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Bundesverwaltungsgericht 25.01.2012 D-349/2012

January 25, 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,065 words·~5 min·2

Summary

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 3. Januar 2012

Full text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­349/2012/sed Urteil   v om   2 5 .   J a nua r   2012 Besetzung Einzelrichter Hans Schürch, mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;   Gerichtsschreiber Christoph Basler. Parteien A._______, geboren am (…), Türkei,   vertreten durch lic. iur. Marco Albrecht, Advokat,  Advokaturbüro Albrecht & Riedo, (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­ Verfahren);  Verfügung des BFM vom 3. Januar 2012 / N (…).

D­349/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  die  Türkei  auf  dem  Seeweg  verliess  und  eigenen Angaben zufolge am 2. Juli 2011 nach Italien einreiste,  dass er am 20.  Juli  2011  in die Schweiz gelangte, wo er am  folgenden  Tag um Asyl nachsuchte, dass  das  BFM  aufgrund  einer  Abfrage  der  EURODAC­Datenbank  feststellte,  dass  der  Beschwerdeführer  am  2. Juli  2011  in  B._______  durch die italienischen Behörden daktyloskopisch erfasst wurde, dass  der  Beschwerdeführer  am  2.  Dezember  2011  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  Basel  zu  seinen  Personalien  und  dem  Reiseweg  befragt wurde, dass  ihm  dabei  das  rechtliche  Gehör  zur  Zuständigkeit  Italiens  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  sowie  einer  Rückkehr nach Italien gewährt wurde, dass  das  BFM  die  italienischen  Behörden  am  12. Dezember  2011  gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c der Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des  Rates vom 18.  Februar 2003 (Dublin­II­Verordnung; nachfolgend Dublin­ II­VO) um die Rückübernahme des Beschwerdeführers ersuchte, dass  die  italienischen  Behörden  dieses  Gesuch  innert  Frist  nicht  beantworteten, dass  das  BFM  den  italienischen  Behörden  am  28.  Dezember  2011  mitteilte,  es  habe  keine  Antwort  auf  sein  Ersuchen  vom  12.  November  2011  erhalten,  weshalb  Italien  für  die  Beurteilung  des  Asylgesuchs  zuständig geworden sei, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  3. Januar  2012  –  eröffnet  am  12.  Januar 2012 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG, SR 142.31)  auf  das Asylgesuch nicht  eintrat  und die Wegweisung nach Italien anordnete, dass  das  BFM  den  Beschwerdeführer  gleichzeitig  aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  und  feststellte,  der  Kanton  C._______  sei  verpflichtet,  die  Wegweisung  zu  vollziehen,  dem  Beschwerdeführer  würden  die 

D­349/2012 editionspflichtigen  Akten  gemäss  Aktenverzeichnis  ausgehändigt  und  eine  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  habe  keine  aufschiebende  Wirkung, dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der  Beschwerdeführer  habe  am  2. Juli  2011  in  Italien  ein  Asylgesuch  eingereicht, dass  die  italienischen  Behörden  innerhalb  der  festgelegten  Frist  zum  Übernahmeersuchen des BFM keine Stellung genommen hätten, dass  gemäss  dem  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen  [DAA], SR 0.142.392.689) und unter Anwendung von Art. 20 Abs. 1 Bst. c  Dublin­II­VO  die  Zuständigkeit,  das  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren  durchzuführen, am 27. Dezember 2011 an Italien übergegangen sei, dass  der  im  Rahmen  des  rechtlichen  Gehörs  erhobene  Einwand  des  Beschwerdeführers, er habe in Italien kein Asylgesuch gestellt, ins Leere  gehe,  da  ein  Abgleich  der  Fingerabdrücke  mit  der  Zentraleinheit  EURODAC nachweise, dass er in Italien um Asyl ersucht habe, dass  die  Überstellung  an  Italien  –  vorbehältlich  einer  allfälligen  Unterbrechung oder Verlängerung (Art. 19f Dublin­II­VO) – bis spätestens  am 27. Juni 2012 zu erfolgen habe, dass der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe an  das  Bundesverwaltungsgericht  vom  19. Januar  2012  gegen  die  vor­ instanzliche  Verfügung  Beschwerde  erheben  und  beantragen  liess,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  auf  sein  Asylgesuch  sei  einzutreten,  eventuell  sei  der  Fall  zur  erneuten  Befragung  und  zur  Ergänzung des Sachverhalts sowie zum Erlass einer neuen Verfügung an  das  BFM  zurückzuweisen,  jedenfalls  sei  die  Wegweisungsverfügung  aufzuheben  und  für  diesen  Fall  seine  Anwesenheit  in  der  Schweiz  auf  anderer  gesetzlicher  Grundlage  zu  regeln,  der  Beschwerde  sei  die  aufschiebende Wirkung zu gewähren und es sei  ihm eine angemessene  Parteientschädigung  zuzusprechen  und  in  jedem  Fall  sei  ihm  die  unentgeltliche Prozessführung (inkl. Verbeiständung) zu gewähren,  

