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Bundesverwaltungsgericht 11.10.2011 D-5536/2011

11. Oktober 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,317 Wörter·~7 min·1

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch (erneutes Asylverfahren Schweiz) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 27. September 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­5536/2011 Urteil   v om   1 1 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Einzelrichter Hans Schürch, mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;   Gerichtsschreiber Christoph Basler. Parteien A._______, geboren am (…), Armenien,   vertreten durch Dr. iur. René Bussien, Rechtsanwalt,  (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 27. September 2011 / N (…).

D­5536/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer, eigenen Angaben zufolge ein  in B._______  geborener  armenischer  Staatsangehöriger,  Russland  im  Jahr  2006  verliess, sich danach in der Ukraine aufhielt und am 28. September 2008  in  die  Schweiz  einreiste,  wo  er  gleichentags  erstmals  um  Asyl  nachsuchte, dass das BFM mit Verfügung vom 3. Juli 2009 gestützt auf Art. 32 Abs. 2  Bst.  a  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  dieses  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat,  seine  Wegweisung aus der Schweiz verfügte, den Vollzug derselben anordnete  und  ihm  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss  Aktenverzeichnis  aushändigte, dass  der  Beschwerdeführer  den  Empfang  dieser  Verfügung  (samt  Beilagen) mit vom 6. Juli 2009 datierender Bestätigung quittierte,  dass die Verfügung in der Folge unangefochten in Rechtskraft erwuchs, dass  der  Beschwerdeführer  laut  einer  Mitteilung  der  zuständigen  kantonalen  Behörde  am  24.  August  2009  aus  seiner  Unterkunft  "verschwand", dass  er  am  11.  März  2010  in  der  Schweiz  beim  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum Vallorbe ein zweites Asylgesuch stellte, dass er am 14. März 2010 aus diesem Zentrum "verschwand", dass das BFM mit Verfügung vom 1. Juni 2010 gestützt auf Art. 34 Abs. 2  Bst.  d  AsylG  auf  das  zweite  Asylgesuch  nicht  eintrat  und  seine  Wegweisung nach Spanien sowie deren Vollzug verfügte, dass diese Verfügung indessen zufolge des unbekannten Aufenthalts des  Beschwerdeführers nicht zugestellt werden konnte, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben am 25. Mai 2011  erneut in die Schweiz gelangte, wo er am folgenden Tag zum dritten Mal  um Asyl nachsuchte, dass  er  bei  der  Kurzbefragung  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  Vallorbe  vom  8.  Juni  2011  geltend  machte,  er  habe  Russland  im  Jahr 

D­5536/2011 2006  verlassen  und  in  Spanien,  Deutschland,  der  Schweiz,  Norwegen  und Frankreich Asylgesuche eingereicht, dass  er  die  Schweiz,  nachdem  er  hier  im  März  2010  erneut  um  Asyl  nachgesucht  habe,  freiwillig  verlassen  habe  und  nach  Frankreich  zurückgekehrt sei, dass  er  aus  denselben  Gründen,  die  er  bei  der  Befragung  zu  seinen  Asylgründen  vom  10.  Dezember  2008  (act.  A14/14)  geltend  gemacht  habe, in die Schweiz gekommen sei, dass sein  "Schwiegervater" – er sei nicht verheiratet –  ihm versprochen  habe, bis Ende Jahr alles zu unternehmen, damit er ein  Identitätspapier  erhalten werde, dass er bis Ende Jahr in der Schweiz bleiben wolle, dass  das  BFM  dem Beschwerdeführer  am  8.  August  2011 mitteilte,  es  gedenke,  gestützt  auf  Art.  32  Abs.  2  Bst.  e  AsylG  auf  das  Asylgesuch  nicht  einzutreten,  und  ihm  Frist  zur  Einreichung  einer  Stellungnahme  gewährte, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  18.  August  2011  (Poststempel) ankündigte, er werde  innerhalb von zwei bis vier Wochen  Schreiben  von  Zeugen  einreichen,  die  die  von  ihm  geltend  gemachten  Probleme belegten,  dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  27.  September  2011  –  eröffnet  am  3. Oktober 2011 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf das  dritte  Asylgesuch  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  anordnete  und  dem  Beschwerdeführer  die  editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte, dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  das  am  28. September 2009 (recte: 2008) eingeleitete Asylverfahren sei seit dem  14. Juli  2009  rechtskräftig  abgeschlossen,  und  aus  den  Akten  ergäben  sich  keine  Hinweise,  dass  nach  dem  Abschluss  dieses  Verfahrens  Ereignisse  eingetreten  seien,  die  geeignet  seien,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung  vorübergehenden Schutzes relevant seien,

