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Bundesverwaltungsgericht 12.12.2011 E-4964/2008

12. Dezember 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,172 Wörter·~6 min·1

Zusammenfassung

Asyl (ohne Wegweisung) | Asyl (ohne Wegweisung); Verfügung des BFM vom 23. Juni 2008 / N

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­4964/2008 Urteil   v om     1 2 .   D e z embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Walter Stöckli, mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;  Gerichtsschreiber Thomas Hardegger. Parteien A._______, Sri Lanka,   vertreten durch Dominique Wetli, (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl; Verfügung des BFM vom 23. Juni 2008 / N (…).

E­4964/2008 Sachverhalt: A.  A.a. Am 31. Januar 2007 verliess der Beschwerdeführer seinen Angaben  zufolge sein Heimatland und reiste auf dem Luftweg  in die Schweiz ein,  wo  er  am  7.  Februar  2007  um Asyl  nachsuchte.  Am  22.  Februar  2007  erhob das BFM im Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) Vallorbe die  Personalien  des  Beschwerdeführers  und  befragte  ihn  summarisch  zum  Reiseweg  und  zu  den  Ausreisegründen.  Das  BFM  teilte  ihn  am  27.  Februar  2007  für  die Dauer  des Verfahrens  dem Kanton B._______  zu  und  hörte  ihn  am  19.  Juli  2007  und  am  13.  Februar  2008  zu  den  Asylgründen an. A.b.  Der Beschwerdeführer brachte zur Begründung seines Asylgesuchs  im Wesentlichen vor, er sei Tamile und stamme aus C._______. Im Jahr  1995  sei  er  von  den  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE)  zwangsrekrutiert  worden.  Jede  Familie  habe  dieser  Organisation  eine  Person  zur  Verfügung  stellen  müssen.  (…)  Er  habe  sich  vertraglich  verpflichtet,  15  Jahre  bei  den  LTTE  zu  bleiben.  Nach  einer  erfolgreich  absolvierten  halbjährigen  militärischen  Grundausbildung  (Trainings,  Waffenhandwerk  und  Kampftaktik)  habe  er  später  täglich  Drills  und  weitere  Trainings  absolvieren  müssen.  Seine  persönliche  Bewaffnung  habe  im  Wesentlichen  aus  einer  Schusswaffe  und  Handgranaten  bestanden.  Er  habe  alle  drei  Positionen  des  von  drei  Mann  zu  bedienenden  grossen  50­er­Kaliber­Gewehrs  beherrscht.  Er  habe  in  verschiedenen  Regionen  seines  Landes  gekämpft.  So  sei  er  beispielsweise  im  Juni  1996  beim  Kampf  in  Mullaitivu  (zwei  Wochen  lang),  im September  1997  beim Kampf  um  Jaffna  (zwei Wochen  lang),  von 1998 bis Ende 1999 bei den Kämpfen in der Region Mankulam sowie  im  Jahr  2000  beim  Kampf  um  den  Elephant­Pass  (zirka  fünf  bis  sechs  Monate  lang)  als Kämpfer  zum Einsatz  gekommen. Von  1999 bis  2005  habe  er  einer  Einheit  von  15  Kämpfern  der  LTTE  vorgestanden.  Seine  Leute  seien  ihm  von  seinem  Kommandanten  R.,  der  eine  unbekannte  Zahl  von Kampfgruppen  respektive  325 Personen  befehligt  habe,  direkt  zugewiesen  worden.  Neben  den  Kampfeinsätzen  habe  er  mit  seiner  Gruppe weitere, auch militärische Aufgaben zu erledigen gehabt, wie Bau  von Bunkern und Lagern, Sanitäts­, Koch­, Versorgungsdienste, Arbeiten  auf Plantagen. Nach den Kampfeinsätzen am Elephant­Pass  sei  er  von  den  LTTE  nicht  mehr  für  Kampfhandlungen  aufgeboten  worden.  Ende  2005  habe  er  R.  mündlich  gebeten,  ihn  definitiv  aus  den  Diensten  der  LTTE  zu  entlassen,  weil  er  unter  Asthma  leide.  Er  habe  diesen 