D­349/2012 dass  für  den  Inhalt  der  Beschwerde  auf  die  Akten  zu  verweisen  und –  soweit entscheidwesentlich – nachfolgend darauf einzugehen ist,  dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  23. Januar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht  vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG  und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

D­349/2012 dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  Ergebnis  der  EURODAC­Abfrage  am 2. Juli 2011 in B._______ (Italien) daktyloskopisch erfasst wurde und  ein Asylgesuch stellte, dass  das  BFM  die  italienischen  Behörden  am  12. Dezember  2011  gestützt  auf  Art. 16  Abs. 1  Bst. c  Dublin­II­VO  um  Übernahme  des  Beschwerdeführers ersuchte, dass Italien dieses Ersuchen innert Frist nicht beantwortete, weshalb die  Zuständigkeit für die Behandlung des Asyl­ und Wegweisungsverfahrens  an Italien überging (Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­VO), dass  der  Beschwerdeführer  damit  ohne  weiteres  in  einen  Drittstaat  (vorliegend  Italien)  ausreisen  kann,  der  für  die  Prüfung  seines  Asylantrages staatsvertraglich zuständig ist, dass die in der Beschwerde vertretene Auffassung, der in Art. 34 Abs. 2  AsylG  genannte  Nichteintretensgrund,  wonach  ein  Drittstaat  für  das  Asylverfahren zuständig sei, gelte nur insoweit, als die Voraussetzungen  von Art. 34 Abs. 3 Bst. a, b oder c AsylG nicht erfüllt seien,

D­349/2012 dass drei Onkel des Beschwerdeführers in der Schweiz lebten, zu denen  er  eine  enge  Beziehung  pflege,  er  die  Flüchtlingseigenschaft  offensichtlich  erfülle  und  in  Italien  kein  effektiver  Schutz  vor  Rückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG bestehe, dass gemäss Art. 34 Abs. 3 AsylG Art. 34 Abs. 2 Bstn. a, b, c und e keine  Anwendung  finden, wenn Personen  in der Schweiz  leben, zu denen die  asylsuchende  Person  enge  Beziehungen  hat,  die  asylsuchende  Person  die  Flüchtlingseigenschaft  nach  Art.  3  AsylG  offensichtlich  erfüllt  oder  Hinweise  darauf  bestehen,  dass  im Drittstaat  kein  effektiver  Schutz  vor  Rückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht, dass das BFM indessen einen auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG gestützten  Nichteintretensentscheid  fällte,  weshalb  Art.  34  Abs.  3  AsylG  offensichtlich keine Anwendung finden kann, dass  Italien  –  wie  die  Schweiz  –  unter  anderem  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK, SR 0.142.30), der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  und  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  oder  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105) ist, dass keine Hinweise dafür bestehen, Italien halte sich systematisch nicht  an  seine  völkerrechtlichen  Verpflichtungen,  weshalb  die  in  der  Beschwerde  geäusserte  Befürchtung,  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers werde nicht korrekt geprüft werden, nicht zu teilen ist,  zumal  auch  der  Umstand,  wonach  Italien  innerhalb  der  vorgesehenen  Frist keine Stellung zum Übernahmeersuchen der Schweiz bezogen hat,  nicht als konkreter Hinweis dafür zu erachten ist, dass auch keine konkreten Hinweise für die  in der Beschwerde gehegte  Befürchtung  bestehen,  er  werde  (ohne  Prüfung  seines  Asylgesuchs)  aufgrund  des  in  der  Türkei  bestehenden  Haftbefehls  an  die  Türkei  ausgeliefert, dass Italien als nach Art. 3 Abs. 1 Dublin­II­VO zuständiger Staat zudem  gehalten  ist,  unter  anderem  die  Richtlinie  2005/85/EG  des  Rates  vom  1. Dezember  2005  über  Mindestnormen  für  Verfahren  in  den  Mitgliedstaaten  zur  Zuerkennung  und  Aberkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  (sog.  Verfahrensrichtlinie)  und  die  Richtlinie 