D­5536/2011 dass  in  Würdigung  der  gesamten  Umstände  auch  die  in  Aussicht  gestellten  Zeugenaussagen  daran  nichts  änderten,  da  diese  erst  im  dritten  Asylverfahren  erwähnten  Beweismittel  als  Gefälligkeitsschreiben  ohne Beweiswert zu werten seien, dass  der  Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  mit  Eingabe  vom  6.  Oktober  2011  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  beantragen  liess,  die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei Asyl zu erteilen,  die  Dispositivziffern  2  und  3  seien  aufzuheben  und  von  einer  Wegweisung  sei  abzusehen,  die  Akten  seien  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen mit dem Auftrag, auf das Asylgesuch einzutreten und die  geltend  gemachten  Asylgründe  zu  prüfen,  und  dem  Unterzeichneten  seien  die  vollständigen  Asylakten  der  früheren  Verfahren  zur  Einsichtnahme zur Verfügung zu stellen, dass  für  den  Inhalt  der  Beschwerde  auf  die  Akten  zu  verweisen  und,  soweit entscheidwesentlich, nachfolgend darauf einzugehen ist, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  7.  Oktober  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

D­5536/2011 dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  mit  Ausnahme des Antrags,  es  sei  dem Beschwerdeführer Asyl  zu erteilen,  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2  AsylG  und  Art.  37  VGG  i.V.m.  Art. 52  VwVG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass in der Beschwerde vom 6. Oktober 2011 geltend gemacht wird, dem  Unterzeichneten fehlten vom zweiten Asylgesuch die von der Vorinstanz  zugestellten Akten und ebenso der Entscheid des dritten Verfahrens, dass  dem  Beschwerdeführer  ein  früherer  negativer  Entscheid  nie  rechtsgültig eröffnet worden sei und die geltend gemachten Verfügungen  in den zur Verfügung gestellten Akten nicht auffindbar seien,

D­5536/2011 dass indessen dem Beschwerdeführer mit dem Entscheid des BFM vom  27.  September  2011  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss  Aktenverzeichnis ausgehändigt wurden, weshalb das Akteneinsichtsrecht  der Partei hinsichtlich des dritten Asylverfahrens gewahrt ist, dass  dem  Rechtsvertreter  vom  BFM  am  5.  Oktober  2011  die  entscheidwesentlichen  Akten  aller  drei  Verfahren  zugestellt  wurden,  weshalb der Anspruch auf Akteneinsicht auch insgesamt gewahrt ist, und  der  Antrag,  dem Unterzeichneten  seien  die  vollständigen  Asylakten  der  früheren  Verfahren  zur  Einsichtnahme  zur  Verfügung  zu  stellen,  gegenstandslos ist, dass die Behauptung,  dem Beschwerdeführer  sei  ein  früherer  negativer  Entscheid  nie  rechtsgültig  eröffnet  worden,  aktenwidrig  ist,  da  er  den  Empfang  der  Verfügung  des  BFM  vom  3.  Juli  2009  mit  den  darin  erwähnten  Beilagen  auf  der  Empfangsbestätigung  vom  6.  Juli  2009  quittierte, dass ihm die Verfügung des BFM vom 1. Juni 2010 nicht eröffnet werden  konnte,  da  er  die  Schweiz  zuvor,  ohne  dass  er  eine  Korrespondenzadresse hinterlassen hätte, verlassen hatte, dass  auf  ein  Asylgesuch  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  der Schweiz bereits  ein Asylverfahren erfolglos  durchlaufen haben oder  während  des  hängigen  Asylverfahrens  in  den  Heimat­  oder  Herkunftsstaat zurückgekehrt sind, dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  es  Hinweise auf  zwischenzeitlich eingetretene Ereignisse gibt, die geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant sind (Art. 32 Abs. 2 Bst.  e AsylG), dass der Nichteintretenstatbestand von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG somit  ein  formelles  (früheres  Asylverfahren)  und  ein  materielles  Erfordernis  (fehlende Hinweise) enthält, welche im Einzelfall beide gleichzeitig erfüllt  sein müssen, dass  das  formelle  Erfordernis  eines  in  der  Schweiz  erfolglos  durchlaufenen Asylverfahrens offensichtlich erfüllt ist, nachdem das BFM  auf  das  erste  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  vom  28. September 

