Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 31.08.2011 E-1076/2011

31. August 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,259 Wörter·~6 min·2

Zusammenfassung

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 12. Januar 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­1076/2011 Urteil   v om   3 1 .   Augus t   2011 Besetzung Einzelrichter Walter Stöckli, mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;   Gerichtsschreiber Tobias Meyer. Parteien A._______, geboren (…), Nepal,  vertreten durch Dieter Roth, Advokat, (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 12. Januar 2011 / N (…).

E­1076/2011 Das Bundesverwaltungsgericht, in Anwendung des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschen­ rechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105), der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April 1999 (BV, SR 101), des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), des Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und Ausländer (AuG, SR 142.20), des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), des  Bundesgesetzes  vom  17. Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32), des Bundesgesetzes  vom 17. Juni  2005 über das Bundesgericht  (BGG,  SR 173.110), der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen  (AsylV 1, SR 142.311), des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschä­ digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2),

E­1076/2011 stellt fest, dass der Beschwerdeführer  eigenen Angaben zufolge am 1. September  2008  aus  Nepal  ausreiste  und  über  Indien  und  Frankreich  am  5. September  in  die  Schweiz  gelangte,  wo  er  gleichentags  um  Asyl  nachsuchte, dass  er  am  24. September  2008  im Empfangs­  und Verfahrenszentrum  (EVZ)  (…)  zu  seiner  Person  und  summarisch  zu  seinen  Fluchtgründen  sowie  am  4. November  2008  und  am  4. Januar  2011  ausführlich  zu  seinen Asylgründen angehört wurde, dass er dabei zur Begründung im Wesentlichen vorbrachte, er habe sich  in Nepal  in  eine  Frau  einer  höheren Kaste  verliebt  und  sei mit  ihr  eine  Beziehung eingegangen, dass  der  Vater  seiner  Freundin  mit  dieser  Beziehung  auf  Grund  der  unterschiedlichen  Kastenzugehörigkeit  nicht  einverstanden  gewesen  sei  und ihn deshalb von einer Gruppe von Leuten habe verprügeln lassen, dass er deswegen die  lokale Polizeistation aufgesucht habe, die Polizei  aber nichts unternommen habe, dass  er  anschliessend  auf  Drängen  seiner  Mutter  nach  Kathmandu  geflüchtet  sei, wo er  vor  seiner Ausreise aus Nepal während eineinhalb  Monaten bei seiner Schwester gewohnt habe, dass  er  auch  in  Kathmandu  einmal  von  einer  Gruppe  von  Leuten,  die  wahrscheinlich der Vater seiner Freundin geschickt habe, bedroht worden  sei, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  12.  Januar  2011  –  eröffnet  am  13. Januar  2011  –  die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  verneinte,  sein Asylgesuch  ablehnte,  seine Wegweisung  anordnete  und  den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte, dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Vorbringen  des  Beschwerdeführers  seien  widersprüchlich,  unsubstantiiert  und  widersprächen  in  wesentlichen  Punkten  der  allgemeinen  Erfahrung  und  der Logik des Handelns,

