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Bundesverwaltungsgericht 30.09.2011 D-5263/2011

30. September 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·909 Wörter·~5 min·2

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 12. September 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­5263/2011/wif Urteil   v om     3 0 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Bendicht Tellenbach, mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi,   Gerichtsschreiberin Susanne Scheidegger. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…), Afghanistan, alle vertreten durch lic. iur. Urs Ebnöther, Rechtsanwalt,  Advokatur Kanonengasse,  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  (Dublin­Verfahren);  Verfügung des BFM vom 12. September 2011 / N (…).

D­5263/2011 Das Bundesverwaltungsgericht, In Anwendung des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32), des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht  (BGG,  SR 173.110), des Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über  die Ausländerinnen  und Ausländer (AuG, SR 142.20), der  Asylverordnung  1  über  Verfahrensfragen  vom  11.  August  1999  (AsylV 1, SR 142.311), des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2), der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (Europäische  Menschenrechtskonvention,  EMRK,  SR 0.101), der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig ist (Dublin­II­VO), des  Übereinkommens  vom  20. November  1989  über  die  Rechte  des  Kindes (KRK, SR 0.107) und  des  Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe (FoK, SR 0.105)

D­5263/2011 des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) stellt fest,  dass die Beschwerdeführenden am 25. Juli 2011 in der Schweiz um Asyl  nachsuchten, dass  sie  anlässlich  der  Kurzbefragung  und  der  Gewährung  des  rechtlichen Gehörs im Empfangs­ und Verfahrenszentrum in Kreuzlingen  vom 12. August 2011 zur Begründung des Asylgesuchs im Wesentlichen  geltend  machten,  eine  Abschiebung  der  ungarischen  Behörden  nach  Serbien  zu  befürchten,  weil  die  Familie  von  Afghanistan  über  Serbien  nach Ungarn gereist sei, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  12.  September  2011  –  eröffnet  am  19. September 2011 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  vom  25.  Juli  2011  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  nach  Ungarn  verfügte,  die  Beschwerdeführenden  –  unter  Androhung  von  Zwangsmitteln  im  Unterlassungsfall  –  aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  feststellte,  der  Kanton  Luzern  sei verpflichtet, die Wegweisungsverfügung zu vollziehen sowie dass eine  allfällige  Beschwerde  gegen  die  vorliegende  Verfügung  keine  aufschiebende  Wirkung  habe,  und  den  Beschwerdeführenden  die  editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte,  dass für die Begründung der Verfügung auf die Akten zu verweisen ist, dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  22.  September  2011  (Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhoben  und  sinngemäss  beantragten,  die  angefochtene  Verfügung sei aufzuheben und die Vollzugsbehörden seien anzuweisen,  von einer Überstellung nach Ungarn abzusehen,  dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  25.  September  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

D­5263/2011 dass  der  Rechtsvertreter  mit  Eingabe  vom  26.  September  2011  (Poststempel) noch  innert der Beschwerdefrist eine weitere ausführliche  Beschwerdeschrift einreichte,  dass  darin  beantragt  wurde,  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  12. September  2011  vollumfänglich  aufzuheben,  die  Sache  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen,  das  BFM  anzuweisen,  nach  Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO auf das Asylgesuch einzutreten und das Asylverfahren in der  Schweiz durchzuführen, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu  erteilen,  im Sinne einer vorsorglichen Massnahme die Vollzugsbehörden  anzuweisen,  von  einer  Überstellung  der  Beschwerdeführenden  nach  Ungarn abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die Erteilung  der  aufschiebende  Wirkung  entschieden  habe,  das  Verfahren  mit  dem  laufenden Asylverfahren der Familie F._______ (…) zu koordinieren, die  unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und auf die Erhebung eines  Kostenvorschusses zu verzichten, dass  für  den  Inhalt  der  Beschwerde  auf  die  Akten  zu  verweisen  und,  soweit entscheidwesentlich, nachfolgend darauf einzugehen ist, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden gegen  Verfügungen  (Art.  5  VwVG)  des  BFM  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art.  105 Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde,

D­5263/2011 dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG), und es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass auf Asylgesuche in der Regel unter anderem dann nicht eingetreten  wird, wenn Asylsuchende  in  einen Drittstaat  ausreisen  können, welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  aufgrund  der  Aussagen  der  Beschwerdeführenden  und  der  Abklärungen des BFM bei der EURODAC­Datenbank feststeht, dass sich  die Beschwerdeführenden in Ungarn aufgehalten haben und dort am (…)  Asylgesuche gestellt haben, dass die ungarischen Behörden das Ersuchen des BFM um Übernahme  der  Gesuchsteller  gestützt  auf  Art.  16  Abs.  1  Bst.  c  Dublin­II­VO  gutgeheissen haben,  dass  die  Beschwerdeführer  somit  ohne  weiteres  in  einen  Drittstaat  (Ungarn) ausreisen können, welcher  für die Durchführung des Asyl­ und  Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist, dass  die  Beschwerdeführenden  ausführten,  viele  Probleme  in  Ungarn  gehabt  zu  haben,  im  Gefängnis  gewesen  seien,  aufgrund  der  Kälte  in  Ungarn nicht überleben würden und die ungarischen Behörden sie wieder  nach Serbien schicken wollten,  dass  der  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Beschwerde  vom 26. September 2011 ausführte,   in Ungarn sei auf das Asylgesuch 