E­4964/2008 Entlassungsgrund  vorgegeben,  weil  er  nach  der  langen  Aktivzeit  und  bloss  zwei  Urlauben  müde  geworden  sei.  Auch  habe  es  2002  einen  Waffenstillstand  gegeben  und  es  habe  nur  noch  an  einzelnen  Orten  Kämpfe mit  der  Armee  gegeben,  zu  welchen  er  aber  nicht  beigezogen  worden  sei.  Er  sei  davon  ausgegangen,  dass  ihn  die  LTTE  eigentlich  nicht mehr  benötigten.  Zudem habe er  seine Familienangehörigen  allzu  lange nicht mehr gesehen. Sein Entlassungswunsch sei  jedoch von der  Führung der LTTE im Dezember 2006 schriftlich abgelehnt worden, weil  er seine 15 Dienstjahre noch nicht erfüllt habe. Gleichzeitig hätten ihm die  LTTE  erklärt,  vorab  einer  Entlassung  habe  er  während  drei  Jahren  Strafaufgaben  zu  erledigen.  Die  stets  um  den  Hals  getragene  Plakette  der LTTE mit seiner Kennnummer habe er zurückgeben müssen. An ihrer  Stelle habe er dieselbe Kennnummer nun ums Handgelenk erhalten. Er  hätte  sich  gemäss  Auftrag  der  LTTE  im  Oktober  2006  an  einem  bestimmten Ort und Zeitpunkt in Vavuniya einfinden sollen, wo er weitere  Weisungen  der  Organisation  hätte  erhalten  sollen.  Dort  habe  er  sich  jedoch nie blicken lassen. Er habe stattdessen die Gelegenheit zur Flucht  genutzt  und  die  Eltern  eines  Bekannten  in  Vavuniya  aufgesucht,  wo  er  sich  während  der  folgenden  zwei  Monate  versteckt  habe.  Obwohl  Vavuniya  unter  der  Kontrolle  der  srilankischen  Armee  gestanden  sei,  habe  er  sich  dort  nicht  frei  zu  bewegen  gewagt,  weil  er  sich  nur  ungenügend  habe  ausweisen  können.  Zudem habe  er  Verletzungen  an  (…).  Der  Vater  des  Bekannten  habe  ihm  berichtet,  dass  die  LTTE  ihn  gesucht und an seiner Stelle im November 2006 den Bruder eingezogen  hätten,  und  habe  jemanden  damit  beauftragt,  ihm  die  Ausreise  aus  Sri  Lanka zu ermöglichen. Mit einem gefälschten Pass sei er ausgereist. (…).  A.c. An Beweismitteln wurden vom Beschwerdeführer im vorinstanzlichen  Verfahren  eine  Wohnsitzbestätigung  vom  (…)  2007,  ein  Foto  und  ein  Briefumschlag  eingereicht.  Mit  Schreiben  des  Zivilstandsamts  in  D._______ vom 4. Februar und 6. Mai 2008 wurde aktenkundig, dass er  eine  in  der  Schweiz  wohnhafte  srilankische  Staatsbürgerin  heiraten  möchte. Beim Zivilstandsamt hinterlegte er einen Ledigkeitsnachweis und  eine Identitätskarte.  A.d.  Das BFM ersuchte das Bundesamt für Polizei am 15. Mai 2008 um  eine Stellungnahme betreffend allfälliger Asylunwürdigkeit.  Am 4. Juni 2008 teilte der (damalige) Dienst  für Analyse und Prävention  (DAP)  dem  BFM  mit,  der  Beschwerdeführer  sei  dem  Bundesamt  für  Polizei  bis anhin nicht bekannt gewesen. Der DAP hielt  dafür,  dass der 

