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Bundesverwaltungsgericht 08.08.2011 D-4246/2011

August 8, 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,015 words·~5 min·4

Summary

Nichteintreten auf Asylgesuch (erneutes Asylverfahren Schweiz) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. Juli 2011

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­4246/2011 Urteil   v om   8 .   Augus t   2011 Besetzung Einzelrichterin Contessina Theis, mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;   Gerichtsschreiber Alfred Weber. Parteien A._______, geboren (…), Irak,  (…),   Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6,  3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 25. Juli 2011 / N (…).

D­4246/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass  das  BFM  das  erste  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  vom  1.  Februar 1999 mit Verfügung vom 12. März 2001 mangels Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  abwies  und  die  Wegweisung  sowie  den  Vollzug  anordnete, dass  mit  Urteil  vom  4.  September  2001  die  damalige  Schweizerische  Asylrekurskommission  (ARK)  die  gegen  diese  Verfügung  am  12.  April  2001 erhobene Beschwerde abwies, dass  das  BFM  mit  Schreiben  vom  7.  September  2001  dem  Beschwerdeführer  eine  Frist  zum  Verlassen  der  Schweiz  bis  zum  21.  September 2001 einräumte, dass  gemäss  Vollzugs­  und  Erledigungsmeldung  der  zuständigen  kantonalen Behörde vom 20. März 2002 der Beschwerdeführer aufgrund  der Heirat mit einer Schweizerbürgerin seit dem 18. März 2002 im Besitz  einer Aufenthaltsbewilligung ist, dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  Akten  seit  dem  2.  August  2006  getrennt von seiner Ehefrau lebt, dass  B._______ mit  Verfügung  vom  13.  Januar  2010  das  Gesuch  des  Beschwerdeführers  betreffend  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  abwies und ihm eine Frist zum Verlassen des Staatsgebiets bis zum 31.  März 2010 einräumte, dass mit Verfügung vom 15. Oktober 2010 das Bezirksgericht C._______  die vom B._______ gegenüber dem Beschwerdeführer angeordnete, bis  zum 13. Januar 2011 dauernde Ausschaffungshaft bestätigte, dass  der  Beschwerdeführer  die  am  8.  Juni  2011  vorgesehene  Rückführung nach D._______ auf dem Luftweg verweigerte, wobei er im  Rahmen der am gleichen Tag durchgeführten Einvernahme (Rechtliches  Gehör/Wegweisung)  ausführte,  er  habe  Angst,  im  Irak  umgebracht  zu  werden, dass seine Familie im Irak ihn verstossen habe, da er eine Nichtmuslimin  geheiratet habe, 

D­4246/2011 dass  B._______  diese  Ausführungen  als  Asylgesuch  (Zweitgesuch/Haftfall – prioritär) qualifizierte und die Angelegenheit samt  den  entsprechenden  Unterlagen  am  9.  Juni  2011  zur  weiteren  Behandlung an das hierfür zuständige BFM überwies und festhielt, beim  Bezirksgericht  C._______  Vorbereitungshaft  für  vorerst  drei  Monate  zu  beantragen, dass mit Verfügung vom 10. Juni 2011 das Bezirksgericht C._______ die  vom B._______ gegenüber dem Beschwerdeführer angeordnete, bis zum  5.  September  2011  dauernde Vorbereitungshaft  gemäss Art.  75  Abs.  1  Bst.  f  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) bestätigte,  dass der Beschwerdeführer am 19.  Juli  2011  im Flughafengefängnis  zu  seinem  zweiten  Asylgesuch  befragt  wurde  und  zu  den  Asylgründen  zusammenfassend ausführte, aufgrund der Heirat mit einer Schweizerin,  von  der  er  mittlerweilen  geschieden  sei,  sei  er  in  den  Augen  seiner  Familie Christ geworden, dass seine Angehörigen sich von ihm deswegen losgesagt hätten,  dass  sein Vater  ihm am Telefon gesagt  habe,  er  habe Ruf  und Namen  der Familie ruiniert und solle daher lieber sterben, dass er deswegen seit dem Jahr 2003 oder 2004 keinen Kontakt mehr zu  seinen Familienangehörigen im Irak habe,  dass  er  aufgrund  dieser  Haltung  befürchte,  von  der  Familie  im  Irak  umgebracht  zu  werden,  wobei  sich  diese  nicht  bloss  aus  seinen  Eltern  und Geschwistern  zusammensetze,  sondern  aus  Verwandten  und  allen  möglichen Leuten bestehe, dass die  im  Irak  lebenden Moslems  ihn als Christen betrachten und auf  öffentlichem Platz steinigen würden, dass für die weiteren Ausführungen auf die Akten verwiesen wird, dass das BFM mit Verfügung vom 25. Juli 2011 – eröffnet am folgenden  Tag – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf das Asylgesuch  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  anordnete,

