Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 23.11.2011 D-6235/2011

23. November 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,331 Wörter·~7 min·2

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch (Papierlosigkeit) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 9. November 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­6235/2011 Urteil   v om   2 3 .   No v embe r   2011   Besetzung Einzelrichter Robert Galliker, mit Zustimmung von Richter Daniel Willisegger;   Gerichtsschreiber Matthias Jaggi. Parteien A._______, geboren (…), Staat unbekannt, alias A._______, geboren (…), Uganda,  alias A._______, geboren (…), Uganda,  (…),   Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 9. November 2011 / N (…).

D­6235/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  am  20.  Mai  2011  in  der  Schweiz  um  Asyl  nachsuchte,  dass  er  bei  der  Erstbefragung  vom  7.  Juni  2011  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  B._______  sowie  der  in  C._______  durchgeführten direkten Bundesanhörung vom 9. November 2011 geltend  machte,  er  sei  ugandischer  Staatsangehöriger,  in  D._______  geboren  und  im  Alter  von  zwei  Jahren  mit  seiner  Familie  in  die  ugandische  Hauptstadt Kampala gezogen,  dass  im  Jahre  1993  in  D._______  der  Hüter  des  dortigen  Schreins  abgetreten sei und sein Vater für diese Aufgabe auserkoren worden sei,  was dieser jedoch abgelehnt habe, da er christlichen Glaubens gewesen  sei,  dass  daraufhin  sein  Vater  aus  Angst  vor  Sanktionen  aufgrund  dieser  Ablehnung  zusammen  mit  ihm  und  seinem  Bruder  nach  E._______  (Nigeria) gezogen sei, wo er (der Beschwerdeführer) später als Motorrad­ Taxifahrer gearbeitet habe,  dass er – zusammen mit anderen Motorrad­Taxifahrern – im Vorfeld der  nigerianischen  Wahlen  im  Jahre  2011  vom  Wahlhelfer  des  Gouverneurskandidaten  F._______  aufgefordert  worden  sei,  gegen  Entgelt Wahlurnen zu stehlen,  dass  dies  jedoch  aufgeflogen  sei, weshalb  er  im Februar  2011  von  der  Polizei in E._______ verhaftet, inhaftiert und vernommen worden sei,  dass  er  und  die  anderen  verhafteten  Motorrad­Taxifahrer  nach  einigen  Tagen  gegen  Kaution,  die  der Gouverneurskandidat  F._______  bezahlt  habe, wieder freigekommen seien,  dass  er  in  der  Folge  wegen  seiner  ugandischen  Nationalität  von  der  nigerianischen Polizei aufgefordert worden sei, Nigeria zu verlassen,  dass er, sein Vater und sein Bruder Nigeria am 14. März 2011 verlassen  hätten,  zumal  sie  seitens  von  Nigerianern  auch  diskriminiert  worden  seien,  und  via  Tschad  und  den  Sudan  zurück  nach  D._______  gereist  seien, wo sie am 20. März 2011 eingetroffen seien, 

