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Bundesverwaltungsgericht 17.11.2011 E-4746/2011

17. November 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,269 Wörter·~6 min·1

Zusammenfassung

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. Juli 2011 /

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­4746/2011 Urteil   v om   1 7 .   No v embe r   2011 Besetzung Einzelrichterin Regula Schenker Senn, mit Zustimmung von Richter François Badoud; Gerichtsschreiberin Néomie Nicolet. Parteien A._______, Kosovo, (Beschwerdeführer 1) B._______, Albanien, (Beschwerdeführerin 2) C._______, Albanien, (Beschwerdeführer 3) D._______, Albanien, (Beschwerdeführer 4) alle vertreten durch lic. iur. Salman Fesli, Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 25. Juli 2011 / N (…).

E­4746/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  1  seinen  Heimatstaat  Kosovo  eigenen  Angaben  zufolge  am  15.  Januar  2011  respektive  24.  Februar  2011  verliess und am 19. März 2011 in die Schweiz einreiste, dass  er  bei  der  Einreise  in  die  Schweiz  an  der  Grenze  festgenommen  wurde und nach zwei Tagen Haft mit der Aufforderung, die Schweiz innert  48  Stunden  zu  verlassen,  freigelassen  worden,  nach  Frankreich  gegangen und am 26. April 2011 erneut in die Schweiz gelangt sei, dass  die  Beschwerdeführerin  2  und  die  (gemeinsamen)  Kinder  ihren  Heimatstaat  Albanien  eigenen  Angaben  zufolge  am  26.  März  2011  verliessen und (…) gleichentags in die Schweiz gelangten, wo sie und der  Beschwerdeführer  1  am  26.  April  2011  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum (EVZ) E._______ um Asyl nachsuchten, dass  die  Beschwerdeführenden,  ethnische  Albaner,  anlässlich  der  Kurzbefragungen  vom  2. Mai  2011  im  EVZ  und  der  einlässlichen  Anhörungen  vom  21. Juli  2011  zu  ihren  Asylgründen  im  Wesentlichen  Folgendes ausführten, dass  der  Beschwerdeführer  1  während  des  Krieges  in  der  (…)  beziehungsweise (…) Brigade als Arztgehilfe  respektive einfacher Soldat  Dienst geleistet habe,  dass  die  Beschwerdeführenden  anfangs  2008  respektive  Ende  2008  einen ersten anonymen Drohbrief erhalten hätten, worin gestanden habe,  dass  der  Beschwerdeführer  1  im  Krieg  etwas  gemacht  habe,  dem  Absender  daher  etwas  schulde  und  dieser  sich  an  den  Kindern  der  Beschwerdeführenden rächen würde, dass  sie  später  weitere  solche  anonyme  Drohbriefe  erhalten  hätten,  insgesamt etwa zwanzig respektive etwa dreizehn, wobei die Briefe auch  in  Säcken  mit  Zwiebeln  und  Kartoffeln  verpackt  vor  die  Tür  gestellt  worden seien, dass sie (die Beschwerdeführenden) im Juni 2009 die Polizei aufgesucht  hätten, diese jedoch erklärt habe, aufgrund der unbekannten Täterschaft  nichts unternehmen zu können,

E­4746/2011 dass sich der Beschwerdeführer 1 in der Folge ab 2009 in Albanien und  nur noch für kurze Zeit in Kosovo aufgehalten habe, dass  die  Beschwerdeführenden  den  Sohn  (Beschwerdeführer  3)  aus  Angst  vor  einer  Entführung  aus  der  Schule  in  F._______  genommen  hätten, dass  die  Beschwerdeführerin  2  und  die  Kinder  sich  seit  Juni  2010  mehrheitlich  in  Albanien  aufgehalten,  seit  Januar  2011  dort  festen  Wohnsitz  gehabt  hätten  und  bis  zur  Ausreise  am  26. März  2011  dort  geblieben seien, dass  der  Beschwerdeführer  1  sich  seit  dem  15.  Januar  2011  fest  in  Albanien  aufgehalten  habe  und  nicht  mehr  in  den  Kosovo  gereist  sei  respektive  er  zwischen  dem  15.  und  20. Januar  2011  in  den  Kosovo  zurückgekehrt sei und seinen Heimatstaat am 24. Februar 2011 endgültig  verlassen habe,  dass zwei Drohbriefe den Beschwerdeführenden nach Albanien zugestellt  worden seien, dass sie wegen der Drohbriefe um ihr Leben hätten fürchten müssen und  sich deshalb zur Ausreise entschlossen hätten, dass  die  Beschwerdeführenden  im  Verlaufe  des  erstinstanzlichen  Verfahrens als Beweismittel ihre Pässe (im Original), Identitätskarten der  Beschwerdeführenden 1 und 2 (beide im Original), den Führerschein des  Beschwerdeführers  1  (in  Kopie)  und  einen  Mitgliederausweis  der  "Alliance for the future of kosova" des Beschwerdeführers 1 (im Original)  zu den Akten gaben, dass das BFM die Asylgesuche der Beschwerdeführenden mit Verfügung  vom  25. Juli  2011  –  eröffnet  am  28. Juli  2011  –  ablehnte  und  die  Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug anordnete, dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  würden  den  Anforderungen  von  Art. 7  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  an  die  Glaubhaftmachung eines asylbegründenden Sachverhalts nicht genügen,  weshalb sie die Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG nicht erfüllten,

