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Bundesverwaltungsgericht 04.01.2012 D-6943/2011

January 4, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,045 words·~5 min·3

Summary

Nichteintreten auf Asylgesuch (Safe Country) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 20. Dezember 2011

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­6943/2011/sps Urteil   v om   4 .   J a nua r   2012 Besetzung Einzelrichter Bendicht Tellenbach, mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;   Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. Parteien C._______, geboren am … ,  Serbien,  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 20. Dezember 2011 / N … .

D­6943/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  –  ein  Staatsangehöriger  von  Serbien,  welcher sich der ethnischen Minderheit der Roma zurechnet und aus dem  südserbischen Städtchen X._______ stammt – am 5. Dezember 2011  in  der Schweiz um Asyl ersuchte,  dass  am gleichen  Tag  auch  seine Eltern  (N …)  sowie  sein Bruder  und  dessen Ehefrau (N … ) Asylgesuche in der Schweiz einreichten,  dass diese Personen – mit gültigen Reisepässen und eigenen Angaben  zufolge mit einem Touristenbus von Serbien über Ungarn und Österreich  kommend – in die Schweiz eingereist waren,  dass einen Monat  früher bereits die Grosseltern des Beschwerdeführers  (N … ) in der Schweiz Asylgesuche eingereicht hatten,  dass  der  Beschwerdeführer  vom  BFM  am  16.  Dezember  2011  summarisch  befragt  und  am  20. Dezember  2011  einlässlich  zu  seinen  Gesuchsgründen angehört wurde,  dass  er  dabei  vorbrachte,  seine  Eltern  hätten  sich  ab  1991  als  Asylsuchende  in Deutschland  aufgehalten, wo  er … geboren  sei,  seine  Familie  sei  aber  2004  von  Deutschland  nach  Serbien  zurückgeschickt  worden, worauf die Familie an ihren Heimatort X._______ zurückgekehrt  sei,  dass  sie  in  X._______  ihr  eigenes  Haus  bewohnt  hätten,  welches  sich  eigentlich in einem guten Zustand befinde und wo zurzeit die Grosseltern  mütterlicherseits  lebten,  welche  von  einem  Onkel  in  Deutschland  unterstützt  würden,  er  aber  in  X._______  nach  seiner  Ankunft  aus  Deutschland  nicht  zur  Schule  habe  gehen  können,  da  die  Leute  dort  keine "Zigeuner" gewollt hätten,  dass er die letzten Jahre zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder  sowie  zwei  Kollegen  als  Musiker  tätig  gewesen  sei,  indem  sie  auf  der  Strasse  und  gelegentlich  auch  an  Hochzeiten  traditionelle  serbische  Musik gespielt hätten,  dass  seine  Familie  im  November  2010  wieder  nach  Deutschland  gegangen  sei  und  dort  nochmals  ein  Asylgesuch  eingereicht  habe, 

D­6943/2011 worauf  sie  aber  im  Juli  2011  von  Deutschland  wieder  nach  Serbien  abgeschoben worden sei,  dass sie ihren Heimatort X._______ jedoch am 3. Dezember 2011 erneut  verlassen  hätten,  da  sie  vor  dem  Hintergrund  der  aktuellen  Auseinandersetzungen  um  den  Nordkosovo   befürchtet  hätten,  er  und  sein Vater würden demnächst zum Militärdienst eingezogen,  dass er jedoch nicht für die Serben in den Krieg ziehen wolle, da Serbien  gar nicht sein Land sei, sie dort von niemandem unterstützt worden seien,  aber Strom und Wasser und noch Steuern hätten bezahlen müssen,  dass  er  beispielsweise  vor  zwei  Jahren  von  einem  Serben  beim  Basketballspiel  zusammengeschlagen  worden  sei  oder  kürzlich  seine  Mutter von einer Ärztin wie Dreck behandelt worden sei,  dass  er  ohnehin  von  den  Serben  nur  schon  beim  Vorbeigehen  verbal  beleidigt und "gedisst" werde, woran er sich zwar schon gewöhnt habe, er  aber dennoch ein besseres und  insbesondere ein ganz normales Leben  als Teenager wolle, wie er das in der Schweiz oder in Deutschland haben  könne, da er hier nicht ein Zigeuner, sondern einfach nur ein Mensch sei,  dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  20.  Dezember  2011  –  eröffnet  am  gleichen Tag –  in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 des Asylgesetzes vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  dessen  Wegweisung  aus  der  Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordnete, dass  das  Bundesamt  zur  Begründung  seines  Entscheides  im  Wesentlichen  ausführte,  gemäss  Beschluss  des  Bundesrates  vom  6.  März  2009  handle  es  sich  bei  Serbien  um  einen  verfolgungssicheren  Staat und weder mit der geltend gemachten Furcht vor einer angeblichen  Einberufung in den Militärdienst, was aufgrund der heutigen Verhältnisse  in  Serbien  als  haltlos  zu  erkennen  sei,  noch  mit  den  Vorbringen  über  Benachteiligungen  als  Roma  gelinge  es  dem  Beschwerdeführer,  die  Vermutung fehlender Verfolgung zu widerlegen, dass das Bundesamt  in seinen diesbezüglichen Erwägungen vereinzelte  Benachteiligungen und Schikanen gegenüber Roma nicht ausschloss, im  Übrigen  aber  auf  eine  grundsätzliche  Verbesserung  der  Lage  für  die  Angehörigen der ethnischen Minderheit der Roma in Serbien verweis, 