D­5536/2011 2008 mit Verfügung vom 3. Juli 2009 nicht eintrat und dieser Entscheid in  Rechtskraft erwachsen ist, dass der Beschwerdeführer  in  der Zwischenzeit  nicht  in  seinen Heimat­  oder Herkunftsstaat  zurückkehrte  (Art.  36 Abs. 1 Bst. b AsylG) und  ihm  das  BFM  mit  Zwischenverfügung  vom  8.  August  2011  das  rechtliche  Gehör gewährte (Art. 36 Abs. 2 AsylG), dass  bei  der  Prüfung,  ob  Hinweise  auf  Ereignisse  vorliegen,  welche  geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  vom  engen  Verfolgungsbegriff im Sinne von Art. 3 AsylG auszugehen ist, dass  jedoch  gleichzeitig  ein  gegenüber  der  Glaubhaftmachung  reduzierter  Beweismassstab  zur  Anwendung  kommt,  weshalb  auf  ein  Asylgesuch bereits dann eingetreten werden muss, wenn sich Hinweise  auf  eine  relevante  Verfolgung  ergeben,  welche  nicht  von  vornherein  haltlos sind (vgl. BVGE 2009/53 E. 4.2 S. 769, mit weiteren Hinweisen), dass  der  Beschwerdeführer  bei  der  Kurzbefragung  vom  8.  Juni  2011  angab,  er  sei  nach  Abschluss  seines  ersten  Asylverfahrens  in  der  Schweiz nicht  in  seinen Heimat­  oder Herkunftsstaat  zurückgekehrt  und  berufe  sich  auf  dieselben  Asylgründe,  die  er  bereits  im  ersten  Asylverfahren geltend gemacht habe,  dass sich mithin aus den Akten keine Hinweise ergeben, nach Abschluss  des ersten Verfahrens seien Ereignisse eingetreten, die geeignet wären,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung  vorübergehenden Schutzes relevant wären, dass  daran  auch  die  in  der  Beschwerde  vorgenommene Wiederholung  des  vom Beschwerdeführer  im ersten Asylverfahren  geltend  gemachten  Sachverhalts  nichts  zu  ändern  vermag,  da  das  erste  Asylgesuch  rechtskräftig abgelehnt wurde, dass  die  vom  Beschwerdeführer  in  seiner  Eingabe  an  das  BFM  vom  18. August  2011  (Poststempel)  in  Aussicht  gestellten  Beweismittel  an  dieser  Einschätzung  nichts  ändern  dürften,  zumal  es  ihm  angesichts  seiner  Aufenthaltsdauer  im  westeuropäischen  Raum  längstens  möglich  gewesen  wäre,  allfällig  vorhandene  Beweismittel  zu  beschaffen  und  einzureichen,

D­5536/2011 dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG  zu  Recht  auf  das  dritte  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  733,  BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510, EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte  Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 

D­5536/2011 erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  dem  Beschwerdeführer im Heimat­ oder Herkunftsland droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat­  bzw.  Herkunftsstaat  des  Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass  das BFM  in  der  Verfügung  vom  3.  Juli  2009  darauf  hinwies,  dem  Beschwerdeführer  sei  es  –  sollte  er  staatenlos  sein  –  möglich,  die  armenische  Staatsangehörigkeit  zu  erlangen,  da  er  armenischer  Abstammung  sei  und  sich  1992  in  Armenien  habe  als  Flüchtling  registrieren lassen, dass es sich bei ihm um einen jüngeren Mann handelt, der sich in neuen  Lebenssituationen  offenbar  immer  wieder  zurechtfindet,  weshalb  davon  auszugehen ist, er werde sich in Armenien wieder integrieren können,   dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen  (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es  ihm obliegt, bei der Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  dazu  auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist,

D­5536/2011 dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, soweit auf diese einzutreten ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­5536/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird. 2.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Hans Schürch Christoph Basler Versand:

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