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Bundesverwaltungsgericht 13.12.2011 D-5902/2009

13. Dezember 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,178 Wörter·~11 min·3

Zusammenfassung

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 13. August 2009

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­5902/2009 Urteil   v om   1 3 .   D e z embe r   2011 Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richter Hans Schürch; Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka,   vertreten durch Peter Weibel, Fürsprecher, (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 13. August 2009 / N (…).

D­5902/2009 Sachverhalt: A.  Der Beschwerdeführer – ein sri­lankischer Staatsangehöriger  tamilischer  Ethnie  aus  B._______  (Westprovinz,  nahe  der  Hauptstadt  Colombo) –  suchte  am  2. Mai  1991  in  der  Schweiz  erstmals  um  Asyl  nach.  Mit  Verfügung  vom  20. Mai  1994  stellte  das  damalige  Bundesamt  für  Flüchtlinge  (BFF,  heute:  BFM)  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle.  Es  lehnte  das  Asylgesuch  ab  und  ordnete die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie  den Wegweisungsvollzug an. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in  Rechtskraft. B.  Am  13. Oktober  1997  stellte  der  Beschwerdeführer  –  ohne  nach  Sri  Lanka  zurückgekehrt  zu  sein  –  in  der Schweiz  ein  zweites Asylgesuch.  Mit Verfügung vom 22. Oktober 1997 trat das BFF auf dieses Asylgesuch  nicht ein und ordnete die Wegweisung des Beschwerdeführers sowie den  Wegweisungsvollzug  an.  Am  (…)  1997  wurde  der  Beschwerdeführer  nach Sri Lanka zurückgeführt.  C.  C.a Am 26. Mai  2009  reichte  der  Beschwerdeführer  in  der  Schweiz  ein  drittes Asylgesuch ein.  C.b Im Rahmen der Erstbefragung im Empfangs­ und Verfahrenszentrum  (EVZ)  C._______  vom  28. Mai  2009  und  der  Anhörung  nach  Art. 29  Abs. 1  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  durch  das  BFM  vom  8. Juni  2009  brachte  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  vor,  er  sei  in  B._______  im  Jahr  2004  Teilhaber  eines  (Ladens) geworden. Als sich nach einem Anschlag der "Liberation Tigers  of Tamil Eelam" (LTTE) auf den Flughafen  in Colombo im Juni oder Juli  2005  herausgestellt  habe,  dass  die  Täter  eine  (…)  aus  seinem  Laden  verwendet  hätten,  seien  sein  Geschäftspartner  und  die  drei  (vgl.  vorinstanzliche  Akten  C2  S. 5)  beziehungsweise  zwei  Angestellten  (vgl.  C10  S. 11  F83)  von  Beamten  des  "Criminal  Investigation  Departments"  (CID)  in  seiner  Abwesenheit  verhaftet  worden.  Da  der  Laden  von  der  Polizei  versiegelt  und  während  eines  Jahres  rund  um  die  Uhr  von  Polizisten  beobachtet  worden  sei,  habe  er  fortan  im  (Laden)  seines  Vaters  ausgeholfen.  Sein  Geschäftspartner  und  die  Angestellten  seien  erst nach dem Regierungswechsel  im Jahr 2007 aus der Haft entlassen  worden. Er selbst sei im September 2005 von der Polizei in B._______ zu 

