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Bundesverwaltungsgericht 06.02.2012 D-531/2012

February 6, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,389 words·~7 min·2

Summary

Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung) | Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung); Verfügung des BFM vom 27. Januar 2012

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­531/2012 Urteil   v om   6 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richter Pietro Angeli­Busi; Gerichtsschreiber Gert Winter. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch Hans Peter Roth, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung); Verfügung des BFM vom 27. Januar 2012 / N .

D­531/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass  der  Beschwerdeführer  am  13.  Oktober  2009  durch  seinen  Schweizer  Rechtsvertreter  auf  der  Schweizer  Botschaft  in  Colombo  ein  Asylgesuch einreichen liess, welches die Vorinstanz am 1. Juni 2010 als  gegenstandslos  geworden  abschrieb,  weil  der  Beschwerdeführer  nicht  mehr erreichbar war, dass der Beschwerdeführer am 7. September 2010  in Begleitung seiner  Ehefrau auf  dem schweizerischen Generalkonsulat  in Mumbai  erschien,  wo sie zu ihren Asylgründen angehört wurden, dass  das  BFM  in  der  Folge  zwar  das  Asylverfahren  am  8.  Dezember  2010  wieder  aufnahm,  indessen  mit  Verfügung  vom  3.  Juni  2011  den  Einreiseantrag sowie das Asylgesuch  im Sinne der Art. 3, 7 und 52 des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ablehnte, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 12. Juli 2011 gegen diesen  Entscheid Beschwerde anheben liess, dass  der  Beschwerdeführer  am  11.  Januar  2012  am  Flughafen  M._______  ein  Asylgesuch  einreichte  und  gleichentags  die  Wiederaufnahme  des  Verfahrens  betreffend  Asylgesuch  und  Einreise  verfügt wurde, dass  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  mit  einer  weiteren  Zwischenverfügung die Einreise in die Schweiz vorläufig verweigerte und  ihm  den  Transitbereich  des  Flughafens  M._______  als  Aufenthaltsort  zuwies, dass das Bundesverwaltungsgericht mit Entscheid vom 19. Januar 2012  das Beschwerdeverfahren infolge Gegenstandslosigkeit abschrieb, dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Befragung  vom  12.  Januar  2012 zur Person  (BzP) sowie der Direktanhörung vom 19.  Januar 2012  durch  das  BFM  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend machte, er sei sri­lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie  und  habe  im  September  2009  seinen  Heimatstaat  auf  dem  Seeweg  verlassen, dass er sich etwa einen Monat vor der Ankunft seiner Ehefrau und seiner  Tochter  in N._______  (Madras)  niedergelassen,  sich  im Unterschied  zu 

D­531/2012 diesen beiden jedoch nicht bei den Flüchtlingsbehörden habe registrieren  lassen, weil  er Angst  vor einer möglichen Ausschaffung nach Sri Lanka  gehabt habe, dass  ihn  anfangs  September  2010  unbekannte  Männer  zu  Hause  in  N._______  aufgesucht,  nicht  aber  angetroffen  hätten,  er  und  seine  Ehefrau in Mumbai kein Hotelzimmer erhalten hätten und zudem von den  indischen Behörden kontrolliert worden seien, dass  drei  Monate  später  erneut  unbekannte  Männer  in  N._______  aufgekreuzt  seien,  doch  habe  er  sich  im  Nachbarhaus  in  Sicherheit  bringen können, dass er davon ausgehe, es handle sich bei diesen Männern um Aktivisten  der  srilankischen  EPDP  (Eelam  People’s  Democratic  Party)  oder  des  indischen  Sicherheitsdienstes,  weshalb  er  sich  aus  Angst  vor  einer  Ausschaffung  nach Sri  Lanka  durch  die  indischen Behörden  oder  einer  Festnahme durch den sri­lankischen Geheimdienst dazu durchgerungen  habe, Indien zu verlassen, dass  er  sich  zunächst  nach Bangladesch  begeben  und  von Dhaka  aus  mit  einem  gefälschten  bangladeschischen  Reisepass  via  Istanbul  nach  M._______ geflogen sei, dass  der  Beschwerdeführer  eine  sri­lankische  Identitätskarte  und  eine  Geburtsurkunde zu den Akten reichen liess, dass er zum einen insoweit medizinische Probleme habe, als sein rechtes  Bein unterhalb des Kniegelenks habe amputiert werden müssen, weshalb  er  Prothesenträger  sei,  zum  anderen  sich  weiterhin  (inoperable)  Metallsplitter  in  seinem  Kopf  befänden,  welche  die  Einnahme  verschiedener Medikamente erforderlich machten, dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung  vom  27.  Januar  2012  –  eröffnet  am  folgenden  Tag  –  ablehnte  und  die  Wegweisung  aus  dem Transitbereich  des Flughafens M._______  sowie  den  Vollzug  anordnete  und  ihm  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss  Aktenverzeichnis aushändigte, dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der  Beschwerdeführer habe angegeben, er sei  im September 2009 auf dem  Seeweg illegal von Sri Lanka nach Indien gelangt, während Abklärungen 