D­4246/2011 dass zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt wurde, es möge zwar  zutreffen,  dass  die  Familie  des  Beschwerdeführers  auf  dessen  Verehelichung mit  einer  Christin  ablehnend  reagiert  habe,  indessen  sei  es realitätsfremd, daraus eine von der Familie ausgehende, im gesamten  irakischen  Staatsgebiet  zu  befürchtende  und  von  der  gesamten  Bevölkerung getragene Todesdrohung abzuleiten,  dass der Beschwerdeführer auf Vorhalt, wonach durch die Scheidung von  seiner Ehefrau der Stein des Anstosses für das Zerwürfnis mit der Familie  beseitigt sei, nichts Überzeugendes zu entgegnen vermocht habe, dass  die  Vermutung  naheliege,  dass  die  damalige  Verehelichung  eine  Zweckverbindung  zur  Erlangung  einer  Aufenthaltsbewilligung  gewesen  sei,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  –  nebst  Anpassungen  hinsichtlich  Herkunft, Ethnie, Religion und Aufenthaltsort vor der Ausreise – für seine  neuen  Vorbringen  in  untauglicher  Weise  der  Situation  Angehöriger  ethnischer Minderheiten,  vorliegend Christen,  im  Irak  bediene, worunter  er indessen nicht falle, dass  diese  (Christen)  gemäss  Erkenntnissen  des  BFM  zwar  häufig  benachteiligt,  im Nordirak jedoch keiner Verfolgung durch die kurdischen  Behörden oder Verweigerung staatlichen Schutzes unterworfen seien,  dass  sie  im  Zentralirak  auch  nicht  von  einer  überdurchschnittlich  intensiven,  gegen  sie  in  ihrer  Eigenschaft  als  Christen  gerichteten  Verfolgung betroffen seien, wenngleich es zu berücksichtigen gelte, dass  sie  infolge  Übereinstimmung  ihres  Glaubens  mit  demjenigen  der  multinationalen  Besatzung  grundsätzlich  einem  erhöhten  Risiko  unterliegen würden, für Kollaborateure gehalten zu werden,  dass  das  am  1.  Februar  1999  eingeleitete  Asylverfahren  seit  dem  4.  September 2001 rechtskräftig abgeschlossen sei und sich aus den Akten  keine Hinweise ergeben würden, dass nach Abschluss dieses Verfahrens  die  Flüchtlingseigenschaft  begründende  oder  für  die  Gewährung  vorübergehenden Schutzes relevante Ereignisse eingetreten seien,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  durchführbar  und  zumutbar  sei;  diesem stünden keine triftigen Gründe entgegen,

D­4246/2011 dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 29. Juli 2011 gegen diesen  Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolge  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung,  die  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  die  Gewährung von Asyl beantragte, dass  festzustellen  sei,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  unzulässig,  unzumutbar  und  unmöglich  sei  und  dass  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen sei, dass  die  unentgeltliche  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  zu  gewähren  und  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten sei, dass eventualiter die aufschiebende Wirkung wiederherzustellen sei, dass  die  zuständige  Behörde  vorsorglich  anzuweisen  sei,  die  Kontaktaufnahme  mit  den  Behörden  des  Heimat­  oder  Herkunftstaats  sowie jegliche Weitergabe von Daten an dieselben zu unterlassen, dass  eventualiter  bei  bereits  erfolgter  Datenweitergabe  die  beschwerdeführende  Person  darüber  in  einer  separaten  Verfügung  zu  informieren sei,  dass auf die Begründung der Beschwerde, soweit entscheidwesentlich, in  den Erwägungen einzugehen ist, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  2.  August  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 

D­4246/2011 Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 43 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  ARK  [EMARK]  2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  nach  dem  Gesagten  auf  die  Begehren  um  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  sowie  um Gewährung  von  Asyl  nicht  einzutreten  ist, dass  der  Beschwerde  von  Gesetzes  wegen  aufschiebende  Wirkung  zukommt  (vgl.  Art.  42  AsylG)  und  die  angefochtene  Verfügung  keine  diesbezüglich  anderslautenden  Anordnungen  enthält,  weshalb  auf  das  Eventualbegehren  um  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  ebenfalls nicht einzutreten ist, dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass  über  offensichtlich  begründete  Beschwerden  in  einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 