D­5902/2009 den  (…)­Verkäufen  befragt  worden.  Im  Jahr  2007  sei  er  diesbezüglich  noch einmal polizeilich befragt worden, wobei er nach dem Verhör wieder  nach Hause habe gehen können, allerdings mit der Auflage,  sich  fortan  zwei Mal wöchentlich bei  der Polizei  zu melden. Er  sei  der Meldepflicht  bis  zu  seiner  Ausreise  im  Mai  2009  immer  nachgekommen.  Nach  der  Haftentlassung  seines Geschäftspartners  hätten  sie  die  Ladenschlüssel  zurückerhalten,  sie  hätten  das  Geschäft  jedoch  nicht  wieder  eröffnet,  sondern  verkauft.  Nachdem  die  beiden  Angestellten  im  Jahr  2007  (vgl.  C2 S. 5) beziehungsweise im März und Juli 2008 (vgl. C10 S. 13 F91 und  S. 14  F100)  umgebracht  worden  seien,  sei  sein  Geschäftspartner  im  Dezember 2008  (vgl. C10 S. 14 F101) nach D._______ geflohen. Nach  der  Flucht  des  Geschäftspartners  hätten  Leute  in  einem  weissen  Van  zwei  Mal  pro  Woche  nach  ihm  (dem  Beschwerdeführer)  gesucht;  man  habe von ihm wissen wollen, wo sich sein Geschäftspartner aufhalte (vgl.  C2 S. 5), beziehungsweise CID­Beamte hätten ihn in einem weissen Van  bereits  im  Jahr  2007  während  fünf  Monaten  regelmässig  aufgesucht.  Nach  einem  mehrmonatigen  Unterbruch  hätten  die  wöchentlichen  Besuche  im  Januar  2009  wieder  eingesetzt  (vgl.  C10  S. 14  F102).  Er  habe  nie  selbst  mit  den  CID­Beamten  gesprochen,  sondern  seine  Ehefrau  habe  dies  jeweils  getan;  er  habe  immer  rechtzeitig  fliehen  können.  In  Sri  Lanka  sei  es  allgemein  bekannt,  dass  man  in  Lebensgefahr sei, wenn ein weisser Van auftauche. Am 18. Mai 2009 sei  er  zudem  in  eine  Demonstration  in  B._______  geraten,  bei  der  es  zu  Zusammenstössen  zwischen  Singhalesen  und  Tamilen  gekommen  sei.  Dabei sei er geschlagen und verletzt worden. Aufgrund dieser Ereignisse  habe  er  sein Heimatland  am  23. Mai  2009  erneut  verlassen.  Er  sei mit  einem  auf  seinen  Namen  lautenden  Pass,  den  der  Schlepper  für  ihn  beantragt habe, von Colombo via E._______ nach F._______ geflogen.  Von dort aus sei er mit dem Auto  in die Schweiz gelangt. Er könne erst  nach Sri Lanka zurückkehren, wenn kein Krieg mehr herrsche. C.c Bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der Einzelheiten  des rechtserheblichen Sachverhalts wird auf die Protokolle bei den Akten  verwiesen (vgl. C2 und C10). D.  D.a Mit Verfügung vom 13. August 2009 – eröffnet am 17. August 2009 –  stellte  das  BFM  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle.  Es  lehnte  das  Asylgesuch  vom  26. Mai  2009  ab  und  ordnete  die Wegweisung  des  Beschwerdeführers  aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. 