E­4964/2008 Ausschlussgrund  der  Asylunwürdigkeit  oder  sogar  die  Bestimmungen  über  den  Ausschluss  vom  Geltungsbereich  der  Flüchtlingskonvention  anwendbar  sei  könnten.  Der  Beschwerdeführer  sei  eigenen  Angaben  zufolge  seit  1995  bei  den  LTTE.  Er  habe  zwischen  1999  und  2006  als  Vorgesetzter eine Einheit von 15 Kämpfern geführt; dies bis zum Rücktritt  aus  der  Organisation.  Er  habe  selber  an  vielen  Kampfeinsätzen  teilgenommen.  Aus  Sicht  des  Amtes  sei  nicht  restlos  auszuschliessen,  dass  er  in  der  heutigen  Situation  eine  Gefahr  für  die  Sicherheit  der  Schweiz darstellen könnte. B.  Mit Verfügung vom 23. Juni 2008 – eröffnet am 26. Juli 2007 – stellte das  BFM  die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  fest,  wies  aber  sein  Asylgesuch  wegen  Erfüllens  eines  Asylausschlussgrundes  ab.  Es  verfügte  seine  Wegweisung  aus  Schweiz  und  ordnete  wegen  Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme an.  C.  Gegen die Verfügung vom 23. Juni 2008 erhob der Beschwerdeführer mit  Eingabe vom 28. Juli 2008 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht.  Er  beantragte,  der  Entscheid  des  BFM  vom  23.  Juni  2008  sei  in  den  Dispositivpunkten  2  bis  7  betreffend  die  Asylunwürdigkeit  und  deren  Folgen  aufzuheben  und  es  sei  ihm  Asyl  zu  gewähren.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragte  er  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  und  Verzicht  auf  Erhebung  eines  Kostenvorschusses. Der Beschwerde lag die Vollmacht vom 24. Juli 2008  und  das  Original  der  angefochtenen  Verfügung  bei.  Der  Beschwerdeführer  kündigte  an,  er  werde  einen  Bedürftigkeitsbeleg  und  eine Honorarnote nachreichen. D.  Mit Zwischenverfügungen vom 31. Juli und 21. August 2008 verzichtete  der  Instruktionsrichter  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses,  verlegte  die  Behandlung  des  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  auf  einen  späteren  Zeitpunkt,  forderte  eine  Fürsorgebe­stätigung  ein  und  überwies  die  Akten  dem  BFM  zur  Vernehmlassung. E.  Mit  Vernehmlassung  vom  29.  August  2008  hielt  das  BFM  an  seinen  Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.

E­4964/2008 F.  Der  Beschwerdeführer  reichte  am  8.  September  2008  eine  Unterstützungsbestätigung  des  Schweizerischen  Roten  Kreuzes  nach  und nahm am 2. Oktober 2008 Stellung zur Vernehmlassung. G.  Mit  Brief  vom  16.  Mai  2011  stellte  das  BFM  zu  Handen  des  Migrationsdienstes  des  Kantons  B._______  fest,  mit  der  (…)  am  (…)  2009 erteilten Aufenthaltsbewilligung sei die Wegweisung (Dispositivziffer  3  der  angefochtenen  Verfügung)  dahingefallen  und  die  vorläufige  Aufnahme (Dispositivziffern 4 ­ 7) sei erloschen. H.  Mit  Schreiben  vom  9.  November  2011  wurde  dem  Beschwerdeführer  unter  Hinweis  auf  die  neue  Aktenlage  und  die  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts Gelegenheit gegeben, seine Beschwerde bis  zum  21.  November  2011  ohne  Kostenauflage  zurückzuziehen.  Der  Beschwerdeführer reagierte nicht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls  in  der Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  (Art. 105  des Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR  142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2.  Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts  anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 1.3.    Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

E­4964/2008 durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art.37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und  Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.4.    Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1  AsylG). 1.5.  Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  entscheidet  der  Einzelrichter  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  (Art.  111  AsylG).  Wie aufgezeigt werden wird, handelt es sich vorliegend um eine solche;  das Urteil wird nur summarisch begründet (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 2.  2.1. Gemäss Art. 53 AsylG wird Flüchtlingen kein Asyl gewährt, wenn sie  wegen  verwerflicher Handlungen  dessen  unwürdig  sind  oder  die  innere  oder äussere Sicherheit der Schweiz verletzt haben oder gefährden. Die vom Beschwerdeführer während vieler Jahre ausgeübte Rolle eines  Kämpfers  bei  den  LTTE  und  erst  recht  diejenige  eines Gruppenführers  von  15  Kämpfern  erfüllt  nach  der  ständigen  Praxis  des  Bundesverwaltungsgericht  (und  ihrer  Vorgängerorganisation,  der  Schweizerischen  Asylrekurskomission)  ohne  Zweifel  die  Kriterien,  die  zum Ausschluss  vom Asyl  führen. Anstelle weiterer Ausführungen  kann  auf die zutreffende Begründung der angefochtenen Verfügung (E. I.3) und  ein  zu  dieser  Thematik  publiziertes  Urteil  (Entscheidungen  und  Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  2002  Nr. 9 E. 7) verwiesen werden. 2.2. Bei einem begründeten Verdacht einer  verwerflichen Handlung des  Beschwerdeführers  im  Sinne  von  Art.  53  AsylG  bleibt  die  Verhältnismässigkeit des Asylausschlusses zu prüfen  (EMARK 2002 Nr.  9).  Mit Blick auf die Kriterien  ist zunächst darauf hinzuweisen, dass er nach  eigenen Angaben ursprünglich  im Alter von (…) Jahren zwangsrekrutiert  worden  ist,  sich  dann  allerdings  vertraglich  für  einen  15­jährigen Dienst  bei  den LTTE verpflichtet  hat. Seine aktive Zugehörigkeit  zu den LTTE,  wo er als Kommandant von 15 Kämpfern der LTTE aktiv tätig war, endete 