E­1076/2011 dass  das  BFM  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  deshalb  als  unglaubhaft bezeichnete und sie nicht auf ihre Asylrelevanz überprüfte, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  14.  Februar  2011  gegen  diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und  beantragte, die Verfügung des BFM sei aufzuheben und sein Asylgesuch  gutzuheissen, dass  er  zudem  beantragte,  eventualiter  sei  die  Verfügung  des  BFM  aufzuheben und zur Neubeurteilung zurückzuweisen, subeventualiter die  Wegweisungsverfügung  (recte:  Wegweisungsvollzugsverfügung)  aufzuheben und er in der Schweiz vorläufig aufzunehmen, dass  er  in  prozessualer  Hinsicht  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung und im Falle des Unterliegens rechtliche Verbeiständung  beantragte, dass  er  in  der  Beschwerdeschrift  nicht  nur  die  im  erstinstanzlichen  Verfahren gemachten Vorbringen wiederholte, sondern neu auch geltend  machte, er sei in Nepal zusätzlich politischer Verfolgung ausgesetzt, dass er sich nämlich  in Nepal politisch betätigt habe und er dort wegen  der  Tötung  eines  Politikers  im  Rahmen  der  Eintreibung  von  Parteispenden polizeilich gesucht werde, dass  er  seine  politischen  Aktivitäten  und  die  Tötung  des  Politikers  im  bisherigen  Verfahren  aus  Angst  davor  verschwiegen  habe,  sofort  nach  Nepal ausgeliefert zu werden, dass  er  mit  der  Beschwerdeschrift  ein  in  Form  eines  Telefaxes  vorliegendes  Schreiben  des  Polizeichefs  einer  nepalesischen  Polizeistation  (inkl.  deutsche  Übersetzung)  zu  den  Akten  gab,  die  bestätige, dass er polizeilich gesucht werde, dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  mit  Zwischenverfügung  vom  24. Februar  2011  die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  um  anwaltliche  Verbeiständung ablehnte, den Beschwerdeführer aufforderte,  innert Frist  einen Kostenvorschuss einzuzahlen und das Bestätigungsschreiben der  nepalesischen Polizei im Original nachzureichen,

E­1076/2011 dass der verlangte Kostenvorschuss fristgerecht geleistet wurde und der  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom  16. März  2011  das  Original  des  Bestätigungsschreibens der nepalesischen Polizei einreichte, dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  mit  Zwischenverfügung  vom  1. April 2011 die Vorinstanz zur Vernehmlassung einlud, dass das BFM mit Schreiben vom 7. April 2011 zur Beschwerde Stellung  nahm und Abweisung der Beschwerde beantragte, dass  das  BFM  bezüglich  der  neu  vorgebrachten  politischen  Verfolgung  ausführte,  diese  sei  nachgeschoben  und  unglaubhaft  und  die  Authentizität  des  angeblichen  Schreibens  der  nepalesischen  Polizei  sei  äusserst zweifelhaft, weshalb es an dieser Beurteilung der Aussagen des  Beschwerdeführers nichts zu ändern vermöge, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  28. April  2011  zur  Vernehmlassungsantwort  des  BFM  Stellung  nahm  und  ausführte,  die  Leute,  die  ihm  zur  Flucht  in  die  Schweiz  verholfen  hätten,  hätten  ihn  davor gewarnt, im Asylverfahren politische Aktivitäten zu erwähnen, dass  er  zudem  vom  nepalesischen  Staat  nur  eine  willkürliche  Justiz  erwarten  könne,  was  in  seinem  Fall  wohl  eine  extralegale  Tötung  bedeuten  würde,  da  das  zur  Diskussion  stehende  Delikt  klar  politisch  motiviert sei, dass  es  schliesslich  nicht  angehe,  dass  das  BFM  das  eingereichte  Bestätigungsschreiben ohne Weiteres als nicht authentisch bezeichne, und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates, vor dem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105  AsylG i. V. m. Art. 31 – 33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass sich das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit das VGG nichts  anderes bestimmt (Art. 37 VGG),

E­1076/2011 dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1  AsylG),  dass Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft  gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält, dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte  oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