D­5902/2009 D.b  Zur  Begründung  führte  das  BFM  im  Wesentlichen  aus,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  hielten  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss Art. 7 AsylG nicht  stand. Die Ausführungen des  Beschwerdeführers  zur  angeblichen  Suche  nach  ihm  wegen  des  Verkaufs  einer  (…)  an  die  Täter  des  Anschlags  auf  den  Flughafen  in  Colombo im Jahr 2005 seien nicht glaubhaft. So habe er unterschiedliche  Angaben  darüber  gemacht,  wie  viele  Personen  festgenommen  und  umgebracht worden seien und wann dies gewesen sei. Zudem sei nicht  nachvollziehbar,  weshalb  der  Beschwerdeführer  nicht  auch  festgenommen, sondern lediglich zwei Mal – im Abstand von zwei Jahren  – befragt  worden  sei,  während  der  Geschäftspartner  und  selbst  die  Angestellten über ein Jahr  inhaftiert gewesen seien. Daran vermöge die  Meldepflicht  nichts  zu  ändern.  Bezeichnenderweise  habe  der  Beschwerdeführer  auch  keine  Beweismittel  zu  seinen  Behauptungen  eingereicht. Sein Verhalten, wonach er bis zur Ausreise im Mai 2009 zwei  Mal  wöchentlich  seiner  Meldepflicht  nachgekommen  sei  und  im  Laden  des  Vaters  gearbeitet  habe,  sei  mit  den  angeblichen  behördlichen  Massnahmen – mehrmonatige Suche nach ihm im Jahr 2007 und erneut  ab  Januar  2009  –  ebenso  wenig  vereinbar  wie  die  legale  Ausreise mit  dem eigenen Pass. Überdies seien die Angaben des Beschwerdeführers  äusserst vage und unsubstanziiert geblieben. Realitätsmerkmale, wie sie  bei  einer  Person,  die  selbst  Erlebtes  wiedergebe,  erwartet  werden  dürften,  seien  keine  erkennbar.  Die  geltend  gemachte  Verfolgungssituation  könne  deshalb  nicht  geglaubt  werden.  Aus  den  Ereignissen  vom  18. Mai  2009  könne  der  Beschwerdeführer  –  selbst  wenn  er  dabei  verletzt  worden  sei  –  keine  Asylrelevanz  herleiten.  Der  Beschwerdeführer erfülle damit die Flüchtlingseigenschaft nicht, weshalb  das  Asylgesuch  abzulehnen  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  anzuordnen  sei.  Der  Wegweisungsvollzug  sei  zulässig,  zumutbar  und  möglich. Der Krieg zwischen der sri­lankischen Regierung und den LTTE  sei  im Mai  2009 mit  der  Niederlage  der  LTTE  zu  Ende  gegangen.  Der  Beschwerdeführer  stamme  nicht  aus  den  nördlichen  oder  östlichen  Gebieten  des  Landes, wo  der Konflikt,  der  dem Bürgerkrieg  zu Grunde  liege, vorerst ungelöst bleibe. Im Süden und Westen des Landes bestehe  keine Situation allgemeiner Gewalt und es sei davon auszugehen, dass  sich  die  Sicherheitslage  in  dieser  Region  stabilisieren  und  verbessern  werde.  Der  Beschwerdeführer  sei  in  G._______  geboren  und  aufgewachsen,  habe  bis  auf  die  Aufenthalte  in  H._______  (…)  und  im  Ausland  (…)  immer  dort  gelebt  und  verfüge  über  ein  intaktes  Beziehungsnetz.

D­5902/2009 E.  E.a Mit  Eingabe  vom 16. September  2009  erhob  der Beschwerdeführer  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde,  worin  um  Aufhebung  der  Verfügung  des  BFM  vom  13. August  2009  und  um  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  sowie um Gewährung des Asyls,  eventualiter  um  Feststellung  der  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  und  um  Anordnung der vorläufigen Aufnahme ersucht wurde.  E.b Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor,  der Befragung im EVZ komme aufgrund ihres summarischen Charakters  für  die  Beurteilung  der  Glaubhaftigkeit  der  Asylgründe  nur  ein  beschränkter  Beweiswert  zu.  Widersprüche  dürften  nur  herangezogen  werden,  wenn  die  Aussagen  beim  EVZ  von  den  Angaben  bei  der  Anhörung  in  wesentlichen  Punkten  abweichen  würden,  oder  wenn  zentrale Asylgründe nicht bereits im EVZ zumindest ansatzweise erwähnt  worden seien. Derartige qualifizierte Widersprüche lägen indes nicht vor.  Zwar  habe  er  gewisse  Einzelheiten  unterschiedlich  geschildert,  jedoch  handle  es  sich  dabei  nicht  um  die  zentralen  Asylgründe,  sondern  um  mehrere  Jahre  zurückliegende  Ereignisse,  die  nicht  direkt  mit  den  fluchtauslösenden Umständen zu tun hätten. Es treffe auch nicht zu, dass  er  sich  realitätsfremd  und  unsubstanziiert  geäussert  habe.  Er  habe  dargelegt,  dass  diejenigen  Personen  im  Laden  festgenommen  worden  seien,  die  zum  fraglichen  Zeitpunkt  dort  anwesend  gewesen  seien.  Er  habe einfach Glück gehabt, nicht anwesend gewesen zu sein. Bezüglich  der  ihm auferlegten Meldepflicht dürfte es dem BFM bekannt sein, dass  solche Meldepflichten  gerade  für  Tamilen  häufig  angeordnet würden.  In  örtlichen  Zeitungen  werde  kaum  darüber  berichtet.  Er  werde  aber  versuchen,  eine  diesbezügliche  amtliche  Bestätigung  erhältlich  zu  machen. Hinsichtlich des Einwands des BFM, es sei nicht glaubhaft, dass  das  CID  regelmässig  nach  ihm  gesucht  habe,  wenn  er  doch  bei  der  Erfüllung der Meldepflicht oder bei der Tätigkeit  im Laden seines Vaters  hätte angehalten werden können, präzisiere er, dass Tamilen unter sich  jeweils  vom CID sprechen würden, wenn sie von den Leuten sprächen,  die meist in weissen Vans auftauchen und Tamilen verschleppen würden.  Ob  es  sich  dabei  effektiv  um  CID­Beamte  handle,  könne  nur  vermutet  werden.  Er  gehe  davon  aus,  dass  die  Polizeistelle,  bei  der  er  sich  regelmässig  habe  melden  müssen,  nicht  eng  mit  dem  CID  zusammenarbeite.  Die  Leute,  die  ihm  nachgestellt  hätten,  hätten  offensichtlich  nichts  von  der  Meldepflicht  gewusst,  ansonsten  sie  ihm 

