  Beschwerdeführer  am  24. November  2011  im Empfangs­  und  Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen um Asyl nachsuchte, dass  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Befragung  zur  Person am 6. Dezember 2011 das rechtliche Gehör zum bevorstehenden  Nichteintretensentscheid,  zur  Zuständigkeit  Frankreichs  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens  beziehungsweise  zu  einer  allfälligen  Wegweisung  dorthin  gewährte  und  ihm  Gelegenheit  gab,  sich  dazu  zu  äussern, dass er daraufhin erklärte, sein Zielland sei die Schweiz gewesen, und er  wolle nicht nach Frankreich zurückkehren,  dass  sich  ausserdem  in  Frankreich  ein Mann  aufhalte,  mit  welchem  er  verfeindet  sei,  und  er  auch  aus  diesem  Grund  nicht  nach  Frankreich  zurückkehren möchte,  dass das BFM am 28. November 2011 an Frankreich ein Ersuchen um  Übernahme  des  Beschwerdeführers  im  Sinne  von  Art.  10  Abs.  1  der  Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 (Dublin­ II­Verordnung)  zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig ist, stellte (vgl. A12/6),

E­176/2012 dass  Frankreich  einer  Übernahme  mit  Schreiben  vom  26.  Dezember  2011  gestützt  auf  Art.10  Abs.  1  Dublin­II­Verordnung  zustimmte  (vgl.  A14/1), dass das BFM mit Verfügung vom 4. Januar 2012 – eröffnet am 9. Januar  2012  –  in Anwendung  von Art. 34 Abs.  2 Bst.  d  des Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  vom  24.  November  2011  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  nach  Frankreich  verfügte,  den  Beschwerdeführer  –  unter  Androhung  von  Zwangsmitteln  im  Unterlassungsfall  –  aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den  Kanton  Zürich  verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung  zu vollziehen, feststellte, eine allfällige Beschwerde gegen die Verfügung  habe  keine  aufschiebende  Wirkung,  und  dem  Beschwerdeführer  die  editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte, dass  es  zur  Begründung  seiner  Verfügung  ausführte,  gestützt  auf  die  einschlägigen  staatsvertraglichen  Bestimmungen  (Abkommen  vom  26.  Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  [Dublin­ Assoziierungsabkommen,  SR  0.142.392.68];  Dublin­II­VO;  Verordnung  [EG]  Nr.  1560/2003  der  Kommission  vom  2.  September  2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur  Verordnung  [EG]  Nr.  343/2003  des  Rates  [DVO  Dublin])  sei  Frankreich  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens zuständig,  dass  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  anlässlich  der  Gewährung  des rechtlichen Gehörs die Zuständigkeit Frankreichs nicht zu widerlegen  vermöchten,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Frankreich  zudem  zulässig,  zumutbar und möglich sei, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  11.  Januar  2012  (Poststempel)  gegen  diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde erhob und das Eintreten auf das Asylgesuch beantragte,  dass er dieses Begehren damit begründete, dass sich seine Geschwister  und  deren  Ehepartner  in  der  Schweiz  befänden  und  die  Schweiz  von 

E­176/2012 Anfang an sein Ziel gewesen sei, er aber fälschlicherweise in Frankreich  gelandet sei, dass  die  Lage  in  Syrien  immer  schlimmer  werde  und  ihm  eine  faire  Chance  für  einen  neuen  Start  in  einem  demokratischen  Land  wie  der  Schweiz zu geben sei,  dass  die  Instruktionsrichterin  mit  Zwischenverfügung  vom  12.  Januar  2012 den Vollzug der Wegweisung bis zum Eingang der vorinstanzlichen  Akten  und  einem  allfälligen  Entscheid  über  die  Gewährung  der  aufschiebenden Wirkung aussetzen liess, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  13.  Januar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht  vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  sich das Verfahren nach dem VwVG  richtet,  soweit  das VGG und  das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

E­176/2012 dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art.  111a Abs. 2 AsylG),  dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde,  dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),  dass  sich  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  vor  seiner  Einreise  in  die  Schweiz  am  24.  November  2011  während  sieben  oder  acht  Tagen  in  Frankreich  aufgehalten  hat,  wo  er  aber  kein  Asylgesuch  gestellt habe (vgl. A7/10, S. 6),  dass gemäss den Bestimmungen der Dublin­II­VO vorliegend Frankreich  für die Behandlung eines allfälligen Asylgesuchs des Beschwerdeführers  zuständig ist und dieses Land am 26. Dezember 2011 seiner Übernahme  zugestimmt hat,