D­6943/2011 dass  das  Bundesamt  abschliessend  den  Wegweisungsvollzug  als  zulässig, zumutbar und möglich erkannte, dass der Beschwerdeführer am 23. Dezember 2011 (Poststempel) gegen  diesen  Entscheid  Beschwerde  erhob,  wobei  er  in  seiner  Eingabe  sinngemäss  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft,  eventualiter  die  Gewährung  von  Zuflucht  nach Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR  0.101) beantragte sowie um Erlass der Verfahrenskosten ersuchte,  dass  er  in  seiner  Eingabe  geltend  machte,  an  seinem  Heimatort  X._______  sei  es  seit  dem  Krieg  zu  verhängnisvollen  politischen  Veränderungen  gekommen,  indem  die  Albaner  und  die  Roma  von  dort  durch verschiedenste Massnahmen systematisch vertrieben würden,  dass ihnen alleine aufgrund ihrer ethnischen Herkunft sowie überhaupt in  jeder  Hinsicht  die  Lebensgrundlage  entzogen worden  sei  und man  ihm  und seinem Bruder den Besuch der Schule verunmöglicht habe,  dass  seiner  Mutter  zudem  eine  notwendige  medizinische  Behandlung  verwehrt worden sei, worauf sie an  furchtbaren Rückenschmerzen habe  leiden müssen,  dass schliesslich  in der Nähe  ihres Heimatdorfes X._______ Barrikaden  aufgebaut  worden  seien,  da  es  sich  hier  um  das  Grenzgebiet  zum  Kosovo handle, und es zu schweren Ausschreitungen gekommen sei,  dass sie vor diesem Hintergrund als Roma in ihrer Heimat davon bedroht  seien, einer "ethnischen Säuberungsaktion" zum Opfer zu fallen, weshalb  sie auf den Schutz der Schweiz angewiesen seien,  dass  am  27.  Dezember  2011  die  vorinstanzlichen  Akten  in  Kopie  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen des BFM entscheidet, ausser bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (vgl.  dazu  Art. 105  AsylG 

D­6943/2011 i.V.m.  Art.  31  und  33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR  173.32]  sowie  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  Bundesgesetz  vom  20.  Dezember  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) richtet, soweit  das VGG oder  das AsylG  nichts  anderes  bestimmen  (vgl.  Art.  37 VGG  sowie Art. 6 und 105 AsylG), dass mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass der Beschwerdeführer legitimiert ist und sich seine Eingabe als frist­  und formgerecht erweist (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG sowie Art. 108 Abs. 2  AsylG  und Art. 52 Abs.  1 VwVG), weshalb  auf  die Beschwerde  –  unter  Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – einzutreten ist,  dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide  nach Art. 32 ­ 35 AsylG, mit denen es das BFM ablehnt, ein Asylgesuch  auf  seine materielle  Begründetheit  hin  zu  überprüfen,  grundsätzlich  auf  die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf  das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  dementsprechend  –  sofern  es  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt und die Sache zur neuen Entscheidung ans BFM zurückweist, dass  demzufolge  die  Frage  der  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  respektive  einer  allfälligen  Asylgewährung  nicht  Gegenstand  des  Verfahrens bildet, weshalb auf das diesbezügliche Beschwerdebegehren  nicht einzutreten ist,  dass  demgegenüber  hinsichtlich  der  Frage  der Wegweisung  und  deren  Vollzuges  die  Beurteilungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  beschränkt  ist,  da  sich  das  BFM  diesbezüglich  auch materiell  zur  Sache zu äussern hatte,  dass sich die vorliegende Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt – als  offensichtlich unbegründet erweist, weshalb darüber  in einzelrichterlicher 