D­5902/2009 wohl  bei  der  Polizeistelle  aufgelauert  hätten.  Unabhängig  davon,  ob  es  sich  effektiv  um  CID­Beamte  gehandelt  habe,  seien  es  diese  Verfolgungen gewesen, die ihn zur Flucht veranlasst hätten. Dass er das  Land  mit  einem  auf  seinen  Namen  lautenden  Pass  verlassen  habe,  spreche  nicht  gegen  seine  Glaubwürdigkeit.  Die  Reise  sei  durch  einen  Schlepper organisiert worden, der vermutlich mittels Bestechungsgeldern  arrangiert  habe,  dass  gar  keine  eigentliche  Passkontrolle  stattgefunden  habe. Die Ereignisse vom 18. Mai 2009, denen das BFM die Asylrelevanz  abspreche, dürften nicht  isoliert betrachtet werden. Sie stünden vielmehr  am  Ende  einer  Kette  von  Ereignissen,  die  ihn  schliesslich  zur  Flucht  bewogen  hätten.  Die  Situation  im  Grossraum  Colombo  erlaube  zurzeit  noch  kein  sicheres Dasein,  weshalb  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zumutbar  sei.  Er  verweise  diesbezüglich  auf  die  im  Juli  2009  veröffentlichte Länderanalyse der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH). F.  Mit  Zwischenverfügung  vom  21. September  2009  stellte  der  Instruktionsrichter  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  den  Ausgang  des  Verfahrens  in der Schweiz abwarten  könne. Gleichzeitig  erhob er  einen  Kostenvorschuss  von  Fr. 600.–,  zahlbar  bis  zum  6. Oktober  2009,  ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten werde.  G.  Am 5. Oktober 2009 wurde der Kostenvorschuss geleistet.  H.  In seiner Vernehmlassung vom 17. November 2011 beantragte das BFM  die Abweisung der Beschwerde. Diese enthalte keine neuen erheblichen  Tatsachen  oder  Beweismittel,  die  eine  Änderung  seines  Standpunkts  rechtfertigen könnten.  I.  Der  Instruktionsrichter  stellte  dem  Beschwerdeführer  am  18. November  2011 eine Kopie der Vernehmlassung des BFM zur Kenntnisnahme zu.  Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

D­5902/2009 gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer  hat  am  vorinstanzlichen  Verfahren  teilgenommen,  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 108  Abs. 1  AsylG  sowie  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und  Art. 48  Abs. 1  und  Art. 52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist  somit  einzutreten.  2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person  anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck  bewirken (Art. 3 AsylG).  3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 