E­4964/2008 2006. Vom Beschwerdeführer erwähnte Kriegsteilnahmen  fanden  in den  Jahren 1996 bis 2000 statt. Die mutmasslichen verwerflichen Handlungen  (namentlich  Tötungen,  schwere  Körperverletzungen  etc.),  von  denen  in  Übereinstimmung mit der Betrachtungsweise des BFM nicht anzunehmen  ist,  dass  sie unter Zwang erfolgt  sind,  sind nach Schweizer Recht  nicht  verjährt  (Art.  97  Abs.  1  Bst.  a  und  b  des  Schweizerischen  Strafgesetzbuchs  vom  21. Dezember  1937  [StGB,  SR  311.0]).  Der  Beschwerdeführer lebt und arbeitet im Kanton E._______ und hat eine in  der Schweiz wohnhafte Landsfrau geheiratet; er ist seit der Einreise in die  Schweiz  in  strafrechtlicher  Hinsicht  und  auch  in  anderer  Weise  nicht  negativ  aufgefallen,  was  zwar  für  ihn  spricht,  hinsichtlich  der  Verhältnismässigkeitsprüfung  die  Schwere  der  begangenen  Taten  aber  nicht  aufzuheben  vermag,  zumal  der  Beschwerdeführer  sich  von  deren  Begehung  und  dem  Kampf  sowie  den  Kampfmitteln  der  LTTE  nicht  distanziert hat (A14 S. 9 f.). Es  ist  folglich  gestützt  auf  die  geltende  Praxis  verhältnismässig,  ihn  wegen  Vorliegens  von  Asylausschlussgründen  im  Sinne  von  Art.  53  AsylG von der Gewährung des Asyls auszuschliessen. 3.  Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so  verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den  Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie  (Art. 44 Abs. 1 AsylG).  Im  Zeitpunkt  des  Erlasses  der  angefochtenen  Verfügung  verfügte  der  Beschwerdeführer  weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen. Die Wegweisung wurde demnach damals zu Recht angeordnet  (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Er hat  später eine srilankische Staatsangehörige  geheiratet  und  am  (…)  2009  eine  Aufenthaltsbewilligung  erhalten.  Bei  dieser Sachlage sind die Wegweisung und deren Vollzug ohne weiteres  dahin gefallen, weshalb die Beschwerde diesbezüglich (Ziffern 3 ­ 7 des  Dispositivs der angefochtenen Verfügung) als gegenstandslos geworden  abzuschreiben ist. 4.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 

E­4964/2008 Beschwerde  ist  mithin  abzuweisen,  soweit  sie  nicht  gegenstandslos  geworden ist.

E­4964/2008 5.   5.1.    Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  ist  grundsätzlich  der  Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Das  mit  Beschwerdeerhebung  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  ist  abzuweisen,  da  die  Beschwerde  angesichts  der  bereits  damals  bekannt  gewesenen  klaren  Praxis  bezüglich  der  Asylunwürdigkeit  von  LTTE­Kämpfern  und  namentlich  solchen mit Führungsfunktionen von Anfang an aussichtslos war. Damit  fehlt  es an einer  der  gesetzlichen Voraussetzungen  (vgl. Art.  65 Abs.  1  VwVG). Das Gesuch ist demnach abzuweisen.  Die Verfahrenskosten sind praxisgemäss auf Fr. 600.– festzusetzen und  dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. 5.2.  Es  ist  keine  Parteientschädigung  auszurichten,  zumal  die  Beschwerde  auch  bezüglich  der  gegenstandlos  gewordenen  Anfechtungspunkte aussichtslos war (Art. 5 und Art. 15 des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2). (Dispositiv nächste Seite)

E­4964/2008 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  abgewiesen,  soweit  sie  nicht  gegenstandslos  geworden ist. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen. 3.  Die  Kosten  des  Beschwerdeverfahrens  von  Fr.  600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dem Beschwerdeführer wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 5.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Walter Stöckli Thomas Hardegger Versand:

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