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Bundesverwaltungsgericht 03.10.2011 D-5297/2011

3. Oktober 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,104 Wörter·~6 min·2

Zusammenfassung

Vollzug der Wegweisung | Vollzug der Wegweisung (Nichteintretensverfahren); Verfügung des BFM vom 21. September 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­5297/2011 Urteil   v om   3 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richter Martin Zoller; Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren B._______, Irak,  C._______, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz.  Gegenstand Vollzug der Wegweisung (Nichteintretensverfahren);  Verfügung des BFM vom 21. September 2011 / N _______.

D­5297/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass  der  aus  D._______  (Provinz  Dohuk)  stammende  irakische  Beschwerdeführer kurdischer Volkszugehörigkeit am 7. Januar 2004 ein  erstes Asylgesuch in der Schweiz einreichte, dass das damalige Bundesamt  für Flüchtlinge  (BFF) mit Verfügung vom  14. Dezember  2004  dieses  Gesuch  ablehnte  und  gleichzeitig  die  Wegweisung und deren Vollzug anordnete, dass der Beschwerdeführer am 12. Januar 2005 gegen diese Verfügung  betreffend  den  Wegweisungsvollzug  eine  Beschwerde  bei  der  damals  zuständigen Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) erhob, dass  die  Vorinstanz  mit  Verfügung  vom  16.  Januar  2006  wiedererwägungsweise  die  Ziffern  4  und  5  des  Dispositivs  ihrer  Verfügung vom 14. Dezember 2004 aufhob und die vorläufige Aufnahme  des  Beschwerdeführers  in  der  Schweiz  wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs anordnete, dass  die ARK mit Beschluss  vom 17.  Januar  2006  die Beschwerde  als  gegenstandslos geworden abschrieb, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  14.  März  2008  die  vorläufige  Aufnahme  des  Beschwerdeführers  aufhob  und  ihm  eine  Frist  bis  spätestens 17. Mai 2008 zum Verlassen der Schweiz ansetzte und das  Bundesverwaltungsgericht  auf  die  am  11. April  2008  gegen  diese  Verfügung  erhobene  Beschwerde  mangels  Zahlung  des  Kostenvorschusses mit Urteil vom 11. Juni 2008 nicht eintrat, dass  das  BFM  dem Beschwerdeführer  in  der  Folge mit  Schreiben  vom  16. Juni 2008 eine neue Frist bis 1. Juli 2008 zum Verlassen der Schweiz  einräumte, dass  der  Beschwerdeführer  am  25.  August  2011  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  E._______  ein  zweites  Asylgesuch  einreichte  und dort am 8. September 2011 summarisch befragt und ihm gleichzeitig  das  rechtliche  Gehör  zum  beabsichtigten  Erlass  eines  Nichteintretensentscheides gewährt wurde, dass  er  zur  Begründung  seines  zweiten  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend machte, er habe nach der Aufhebung der vorläufigen Aufnahme 

D­5297/2011 durch die Vorinstanz die Schweiz nicht verlassen, sondern hier gearbeitet  und  sich wohlverhalten,  sei  jedoch  auf  die  Strasse  gestellt  worden  und  habe keine Unterstützung mehr erhalten, dass  er  aus  den  bereits  im  ersten  Asylgesuch  gemachten  Gründen  (Probleme  mit  der  Familie  seiner  Freundin)  und  wegen  des  in  seiner  Heimat herrschenden Krieges nicht in den Irak zurückkehren könne, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  21.  September  2011  –  frühestens  gleichentags  eröffnet  –  in  Anwendung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  e  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  zweite  Asylgesuch  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  der  Wegweisung  anordnete  und  dem  Beschwerdeführer  die  editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte, dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  sei  seit  dem  12.  (recte:  11.)  Juni  2008 rechtskräftig und aus den Akten ergäben sich keine Hinweise, dass  nach dem Abschluss des vorgängigen Verfahrens Ereignisse eingetreten  seien, die geeignet seien, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder  die für die Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant seien, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  24.  September  2011  (Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  unter  Beilage  verschiedener  Beweismittel  beantragte,  es  sei  der  vorinstanzliche  Entscheid  hinsichtlich  des  Wegweisungsvollzugs  aufzuheben  und  ihm  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren, dass  er  zur  Begründung  im Wesentlichen  anführte,  er  habe  seit  knapp  eineinhalb  Jahren  in  der  Schweiz  eine  Freundin,  die  er  gerne  heiraten  möchte und welche von ihm schwanger sei, dass sie daran seien, die  für eine Heirat nötigen Papiere zu beschaffen,  und  er  sehr  gerne  bei  der  Geburt  seines  Kindes,  die  im  F._______  zu  erwarten sei, dabei sein möchte, dass er nach der Geburt die Vaterschaft anerkennen werde und sein Kind  ein Recht darauf habe, mit seinem Vater zusammen aufzuwachsen, dass er aus Angst,  im EVZ E._______ nicht angehört zu werden, diese  Umstände bei der dortigen Befragung verschwiegen habe,