D­5902/2009 Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG).  Entscheidend  ist,  ob  eine  Gesamtwürdigung  der  Vorbringen  ergibt,  dass  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung  des  Gesuchstellers  sprechen,  überwiegen  oder  nicht  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 1 E. 5 S. 4 ff.).  4.  4.1.  Das  BFM  erachtete  die  geltend  gemachten  Ausreisegründe  des  Beschwerdeführers  aufgrund  erheblicher  Unstimmigkeiten  als  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art. 7  nicht  genügend.  Dieser  Einschätzung  ist  beizupflichten.  Eine  Überprüfung  der  Akten  ergibt,  dass  die Vorbringen  des Beschwerdeführers  kein  stimmiges Bild  vermitteln; sie weisen gewichtige Widersprüche und Ungereimtheiten auf  und das BFM hat  sie aus zutreffenden Gründen als den Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht  genügend  qualifiziert.  Wäre  der  Beschwerdeführer  tatsächlich  aufgrund  des  Verkaufs  einer  (…)  an  die  Täter  eines Anschlags  auf  den Flughafen  in Colombo  im  Juni/Juli  2005  vom CID gesucht worden, wäre schlicht nicht nachvollziehbar, weshalb er  lediglich  zwei  Mal  polizeilich  befragt  und  überdies  nach  dem  ersten  Verhör im September 2005 ohne Auflagen – die Meldepflicht sei ihm erst  nach  der  zweiten  Befragung  im  Jahr  2007  auferlegt  worden  –  wieder  entlassen worden sei, währenddessen sein Geschäftspartner und selbst  die  Angestellten  diesbezüglich  über  ein  Jahr  lang  inhaftiert  gewesen  seien. Die Angabe in der Beschwerdeeingabe vom 16. September 2009,  er habe einfach Glück gehabt, am Tag, als der Laden durchsucht und der  Geschäftspartner  und  die  Angestellten  verhaftet  worden  seien,  nicht  anwesend gewesen zu sein, vermag nicht zu erklären, weshalb er nicht in  einem späteren Zeitpunkt – beispielsweise bei dem Verhör im September  2005  –  auch  noch  festgenommen  worden  ist.  Wenn  er  tatsächlich  verdächtigt  worden  wäre,  bei  dem  betreffenden  Anschlag  involviert  gewesen zu sein, wäre er  im Jahr 2005 wohl kaum nur ein einziges Mal  befragt  und  bis  zum  zweiten  Verhör  im  Jahr  2007  nicht  mehr  belangt  worden;  dies  erscheint  völlig  realitätsfremd.  Für  die  angeblich  bis  zu  seiner Ausreise im Mai 2009 bestehende Suche nach ihm vermochte der  Beschwerdeführer  keinen  plausiblen  Grund  zu  nennen.  Vielmehr  äusserte er sich auch diesbezüglich widersprüchlich. So gab er als Grund  für  die  Suche  an,  man  habe  von  ihm  wissen  wollen,  wohin  sich  sein 