D­349/2012 2003/9/EG  des  Rates  vom  27. Januar  2003  zur  Festlegung  von  Mindestnormen  für  die  Aufnahme  von Asylbewerbern  in Mitgliedstaaten  (sog. Aufnahmerichtlinie) anzuwenden respektive umzusetzen, dass hinsichtlich des Hinweises des Beschwerdeführers, in Italien sei die  grosse Mehrheit  der  Asylsuchenden  ungeschützt,  festzuhalten  ist,  dass  ihm  die  Möglichkeit  offenstünde,  sich  mit  Hilfe  einer  Rechtsberatungsstelle  einer  italienischen  Hilfsorganisation  in  Italien  gegen  eine  allfällige  Nichteinhaltung  der  gemäss  Aufnahmerichtlinie  geltenden  Mindeststandards  zu  wehren  und  seine  Rechte  bei  den  italienischen  Behörden  respektive  beim  Europäischen  Gerichtshof  oder  beim Europäischen Gerichtshof  für Menschenrechte geltend zu machen  (BVGE 2010/45 E. 7.6.4 S. 640 f.), dass der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass drei seiner Onkel in  der  Schweiz  leben  sollen,  nichts  zu  seinen  Gunsten  ableiten  kann,  da  gemäss  Art.  2  Bst.  i  Dublin­II­VO  als  Familienangehörige  der  Ehegatte  des Asylbewerbers oder der nicht verheiratete Partner, der mit  ihm eine  dauerhafte  Beziehung  führt,  die  minderjährigen  Kinder  solcher  Paare,  sofern diese ledig und unterhaltsberechtigt sind, zu gelten haben, dass  es  sich  erübrigt,  auf  die  beglaubigten  Übersetzungen  der  eingereichten,  in  türkischer Sprache gehaltenen Beweismittel zu warten,  da deren Inhalt nichts an der Zuständigkeit Italiens zur Prüfung des Asyl­  und Wegweisungsverfahrens zu ändern vermag, dass  somit  keine  Veranlassung  besteht,  vom  Selbsteintrittsrecht  Gebrauch zu machen, dass  der  Eventualantrag,  die  Angelegenheit  sei  an  das  BFM  zurückzuweisen,  abzuweisen  ist,  da  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  hinsichtlich des vorliegenden Zuständigkeitsverfahrens genügend erstellt  wurde, dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten  ist, dass  die  Anordnung  der  Wegweisung  nach  Italien  der  Systematik  des  Dublin­Verfahrens  entspricht  und  nach  dem Nichteintretensentscheid  im  Einklang mit der Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG steht,

D­349/2012 dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  –  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches  zuständigen  Staat  handelt  –  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für  Ersatzmassnahmen  im  Sinne  von  Art. 44  Abs. 2  AsylG  i.V.m.  Art. 83  Abs. 1 AuG, dass eine entsprechende Prüfung, soweit notwendig, vielmehr bereits im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  stattfinden  muss  (vgl.  vorstehende  Erwägungen, BVGE 2010/45 E. 10.2 S. 645), dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  für  die  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) besteht, weshalb der vom  Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung nach  Italien zu bestätigen  ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  der  Antrag,  der  Beschwerde  sie  die  aufschiebende  Wirkung  zu  erteilen,  aufgrund  des  direkten  Entscheids  in  der  Hauptsache  gegenstandslos wird, dass  der  Antrag  auf  Gewährung  der  vollumfänglichen  unentgeltlichen  Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG) zufolge der Aussichtslosigkeit  der Beschwerde abzuweisen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­349/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Hans Schürch Christoph Basler Versand:

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