E­176/2012 dass Frankreich unter  anderem Signatarstaat  des Abkommens  vom 28.  Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und Grundfreiheiten  (EMRK, SR  0.101)  und  des Übereinkommens  vom  10. Dezember 1984 gegen Folter oder andere grausame, unmenschliche  oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist und keine  konkreten  Hinweise  dafür  bestehen,  dieses  Land  werde  sich  im  vorliegenden Fall nicht an die aus diesen Übereinkommen resultierenden  Verpflichtungen halten,  dass  namentlich  kein  konkreter  Grund  zur  Annahme  besteht,  der  Beschwerdeführer  würde  von  Frankreich  nach  Stellen  eines  Asylgesuches  ohne  korrekte  Prüfung  seiner  Gesuchsgründe  in  den  Heimatstaat zurückgeführt, dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  zu  einer  allfälligen  Wegweisung  nach  Frankreich  keine  überzeugenden Einwände erhoben hat, dass er sich dahingehend geäussert hat, er habe in Frankreich wegen der  schwer  zu  erlernenden  französischen  Sprache  und  der  Anwesenheit  einer verfeindeten Person kein Asylgesuch gestellt  (vgl. A7/10, S. 6 und  7),  dass  er  auf  Beschwerdeebene  als  Grund  für  einen  Verzicht  auf  die  Wegweisung  nach  Frankreich  anführte,  in  der  Schweiz  hielten  sich  Geschwister und deren Ehepartner auf, weshalb die Schweiz auch für ihn  das Zielland gewesen sei, dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu  Recht  festgehalten  hat,  die  Ausführungen  im  EVZ­Protokoll  vermöchten  die  Zuständigkeit  Frankreichs  zur  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  nicht zu widerlegen,  dass  ergänzend  festzuhalten  ist,  dass  auch  die  Anwesenheit  von  Geschwistern und deren Ehepartnern keine Zuständigkeit der Schweiz für  die Durchführung  des Asyl­  und Wegweisungsverfahrens  zu  begründen  vermag,  dass  gemäss  den  Zuständigkeitskriterien  der  Dublin­II­VO  der  (andere)  Mitgliedstaat  für  die  Prüfung  des  Asylantrags  zuständig  ist,  falls  der  Asylbewerber  einen  Familienangehörigen  hat,  dem  das  Recht  auf 

E­176/2012 Aufenthalt  im  Mitgliedstaat  in  seiner  Eigenschaft  als  Flüchtling  gewährt  wurde,  und  die  betroffenen  Personen  dies  wünschen  (Art.  7  Dublin­II­ VO), beziehungsweise falls der Asylbewerber einen Familienangehörigen  hat,  dessen  Asylgesuch  in  jenem  Mitgliedstaat  noch  erstinstanzlich  hängig ist, sofern die betroffenen Personen dies wünschen (Art. 8 Dublin­ II­VO), dass Art. 2 Bst. i der Dublin­II­VO als "Familienangehörige" im Sinne der  zitierten  Bestimmungen  den  Ehegatten  beziehungsweise  dauerhaften  Partner  der  asylsuchenden  Person  und  die  minderjährigen  Kinder  von  solchen Paaren oder des Antragsteller definiert,  dass  Geschwister  und  deren  Ehepartner,  die  sich  in  der  Schweiz  aufhalten sollen, somit keine Familienangehörigen im Sinne der Dublin­II­ VO  sind,  weshalb  auch  unter  diesem  Aspekt  nichts  zu  Gunsten  des  Beschwerdeführers abgeleitet werden kann,  dass  somit  der  unklaren  Frage  des  Aufenthaltsrechts  der  vom  Beschwerdeführer  angeführten  Verwandten  nicht  näher  nachgegangen  zu werden braucht,  dass denn auch die Ausnahmebestimmungen von Art. 34 Abs. 3 Bst. a –  c  AsylG  bei  einem  auf  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  gestützten  Nichteintretensentscheid nicht anwendbar sind (vgl. die Auflistung in Art.  34 Abs. 3 AsylG e contrario),  dass  mithin  die  Anwesenheit  von  Geschwistern  und  Schwagern  oder  Schwägerinnen keine Relevanz entfaltet und der Rücküberstellung nach  Frankreich nicht entgegensteht,  dass  nach  dem  Gesagten  kein  Anlass  ersichtlich  ist,  weshalb  vom  Selbsteintrittsrecht  (Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO)  Gebrauch  gemacht  werden soll,  dass  die  Wünsche  des  Beschwerdeführers  in  Bezug  auf  das  Aufenthaltsrecht  ohne  Einfluss  auf  die  Frage  des  zuständigen  Staates  sind,  dass  Frankreich  seine  völkerrechtlichen  Verpflichtungen  einhält  und  Flüchtlingen den ihnen zustehenden Schutz gewährt, 

E­176/2012 dass den Akten auch sonst keine Gründe zu entnehmen sind, die einer  Zuständigkeit Frankreichs zur Behandlung des vorliegenden Asylgesuchs  entgegenstehen  könnten,  und  das  BFM  damit  zu  Recht  in  Anwendung  von  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,  dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus der Schweiz zur Folge hat  (Art.  44 Abs. 1 AsylG),  vorliegend keine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  wurde  und  auch  kein  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht,  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  demnach zu bestätigen ist,  dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  –  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches  zuständigen   Staat  handelt  –  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für  Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs.  1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen  und Ausländer [AuG, SR 142.20]),  dass  sich  die  Frage  nach  dem  Bestehen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  regelmässig  bereits  als  Voraussetzung  (und  nicht  erst  als  Regelfolge)  des  Nichteintretensentscheids  darstellt,  und  demnach  im  Rahmen  der  Prüfung des Selbsteintritts beantwortet worden ist,  dass  in  diesem  Sinn  das  BFM  den  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Frankreich zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erklärte, dass  ergänzend  zur  Argumentation  des  BFM  anzuführen  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  aus  der  Anwesenheit  einer  angeblich  verfeindeten  Person in Frankreich kein Vollzugshindernis abzuleiten vermag, dass dieser Einwand nämlich  als  äusserst  unsubstanziiert  zu werten  ist  und  dem  Beschwerdeführer  die  Möglichkeit  offenstünde,  die  französischen Behörden gegebenenfalls um Schutz zu ersuchen, sollte er  denn  im  grossflächigen  und  bevölkerungsreichen  Frankreich  auf  diese  eine Person stossen, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder 

E­176/2012 unangemessen  sei  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde  abzuweisen ist, dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist,  dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.­­ (Art.  1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  (Dispositiv nächste Seite)

E­176/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Gabriela Oeler Versand:

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