D­6235/2011 dass kurze Zeit nach ihrer Rückkehr von den Halbbrüdern seines Vaters  eine  "Familiensitzung"  einberufen  worden  sei,  an  der  auch  sein  Vater  habe teilnehmen müssen,  dass  sein  Vater  an  dieser  Zusammenkunft  erneut  zum  Hüten  des  Schreins aufgefordert worden sei, was er wiederum abgelehnt habe,  dass  sein  Vater  in  der  folgenden  Nacht  verstorben  sei,  da  man  ihn  wahrscheinlich vergiftet habe, dass  er  und  sein  Bruder  nach  der  Beerdigung  des  Vaters  den  Schrein  verbrannt hätten, da dieser Schuld am Tod des Vaters sei,  dass  während  des  Brandes  Dorfbewohner  herbeigerannt  seien  und  sie  geschlagen hätten,  dass er ein Messer gegen einen der Angreifer geworfen habe, wodurch  dieser  am  Oberkörper  verletzt  worden  sei,  worauf  er  und  sein  Bruder  geflohen seien,  dass er sich anschliessend bei einem Freund in Kampala versteckt habe,  der in Erfahrung habe bringen können, dass die Familien der Halbbrüder  seines verstorbenen Vaters nach ihm suchen würden, um sich zu rächen,  dass die Halbbrüder seines verstorbenen Vaters zudem eine Anzeige bei  der  Polizei  gegen  ihn  erstattet  hätten,  weshalb  er  auch  von  der  Polizei  gesucht werde,  dass  er  deswegen  am  7.  April  2011 Uganda  verlassen  habe  und  nach  Libyen gereist sei, von wo er via Italien in die Schweiz gelangt sei,  dass bezüglich des weiteren Inhalts der Aussagen auf die Protokolle bei  den Akten verwiesen wird,  dass der Beschwerdeführer bei der Einreichung des Asylgesuchs im EVZ  Vallorbe schriftlich aufgefordert wurde, innert 48 Stunden ein Reise­ oder  Identitätspapier einzureichen,  dass das BFM mit "Entscheidprotokoll" vom 9. November 2011 – eröffnet  am gleichen Tag –  in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  sowie den Vollzug verfügte,

D­6235/2011 dass die Vorinstanz zur Begründung dieses Entscheides im Wesentlichen  ausführte,  der  Beschwerdeführer  habe  keine  Reise­  oder  Identitätspapiere abgegeben,  dass seine Erklärung, wonach er nie im Besitz einer Identitätskarte, eines  Reisepasses  oder Aufenthaltsbewilligung gewesen  sei,  nur  sehr  schwer  nachvollziehbar sei, zumal er angebe, er habe sich seit seinem neunten  Lebensjahr ausserhalb seines von ihm geltend gemachten Heimatlandes  Uganda aufgehalten – namentlich in Nigeria – und dort auch gearbeitet,  dass  er  anlässlich  der  Erstbefragung  und  der  Bundesanhörung  zudem  völlig  unterschiedliche  Angaben  zu  einem  allfälligen  Besitz  einer  Geburtsurkunde gemacht habe,  dass  er  überdies  angegeben  habe,  dass  er  seit  der  Erstbefragung  vor  mehr als fünf Monaten der Aufforderung, sich um die Organisation seiner  Ausweispapieren  zu  bemühen,  bis  heute  nicht  nachgekommen  sei,  da  ihm diese Aufforderung zur Papierbeschaffung gemäss seinen Aussagen  "leider nicht mehr im Gedächtnis geblieben" sei,  dass  die  vom  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Befragungen  geltend  gemachte ugandische Staatsangehörigkeit zudem zweifelhaft sei, da er in  der  Erstbefragung  zu  verschiedenen  Bereichen  bezüglich  Uganda  nur  sehr  rudimentär  habe  Auskunft  geben  können,  er  zudem  keine  der  lokalen  Sprachen,  die  in  Uganda  benutzt  würden,  spreche,  er  überdies  keine  genauen  Angaben  über  die  von  ihm  vorgebachte  im  März  2011  geltend gemachte Reise von Nigeria nach Uganda habe machen können,  und  er  ausserdem  keine  rechtsgenüglichen  oder  auch  sonstigen  Ausweispapiere,  die  klar  für  eine  ugandische  Nationalität  sprechen  würden, eingereicht habe, dass der Beschwerdeführer auch in der Bundesanhörung das BFM nicht  klar  davon  habe  überzeugen  können,  dass  er  ugandischer  Staatsangehöriger sei, weswegen die von ihm geltend gemachte Herkunft  beziehungsweise ugandische Staatsbürgerschaft angezweifelt werde und  er vom BFM als "unbekannt" registriert werde,  dass  deshalb  keine  entschuldbaren  Gründe  vorlägen,  die  es  dem  Beschwerdeführer verunmöglichen würden, Reise­ oder Identitätspapiere  einzureichen, 