D­6943/2011 Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG),  dass  auf  einen  Schriftenwechsel  zu  verzichten  und  der  Entscheid  nur  summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG), dass gemäss Art. 34 Abs. 1 AsylG auf Gesuche oder Beschwerden von  Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten nach Art. 6a Abs. 2 Bst.  a AsylG  (sogenannte  "safe  countries")  nicht eingetreten wird,  ausser es  gebe Hinweise auf Verfolgung, dass der Bundesrat mit Beschluss vom 6. März 2009  (in Kraft  seit dem  1. April  2009) Serbien  zum  "safe  country"  (im Sinne  von Art.  6a Abs.  2  Bst. a  AsylG)  erklärt  hat,  in  welchem  nach  seinen  Feststellungen  Sicherheit vor Verfolgung besteht, dass  bei  dieser  Sachlage  die  Grundvoraussetzung  für  einen  Nichteintretensentscheid  in Anwendung  von Art.  34 Abs.  1 AsylG erfüllt  ist, dass somit auf das Gesuch des Beschwerdeführers nicht einzutreten ist,  es  sei  denn,  seinen  Vorbringen  wären  Hinweise  auf  Verfolgung  zu  entnehmen,  mithin  die  fehlende  Verfolgung  im  Herkunftsland  lediglich  vermutet wird und diese Vermutung widerlegt werden kann, dass bei der Prüfung, ob Hinweise auf Verfolgung vorliegen, erstens ein  weiter  Verfolgungsbegriff  gilt,  der  alle  erlittenen  oder  befürchteten  Nachteile umfasst, die von Menschenhand zugefügt werden, und zweites  nur einem tiefen Beweismass Genüge getan werden muss, weshalb auf  ein Gesuch  einzutreten  ist, wenn Verfolgungshinweise  geltend  gemacht  werden, die nicht bereits auf den ersten Blick als unglaubhaft erkennbar  sind  (vgl.  dazu  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 5 m.w.H.), dass der Beschwerdeführer sein Asylgesuche vorab mit der angeblichen  Furcht  vor  einer  Einberufung  zum  Militärdienst  –  angeblich  in  Zusammenhang mit dem Konflikt um den Nordkosovo – begründet hat,  dass  die  diesbezüglichen  Vorbringen  jedoch  aufgrund  der  heutigen  Verhältnisse  in  Serbien  als  haltlos  zu  bezeichnen  sind,  wobei  in  dieser  Hinsicht  –  anstelle  einer  Wiederholung  –  auf  die  zutreffenden  Erwägungen des BFM verwiesen werden kann (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

D­6943/2011 welchen  vom  Beschwerdeführer  nichts  stichhaltiges  entgegen  gesetzt  wird,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  im  Weiteren  zwar  darauf  beruft,  als  Angehöriger der ethnischen Minderheit der Roma sei er in seiner Heimat  benachteiligt, gelegentlich behelligt und oft beleidigt worden,  dass er sich  in diesem Zusammenhang  jedoch durchwegs auf Nachteile  bloss allgemeiner Natur berufen kann, welchen er als Roma ausgesetzt  gewesen  sei,  ohne  ein  konkretes  Erlebnis  von  relevanter  Bedeutung  substanziiert schildern zu können,  dass alleine die Schilderungen über eine Verwicklung in eine Schlägerei  vor  zwei  Jahren  oder  eine  angeblich  ungenügende  medizinische  Behandlung seiner Mutter nicht darauf schliessen  lassen, er habe seine  Heimat deswegen verlassen respektive verlassen müssen,  dass der Beschwerdeführer damit insgesamt nicht in der Lage waren, ein  mit  der  Ausreise  aus  seiner  Heimat  in  einem  zeitlich  kausalen  Zusammenhang  stehendes  Ereignis  nachvollziehbar  zu  konkretisieren,  womit  die  Vermutung  der  Verfolgungssicherheit  in  Serbien  –  mangels  konkretem Verfolgungshinweis – auch nicht ansatzweise widerlegt ist,  dass sich die allgemeine Lage für Angehörige der ethnischen Minderheit  der Roma in Serbien – wie vom BFM zu Recht erwogen – in den letzten  Jahren grundsätzlich verbessert hat, auch wenn sich die Verhältnisse für  Roma  in  sozialer  und  insbesondere  wirtschaftlicher  Hinsicht  zum  Teil  nach wie vor als sehr schwierig darstellen,  dass  diese  Umstände  jedoch  die  grundsätzliche  Feststellung  der  Verfolgungssicherheit  nicht  umzustossen  vermögen, weshalb alleine die  Berufung auf eine angeblich schwierige allgemeine Lage nicht als Ersatz  für einen konkreten Verfolgungshinweis dienen kann,  dass zwar der erkennbare Wunsch des Beschwerdeführers nach einem  unbeschwerteren  respektive  normalen  Leben  als  subjektive  nachvollziehbar  erscheint,  zumal  er  bis  2004  in  Deutschland  aufgewachsen  ist,  alleine  diesem  Umstand  jedoch  keine  entscheidrelevante Bedeutung zukommt,  dass  schliesslich  die  Beschwerdevorbringen  betreffend  eine  angebliche  Zuspitzung  der  Lage  gerade  in  X._______  und  eine  dort  angeblich 