E­4746/2011 dass  die  Beschwerdeführenden  unterschiedliche  Angaben  zu  den  eigentlichen Asylvorbringen (betreffend Funktion des Beschwerdeführers  1  im  Krieg,  Nummer  der  Brigade  und  die  Drohbriefe)  gemacht  und  auf  Vorhalt die Widersprüche nicht zu entkräften vermocht hätten, dass  der  Beschwerdeführer  1  verschiedene  Versionen  über  seine  Aufenthaltsorte  vor  der  Ausreise  angegeben  habe  und  auch  diese  Widersprüche  im  Rahmen  des  rechtlichen  Gehörs  nicht  zu  klären  vermocht habe,  dass  nicht  nachvollziehbar  sei,  weshalb  die  Beschwerdeführenden –  obwohl  sie seit dem Jahr 2008 Drohbriefe erhalten hätten – bis  im Juni  2010  in  F._______  verblieben  seien  und  die  Erklärung,  den  Ernst  der  Situation erst 2009 erkannt zu haben, als unbehelflich zu beurteilen sei, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 29. August 2011 gegen  diesen  Entscheid  Beschwerde  erhoben  und  die  Aufhebung  der  erstinstanzlichen Verfügung,  die Gewährung  des Asyls  und  eventualiter  die  Feststellung  der  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und  Unmöglichkeit  des Wegweisungsvollzugs sowie in prozessualer Hinsicht die Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  nach  Art. 65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) beantragten, dass  sie  in  der  Begründung  im  Wesentlichen  geltend  machten,  der  Beschwerdeführer  1  sei  nicht  nur  der  medizinischen  Einheit  zugeteilt  gewesen, sondern habe auch andere Aufgaben wahrgenommen, dass er zu seinen Aufenthaltsorten seit 2009 erklärte, immer wieder seine  Familie  in  Kosovo  besucht  zu  haben  und  sich  erst  ab  dem  15. Januar  2011 fest in Albanien aufgehalten habe, dass  im  Weiteren  zu  den  Daten  der  Ausreise  ein  widerspruchfreies  Antworten gar nicht möglich gewesen sei, zumal die Fragestellungen der  Anhörung  verwirrend  ausgefallen  seien  und  der  Beschwerdeführer  dennoch versucht habe, die unverständlichen Fragen nach seiner besten  Erinnerung zu beantworten, dass  die  Beschwerdeführerin  2,  entgegen  den  Behauptungen  der  Vorinstanz,  keine widersprüchlichen Angaben betreffend  den Erhalt  des  ersten  Drohbriefes  gemacht  habe,  da  ihre  Ausführungen  auf 

E­4746/2011 Vermutungen  beruhten  und  demzufolge  nicht  als  Widerspruch  zu  qualifizieren seien, dass auch die weiteren Widersprüche aufgrund konfuser Fragestellungen  entstanden seien, dass die Beschwerdeführenden mit einem als Beweismittel beigebrachten  Polizeidokument (Kopie, inklusive sinngemässer Übersetzung) bestätigen  könnten, dass sie polizeilich gesucht würden, ernsthafte Gründe gehabt  hätten,  ihr Land zu verlassen und bei einer Rückkehr einer bedrohlichen  Situation ausgesetzt würden, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom  8. September  2011  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege infolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde abwies und Frist  zur Leistung eines Kostenvorschusses setzte, dass  die  Instruktionsrichterin  zur  Begründung  der  Aussichtslosigkeit  im  Wesentlichen Folgendes erwog (Zitat:), dass das BFM in seinen Erwägungen mit überzeugender Begründung zur  Erkenntnis gelangt ist, die Vorbringen der Beschwerdeführenden würden  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftmachung  eines  asylbegründenden  Sachverhalts  nicht  standhalten,  weshalb  sie  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht erfüllten,  dass  die  diesbezüglichen  Ausführungen  in  der  vorinstanzlichen  Verfügung  einen  überzeugenden  Eindruck  hinterlassen,  mithin  vollumfänglich  darauf  verwiesen werden  kann  und  die  Einwände  in  der  vorliegenden  Beschwerde  nicht  geeignet  scheinen,  die  vorinstanzlichen  Schlussfolgerungen umzustossen, dass sich die Beschwerdeeingabe im Wesentlichen in der Argumentation,  die von der Vorinstanz erkannten Widersprüche seien aufgrund "konfuser  Fragestellungen" entstanden, erschöpft,  dass  dieser  Einwand  unbehelflich  erscheint,  zumal  die  Vorinstanz  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  nicht  nur  als  widersprüchlich,  sondern auch als tatsachenwidrig erkannt hat, dass  das  mit  der  Beschwerde  eingereichte  Beweismittel  weitere  Ungereimtheiten zu begründen scheint, 