D­6235/2011 dass unabhängig von der Nationalität des Beschwerdeführers die von ihm  vorgebrachten  Probleme  in  Nigeria  sowie  in  Uganda  gemäss  schweizerischem  Asylgesetz  nicht  asylrelevant  seien,  da  Beschimpfungen und diskriminierendes Verhalten seiner Familie  seitens  von  Nigerianern  zweifelsohne  unschön  und  ungerecht  sei,  jedoch  nicht  asylbeachtlich  im  Sinne,  dass  eine  solche  ungerechte  Behandlung  ein  Leben in Nigeria verunmöglichen oder unzumutbar machen würde,  dass es nicht asylbeachtlich sei, dass die Polizei den Beschwerdeführer  wegen  eines  von  ihm  geplanten  Delikts  –  namentlich  des  geplanten  Raubes von Wahlurnen – verhaftet und verhört habe, da die Polizei bei  kriminellen  Delikten  oder  geplanten  kriminellen  Delikten  berechtigt  sei,  Täter  oder  potentielle  Täter  festzuhalten  und  zumindest  diesbezügliche  Untersuchungsmassnahmen einzuleiten,  dass  der  Beschwerdeführer  zudem  gegen  Kaution  wieder  freigelassen  worden sei,  dass  auch  die  vom  Beschwerdeführer  bezüglich  Uganda  vorgebrachte  Verfolgung  durch  Familienmitglieder  der  Halbgeschwister  seines  Vaters  und  durch  die  Polizei,  falls  diese  Vorbringen  aufgrund  einiger  Ungereimtheiten und Widersprüche überhaupt geglaubt werden könnten,  ebenso  gemäss  schweizerischem  Asylgesetz  nicht  asylrelevant  seien,  zumal  die  ugandische  Polizei  ebenfalls  legitimiert  wäre,  den  Beschwerdeführer  aufgrund  einer  Anzeige  wegen  Verdachts  auf  Sachbeschädigung und auf Körperverletzung durch seinen vorgebrachten  Messerwurf  zumindest  zwecks  diesbezüglicher  Untersuchungsmassnahmen zu suchen und festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer  sich  betreffend  der  von  ihm  geltend  gemachten  Angst,  dass  die  Familienmitglieder  der  Halbgeschwister  seines Vaters ihn verfolgen würden, an die Polizei wenden und diese um  Hilfe bitten könne,  dass es ihm zudem auch freistehe, sich innerhalb von Uganda irgendwo  anders  niederzulassen,  beispielsweise  in  der  Grossstadt  Kampala,  um  diesen  von  ihm  geltend  gemachten  Problemen  mit  den  Familienangehörigen seines Vaters aus dem Weg zu gehen,  dass  somit  –  unabhängig  von der Nationalität  des Beschwerdeführers –  weder  die  von  ihm  vorgebrachten  Probleme  in Nigeria  noch  in Uganda 

D­6235/2011 gemäss  Art.  3  AsylG  asylrelevant  seien,  weshalb  er  die  Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle,  dass  aufgrund  der  Aktenlage  keine  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses erforderlich seien,  dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei,  dass  für  die  weitere  Begründung  auf  die  vorinstanzliche  Verfügung  zu  verweisen ist,  dass  der  Beschwerdeführer  mit  Beschwerde  vom  14.  November  2011  (Poststempel:  15.  November  2011)  an  das  Bundesverwaltungsgericht  gelangte und dabei sinngemäss beantragte, die Verfügung der Vorinstanz  sei aufzuheben,  dass in Bezug auf die Beschwerdebegründung auf die Beschwerdeschrift  zu verweisen ist,  dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  18.  November  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),  und zieht in Erwägung,  dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme nicht vorliegt, dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art.  6 AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 