D­5902/2009 Geschäftspartner abgesetzt habe (vgl. C2 S. 5); indes erfolgte die Flucht  des Geschäftspartners nach D._______ laut dem Beschwerdeführer erst  im Dezember 2008 (vgl. C10 S. 14 F101) und kann somit nicht der Anlass  für die mehrmonatige Suche nach dem Beschwerdeführer  im Jahr 2007  gewesen  sein.  Auch  hinsichtlich  der  Ereignisse,  welche  die  Flucht  des  Geschäftspartners  ausgelöst  hätten  (Ermordung  der  Angestellten),  äusserte  sich  der  Beschwerdeführer  widersprüchlich,  indem  er  erst  angab, die Angestellten seien im Jahr 2007 getötet worden (vgl. C2 S. 5),  später  jedoch  ausführte,  diese  seien  erst  im  März  und  Juli  2008  umgebracht  worden  (vgl.  C10  S. 13  F91  und  S. 14  F100).  Ein  Grund,  weshalb CID­Beamte den Beschwerdeführer weiterhin gesucht hätten, ist  denn  auch  nicht  ersichtlich.  Wäre  er  tatsächlich  weiterhin  gesucht  worden,  hätten  ihm  die  Behörden  die  Schlüssel  zu  seinem  (Laden)  im  Jahr  2007  wohl  kaum  wieder  ausgehändigt.  Im  Übrigen  vermag  die  Erklärung  des  Beschwerdeführers  in  der  Beschwerdeeingabe  vom  16. September 2009, weshalb er denn nicht einfach bei der regelmässig  ausgeübten  Meldepflicht  vom  CID  angehalten  worden  sei,  nicht  zu  überzeugen.  Es  kann  nicht  geglaubt  werden,  dass  die  örtliche  Polizeistelle  in  B._______  nicht  eng  mit  dem  CID  zusammengearbeitet  habe.  Gemäss  den  Angaben  des  Beschwerdeführers  seien  die  Durchsuchung  des  Ladens  und  die  Verhaftung  des  Geschäftspartners  und  der  Angestellten  durch  CID­Beamte  durchgeführt  worden  und  es  wäre  somit  davon  auszugehen,  dass  auch  die  Befragungen  des  Beschwerdeführers  und  allfällig  verhängte  Sicherungsmassnahmen  wie  die Meldepflicht auf Anordnung des CID erfolgt wären. Das CID hätte ihm  also  durchaus  habhaft  werden  können,  wenn  er  tatsächlich  gesucht  worden wäre.  Die  in  der  Beschwerdeeingabe  vom  16. September  2009  vorgebrachte  Relativierung  hinsichtlich  der  Urheberschaft  der  Suchaktionen, wonach es sich nur um eine Vermutung handle, dass es  sich  bei  den  Leuten  in  dem  weissen  Van  um  CID­Beamte  gehandelt  habe,  vermag  nicht  zu  überzeugen,  zumal  die  Ehefrau  des  Beschwerdeführers  jeweils  mit  den  Betreffenden  gesprochen  habe  und  sie  ihrem Ehemann somit mitgeteilt haben dürfte, um wen es sich dabei  gehandelt  habe. Hinsichtlich  der Vorbringen  im Zusammenhang mit  der  Demonstration  vom  18. Mai  2009,  bei  welcher  der  Beschwerdeführer  verletzt worden sei, hat das BFM schliesslich zutreffend festgestellt, dass  diese  die  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  nicht  zu  begründen vermögen.  4.2.  Dem  Beschwerdeführer  ist  es  aufgrund  des  Gesagten  nicht  gelungen, die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nachzuweisen 

D­5902/2009 oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat.  5.  Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so  verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz (Art. 44 Abs. 1  AsylG).  Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf  Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  daher  zu  Recht  angeordnet  (vgl.  BVGE 2009/50  E. 9  S. 733,  BVGE  2008/34  E. 9.2  S. 510).  6.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht  möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs.  2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). 6.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen  der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den Heimat­, Herkunfts­ oder  in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83  Abs. 3 AuG).  6.1.1. Keine  Person  darf  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).  Dieses flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Personen,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  respektive  Art. 1A FK erfüllen.  Da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Rückschiebungsverbots  vorliegend  nicht  zur  Anwendung  gelangen.  Der  Vollzug der Wegweisung nach Sri Lanka  ist demnach unter dem Aspekt  von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

D­5902/2009 6.1.2. Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  in  einen  Staat  ausgeschafft  werden,  in  dem  ihm  Folter  oder  eine  andere  Art  unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung droht.  Weder  aus  den Aussagen  des Beschwerdeführers  noch  aus  den Akten  ergeben  sich  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer  Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofs  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­ Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefährdung ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im  Falle  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen würde  (vgl. EGMR  [Grosse Kammer], Saadi gegen  Italien, Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124­127,  mit  weiteren Hinweisen).  Dies  ist  vorliegend  nicht  der  Fall.  Es  besteht  kein  konkreter Anlass  zur Annahme, dem Beschwerdeführer würde bei einer  Rückkehr  in  sein  Heimatland  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  drohen.  6.1.3. Der Vollzug der Wegweisung  ist damit  sowohl  im Sinne der asyl­  als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.  6.2. Gemäss Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  der Wegweisung  für  Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind,  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren  (vgl. BVGE  2009/51  E. 5.5  S. 748,  BVGE  2009/41  E. 7.1  S. 576  f.;  Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8. März  2002, BBl 2002 3818).  6.2.1. Das  Bundesverwaltungsgericht  nahm  im Urteil  BVGE  2008/2  zur  Frage  der  Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  nach Sri  Lanka  eine 