D­531/2012 der  schweizerischen  Botschaft  in  Colombo  demgegenüber  ergeben  hätten,  er  sei  unter  seinem  Namen  mit  einem  Reisepass  legal  am  27.  August 2009 von Colombo aus nach N._______ (Madras) geflogen, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit den  unbekannten  Personen,  die  sich  zweimal  nach  ihm  erkundigt  hätten,  auffallend  dürftig  ausgefallen  seien,  was  insoweit  erstaunlich  sei,  als  beispielsweise  seine  Tante,  die  angeblich  eine  Stunde  mit  den  Unbekannten  verbracht  habe,  detailliert  über  die  unerwünschten  und  drohenden  Besucher  hätte  berichten  können  und  insbesondere  wissen  müssen,  ob  die  Besucher  ein  Tamilisch  indischer  oder  sri­lankischer  Provenienz gesprochen hätten, dass sich der Beschwerdeführer zudem widersprüchlich geäussert habe, dass  der  Beschwerdeführer  zwar  bestrebt  sei,  die  zahlreichen  Ungereimtheiten mit  seinem gesundheitlichen Zustand beziehungsweise  mit  den  im Kopf  verbliebenen Splittern  zu  rechtfertigen,  doch  gehe  das  BFM davon aus, dieser Erklärungsversuch müsse als Schutzbehauptung  gewertet werden, dass der Beschwerdeführer als sri­lankischer Staatsangehöriger in Indien  grundsätzlich nicht  gefährdet  sei,  dies umso weniger,  als  seine Ehefrau  und sein Kind über ein Aufenthaltsrecht  in  Indien verfügten, weshalb es  vor  diesem  Hintergrund  äusserst  erstaunlich  erscheine,  wenn  der  Beschwerdeführer  selbst  keine  solche  Genehmigung  erhalten  haben  wolle, dass  gemäss  Erkenntnissen  der  Schweizerischen  Vertretungen  in  Mumbai  und  Colombo  sowie  des  UNHCR  Indien  für  sri­lankische  Flüchtlinge  als  sicher  gelte  und  Deportationen  von  sri­lankischen  Staatsangehörigen,  einschliesslich  LTTE­Mitgliedern,  nach  Sri  Lanka  auch dem UNHCR nicht bekannt seien, dass das UNHCR zudem feststelle, die indischen Behörden übten keinen  Druck  auf  die  tamilischen  Flüchtlinge  aus  Sri  Lanka  aus,  und  zusammenfassend davon auszugehen sei, weder die EPDP noch der sri­ lankische  Geheimdienst  würden  versuchen,  den  Beschwerdeführer  in  N._______ festzunehmen, dass  diese  Einschätzung  insoweit  bestätigt  werde,  als  der  Beschwerdeführer mehr als zwei Jahre  in  Indien gewesen sei, ohne mit 

D­531/2012 glaub­ und ernsthaften Schwierigkeiten konfrontiert zu sein, weshalb eine  dem Beschwerdeführer in Indien drohende asylrelevante Verfolgung nicht  absehbar sei, dass  die  Vorbringen  den Anforderungen  an  die Glaubhaftigkeit  gemäss  Art. 7 AsylG nicht standhielten, der Beschwerdeführer dementsprechend  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle,  weshalb  das  Asylgesuch  abzulehnen sei, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  30.  Januar  2012  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und die nachfolgend aufgeführten Beschwerdebegehren stellen liess: Die  angefochtene Verfügung vom 27. Januar 2012 des BFM sei zu kassieren  und  zu  neuem  Entscheid  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen.  Die  Vollzugsbehörde  sei  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  anzuweisen,  von  einem  Vollzug  der  Wegweisung  abzusehen,  bis  das  Bundesverwaltungsgericht über die vorliegende Beschwerde entschieden  habe. Dem Beschwerdeführer sei  für das weitere Verfahren die Einreise  aus  dem  Transitbereich  des  Flughafens  M._______  in  die  Schweiz  zu  gestatten.  Es  sei  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  zu  verzichten, dass  auf  die  Begründung,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den  nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  31.  Januar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht  vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

D­531/2012 dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und  Art. 6 AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  der  Beschwerde  aufschiebende  Wirkung  (Art. 42  Abs. 1  AsylG)  zukommt  und  das  BFM  einer  allfälligen  Beschwerde  die  aufschiebende  Wirkung  nicht  entzogen  hat  (Art. 55  Abs. 2  VwVG),  weshalb  auf  den  Antrag,  die  Vollzugsbehörde  sei  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  anzuweisen,  von  einem  Vollzug  der  Wegweisung  abzusehen, nicht einzutreten ist, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1  AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

