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Bundesverwaltungsgericht 28.02.2012 D-491/2012

February 28, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,345 words·~7 min·3

Summary

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 23. Dezember 2011

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­491/2012 Urteil   v om   2 8 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richter Hans Schürch; Gerichtsschreiber Gert Winter. Parteien A._______, geboren (…), alias A._______, geboren (…), Georgien, vertreten durch Françoise Jacquemettaz, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 23. Dezember 2011 / N.

D­491/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass  der  Beschwerdeführer  am  21.  April  2010  zusammen  mit  seiner  Ehefrau  bei  der  schweizerischen  Vertretung  in  Tbilissi  ein  Asylgesuch  einreichte und in der Folge zu seinen Asylgründen befragt wurde, dass  das  BFM  dieses  Gesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung  vom  31. März  2011  als  gegenstandslos  geworden  abschrieb,  nachdem  die schweizerische Vertretung am 15. Februar 2011 mitgeteilt hatte, der  Beschwerdeführer  sei  aus  Georgien  ausgereist  und  befinde  sich  vermutlich in der Türkei, dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge am 25. Dezember  2010  auf  dem  Landweg  aus  dem  Heimatstaat  ausreiste  und  von  der  Türkei  her  kommend  am  12.  März  2011  unkontrolliert  in  die  Schweiz  einreiste, dass er anlässlich der Kurzbefragung vom 22. März 2011 im Empfangs­  und Verfahrenszentrum  (EVZ) M._______  sowie  der  direkten Anhörung  vom 3. Mai 2011 durch das BFM zur Begründung seines Asylgesuchs im  Wesentlichen geltend machte, er habe  im Jahre 2006 bei der Vereinten  Nationalen  Bewegung  von  Michail  Saakashvili  die  Stelle  als  Leiter  der  Sonderbrigaden angetreten, dass  er  im  November  2007  aus  Protest  gegen  die  Verhaftung  seines  besten  Freundes  anlässlich  einer  gegen  die  Regierung  gerichteten  Protestkundgebung  vor  mehreren  Tausend  Personen  seinen  Parteiaustritt  habe  verkünden  und  seinen  Parteiausweis  zerreissen  lassen, dass er in der Folge am 13. November 2007 unter dem Vorwand, Drogen  zu besitzen, verhaftet und wegen Drogenbesitzes zu einer Freiheitsstrafe  von  acht  Jahren  verurteilt  worden  sei,  wobei  er  seine  Strafe  im  N._______  Gefängnis  Nr.  (…)  unter  sehr  misslichen  Bedingungen  verbüsst habe, dass  ihn  der  georgische  Präsident  indessen  alsbald  begnadigt  habe,  weshalb  er  im November  2008  aus  dem Strafvollzug  entlassen worden  sei, dass  er  sich  danach  ständig  beobachtet  gefühlt  habe  und  keine  Arbeit  habe finden können, darüber hinaus sein Telefon abgehört worden sei,

D­491/2012 dass  er  im  Juni  2009  mit  dem  Tode  bedroht,  überfallen  und  zusammengeschlagen  worden  sei,  bei  welcher  Gelegenheit  er  einen  Beinbruch erlitten habe, dass am 24. Dezember 2010 sein Reisepass, den er einige Monate zuvor  erhalten  habe,  wieder  eingezogen  worden  sei,  weshalb  er  seinen  Heimatstaat  bereits  tags  darauf  und  ohne  seine  Ehefrau  in  Richtung  Türkei verlassen habe, dass  er  zur  Untermauerung  seiner  Vorbringen  diverse  Unterlagen  und  Medienberichte  als  Beweismittel  zu  seinen  politischen  Aktivitäten  und  zum Strafverfahren zu den Akten reichte, dass  der  Beschwerdeführer  im  EVZ  aufgefordert  worden  sei,  innert  48 Stunden  Identitätspapiere  einzureichen,  er  indessen  dieser  Aufforderung des BFM bislang nicht nachgekommen sei, dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung  vom 23. Dezember  2011  –  eröffnet  am 28. Dezember  2011  –  ablehnte  und  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den Wegweisungsvollzug  anordnete, dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, es sei gemäss  Rechtsprechung  grundsätzlich  nicht  Sache  der  schweizerischen  Asylbehörden,  im Sinne einer Revision ausländische Gerichtsentscheide  auf ihre Rechtmässigkeit hin zu überprüfen, dass  trotz  der  Umsetzung  von  zahlreichen  gesetzgeberischen  Massnahmen  in  der  Vergangenheit  im  Einzelfall  die  Beeinflussung  der  georgischen  Strafverfolgungsbehörden  nicht  gänzlich  ausgeschlossen  werden  könne,  weshalb  im  vorliegenden  Fall  vorfrageweise  geprüft  werde,  ob  in  den  Akten  konkrete  Hinweise  für  die  behauptete  Unrechtmässigkeit des Gerichtsverfahrens vorlägen, dass  es  in  casu  keine  objektiven  Anhaltspunkte  gebe,  welche  auf  eine  rechtswidrige  Anwendung  der  strafrechtlichen  Vorschriften  durch  das  Gericht hinweisen würden, dass  der Beschwerdeführer  gegen  das  erstinstanzliche Urteil  auch  eine  Beschwerde  habe  erheben  können,  welche  allerdings  von  der  Berufungsinstanz abgewiesen worden sei,