D­6235/2011 beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48  Abs. 1 VwVG), dass es sich um eine sogenannte Laienbeschwerde handelt, an die keine  hohen formellen Anforderungen zu stellen sind, weshalb zu Gunsten des  Beschwerdeführers  auf  die  insoweit  form­  und  fristgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  und  Art.  105  AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art.  32  ­  35  und  Art.  35a  Abs.  2  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  nicht eingetreten ist, dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  indessen  im Falle  des Nichteintretens  auf  ein Asylgesuch gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  und  Abs.  3  AsylG  über  das  Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit  dies  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  möglich  ist  (vgl.  BVGE  2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.), dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerdeverfahren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen  Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand bildet (vgl. a.a.O. E. 2.1 S. 73), dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüfte,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt,

D­6235/2011 dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art.  111  Bst.  e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den  Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs  Reise­ oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG), dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG),  wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die  Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder  sich auf Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  c  AsylG), dass der Beschwerdeführer innert der gesetzlichen Frist von 48 Stunden  nach Einreichung seines Asylgesuchs beziehungsweise der schriftlichen  Aufforderung  vom  20. Mai  2011,  rechtsgenügliche  Identitäts­  respektive  Reisepapiere  einzureichen,  keine  Papiere  eingereicht  hat,  womit  die  Grundvoraussetzung  für  einen  Nichteintretensentscheid  in  Anwendung  von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG erfüllt ist, dass  das BFM  in  der  angefochtenen Verfügung ausführlich  und  –  nach  Prüfung  der  Akten  auch  aus  Sicht  des  Bundesverwaltungsgerichts –  überzeugend dargelegt hat, dass für das Nichteinreichen von Reise­ oder  Identitätspapieren  keine  entschuldbaren  Gründe  vorliegen,  weshalb  zwecks  Vermeidung  von  Wiederholungen  vollumfänglich  auf  die  diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, dass  die  Vorbringen  in  der  Rechtsmittelschrift  nicht  geeignet  sind,  an  dieser Einschätzung etwas zu ändern,  dass  mithin  zu  prüfen  bleibt,  ob  das  BFM  aufgrund  der  Anhörung  zu  Recht  weder  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  noch  zusätzliche 

D­6235/2011 Abklärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen als erforderlich erachtet hat, dass nach Prüfung der Akten durch das Gericht – in Übereinstimmung mit  der  Vorinstanz  –  festzustellen  ist,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht, weil seine Vorbringen –  soweit  sie  überhaupt  glaubhaft  sind  –  nicht  asylrelevant  sind,  zumal  es  sich  bei  der  geltend  gemachten  Verfolgung  in  Uganda  durch  die  Familienmitglieder  der  Halbbrüder  des  verstorbenen  Vaters  um  eine  private Verfolgung handelt,  dass  seit  der  von  der Rechtsprechung  anerkannten  Schutztheorie  zwar  auch die private Verfolgung  im schutzunfähigen Staat  flüchtlingsrelevant  sein kann (vgl. dazu EMARK 2006 Nr. 18), die Schutztheorie jedoch auch  besagt,  dass  die  Flüchtlingseigenschaft  von  Asylsuchenden,  welche  im  Herkunftsland  –  unter  asylrechtlich  im Übrigen  relevanten Umständen –  von  nichtstaatlicher  Verfolgung  bedroht  sind,  zu  verneinen  ist,  wenn  in  diesem Staat Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung erhältlich ist, dass  gemäss  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  die  Behörden in Uganda willens und in der Lage sind, dem Beschwerdeführer  Schutz  gegen  die  vorgebrachte  Verfolgung  zu  gewähren  und  diese  nötigenfalls zu sanktionieren,  dass daraus folgt, dass es für den Beschwerdeführer in Uganda möglich  wäre,  vor  der  geltend  gemachten  drohenden  Verfolgung  durch  die  Familienmitglieder  der  Halbbrüder  des  verstorbenen  Vaters  bei  den  ugandischen Behörden Schutz zu suchen,  dass  das  BFM  auch  bezüglich  der  übrigen  Verfolgungsvorbringen  des  Beschwerdeführers  zutreffend  die  Asylrelevanz  verneint  hat,  weshalb  zwecks  Vermeidung  von  Wiederholungen  vollumfänglich  auf  die  diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird,  dass  die  Beschwerdevorbringen  nicht  geeignet  sind,  zu  einer  von  der  Vorinstanz  abweichenden  Betrachtungsweise  zu  führen,  zumal  der  Beschwerdeführer  den  vorinstanzlichen  Erwägungen  nichts  Substanzielles  entgegenhält,  und  im  Wesentlichen  lediglich  am  Wahrheitsgehalt  der  im  vorinstanzlichen  Verfahren  geltend  gemachten  Vorbringen festhält beziehungsweise es bei der blossen Wiedergabe des  bereits  festgestellten  Sachverhalts  bewenden  lässt,  was  aber  an  der 

