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Bundesverwaltungsgericht 15.02.2012 D-747/2012

February 15, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,097 words·~5 min·5

Summary

Nichteintreten auf Asylgesuch (Safe Country) und Wegweisung | Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom 6. Februar 2012

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­747/2012 Urteil   v om   1 5 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichter Hans Schürch, mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer; Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. Parteien A._______, geboren am _______, Kosovo, c/o _______, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Vollzug der Wegweisung (Nichteintretensentscheid); Verfügung des BFM vom 6. Februar 2012 / N _______.

D­747/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer,  ein  kosovarischer  Staatsangehöriger  albanischer Ethnie mit  letztem Wohnsitz  in B._______,  sein Heimatland  eigenen Angaben zufolge am 7. Januar 2012 verliess und am 9. Januar  2012 illegal in die Schweiz einreiste, dass er tags darauf im Empfangs­ und Verfahrenszentrum C._______ ein  Asylgesuch  stellte  und  dort  am  19.  Januar  2012  summarisch  befragt  wurde, dass  ihm  am  26.  Januar  2012  im  Zusammenhang  mit  der  Kantonszuweisung das rechtliche Gehör gewährt wurde, dass  das BFM den Beschwerdeführer  am 6.  Februar  2012  gestützt  auf  Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998  (AsylG, SR 142.31)  ausführlich zu seinen Asylgründen anhörte, dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  vorbrachte,  sein  Vater  habe  im  Jahr  2007  ein  landwirtschaftliches Grundstück gekauft, dass entfernte Verwandte von ihnen der Auffassung seien, sie hätten ein  besseres Recht auf dieses Grundstück, dass er und sein Bruder K. deswegen am 28. Dezember 2011 von diesen  Personen verprügelt worden seien, als sie das Land erstmals seit dessen  Erwerb hätten bestellen wollen, dass sie sich deswegen im Spital hätten behandeln lassen müssen, dass  K.  in  der  Folge  noch  am  selben  Tag  einen  dieser  entfernten  Verwandten  (S)  angeschossen  und  schwer  verletzt  habe  und  gleich  darauf zusammen mit dem anderen Bruder A. untergetaucht sei,  dass  er  selber  sowie  seine  Eltern  umgehend  zu  einer  Tante  in  die  benachbarte Stadt D._______ gezogen seien, dass er aus Angst, von den Angehörigen von S. umgebracht zu werden,  in die Schweiz geflüchtet sei,

D­747/2012 dass  sein  Vater  mit  Hilfe  von  Vermittlern  versuche,  mit  den  besagten  Verwandten  eine  Einigung  zu  erzielen,  ihm  dies  bisher  jedoch  nicht  gelungen sei, dass sein Vater aus Angst vor der Rache der Verwandten das Haus der  Tante  nicht  verlasse  und  daher  auch  die  Polizei  nicht  habe  informieren  können, dass  für  den  weiteren  Inhalt  der  Aussagen  auf  die  Protokolle  bei  den  Akten zu verweisen ist, dass der Beschwerdeführer  im Verlaufe des vorinstanzlichen Verfahrens  seine  Identitätskarte  sowie  einen  kosovarischen  Arztbericht  vom  28.  Dezember 2011 zu den Akten reichte, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  6.  Februar  2012  –  gleichentags  eröffnet  –  in Anwendung  von Art.  34 Abs.  1 AsylG  auf  das Asylgesuch  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  anordnete, dass  gleichzeitig  eine  Kantonszuweisung  in  den  Kanton  E._______  erfolgte und einer allfälligen Beschwerde gegen diese Verfügung (Ziffern  4  und  5  des  Dispositivs  der  vorinstanzlichen  Verfügung)  die  aufschiebende Wirkung entzogen wurde, dass  die  Vorinstanz  zur  Begründung  ihres  Entscheids  im Wesentlichen  ausführte,  der  Beschwerdeführer  stamme  aus  einem  als  verfolgungssicher  (vgl.  Art.  6a  Abs.  2  Bst.  a  AsylG)  geltenden  Staat  (Kosovo), dass  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  sei,  die  widerlegbare  Vermutung fehlender Verfolgung umzustossen, dass nämlich die geltend gemachten Asylgründe unglaubhaft seien, dass bereits die generelle Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers durch  seine Schwarzarbeit  in der Schweiz  im Jahr 2011 nachhaltig erschüttert  sei, dass  der  Beschwerdeführer  zudem  nur  äusserst  unsubstanziierte  Angaben zum geltend gemachten Grundstückskauf habe machen können  und  auch  den  angeblichen  Streit  zwischen  seiner  Familie  und  den 