D­5902/2009 Lageanalyse  vor.  Gemäss  der  damals  festgelegten  Praxis  war  bei  abgewiesenen  Asylsuchenden  tamilischer  Ethnie,  die  aus  dem  Grossraum  Colombo  oder  dessen  Umgebung  stammen,  grundsätzlich  von  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  diese  Gebiete  auszugehen  (vgl.  BVGE  2008/2  E. 7.6.1  S. 20).  In  die  Nord­  und  Ostprovinzen  war  der  Wegweisungsvollzug  hingegen  unzumutbar  (vgl.  BVGE 2008/2 E. 7.6.2 S. 21).  6.2.2.  Im  zur  Publikation  vorgesehenen  Urteil  E­6220/2006  vom  27. Oktober  2011  hat  das  Bundesverwaltungsgericht  angesichts  der  veränderten Lage nach dem Ende des sri­lankischen Bürgerkriegs im Mai  2009 eine erneute Beurteilung vorgenommen. In Bezug auf die Frage der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  ist  es  dabei  zur  Einschätzung  gelangt, dass der Wegweisungsvollzug in das sogenannte "Vanni­Gebiet"  weiterhin  unzumutbar  ist.  Für  Personen,  die  aus  dem  übrigen  Staatsgebiet  stammen  und  dorthin  zurückkehren,  ist  der  Wegweisungsvollzug  hingegen  grundsätzlich  zumutbar  (vgl.  Urteil  E­ 6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E 13.2.2.3. und 13.3.). 6.2.3.  Der  soweit  aktenkundig  gesunde  Beschwerdeführer  stammt  aus  B._______ in der Westprovinz, nahe der Hauptstadt Colombo, wohin der  Wegweisungsvollzug  gemäss  den  Ausführungen  in  E. 6.2.2.  grundsätzlich zumutbar  ist. Der Beschwerdeführer war – abgesehen von  zwei Unterbrüchen  in  den  Jahren  (…)  (Schulbesuch  in H._______)  und  (…)  (Auslandsaufenthalt)  –  immer  in B._______ wohnhaft  und  ist  somit  mit  den  örtlichen  Gegebenheiten  bestens  vertraut.  Mit  seinen  in  B._______  lebenden (Aufzählung Angehörige) verfügt er über ein enges  Beziehungsnetz  im  Heimatstaat.  Nach  seiner  Rückschaffung  nach  Sri  Lanka  im  (…)  1997  war  der  Beschwerdeführer  in  der  Lage,  sich  in  B._______ eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen,  indem er  in  einem  (Laden), dessen Teilhaber er im Jahr 2004 wurde, und im (Laden) seines  Vaters  arbeitete.  Zusammen  mit  der  in  der  Schweiz  gesammelten  Arbeitserfahrung  im  (…)  verfügt  der  Beschwerdeführer  über  gute  Voraussetzungen, um im Heimatland wieder beruflich Fuss zu fassen. Es  ist  somit  insgesamt  nicht  davon  auszugehen,  der  Beschwerdeführer  würde  bei  einer  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  aus  individuellen  Gründen  wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheitlicher  Natur  in  eine  seine  Existenz vernichtende Situation geraten, die als konkrete Gefährdung im  Sinne der zu beachtenden Bestimmungen zu werten wäre (Art. 83 Abs. 4  AuG). 

D­5902/2009 6.2.4. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich daher  in genereller und  individueller Hinsicht als zumutbar.  6.3. Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, bei der Beschaffung  allenfalls  benötigter  Reisepapiere mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4  AsylG;  vgl.  dazu  auch  BVGE  2008/34  E. 12  S. 513  f.),  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).  6.4.  Der  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisungsvollzug  ist  zu  bestätigen  und  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  des  Beschwerdeführers fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1­4 AuG).  7.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist somit abzuweisen.  8.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  dessen  Kosten  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG).  Sie  sind  auf  Fr. 600.–  festzusetzen  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  und  mit  dem  in  gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.  (Dispositiv nächste Seite)

D­5902/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  sind  durch  den  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet.  3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Martin Zoller Susanne Burgherr Versand:

D-5902/2009 — Bundesverwaltungsgericht 13.12.2011 D-5902/2009 — Swissrulings