D­4246/2011 weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  zweiten  Asylgesuches vorbringt,  aufgrund seiner Heirat   mit  einer Nichtmuslimin  (Schweizerbürgerin) sei er für seine Familie Christ geworden,  dass  ihn die Familie  im  Irak verstossen habe und  ihn umbringen würde,  wobei  die  Familie  nicht  bloss  seine  Eltern  und  Geschwister  seien,  sondern Verwandte, Angehörige und alle möglichen Leute, dass bei der Prüfung von Hinweisen auf in der Zwischenzeit eingetretene,  für  die  Flüchtlingseigenschaft  relevante  Ereignisse,  die  gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  e  AsylG  dazu  führen,  dass  auf  ein  zweites  Asylgesuch  einzutreten  ist,  die  Anforderungen  an  das  Beweismass  tief  anzusetzen  sind, dass  auf  Asylgesuche  demnach  eingetreten  werden  muss,  wenn  sich  Hinweise  auf  eine  relevante  Verfolgung  (weiter  Verfolgungsbegriff)  ergeben,  die  nicht  zum  Vorneherein  haltlos  sind  (vgl.  BVGE  2007/8  E.  5.6.4 sowie EMARK 2004 Nr. 5 E. 4. c.aa, S. 35 f), dass  die  Tatsache  der  Verehelichung  des  Beschwerdeführers mit  einer  Nichtmuslimin  (Christin)  sowie  der  mittlerweile  erfolgten  Scheidung  von  ihr vom BFM nicht bestritten wird, dass  die  vom  Beschwerdeführer  befürchteten  Nachteile  im  Falle  einer  Rückkehr  ins  Heimatland  nicht  auf  den  ersten  Blick  als  unglaubhaft  respektive  haltlos  erkennbare  Verfolgungshinweise  qualifiziert  werden  können,  dass  das  BFM  aufgrund  der  Begründung  in  der  angefochtenen  Verfügung,  insbesondere  derjenigen  hinsichtlich  der  Situation  der  christlichen  Minderheit  im  Nordirak  und  Zentralirak,  letztlich  gar  zum  Ausdruck  bringt,  dass  in  casu Hinweise  auf  Verfolgung  nicht  in  Abrede  gestellt werden können,  dass  das  BFM  mithin  den  von  der  Rechtsprechung  verlangten  Anforderungen nicht gerecht wird beziehungsweise die Voraussetzungen 

D­4246/2011 zur  Behandlung  des  Asylgesuchs  des  Beschwerdeführers  im  Rahmen  eines Nichteintretensentscheides nicht gegeben sind,  dass der  festgestellte Verfahrensmangel schwer wiegt und sich nicht  im  vorliegenden Beschwerdeverfahren heilen lässt, dass  vor  diesem  Hintergrund  auf  eine  Auseinandersetzung  mit  den  Beschwerdevorbringen  verzichtet  werden  kann,  da  sich  von  daher  am  Ausgang des Verfahrens nichts ändert, dass  die  Beschwerde  –  soweit  darauf  einzutreten  ist  –  demnach  gutzuheissen, die Verfügung des BFM vom 25. Juli 2011 aufzuheben und  die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der vorstehenden Erwägungen an  die Vorinstanz zurückzuweisen ist, dass der Beschwerdeführer sich demzufolge wiederum im Asylverfahren  befindet,  während  dessen  gesamter Dauer  er  sich  gestützt  auf   Art.  42  Abs. 1 AsylG in der Schweiz aufhalten kann, dass mit  dem vorliegenden  letztinstanzlichen Endentscheid das Gesuch  des  Beschwerdeführers,  die  Vollzugsbehörden  seien  anzuweisen,  die  Kontaktaufnahme  mit  den  Heimat­  oder  Herkunftsbehörden  sowie  jede  Weitergabe  von  Daten  an  dieselben  bis  zum  Endentscheid  über  die  Beschwerde zu unterlassen, gegenstandslos geworden ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Beschwerdeverfahrens  keine  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  sind  (vgl.  Art.  63  Abs.  1  VwVG),  womit  das Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von Art. 65 Abs. 1 VwVG gegenstandslos geworden ist, dass  keine  Parteientschädigung  zu  entrichten  ist,  da  weder  dargetan  noch  ersichtlich  ist,  dass  dem  nicht  vertretenen  Beschwerdeführer  im  vorliegenden  Verfahren  verhältnismässig  hohe  Kosten  entstanden  sind  (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG).  (Dispositiv nächste Seite)

D­4246/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Die  Verfügung  des  BFM  vom  25.  Juli  2011  wird  aufgehoben  und  die  Sache  zur Neubeurteilung  im Sinne  der  Erwägungen  an  die Vorinstanz  zurückgewiesen. 3.  Der  Beschwerdeführer  kann  den  Ausgang  des  Asylverfahrens  in  der  Schweiz abwarten. 4.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 5.  Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.  6.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Contessina Theis Alfred Weber Versand:

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