D­5297/2011 dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31  – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [VGG,  SR  173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005  [BGG, SR 173.110]),  jedoch eine solche Ausnahme  im Sinne von  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  BGG  in  casu  nicht  vorliegt,  weshalb  das  Bundesverwaltungsgericht demnach endgültig entscheidet, dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG  und Art. 52 VwVG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art.  32  –  35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintre­ tensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbstständigen  materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die  Sa­che  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

D­5297/2011 dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften­ wechsel verzichtet wurde, dass  sich  die  Beschwerde  lediglich  gegen  den  von  der  Vorinstanz  verfügten Vollzug der Wegweisung richtet, dass  die  Verfügung  des  BFM  vom  21.  September  2011,  soweit  sie  die  Frage des Nichteintretens auf  das Asylgesuch und die Wegweisung als  solche  betrifft  (Ziffn.  1  und  2  des  Dispositivs  der  angefochtenen  Verfügung), in Rechtskraft erwachsen ist, dass, da das Rechtsbegehren aufgrund der Beschwerdebegründung als  auf  den  Vollzugspunkt  beschränkt  zu  betrachten  ist,  Gegenstand  des  Beschwerdeverfahrens  lediglich die Frage bildet, ob die Wegweisung zu  vollziehen  oder  ob  anstelle  des  Vollzugs  eine  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen ist, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen ge­ mäss  ständiger  Praxis  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Aus­länderrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

D­5297/2011 dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art.  5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli  1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass­ geblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es  dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, Hinweise im Sinne von Art. 32  Abs. 2 Bst. e AsylG vorzubringen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige Behandlung  im Sinne von Art. 3 der Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  ersichtlich  sind,  die  im  Heimatstaat  droht,  und  auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Irak –  insbesondere  in  den  drei  kurdischen  Provinzen  Dohuk,  Erbil  und  Sulaymaniya  (vgl.  hierzu  die  nachfolgenden  Erwägungen)  –  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig  erscheinen lassen, dass  der  Beschwerdeführer  auch  gestützt  auf  Art.  8  EMRK  nichts  zu  seinen Gunsten ableiten kann, dass zwar gemäss Art. 8 EMRK jede Person das Recht auf Achtung ihres  Familienlebens  hat  und  sich  unter  gewissen  Umständen  daraus  ein  Anspruch auf Erteilung einer Anwesenheitsbewilligung ableiten  lässt, da  es  Art.  8  EMRK  verletzen  kann,  wenn  einem  Ausländer,  dessen  Familienangehörige  hier  weilen,  die  Anwesenheit  in  der  Schweiz  untersagt und damit das Familienleben vereitelt wird (vgl. BGE 126 II 335  E. 2.1 S. 339), wobei das fragliche Familienmitglied über ein gefestigtes  Anwesenheitsrecht  (schweizerische  Staatsangehörigkeit,  Niederlassungs­ oder Aufenthaltsbewilligung, auf deren Verlängerung ein  Anspruch besteht) verfügen muss, dass  die  Verlobte  des  Beschwerdeführers,  bei  der  es  sich  um  eine  schweizerische  Staatsangehörige  handelt,  über  ein  solches  gefestigtes  Anwesenheitsrecht  in  der  Schweiz  verfügt,  jedoch  in  casu  kein  Familienmitglied  des  Beschwerdeführers  ist  und  der  Beschwerdeführer  auch nicht in einer eheähnlichen Gemeinschaft mit ihr lebt,