E­1076/2011 dass  Vorbringen  auch  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  ohne  entschuldbare  Gründe  erst  in  einem  späten  Verfahrensstadium,  insbesondere  erst  nach  einen  negativen  erstinstanzlichen  Entscheid,  vorgebracht werden, dass das BFM die im erstinstanzlichen Verfahren gemachten Vorbringen  des Beschwerdeführers  in der angefochtenen Verfügung als unglaubhaft  bezeichnete, dass der Beschwerdeführer – wie das BFM zu Recht feststellte – in den  drei  Befragungen  sowohl  die  verschiedenen  Zusammentreffen  mit  angeblich  vom Vater  seiner  Freundin  angeheuerten Schlägern  als  auch  seine Reise in die Schweiz nur sehr unsubstantiiert darlegte, dass er sich zudem bezüglich Anzahl, Ort und Art der Zusammentreffen  mit den angeheuerten Schlägern und bezüglich der Frage, wann und wo  er  sich  an  die  Polizei  gewendet  habe,  in  verschiedene  Widersprüche  verstrickte, dass  diesbezüglich  auf  die  zutreffenden  Ausführungen  des  BFM  in  der  angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann, dass  an  dieser  Beurteilung  der  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  als  unglaubhaft  auch  die  Ausführungen  in  der  Beschwerdeschrift  nichts  zu  ändern vermögen, dass  dem  Protokoll  der  Anhörung  vom  4. Januar  2011  entgegen  den  Behauptungen  des  Beschwerdeführers  keine  Hinweise  zu  entnehmen  sind,  dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  Dolmetscherin  oder  die  befragende  Person  in  unzulässiger  Art  und Weise  unter  Druck  gesetzt  worden wäre, dass  der  Beschwerdeführer  das  Protokoll  dieser  Anhörung  und  jede  einzelne Seite des Protokolls unterzeichnet und damit dessen Richtigkeit  bestätigt hat, dass  dadurch  die  Behauptung  in  der  Beschwerdeschrift,  das  Protokoll  gebe  nicht  die  wahren  Aussagen  des  Beschwerdeführers  wieder,  widerlegt ist,

E­1076/2011 dass  der  Beschwerdeführer  auch  mit  seinen  restlichen,  pauschal  gehaltenen Ausführungen  in der Beschwerdeschrift  die Widersprüche  in  seinen Aussagen nicht auszuräumen vermag, dass  insbesondere die Aussage,  er  habe  zwar  die  nepalesische Polizei  mehrmals  aufgesucht,  diese  habe  aber  nichts  unternommen,  nichts  am  Widerspruch zu ändern vermag, dass er  in der ersten Anhörung angab,  sich  in  Kathmandu  nie  an  die  Polizei  gewendet  zu  haben  (A9  S. 10,  F108), in der zweiten Anhörung jedoch aussagte, er habe sich auch dort  zur Polizei begeben (A18, S. 11, F114), dass damit das BFM die Aussagen des Beschwerdeführers bezüglich der  Verfolgung  durch  den  Vater  seiner  Freundin  zu  Recht  als  unglaubhaft  bezeichnete und damit auch zu Recht auf die Prüfung der Asylrelevanz  verzichtet hat, dass  der  Beschwerdeführer  bezüglich  der  auf  Beschwerdeebene  neu  vorgebrachten Asylgründe geltend macht, er habe diese bisher aus Angst  vor  einer  sofortigen  Rückschiebung  und  auf  Anraten  seiner  Schlepper  verschwiegen, dass  das  erstinstanzliche  Verfahren  des  Beschwerdeführers  insgesamt  zwei  Jahre und vier Monate dauerte und er nach der Kurzbefragung  im  EVZ  zweimal  für  insgesamt  siebeneinhalb  Stunden  durch  das  BFM  angehört wurde, dass  nicht  nachvollziehbar  ist,  dass  es  der  Beschwerdeführer  in  dieser  Zeit nicht gewagt haben soll, seine wahren Fluchtgründe zu nennen, dass zudem die Begründung, seine Schlepper hätten ihn davor gewarnt,  politische  Gründe  für  seine  Flucht  aus  Nepal  zu  nennen  und  er  habe  deshalb  Angst  vor  einer  sofortigen  Rückschaffung  nach  Nepal  gehabt,  keine  entschuldbaren  Gründe  für  das  verspätete  Vorbringen  dieser  Verfolgungsvorbringen bildet, zumal wohl allgemein bekannt sein dürfte,  dass es allem voran politische Gründe sind, die zu einer Verfolgung und  deren Folge einer Anerkennung als Flüchtling führen, dass  die  Echtheit  des  angeblichen  Bestätigungsschreibens  der  nepalesischen  Polizei  vom  BFM  in  seiner  Vernehmlassungsantwort  zu  Recht  in  Zweifel  gezogen  wurde,  da  nicht  einzusehen  ist,  wieso  der  entsprechende  Polizeibeamte  ein  solches  Dokument  ausstellen  sollte,  dieses  zudem  lediglich  oberflächliche  Ausführungen  zum  Sachverhalt 