D­747/2012 Verwandten betreffend das fragliche Grundstück nicht schlüssig dargelegt  habe, dass das Vorbringen, wonach die Verwandten mehrere Jahre  lang nicht  gewusst  hätten,  dass  sein  Vater  das  Grundstück  erworben  hatte,  nicht  plausibel erscheine, dass auch nicht  nach vollziehbar  sei, weshalb das Grundstück erst  und  ausgerechnet am 28. Dezember 2011 erstmals bewirtschaftet worden sei,  nachdem es  sich  zuvor  schon  vier  Jahre  lang  im Eigentum  der  Familie  des Beschwerdeführers befunden habe, dass die Ausführungen des Beschwerdeführers zum angeblichen Überfall  auf  ihn  und  seinen  Bruder  sowie  zum  anschliessenden  Spitalaufenthalt  nicht wirklichkeitsnah ausgefallen seien, dass  im Weiteren  nicht  nachvollziehbar  sei, weshalb  er  nicht wisse, wo  sich seine beiden Brüder aufhielten, dass  auch  die  Flucht  aus  dem  angestammten Wohnort  zur  Tante  nicht  überzeuge, zumal diese nur ein paar Kilometer weiter entfernt wohne, dass  der  Beschwerdeführer  und  seine  Familie  seinen  Angaben  zufolge  die  Polizei  nicht  verständigt  hätten,  was  ebenfalls  nicht  nachvollziehbar  sei, dass  er  dem  kosovarischen  Staat  dadurch  die  Möglichkeit  genommen  habe, seiner Schutzpflicht und Schutzfähigkeit nachzukommen, dass auf das Asylgesuch aus diesen Gründen gestützt auf Art. 34 Abs. 1  AsylG nicht einzutreten sei, dass der Vollzug nach Kosovo durchführbar sei, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  vom  9.  Februar  2012  (sinngemäss)  beantragte,  die  vorinstanzliche  Verfügung  vom  6.  Februar  2012  sei  in  Bezug  auf  den  verfügten  Wegweisungsvollzug  aufzuheben  und  es  sei  ihm die vorläufige Aufnahme zu gewähren, dass ausserdem sinngemäss beantragt wurde, es sei  ihm eine Frist zur  Nachreichung von weiteren Beweismitteln einzuräumen,

D­747/2012 dass  auf  den  Inhalt  der  Beschwerde,  soweit  entscheidrelevant,  in  den  nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  10.  Februar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht  vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art.  6 AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  die  Unangemessenheit  gerügt  werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

D­747/2012 dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  dagegen  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  sich  die  vorliegende  Beschwerde  lediglich  gegen  den  vom  BFM  verfügten Wegweisungsvollzug (Dispositivziffern 3 und 8) richtet, dass  Gegenstand  des  vorliegenden  Beschwerdeverfahrens  somit  nur  noch die Frage  ist, ob die verfügte Wegweisung vollzogen werden kann  oder  ob  allenfalls  anstelle  des  Vollzugs  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen ist, dass somit  insbesondere der Nichteintretensentscheid (Dispositivziffer 1)  der Zuweisungsentscheid (Dispositivziffern 4 – 7) und grundsätzlich auch  die  Wegweisung  an  sich  (Dispositivziffer  2)  in  Rechtskraft  erwachsen  sind, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 