D­491/2012 dass darüber hinaus auch keine prozessualen Vorgänge ersichtlich seien,  welche auf ein unrechtmässiges Gerichtsverfahren hindeuteten, dass  der  Beschwerdeführer  trotz  seinem  Versprechen  anlässlich  der  direkten Bundesanhörung bis dato weder das erstinstanzliche­ noch das  Beschwerdeurteil  eingereicht  habe,  obwohl  sich  diese  Urteile  seiner  Aussage zufolge bei  ihm zu Hause befänden und deren Zustellung  ihm  somit ohne weiteres möglich gewesen wäre, dass  seine  Aussage  zur  Nichteinreichung  der  Gerichtsunterlagen,  er  habe über  deren Wichtigkeit  nicht  gewusst,  eine  offensichtliche  und  vor  allem  unbehelfliche  Schutzbehauptung  sei,  welche  auf  ungünstige  Feststellungen in den Urteilen hindeute, dass  bezüglich  der  zahlreichen anderen eingereichten Beweismittel,  die  der  Beschwerdeführer  –  im  Gegensatz  zu  den  Urteilen  –  offenbar  als  wichtiger erachtet habe, jedoch auf die grundsätzlich geringe Beweiskraft  von solchen, von der Partei bestellten Bestätigungen hinzuweisen sei, dass  formelle  Unzulänglichkeiten  des  Verfahrens,  wie  sie  der  Rechtsanwalt  des  Beschwerdeführers  kritisiere,  zwar  vorkommen  könnten,  grundsätzlich  jedoch  davon  auszugehen  sei,  dass  die  Rechtsprechung  in  Georgien  innerhalb  der  durch  Verfassung  und  Gesetze festgelegten Normen funktioniere, dass  das  BFM  des  Weiteren  festgestellt  habe,  die  vorliegenden  Zeitungsberichte  beruhten  jeweils  auf  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers  oder  seiner  Ehefrau,  weshalb  ihnen  die  objektive  Sichtweise abgehe, dass  die  Behauptungen  des  Beschwerdeführers,  wonach  das  Gerichtsverfahren manipuliert worden sei, somit nicht geeignet seien, die  Rechtmässigkeit des Gerichtsentscheids in Frage zu stellen, dass  die  von  ihm  geltend  gemachte  Verurteilung  somit  in  seinem  gesetzwidrigen  Verhalten  begründet  und  rechtsstaatlich  legitim  sei,  weshalb diese Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an  die Flüchtlingseigenschaft nicht standhielten, dass  die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  hinsichtlich  seiner  Verfolgung  nach  seiner  Entlassung  aus  dem  Strafvollzug  im  November  2008  realitätsfremd  und  unsubstanziiert  ausgefallen  seien,  wobei 

D­491/2012 insbesondere sein Verhalten nach der Entlassung erhebliche Zweifel an  seinen Sachverhaltsschilderungen aufkommen lasse, dass  er  beispielsweise  trotz  ständiger  Beobachtung  durch  den  Geheimdienst  und  Behelligungen  seiner  Ehefrau  sowie  ungeachtet  der  Verhaftungen  seiner  Freunde  ohne  einen  ersichtlichen  Grund  bis  zu  seiner Ausreise aus Georgien über zwei Jahre habe verstreichen lassen, dass  der  Beschwerdeführer  trotz  ständigen  Behelligungen  in  all  diesen  Jahren  von  den  georgischen  Behörden  weder  vorgeladen  noch  festgenommen worden und ihm vielmehr noch ein Reisepass ausgestellt  worden sei, dass er sich trotz der angeblich ständigen Observierung aus Tbilissi habe  entfernen und den Heimatstaat offenbar problemlos verlassen können, dass auch in diesem Zusammenhang kaum Hinweise auf eine tatsächlich  vorhandene behördliche Verfolgungsmotivation ersichtlich sind, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers, welche die Zeit nach seiner  Entlassung  aus  dem  Gefängnis  beträfen,  eindeutige  Kenzeichen  einer  erfundenen  Verfolgungsgeschichte  aufwiesen  und  insgesamt  den  Eindruck  erweckten,  er  habe  bei  seinen  Schilderungen  nicht  auf  Erinnerungen  an  tatsächliche  Begebenheiten  zurückgreifen  können,  sondern  lediglich  versucht,  eine  angebliche  Verfolgungssituation  zu  konstruieren,  weshalb  seinen  Schilderungen  nicht  geglaubt  werden  könne, dass  der  Wegweisungsvollzug  nach  Georgien  zulässig,  zumutbar  und  möglich sei, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  26.  Januar  2012  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  die  nachfolgend  aufgeführten  Anträge  stellen  liess:  Es  sei  die  Verfügung der Vorinstanz vom 23. Dezember 2011 aufzuheben und die  Flüchtlingseigenschaft  des Beschwerdeführers  festzustellen.  Ausserdem  sei  von  einer  Wegweisung  abzusehen  und  allenfalls  die  vorläufige  Aufnahme  des  Beschwerdeführers  in  der  Schweiz  anzuordnen.  Schliesslich  sei  dem  Beschwerdeführer  die  unentgeltliche  Rechtspflege  zu gewähren,