D­5263/2011 der  Beschwerdeführenden  nicht  eingetreten  worden  und  mit  einem  Nichteintretensentscheid  sei  die  Wegweisung  nach  Serbien  verfügt  worden,  mit  der  unhaltbaren  Begründung,  Serbien  als  zukünftiger  EU­ Mitgliedstaat sei für  ihr Asylverfahren zuständig und würde ihnen Schutz  bieten,  dass der Rechtsvertreter weiter ausführte, dass eine solche Wegweisung  in einen Nicht­Dublin­Staat völlig haltlos sei und Serbien nicht als sicherer  Drittstaat  gelte,  die  Dublin­II­VO  nicht  ratifiziert  habe,  und  weiter  vermutete  er,  dass  die  serbischen  Behörden  die  Beschwerdeführenden  womöglich nach Griechenland abschieben würde, da sie zuvor während  rund zehn Monaten dort gelebt hätten,  dass diese Ausführungen indessen nicht geeignet sind, die Zuständigkeit  Ungarns in Frage zu stellen, dass Ungarn  unter  anderem Signatarstaat  der  FK,  der  EMRK,  der  FoK  und  der  KRK  ist  und  vorliegend  keine  konkreten  Hinweise  dafür  bestehen,  Ungarn  würde  sich  nicht  an  die  daraus  resultierenden  Verpflichtungen halten, dass Ungarn an die Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 2003  zur Festlegung von Mindestnormen für die Aufnahme von Asylbewerbern  in  den  Mitgliedstaaten  (Aufnahmerichtlinie)  gebunden  ist  und  demnach  dafür  besorgt  sein  muss,  den  Asylsuchenden  ein  menschenwürdiges  Leben zu ermöglichen,  dass nach dem Gesagten keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich  sind,  die  Beschwerdeführenden  würden  im  Fall  einer  Rückkehr  nach  Ungarn dort in eine existentielle Notlage gelangen, dass  die  Behauptung,  Ungarn  habe  die  Beschwerdeführenden  nach  Serbien  weggewiesen,  in  keiner  Weise  belegt  wird  und  aufgrund  der  Sachlage  kein  Anlass  besteht,  die  Vorinstanz  anzuweisen,  die  entsprechenden Akten von Ungarn zu verlangen, dass  die  Behauptung,  die  Beschwerdeführenden  würden  zuerst  nach  Serbien und von dort nach Griechenland weggewiesen, eine nicht weiter  belegte Vermutung ist, 

D­5263/2011 dass eine Koordination mit dem BFM­Dossier der Familie F._______ (…),  in welchem ohnehin kein Verfahren auf Beschwerdestufe hängig ist, nicht  angezeigt ist, da die beiden Familien nicht miteinander verwandt sind,  dass somit entgegen der Beschwerdevorbringen nicht davon auszugehen  ist,  das  BFM  hätte  Veranlassung  zu  einem  Selbsteintritt  (Art. 3  Abs. 2  Dublin­II­VO) gehabt,  dass  die  Voraussetzungen  von  Art.  15  Dublin­II­VO  bezüglich  humanitärer Gründe nicht erfüllt sind,  dass der Antrag auf Rückweisung an die Vorinstanz abzuweisen ist,  dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG  zu  Recht  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht  eingetreten ist,  dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art.  44  Abs.1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK  2001 Nr.  21), weshalb  die  verfügte Wegweisung  im Einklang mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  Bundesamt  zu  Recht angeordnet wurde, dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens,  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches  zuständigen  Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für  Ersatzmassnahmen  im Sinne  von Art.  44 Abs.  2 AsylG  i.V.m. Art.  83  Abs. 1 AuG, dass es den Beschwerdeführenden nach dem Gesagten nicht gelungen  ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt,  den  rechtserheblichen  Sacherhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde  abzuweisen ist, dass  eine  Partei,  die  nicht  über  die  erforderlichen  Mittel  verfügt,  auf  Antrag hin  von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit wird,  sofern  ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG),

D­5263/2011 dass  nicht  über  die  erforderlichen  Mittel  verfügt,  wer  ohne  Beeinträchtigung des notwendigen Lebensunterhaltes die Prozesskosten  nicht zu bestreiten vermag, dass  eine  Beschwerde  dann  als  aussichtslos  gilt,  wenn  die  Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und  deshalb  kaum als  ernsthaft  bezeichnet werden  können  (vgl.  BGE 128  I  225 E. 2.5.3 S. 235 f., BGE 125 II 265 E. 4b S. 275), dass  die  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführenden  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  durch  die  eingereichte  Fürsorgebestätigung  der  Caritas  vom 22. September 2011 belegt ist, dass  die  Beschwerdebegehren  indessen  aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  als  aussichtslos  erscheinen,  womit  es  an  den  materiellen  Voraussetzungen  zur  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  fehlt  und  das  entsprechende  Gesuch  abzuweisen ist, dass das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von  Art. 65 Abs. 2 VwVG mangels Erfüllung der Voraussetzungen von Art. 65  Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuweisen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.­  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art. 63  Abs. 1 VwVG), dass  die  verfahrensrechtlichen  Anträge  auf  Erlass  vorsorglicher  Massnahmen, Erteilung der aufschiebenden Wirkung und auf Verzicht auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  mit  Ergehen  des  vorliegenden  Urteils in der Sache gegenstandslos werden.  (Dispositiv nächste Seite)

D­5263/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen.  3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  den  Beschwerdeführenden  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Bendicht Tellenbach Susanne Scheidegger Versand:

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