D­6235/2011 offensichtlichen  fehlenden  Asylrelevanz  der  behaupteten  Verfolgungsvorbringen nichts zu ändern vermag, dass gestützt auf die Aktenlage und die vorstehenden Erwägungen das  Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft  nach  Art.  3  und  7  AsylG  und  das Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen  im Sinne von Art. 32  Abs. 3 Bst. c AsylG (vgl. BVGE 2009/50 E. 5­8) offenkundig erscheinen  und sich aus den Akten keine Anhaltspunkte  für die Annahme ergeben,  das  BFM  habe  eine  mehr  als  bloss  summarische  materielle  Prüfung  vorgenommen oder zusätzliche Abklärungen getroffen, dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG  i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers  nicht eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch  auf Erteilung einer solchen besteht, weshalb die verfügte Wegweisung im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  Bundesamt  zu  Recht  angeordnet  wurde  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9,  EMARK 2001 Nr. 21), dass nach Prüfung der Akten durch das Gericht – in Übereinstimmung mit  der Vorinstanz  –  festzustellen  ist,  dass  es  dem Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  seine  Herkunft,  insbesondere  seine  ugandische  Staatsangehörigkeit, glaubhaft zu machen,  dass  grundsätzlich  von  Amtes  wegen  zu  prüfen  ist,  ob  der  Vollzug  der  Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR  142.20),  diese  Untersuchungspflicht  jedoch nach Treu und Glauben ihre Grenze an der  Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden findet (Art. 8 AsylG), welcher auch  die Substanziierungslast trägt (Art. 7 AsylG), und es deshalb nicht Sache  der  Asylbehörden  sein  kann,  nach  allfälligen Wegweisungshindernissen  in hypothetischen Herkunftsländern zu forschen, dass  aufgrund  der  Aktenlage  die  Identität  und  Nationalität  des  Beschwerdeführers nicht feststeht,

D­6235/2011 dass  der  Beschwerdeführer  deshalb  die  Folgen  seiner  mangelhaften  Mitwirkung respektive Verheimlichung der wahren Identität zu tragen hat,  indem  vermutungsweise  davon  auszugehen  ist,  es  würden  einer  Wegweisung  in  den  tatsächlichen  Heimatstaat  keine  landes­  oder  völkerrechtlichen Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG  i.V.m. Art. 83 Abs. 2 ­ 4 AuG entgegenstehen (vgl. auch EMARK 2005 Nr.  1 E. 3.2.2, S. 5 f.), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist (Art. 83 Abs. 1 ­ 4 AuG), dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.­­ (Art.  1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und  5 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­6235/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Robert Galliker Matthias Jaggi Versand:

D-6235/2011 — Bundesverwaltungsgericht 23.11.2011 D-6235/2011 — Swissrulings