D­531/2012 dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft  gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält, dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte  oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  nach  Überprüfung  der  Akten  auch  aus  Sicht  des  Bundesverwaltungsgerichts  zu  Recht  festgestellt  hat,  die Vorbringen des Beschwerdeführers  vermöchten  den  Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht zu genügen, dass  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  nicht  zu  beanstandenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen  werden kann, dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zu  den  männlichen  Unbekannten,  die  er  herkunftsmässig  weder  Indien  noch  Sri  Lanka  zuzuordnen vermochte, den fehlenden Realitätsbezug seiner Vorbringen  dokumentieren,  zumal  sich  die  Herkunft  der  Unbekannten  aufgrund  sprachlicher Unterschiede zwischen dem in Sri Lanka und dem in Indien  gesprochenen Tamilisch gewissermassen von selbst ergeben hätte, dass  davon  auszugehen  ist,  seine Tante, welche  ungefähr  eine Stunde  mit  den Männern  verbracht  und mit  ihnen gesprochen haben  soll,  hätte  dem  Beschwerdeführer  ihre  diesbezügliche  Wahrnehmung  mitgeteilt,  weshalb  die  Berufung  des  Beschwerdeführers  auf  Nichtwissen  nicht  zu  überzeugen vermag, dass die Abklärung der Schweizerischen Botschaft  in Colombo, wonach  der  Beschwerdeführer  unter  seinem  Namen  mit  einem  Reisepass  und  somit  legal  am  27.  August  2008  von  Colombo  aus  nach  N._______  geflogen  sei,  in  der  Beschwerde  nicht  bestritten  wird,  weshalb  es  sich  erübrigt, weiter darauf einzugehen,

D­531/2012 dass  der  Beschwerdeführer,  wie  sich  aus  den  Erwägungen  der  angefochtenen  Verfügung  ergibt,  in  seinen  Herkunftsstaat,  also  nach  Indien, ausgeschafft werden soll, dass  der  Wegweisungsvollzug  in  der  angefochtenen  Verfügung  ausschliesslich  unter  dem  Gesichtspunkt  der  Wegweisung  nach  Indien  geprüft wurde, weshalb in casu ein Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka  zur Zeit ausser Betracht fällt, dass  der  Beschwerdeführer  angesichts  der  tatsächlichen  Situation  tamilischer Emigranten und Flüchtlinge in Indien keine begründete Furcht  vor Verfolgung in seinem Herkunftsstaat hat, dass  bei  dieser  Sachlage  allfällige  hirnorganische  Probleme  des  Beschwerdeführers  oder  die  Wirkung  verordneter  Medikamente  unerheblich sind, dass  die  weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerdeschrift  an  den  Schlussfolgerungen des Bundesamtes nichts zu ändern vermögen, zumal  sie  sich  überwiegend  auf  eine Wiederholung  der  bisherigen  Vorbringen  beschränken, dass es sich bei dieser Sachlage erübrigt, die angefochtene Verfügung zu  kassieren  und  zu  neuem  Entscheid  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen  oder auf weitere Vorbringen einzugehen, dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt  hat, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  733),  weshalb  die  verfügte Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 

D­531/2012 nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  droht,

D­531/2012 dass  die  medizinischen  Probleme  des  Beschwerdeführers  an  der  Zulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs  nach  Indien  nichts  zu  ändern  vermögen,  weil  es  im  Herkunftsstaat  des  Beschwerdeführers  offensichtlich nicht an den erforderlichen Behandlungsmöglichkeiten fehlt, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  sich  der  Beschwerdeführer  nach  eigenen  Angaben  eigens  nach  Indien  begab,  um  sich  in  einem  Privatspital  medizinisch  behandeln  zu  lassen  (Protokoll der BzP vom 12. Januar 2012 S. 6 oben), weshalb es  keinen  Anlass  zur  Annahme  gibt,  die  erforderliche  medizinische  Behandlung sei ihm in Indien nicht zugänglich, dass  somit  weder  die  allgemeine  Lage  im  Herkunftsstaat  des  Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass der Beschwerdeführer, dessen Reise in die Schweiz 26'000 Franken  gekostet habe und von seinen Eltern finanziert worden sei (C22/15 F94/5  S. 10), nicht mit einer existenziellen Notlage in Indien zu rechnen braucht,  kann  er  sich  doch weiterhin  von  hablichen  Verwandten  sowie  seiner  in  Indien zurückgebliebenen Ehefrau unterstützen lassen, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den  Herkunftsstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist,

D­531/2012 dass mit dem Entscheid in der Hauptsache das Gesuch um Verzicht auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos wird, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.­  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­531/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Der Wegweisungsvollzug  nach  Sri  Lanka  ist  im  Sinne  der  Erwägungen  ausgeschlossen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM,  die  Flughafenpolizei und die zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Fulvio Haefeli Gert Winter Versand:

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