D­491/2012 dass  auf  die  Begründung,  soweit  wesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen einzugehen ist, dass der  Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts das Gesuch  um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Zwischenverfügung  vom 6. Februar 2012 abwies und den Beschwerdeführer aufforderte, bis  zum 21. Februar 2012 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.– zu Gunsten  der Gerichtskasse zu überweisen, dass der einverlangte Kostenvorschuss am 15. Februar 2012 fristgerecht  geleistet wurde, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31]  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht  vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und  Art. 6 AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

D­491/2012 dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1  AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft  gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält, dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte  oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  in  der  Beschwerdeschrift  nicht zu einer anderen Betrachtungsweise zu führen vermögen, dass  der  Beschwerdeführer  geltend machte,  er  sei  von  Istanbul  aus  in  einem  Lastwagen  ohne  gültiges  Reise­  oder  Identitätspapier  in  fünf  Tagen nach Lugano gereist (A8/13 Ziff. 13.1 und 13.2 S. 5/6, Ziff. 16 S. 9,  A18/20 F112 – F119 S. 12), wobei er nirgendwo kontrolliert worden sei, dass  dieses  Vorbringen  angesichts  der  strikten  Kontrollen  an  den  Aussengrenzen der Europäischen Union unglaubhaft erscheint,

D­491/2012 dass  derartige Unstimmigkeiten  im Zusammenhang mit  der Schilderung  des  Reisewegs  Rückschlüsse  auf  die  Glaubhaftigkeit  einer  geltend  gemachten  Verfolgungssituation  zulassen  (Entscheidungen  und  Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  1998  Nr. 17 E. 4b S. 150), was sich auch in casu bestätigt, dass  der  Beschwerdeführer  bis  zum  heutigen  Tag  seine  Identität  nicht  nachgewiesen hat, weshalb er selbst aus echten Gerichtsurkunden nichts  zu seinen Gunsten ableiten könnte, dass  er  weder  das  erstinstanzliche  noch  das  Beschwerdeurteil  zu  den  Akten reichte (vgl. A18/20 F79 ff. S. 9), dass  er  anlässlich  der  BzP  angab,  er  sei  Jurist  (A8/13  Ziff.  8  S.  3),  weshalb  es  sich  erübrigt,  ihm  den  Beweiswert  eines  echten  Urteils  zu  erläutern, dass  er  auch  nicht  in  der  Lage war,  andere Dokumente,  die  es  seinen  Schilderungen  zufolge geben müsste,  zu den Akten  zu  reichen  (A18/20  F130 S. 13), dass die von  ihm eingereichten Beweismittel den Eindruck hinterlassen,  die  angebliche  Verfolgungssituation  werde  vom  Beschwerdeführer  inszeniert, dass  bei  dieser  Sachlage  zur  Vermeidung  von Wiederholungen  auf  die  zutreffenden  und  ausführlichen  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  sowie  diejenigen  in  der  Zwischenverfügung  vom  6.  Februar  2012 des Bundesverwaltungsgerichts verwiesen werden kann, dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt  hat, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  733),  weshalb  die  verfügte Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

D­491/2012 dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 

D­491/2012 (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat­  bzw.  Herkunftsstaat  des  Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass  in Georgien  insbesondere weder Krieg noch Bürgerkrieg oder eine  Situation allgemeiner Gewalt herrschen, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.–  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG) und mit dem am 15. Februar 2012 geleisteten Kostenvorschuss  zu verrechnen sind.

D­491/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt und mit dem am 15. Februar 2012 in gleicher Höhe geleisteten  Kostenvorschuss verrechnet. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Fulvio Haefeli Gert Winter Versand:

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