D­5297/2011 dass  eine  allfällige  Vaterschaft  nicht  belegt  ist,  weshalb  sich  weitere  Ausführungen  –  auch  unter  Bezugnahme  auf  die  eingereichten  Beweismittel (Ultraschallbilder) – erübrigen,  dass  mit  Bezug  auf  das  Recht  auf  Eheschliessung  (Art.  12  EMRK)  festzuhalten ist, dass grundsätzlich ein Ehevorbereitungsverfahren in der  Schweiz auch dann möglich ist, wenn die Brautleute nicht in der Schweiz  wohnhaft  sind  (vgl.  Art.  62  ff.  der  Zivilstandsverordnung  vom  28.  April  2004  [ZStV,  SR  211.112.2]),  und  es  dem Beschwerdeführer  auch  nicht  verunmöglicht  wird,  die  in  der  Schweiz  begonnenen  Ehevorbereitungen  fortzuführen, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf Grund von Situatio­ nen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass das Bundesverwaltungsgericht in dem in BVGE 2008/5 publizierten  Urteil  vom  14. März  2008  aufgrund  einer  umfassenden  Beurteilung  der  aktuellen  Situation  in  den  nordirakischen  Provinzen  Dohuk,  Erbil  und  Sulaymaniya zum Schluss gekommen ist, dass in diesen drei kurdischen  Provinzen  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrscht  und  die  dortige  Lage nicht dermassen angespannt ist, als dass eine Rückführung dorthin  als  generell  unzumutbar  betrachtet  werden  müsste,  und  zudem  die  Region  mit  Direktflügen  aus  Europa  und  aus  den  Nachbarstaaten  erreichbar  ist,  wodurch  das  Element  der  unzumutbaren  Rückreise  via  Bagdad  und  anschliessend  auf  dem  Landweg  durch  den  von  Gewalt  heimgesuchten Zentralirak entfällt, dass  im  erwähnten  Entscheid  unter  anderem  festgehalten  wurde,  dass  die Anordnung des Wegweisungsvollzugs in der Regel für alleinstehende,  gesunde und junge kurdische Männer, die ursprünglich aus einer der drei  Provinzen  stammen  und  dort  nach wie  vor  über  ein  soziales Netz  oder  Parteibeziehungen verfügen, zumutbar ist (vgl. a.a.O. E. 7.5), dass  sich  die  Sicherheitslage  in  den  drei  kurdischen  Provinzen  seit  Publikation  des  erwähnten  Urteils  nicht  verschlechtert  hat  und  in  der  überwiegenden  Mehrheit  der  Berichte  von  Regierungs­  und  Nichtregierungsorganisationen  sowie  des  UN­Sicherheitsrats  eine  insgesamt  stabile  Situation  beschrieben  wird  (vgl.  statt  vieler:  AMT  DES  HOHEN FLÜCHTLINGSKOMMISSARS DER VEREINTEN NATIONEN [UNHCR], Note 

D­5297/2011 on  the  Continued  Applicability  of  the  April  2009  UNHCR  Eligibility  Guidelines  for  Assessing  the  International  Protection  Needs  of  Iraqi  Asylum­Seekers, Juli 2010, S. 2 ff.), dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in den Irak aufgrund sei­ ner  längeren  Landesabwesenheit  zwar  mit  gewissen  Schwierigkeiten  konfrontiert sein könnte, er indes bis zu seiner Ausreise im Jahre 2004 in  seinem  Heimatort  lebte,  weshalb  er  mit  den  dortigen  Gepflogenheiten  vertraut ist und das dort bestehende familiäre Beziehungsnetz eine Rein­ tegration erleichtern wird, dass der Beschwerdeführer als Berufsbezeichnung G._______ angab, in  seiner Heimat auf diesem Beruf arbeitete und er ferner eigenen Angaben  zufolge auch in der Schweiz erwerbstätig war (vgl. act. C4/7, S. 2 und 4),  weshalb er bei einer Rückkehr auch von diesen beruflichen Erfahrungen  profitieren kann, weshalb insgesamt davon auszugehen ist, er könne sich  in seiner Heimat wieder wirtschaftlich integrieren, dass  blosse  soziale  und  wirtschaftliche  Schwierigkeiten,  von  denen  die  ansässige Bevölkerung  im Allgemeinen betroffen  ist, nicht genügen, um  eine  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  83  Abs.  4  AuG  darzustellen  (vgl.  BVGE 2008/34 E. 11.2.2 S. 512 f.), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  dem  Beschwerdeführer  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art.  8  Abs.  4  AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515), dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht  verletzt,  den  rechts­ erheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (vgl.  Art.  1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  ([VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG).

D­5297/2011 (Dispositiv nächste Seite)

D­5297/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand:

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