E­4746/2011 dass  in  diesem  Schreiben  gemäss  beigebrachter  sinngemässer  Übersetzung  "unmissverständlich"  bestätigt  werde,  dass  die  Beschwerdeführenden  "weiterhin  polizeilich  gesucht  werden  und  die  Familienmitglieder  getötet  werden  sollen",  was  sowohl  realitätsfremd  erscheint  als  auch  in  krassem Widerspruch  zu  den  Asylvorbringen  der  Beschwerdeführenden (Erhalt von anonymen Drohbriefen) steht, dass  das  BFM  im  Weiteren  die  Wegweisungsanordnungen  und  den  Vollzug  der  Wegweisungen  ebenfalls  gesetzes­  und  praxiskonform  erwogen  hat  und  darauf  wiederum  vollumfänglich  verwiesen  werden  kann,  zumal  in  der  Beschwerde  den  diesbezüglichen  Erwägungen  der  Vorinstanz nichts entgegengehalten wird, dass  der  eingeforderte  Kostenvorschuss  am  16. September  2011   fristgerecht geleistet wurde, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG), dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  sind  (Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und Art.  48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

E­4746/2011 dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  anerkannt  wird,  wenn sie   in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft  gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),  dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält, dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte  oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass  die  Vorinstanz  gesetztes­  und  praxiskonform  erkannt  hat,  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  würden  den  Anforderungen  von  Art. 7  AsylG  an  die  Glaubhaftmachung  eines  asylbegründenden  Sachverhalts klar nicht genügen, dass  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  vollumfänglich  auf  die  diesbezüglichen  ausführlichen  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung,  die  obige  zusammenfassende  Darstellung  derselben  sowie 

E­4746/2011 auf  die  Erwägungen  in  der  zitierten  Zwischenverfügung  vom  8. September 2011 verweisen werden kann, dass  die  Beschwerdevorbringen,  welche  sich  weitestgehend  in  Behauptungen  erschöpfen,  an  der  von  der  Vorinstanz  festgestellten  Unglaubhaftigkeit  der  Aussagen  nichts  zu  ändern  vermögen  und  das  Beweismittel,  das  in  klarem  Widerspruch  zu  den  Aussagen  der  Beschwerdeführenden steht, sogar weitere Ungereimtheiten begründet, dass  es  den  Beschwerdeführenden  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen, weshalb  das  Bundesamt  die  Asylgesuche  zu Recht  abgelehnt  hat, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE]  2009/50 E. 9), weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation,  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK), der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt,  das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und  andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl.,  Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 

E­4746/2011 Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der  Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind,  die im Heimat­ oder Herkunftsstaat droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat­  bzw.  Herkunftsstaat  der  Beschwerdeführenden  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass  die  Beschwerdeführenden  in  Kosovo  über  ein  intaktes  Beziehungsnetz und ein Haus verfügen (vgl. A11/F9 ff.), dass  sie  zudem weiter  – wie  von der Vorinstanz  zu Recht  festgestellt –  die  Möglichkeit  haben,  nach  Albanien  zu  gehen,  wo  die  Beschwerdeführerin 2 bis zur Heirat  im (...) 2002 auch gewohnt hat, ein  familiäres  Beziehungsnetz  vorhanden  ist  und  sie  sich  in  der  Vergangenheit bereits aufgehalten haben (vgl. A12/F15),  dass das Übereinkommen vom 20. November 1989 über die Rechte des  Kindes  (Kinderrechtskonvention,  KRK;  SR  0.107)  einem 

E­4746/2011 Wegweisungsvollzug nicht entgegensteht, zumal die Kinder sich erst seit  relativ  kurzer  Zeit  in  der  Schweiz  aufhalten  und  aufgrund  ihres  Alters  ([…]) noch in einem engen Verhältnis zu ihren Eltern stehen,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es den Beschwerdeführenden obliegt,  bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4  AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.–  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG) und mit dem am 16. September 2011 in gleicher Höhe geleisteten  Kostenvorschuss zu verrechnen sind.  (Dispositiv nächste Seite)

E­4746/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  den  Beschwerdeführenden  auferlegt.  Sie  sind  durch  den  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Regula Schenker Senn Néomie Nicolet Versand:

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