D­747/2012 wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  in  Bezug  auf  die  Geltendmachung  von Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der  vormals  im  Bereich  des  Asyls  zuständigen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, dass  überdies  keine  konkreten  und  glaubhaften  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April  1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 

D­747/2012 Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind,  die dem Beschwerdeführer in Kosovo droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  in  Kosovo  zurzeit  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrscht,  weshalb  der  Wegweisungsvollzug  dorthin  für  den  Beschwerdeführer  generell als zumutbar zu erachten ist, dass auch  keine  individuellen Gründe auf  eine  konkrete Gefährdung  im  Falle einer Rückkehr schliessen lassen, dass  die  geltend  gemachte  Auseinandersetzung mit  der  Familie  von  S.  sowie  die  damit  zusammenhängende,  angebliche  Gefährdung  des  Beschwerdeführers  durch  die  Angehörigen  von  S.  im  Falle  seiner  Rückkehr ins Heimatland vom BFM als unglaubhaft erachtet worden war  (vgl.  die  angefochtene Verfügung), weshalb  es  auf  das Asylgesuch des  Beschwerdeführers nicht eintrat, dass  dieser  Nichteintretensentscheid  unangefochten  in  Rechtskraft  erwachsen ist, dass das Bundesverwaltungsgericht die erwähnte Einschätzung des BFM  teilt,  zumal  in  der  Beschwerde  nichts  vorgebracht  wird,  was  die  Erwägungen  des  BFM  betreffend  die  Unglaubhaftigkeit  der  Asylvorbringen entkräften könnte, dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist glaubhaft zu  machen,  dass  ihm  im Falle  einer Rückkehr  nach Kosovo  eine  konkrete  Gefahr seitens der Familie von S. droht, dass  unter  diesen  Umständen  auch  keine  Veranlassung  besteht,  dem  Beschwerdeführer  eine  Frist  zur  Nachreichung  von  weiteren  Beweismitteln  ("Polizeianzeige  bzw.  ­berichte")  anzusetzen  (vgl.  das  diesbezügliche, sinngemässe Rechtsbegehren), dass  im  Übrigen  nicht  nachvollziehbar  ist,  welche  Polizeianzeigen  respektive  ­berichte  der  Beschwerdeführer  damit meint,  hat  er  doch  im 

D­747/2012 Rahmen der Anhörung  vom 6. Februar  2012 ausdrücklich erklärt,  seine  Familie habe die Polizei gar nicht benachrichtigt (vgl. A15 S. 8), dass  auch  keine  anderweitigen  Gründe  ersichtlich  sind,  die  einem  Wegweisungsvollzug  des  Beschwerdeführers  nach  Kosovo  entgegenstehen könnten, dass  es  sich  beim  Beschwerdeführer  um  einen  jungen  Mann  ohne  aktenkundige gesundheitliche Probleme handelt, welcher über eine gute  Ausbildung verfügt und im Heimatland als Maler tätig war, dass es  ihm bei  dieser Ausgangslage ohne weiteres  zuzumuten  ist,  bei  einer  Rückkehr  ins  Heimatland  erneut  einer  Erwerbstätigkeit  nachzugehen, dass  er  in  seiner  Herkunftsregion  über  ein  familiäres  Beziehungsnetz  verfügt, welches ihn bei Bedarf unterstützen könnte, dass  er  gegebenenfalls  auch  seinen  in  der  Schweiz  wohnhaften  Onkel  um (finanzielle) Hilfe ersuchen könnte, dass mit Blick auf die vorstehenden Erwägungen  insgesamt nicht davon  auszugehen  ist,  der  Beschwerdeführer  würde  bei  einer  Rückkehr  nach  Kosovo  in  eine  Existenz  bedrohende  Situation  geraten,  weshalb  der  Vollzug der Wegweisung als zumutbar zu erachten ist, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515), dass  der  vom  Bundesamt  verfügte  Wegweisungsvollzug  demnach  zu  bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist,

D­747/2012 dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.–  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­747/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut Versand:

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