D­6943/2011 drohende  "ethnische Säuberungsaktion"  als  reine Schutzbehauptung  zu  erkennen sind, da sich die Ortschaft noch hinter Vranje und damit relativ  weit  entfernt  von  der  kosovarisch­serbischen  Grenze  befindet,  weshalb  es  dort  auch  zu  keinen  Auseinandersetzungen,  Barrikadenbauten  oder  anderen Vorfällen im behaupteten Zusammenhang gekommen ist,  dass  zusammenfassend  im  Falle  des  Beschwerdeführers  –  auch  unter  Berücksichtigung  eines  weiten  Verfolgungsbegriffes  und  eines  tiefen  Beweismasses  –  kein  konkretes,  ausreiserelevantes  Ereignis  und  insbesondere keine rechtserheblichen Hinweise auf Verfolgung ersichtlich  sind,  weshalb  der  Nichteintretensentscheid  in  Anwendung  von  Art.  34  Abs. 1 AsylG zu bestätigen ist, dass  die Anordnung der Wegweisung  im Einklang mit  den gesetzlichen  Bestimmungen steht und zu bestätigen ist (vgl. dazu Art. 44 Abs. 1 AsylG  sowie BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.w.H.), dass  somit  zu  prüfen  bleibt,  ob  es  Gründe  gibt,  die  dem  Vollzug  der  Wegweisung entgegenstehen, da das BFM eine vorläufige Aufnahme von  Ausländern  anzuordnen  hat,  wenn  der  Vollzug  der  Wegweisung  als  unzulässig, unzumutbar oder unmöglich zu erkennen ist (vgl. Art. 44 Abs.  2  AsylG  i.V.m.  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  im Falle  des Beschwerdeführers  aufgrund  der  Akten  jedoch  keine  Gründe  ersichtlich  sind,  die  in  rechtserheblicher Weise  gegen  den  vom  BFM  angeordneten  Vollzug  der  Wegweisung  sprechen  würden,  mithin  von  der  Zulässigkeit,  Zumutbarkeit  und  Möglichkeit  des  Wegweisungsvollzuges auszugehen ist (Art. 83 Abs. 2 ­ 4 AuG),  dass sich der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgeblichen  völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig erweist, da der  Beschwerdeführer keine Hinweise auf eine konkrete Verfolgungssituation  darzulegen  vermochten  und  –  entgegen  ihren  anders  lautenden  Beschwerdevorbringen  –  auch  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  EMRK  ersichtlich sind, dass im Weiteren auch von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges  auszugehen  ist, da  im Falle des Beschwerdeführers – ein  junger Mann,  welcher nach seiner Rückführung aus Deutschland bereits mehrere Jahre  in X._______ gelebt hat, wo seine Familie über ein eigenes Haus verfügt 

D­6943/2011 und  wo  er  soweit  ersichtlich  aufgrund  seiner  der  Tätigkeit  in  der  Musikgruppe  seines  Vaters  auch  ein  Auskommen  hatte  –  keine  individuellen Vollzugshindernisse zu erblicken sind,  dass  er  zudem  mit  seinen  Eltern  (N  …  )  in  die  Heimat  zurückkehren  kann,  da  deren Asylverfahren mit Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  D­6941/2011 vom heutigen Tag ebenfalls beendet wird,  dass  letztlich  auch  ohne  weiteres  von  der  Möglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs nach Serbien auszugehen ist,  dass  zusammenfassend  die  Anordnung  einer  vorläufigen  Aufnahme  in  der Schweiz aufgrund der Akten ausser Betracht fallen muss, womit auch  die Anordnung des Wegweisungsvollzuges zu bestätigen ist, dass  nach  vorstehenden  Erwägungen  die  angefochtene  Verfügung  zu  bestätigen  und  die  eingereichte  Beschwerde  als  offensichtlich  unbegründet abzuweisen ist, dass  aufgrund  der  gesamten  Aktenlage  die  Beschwerdeanträge  als  aussichtslos bezeichnet werden müssen, weshalb das Gesuch um Erlass  der Verfahrenskosten – unbesehen der geltend gemachten prozessualen  Bedürftigkeit – abzuweisen ist (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG), dass  demnach  die  Kosten  des  Verfahrens  von  Fr.  600.–  dem  Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1 ­  3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite)

D­6943/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird – soweit darauf einzutreten ist – abgewiesen. 2.  Das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten wird abgewiesen.   3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Lorenz Mauerhofer Versand:

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