E­1076/2011 macht  und  insbesondere  den  Namen  des  Ermorderten  nicht  nennt,  die  Tat gemäss der deutschen Übersetzung als Unglück bezeichnet und von  verschiedenen kriminellen Taten spricht, dass  der  Beschwerdeführer  auch  in  seiner  Stellungnahme  zur  Vernehmlassungsantwort  des  BFM  nicht  substantiiert  darzulegen  vermochte, wie er das Dokument erhalten habe, dass  das  Dokument  zudem  im  Lichte  der  gesamten  Vorbringen  des  Beschwerdeführers betrachtet werden muss, dass  der  Beschwerdeführer  im  erstinstanzlichen Verfahren  ausdrücklich  ausgesagt hatte, er sei in seinem Heimatland nie politisch aktiv gewesen  (A1,  S. 4)  und  nie  irgendwelche  politischen  Aktivitäten  erwähnte  oder  politisches  Interesse  erkennen  liess,  was  ein  aktives  politisches  Engagement des Beschwerdeführers als äusserst unplausibel erscheinen  lässt, dass über die behauptete Ermordung eines Mitglieds der Kongresspartei  mit  Sicherheit  in  der  nepalesischen  Presse  berichtet  worden  wäre  und  darin wohl auch der Name des offenbar des Mordes beziehungsweise der  Mittäterschaft verdächtigten Beschwerdeführers genannt worden wäre, dass die ausgebliebene Einreichung solcher Pressemeldungen oder auch  das  Unterlassen  der  Behauptung,  dass  der  Beschwerdeführer  per  Interpol  gesucht werde,  starke  Indizien  für  eine  konstruierte Geschichte  darstellen, dass die neuen Vorbringen des Beschwerdeführers damit gesamthaft als  unglaubhaft  betrachtet  werden  müssen,  da  sie  ohne  entschuldbare  Gründe  erst  auf  Beschwerdeebene  nachgeschoben  wurden,  sich  auf  gefälschte Beweismittel abstützen und unplausibel sind, dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelungen  ist,  die  Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen, weshalb das BFM das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  (Art.  32  AsylV  1)  und  zudem  kein  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht,  weshalb  die  verfügte 

E­1076/2011 Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  demnach vom BFM zu Recht angeordnet wurde, dass  das  BFM  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5 Abs. 1 AsylG und Art. 33 Abs. 1 FK), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Refoulementverbots  im vorliegenden Verfahren  keine Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  BV,  von  Art. 3  FoK  und  der  Praxis  zu  Art. 3  EMRK ersichtlich sind, die im Heimat­ oder Herkunftsstaat droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  trotz  der  angespannten  politischen  Lage  und  der  stockenden  Umsetzung  des  Friedensplanes  in  Nepal  weder  den  Akten  noch  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers  Hinweise  auf  eine  konkrete  Gefährdung im Falle einer Rückkehr zu entnehmen sind,  dass der Beschwerdeführer keine gesundheitlichen Beschwerden geltend  macht  und  bei  seiner  Rückkehr  nach  Nepal  auf  ein  familiäres 

E­1076/2011 Beziehungsnetz  zurückgreifen  kann,  da  sowohl  seine  Mutter  als  auch  seine Schwester in Nepal wohnen, dass deshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  BFM  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.–(Art. 1 ­ 3  VGKE)  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 Abs. 1 VwVG) dass  die  Verfahrenskosten  durch  den  am  14. März  2011  geleisteten  Vorschuss in gleicher Höhe gedeckt und mit diesem zu verrechnen sind. (Dispositiv nächste Seite)

E­1076/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  sind  durch  den  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss gedeckt. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Walter Stöckli Tobias Meyer Versand:

E-1076/2011 — Bundesverwaltungsgericht 31.08.2011 E-1076/2011 — Swissrulings